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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ich möchte meiner Mutter helfen… aber wie???



Inaktiver User
13.02.2007, 20:28
Hallo an alle,

ich mache mir sehr große Sorgen um meine Mutter (65). Sie ist mal eine sehr taffe Frau gewesen und seit ca. einem Jahr geht es nur noch bergab mit ihr.
Ihr Lebensgefährte (66) hatte im Sommer 2001 einen sehr schweren Herzinfarkt. Er war schon klinisch tot, musste wieder belebt werden und war lange Zeit im Krankenhaus. Es wurden Bypässe gelegt und er bekam einen Defribillator eingesetzt. Dieses Gerät überwacht sein Herz und reagiert bei evtl. Herzstörungen.
Natürlich ist er seitdem nicht mehr derselbe. Sein Gehirn ist durch die fehlende Sauerstoffversorgung in Mitleidenschaft gezogen worden.
Nach vielen Therapien ist er aber wieder auf dem Weg der Besserung gewesen.
Er spricht einwandfrei, kann sich fortbewegen und ist somit nicht eingeschränkt. Die anderen kleinen Wehwehchen sind altersbedingt. Er geht zur Krankengymnastik und Massage.

Worauf ich eigentlich hinaus will, ist, dass er meine Mutter psychisch total fertig macht. Da er vor absolut viel Langeweile nichts mit sich anzufangen weiß, bekommt meine Mutter all seine Launen volle Kanne ab.
Sie braucht nur eine Kleinigkeit zu sagen und er brüllt sie an: „ Du weißt immer alles besser. Lass mich in Ruhe. Halt die Klappe.“ Das sind harmlose Beispiele.
Sicherlich hat sie in den vergangenen Jahren auch ihre Fehler gemacht. Sie hat ihm alles abgenommen, auch als es ihm wieder relativ gut ging. Oft habe ich ihr auch gesagt: „ Bitte sag ihm nicht immer, er könnte dies und das nicht. Oder nicht mehr. Das erniedrigt ihn als Mann. Lass ihn probieren und dann kannst du immer noch helfen.“
Er war vor seinem Infarkt sehr aktiv, 2x im Jahr in den Urlaub, Feste feiern wo es Feste gab und absolut unternehmungslustig und meiner Mutter gegenüber sehr aufmerksam.
Jetzt weiß er mit sich und der Welt nix mehr anzufangen, beteiligt sich nur selten an Gesprächen wenn Besuch da ist, fegt zigmal am Tag die Wohnung aus, schleppt einen Eimer Wasser nach dem anderen in den Garten, sammelt Tannenzapfen säckeweise.
Auch wenn ich sage: „ Lass ihn doch. Er braucht Beschäftigung.“ Es geht meiner Mutter an die Nerven.
Sie ist mittlerweile ein nervliches Wrack. Wir sehen uns fast täglich und fast täglich weint sie auch und weiß nicht weiter, weil er sie wieder angebrüllt hat.
Heute z.B.: Sitzen beide im Auto, sie erzählt ihm was und nach 5 Minuten fragt er sie, was sie gesagt hätte. Er hätte es nicht verstanden, der Motor wäre zu laut. Sie fragte ihn nach dem Aussteigen nur, warum er sie nicht gehört hätte, andere könnten sich doch auch beim Autofahren unterhalten. Da schmiss er ihr die Schlüssel vor die Füße und brüllte sie an, sie solle doch aufhören ständig zu meckern und alles besser zu wissen. Dann ging er ohne ein Wort zu sagen und ließ sie stehen.
Gestern hatte er ein Handfegerblech in der Hand, irgendwas hatte meine Mutter wieder gesagt und er erhob es gegen sie und sagte, dass er ihr das am liebsten an den Kopf knallen würde.
Ja wie soll sie denn bitte da reagieren?
Ich weiß einfach nicht mehr was ich ihr noch raten soll.
Trennung? Die Beiden sind seit ca. 15 Jahren zusammen.
Abstand?
Situation einfach schlucken?

Ich hoffe von Euch evtl. ein paar Antworten und Ratschläge zu bekommen.
LG von Zauberratte

Inaktiver User
13.02.2007, 20:34
Hast Du sie mal gefragt, ob sie ihn noch liebt? Oder nur aus Gewohnheit mit ihm zusammen ist?

Vielleicht würde es Deiner Mutter erstmal helfen, wenn sie ohne ihren Partner wegfahren würde (2 Wochen)? Da kann sie sich erholen und überlegen, ob sie möchte, daß ihr Leben so weitergeht. Und in dieser Zeit merkt er vielleicht (hoffentlich), was er an ihr hat.

Inaktiver User
13.02.2007, 21:54
Ja, das habe ich sie schon gefragt. Sicher ist da eine Verbundenheit, sie fühlt sich auch irgendwie für ihn verantwortlich. Aber Liebe? Das wage ich doch zu bezweifeln. Sie sagt auch selber, dass das Gefühl nicht mehr so wie früher ist.
Alleine wegfahren wird sie schon aus 2 Gründen nicht:
- alleine traut sie sich nicht, wohin denn, was soll ich da alleine?
- sie mag IHN nicht alleine lassen, er könnte sich ja nicht selbst
versorgen... so´n quatsch.

Er hat zwei erwachsene Söhne, einer Single, einer Witwer. Die leben beide mit der kleinen Enkelin in seinem Haus. Da kann er doch die Zeit über mal hin, denke ich. Sie sollte bestimmt mal raus, aber sie denkt, dass er ohne ihre Hilfe verloren wäre.
Irgendwie kann ich sie da auch verstehen, denn er hat schon so Dinger gebracht, als sie mal für 2 Stunden weg war, auf nen Baum im Garten zu klettern um Tannenzapfen zu holen.
Hey, das geht gar nich!!!! So toppfit ist er nu auch wieder nicht.

Trotzdem: Ich sagte ihr, sie dürfe sich das alles nicht gefallen lassen. Manchmal sagt sie auch, sie würde am liebsten ausziehen. Aber wo solle sie hin? Die beiden haben sich zusammen ein Haus gekauft und sie fühlt sich dort absolut nicht wohl.

Ich denke öfter: mit 20 trennt man sich noch leicht, mit 40 wird es schon schwieriger, aber mit 60? Wobei Angst vor dem Alleinsein hat sie nicht. Sie sagt öfter, dann würde es ihr besser gehen. Wenn es so bleibt wie es ist, würde sie nicht alt werden.
Da mach ich mir dann schon so meine Gedanken...

Inaktiver User
13.02.2007, 22:36
Hallo !

Zeta hat da schon recht,es wäre doch ein guter Ansatz sich über manches klar zu werden.

Deine Mutter könnte sicher einen Neuanfang wagen.

Nur,mußt du auch begreifen,dass deine Mutter für ihr Leben selbst verantwortlich ist. Nur sie kann etwas verändern.

Haus ,Finanzen,neue Wohnung alles läßt sich regeln.

Ich kann dich gut verstehen das du dir Sorgen machst,das hilft ihr aber nicht.
Frage deine Mutter warum sie sich so schlecht behandeln läßt.

Wie lange will sie das aushalten und für was? Sie allein muß auf ihr Seelenheil achten. Du kannst das nicht übernehmen,ihr beistehen,

wenn sie eine Entscheidung getroffen hat.

Ich wünsche dir Kraft,liebe Grüße Melia:blumengabe:

Reffre
13.02.2007, 22:43
War der Mann schon immer so cholerisch oder sind das nun Persönlichkeitsveränderungen, die durch die Unterversorgung des Gehirns auftraten?
Aggressivität kann durch bestimmte Krankheiten z.Bsp. Alzheimer auftreten. Der Mann müsste dann Tabletten nehmen.

Der Zustand ist für deine Mutter meiner Meinung nach nicht tragbar und ich sehe nur die Möglichkeit, dass der Mann medikamentös behandelt wird um ruhiger zu werden. Offenbar hat er sich selbst nicht mehr unter Kontrolle und kann diese Ausbrüche auch nicht steuern. Deine Mutter sollte den Hausarzt zu Rate ziehen. Dieser könnte dann mit dem Mann eine geeignete Therapie besprechen.

cornwallfreund
14.02.2007, 10:31
hallo zauberratte!
schwierige situation. ich kann dich voll und ganz verstehen. du möchtest deiner mutter natürlich helfen. nur, und da gebe ich melia recht, du kannst nicht die probleme deiner mutter lösen. du kannst eine erwachsene frau nicht an die hand nehmen und ihr zeigen was sie ändern soll. jetzt mal sinnbildlich gesprochen. deine mutter ist unglücklich. ihr lebensgefährte auch. wie die beiden sich arrangieren, diese situation lösen oder eben auch nicht ist ganz ihnen überlassen.
jeder kann nur einen menschen ändern - und das ist man selber.
ich spreche da aus eigener erfahrung. nach dem tod meines vaters vor einem jahr dachte ich auch, ich "muß" das leben meiner mutter leben.
meine mutter ist keine "einfache" persönlichkeit. es hatt mich sehr viel kraft gekostet. aber irgentwann habe ich es kapiert: es ist ihr leben! sie ist dafür verantwortlich - nicht ich! natürlich bin ich nach wie vor da für sie. helfe ihr wo ich kann. aber entscheidungen die ihr leben betreffen muß sie selber fällen. ich kann sie nur beraten und sie dann unterstützen, wenn sie eine entscheidung getroffen hat.
liebe zauberratte, lasste dir nicht die schwere bürde auf für das glück deiner mutter verantwortlich zu sein!
ich wünsche dir viel kraft und mut!
liebe grüße von
cornwallfreund

Inaktiver User
14.02.2007, 10:32
War der Mann schon immer so cholerisch oder sind das nun Persönlichkeitsveränderungen, die durch die Unterversorgung des Gehirns auftraten?
Aggressivität kann durch bestimmte Krankheiten z.Bsp. Alzheimer auftreten. Der Mann müsste dann Tabletten nehmen.

Nein, vor seinem Infarkt war er ein total anderer Mensch. Liebevoll und unternehmungslustig und wußte auch immer was in gewissen Situationen zu tun war.
Mit einer gewissen Hilflosigkeit könnte sie wohl auch leben, denn er hat ja nun mal eine schwere Krankheit mehr oder weniger hinter sich.
Aber die Aggressionen! Er ist auch mit ihr zusammen bei einem Therapeuten, er nimmt auch eine Unmenge an Tabletten, welche ihm sein Internist verschrieben hat.
Er war auch eine Zeitlang bei einem Spezialisten, der ihm aufgrund seiner Ausbrüche Tabletten verschrieben hatte.
Doch all das nützte nichts.
Meine Mutter schiebt auch alles auf sein doch nicht mehr so funktionierendes Gehirn.
Aber nach reiflichen Überlegen, ist das für mich keine Entschuldigung mehr.
Er verhält sich ja nur ihr gegenüber so aggressiv. Mit mir mault er zwar auch manchmal, aber angeschrien??? Noch nie.
Auch mit Freunden geht er völlig normal um. Nur mit meiner Ma nicht. Und gerade das gibt mir zu denken.
Er macht nur sie fertig. Bei anderen Menschen, ist er der nette Gesprächspartner, wenn er denn mal aus sich rausgeht.
Ich bin der Meinung, dass er einzig und allein ein Prob mit meiner Mutter hat.

Deine Mutter könnte sicher einen Neuanfang wagen.

Nur,mußt du auch begreifen,dass deine Mutter für ihr Leben selbst verantwortlich ist. Nur sie kann etwas verändern.

Haus ,Finanzen,neue Wohnung alles läßt sich regeln.

Ich versteh das schon, sicher ist sie selbst verantwortlich. Ich greife auch nicht massiv ein, gebe ihr nur Ratschläge. Ob sie die letztendlich umsetzt ist natürlich ihre Sache.


Frage deine Mutter warum sie sich so schlecht behandeln läßt.

Diese Frage habe ich ihr schon oft gestellt. Leider ein Achselzucken als Antwort bekommen. Nach jedem Streit lenkt auch immer nur sie ein, eine Entschuldigung mal von ihm??? Sehr sehr selten.

Ich danke euch für eure Antworten und werde nochmal in Ruhe mit ihr reden. SIE soll nachdenken was ihr das alles noch bringt. Und dann einfach mal entscheiden und nicht all das so hinnehmen. Egal wie sie sich entscheidet, ich werde das akzeptieren.
LG Zauberratte

Margali62
14.02.2007, 10:39
Du gibst ihr Ratschläge, sie hält sich nicht dran. Sie weint und Du hörst Dir alles an. Jeden Tag aufs neue. - ! Du verstehst, was ich sagen will?

Wenn sie was ändern möchte muß SIE das tun. Sie benutzt Dich als Mülleimer.

LG

Margali

Regenwurm
14.02.2007, 14:42
„Sie sollte bestimmt mal raus, aber sie denkt, dass er ohne ihre Hilfe verloren wäre.“

„Bitte sag ihm nicht immer, er könnte dies und das nicht. Oder nicht mehr. Das erniedrigt ihn als Mann“

Damit muss sie als erstes aufhören; sie hat ihn ja praktisch entmannt. Aber selbst, wenn es anders herum wäre: Sie sollte sich mal vorstellen, wie es ist, wenn man permanent aufs Brot geschmiert bekommt, wie hilflos/schwach (= nutzlos) man nun ist.

Das zweite ist seine Langeweile. Er kann offensichtlich noch auf einen Baum klettern (...), warum sollten die beiden also nicht wieder kleine Urlaubsfahrten oder Ausflüge unternehmen? Oder eine Party geben oder auf eine gehen? Und wenn er eimerweise Wasser in den Garten schleppt, kann er doch z.B. auch für Nachbarn/Bekannte Hunde ausführen oder sich ein Hobby suchen.

Natürlich sollte ihn man dazu animieren (vielleicht nicht mal deine Mutter, sondern andere Verwandte oder Freunde), und ihm nicht bei nächster Gelegeheit das Butterbrot in Häppchen schneiden - hypothetisch gesprochen :-)

Inaktiver User
14.02.2007, 15:46
Hallo !

Es mag schon sein das der Mann unter seinen Einschränkungen leidet, möglich auch eine Persönlichkeitsveränderung.

Viele Dinge erledigt er aber mit klarem Kopf.

Sein Verhalten deiner Mutter gegenüber,macht mich stutzig. Alles zusammengefaßt, Hand erheben,anschreien,meckern usw.

Wo ist die Wertschätzung deiner Mutter gegenüber?
Wo ist das liebevolle miteinander geblieben?

Frage deine Mutter mal,ob sie das noch 20 Jahre mitmachen möchte.
Wo ist das Rückrat deiner Mutter. Sie sollte sich einmal vor ihn hinstellen und ihm sehr energisch sagen,dass sie sich so nicht behandeln läßt.

Alles hat eine Konseqenz,wenn deine Mutter Achselzuckend durch das Leben gehen will,ist das ihre sache.

Nur Jammern,Klagen und nichts ändern,dass geht garnicht.

Sie belastet dich doch auch,in dem Moment. Du mußt dich auch etwas abgrenzen,ihr deinen Beistand zusagen,wenn sie eine Entscheidung getroffen hat.

Liebe Zauberratte,ich hoffe du bekommst das FÜR DICH in den Griff !
Liebe Grüße Melia :blumengabe:

Inaktiver User
15.02.2007, 09:17
[QUOTE=Regenwurm
Damit muss sie als erstes aufhören; sie hat ihn ja praktisch entmannt. Aber selbst, wenn es anders herum wäre: Sie sollte sich mal vorstellen, wie es ist, wenn man permanent aufs Brot geschmiert bekommt, wie hilflos/schwach (= nutzlos) man nun ist.
[/QUOTE]

Genau das ist es was ich genauso sehe. Ich habe ihr oft genug gesagt, dass sie ihn ruhig mal alleine lassen kann. Er kann sich auch selber mal Abendbrot machen, er wird schon nicht verhungern. Wenn er mal nicht in Sichtweite ist, dann kommt: Wo bist du? Was machst du gerade?
Hey Ma, lass ihn! Kontrolliere nicht ständig.
Sie sieht es dann zwar ein, verfällt aber leider immer wieder in dieses Schema.

Inaktiver User
15.02.2007, 09:26
Das zweite ist seine Langeweile. Er kann offensichtlich noch auf einen Baum klettern (...), warum sollten die beiden also nicht wieder kleine Urlaubsfahrten oder Ausflüge unternehmen? Oder eine Party geben oder auf eine gehen? Und wenn er eimerweise Wasser in den Garten schleppt, kann er doch z.B. auch für Nachbarn/Bekannte Hunde ausführen oder sich ein Hobby suchen.

Unternehmungen machen die beiden schon noch. Gelegentlich fahren sie mal mit Gruppen für einen Tag weg. So die typischen Rentnerbusfahrten. :freches grinsen:
Sie treffen sich 2x die Woche mit Freunden zum Karten spielen und sind auch öfter mit meinem kleinen Sohn zusammen.
Um die Ohren haben sie eigentlich genug. Nur WENN sie dann mal beide nur aufeinander hocken, dann geht das Gezicke los.
Die Idee mit dem Hund find ich klasse, bis vor ca. 5 Jahren hatten sie auch selber einen. Ich würde es auch gut finden, wenn sie sich wieder einen zulegen würden. Sie waren beide viel ausgeglichener als der Hund noch lebte. Aber jetzt wollen sie nicht mehr, man ist mit Hund ja so gebunden, wenn es denn mal um Urlaub oder Tagesfahrten geht. Stimmt auch wieder.
Mit dem Hobby ist es schon schwieriger, er interessiert sich nicht wirklich für was. Er kann sich noch nicht mal ne 1/2 Stunde hinsetzen und ein Buch lesen wenn ihm langweilig ist. Steht dann einfach nur in der Wohnung rum, glotzt Löcher in die Luft und wird dann irgendwann gnatzig.
Meine Ma hätte genug um die Ohren und sei es nur, dass sie was mit meinem Sohn unternehmen möchte.
Und nu? Sorry, dass ich die Details erst jetzt schreibe. Ihr habt so viele tolle Vorschläge.
LG Zauberratte

Inaktiver User
16.02.2007, 11:10
Wie sieht es mit einer Therapie für ihn aus?
Vielleicht leidet er entsetzlich unter der Situation, vom selbstständigen Menschen zum armen Kranken, der sich stets helfen lassen muss. Sein Selbstwertgefühl liegt am Boden, er wird ständnig "gepampert"; dabei war er noch vor kurzem ein selbstständiger, lebensfroher Mensch...Eine Gesprächstherapie (evtl für Beide) könnte helfen, mit der neuen Situation besser zurecht zu kommen.
Sie muss lernen, ihn mal machen zu lassen, er muss lernen, sie wieder mit Respekt und Liebe zu behandeln.
Weiß der Arzt, wie es um ihn bestellt ist?

Wichtig ist, sie zu stärken, sie hat wahrlich genug um die Ohren.

Du darfst Dich selbst dabei nicht aus den Augen verlieren.
Du kannst unterstützen und raten, entscheiden muss Deine Mutter letztlich selbst.
Ruby

Ricarda44
18.02.2007, 17:14
65 und 66 sind ja nun noch kein Alter.
Wenn ER unbedingt auf 'nen Baum klettern muss, soll er doch klettern. Wenn ihn die Feuerwehr dort wieder runter holen müsste, würde er sich das für's nächste Mal überlegen.

Dass ER so seine eigene Unzufriedenheit an Deiner Mutter auslässt, liegt ja wohl auch zum Teil daran, dass sie es mit sich machen lässt. Warum brüllt sie nicht einfach zurück?!

Ich denke, einer von beiden muss auf Kur, und zwar lange.
Dann wissen sie hinterher, ob sie noch zusammen weiter leben wollen/können. Und dann wird sich auch heraus stellen, ob er einen anderen Dummen findet, wo er seinen Frust ablassen kann.

Bestell Deiner Mutti mal 'nen schönen Gruß und sag Ihr, dass jede Frau, die Kinder bekommen hat, schon mal mehr zu leisten im Stande ist als jeder Mann. Sie soll sich mal selbst ein wenig mehr wertschätzen. Sie hat ja auch in seinen schlechten Zeiten zu ihm gehalten als er fast tot war. Und jetzt, wo es überstanden ist, er ihre Hilfe nicht mehr so nötig hat, da keift er mit ihr rum?
Er ist in meinen Augen ein undankbarer, zänkischer, egoistischer Mensch. Sie soll es sich einfach mal überlegen, ob sie nicht glücklicher wäre, wenn sie ihn nicht ständig neben sich hätte.

Wenn sie mit diesem Zustand nicht zufrieden ist, muss sie was ändern. Sie soll ihm mal klar seine Grenze zeigen. Wo gibt es denn sowas, dass einer den anderen fertig macht?! Mit welchem Recht?

Inaktiver User
18.02.2007, 20:15
Wie sieht es mit einer Therapie für ihn aus?
Eine Gesprächstherapie (evtl für Beide) könnte helfen, mit der neuen Situation besser zurecht zu kommen.
Sie muss lernen, ihn mal machen zu lassen, er muss lernen, sie wieder mit Respekt und Liebe zu behandeln.
Weiß der Arzt, wie es um ihn bestellt ist?


Hallo Ruby, hatte ich bereits schon geschrieben. Beide machen eine Therapie, aber ich bezweifel dass die was bringt. Sieht meine Ma übrigens genauso. Am Therapeuten kann es nicht liegen, ich war auch bei dem und mir hat er sehr geholfen. Denke, irgendwie machen beide dicht und verarbeiten das nicht alles.

Auf jeden Fall geb ich dir Recht, wenn du sagst, sie muss ihn mehr selbstständig was machen lassen.
Der Arzt weiß auf jeden Fall bescheid, aber irgendwie auch keinen Rat mehr.

Inaktiver User
18.02.2007, 20:22
Dass ER so seine eigene Unzufriedenheit an Deiner Mutter auslässt, liegt ja wohl auch zum Teil daran, dass sie es mit sich machen lässt. Warum brüllt sie nicht einfach zurück?!


Diese Reaktion könnte ich auch verstehen, aber damit ist es ja nicht getan. Gegenseitig anschreien bringt in meinen Augen auch nix.


Ich denke, einer von beiden muss auf Kur, und zwar lange.
Dann wissen sie hinterher, ob sie noch zusammen weiter leben wollen/können. Und dann wird sich auch heraus stellen, ob er einen anderen Dummen findet, wo er seinen Frust ablassen kann.


Wäre ne gute Idee, werd ich mal vorschlagen.


Sie hat ja auch in seinen schlechten Zeiten zu ihm gehalten als er fast tot war. Und jetzt, wo es überstanden ist, er ihre Hilfe nicht mehr so nötig hat, da keift er mit ihr rum?
Er ist in meinen Augen ein undankbarer, zänkischer, egoistischer Mensch. Sie soll es sich einfach mal überlegen, ob sie nicht glücklicher wäre, wenn sie ihn nicht ständig neben sich hätte.

Wenn sie mit diesem Zustand nicht zufrieden ist, muss sie was ändern. Sie soll ihm mal klar seine Grenze zeigen. Wo gibt es denn sowas, dass einer den anderen fertig macht?! Mit welchem Recht?.

Ich finde auch, dass das unteres Niveau ist. Und ich tu es einfach nicht mehr damit ab, dass er ja sooo krank ist. Manchmal denke ich, ich sollte ihm mal alleine schildern wie Mutti sich fühlt, aber auch für ihn Verständnis zeigen. Doch wenn ich mal das Thema aufbringe, ganz selten, dann wirkt er immer sehr desinteressiert. Für den Moment ändert sich was, aber nicht für lange.

Ricarda44
18.02.2007, 21:09
@Zauberratte:
Er hat sich dieses Frustablassen an Deiner Mum angewöhnt. Ich denke, sie oder jemand anderes müssten ihm mal "den Marsch blasen", so dass er erst geschockt ist, aber dann überlegt. Du sagst, zurückbrüllen bringt nichts? Vielleicht ist es gerade das, womit er NIIIIeeeee rechnen würde.
Man kann ihm ja auch mal die Leiter weg nehmen, wenn er wieder mal wie ein altes Eichhörnchen im Baum sitzt. Vielleicht lässt er dann mal mit sich reden und hört geduldig zu, wenn andere ihm ihre Nöte schildern.

Jaaaa, ich weiß, das war 'ne fiese Idee.....
Aber solche Menschen bekommt man aus ihrem Ego-Trip nur mit radikalen Mitteln wieder raus.

Wahrscheinlich hätte ich auch 'nen Laster voll Tannenzapfen anfahren lassen und sie ihm in den Garten gekippt und dann gesagt "Nun mach mal, wenn das das Einzige ist, was Dich glücklich macht."

Ja, schimpf jetzt ruhig, aber ich habe für so ein Verhalten, wo einer den anderen triezt und sich dabei auch noch toll vorkommt, so gaaaaar kein Verständnis.