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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Herzstechen



Lavendula
13.02.2007, 16:02
Hallo,

Ich hab zur Zeit ein Problem mit dirsen "Herzbeschwerden" und ich weiß nicht, ob diese nicht eher psycisch sind bzw was ich dann dagegen machen könnte. Zu mir, ich bin 26, nichtraucher, gesundernährer, normalgewichtig und soweit gesund, munter.

Angefangen hat es eigentlich kurz nach dem Abi, de erste bewusst abgeschlossene LEbensabschnitt. Obendrein wollte ich Medizin studieren und hab ein Praktikum im Kh gemacht. In dieser Zeit hatte ich das erste Mal Angst, lauter kranke und sterbende MEnschen um mich herum, die Sezierkurse, endgültig aus der Kind Rolle herausgetreten zu sein- ich weiß es nicht. Mich hat vorallem der Gedanke gequält, dass meinen Eltern was passieren könnte.

Ich hab dann nicht Medizin studiert und die Ängste sind weitgehend verschwunden. Manchmal hätte ich gerne die ZEit verlangsamt, denn der Gedanke, dass ich irgendwann angehörige verlieren werde, der ist geblieben. Aber das hat wohl jeder.
Ich hoffe und bete, dass wir alle hundert Jahre alt werden.

Vor über zwei Jahren hab ich dann so einen Satz gesagt, wie wenn das und das nicht passiert, sterbe ich, wie man es halt so sagt ohne nachzudenken. Nachts bin ich dann schweißgebadet und mit Herzklopfen aufgewacht, das und das war nicht passiert und ich dachte, was ist, wenn du wirklich stirbst, wenns einfach jetzt aufhört? Das war eine richtige Panikattacke und ich brauchte ein paar Minuten um mich zu fangen.

Schließlich hab ichs aber unter Albträume abgehackt. Ich wurde auch kurz drauf schwanger und hab mich nicht mehr damit beschäftigt. Etwa drei vier Monate nach der Geburt meiner Tochter fing es dann aber an, ich hab Angst. Meistens hab ich eine Art Stechen, mittig vom Brustbein, etwas links davon. MEiner Meinung nach ist das eher über dem Herzen, aber ich bin ja kein Arzt. Oft habe ich auch das Gefühl, als ob ein einzelner Schlag zu "heftig" ist. Also quasi wie bei Herzklopfen bloß nur einmal. Oft bekomme ich dann auch Angst, aber keine Panik mehr. Ich denke schon immer öfter drüber nach, dass ich eines Tages sterben werde und das macht mir mehr oder weniger Angst. Auch die Angst, es könne jemandem aus meiner Famile ertwas passieren oder jemand könne krank werden hat zugenommen. Früher war es mehr so, dass wir eben alt werden und sterben,als Prozess, in Zukunft. Jetzt werd ich nervös, wenn jemand mal nicht ans Telefon geht bzw nicht zurückruft. Geschichten von Leuten, die tot umfallen, krebs, aneurysmen, thrombose was weiß ich machen mich wahnsinnig.

Ich denke also eigentlich es ist eher psychisch. Beim arzt war ich am vor einem guten Jahr mal, Blutabnehmen und ein EKG machen, aber es ist nichts rausgekommen. Es wurde dann zwar auch ein Langzeit EKG gemacht, ich kenne das schon, niedriger Blutdruck (wenn man das auf dem EKG sehen kann, jedenfalls wurde das bislang nach jedem EKG noch angehängt) aber prinzipiell war das EKG ok. Bzw die Arzthelferin oder EKG Schreiberin meinte es wäre ok gewesen. Das Langzeitekg war nicht auswertbar, wir haben es dann nicht wiederholt.

Kennt jemand solche Symptome? Ich weiß nicht ganz, was ich hören will, ich weiß auch nicht ob ich nochmal zum Arzt egehen soll und ganz auspacken (das mit der Angst hatte ich beim letzten Mal weggelassen um nicht direkt als Hypochonder abgestempelt zu werden). Wie gesagt irgendwie denke ich ja, es ist nichts. Aber vielleicht ignoriere ich ja auch?
Vieleict fällt jemandem was ein,

LG lavendula

bradshaw
15.02.2007, 11:15
Liebe Lavendula!

Meine Freundin hatte auch die Symptome mit "Herzstechen", den eigenen Herzschlage hören, Herzrasen, wenn sie sich hingelegt hat. 1 Jahr lang gab es keine medizine Erklärung dafür. Sie hat sich alles "mögliche" eingebildet und hatte panische Angst, dass sie schwer krank ist. Vor drei Wochen war sie bei einem Facharzt für Orthopädie, der erkannt hat, dass sie sich einen Wirbel der Halswirbelsäule ausgerenkt hat. Er hat ihn innerhalb von 30 Sekunden eingerenkt. Der Wirbel hat auf einen Herzmuskel gedrückt und seither sind alles Symptome - und die damit verbundenen Angstzustände weg.

LG

Bradshaw

sirenerl
15.02.2007, 11:32
Hallo Lavendula,
ich denke, was du da beschreibst ist eine "kleine Neurose". Du hast dich mit dem Thema sterben auseinandergesetzt und es hat dir Angst gemacht. Da das Herz aber das wichtigste "Lebensorgan"
ist, wird dir Angst ums Herz.

Vor einigen Jahren hatte ich auch monatelang solche Probleme, bin zu vielen Ärzten gegangen, habe immer in mich bzw. auf mein Herz gehorcht, ob auch noch alles in Ordnung ist. Was mir sehr geholfen hat, sind verständnisvolle Gespräche, die mir die Angst genommen haben, das es etwas "ernstes" ist und Atemübungen, die ich gelernt habe. Also immer wenn eine Paniksituation kommt, immer schön tief durch die Nase in den Bauch, wirklich so tief wie du runter kommst, einatmen und langsam durch den Mund wieder ausatmen. So 5 bis 10 mal, dann geht es dir wieder besser.

Ricarda44
16.02.2007, 15:41
@Lavendula
Schau doch bitte mal unter die Rubrik "Tipps für ein glücklicheres Leben" und dann führ Dir mal meinen Beitrag Unnötiger Ballast zu Gemüte. Vielleicht hilfts?!

April
18.02.2007, 18:58
liebe lavendula,
ich rate Dir, Dich mit Deinen Engeln in Verbindung zu setzen, es gibt ein wunderschönes Kartenset von Diana Cooper (kriegst Du in jedem gut sortierten Buchladen). Ich bin eine moderne Frau, aber Engel begleiten mich und ich weiß, daß sie helfen.
viel Glück

April
18.02.2007, 19:01
..und bitte sprich mit Deiner Angst und diesem "Stechen", es will Dir was sagen.
Um Deine Lieben brauchst Du Dich nicht zu ängstigen, sie haben ihren eigenen Schutz, und zuviel unbegründete Angst könnte auch eher was herbeiziehen...

BlauerHimmel
18.02.2007, 22:33
Hallo Lavendula!

Ich empfehle dir, dich nicht mit Engeln aus Kartensets zu unterhalten, sondern mit einem Psychologen. Du leidest an einer bereits länger andauernden Angststörung, die du behandeln lassen solltest. Eine Therapie kann dir helfen!

Viele Grüße vom
blauen Himmel

Lavenda
19.02.2007, 03:47
Wenn ich dich richtig verstanden habe, hast du die "Herzbeschwerden" seit dem Abi, und bist jetzt 26? Dann hast du sie also schon seit ca. ACHT Jahren. Und laeufst immer noch gesund und munter herum! Wenn es etwas Schlimmes waere, wuesstest du es inzwischen, garantiert. Zipperlein, die sehr lange (Jahre) anhalten, ohne wirklich schlimmer zu werden, sind entweder harmlos oder eingebildet/psychosomatisch. Wenn du dir das mal klar machst, bringt es vielleicht Erleichterung.

Deine Gedanken und Aengste (Tod, liebe Menschen verlieren, endgueltig die Kurve ins Erwachsenenleben bekommen muessen) kann ich uebrigens aus eigener Erfahrung sehr gut nachvollziehen. Ging bei mir auch so gegen Ende der Teenie-Zeit los, manifestierte sich, wie bei dir, hauptsaechlich in Angst vor Krankheiten und Sterben. Bei sensiblen Menschen kann sowas lebenslang anhalten, mal mehr, mal weniger intensiv. Ich glaube, das ist normal.

Du bist weder koerperlich noch psychisch krank. Mach dich nicht verrueckt. :blumengabe:

Lavendula
19.02.2007, 14:28
HAllo
danke für eure vielen Antworten.

Ich war inzwischen erstmal beim Arzt um alles auszuschließen und um dann zu sehen, was man machen kann, Therapie eventuell (ich zweifel nur ein wenig daran, denn die Tatsache, dass wir sterben müssen, kann ja auch ein Therapeut nicht ändern)

Ich bin ein wenig aus dem Konzept geraten, weil die Ärztin auf dem EKG etwas gesehen hat, was nicht ganz in Ordnung war. Wir werden das bei nächsten Termin klären. Trotzdem bin ich seither ruhiger, hatte keine Angst und kein Herzstechen mehr.


Ich werd mich weiter drum kümmern.

Liebe Grüße
Lavendula

Strong
28.02.2007, 11:28
Mach dir selber nicht so viel Panik, auch wenn es tatsächlich einen wirklichen Befund gibt, verfalle auch nicht in Schonhaltung oder ähnliches.
Das mit dem niedrigen Blutdruck und dem Herzstechen kenne ich auch, bei mir gab es auch als Kind immer ein Herzggeräusch, das keiner einordnen konnte, ne ordentliche Diagnose gabs nicht, man sprach von Wachstumsschub etc.. Vor kurzem wollte ich dann eine Tauglichkeitsuntersuchung für eine Sportart machen, die ich zu lernen beabsichtigte. Dabei hiess es plötzlich: ne, das Belastungs-EKG gefällt nicht, ab zum Kardiologen, da gabs dann Ultraschall und Langzeit-EKG. Ende vom Lied: eine leicht undichte Klappe (Herzpass) und die dringliche Ermahnung ordentlich zu leben und regelmässig mal nach schauen, ob sich was getan hat. Gesund zu leben,das mache ich schon immer, gesund essen, regelmässig Sport, nicht zu hohe Belastung, aber das regelmässig, ausserdem auch Entspannung. Irgendein "Defekt" hat fast jeder Mensch, man kann mit sehr vielen Dingen sehr alt werden, wenn man gesund lebt. (Und bei dir muss es nicht der gleiche Befund sein!)
Bei dir klingt es aber trotzdem etwas nach Angststörung, das solltest du vielleicht zusätzlich im Auge behalten.
Es lohnt sich nicht, sich das eigenen Leben zu torpedieren, sorge für dich, mache Yoga oder was ähnliches!
gruss
strong

loewenpranke84
09.03.2007, 16:42
Hatte ich auch mal. Nennt sich Psychosomatische Beschwerden.
Du solltest unbedingt etwas dagegen tun. ES muss dir vor keinem Arzt peinlich sein, dass du dieses Problem hast. Meine Kardiologin hat mich sogar gezielt befragt, ob ich schwerwiegende Probleme hätte. Alles war ok, Langzeit-, Belastungs-, und normales EKG. Zu meinen Blutwerten sagte man nur :,,Sie sind gesund wie ein junger Engel". Und das bist du auch. Kopf hoch ! :blumengabe: