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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie wird man ruhiger und gelassener?



Readerin
12.02.2007, 14:34
Hallo ihr lieben,

ich bin ein sehr impulsiver und manchmal auch launischer Mensch und vor allem an schlechten Tagen gehe ich wegen jeder Kleinigkeit, die mir nicht passt, an die Decke und nehme alles zu schwer.
Egal um was es dabei geht, Straßenverkehr, Freund, Familie, das "falsche" Essen, Nachrichten, etc.

Ich merke mittlerweile, dass mir das nicht gut tut und ständig für Ärger sorgt. Nicht nur bei mir, sondern dann auch bei anderen.

Wie habt ihr es geschafft Dinge gelassener zu sehen und ruhiger zu werden? Kann man das lernen? Ist das Sache der Einstellung?

Inaktiver User
12.02.2007, 14:41
Hi Readerin,

ja, ich glaube schon, dass es eine Sache der Einstellung ist. Und die Einsicht, sowie der Wille zur Veränderung, sind der erste Schritt dahin, zur Gelassenheit. :smile:
Mein Linktipp:
http://www.zeitzuleben.de/artikel/persoenlichkeit/gelassenheit.html

:blumengabe:

Pril
12.02.2007, 18:10
Hallo,

mir haben Phantasiereisen, Meditation und ein bißchen auch Muskelentspannung nach Jakobson geholfen. Dabei wurden Sorgen und Stress weniger wichtig vorübergehend; man konzentriert sich auf das "Hier und Jetzt". Doof ist nur, dass man die beiden letzteren eigentlich täglich üben sollte. Hab ich nicht geschafft. Aber besser gelegentlich machen als gar nicht und sich kein schlechtes Gewissen machen, wenn man mal wieder nicht dazu gekommen ist. Locker bleiben, länger leben.

Viel Erfolg!

Nori
12.02.2007, 18:21
ohje die frage könnte von mir sein... ich kann mich an manchen tagen selbt nicht ausstehen wie sollten es da andere können. bei dem wort entspannung stehen mir die haare zu berge. aber ich weiß mittlerweile auch das ich was tun muss, denn ich habe mir mit deratigen ausbrüchen/launen schon oft so viel verbockt. ich versuchen jetzt immer erst bis 10 zu zählen bevor ich mich zu aussagen hinreißen lasse (klappt manchmal gut, mal weniger gut) und versuche außerdem rüdiger dahlte entspannungs cd´s zu hören. zb. wohin mit der wut usw. usf. also so langsam wirds besser, liegt aber auch daran das ich älter geworden bin und damit ein weniger gelassener.:blumengabe:

Inaktiver User
12.02.2007, 18:23
Hallo Readerin,
du sprichst mir aus der Seele. Ich bin zwar nicht extrem launisch, kann aber meine Stimmungen nicht verbergen, und jeder weiss meist immer sofort wie "ich drauf bin". Das wurde mir auch schon vorgeworfen. So nach dem Motto.. Meine Güte wenn Du schlechte Laune hast, sieht man das sofort an Deinem Gesicht. Aber ich bin der Meinung, ich muss mich nicht verstellen. Wenns mir nicht gut geht, setze ich kein künstliches Grinsen auf.
Denke mir, wem das nicht passt der hat Pech gehabt. Finde es wichtig nicht unhöflich oder unfair zu anderen zu sein. Vor allem zu Leuten die nichts damit zu tun haben. Ansonsten kann ich nur empfehlen, bevor man in die Luft geht, bis 1o zu zählen oder den Raum zu verlassen. Dort dann erstmal Luft ablassen und es geht entspannter weiter. Gut ist auch Sport zum Wut loswerden. Des weiteren ist es natürlich auch gut zu gucken, wo kommt die schlechte Laune her. Kann man was dran ändern. Und vor allem fünfe grade sein lassen und versuchen alles nicht so eng zu sehn.. Ist manchmal nicht so einfach, klappt aber mit ein bisschen Übung ganz gut.. Viel Erfolg dabei..
LG Tinti

Alles wird gut :zwinker:

Inaktiver User
12.02.2007, 18:25
Hallo,

zum Thema Gelassenheit lernen kann ich dir ein wunderbares Buch von Peter Lauster empfehlen "Wege zur Gelassenheit", das mir in allen Lebenslagen ein guter Begleiter ist.

"Leide" wie du an einer zu impulsiven, leidenschaftlichen Persönlichkeit.....

redellement
12.02.2007, 19:23
Hallo Readerin,

und erstmal danke für die Tips an alle :-)

Ich habe das gleiche Problem und bei meinem derzeitigen, sehr stressigen Job kommt es des öfteren Mal zu Explosionen bei mir - vieles geht auch "nach innen" und ich schleppe es schwer mit mir herum und komme selbst abends zu Hause nicht mehr richtig runter und kann nur schlecht schlafen, weil das Blut die ganze Nacht noch mit 250 durch die Adern rauscht.

Mir geht zu viel durch den Kopf, ich versuche vieles zu perfekt zu machen und das Ganze tut mir nicht gut.

Erschwerend hierbei: Eine Kollegin im Büro mit gleicher Aufgabe, die aus Resignation nur noch auf halbem Topf läuft, was es mir auch nicht einfacher macht, mein Kopfchaos (bedingt durch das Chaos um mich herum) halbwegs gut in den Griff zu kriegen. Ich schwanke beinahe täglich zwischen "ich müsst mich mal zurücklehnen, wozu lebe ich denn eigentlich?" und "ich muss jetzt hier ranklotzen, sonst wird das nix mehr und ich hänge nächste Woche nach an den Auswirkungen"....

Was ich festgestellt habe: wenn wir böse Mine zeigen und explodieren, so ist das UNSER Signal an andere "Du, hier ist die Grenze erreicht, respektiere sie!" Gut, dass wir das können! Mancher frisst alles, was ihm gesagt und aufgebürdet wird und kann NICHT nein sagen....

Ich versuche nun folgendes (Testphase! Ob es klappt, wird sich zeigen)....tagsüber ranklotzen und versuchen, nicht zu explodieren - das versuche ich damit zu erreichen, dass ich an schöne Sachen denke, die NIX mit Arbeit zu tun haben. Käffchen mit Freundin am Abend, Urlaub im Sommer.... und vor allem: den Partner mit dem ganzen Schei.. in Ruhe lassen. (Klar, wenn was brennt, dann mit ihm reden, aber ich meine so Alltagsschwafel von der Arbeit).

Und vor allem: wenn Feierabend, dann richtig. Tür zu und Schluss, machts gut bis morgen.

Liebe ähnlich leidgeplagte Grüße von
Elle

Inaktiver User
12.02.2007, 22:03
Über belanglose Dinge rege ich mich nicht auf.

redellement
13.02.2007, 06:50
Über belanglose Dinge rege ich mich nicht auf.

Das ist schön. :Sonne:

Strong
13.02.2007, 09:46
Der Link war wirklich sehr gut, mir helfen auch Yoga oder Joggen, dabei kann ich gut Dinge durchdenken und manches fällt einem leichter, aber ich bin auch nicht so aufbrausend.
Überlegt euch bitte auch mal, wie euer Temperament auf andere wirkt, ich hatte mal so einen Freund. Das war teilweise schon schwer zu ertragen, wenn der von 0 auf 100 geht, wegen irgendwas, was keiner ändern kann und im Endeffekt PillePalle ist.
Da hat man dann so einen Brüllaffen neben sich sitzen und im schlimmsten Fall bezieht man das Gebrülle auf sich und fühlt sich getroffen. Ich habe jetzt einen gaaaanz friedlichen Mann, um wie vieles gelassener ich heute bin, kann ich gar nicht in Worten ausdrücken.
Gruss
strong

Lena1234
13.02.2007, 11:06
Als erstes sollte man mal versuchen auszuhalten dass nicht alles was man macht und alles um einen herum perfekt sein muß.
Viele streben einen Perfektionismus an der ihnen nicht gut tut. Öfter mal fünfe grade sein lassen trägt schon enorm dazu bei gelassener zu werden.
Hab noch was vegessen: Von Menschen fernhalten die einem nicht gut tun mit ihrer Art.

Inaktiver User
13.02.2007, 12:01
Da bestätigt sich mal wieder wie unperfekt der Mensch doch ist. Sich ewig diese Perfektion abzuverlangen, kommt einer Dauerfolter gleich. Das ist einfach ein Ding der Unmöglichkeit und das sollte man so schnell es geht begreifen, sonst macht man sich (wo es doch schon so viele Ausseneinflüsse tun) kaputt.

Es kommt auf die Situation an und was man zu wem zu sagen hat. Andere Menschen haben das Problem, dass sie sich entweder nicht trauen die Stimme zu erheben um die eigene Meinung durchzusetzen oder ihr Leben lang einfach die Klappe halten um jeder noch so kleinen Diskussion und Konfrontation aus dem Weg zu gehen. Das kann es ja auch nicht sein.
So manch "Ausbruch" klärt die "Fronten" und säubert und entspannt danach die Situation. Es hängt nur davon ab, welche Worte man wählt und selbstverständlich sollte man nicht total ausrasten, unbegründet beleidigend sein und Amok laufen.

Immer nur lächeln und und alles in sich hineinfressen, damit man ja niemand belastet und keiner merkt wie unperfekt man ist kann einen auch das eine oder andere Magengeschwür bescheren.

Nun finde man einen gesunden Mittelweg und teste aus was einem gut tut und was nicht und welche eigene "Laune"man der Umwelt so alles abverlangen kann :smirksmile:


:blumengabe:

Inaktiver User
13.02.2007, 12:17
Wut ist ein Maskengefühl - dahinter stecken oft Angst und Panik. So können Menschen, die häufig aggressiv, wütend, ärgerlich sind durchaus eigentlich an einer Angststörung leiden, entsprechend lohnt ein Blick in diese Richtung.

Gerade wenn jemand schreibt, dass er eher kontrolliert und perfektionistisch ist, Schuldgefühle wegen seines Verhaltens hat, deutet das darauf hin, dass er zu Ängsten neigt.

Positiv denken, sich einfach abwenden, gelassen sein - klingt nett, löst aber das zugrunde liegende Problem nicht und führt nur in weitere Verkrampfung und Kontrollwut, die sich in der Folge dann entladen muss.

Wichtig wäre, Verantwortung für das zu übernehmen, was passiert, zu erkennen, wo eigene Handlungsansätze liegen könnten, und vor allem: ehrlich zu sein. Zu sich selbst, zu anderen.

Konflikt ist nicht negativ - er ist ein Kontaktangebot und eine Liebeserklärung. Da, wo ich mit jemandem streite, ist er mir nicht gleichgültig. Konflikt entsteht gerade oft dort, wo mir jemand den Spiegel hinhält, wo es um Abgrenzung und Auslotung der eigenen Persönlichkeit und Identität geht, wo mir beispielsweise Anteile von mir gezeigt werden, die ich an mir so gar nicht akzeptieren kann. Der Mensch, der mich am stärksten irritiert ist auch der, der mir am meisten über mich zeigt.

Grüssle
Seawasp

redellement
13.02.2007, 19:09
Konflikt ist nicht negativ - er ist ein Kontaktangebot und eine Liebeserklärung. Da, wo ich mit jemandem streite, ist er mir nicht gleichgültig.

So sehe ich das nicht. Konflikte entstehen auch da, wo es um Macht und Recht haben geht - oder um Egoismus (hier eben bestes Beispiel: Arbeit). Dann ist wenig "Liebe" im Spiel, wegen derer man sich auseinandersetzt.

redellement
13.02.2007, 19:11
Überlegt euch bitte auch mal, wie euer Temperament auf andere wirkt, ich hatte mal so einen Freund. Das war teilweise schon schwer zu ertragen, wenn der von 0 auf 100 geht, wegen irgendwas, was keiner ändern kann und im Endeffekt PillePalle ist.

Ich hatte Readerin nicht so verstanden (und so ist es auch bei mir nicht), dass sie wie ein Brüllaffe losgeht, eher sind es die Zwistigkeiten, die jeden Tag neu entstehen, weil Dinge "raus" müssen. Von Choleriker war keine Rede :-)

Murkami
13.02.2007, 20:27
Liebe Readerin,

ein impulsiver und spontaner Mensch bin ich auch- sehr sogar, doch muss Impulsivität ja nicht automatisch zu unüberlegten "Spontanausbrüchen" führen. Joggen, Yoga, ...etc. ist alles schon erwähnt worden und ich ziehe daraus auch viel Kraft und Gelassenheit. Doch ob das reicht?
Ich meine, folgender Tip könnte hilfreich sein:
Versuche, schon bevor die Wut/schlechte Laune= negative Emotion in Dir überkocht, zu erkennen, was sich gerade in Dir tut. Das ist gar nicht so schwer. Mit ein wenig Übung kannst Du lernen, achtsam Dir selber gegenüber zu sein. Merkst Du nun, dass die schlechte Laune und Wut kommt, hast Du verschiedene Möglichkeiten:
Du könntest Dir vorstellen, Du bist ein Vogel und fliegst einfach mal schnell hoch in den Himmel, schaust Dir Deine Situation von oben an, - den Menschen, über den Du Dich beispielsweise geärgert hast. Dann kannst Du Dir aus der Sicht des Vogels überlegen: warum tut er das? warum ägert mich das da unten? Wenn Du gedanklich aus der Situation hinausgehst und sie im Abstand betrachtest, kannst Du ein Aufschaukeln von Emotionen vermeiden. Sind es nur Kleinigkeiten, wie im Straßenverkehr, dann atme doch einfach erst mal tief durch, mach das Fenster runter etc. Manchmal sind es nur ganz kleine Tricks, die die geladene Stimmung abschwächen.
Wenn ich allerdings richtig die Nase voll habe, nützt mir kein Yoga, keine Gedankenreise, dann muss ich mir das von der Seele laufen. Aber da tickt bestimmt jeder anders.

Viel Glück!

Murkami

Inaktiver User
13.02.2007, 22:43
So sehe ich das nicht. Konflikte entstehen auch da, wo es um Macht und Recht haben geht - oder um Egoismus (hier eben bestes Beispiel: Arbeit). Dann ist wenig "Liebe" im Spiel, wegen derer man sich auseinandersetzt.

redellement:

In JEDER Beziehung geht es um Macht. Es gibt keine Beziehung, in der Macht nicht eine Rolle spielte, entsprechend klammert auch "die Liebe" Macht nicht aus. Egoismus ist ebenfalls normaler Teil der Gleichung - es gibt keinen Menschen, der immer und grundsätzlich nur altruistisch wäre. Manche sind sogar der Auffassung, dass Altruismus und Solidarität nur dort gedeihen können, wo es einen gesunden Egoismus gibt.

Konflikt ist normaler Teil von Beziehungen, in denen Interesse aneinander besteht. Beziehung in ihren vielfältigen Erscheinungsformen ist Voraussetzung für Konflikt - da, wo etwas beziehungs_los ist, entsteht kein Raum für Konflikt.

Grüssle
Seawasp

Tabea
14.02.2007, 11:04
In JEDER Beziehung geht es um Macht. Es gibt keine Beziehung, in der Macht nicht eine Rolle spielte,
Darf ich das an dieser Stelle mal in Frage stellen?

Inaktiver User
14.02.2007, 11:10
Darf ich das an dieser Stelle mal in Frage stellen?

Ich bitte darum!:ooooh: :knatsch:

Tabea
14.02.2007, 11:13
Gut, ich stelle es in Frage und kommentiere es auch gleich noch: so ein Schmarrn!

Inaktiver User
14.02.2007, 11:24
Tabea,

ich empfehle Dir eine Recherche zum Thema, bevor Du "Schmarrn" urteilst. Du könntest bei Thibaut und Kelley anfangen.

Grüssle
Seawasp

Frida
14.02.2007, 11:27
Ich bitte darum!:ooooh: :knatsch:


ich finde da hat seaswap sehr wohl recht!

wir wollen das nur nicht so gerne wissen, da macht diesen negativen beigeschmack hat.

---------------------

leider neige ich auch immer wieder zu unbeherrschtheiten und kleineren wutanfällen- und merke immer öfter selbst,dass ich eigentlich im grunde sauer auf mich selbst bin. ich habe es ja meist selbst verursacht, durch ignoranz, durch eigene bequemlichkeit, durch angst etc. und versuche meine eigene "schuld" daran auf andere abzuwälzen.

banales beispiel: mein sohn bringt ein sch... zeugnis mit nach hause... bevor ich ernsthaft angefangen habe zu toben, habe ich in mir realisiert, dass ich mir nur zu gerne seine beteuerungen, dass er alles gelernt hat etc.. angehört habe. habe aus eigener nachlässigkeit und weils so viel kraft kostet, eben nicht genau nachgehakt, was tatsächlich gelernt wurde....
nun muss ich im nachhinein die konsequenzen ziehen...auch nicht besser :knatsch:

oft würde es genügen, andere strukturen aufzubauen, eingefahrenes mal zu überdenken und tatsächlich änderungen herbeizuführen und nicht nur darauf zu warten, dass andere das tun.

es gelingt mir immer öfter und es macht mich bei weitem gelassener und auch selbstsicherer, ich bin mir selbst verantwortlich.

Inaktiver User
14.02.2007, 11:27
Ich bin ja nicht Tabea, stimme ihr aber zu. Wozu irgendwelche Schinken lesen, wenn der gelebte Alltag dazu im Widerspruch steht? Wohlgemerkt, Du hast geschrieben: [...] in JEDER [...]

Tabea
14.02.2007, 11:35
Liebe Sewasp, ich habe viele gute Freundinnen und ich bin mir doch sehr sicher, dass es in diesen Freundschaften nicht um Macht geht.

Oder meintest Du damit nur Beziehungen zwischen Mann und Frau?

Tabea

Vivi23
14.02.2007, 11:55
Könnte es nicht einfach sein, daß in den guten Freundschaften das Machtgefälle ausgeglichen ist, so daß wir hier nicht so genau empfinden, daß es auch um Macht geht?

Ich habe schon erlebt, daß auch in guten Freundschaften Machtkämpfe geführt werden, z.B. wenn sich die äußere Situation ändert.

Zurück zum Thema Gelassenheit - mir fällt dazu nur ein schöner Zen-Spruch ein:

Du darfst alles sagen.



...morgen!


Grüße
vivi

Inaktiver User
14.02.2007, 13:31
Liebe Sewasp, ich habe viele gute Freundinnen und ich bin mir doch sehr sicher, dass es in diesen Freundschaften nicht um Macht geht.

Oder meintest Du damit nur Beziehungen zwischen Mann und Frau?

Tabea

Nein,Tabea,

ich meine damit Beziehungen jeglicher Art. Würdest Du zustimmen, dass ein wesentlicher Bestandteil von Beziehungen auch im Freundschaftskontext die gegen/wechselseitige Einflussnahme durch z.B.

Information
Wissen
Identifikation
Belohnung
Bestrafung
(..)

ist?

Wenn einer der Partner/Kollegen/Freunde Informationen hat, die der andere braucht, oder über die dieser simpel nicht verfügt, ist das Macht. Wenn eine Freundin den Kontakt ab- und unterbricht, weil ich sie verletzt habe, ist das Macht. Wenn sie mir Blumen mitbringt, um mich zu "belohnen", ist es ein machtvolles Instrument. Wenn ich mich mit einem anderen Menschen identifziere, bin ich geneigt, seine Meinung als richtig an- und vielleicht sogar zu übernehmen. Auch das ist Macht.

Macht bedeutet nicht unbedingt, dass einer konstant mächtig und der andere konstant unterlegen sein muss, sie kann sich in Machtkämpfen oder aber einem subtilen Tanz äussern - in gesunden Beziehungen werden Machtverhältnisse konstant austariert, sind die Partner ähnlich "stark". Das gilt für Liebesbeziehungen wie für Freundschaften. Offenbar werden Machtverhältnisse (und dass es tatsächlich um Macht geht, auch unter dem Deckmantel der Freundschaft), wenn es in Beziehungen zu Veränderungen kommt, beispielsweise eine Freundin Mutter wird, während die andere kinderlos und weiterhin voll berufstätig ist. Wenn eine Freundin heiratet, die andere Single bleibt. Wenn eine sich auf zu neuen Ufern macht, während die andere in ihrer alten Position verharrt. (...)

Foucault hat Macht als ein sich selbst ständig erzeugendes, über interne Konfrontationen veränderndes und immer wieder ausbalancierendes System von Beziehungen und Kräften bezeichnet. Treffender kann man es wohl kaum beschreiben.

Grüssle
Seawasp

Vivi23
14.02.2007, 13:41
So in etwa habe ich mir das gedacht! Danke!

Tabea
14.02.2007, 14:52
Wenn einer der Partner/Kollegen/Freunde Informationen hat, die der andere braucht, oder über die dieser simpel nicht verfügt, ist das Macht. Wenn eine Freundin den Kontakt ab- und unterbricht, weil ich sie verletzt habe, ist das Macht. Wenn sie mir Blumen mitbringt, um mich zu "belohnen", ist es ein machtvolles Instrument. Wenn ich mich mit einem anderen Menschen identifziere, bin ich geneigt, seine Meinung als richtig an- und vielleicht sogar zu übernehmen. Auch das ist Macht.
Das ist vielleicht jetzt Haarspalterei und bringt das Ausgangsthema auch nicht voran (sorry!), aber das sehe ich doch grundlegend anders! Aber das ist vielleicht nur eine Definitionssache; so bringe ich meiner Freundin doch die Blumen nicht zur Belohnung mit, sondern weil ich ihr eine Freude machen will...

Na egal, wie wird man also ruhiger und gelassener?

Tabea

Nori
14.02.2007, 15:19
Na egal, wie wird man also ruhiger und gelassener?

Tabea[/QUOTE]



sich selbst nicht immer zu ernst nehmen. sich nicht bei jeder kritik persönlich angegriffen zu fühlen, das meine freunde und mein partner nicht meine feinde sind sondern mir nur gutes wollen.

dazu bräucht ich mal tipps für eine menge portion gelassenheit.würd´s mir wünschen.

Readerin
14.02.2007, 15:32
sich nicht bei jeder kritik persönlich angegriffen zu fühlen, das meine freunde und mein partner nicht meine feinde sind sondern mir nur gutes wollen.


Damit liegst du (was auch mich betrifft) 100% richtig.

Latona
14.02.2007, 15:40
Versuch, Dir mal folgende Sätze zu merken:
Nicht alle Widrigkeiten in der Welt sind gegen mich persönlich gerichtet. Shit happens! :smirksmile:
Nicht jeder, der mich grad nervt, will mich notwendigerweise ärgern. Ich muss schon schauen, inwiefern sein Anliegen berechtigt ist, bevor ich ihn anschnauze oder beleidigt bin.
Andere können nichts dafür, wenn ich schlecht geschlafen habe, oder mir jemand Bestimmtes auf den Schlips getreten ist. Also darf ich auch nicht meine schlechte Laune an jedem auslassen, der mir zufällig grad über den Weg läuft.
Ich kann nicht davon ausgehen, dass andere hellseherisch erfassen können, was ich grad brauche. Also muss ich sie auch nicht angreifen, wenn sie meine Bedürfnisse nicht automatisch erfüllen, sondern sollte meine Bedürfnisse schon formulieren.
Nicht jeder Mensch kann was mit meinen persönlichen Emotionen anfangen. Manche brauchen die Übersetzung in eine Sprache der Sachlichkeit. Diese Übersetzung muss ich leisten, wenn ich von solchen Menschen verstanden und ernst genommen werden möchte.
Nicht jede Kritik an mir ist ein unberechtigtes Nörgeln, und nicht jedes Rumgenörgel an mir ist berechtigte Kritik. Den Unterschied sehe ich mit einem Schuss gesunder Selbstkritik und einem Blick auf denjenigen, der die Kritik formuliert bzw. dessen Interessen.

redellement
14.02.2007, 19:12
Gut, ich stelle es in Frage und kommentiere es auch gleich noch: so ein Schmarrn!

Ich sehe das genauso. Hier sind nämlich verschiedene Ebenen vermischt worden. Einerseits die Beziehung zu jemandem, der einem lieb ist, zumindest aber einen interessiert und umgekehrt. Und die andere Ebene, von der die Rede war, ist die Arbeit. Ich darf behaupten, dass sich Leute da oftmals ÜBERHAUPT nicht füreinander interessieren, sondern einzig und allein dafür, ob sie ihren Willen durch und das Konto am Ende vollkriegen. Das hat mit dem persönlichen Interesse oder Desinteresse aneinander null zu tun.
Machtkämpfe in der Freundschafts- bzw. Liebesebene können auftauchen (Dominanz), aber darum geht es in diesem Thread nicht.

Inaktiver User
14.02.2007, 19:16
redellement,

Menschen, die miteinander arbeiten, stehen also in keiner Beziehung zueinander?

Interessant.

In meinen Beiträgen wurden mit Sicherheit keine Ebenen vermischt, weil es nur um eine einzige Ebene geht: Die Beziehungsebene. Aber vielleicht ist das zu komplex, und in einem hast Du Recht - es geht am Thema des Ausgangspostings meilenweit vorbei.

Grüssle
Seawasp

Kraaf
14.02.2007, 19:26
nur ganz kurz zu "Macht":

Auch mal an "Ohnmacht" denken und man ist, ganz wertneutral, bei Handlungsfähigkeit bzw. dem Fehlen derselben. Und natürlich gibt es die "Übermacht" und den "Machtmissbrauch".

So lässt es sich mit dem Begriff "Macht" dann vielleicht auch gelassener umgehen.

nettes Grüssle
Kraaf

Inaktiver User
14.02.2007, 19:26
Latona, das find ich prima formuliert!
Wir ausgedruckt und einem meiner Lieblings-Leidtragenden (hach, die ganze Welt ist gegen mich... und nur ich bin für mich, das ist einfach nur ungerecht!!) zugeschickt.
mal guggn, ob's hilft...

redellement
14.02.2007, 19:28
redellement,

Menschen, die miteinander arbeiten, stehen also in keiner Beziehung zueinander?

Interessant.

In meinen Beiträgen wurden mit Sicherheit keine Ebenen vermischt, weil es nur um eine einzige Ebene geht: Die Beziehungsebene. Aber vielleicht ist das zu komplex, und in einem hast Du Recht - es geht am Thema des Ausgangspostings meilenweit vorbei.

Grüssle
Seawasp

schwippschwapp:

Wahrscheinlich zu komplex für das, was in meinem Kopf zu dem Thema vor sich geht, denn ich bin ja betroffen.

Und eines weiß ich - mit sowas


Konflikt ist nicht negativ - er ist ein Kontaktangebot und eine Liebeserklärung. Da, wo ich mit jemandem streite, ist er mir nicht gleichgültig.

hat der Fakt nichts zu tun, dass ich nicht mit dem Stress und Wust an Arbeit umgehen kann.

Aber wenn es Dir um das Recht haben geht, ich bin da offen. :smirksmile:

Inaktiver User
14.02.2007, 23:06
redellement,

mehr als Kommentare zu Gedankengängen anderer habe ich hier noch nicht von Dir gelesen - bisschen mager, sich zurückzulehnen, ohne selbst argumentativ Substanz zu liefern.

Mir definitiv zu mager.

Daher: Schlaf schön.

Grüssle
Seawasp

redellement
15.02.2007, 06:25
:entspann: Dass das Faktenverdrehen in diesem Thread Deine Stärke ist, ist mir schon aufgefallen. Aber das ganze Chaos wieder in Ordnung zu bringen, ist mir einfach zu anstrengend. Ich wollte doch ruhiger werden :freches grinsen:

Inaktiver User
15.02.2007, 09:05
In meinen Beiträgen wurden mit Sicherheit keine Ebenen vermischt, weil es nur um eine einzige Ebene geht: Die Beziehungsebene. Aber vielleicht ist das zu komplex, und in einem hast Du Recht -

Liebe Seawasp, nachdem ich einen Abend Zeit hatte, über Deine philosophischen Aussagen nach zu denken: Yo, auf dieser Ebene muß ich Dir zustimmen, da geht es tatsächlich um Machtausübung. Heißt für mich dann aber im Schluß, es gibt keine selbstlosen Taten...

Tabea
15.02.2007, 11:32
Dann hätte, um es mal auf die Spitze zu treiben, Mutter Theresa sich jahrelang aufgeopfert, um Macht zu haben? Na, ich weiß ja nicht...

Inaktiver User
15.02.2007, 13:10
Dann hätte, um es mal auf die Spitze zu treiben, Mutter Theresa sich jahrelang aufgeopfert, um Macht zu haben? Na, ich weiß ja nicht...

Machtlos und aufopfernd? (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15888/1.html)

Grüssle
Seawasp

Tabea
15.02.2007, 13:18
Oh, interessant! Das heißt, es gibt keine völlig selbstlosen Menschen?

Kraaf
15.02.2007, 13:24
Natürlich nicht.

Wenn ich nett bin, will ich dafür geliebt werden. Und wenn ich böse bin, selbstredend auch. :smirksmile:

Inaktiver User
15.02.2007, 13:27
Oh, interessant! Das heißt, es gibt keine völlig selbstlosen Menschen?

Die Natur kennt keine Selbslosigkeit. Warum sollte der Mensch da eine Ausnahme sein?

Tabea
15.02.2007, 13:29
Die Natur kennt auch keine Atomraketen...

Inaktiver User
15.02.2007, 13:30
Die Natur kennt auch keine Atomraketen...

Ähm, naja:wie?:

Inaktiver User
15.02.2007, 13:37
Muss man selbstlos sein, um gelassen zu sein?

Ist Gelassenheit ein natürlicher Zustand?

Wird man gelassener, wenn man älter wird?

Tabea
15.02.2007, 13:40
Muss man selbstlos sein, um gelassen zu sein?
Nein, nein, da hat uns unsere Diskussion nur hingebracht.

Aber zurück zur Ausgangsfrage -

ich bin tatsächlich viel gelassener geworden, seit mir vor 1 1/2 Jahren ein bösartiger Tumor entfernt wurde - in Anbetracht dessen verliert vieles seine Wichtigkeit...

:smirksmile:
Tabea

Kraaf
15.02.2007, 13:50
Warum regen mich manche Dinge nicht mehr wirklich auf?

Weil ich mir hinterher, in aller Ruhe überlegt hatte, was und wie war das? Wie hat sich das ergeben? Wie hat das funktioniert? Situationen wiederholen sich und man lernt sich selber besser kennen.

Und manches Verhalten lernt man auch zu akzeptieren. Die erste, spontane Reaktion. Aber sie eskaliert dann eben nicht endlos.

Kennt ihr nicht diese totalen, nichtigen, belanglosen Anlässe, an denen man sich blitzeschnell hochschaukelt? Um sich kurz darauf wieder in die Augen zu sehen und gemeinsam zu lachen, "okee, das war mal wieder fällig?" Weil man sich innerhalb einer Beziehung dann und wann einfach mal wieder spüren muss?


nettes Grüssle
Kraaf

Tabea
15.02.2007, 13:53
Kennt ihr nicht diese totalen, nichtigen, belanglosen Anlässe, an denen man sich blitzeschnell hochschaukelt?
Nein, nein, wir doch nicht... :peinlich:

Frida
15.02.2007, 16:47
Machtlos und aufopfernd? (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/15/15888/1.html)

Grüssle
Seawasp

:allesok:

Latona
16.02.2007, 11:09
@ Seawasp

Danke für diesen interessanten Link. :kuss:
Ich weiß schon, warum ich sogenannten Heiligen nicht traue.:freches grinsen:

redellement
16.02.2007, 16:50
@ Seawasp

Danke für diesen interessanten Link. :kuss:
Ich weiß schon, warum ich sogenannten Heiligen nicht traue.:freches grinsen:

Es ist wie überall - auch mit den Medien. Gähn.

Inaktiver User
18.02.2007, 18:35
Hallo!:smile:

Manchmal könnte ich auch in die Luft gehen, wenn mir andere irgendwie dumm kommen.
Ich versuche aber immer ruhig zu bleiben.

Mein Lebensmotto ist: "In der Ruhe liegt die Kraft.":Sonne:

Außerdem könnte man sich immer fragen:
"Warum lasse ich zu, dass andere so eine Macht über mich haben, um mich aus der Ruhe zu bringen?"

Gruß Majolika:blumengabe:

Murkami
18.02.2007, 19:12
"Warum lasse ich zu, dass andere so eine Macht über mich haben, um mich aus der Ruhe zu bringen?"




Der Gedanke ist gut, Majolika!:allesok:

Neuanfang
18.02.2007, 19:26
Kennt ihr nicht diese totalen, nichtigen, belanglosen Anlässe, an denen man sich blitzeschnell hochschaukelt? Um sich kurz darauf wieder in die Augen zu sehen und gemeinsam zu lachen, "okee, das war mal wieder fällig?" Weil man sich innerhalb einer Beziehung dann und wann einfach mal wieder spüren muss? nettes Grüssle Kraaf

Hört sich nach einer Beziehung an, die von grundlegend Wohlwollen und Humor geprägt ist. Schön!

seaswaps Macht-Schlenker fand ich sehr interessant!

Altruismus ist für mich auch eine durchaus egoistische Grundhaltung. Mutter Theresa hat Großes geleistet - und dafür Dankbarkeit und Liebe bekommen. Ich habe, offen gesagt, eine eigene Aussage von ihr nicht im Kopf. Aber ich denke mal, sie hatte die Größe, den Stellenwert dieses feed-backs nicht zu verneinen.

Am schlimmsten finde ich (meine nicht Mutter Theresa) altruistische Menschen mit einem "Heiligenschein". Weil sie ja sooooo selbstlos sind... lach.

Wie kann ich bei zu viel Wust an Arbeit überhaupt Gelassenheit erlangen? Allenfalls, wenn ich sage: Wenn mir der dritte Arm gewachsen ist, schaffe ich mal alles. Solange ich nur zwei habe, ist eine Umorganisation nötig oder Unwichtiges bleibt erstmal liegen, (gelassenes) Punkt.

Es gab mal eine Zeit, da bin ich, als ich spürte, ich fange gegenüber meinem Partner gleich an, oberimpulsiv verbal um mich zu schlagen, erstmal ohne ein Wort geflüchtet. An eine Steilküste, selbst um zwei Uhr morgens. Es machte ihn schier wahnsinnig!

Bis ihm ein Freund meine Aktion übersetzte (wieso ich selbst eigentlich nicht? Na, egal). Mit den Worten, "Ich wünschte, meine Freundin würde das auch machen! Dann wäre sie runtergedampft und wir könnten uns später in Ruhe unterhalten und eine Lösung suchen. Leider wettert meine Freundin gleich los".

Und - es bringt doch eher wenig, SICH zu ärgern.
Vergesse ich leider öfters...


Neuanfang

Schruli
19.02.2007, 13:29
Mein Freund hat mir letztens eine aufblasbare Anti-Stress-Keule geschenkt, zum Abreagieren :freches grinsen:

Nori
20.02.2007, 19:45
cool die würd ich ihm dann ständig überziehen.... war nur ein SCHERZ

Schmetterlingsraupe
21.04.2013, 15:44
Mir hat der Satz

Gelassenheit entsteht durch einen liebevollen Blick auf sich und andere.

sehr geholfen.

Bsp: Die Kassiererin, die gerade den zweiten Storno verursacht will mir nichts böses. :-)
Die Kundin, die ewig nach Kleingeld sucht und gefühlte Stunden zum Bezahlen benötigt, auch nicht.

Firefly69
22.04.2013, 12:38
Ja, um DIE Situationen geht es mir absolut nicht, aber wenn ich einem Hundehalter, dessen Hund unangeleint auf dem Kindespielplatz pinkelt darauf hinweise, dass das eben ein KINDERspielplatz ist und es kommt eine dumme Bemerkung zurück, dann hilft eigentlich nur ein Tritt in den Hintern ( des Halters )- DA kann ich nicht mehr ruhig bleiben...

Wenn wenigstens eine Einsicht bei manchen Leuten vorhanden wäre,aber diese Dummheit ???

firefly