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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Auszahlungsbetrag einer fälligen Lebensversicherung



sushigirl
12.02.2007, 13:25
Hallo Zusammen,

im März wird eine von mir abgeschlossene Lebensversicherung fällig. Allerdings ist in der Endabrechnung der Auszahlungsbetrag um fast 2000€ niedriger, als ich einbezahlt habe.

Ich habe 1992 angefangen 150 DM einzuzahlen. Das ging über zwölf Monate. Ab dem 13. Monat habe ich 5 Monate lang 159 DM einbezahlt. Ab dem zweiten Jahr habe ich den Beitrag auf 59 DM senken lassen. Bis heute.

Das wären summasummarum:

12 Monate à 150 DM
5 Monate à 159 DM
96 Monate à 59 DM
62 Monate à 30,17 €

Insgesamt einbezahlt habe ich in 6086,11 €. Die wollen mir aber nur 4614,14 € auszahlen. Ist doch der Hammer oder?

Ist jemandem von Euch schon mal so etwas passiert? Die müssen das doch prüfen oder???

Sushi :knatsch:

Inaktiver User
12.02.2007, 13:50
Hattest du vielleicht irgendwelche Risiken neben dem üblichen Todesfallrisiko eingeschlossen...z.B. Berufsunfähigkeit oder Unfalltod ???

Man müsste noch weitere Details zu dem Vertrag wissen um sinnvoll was dazu zu sagen.

Gruß Austernschluerfer

sushigirl
12.02.2007, 14:14
Das war bzw. ist eine ganz pupsnormale Lebensversicherung ohne irgendwelchen Schnickschnack.

Antje3
12.02.2007, 14:25
HHallo,

eine Lebensversicherung ist ja nun mal kein Sparvertrag – ein Teil Deiner Beiträge wird ja zur Risikoabsicherung verwendet – und niemand von uns kann Dir sagen, wie hoch dieser Anteil ist. Deswegen kriegt man ja in den ersten Jahren auch bei ner Kündigung wenig bis gar nichts zurück – obwohl man einzahlt.

Dazu müßte man den Tarif und die Gesellschaft kennen – außerdem liegt das 15 Jahre zurück – welche Vertragsbedingungen da galten und womöglich heute nicht mehr gültig sind und und und….

Antje

lumbricidae
12.02.2007, 14:29
Das war bzw. ist eine ganz pupsnormale Lebensversicherung ohne irgendwelchen Schnickschnack.

Wie war denn die zu Beginn vereinbarte Beitragszahlungsdauer?
Ansonsten könnte man ja mal rechnen:
1992 - 2007 = 175 Monate (normalerweise wären's ja 180 ???)
Bei 5% Abschlusskosten, die der fleißige Berater bzw. dessen Unternehmen bekommt, entspricht das 150DM x 175 x 5% = 1.312,50DM oder fast 9 Monatsraten. Dann fallen noch diverse Todesfallkosten an, die Verwaltung verwaltet auch nicht umsonst. Außerdem kann die mickrige Verzinsung zuzüglich der in den letzten Jahren immer wieder fallenden Überschussbeteiligung die ziemlich hohen Abschlusskosten eben nicht mehr ausgleichen.
Oftmals hat man in der sinnlos niedrigen Todesfallsumme noch eine ganz normale Klausel, dass bei Unfalltod sogar die doppelte Summe ausbezahlt wird. Mir ist nach wie vor völlig unklar, ob es finanziell andere Folgen hat, ob der Erblasser nun an einer Wand oder im Bett sein Leben ausgehaucht hat.
Aber egal, ziemlich sicher stimmt das mit dem Betrag, das sind nun mal die Nachteile, die beim Abschluss einer Lebensversicherung völlig selbstverständlich nicht genannt wurden. Wozu auch?

Inaktiver User
12.02.2007, 14:34
Hallo Sushi,

Sie sind hier astrein und klassisch über den Tisch gezogen worden.

Wenn ich die Zahlen zurückrechne, dürften Sie auch fast keine "Zusatzprodukte" in dieser Kapitallebensversicherung haben. Höchstens eine Beitragsbefreiung im Berufsunfähigkeitsfall.

Wie kommt es aber zu der negativen Verzinsung Ihres eingesetzten Kapitals?

Die Lösung:

12 Monate x 15 Jahre x 150 DM = 27.000 DM Beitragssumme.

Auf Grundlage dieser 27.000 DM wurden die Verwaltungs- und Provisionskosten berechnet und ausgezahlt. Und Ihre Todesfallrisikokosten wurden auf 15 Jahr kalkuliert.

Somit hat Ihr Vertrag in den ersten ca. 20 Monaten einen negtiven Saldo, also Minus.

Durch die Erhöhrung des Sparbetrages von 150 DM auf 159 DM wurden wieder Verwaltungs- und Provisionskosten berechnet und nach 12 Monaten Ihrem negativen Sparkonto weiter belastet.

Ab dem 17. Monat werden die Sparbeiträge mehr als halbiert. Somit gleichen Sie erst ganz langsam Ihr Minuskonto aus.

Das ist rechnerisch und vertraglich korrekt. So etwas nennt man provisonsoptiertes Verkaufen.

Ja, gehen Sie ruhig auf den Balkon oder in den Wald und schreien Sie Ihre Wut und Ihren Frust heraus. Sie haben ja so Recht. Es ist eine riesengroße Schw..nerei.

Sie werden weder vom Vermittler noch von der Versicherung einen Cent mehr erhalten.

Der Fehler wurde am Tag der Unterzeichnung gemacht, nicht am Tag der Erkenntnis.

Berichten Sie von diesen negative Erlebnis im Freundeskreis, damit diesem Abzocker das Handwerk gelegt wird.

Gruß

Frank J. Kontz

Inaktiver User
12.02.2007, 15:00
Ich schätze mal das Franck mit seiner Annahme recht haben könnte.

Das Problem der geringen Kapitalabfindung könnte u.a. daran liegen, dass die ursprünglich geplante Monatsrate nicht bis zum Laufzeitende durchgehalten wurde und somit die beim ursprünglichen Vertragsabschluss entstandenen Kosten - auch unter dem Vorzeichen geschrumpfter Überschüsse in den letzten Jahren, nicht wieder eingespielt werden konnten.

Würde man z.B. heute einen LV-Vertrag auf 15 Jahre abschliessen, dann wären bei einem durchschnittlichen Versicherer etwas mehr als die Gesamt - Einzahlungen garantiert und obendrauf käme ( hoffentlich ) noch ein Überschuss.

Austernschluerfer

Flens
01.03.2007, 20:54
Wenn man das hier alles so liest, dann frage ich mich, warum man überhaupt eine Lebensversicherung abschließen sollte?!

Nicht das ich ein Befürworter für diese bin, hab da eher "keine" Ahnung von.

Hab mich mit diesem Thema noch nicht weiter beschäftigt, aber ich schätze mal, dass ich mich mit diesem Thema sicherlich auch irgendwann mal auseinander setzen muss...

Zurzeit bin ich noch ungebunden und erst 27 Jahre und hab auch "noch" kein Haus oder Familie zum Absichern.

Vielleicht kann ja jemand mal dieses Thema aufgreifen und einige Alternativen zu Lebensversicherungen auszeigen?

Oder führen manchmal keine Wege an einer Lebensversicherung (mit all ihren "Nachteilen") vorbei?

DerExperte
01.03.2007, 22:36
Wenn man das hier alles so liest, dann frage ich mich, warum man überhaupt eine Lebensversicherung abschließen sollte?!

Nicht das ich ein Befürworter für diese bin, hab da eher "keine" Ahnung von.

Hab mich mit diesem Thema noch nicht weiter beschäftigt, aber ich schätze mal, dass ich mich mit diesem Thema sicherlich auch irgendwann mal auseinander setzen muss...

Zurzeit bin ich noch ungebunden und erst 27 Jahre und hab auch "noch" kein Haus oder Familie zum Absichern.

Vielleicht kann ja jemand mal dieses Thema aufgreifen und einige Alternativen zu Lebensversicherungen auszeigen?

Oder führen manchmal keine Wege an einer Lebensversicherung (mit all ihren "Nachteilen") vorbei?

für die absicherung im todesfall ist eine reine risikolebensversicherung sicher besser und günstiger.
um geld mittel- und langfristig anzusparen ist eine klassische lebensversicherung noch nie "das gelbe vom ei" gewesen, um es vorsichtig auszudrücken.
es gibt meherer formen, um kapital anzusammeln. werde jetzt aber hier nicht referieren.
mit 27 solltest du aber seit einigen jahren schon etwas geld angesammelt haben, oder? wie hast du das denn bisher gemacht? welche sparziele hast du?
tipp: lass dich unabhängig beraten (also nicht von einer bank, einem vertreter o.ä), sondern von freien beratern.

beste grüße,

DerExperte

Flens
02.03.2007, 20:26
Sicherlich spare ich in meinem alter schon.
Eigentlich ist mein größtes Ziel, mir in nächster Zeit ein Eigenheim zu zulegen. Daher auch der Gedanke an eine Lebensversicherung zur Absicherung des Kredits?!

Ist sowas immer Pflicht oder gibt es auch andere Wege so ein Risiko abzusichern?

Familie und Kinder habe ich noch nicht, an die ich denken muss.


Flens

DerExperte
02.03.2007, 20:55
Sicherlich spare ich in meinem alter schon.
Eigentlich ist mein größtes Ziel, mir in nächster Zeit ein Eigenheim zu zulegen. Daher auch der Gedanke an eine Lebensversicherung zur Absicherung des Kredits?!

Ist sowas immer Pflicht oder gibt es auch andere Wege so ein Risiko abzusichern?

Familie und Kinder habe ich noch nicht, an die ich denken muss.


Flens

eine klassische lebensversicherung ist keine geeignete form einen kredit abzusichern. eine arbeitskraftabsicherung ist wichtig.
zudem solltest du eigenkapital ansammeln. am besten flexibel.
aber ich wiederhole mich hier.
alles steht schon geschrieben.

beste grüße,

DerExperte

Inaktiver User
03.03.2007, 10:13
Ich bin fassungslos...

25 Jahre nachdem der "Bund der Versicherten" in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Hamburg erstmals die Kapiallebensversicherung als "Legaler Betrug" bezeichnet hat und 24 Jahre nachdem diese Aussage erstmals gerichtlich bestätigt (http://www.gegen-altersarmut.de/Wissen_Gerichtsurteile.htm#LV-Legaler-Betrug) (Link) wurde, hat sich unter der deutschen Bevölkerung noch immer nicht herum gesprochen, daß eine Kapitallebensversicherung meist kein geeignetes Mittel für die Altersversorgung und den Kapitalaufbau ist (die Private Rentenversicherung ist übrigens nur eine Unterart der Kapitallebensversicherung mit ähnlichen negativen Auswirkungen).

Da kann man doch nur die Hände über den Kopf zusammen schlagen. Eigentlich sollte man diesen provisionsgierigen Vermittlern für diese Gehirnwäsche am deutschen Volk, mit der sie den Bürgern immer wieder einhämmern, daß eine Kapital-Lebens oder -Rentenversicherung das optimale Produkt für die Altersvorsorge ist, einen Negativ-Orden verleihen.

Die meisten der angebotenen Riester- und Rürupp-Versicherungen sind übrigens auch nur Unterarten der Kapital-Lebensversicherung, welche nur nach den gesetzlichen Vorgaben modifiziert worden sind. Aber da kommen die Aufschreie der Bürger ja erst in einigen Jahren. Bis dahin verdienen Versicherungen und Vertreter trefflich Geld damit. Schließlich fährt ja sogar Vater Staat eine Werbekampagne nach der anderen...

Denkt doch bitte mal nach. Wenn die o.g. Aussage des Bund der Versicherten und der Verbraucherzentrale Hamburg stimmt (gerichtlich mehrmals bestätigt), warum wurde das Ding bis heute nicht verboten und der Verkauf unter Strafe gestellt?
Warum unterstützt der Staat dann den Verkauf der Unterarten "Riester- und Rürupp-Versicherung"? Könnte es sein, daß Vater Staat aus dem Verkauf der Policen einen Vorteil hat?

Bei Riester & Co. jedenfalls liegen diese Vorteile für den Staat klar auf der Hand:
Heimliche, langsame Übertragung der Altersvorsorgeverantwortung auf den Bürger
Heimlicher, langsamer Rückzug des Staates aus seiner Rentenverpflichtung
Geringe Förderung der Sparbemühungen der Bürger
Hohe Steuereinnahmen ab Beginn der Auszahlungsphase (wenn genügend Verträge an die Bürger verklopft wurden
Günstige Staatsfinanzierung/-kredite über eine kooperative Versicherungsbranche, die überschüssige Staatspapiere "aufkauft" und so das Staatsrisio zum Bürgerrisiko macht

Ach was rede ich hier...
Wenn Staat und Versicherungsbranche fest zusammen halten, können sie auch noch in Jahren den Bürgern offiziell und inoffiziell das Geld aus der Tasche zaubern. Wenn's doch so gut funktioniert...

Aber es gehören immer zwei dazu: Einer, der abzockt
und ein anderer, der sich abzocken lässt.
Und wer es nach 25 Jahren noch nicht gemerkt hat...

Mit fassungslosen Grüßen

justii

flower287
07.03.2007, 18:55
Hallo Zusammen,

im März wird eine von mir abgeschlossene Lebensversicherung fällig. Allerdings ist in der Endabrechnung der Auszahlungsbetrag um fast 2000€ niedriger, als ich einbezahlt habe.

Ich habe 1992 angefangen 150 DM einzuzahlen. Das ging über zwölf Monate. Ab dem 13. Monat habe ich 5 Monate lang 159 DM einbezahlt. Ab dem zweiten Jahr habe ich den Beitrag auf 59 DM senken lassen. Bis heute.

Das wären summasummarum:

12 Monate à 150 DM
5 Monate à 159 DM
96 Monate à 59 DM
62 Monate à 30,17 €

Insgesamt einbezahlt habe ich in 6086,11 €. Die wollen mir aber nur 4614,14 € auszahlen. Ist doch der Hammer oder?

Ist jemandem von Euch schon mal so etwas passiert? Die müssen das doch prüfen oder???

Sushi :knatsch:
Hallo sushi, ohne genaue Kenntnis der Versicherungspolice kann hier sicher niemand fundiert urteilen, woran es liegt, dass der Auszahlungsbetrag niedriger ist.Unter normalen Umständen darf das nicht sein, denn schließlich legt auch das Versicherungsunternehmen deine Beiträge an. Bei der Änderung Deiner Beitragszahlung müßtest Du doch eigentlich immer eine Erneuerung der Police erhalten haben, in der die GARANTIERTE Ablaufleistung steht. Diese müssen sie Dir auszahlen.

Justii, Deinen Ausführungen kann ich absoluten Beifall zollen, denn auch für mich als Versicherungsmaklerin ist die sogenannte "kapitalbildende" Lebensversicherung gelinde gesagt Betrug. Sicher sollte sich jeder nach seinen persönlichen Gegebenheiten absichern aber die viel beliebte Kompensation zwischen Sparvertrag (Rente), Berufsunfähigkeitsabsicherung und zu allem Übel vielleicht sogar noch die Todesfallabsicherung sollte verboten werden. Die einzelne Absicherung von Risiken ist deutlich preiswerter und ein Sparvertrag sollte auch ein solcher sein. Jeder Versicherungskunde hat ein Recht auf eine bedarfsgerechte Beratung und aber leider schwirren eben immer noch Abzocker auf diesem Markt herum, denen es egal ist, ob jemand über den Tisch gezogen wird. Hauptsache, Kunde unterschreibt. Zum Glück schützen zukünftig die neuen europäischen Richtlinien den Verbraucher.
Was Du hier zu Rürupp und Riester-Renten schreibst- nun, das kann man so nicht pauschalisieren. Einem Single würde ich die auch nicht empehlen aber z.B. für kinderreiche Familien ist es durchaus interessant. Es ist da allerdings äußerst wichtig, dass der Kunde Vor- UND Nachteile bei Vertragsabschluss erfährt.
Bei Rürupp-Rente gibt es keine und bei der Riesterrente nur eine begrenzte Kapitalauszahlung. Wer also nach seinem Rentenbeginn leider schon verstirbt, hat Pech, Geld ist futsch.
Ok, ich will hier niemanden schulen, sorry.

:zwinker:

sushigirl
09.03.2007, 07:07
Hallo Ihr Lieben,
tja, was soll ich sagen? Ich war bei einem Versicherungsfachmann, der unsere Versicherungen in der Firma betreut und er hat mir die ganze Sache sehr verständlich erklärt.

Ich bin es selber schuld, daß der Auszahlungsbetrag so gering ist.:knatsch: Durch die Beitragsverringerung und die Laufzeitkürzung habe ich den Auszahlungsbetrag selber runtergewirtschaftet. Dummheit muß eben bestraft werden :gegen die wand:

Aber es ist nicht so tragisch. Ich habe mich 10 Minuten über meine eigene Blödheit geärgert und freue mich jetzt, darüber, daß ich das Geld auf dem Konto habe und mit der Versicherungsgesellschaft nichts mehr zu tun habe. Der Vertrag war noch eine alte Sünde aus der Jugend :freches grinsen:

Dankeschön an alle, die sich auf meinen Beitrag gemeldet haben! Im Brigitte-Forum wird man nicht alleine gelassen, das ist das Schöne hier :blumengabe:

Sushi

Inaktiver User
09.03.2007, 07:16
Boahhhh... ist ja der Hammer.

Jetzt ist der Kunde schuld, wenn ihm ein von Anfang an schlechtes Produkt aufs Auge gedrückt wird. Das schlägt dem Fass ja den Boden aus.

So lange sich Kunden so etwas einreden lassen, ist es um die Kapitallebensversicherung und die private Rentenversicherung gut bestellt, denn so lange kann man die Leute "abzocken".

...auch Verbrechensopfern versucht der Täteranwalt ja oft einzureden, sie wären selbst Schuld, daß sie überfallen oder vergewaltigt wurden.... Ungeheuerlich!

Ich weiß da nicht mehr, was ich sagen soll.
Ich weiß nur eines: Ich arbeite seit weit über 15 Jahren in der Branche und habe in diesen Jahren NICHT EINES dieser ProvisionsGeier-Produkte verkauft. Mit gutem Grund!

Man muß die Leute also nicht übers Ohr hauen... es ist immer eine Entscheidung des einzelnen Vermittlers (Provisionsgier), denn keiner von denen kann behaupten, daß er es nicht gewußt hätte...

Schönes Wochenende....

justii