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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : nachtragend



RitterRost
11.02.2007, 20:51
Gibt es Mitmenschen hier, die zugeben 'nachtragend' zu sein?

Zum Beispiel es jemandem übel nehmen, wenn er seinen Geburtstag vergessen oder sich lange nicht gemeldet hat. Und dann betont distanziert reagiert. Oder sauer sind, wenn jemand versprochen hat, z.B. beim Umzug zu helfen und dann gar nicht erscheint.


Oder überwiegt die Mehrheit, die lässig und unbeeindruckt über solche Dinge hinwegsieht und mehr auf die Gegenwart achtet?

Ich stelle leider fest, daß ich schon ein wenig nachtragend bin, und mir damit das Leben z.T. selber erschwere. Andrerseits schätze ich Zuverlässigkeit, habe lieber mit Leuten zu tun, die sich auch rühren, wenn es einem nicht so gut geht.

Vielleicht passt dieser Eintrag mehr unter die Rubrik 'Freundschaften', doch ich denke, hier geht es ja insgesamt um zwischenmenschliche Umgangsformen.

Karin11555
11.02.2007, 21:00
Gibt es Mitmenschen hier, die zugeben 'nachtragend' zu sein?

Zum Beispiel es jemandem übel nehmen, wenn er seinen Geburtstag vergessen oder sich lange nicht gemeldet hat. Und dann betont distanziert reagiert. Oder sauer sind, wenn jemand versprochen hat, z.B. beim Umzug zu helfen und dann gar nicht erscheint.


Oder überwiegt die Mehrheit, die lässig und unbeeindruckt über solche Dinge hinwegsieht und mehr auf die Gegenwart achtet?

Ich stelle leider fest, daß ich schon ein wenig nachtragend bin, und mir damit das Leben z.T. selber erschwere. Andrerseits schätze ich Zuverlässigkeit, habe lieber mit Leuten zu tun, die sich auch rühren, wenn es einem nicht so gut geht.

Vielleicht passt dieser Eintrag mehr unter die Rubrik 'Freundschaften', doch ich denke, hier geht es ja insgesamt um zwischenmenschliche Umgangsformen.

Nachtragend bin ich selten, dann aber dauerhaft.
Wenn ich z.B. in einem Restaurant schlecht bedient wurde (Essen dauerte ewig, war dann auch noch halb kalt) und eine höflich vorgetragene Beschwerde ignoriert wird.
Oder es nicht möglich ist, für ein Kleinkind in einem Gartenlokal eine Portion Pommes zu bekommen, die würde es nur in Verbindung mit Currywurst geben.
Oder ebenfalls für ein Kleinkind in einem Eislokal eine Kugel Eis nicht im Becher sondern nur im Hörnchen abgegeben wird. Becher erst ab zwei Kugeln.

Ist alle schon ziemlich lange her, aber solche Läden haben mich als Kunden zum letztenmal gesehen.

Im Freundeskreis hatte ich noch keine Veranlassung dazu.

Inaktiver User
11.02.2007, 21:25
Ich bin nachtragend. Leider habe ich in dieser Hinsicht ein Elefantengedächtnis und kann schwer verzeihen.

Natürlich kommt es immer darauf an, was gerade passiert ist. Und wieviele "Patzer" es von der gewissen Person schon gab.

Inaktiver User
11.02.2007, 21:35
Ich bin überhaupt nicht nachtragend und das sehe ich schon wieder als Fehler an. Bei mir muß nur jemand eine Kullerträne verdrücken und mir Gänseblümchen in die Hand drückend "Entschuldigung" stammeln und schon bin ich wieder gut.

Es gibt wenige Dinge, die ich unverzeihlich finde. Das meiste, was mir bisher geschah, war nichts Weltbewegendes. Entweder der Mensch war mir danach nicht mehr so wichtig oder der Schwamm-drüber hat alles weggewischt.

Es gibt allerdings eine Ausnahme, sei ohne Sorge.

Tahnee
11.02.2007, 21:48
Mit geht's wie Zeta --> ich bin sehr nachtragend und merke mir dies auch sehr lange. Unzuverlässigkeit ist mir echt ein Greuel genauso wie Unpünktlichkeit. Ich kriege echt die Krise, wenn jemand oft + länger als 10 Minuten zu spät kommt. Eine Nachbarin sollte mal auf meine Lütte aufpassen. Abgesprochen war, dass Klein-Tahnee gg. 18 Uhr vom Bauspielplatz nach Hause geht und um 18:30 Uhr ist die Nachbarin da.

Was war --> Madam tauchte erst gg. 19:50 Uhr hier auf mit der Begründung, dass die Polizei im Geschäft, wo sie arbeitet, noch einen Dieb geschnappt hat und sie aussagen musste. Angerufen hat sie, nachdem meine Lütte versucht hatte, sie erreichen, aber keiner ranging. Keine Minute später klingelte zu Hause das Telefon, dass sie in ca. 30 Minuten kommt. Was für ein Zufall.

Auf meine Ansage, was das bitte war, kam dann, dass Klein-Tahnee ja so selbstständig und fit wäre und wenn die Nachbarin dann mal über 'ne Stunde zu spät kommt, wäre das schon nicht so wild. :grmpf: :grmpf:

Komischerweise lege ich sehr grossen Wert darauf, dass mein Spätzchen sich darauf verlassen kann, wenn ich ihr was sage. Sprich --> wenn ich ihr sage, dass ich dann und dann da bin, ist das so (+/- 5 Minuten). Dass mein Handy an ist, wenn sie nicht bei mir ist, ist Pflicht.

Meine Reaktion könnt Ihr Euch sicher vorstellen. Komischerweise habe ich seitdem nie Zeit, wenn die Nachbarin zum Einkaufen möchte und ihre Tochter keine Lust hat, mitzugehen und lieber bei uns bleiben möchte.

Tahnee

Historia02
11.02.2007, 22:13
Schönes Thema. Ich kann auch furchtbar nachtragend sein. Komischerweise lässt das aber nach, je älter ich werde. Manchmal bin ich abends total sauer auf meinen Mann und habe morgens schon wieder alles vergessen.

Letztes Jahr war ich aber einmal so sauer auf eine Freundin, dass ich für ca. ein halbes Jahr nicht mehr mit ihr geredet habe. Sie wollte mir bei etwas helfen und hat einen Tag vorher abgesagt.

Die Auswirkungen waren echt grotesk (heute kann ich drüber lachen): Wir hatten ein paar Wochen zuvor zusammen Karten für eine A-cappella-Gruppe gekauft. An dem Abend dann saßen wir beide außen auf den gebuchten Plätzen und unsere Männer innen ... ich habe sie beide ignoriert, von der ersten bis zur letzten Sekunde. Irgendwann hat sie dann den ersten Schritt auf mich zugemacht und als wir uns ausgesprochen habe, stellte ich fest, dass sie nicht mal wusste, warum ich sauer war.

Gestern hat mir eine Kommilitonin die Musterlösung für eine Prüfungsaufgabe versprochen, sie trudelte aber erst (nach mehrfacher Nachfrage) ein, als die Prüfung schon vorbei war. Da habe ich mich auch aufgeregt wie nix gutes. Mein erster Gedanke: Der helfe ich auch nie wieder! Aber wer weiß, wie ich das in ein paar Wochen sehe ...

clematis61
11.02.2007, 22:23
Ich gestehe, ich kann auch sehr sehr nachtragend sein. Das hängt aber auch von meiner momentanen Gefühlslage ab.

Ich verbeiße mich dann regelrecht in das Problem und gebe dem anderen so gut wie keine Chance.

Dann, vielleicht Wochen später, sieht die Sache für mich schon wieder ganz anders und viel entspannter aus. Ich verzeihe und die Sache ist längst nicht mehr so wichtig. Vielleicht, weil ich mehrmals drüber geschlafen habe.

Inaktiver User
12.02.2007, 10:24
ich würde es nun nicht unbedingt nachtragend(im negativen sinne) nennen, wenn man sich schlechtes verhalten merkt und nach wiederholungen auf abstand geht. wer macht denn was falsch?-der welcher werte wie zuverlässigkeit nicht hinbekommt oder der, welcher sich sowas eben nicht gefallen läßt ?
mir fällt öfters mal auf, daß es sich "wie im alten rom" verhält - nicht der welcher was falsch macht bekommt was auf die 12, sondern der welcher sich zur wehr setzt. darüber kann ich nur den kopf schütteln.
gruß von nemesis/dunkle-mondin.de

dastin
12.02.2007, 10:34
Hm, also bei mir ist es entweder Hopp oder Topp, eigentlich bin ich gar nicht nachtragend, vergebe und vergesse sehr schnell, kann meinen Mitstudenten und Brüdern und Eltern die Unpünktlichkeit nachsehen, eigentlich bin ich die einzige Pünktliche...
Aber es gibt Dinge, die gehn zu weit, und plötzlich geht bei mir garnix mehr, der Kontakt wird abgebrochen. Das ist bis jetzt 2Mal passiert, eins ist inzwischen 8 Jahre her, ich bin jetzt 21 und ich rede immernoch nicht mit ihr.
lG
Tin

Inaktiver User
12.02.2007, 10:40
Gibt es Mitmenschen hier, die zugeben 'nachtragend' zu sein?


Ja, ich!
Das muss dann aber heftig sein, dass mich jemand z.B. mit völlig aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen anschwärzt, um einen eigenen Vorteil zu ergattern.

Ricarda44
12.02.2007, 10:59
Ich kann alles verzeihen, wenn man mir die Möglichkeit gibt, es zu verstehen.
Aber ob ich vergessen kann, das glaube ich eher nicht.

hawaiianstarline
12.02.2007, 14:17
ich gestehe, ich bin leider auch sehr nachtragend - "leider" deswegen, weil ich sehe, dass es mir oft unnötig das leben schwer macht. :zahnschmerzen:

bei meinen freunden passiert das nicht so oft - deswegen sind sie ja meine freunde, und wenn sie sich für etwas entschuldigen und das ehrlich meinen, dann passt das auch! eine meiner besten freundinnen zb ist meistens unpünktlich, und damit rechne ich immer auch. wenn ich jedes mal deswegen angefressen wäre, wär das ziemlich anstrengend.

bei meiner mutter bin ich hingegen sehr nachtragend, weil sie mich schon oft beleidigt/gedemütigt hat, und überhaupt kein einsehen hat, dass das nicht in ordnung ist. da gibt es dann auch kein verzeihen von meiner seite aus.

meine damals beste freundin im gymnasium hat mich auch einmal belogen - ziemlich übel - und das ging dann nicht mehr zu kitten. trage ich ihr zwar nicht mehr nach - aber kontakt haben wir trotzdem keinen mehr.

lg, hawaii

Latona
12.02.2007, 14:25
Ich bin bekenne mich ebenfalls dazu, nachtragend zu sein, in dem Sinne, dass ich es nicht so schnell vergesse, wenn ich unfair oder sonstwie mies behandelt werde. Ich selbst habe den Anspruch an mich, andere Menschen fair zu behandeln und von daher lasse ich mich auch selbst nicht gerne schlecht behandeln. Entschuldigungen werden natürlich angenommen. Wer aber meint, er könne sich mir gegenüber immer wieder unzuverlässig und gleichgültig benehmen, der kriegt als Konsequenz von mir zu spüren, dass ich mich zurückziehe.

ich würde es nun nicht unbedingt nachtragend(im negativen sinne) nennen, wenn man sich schlechtes verhalten merkt und nach wiederholungen auf abstand geht. wer macht denn was falsch?-der welcher werte wie zuverlässigkeit nicht hinbekommt oder der, welcher sich sowas eben nicht gefallen läßt ? :allesok: Das halte ich für ein Zeichen eines gesunden Selbstbewußtseins: Man läßt eben nicht alles mit sich machen, ohne dem anderen Bescheid zu stoßen.

Inaktiver User
12.02.2007, 14:30
Ich bin nicht nachtragend, vorausgesetzt, dass das "vorgefallene" Ereignis geklärt wurde. Wenn man sich entschuldigt und ich merke, der andere zeigt Reue, verzeihe ich erst recht sofort ohne wenn und aber.
Zeigt der andere sich jedoch für sein Fehlverhalten uneinsichtig, so gehe ich dann automatisch etwas auf Distanz.

Inaktiver User
12.02.2007, 16:46
Ich oute mich auch als nachtragender Mensch.
Allerdings merke ich mit zunehmendem Alter, daß ich gelassener werde und viele Dinge nicht mehr so wichtig nehme wie früher.

Und es kommt natürlich darauf an, worum es geht.
Wenn jemand z. B. schlicht und einfach etwas vergißt (auch meinen Geburtstag, was manche ja wirklich übel nehmen), finde ich das jetzt nicht sonderlich schlimm. Läßt mich dagegen jemand in einer schwierigen Situation im Stich ist das für mich etwas völlig anderes.
Da kommt es für mich wirklich auf die Relation an.

Generell aber bin ich nachtragend. Ich kann verzeihen, aber schwer vergessen. Wobei es einige (wenige) Dinge gibt, die ich absolut unverzeihlich finde. Das hat dann für mich dann aber auch nichts mehr mit dem Begriff nachtragend zu tun.

Ich weiß ja nicht, ob es für dafür auch ein besonderes Wort gibt - ich vergesse nämlich auch NIEMALS wenn jemand etwas positives getan hat :blumengabe:

LG ilmaro

Inaktiver User
12.02.2007, 23:05
Ich bin eigentlich nicht nachtragend. Ich finde, es hat keinen Sinn, sich ewig lange über irgendwas aufzuregen. Wenn jemand mal Bockmist gebaut hat und es tut ihm leid und es kommt danach nicht mehr vor, warum soll ich demjenigen das noch monatelang aufs Butterbrot schmieren.

Um mich wirklich zu verärgern, muss sich jemand schon einen sehr groben Schnitzer erlauben oder mich mehrmals hintereinander enttäuschen. (Meinen Geburtstag zu vergessen, gehört nicht dazu.)
Es gibt durchaus Leute, die bei mir nie wieder eine Chance hätten. Da bin ich dann auch unerbittlich.

Dory

Inaktiver User
13.02.2007, 13:16
Wer sich bei mir entschuldigt für sein Verhalten (z. B. Unzuverlässigkeit, Unpünktlichkeit) für den habe ich ein offenes Ohr und es ist dann auch vergessen, da bin ich nicht nachtragend. Allerdings sollte das auch nicht öfter vorkommen. Entschuldigt sich jemand nicht und ich gebe zu verstehen, dass ich sauer bin und es kommt noch immer nichts von der anderen Seite, dann ziehe ich mich zurück und brauche dann auch eine Weile um zu vergessen.

Aber was mir vor einiger Zeit passiert ist, ich sehe die Person nach ca. 15 Jahren wieder und mir fällt genau dieser Vorfall wieder ein, wieso ich den Umgang gemieden haben und ihm aus dem Weg gehe. Wenn sich da noch mal ein Gespräch ergeben sollte, dann werde ich diesen Vorfall zur Sprache bringen. Mal sehen, was passiert.

Polarstern
13.02.2007, 17:50
Gibt es Mitmenschen hier, die zugeben 'nachtragend' zu sein?

Zum Beispiel es jemandem übel nehmen, wenn er seinen Geburtstag vergessen oder sich lange nicht gemeldet hat. Und dann betont distanziert reagiert. Oder sauer sind, wenn jemand versprochen hat, z.B. beim Umzug zu helfen und dann gar nicht erscheint.


Bei mir hängt es auch von der Situation an sich ab. Vergessene Geburtstage kümmern mich überhaupt nicht, eine zugesagte und dann nicht erscheinende Umzugshilfe wäre ein Drama. Einfach weil ich mich darauf verlassen habe und wahrscheinlich ohne Hilfe mit irgendetwas nicht weiterkomme. Da bin ich dann schon sauer.

Ich habe zB eine Bekannte, die sich zweimal mit mir verabredet hat und dann nicht aufgetaucht ist. Jetzt habe ich auf dieses Spiel keine Lust mehr und frage sie nicht mehr.

Ich bin in einer Sache zu nachtragend: eine lose mit mir befreundete Kollegin hat mir vor 2 Jahren den Lebensgefährten ausgespannt. Wir müssen immer noch alle drei miteinander arbeiten und begegnen uns jeden Tag. Jedesmal, wenn ich sie sehe, kommt in mir eine ungeahnte Wut hoch.
Dabei ist es wirklich besser so, ich würde den Mann nicht geschenkt zurückhaben wollen, habe einen neuen netten Liebsten und trotzdem: ich bin nachtragend. So langsam komme ich mir selber vor, als wäre ich ein Kind, dem man das Spielzeug weggenommen hat und das jetzt bockt.
Aber es ist so viel durch diese beiden zerstört worden, ich mußte mein Leben total neu organisieren, lebe mit Ende 30 plötzlich in WG und vor allem habe ich mein Vertrauen in Liebe und Freundschaften total verloren. Doch, ich bin zutiefst nachtragend.

LG
Polarstern

Ginster99
13.02.2007, 20:41
Jemand hier im Forum fragt nach dem Gegenteil von nachtragend:

passt hier 'großmütig'?

Insgesamt gehöre ich auch der 'nachtragenden Fraktion' an, gleichzeitig ist mir aber oft sehr bewußt, in welche kindischen Denkmuster man dabei zuverweilen verfällt..

Klar, Dienstleistungen, die mies waren, und nicht für Entschädigung gesorgt haben (in Form einer Entschuldigung/Gutschein etc.), deren Häuser sehen mich nicht wieder. Doch hier ging es wohl mehr um zwischenmenschliche Strukturen.

Witzig, eine (lang zurückliegende) Umzugsstory kann ich auch liefern: eine Freundin hatte von sich aus ihre Hilfe angeboten und erschien am Unzugstag nicht. Auch danach kein anruf, nichts. Es war insofern kein großes Problem, weil sich überraschend eher entfernte Bekannte, mit deren Unterstützung ich nie gerechnet hätte, eingefunden hatten.
Einige Wochen später erfolgte bei uns eine Einweihungsparty, und unmittelbar am Tag vor dem Fest traf ich eben diese Freundin beim Einkaufen. Wir haben uns unterhalten, ich war distanziert, was sie aber nicht registrierte, und sie fragte dann 'Was für Unmengen kaufst du denn ein?' Daraufhin antwortete ich 'Wir feiern morgen die Einweihung unsere neuen Wohnung. Übrigens habe ich dich am Umzugstag vermisst.' Sie: 'Ach ja stimmt, ihr seid umgezogen, nein, damals konnte ich nicht. Um wieviel Uhr steigt denn eure Fete, ich bin schon ganz gespannt auf die neue Wohnung:'
Zum Glück war ich angesichts dieser Unverfrorenheit so geistesgegenwärtig, daß ich geantwortet habe, 'Tut mir leid, eine rein private Feier, vor allem mit Hilfe der Umzugshelfer'.
Ihre Reaktion 'huch, bist du nachtragend und zickig' und drehte sich um.

Inaktiver User
13.02.2007, 20:53
Jemand hier im Forum fragt nach dem Gegenteil von nachtragend:

passt hier 'großmütig'?



Das ist eine gute Frage: Was ist das Gegenteil von nachtragend?

Großmütig würde ich z.B. nicht sagen. Ein passender Begriff fällt mir leider gerade nicht ein.

Oder anders:
Wenn eine Freundin nicht nachtragend ist und alles mit sich machen läßt (wo ein nachtragender Mensch ja dann bereits die Grenzen zieht), dann denke ich eher "Warum läßt sie sich verarschen? Man, ist die blöd!" (mal etwas krass ausgedrückt) :smirksmile:

Nachtragend sein hat für mich auch immer etwas mit Selbstachtung und Bestimmtheit zu tun. Man vergißt negative Vorfälle nicht und schützt sich für die Zukunft durch das Handeln (z.B. man trifft sich nicht mehr mit einer immer unpünktlichen Person).

Bei Leuten, die nicht nachtragend sind, habe ich oft das Gefühl, daß sie alles mit sich machen lassen.

Nachtragend heißt doch eigentlich nichts anderes als "Ich vergesse nicht". Ich kann daran nichts negatives finden.

RitterRost
13.02.2007, 21:44
@Zeta: bei deinen Schilderungen habe ich eher den Eindruck, daß es sich beim 'NachtragendSein' eher um eine positive denn schlechte Tugend handelt, jedenfalls verteidigst du die Gründe für diese Position ziemlich stark. Allerdings klingst du ziemlich unerbittlich, jedes Zuspätkommen wird bestraft oder im Hinterkopf behalten. Immer so zu denken wäre mir zu anstrengend, im Laufe der Zeit habe ich gelernt, weniger von meinen Mitmenschen zu erwarten, um gerade diese unangenehmen Situationen zu umgehen.

@all: eine interessante Diskussion hat sich hier geöffnet, ich bin überrascht, wie viele Nachtragende sich outen.

Nochmal zum Geburtstagsglückwunsch: vor vielen Jahren war ich sehr gekränkt, als ich eine Freundin zum Geburtstag eingeladen hatte, sie nicht kam (überraschend verreist) und mir dann vier Wochen später zum Geburtstag gratuliert hat als wir uns zufällig trafen. Ihr habe ich auch nicht graturliert, doch die Umgebung verstand meine Reaktion nicht bzw. urteilte über mich als 'zu empfindlich'.

Was ich als schwierig empfinde: oft entwickeln sich diese 'ich vergesse nichts' Gedanken schleichend, und nicht impulsiv, indem man seinem Gegenüber seinen Mißmut deutlich sagt (aus angst einer Überreaktion), Dadurch kommt es wohl, daß viele oft wirklich nicht wissen, warum man auf einmal so auf Abstand geht.

Aber in diesem Moment der Enttäuschung wäre ich einfach zu geladen, um jemanden direkt anzugehen.

Wie seht ihr das, welche Erfahrungen habt ihr?

Jemand hier antwortete, nach 10 oder 15 Jahren den Vorfall zur Sprache zu bringen und auf Reaktion zu warten, das kann ich nicht nachvollziehen: die Zeitspanne ist zu groß, für eine Entschuldigung ist es zu spät, und die Jahre lassen sich nicht aufholen. Entweder der Kontakt bleibt vorbei, oder bildet sich ohne Altlasten (und ohne die 'damals' Reste) neu.

Inaktiver User
13.02.2007, 21:59
Allerdings klingst du ziemlich unerbittlich, jedes Zuspätkommen wird bestraft oder im Hinterkopf behalten.

Nein, jedes Zuspätkommen usw. wird ganz sicher nicht bestraft. Ich bin heute nur so weit, daß ich gewisse Dinge, über die ich mich ärgere, nicht mehr bis in alle Ewigkeiten mitmache.

Ich erwarte genau das, was ich meinen Mitmenschen auch biete. Damit meine ich eher Werte wie Loyalität, Zuverlässigkeit, Hilfsbereitschaft usw. Eben Dinge, die eine Freundschaft ausmachen.

Und wenn man nicht zusammenpaßt, ziehe ich die Konsequenzen und ärgere mich inzwischen nicht mehr über die Person bzw. deren Verhalten, sondern ziehe einen zugegebenermaßen radikalen Schlußstrich oder gehe auf Abstand.

Historia02
13.02.2007, 22:37
Aber in diesem Moment der Enttäuschung wäre ich einfach zu geladen, um jemanden direkt anzugehen.

Wie seht ihr das, welche Erfahrungen habt ihr?
Och, ich kann das manchmal ganz gut. So habe ich z.B. die Kommilitonin (s.o.) ordentlich angepampt.

Das führte nun aber dazu, dass ich, anstatt nachtragend zu sein, mich ordentlich schäme und es mir quasi selber nachtrage, dass ich so reagiert habe :knatsch:.

(Dabei haben mich mehrere Personen darin bestätigt, dass man wütend sein darf, wenn man die versprochenen Musterlösungen erst nach der Klausur erhält und die Person dann noch naiv nachfragt, ob man sie noch rechtzeitig erhalten hat ...)

frauclooney66
14.02.2007, 08:27
Witzig, eine (lang zurückliegende) Umzugsstory kann ich auch liefern: eine Freundin hatte von sich aus ihre Hilfe angeboten und erschien am Unzugstag nicht. Auch danach kein anruf, nichts. Es war insofern kein großes Problem, weil sich überraschend eher entfernte Bekannte, mit deren Unterstützung ich nie gerechnet hätte, eingefunden hatten.
Einige Wochen später erfolgte bei uns eine Einweihungsparty, und unmittelbar am Tag vor dem Fest traf ich eben diese Freundin beim Einkaufen. Wir haben uns unterhalten, ich war distanziert, was sie aber nicht registrierte, und sie fragte dann 'Was für Unmengen kaufst du denn ein?' Daraufhin antwortete ich 'Wir feiern morgen die Einweihung unsere neuen Wohnung. Übrigens habe ich dich am Umzugstag vermisst.' Sie: 'Ach ja stimmt, ihr seid umgezogen, nein, damals konnte ich nicht. Um wieviel Uhr steigt denn eure Fete, ich bin schon ganz gespannt auf die neue Wohnung:'
Zum Glück war ich angesichts dieser Unverfrorenheit so geistesgegenwärtig, daß ich geantwortet habe, 'Tut mir leid, eine rein private Feier, vor allem mit Hilfe der Umzugshelfer'.
Ihre Reaktion 'huch, bist du nachtragend und zickig' und drehte sich um.

Sorry, aber was für eine blöde Kuh :nudelholz: Es beruhigt mich ungemein, daß anscheinend nicht nur ich solche Leute kenne - Deine Reaktion war klasse und in keinster Weise zickig. Ihr Verhalten dagegen an Unverschämtheit kaum zu toppen !
Das erging mir auch schon öfter so, daß "die Anderen" mein Verhalten, das ja eigentlich nur eine Reaktion auf ihr eigenes Verhalten ist, als negativ darstellen und z.B. wie oben kommentieren, ohne auch nur ansatzweise zu reflektieren wie die Reaktion jetzt wohl zustande kam... Es lebe die Gedankenlosigkeit und Oberflächlichkeit :yeah: Mir wäre lieber, diese Leute würden dann den Charakter zeigen und ehrlich zugeben, daß sie Mist gebaut haben - dann gibt's auch keinen Grund nachtragend zu sein, finde ich.

Inaktiver User
14.02.2007, 08:46
Jemand hier antwortete, nach 10 oder 15 Jahren den Vorfall zur Sprache zu bringen und auf Reaktion zu warten, das kann ich nicht nachvollziehen: die Zeitspanne ist zu groß, für eine Entschuldigung ist es zu spät, und die Jahre lassen sich nicht aufholen. Entweder der Kontakt bleibt vorbei, oder bildet sich ohne Altlasten (und ohne die 'damals' Reste) neu.

Dieser jemand war ich :zwinker:. Wenn es sich ergeben sollte und je nachdem wie die Situation sein wird, werde ich denjenigen darauf ansprechen, mir geht jetzt nicht um eine Entschuldigung oder Reaktion von ihm. Die Situation heute ist eine andere als vor 15 Jahren und ich werde es bei einem zufälligen Kontakt belassen, der aber von mir nicht forciert wird.

Inaktiver User
14.02.2007, 10:38
Volles Verständnis für die die nachtragend sind, aber absolut keines für diejenigen die zuschnappen wie eine 'Auster und sich gekränkt zurück ziehen.

Dem Verursacher, der den Rückzug nicht versteht und evtl.auch keine gescheite Antwort bekommt, (sogenannte Aussprachen sind oft ein Fiasko) fehlt die Möglichkeit sich zu entschuldigen und seuin Verhalten wieder gut zu machen.

Deswegen finde ich Historias Reaktion


Och, ich kann das manchmal ganz gut. So habe ich z.B. die Kommilitonin (s.o.) ordentlich angepampt.

Das führte nun aber dazu, dass ich, anstatt nachtragend zu sein, mich ordentlich schäme und es mir quasi selber nachtrage, dass ich so reagiert habe .



positiv. Du gibst deinem Gegenüber wenigstens eine Chance. allerdings, zugegebenerweise kann das auch ins Auge gehen, denn Kritik kann nicht jeder vertragen.


ischi

Inaktiver User
14.02.2007, 11:40
Ich bin nicht nur nachtragend (obwohl das Wort nicht passt, aber dazu weiter unten), ich pfeife auch auf Entschuldigungen. Wer sich in meinen Augen fehlverhält, kann das nicht "entschuldigen", das kann höchstens ich - denjenigen von der Schuld ent-schuldigen. Man macht es sich meist zu einfach: Verletzendes Verhalten zeigen und das dann mit 'ner Entschuldigung wieder "gutmachen" wollen. Ist ja auch simpel. Ich pfeif drauf. Man kann sich vorher überlegen, welches Verhalten man an den Tag legt.

Unpünktlichkeit ist mir zuwider, aber wenn jmd diese Unpünktlichkeit erklären kann, ist es auch wieder gut - das ist keine "Entschuldigung", sondern eine Erklärung. Um mal den Unterschied zu verdeutlichen, den ich da mache.

Wer mich z. B. versetzt oder zugesagte Hilfe nicht einhält, dem trage ich nichts nach (bin viel zu faul dafür *g*). Ich suche lediglich keinen Kontakt mehr bzw. streiche jene Person aus dem Kreis jener, auf die ich mich zu verlassen pflege.

Wie öfter zu lesen war: Man kann verzeihen, aber nicht vergessen. Bei mir ist es anders: Ich vergesse, aber ich verzeihe nicht. Und irgendwann fällt es mir wieder ein.

Inaktiver User
14.02.2007, 12:25
Wer mich z. B. versetzt oder zugesagte Hilfe nicht einhält, dem trage ich nichts nach (bin viel zu faul dafür *g*). Ich suche lediglich keinen Kontakt mehr bzw. streiche jene Person aus dem Kreis jener, auf die ich mich zu verlassen pflege.



Poisen, jetzt weiß ich woher du deinen Namen hast!:freches grinsen:

Muss dich jetzt mal ganz heftig kritisieren, was du mir jetzt hoffentlich nicht übel nimmst:

Beleidigte Leberwürste sind doch ein Gräuel!!

Und um mal biblisch zu werden : der werfe den ersten Stein......


ischi

Inaktiver User
14.02.2007, 12:33
Ischi, ich bin dann aber durchaus nicht beleidigt ;o) ... ich suche lediglich keinen Kontakt mehr.

Es ist wie auf dem Basar:
Ich pflege nicht zu feilschen. Entweder passt mir der genannte Betrag oder eben nicht, wenn nicht, dann kaufe ich halt nicht, aber ich feilsche nicht. Und ich ärgere mich später nicht über den Preis, den ich zu zahlen bereit bin.
Passen mir die gezeigten Eigenschaften eines Menschen (z. B. Unzuverlässigkeit) nicht, dann habe ich halt kein Interesse mehr an dem Menschen.

Das hat mit Leberwurstigkeit doch nichts zu tun ;o)


So wie ich mich für andere nicht ändern möchte, so müssen sich die anderen für mich nicht ändern. Und so wie ich mit vielen Menschen keinen Kontakt mehr haben möchte, so möchten andere keinen Kontakt zu mir haben. Finde ich alles völlig in Ordnung.

Inaktiver User
14.02.2007, 12:46
Hallo

Habe hier mal ein bisschen mitgelesen! Also ich bin nicht nachtragend in dem Sinne sondern eher bei negativ Erfahrungen distanziert und ziehe mich ohne viel Worte zu machen zurück!


Ich hatte eine sehr gute Freundin die mich sehr enttäscht hat! Mit der Geburt unseres Großen hat sie sich schon etwas entfehrnt, anrufe wurden nur von meiner Seite geführt, wenn ich mich meldete sagte sie oft sie würde an mich denken aber sie hätte immer vergessen anzurufen! Naja! Ein Paar treffen auf meine Iniative hin, war auch immer sehr schön,halt wie immer. Dann wieder Funkstille!

Vor zwei Jahren Feierte ich meinen 30ten Geburtstag, sie war natürlich auch eingeladen. War eine schöne Feier alle hatten ihren Spass! Im Herbst wurde ich wieder Schwanger! Reaktion von ihr sie meldetet sich kaum noch, nur Weihnachten kam eine SMS! Nun gut! Dann wurde Sie 30, ich gratulierte ihr und wurde zu einem Frühstück bei ihr eingeladen ! Dachte mir nichts dabei denn sie machte das jedes Jahr so! Ein paar Wochen Später höhrte ich, das sie eine riesige Fete hat steigen lassen!

Seit dem melde ich mich nicht mehr, sie auch nicht und wenn wir uns zufällig sehen weicht sie aus. Einen Streit gab es bei uns nicht, ich denke eher das sie mit veränderten Situationen schlecht umgehen kann und hab es dabei belassen! Ach ja zu meinem nächsten Geburtstag und zur Geburt meines Jüngsten schickte sie wieder eine SMS mit Glückwünschen!


Aber wenn sie sich morgen melden würde und bräuchte meine Hilfe wäre ich genauso für sie da wie früher! Wir leben halt jetzt unterschiedliche Leben, damit habe ich mich abgefunden!


Liebe Grüße

Oki

frauclooney66
14.02.2007, 12:58
@Poison
Eins muss man Dir lassen - Du bist konsequent. Ob die anderen aber immer wissen, warum Du den Kontakt abgebrochen hast ?
Deine Einstellung habe ich vor einigen Jahren auch noch geteilt - uneingeschränkt - mittlerweile bin ich aber bereit, bei kleinen "Vergehen" Toleranz walten zu lassen, denn keiner kann sich davon freisprechen in seinem Leben mindestens 1 x Mist zu bauen. Wenn diese Vergehen allerdings mit Vehemenz auftreten, gehöre ich auch zu denen, die beim Abschied leise servus sagen :smile: Denn verar... kann ich mich auch prima alleine :smirksmile:

Nachtragend bin ich, wenn Menschen mich (oder Menschen, die mir nahe stehen) enttäuschen. Und sehr empfindlich reagiere ich auf solche Spielchen wie von Oki beschrieben. Da werde ich ebenfalls zum großen, grauen Rüsseltier.

Inaktiver User
14.02.2007, 12:59
Hallo

Habe hier mal ein bisschen mitgelesen! Also ich bin nicht nachtragend in dem Sinne sondern eher bei negativ Erfahrungen distanziert und ziehe mich ohne viel Worte zu machen zurück!


Ich hatte eine sehr gute Freundin die mich sehr enttäscht hat! Mit der Geburt unseres Großen hat sie sich schon etwas entfehrnt, anrufe wurden nur von meiner Seite geführt, wenn ich mich meldete sagte sie oft sie würde an mich denken aber sie hätte immer vergessen anzurufen! Naja! Ein Paar treffen auf meine Iniative hin, war auch immer sehr schön,halt wie immer. Dann wieder Funkstille!

Vor zwei Jahren Feierte ich meinen 30ten Geburtstag, sie war natürlich auch eingeladen. War eine schöne Feier alle hatten ihren Spass! Im Herbst wurde ich wieder Schwanger! Reaktion von ihr sie meldetet sich kaum noch, nur Weihnachten kam eine SMS! Nun gut! Dann wurde Sie 30, ich gratulierte ihr und wurde zu einem Frühstück bei ihr eingeladen ! Dachte mir nichts dabei denn sie machte das jedes Jahr so! Ein paar Wochen Später höhrte ich, das sie eine riesige Fete hat steigen lassen!

Seit dem melde ich mich nicht mehr, sie auch nicht und wenn wir uns zufällig sehen weicht sie aus. Einen Streit gab es bei uns nicht, ich denke eher das sie mit veränderten Situationen schlecht umgehen kann und hab es dabei belassen! Ach ja zu meinem nächsten Geburtstag und zur Geburt meines Jüngsten schickte sie wieder eine SMS mit Glückwünschen!


Aber wenn sie sich morgen melden würde und bräuchte meine Hilfe wäre ich genauso für sie da wie früher! Wir leben halt jetzt unterschiedliche Leben, damit habe ich mich abgefunden!


Liebe Grüße

Oki


Das ist ganz typisch weiblich (vorauseilende Verzeihung inbegriffen) und der Grund, warum ich den Umgang mit Männern viel einfacher finde. Da wird rumgeblafft und nachher ist gut.

Ist so eine Freundschaft nicht wert, dass man sich um sie bemüht? Wer weiß, vielleicht würde ein Aussprache das Verhältnis entkrampfen. Die Freundschft könnte unter neuen Vorzeichen, vielleicht mit etwas mehr Distanz und weniger Erwartungen wieder aufleben. Du hast doch schon vermutunggen, woher die Entfremdung kommt. Wenn sie dir weiter SMS schickt ist sie doch noch an dir interessiert. Warum machst du nicht den ersten Schritt auf sie zu, vieleicht ist sie auch erleichtert.


ischi


ischi

Inaktiver User
14.02.2007, 13:06
Ob die anderen aber immer wissen, warum Du den Kontakt abgebrochen hast ?

Ist das wichtig? Für mich nicht - ich muss denen keinen "reinwürgen" mehr, ich verlange keine Rechtfertigung und auch keine Zerknirschtheit, nur damit ich dann "verzeihen" kann. Ich habe für mich entschieden, dass ich auch sehr gut ohne diesen Menschen auskomme - was hat der dann noch mit der Entscheidung zu tun? Muss er meine Entscheidung verstehen? Ist mir dann doch gleichgültig.

Natürlich gibt es kleine und große Vergehen ... und nicht bei jedem Menschen setze ich den gleichen Maßstab an, einige dürfen mehr als andere. Und natürlich leiste ich mir auch den einen oder anderen Patzer, der nicht hätte sein müssen, davon spreche ich mich doch gar nicht frei. Und wer mich nach meinen eigenen Maßstäben richten will, dem sei es gegönnt :cool:

Sei aber versichert, dass es schon viel braucht, damit es soweit kommt :blumengabe:

Außerdem schrieb ich, dass ich dann keinen Kontakt mehr suche - man kann gerne noch welchen zu mir aufnehmen, nur werde ich mich nicht mehr melden. Der Zug ist dann abgefahren.

Inaktiver User
14.02.2007, 13:17
Liebe Ischi

Vier Jahre habe ich mich bemüht! Wie ich schrieb habe ich immer versucht den Kontakt aufrecht zu erhalten, mein Großer wird im Sommer schon fünf! Aber irgendwann ist doch mal schluss und ich denke ein Telefon kann sie auch bedienen!

Wenn man sich immer bemüht und bekommt nichts zurück ist das traurig!

Grüße

Oki

Inaktiver User
14.02.2007, 13:19
Ich bin von Naturaus recht temperament voll und manchmal auch unbedacht. Zuverlässig glaube ich auch, obwohl teilweise vergesslich.

Also, nicht ohne erheblich Fehler. Immer wieder passiert es, dass (speziell weibliche) Kolleginnen "komisch" sind. Drehen sich um antworten nicht auf einen Gruß oder derartig flüchtig , dass ich mich sehr wundern muss.

Wenn ich dann frage, was los ist, duchaus in dem ich mich zurücknehme und frage ob ich versehntlich was falsch gemacht habe, kommt die Antwort: "Überhaupt nicht." Das Verhalten jedoch bleibt.

Poisen, Oki, in der Reihe sehe ich Euch auch! Und dieses Verhalten ist m.E. absolut abzulehnen.


ischi

Inaktiver User
14.02.2007, 13:27
Ist das wichtig? Für mich nicht - ich muss denen keinen "reinwürgen" mehr, ich verlange keine Rechtfertigung und auch keine Zerknirschtheit, nur damit ich dann "verzeihen" kann. Ich habe für mich entschieden, dass ich auch sehr gut ohne diesen Menschen auskomme - was hat der dann noch mit der Entscheidung zu tun? Muss er meine Entscheidung verstehen? Ist mir dann doch gleichgültig.

Natürlich gibt es kleine und große Vergehen ... und nicht bei jedem Menschen setze ich den gleichen Maßstab an, einige dürfen mehr als andere. Und natürlich leiste ich mir auch den einen oder anderen Patzer, der nicht hätte sein müssen, davon spreche ich mich doch gar nicht frei. Und wer mich nach meinen eigenen Maßstäben richten will, dem sei es gegönnt :cool:

Sei aber versichert, dass es schon viel braucht, damit es soweit kommt :blumengabe:

Außerdem schrieb ich, dass ich dann keinen Kontakt mehr suche - man kann gerne noch welchen zu mir aufnehmen, nur werde ich mich nicht mehr melden. Der Zug ist dann abgefahren.


Poison, hör auf solche Sachen zu sagen. Ich kriege Angst :ooooh: :smirksmile: !!!

Inaktiver User
14.02.2007, 13:30
Jemand hier im Forum fragt nach dem Gegenteil von nachtragend:

passt hier 'großmütig'?



Ich würde als Antonym für nachtragend "verzeihend" nennen.

Inaktiver User
14.02.2007, 13:31
Mit Geburtstag vergessen, Hilfe zugesagt und nicht gemacht, zu spät kommen kann ich leben.
Aber bei großen Verletzungen bin ich auch die zugeschnappte Auster und breche den Kontakt ab. Das waren Vergehen wie "Freundin spannt mir den Lebensgefährten aus" und "befreundete Kollegin haut mich in der Firma an höchster Stelle in die Pfanne".
Dass der Kontakt zu Freundinnen abreißt, weil sich ihr Leben komplett anders entwickelt als meins. habe ich erlebt und habe es auch gerade wieder.
das macht mich traurig, aber ich wäre wieder für sie da, wenn sie "auftauchen" würde

Inaktiver User
14.02.2007, 13:34
@Ischi: dieses verhalten, sich umdrehen und euinen nicht kennen, kenne ich auch und finde es kindisch und albern.
Da würde ich lieber, auch wenn es unangenehm sagen, was schief gelaufen ist.

Inaktiver User
14.02.2007, 13:38
Das waren Vergehen wie "Freundin spannt mir den Lebensgefährten aus" und "befreundete Kollegin haut mich in der Firma an höchster Stelle in die Pfanne".


Das kann ich akzeptieren, allerdings würde ich vorher noch mal 'ne große Szene machen. Das ist gut für die Psychohygiene. Das sind Sachen, bei denen man emotional so beteiligt ist, dass einem vermutlich der Kloß im Hals stecken bleibt und man gar nicht anders kann.

Nicht akzeptieren kann ich den Kontaktabbruch hingegen wenn der andere gar nicht weiß worum es geht. Man sollte ihm immerhin die Chance geben sich zu rechtfertigen. Auch wenn die Beziehung natürlich nie mehr so werden kann wie vorher.


ischi

Inaktiver User
14.02.2007, 13:39
@Ischi: dieses verhalten, sich umdrehen und euinen nicht kennen, kenne ich auch und finde es kindisch und albern.
Da würde ich lieber, auch wenn es unangenehm sagen, was schief gelaufen ist.


dahaben sich zwei Beiträge gekreuzt:allesok:


ischi

Inaktiver User
14.02.2007, 13:58
Ischi ich weiss wirklich nicht in wie fern Du mich beurteilen kannst!

Ich schrieb nicht das ich ihr den Kontakt verweigern würde, sondern das sie ihn nicht persönlich sucht! Sie dreht sich auf der Strasse oder im Lokal um wenn sie mich sieht!

Unsere Leben haben sich ganz unterschiedlich entwickelt und das ist das Problem! Sie der kinderlose Singel und ich verheiratet und zwei Kinder!

Ich kann nicht mehr wie früher mittags beschließen, das ich abends ne Sause mache, so wie sie! Ich bin für sie eben nicht mehr so erreichbar gewesen, wie sie das gewohnt war, das ist unser Problem!

Und das ließe sich nur lösen wenn ich mich scheiden lasse und die Kinder ins Heim gebe!!:freches grinsen:


:blumengabe:

Caretaker
14.02.2007, 14:30
Mit Geburtstag vergessen, Hilfe zugesagt und nicht gemacht, zu spät kommen kann ich leben.
Aber bei großen Verletzungen bin ich auch die zugeschnappte Auster und breche den Kontakt ab. [...]

So ist das bei mir auch - wobei ich nicht so weit gehe, den Kontakt abzubrechen, das geht auch nicht immer einfach so.
Es schleicht sich dann eher eine Art oberflächliche Höflichkeit ein.

Wenn mir was emotional sehr nahe geht, also eine - für mich (ist ja doch ein sehr subjektives Gefühl) - Verletzung da ist, krieg ich das nicht aus dem Kopf.
Auch wenn es (scheinbar) geklärt ist, man darüber geredet und den anderen verstanden hat, für mich schwebt so ein Vorfall hintergründig immer mit.
Habe aktuell so einen Fall, wo ich innerhalb einer Arbeitsgruppe von einer Person massiv angegriffen wurde, mich viele unfaire Vorwürfe trafen (von denen einige eher von mir auf die Person passen würden), wo mir Vorgehenswünsche unterstellt wurde, die ich so nie sah, etc.
Mit diesem Mensch muss ich wohl oder übel weiter zusammen arbeiten. Ich habe zwar verstanden, wie es bei ihr zu dem Ausbruch kam und wir konnten einiges klären, aber ein Rest Misstrauen und Vorsicht bleibt - und das fällt auch unter "nachtragend sein".

Caretakerin

Inaktiver User
14.02.2007, 14:38
OK, bei der Kollegin gehts auch nicht mit Kontakt abbrechen. Sie ist im Mutterschutz und ich muss im Herbst wieder mit ihr zusammenarbeiten und das wird dann auch mit oberflächlicher Höflichkeit gehen.
aber früher haben wir privat gemailt oder ich habe sie zu Hause besucht, das mache ich natürlich nicht mehr.

@oki: das verhalten deiner Freundin würde mich auch verletzen.

Monika

Inaktiver User
16.02.2007, 18:44
Ich bin nachtragend. Leider habe ich in dieser Hinsicht ein Elefantengedächtnis und kann schwer verzeihen.




Ich auch...

Megan_Rose
16.02.2007, 20:45
Generell stufe ich mich nicht als nachtragend ein. Wenn jemand mal kurzfristig ein Treffen absagt, meinen Geburtstag vergisst, eine halbe Stunde zu spät kommt oder Streit anfängt, ist das kein Drama. Niemand ist perfekt, und solche Dinge passieren mir auch. Erst wenn es sich bei einer Person extrem häuft, bringe ich das zur Sprache.

Aber es gibt eine Sache, die ich absolut nicht verzeihe, und das ist Falschheit. Sprich, nach vorn freundlich tun und hinter meinem Rücken schlecht über mich reden. Über so etwas sehe ich nicht hinweg. Es gibt auch keine Entschuldigung dafür, denn die Person tut es mit voller Absicht und bei vollem Bewusstsein. Das macht man im Privatleben einmal mit mir, dann sage ich der Person ins Gesicht, was ich davon halte, und fortan ist sie Luft für mich. Falschheit ist ein Zeichen von schlechtem Charakter. Leute mit schlechtem Charakter sind es nicht wert, von mir beachtet zu werden. Folglich will ich nichts mit ihnen zu tun haben.

corakariert
17.02.2007, 17:56
Ich kann ziemlich nachtragend sein, allerdings stelle ich auch fest, dass das mit zunehmendem Alter nachlässt.
Habe aber gerade so einen Fall, da bin ich immer noch sauer. Wir sind vor über einem Jahr umgezogen. Ich fühle mich in der neuen Gegend wohl, habe alle Nachbarn immer freundlich gegrüßt und überhaupt nichts Schlechtes geahnt. Letztes Jahr im August, genau am Geburtstag meines Mannes, quatschte mich plötzlich eine Nachbarin an. In der Gegend waren Fahrräder geklaut worden und sie war der Meinung, meine Kinder hätten etwas damit zu tun. Ich habe ihr dann nur ganz ruhig geantwortet, dass meine Kinder ganz bestimmt nichts damit zu tun haben.
Wir hatten Gäste und wollten gerade Essen gehen, ich wollte mir auf keinen Fall den Abend verderben lassen und mich gar nicht erst aufregen. Erst am Sonntagabend, als alle Gäste weg waren, fiel mir alles wieder ein und mich packte eine unbändige Wut auf diese Frau, die ein paar Wochen anhielt. Ich habe sogar krampfhaft überlegt, wie ich mich für diese Unverschämtheit rächen könnte. Irgendwann habe ich mich natürlich beruhigt, aber ich kriege immer noch einen dicken Hals, wenn ich íhr begegne.

Didi50
19.02.2007, 21:26
Ich bekenne mich auch dazu. Ich bin nachtragend wie ein Elefant. Aber im Guten, wie im Schlechten. Wenn mich jemand gekränkt oder beleidigt hat, vergesse ich das lange nicht.

Wenn mir aber jemand etwas Gutes getan hat, dann bin ich demjenigen jahrelang gegenüber nachsichtig.

Ich kann es nicht ändern. Ich habe nur gelernt damit umzugehen.

Didi

Mandelbluete
19.02.2007, 21:51
Generell stufe ich mich nicht als nachtragend ein. Wenn jemand mal kurzfristig ein Treffen absagt, meinen Geburtstag vergisst, eine halbe Stunde zu spät kommt oder Streit anfängt, ist das kein Drama. Niemand ist perfekt, und solche Dinge passieren mir auch. Erst wenn es sich bei einer Person extrem häuft, bringe ich das zur Sprache.

Aber es gibt eine Sache, die ich absolut nicht verzeihe, und das ist Falschheit. Sprich, nach vorn freundlich tun und hinter meinem Rücken schlecht über mich reden. Über so etwas sehe ich nicht hinweg. Es gibt auch keine Entschuldigung dafür, denn die Person tut es mit voller Absicht und bei vollem Bewusstsein. Das macht man im Privatleben einmal mit mir, dann sage ich der Person ins Gesicht, was ich davon halte, und fortan ist sie Luft für mich. Falschheit ist ein Zeichen von schlechtem Charakter. Leute mit schlechtem Charakter sind es nicht wert, von mir beachtet zu werden. Folglich will ich nichts mit ihnen zu tun haben.

Hallo,

das könnte von mir sein. Diese kleinen Alltagsnervereien habe ich ganz schnell vergessen, sie sind einfach weg, auch wenn ich mir "vorgenommen" habe, dass ich dieses Mal so richtig und so richtig lang sauer sein werde.:grmpf:

Aber Falschheit kann ich wirklich kaum verzeihen. Wenn ich nach Jahren dran denke, mir die Situation wieder vor Augen führe, dann kommt auch die Wut wieder. Es hängt mir nach, ewig. Und auch wenn mir diese Art von Nachtragendsein kein schlechtes Gewissen bereitet, würde ich doch leichter leben, wenn ich einfach vergessen könnte.

Mandelblüte

Inaktiver User
08.07.2008, 23:50
"Es beruhigt mich ungemein, daß anscheinend nicht nur ich solche Leute kenne - Deine Reaktion war klasse und in keinster Weise zickig. Ihr Verhalten dagegen an Unverschämtheit kaum zu toppen !"

hehe, musst gerade lachen, weil ich eigentlich auch bei jeder Entschuldigung alles vergesse. Aber ich hab da so ein Ding auf Lager, das werd ich in meinem Leben nicht vergessen.Hoffentlich eher mit einem lachenden Auge:
Ich war mit jemanden zusammen. Erfuhr, dass er mich vor einem halben Jahr betrogen hatte und kurz danach hatte ich Geburtstag. Wir wollten es nocheinmal versuchen. Er versetzte mich um fünf Stunden am Geburtstag, tantze an, als wär nichts gewesen. Ich war so perplex, dass ich ihn nur anpampte (er half anscheinend der Mutter seines Kindes), er solle doch wenigstens per sms absagen. Was tut er, statt sich zu entschuldigen: er fängt nahtlos an von Erinnerungen mit seiner Exfreundin zu reden, wegen der er mit mir drei Monate vorher Schluss gemacht hat (und sie ist nicht die Mutter seines Kindes). Ich ticke aus, bezahl auch noch (ich Depp) und jetzt der krönende Schluß:
Auf der Straße ruft er mir hinterher: Warum machst du alles kaputt?
Als wir nocheinmal drüber redeten, weil ich dachte ich könnte für den Papi doch ein wenig Verständnis haben und seinen Vertrauensbruch ansprach, sagte er: Aber wir haben doch nur drei mal miteinander geschlafen.

Da war ich so perplex, dass ich nochnichtmal sauer war.

Aber ich hoffe ich werde hier sehr nachtragend sein.

Ich hatte auch schonmal einen Fall, bei dem ich gedacht habe, naja...hätte nicht sein müssen: ich habe einer Freundin die Feundschaft gekündigt, weil sie mir, als es mir dreckig ging und weinend vor ihr saß, gesagt hatte: " jetzt schau dich doch mal an, wie du rumheulst". Naja, ich glaub das war im Affekt, weil wir uns gestritten haben. Ich ging ihr eineinhalb Jahre aus dem Weg und sie starb an Krebs...zwei Wochen vorher hatte ich noch die Möglichkeit zu ihr etwas zu sagen, weil ich sie auf einer Party enfernt gesehen habe.

mhmmm, mir fiel halt nichts ein und ich hab sie nur angeschaut. Da hätte ich mir schon gewünscht ich hätte was sagen können. Aber ich glaub sie hat meinen Blick verstanden...

Da habe ich schon ein wenig am Thema nachtragend sein rumgeknuspert ..

Margali62
09.07.2008, 15:27
Ich bin nachtragend und kann Leute aus meinem Leben streichen.
Leider habe ich ein gutes Gedächnis und könnte den ein oder anderen Dialog noch fließend vortragen. Macht bestimmt nicht glücklicher.
Aber ich bin eher geradeaus, kann linke, hinterfo**ige Touren nicht ausstehen und schon gar nicht, wenn der Beschuss aus einer Ecke kommt, wo ich es nicht erwartet hätte, bzw. Unterstützung gebracht hätte. Und ich vergesse es halt nicht. Never.