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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Es ist so traurig und schmerzt so sehr



Guayanesa
11.02.2007, 10:39
Mein Vater ist heute morgen gestorben. Ich kann gar nicht aufhören, zu weinen. Es tut richtig körperlich weh. Ich war die letzten zwei Wochen bei meinen Eltern und habe ihnen den Haushalt geführt. Mein Vater war voller Krebs und meine Mutter kann nur noch schwer laufen. Es ist so traurig. Ich weiss gar nicht, wie ich mich beruhigen kann.

Inaktiver User
11.02.2007, 12:17
Liebe Guayanesa,

ich möchte dir mein aufrichtiges Mitgefühl aussprechen.
Du schreibst, du weißt nicht, wie du dicht beruhigen sollst. Ach, Liebes, das brauchst du heute doch gar nicht. Heute morgen ist dein Vater gestorben, heute! Das ist doch ganz normal, dass du weinst, das ist doch gut so.
Lass es raus.
Da löst sich auch die Anspannung der letzten 2 Wochen, das war doch eine harte Zeit.

Dein armer Vater ist nun von seinen Schmerzen und Leiden erlöst. Das ist das gute am Sterben.
Nun könnt ihr aufatmen, es ist vorbei für ihn. Ist das nicht das Wichtigste?
Ich habe gelesen, du arbeitest für die Caritas. Hast du einen Bezug zur Kirche, zum Glauben? Dann weißt du, dass er nun wohlgeborgen ist, seine Seele geht heim in die Gotteswelt.

Für dich und deine Mutter ist es nun wichtig, dass ihr füreinander da seid. Ich hoffe sehr, ihr habt noch Freunde, Verwandte, gute Nachbarn.... die euch helfen können bei der Vorbereitung der Beerdigung und der Trauerfeier.

Trauer kann in der Tat körperlich weh tun, das können dir hier viele bestätigen.

Ich schicke dir jetzt leise Grüße und heiße dich willkommen in unserem Kreise hier.

Guayanesa
11.02.2007, 12:58
Vielen Dank für deine mitfühlenden Worte. Ich habe meine Katze noch in der Katzenpension. Ich hätte sie jetzt gerne bei mir, aber so kann ich doch dort nicht hingehen.

Inaktiver User
11.02.2007, 21:42
Liebe Guayanesa,

auch ich möchte Dir mein Mitgefühl aussprechen. Es ist immer schwer, einen geliebten Menschen leiden zu sehen. Versuche, wie Lavendelmond es auch schon schrieb, seinen Tod als Erlösung für ihn zu sehen. Du hast eine schwere Zeit hinter Dir und musst Dich davon erst mal etwas erholen. Lass die Tränen raus, wenn sie wollen. Und die körperlichen Schmerzen kann ich Dir auch bestätigen. Bei mir ist es jetzt 5 Monate her, dass mein Lebensgefährte gestorben ist, und erst jetzt fängt es allmählich an, mir etwas besser zu gehen. Und hol so schnell wie möglich Deine Katze zu Dir, Tiere sind meistens die besten Doktoren!

Ich wünsche Dir viel Kraft, und liebe Menschen in Deiner Umgebung, die für Dich da sind.

Fühl Dich umarmt, Kathi

Guayanesa
12.02.2007, 08:12
Vielen Dank, liebe Kathi. Und du hast Recht - Tiere trösten sehr.

Inaktiver User
12.02.2007, 10:25
Liebe Guayanesa,
ich nehme Dich mal ganz sanft in den Arm und fluestere Dir etwas ins Ohr:
Fang erst gar nicht an, Dir Beschraenkungen beim Weinen, Trauern und Schmerz empfinden, aufzuerlegen, nur damit Du irgendwelche gesellschaftliche Konventionen erfuellst. Hole Deine Katze zu Dir, und wenn Du voellig verweinst, bleich und kuemmerlich aussiehst. Du hast etwas ganz truariges gerade erlebt, und es ist Deine Trauer, die Du immer ausleben darfst, und die bei der Dir keiner sagen darf, was falsch und richtig ist. Viele von uns hier wissen, dass in der richtigen Welt nicht immer die Geduld fuer die Trauernden da ist. Es soll Dir egal sein.
Es tut immer so weh, wenn jemand gehen muss. Nimm Dir alle Zeit und alle Riten, die Du brauchst, um damit umgehen zu koennen.

Liebe Gruesse
Kranich

Ricarda44
12.02.2007, 10:54
Ich habe die Erfahrungen der Elisabeth Kübler Ross mit in mein Leben übernommen. Und sie sagt dazu, dass der Körper verstorben ist, aber die Seele lebt. Ich denke, Ihr solltet dieses Buch "Über das Sterben und das Leben danach" einfach mal lesen. Es hilft zu verstehen, dass es den Verstorbenen besser geht als wir uns vorstellen können. Der Schmerz und das Leid ist bei den Hinterbliebenen. Was allerdings auch den Verstorbenen weh tun wird, wenn wir uns darin gefangen lassen halten.

Liebe Guayanesa, Ihr habt mein aufrichtiges Mitgefühl, denn ich habe diese Schmerzen selbst im eigenen Familienkreis schon einige Male erleben müssen.

Holt Euch wieder Kraft, wenn die Tränen getrocknet sind.
Dein Vater würde es sicher nicht wollen, dass Ihr an seinem Ableben verzweifelt. Er ist bei Euch. Und wenn Du mal ganz still in Dich hinein horchst, wirst Du ihn auch hören.
Ich wünsche Dir und Deiner Mutter Stille und Ruhe und liebe Menschen an Eurer Seite, die Euch in dieser Zeit des Schmerzes beistehen.

Inaktiver User
12.02.2007, 11:03
Liebe Guayanesa,
ich grüße Dich ganz herzlich und sende Dir mein tiefstes Mitgefühl. Mein Vater ist vor 10 Tagen gestorben- auch an Krebs. Ich finde mich in der Beschreibung Deiner Gefühle wieder.
Was mich tröstet- und das trifft bestimmt auch auf Deinen Vater zu, da der die selbe Krankheit hatte- ist, dass er nicht mehr leiden wird. Die großen Schmerzen sind vorbei und seine Seele ist frei. Ich finde großen Trost, wie auch Riccarda,in den Büchern von Elisabeth Kûbler-Ross. VIelleicht werden auch sie Dir helfen?

Alles Liebe und viel Kraft, auch für Deine Mutter!