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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : No-go-Becher - wenn schlimm, dann bitte richtig!



Avocado_Diaboli
12.07.2017, 14:12
Nach alu-freien Deos ist die neue Sau, die derzeit durchs Dorf getrieben und zum neuen First-World-Problem erklärt wird, der wegwerfbare Coffee-to-go-Becher. Bei uns hängt am Umwelt-Ministerium eine rieeeesige, ganze Häuserfront bedeckende Fahne, die mich mahnt, doch bitte Pfandbecher zu benutzen.

Ja, die Dinger verursachen Müll. Einen ganzen Haufen sogar. Da bin ich ganz dabei. Daher vermeide ich sie, wo es geht, und benutze sie ggf. mehrmals. Aber, verdammte Axt, kein Mensch regt sich darüber auf, was täglich gedankenlos an ähnlichem Müll durch Schnellimbisse und To-go-Essen verursacht wird!

Bei McDonald´s und Co. ist stets alles verpackt und in Wegwerf-Bechern, egal ob ich es direkt dort esse oder nicht. Zumindest die Cola könnte man in Gläsern ausschenken, und der Burger, den ich eh in zwei Minuten esse, muss auch nicht unbedingt verpackt sein (der ist ohnehin schon an der Kasse kalt, auch mit Verpackung).

Viele holen oder bestellen sich mehrmals wöchentlich Essen beim Chinesen, Türken etc. Die Plastik-Schaum-Warmhaltepackungen wachsen auch nicht auf Bäumen, mit Alu ausgeschlagene Pizza-Kartons auch nicht. Warum nicht da ein Pfandsystem einführen? Meist bestellt man doch sowieso beim gleichen Lieferanten.

Nehme ich mir irgendwo frischen Salat mit, ist er in einer Plastik-Schale mit Deckel, dazu eine Plastik-Gabel und ein Plastikdöschen mit Salatsoße. Ein Pfandsystem für Salatschalen kenne ich nur von "Dean & David", aber das Riesending schleppe ich nun auch nicht immer mit mir rum.

Und wenn ich sehe, wie unsere türkische Gemüseverkäuferin jedes Sträußchen Petersilie und jede Tomate in eine einzele Plastiktüte packt und das Ganze dann INSGESAMT nochmal in eine schöne große Tüte, dann weiß ich, ich hab für zuhause wieder Mülltüten für drei Wochen.

Eis im Becher mit Plastiklöffel ist letztlich exakt das gleiche wie ein Kaffee-Becher: Ein beschichteter Pappbecher mit noch etwas Zusatz-Plastik. Hat sich da schonmal jemand drüber aufgeregt? Nicht dass ich wüsste.

Was ich eigentlich sagen will: Weshalb ist der Coffee-to-go-Becher (zu recht) verpönt, der ganze andere Verpackungsscheiß für die Leute aber null problemo? Wenn über Vepackungsmüll aufregen, dann bitte nicht so punktuell. Ich mag mit meinem Pappbecher nicht angeschaut werden wie ein Kinderfresser, während jemand mit einer Meckes-Cola mit Deckel und Plastikstrohhalm durchgewunken wird.

Ich würde das Geld (z.B. für die olle Fahne) und die Energie lieber in die Erforschung neuer, abbaubarer Verpackungsstoffe stecken, die dann allgemein eingesetzt werden können. Auch vom Liefer-Inder.

LEER
12.07.2017, 14:43
Hallo!

Auch wenn Du im Grunde recht hast - irgendwo muss man ja beginnen.

Und "Kaffee" und "to go" ist fuer mich ein diametraler Gegensatz, etwa so sinnvoll wie duschen mit Regenmantel.

Zu Kaffee gehoert ZWINGEND Genuss, kurzes Innehalten und Entspannung.

Wer so hip und wichtig ist, dass er keine Zeit hat, sich auch nur an einen Stehtisch zu stellen und wenigstens ein paar Minuten fuer den Kaffee zu haben, der soll solche verfluchte Mode-Bruehe aus Dosen saufen (die mit "Energy" und dem Geschmack von totgeschlagenen Gummibaerchen...). Die ist wenigstens in recyclebaren Dosen.

Kuerzlich kam in einer TV-Sendung ein Beitrag, dass das Entwicklungsland(!) Ruanda seit 2008 Plastik-fri ist - Folien sind generell(!) verboten, auch bei der Durchreise.

Da kann die 1. Welt mal von der 3. lernen...

'Tschuldigung, nur mal meine 2 Ct.

Gruss

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Avocado_Diaboli
12.07.2017, 14:54
'Tschuldigung, nur mal meine 2 Ct.
Wieso Tschuldigung? Danke für den Beitrag! :smile:

Promethea71
12.07.2017, 15:09
Du hast völlig recht.

Ich denke an den Kaffeebechern entzündet sich leichter Ablehnung, weil viele Menschen schon überhaupt nicht verstehen, warum man überhaupt Kaffee zum mitnehmen kauft.

Entweder trinke ich meinen Kaffee entspannt zuhause oder ich nehme Kaffee von zuhause im eigenen Becher mit oder ich trinke ihn entspannt im Cafe ... so denken die Leute und empfinden diese Mitnehmbecher einfach als besonderes überflüssig.

Und es ist eben leichter seinen eigenen Becher zum Kaffeekocher mitzunehmen (weil man den eben in der Regel selbst holt), als das ganze auf einen Bringdienst zu übertragen.


Ich bin aber so oder so die falsche Adressatin, da ich weder Coffee-to-go trinke, noch bei Meckes und Co. esse.

Aber ich werde mal darüber nachdenken, ob ich (Sushi hole ich nämlich persönlich ab), da mal meine Tupperdose mitnehme .... mal gucken, was mein Japaner dazu sagt.

Und auch im kleinen Gemüseladen kannst du sagen, wenn du keine Tüten drumherum haben willst - mache ich regelmäßig. ES ist kein Naturgesetz, dass die verpackt werden müssen, sondern viele Kunden wollen es so.

Promethea71
12.07.2017, 15:12
Und Eis esse ich nur aus der Waffel, die ich meisten mitesse, die aber wenn ich sie wegwerfen sollte sich viel leichter abbaut, als der Verbundbecher.

Und ich kenne keinen Eisverkäufer, der nicht auch Waffeln anbietet.
Was nicht heißen soll, dass es keine geben mag.

Avocado_Diaboli
12.07.2017, 15:18
Im Gemüseladen zücke ich meine stets-an-der-Frau-Einkaufstasche von Rossmann, aber die Verkäuferin ist manchmal dermaßen schnell... Und auch ich bin ein Waffel-Esser. :lachen:

Der CTGB (ich kürz das mal ab) hat für mich sowas "Knut´sches", wenn ihr versteht, was ich meine. Man hat das Gefühl, irgendjemand stellt sich hin und sagt: "Des hamwa jetzt kolletiv toll oder doof zu finden. Denkt nicht drüber nach, is einfach so." Und alle haben eine Meinung dazu und sind auch ganzganz empört, bis das nächste Thema ausgerufen wird.
Jesses.

hexe-38
12.07.2017, 15:23
Ich habe des öfteren ein schlechtes Gewissen, wenn ich meine Bequemlichkeit über die Umwelt stelle. Manchmal ist es ein Abwägen. Wir haben hier in unserem kleinen Kaff keinen Metzger, z.B. und essen sowieso nur wenig Wurst. Das bedeutet, ich nehme verpackte, weil frische einfach zu schnell verdirbt. Und der Verpackungsmüll macht mir zwar ein schlechtes Gewissen - aber ohne wäre ich gezwungen, wegen jeden 100 gr Wurst zum Metzger zu fahren - einige km, mit dem Auto, also was ist schlimmer....

Coffee to go dagegen, das mag und brauch und will ich nicht, weswegen ich natürlich prima auf die Becher verzichten kann gg.

Und ich denke so machens die meisten - was uns am wenigsten ausmacht, darauf verzichten wir und Dinge die uns unverzichtbar sind/erscheinen - da pfeifen wir auch mal auf die Umwelt. Und ich sags ehrlich, ich finde das völlig legitim.

Ich bin aus dem Alter raus, in dem ich mir eingebildet habe, den Planeten im Alleingang retten zu können und zu müssen.

Also vermeide ich Plastikeinkaufstüten, auch beim Klamottenkauf und Obst und Gemüse kaufe ich wann immer möglich lose.
Ich bin sparsam beim Resourcenverbrauch, ich lasse das Auto stehen wann immer möglich und so weiter.

Aber so einige Umweltsünden, die begehe ich. Es ist naiv anzunehmen, man könnte diesen Planeten bewohnen ohne einen Fussabdruck zu hinterlassen.

PS: MEINE Sünde in Sachen Kaffee ist nicht "to go" - ich gehöre zu den bösen bösen Kaffeetrinkern, die eine Kapselmaschine benutzen - und noch dazu eine mit ALU!!!!! Für je zwei Kapseln täglich, aber zwei Kapseln sind zwei Kapseln...)

Nadine75
12.07.2017, 15:26
Immer wenn irgendwelche Probleme gelöst werden sollen, werden andere aufgezählt, die wichtiger sind.. gähn..

Avocado_Diaboli
12.07.2017, 15:30
Nee nee, das verstehst du falsch. Die CTGB zu vermeiden IST wichtig. Was mich aufregt ist, dass aber, sobald Cola im Becher ist, plötzlich alles tutti ist - weil ist ja kein CTGB, die Cola ist ja nicht böse. Und das ist schlicht falsch. Der andere Becher ist genauso böse. Nicht entweder oder, sondern sowohl als auch!

Konsequent wäre, auch für Cola-Becher Pfand einzuführen. Den Meckes gibt es gefühlt oft mehr als Kaffee-Dealer...

Blueberry82
12.07.2017, 15:41
Ich denke, es liegt einfach daran, dass es viele Menschen gibt, die täglich ihren Coffee to go auf dem Weg zur Arbeit kaufen und das sind dann satte 5 Becher pro Person und Woche.

Die meisten gehen halt nur einmal in der Woche zum türkischen Gemüsehändler, holen sich einmal am Wochenende was beim Asia-Imbiss doppelt- und dreifach verpackt, sind nur alle 2 Wochen bei McDoof und schälen ihren Burger aus der Verpackung. Kaffee gibt`s bei vielen aber halt täglich. Und beim Kaffee ist es halt einfacher, selbst für Alternativen zu sorgen, sei es, auf den Kaffee unterwegs ganz zu verzichten, einen eigenen Thermobecher von zuhause zu benutzen oder erst im Büro ihren Kaffee zu trinken.

Beim McDrive kann man halt so schlecht seine Tupperdosen mitbringen und alles abfüllen lassen.

Ich kenn das von mir selbst, als ich noch jünger und sorgloser war. Ich war jeden Morgen aufgrund der Busverbindungen 20 Min. zu früh am Büro und kam nicht rein. Also hab ich mir jeden (!!!) Morgen einen heißen Kakao oder Cappuccino beim Backshop gegenüber geholt. 5 x in der Woche, das sind u.U. 21 Pappbecher im Monat. Nur von mir :unterwerf:

Inzwischen lebe ich bewusster und Coffee to go gibt`s nur in Ausnahmefällen.

Mein Verpackungsmüll von Imbissfutter hält sich in Grenzen. Wenn es hochkommt, holen wir 1 x im Monat nen Döner und 1 x Pizza vom Italiener.

Was ich gut finde: Unser Bäcker bietet seit einiger Zeit an, 10 % auf alle To-Go-Getränke zu geben, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt.

Bae
12.07.2017, 16:13
Ich würde das Geld (z.B. für die olle Fahne) und die Energie lieber in die Erforschung neuer, abbaubarer Verpackungsstoffe stecken, die dann allgemein eingesetzt werden können. Auch vom Liefer-Inder.

Genau das.

Technische Systeme, die gut Stoffe trennen können - plus biologisch abbaubare Verpackungen, die sich, wenn man sie einfach sein lässt, in Wohlgefallen bzw Kompost auflösen, und nicht die Tiere im Meer und sonst wo plagen.

gruss, barbara

Avocado_Diaboli
12.07.2017, 16:19
Ich denk mir immer, dass das doch eigentlich nicht so schwer sein kann - wir reden hier nicht von Konserven, die 20 Jahre halten sollen, sondern von Verpackungen, die im Schnitt maximal ein, zwei Stunden mit Essen in Berührung kommen und dann Müll sind. Es wird doch irgendwas geben, was geschmacksneutral ist und einen Tag lang nicht durchsifft?

Da gab es doch schon Anfänge. Ich erinnere mich, Ende der 90er gab es auf dem Weihnachtsmarkt Pommes in essbarer Packung (Mais? Stärke?) Die sehe ich gar nicht mehr. Vor einigen Jahren war eine Plastik-Alternative aus Mais-Zucker in Arbeit und wird mittlerweile auch teilweise eingesetzt (teilweise = als Mischung mit normalem Plastik).

hexe-38
12.07.2017, 16:23
Vergiss nicht, dass mittlerweile auch eine ganze Industrie sehr gut vom (wiederverwertbaren) Müll lebt und an aktiver Müllvermeidung keinerlei Interesse hat. Weniger Abfall, weniger Ertrag.

Lobbyismus gibts nicht nur in der Autoindustrie...

Francesca_X
12.07.2017, 16:45
Und "Kaffee" und "to go" ist fuer mich ein diametraler Gegensatz, etwa so sinnvoll wie duschen mit Regenmantel.

Zu Kaffee gehoert ZWINGEND Genuss, kurzes Innehalten und Entspannung.für mich ist es ein genuss, einen cappuccino unterwegs zu trinken. ich freue mich sehr über die zahlreichen coffee to go - möglichkeiten. aber a es schon seit langem dauer-mitnehmebecher gibt, schleppe ich meist einen mit und vermeide - sofern es mir möglich ist - pappbecher und plastikdeckel.
je einfacher es also möglichkeiten gibt - am besten noch mit pfandbechern - auf diese pappbecher zu verzichten, desto einfacher ist es, auf sie zu verzichten :freches grinsen:.

avaocado, du hat natürlich recht, dass es noch weitere bereiche gibt, in denen unnötiger verpackungsmüll produziert wird. doch wenn bei den pappbeschern begonnen wird, so ist wenigstens ein anfang getan.

Francesca_X
12.07.2017, 16:49
... und wenn sich dabei zb pfandbecher bewähren, wir es auch ideen für andere anwendungen geben.

Avocado_Diaboli
12.07.2017, 17:03
Ach, ich muss sagen, ich bin mit der Pfandbecher-Idee nicht so richtig warm, mir fällt akut (bis es besser abbaubare Verpackungen gibt) aber auch nichts besseres ein.
Das Dingen passt nicht in meine Handtasche, würde wahrscheinlich rumtropfen und/oder vor sich hin gammeln oder ich vergess ihn gleich zuhause, wo ich dann irgendwann acht davon stehen habe. Außerdem bleibt der Kaffee, den ich schnell vor der Arbeit trinken will, da drin so heiß, dass ich mir ständig den Rüssel verbrenne und mir den ganzen Schrott vor Schreck auch noch auf die Bluse kippe. Okay, Einzelschicksal :fg engel:

Mir würde es schon reichen, wenn man Verpackungen für inhäusig angebotenes Essen verbieten würde (womit ich wieder bei den amerikanischen Schnellimbissen wäre). Aber die haben wahrscheinlich einfach keinen Bock auf Scherben und/oder ständig geklaute Gläser, was man irgendwie auch verstehen kann.

Quirin
12.07.2017, 17:28
Ich würde im Zweifel auf kompostierbare Materialien setzen. Kaffeebecher in den Mülleimer, dann auf die Müllkippe, und die verwandelt sich in einem Jahr zu Erde, die man aufs Feld fahren kann. Wäre schön so.

Avocado_Diaboli
12.07.2017, 17:46
Oder essbar. Es gibt doch auch diese leckeren Eierlikör-Waffel-Schoko-Becherchen... :prost:

Akzent
13.07.2017, 13:58
So weit ich weiß, gibt es doch schon Klamotten aus Müll-Recyletem Material. Ich lese immer wieder mal was von besondern Methoden. Und die Coffee.to.Go Becher selbst schon aus recycltem Material. Doppelte Verwertung. Also ich möchte nicht verzichten darauf, wenn ich unterwegs bin. Allerdings die Deckel dazu sind manchmal schon etwas problematisch zu handhaben. Mir läuft der verschüttete Coffee meist in die Ablage im Auto.

Blueberry82
13.07.2017, 14:11
Heute bei Rewe gesehen: Es gibt Einmal-Geschirr aus Palmblättern. Waren zwar etwas teurer als das normale Papp- oder Plastikgeschirr, aber wie ich finde eine gute Alternative. Werde ich mal im Hinterkopf behalten.

guerteltier
13.07.2017, 14:29
Ich würde im Zweifel auf kompostierbare Materialien setzen. Kaffeebecher in den Mülleimer, dann auf die Müllkippe, und die verwandelt sich in einem Jahr zu Erde, die man aufs Feld fahren kann. Wäre schön so.

Es gibt doch diese kompostierbaren Folien, aus denen z.B. Tüten hergestellt werden. Bis vor kurzem hat die unsere Biokiste eingsetzt, momentan gibt es allerdings Lieferschwierigkeiten.
In Italien gibt es mittlerweile glaube ich nur noch Plastiktüten aus diesem Material.
Das verrottet zwar langsamer als z.B. Papier, ist aber angeblich immer noch besser als normales Plastik.

Und neulich war in der Brand Eins ein Bericht über ein Verfahren zur Kennzeichnung von Obst/Gemüse mittels Laser - die kriegen quasi ein Brandzeichen, was einfach mitgegessen oder abgeschält werden kann. Fand ich eine super Idee, allerdings gibt es wohl Vorbehalte bei den Verbrauchern.

Für Pakete gibt es doch schon länger diese Maischips als Polsterung, allerdings sieht man die leider relativ selten.

Bei uns kommt der größte Teil des Mülls nicht vom "to go" sondern vom wöchentlichen Einkauf. Kaufen zwar einen Teil der Sachen in der Biokiste mit wenig bis gar keiner Verpackung, aber fast alle industriell bearbeiteten Sachen sind halt in Plastik/Alu u.ä., auch im Biobereich. Und oft auch noch doppelt und dreifach verpackt.

Aber klar, irgendwo muss man anfangen. Und in bestimmten Bereichen ist doch so eine Pfandregelung für Kaffee nicht schlecht, bei unserer örtlichen Hochschule gibt es das jetzt zum Beispiel. Da tragen die meisten ihren Coffee to Go maximal in den Hörsaal, es muss also niemand dreckige Pfandbecher ewig im Rucksack mitschleppen.

Avocado_Diaboli
13.07.2017, 15:06
Der Einmalbecher ist aus Pappe, das schädliche ist eigentlich nur die Beschichtung. Kann man da nicht irgendwas anderes nehmen? Naja, bliebe noch der olle Deckel.

Heute bei Rewe: Salat im Plastikschälchen mit Plastikdeckel, aber die Plastikgabel dazu hat 20 ct. gekostet. Boah, watt HAM wir da Müll gespart :freches grinsen:
Finde ich aber grundsätzlich gut, dass Tüten in den großen Ketten/Kaufhäusern fast nur noch gegen Geld abgegeben werden.

Avocado_Diaboli
13.07.2017, 15:08
Heute bei Rewe gesehen: Es gibt Einmal-Geschirr aus Palmblättern.
Wie cool ist das denn? :cool: Es gibt mittlerweile auch Papp-Strohhalme, bunt geringelt.

Ich benutz übrigens immer die Q-Tips aus Pappe :krone auf: Hatte eine Zeit lang auch mal Papp-Kulis.

Blumenmeere
13.07.2017, 15:38
Finde ich aber grundsätzlich gut, dass Tüten in den großen Ketten/Kaufhäusern fast nur noch gegen Geld abgegeben werden.

Finde ich auch einen guten Schritt in die richtige Richtung. Und man hat sich auch sehr schnell dran gewöhnt. Habe im Auto nun immer 1-2 grosse, sowie eine kleine Tasche für Einkäufe. Wenn ich zum Beispiel bummeln gehe packe ich eine kleine in die Handtasche. Wobei es hier auch viele Läden gibt die entweder Papiertaschen haben in die sie automatisch die Ware packen (zB s.oliver) oder Läden, in welchen man bei einem grösseren Einkauf eine schöne stabile Tasche automatisch dazu bekommt (zB Vero Moda).

Andere Länder können sich hiervon wirklich eine Scheibe abschneiden. Letztens war ich morgens vor der Arbeit noch kurz am Kiosk um Frühstück zu holen (Schweiz). Die Kassiererin war gerade dabei alles in eine Tüte zu packen als ich meinte "Oh danke, aber ich habe eine Tasche dabei." und ihr meinen Beutel hingestreckt habe. Darauf kam nur ein nett gemeintes "Hach, Sie kommen sicher aus Deutschland?" :freches grinsen:

Blueberry82
13.07.2017, 15:47
Wie cool ist das denn? :cool: Es gibt mittlerweile auch Papp-Strohhalme, bunt geringelt.



Am Wochenende war ich auf einem Festival. Da gab`s als Strohhalm tatsächlich einen Strohhalm dazu, also im wahrsten Sinne des Wortes. Funktionierte super und das praktische war, man konnte ihn einfach mitten auf der Wiese entsorgen :allesok:

frangipani
13.07.2017, 15:49
Man kann beim Kaffeebestellen ja auch sagen, dass man keinen Deckel will. Ist natürlich etwas unbequemer, unterwegs.

Die Menge an Bechern pro Jahr erschreckt mich auch, aber ich oute mich auch gleichzeitig als Takeaway Kaffeetrinker (wie es hier im englischsprachigen Umfeld heisst) - ich mag's einfach, mich mit einem Becher Kaffee in den Park zu setzen oder an den Strand. So gut wie die Baristas krieg ich den Kaffee zuhause nicht hin.

Aber ich schleich schon seit einiger Zeit um die Mehrweg Becher rum, wie Keep Cup oder Joco. Manche Cafés geben auch hier Rabatt, wenn man seinen eigenen Becher mitbringt.


Ich stimme der TE aber auch zu, der generelle Verpackungsplastikmüll ist Wahnsinn. Ich hab sogar schon einzelne Bananen in Blisterpackung gesehen, im Supermarkt (da gabs allerdings auch viel Gegenwind von den Verbrauchern). Ich bin echt froh, dass Aldi jetzt loses Gemüse und Obst anbietet.

Es gibt bei einigen Cafés Takeaway Schalen aus recyclebarem Karton, genauso wie Bestecke aus Spanholz. Das sollte sich mehr durchsetzen. Plastikgeschirr, bzw Besteck nehm ich meist mit nach Hause, für Picknicke oder so.

Was mich ziemlich nervt, das sind diese kleinen Plastikfische mit Sojasauce (https://d3cqast565g2ov.cloudfront.net/wp-content/uploads/2016/07/fishy-805x400.jpg), die es hier zu jedem Sushi gibt - keine Ahnung, ob die in D auch so verbreitet sind. Da es hier an jeder Ecke Takeaway Sushi für kleines Geld gibt, gibt's natürlich auch entsprechend viel von den Dingern im Müll. So eine richtige Alternative hat sich da irgendwie noch nicht getan - ausser keines benutzen.

hexe-38
13.07.2017, 15:55
Wie cool ist das denn? :cool: Es gibt mittlerweile auch Papp-Strohhalme, bunt geringelt.

Ich benutz übrigens immer die Q-Tips aus Pappe :krone auf: Hatte eine Zeit lang auch mal Papp-Kulis.

Das kann ich toppen - Kirche mal umweltbewusst gg

http://www.wormser-zeitung.de/fm/819/thumbnails/CON_519823849_54702_M.jpg.26377168.jpg

Das Ding ist in echt der Hammer...

demelza
13.07.2017, 23:31
Ich arbeite in einem Gebäude, in dessen Parterre ein Kiosk mit Kaffeeausschank befindet. Wie oft sehe ich dort Leute, die sich einen Coffee to go im Becher mit Plastikdeckel holen und dann von da mit dem Aufzug direkt ins Büro fahren. Dort angekommen, wird der Deckel abgemacht und weggeschmissen. Wie sinnlos ist das denn? Geht das denn nicht auch ohne diesen Deckel?



- ich gehöre zu den bösen bösen Kaffeetrinkern, die eine Kapselmaschine benutzen - und noch dazu eine mit ALU!!!!! Für je zwei Kapseln täglich, aber zwei Kapseln sind zwei Kapseln...)

Mal zwischendurch 'ne dumme Frage, weil ich es nicht ganz kapiere, auch falls es off-topic wird:
Warum ist Alu in Deos auf einmal so verpönt, während es als Verpackung für Lebensmittel oder als Material für Kaffeekapseln dann doch wieder in Ordnung ist? Die Logik dahinter hat sich für mich noch nicht erschlossen.

Akzent
13.07.2017, 23:43
Alu in Deos, weil mache dadurch schneller vielleicht schneller Hautausschläge bekommen. Über die Verpackung ist es ein langsamer Process und das nachteilige daran, man weiss nicht wo die allergischen Merkmale herkommen. Alu in Deo ist offensichtlicher.

KClO4
14.07.2017, 05:16
Mal zwischendurch 'ne dumme Frage, weil ich es nicht ganz kapiere, auch falls es off-topic wird:
Warum ist Alu in Deos auf einmal so verpönt, während es als Verpackung für Lebensmittel oder als Material für Kaffeekapseln dann doch wieder in Ordnung ist? Die Logik dahinter hat sich für mich noch nicht erschlossen.

Weil es in diesen Deo´s nicht in metallischer Form, sondern als eines seiner Salze (meist als Aluminiumchlorid) vorhanden ist. Aluminiumchlorid – Wikipedia (https://de.wikipedia.org/wiki/Aluminiumchlorid)

luciernago
14.07.2017, 06:04
auf coffee to go gehört eine steuer drauf, die dann zweckgebunden in die forschung zum müllrecycling geht. könnte vom bundestag ruckzuck beschlossen werden.

dieser coffee to go ist eine furchtbare unsitte und teuer noch dazu. aber wer ausser mir besitzt noch eine thermoskanne?


luci :blumengabe:

frangipani
14.07.2017, 06:31
Ich :) -- aber wie gesagt, der Barista Kaffee hierzulande ist derart gut, da kommt meiner nicht mit. Thermoskanne ist für Tee und/oder Camping.


Hab grad gelesen, dass Woolworth – die austr. Supermarktkette, nicht zu verwechseln mit Woolworth USA – in den nächsten 12 Monaten landesweit die Einweg-Plastiktüten abschaffen wird. In 3 von 7 Bundesstaaten sind Plastiktüten im Handel eh schon verboten.

BlueVelvet06
14.07.2017, 11:41
auf coffee to go gehört eine steuer drauf, die dann zweckgebunden in die forschung zum müllrecycling geht. könnte vom bundestag ruckzuck beschlossen werden.

dieser coffee to go ist eine furchtbare unsitte und teuer noch dazu. aber wer ausser mir besitzt noch eine thermoskanne?


luci :blumengabe:

Ich. Steht im Büro und wird immer benutzt, wenn ich im Büro bin. Für Tee, nicht für Cappuccino. Den kaufe ich mir ganz gerne, wenn ich beruflich unterwegs bin. Ich schleppe keinen Thermobecher im Gepäck mit, ist mir zu aufwändig. Da benutze ich den Becher, den es beim CTG Dealer an dem Ort gibt, an dem ich dann bin. Ich finde nun gar nicht, dass CTG eine generelle Unsitte ist. Klar, wer nur von zuhause ins Büro oder in die Uni muss, der kann ja einen Thermobecher mitnehmen.

Das mit der Steuer auf CTG Becher finde ich wenig sinnvoll, weil das Erheben wahrscheinlich mehr kostet als das Einnehmen. Klar, Starbucks und McD sind schnell abgerechnet und da träfe es auch die richtigen, aber das betrifft ja alle, auch Bäckereien etc., die CTG anbieten.

Quirin
15.07.2017, 16:43
Am Wochenende war ich auf einem Festival. Da gab`s als Strohhalm tatsächlich einen Strohhalm dazu, also im wahrsten Sinne des Wortes. Funktionierte super und das praktische war, man konnte ihn einfach mitten auf der Wiese entsorgen :allesok:

Eigentlich ist das doch das Optimum: Du wirfst deinen Abfall einfach in den Busch oder auf die Wiese und er verschwindet dort zu Erde. Wär zwar noch ein ästhetisches Problem, aber die Richtung stimmt.

Bae
15.07.2017, 17:12
Eigentlich ist das doch das Optimum: Du wirfst deinen Abfall einfach in den Busch oder auf die Wiese und er verschwindet dort zu Erde. Wär zwar noch ein ästhetisches Problem, aber die Richtung stimmt.

ja, das wäre das Optimum. (aber damit kann man leider *ähem ähem* keine Volkserziehung betreiben). Wegen der Ästhetik: die Menschheit sollte doch fähig sein, Dinge zu schaffen, die mindestens so schön sind wie ein ganz gewöhnliches Blatt eines ganz gewöhnlichen Baumes, das sogar dann noch ein ästhetisches Vergnügen ist, wenn es im Herbst vom Baum gefallen ist?

gruss, barbara

Lucciola
15.07.2017, 20:02
Die kompostierbaren Kunststoffe sehe ich eher kritisch - sie sind nur bedingt kompostierbar (dauert zu lange für den heimischen Komposthaufen), sind nicht recyclebar und werden u.a. aus Stärke (Mais, Kartoffeln) hergestellt - und für die Produktion von Einwegverpackung Lebensmittel zu ver(sch)wenden, finde ich persönlich :krank: (dito Biokraftstoffen)

Bleibt also eigentlich nur Mehrweg wo immer möglich...

Edit: das Problem bei den Bechern ist wohl wirklich die unglaubliche Masse, wie jemand schon schrieb. Es heißt, es wären um die 300.000 pro Stunde- eigentlich unfassbar, diese Menge.

Quirin
22.07.2017, 12:19
Ist es denn eine Verschwendung, wenn man Rohstoffe auf dem Feld wachsen lässt statt sie aus dem Boden zu holen wie Eisenerz und Rohöl? Ich sehe das genau umgekehrt. Man darf dabei die Lebensmittelversorgung nicht aus den Augen lassen.

Avocado_Diaboli
24.07.2017, 08:27
Was natürlich kritisch zu betrachten wäre: Dafür zusätzliche Flächen zu roden wie bei Palmöl, Soja, Rindfleisch.
Pest und Cholera - gerodete Flächen vs. hunderte Jahre Plastikvermüllung. Aber immerhin nachwachsend im Gegensatz zu fossilen Stoffen; die sind irgendwann "alle".

Quirin
24.07.2017, 13:55
Was natürlich kritisch zu betrachten wäre: Dafür zusätzliche Flächen zu roden wie bei Palmöl, Soja, Rindfleisch.
Pest und Cholera - gerodete Flächen vs. hunderte Jahre Plastikvermüllung. Aber immerhin nachwachsend im Gegensatz zu fossilen Stoffen; die sind irgendwann "alle".

Optimal wären Bäume, auf denen die Rohstoffe wachsen, und man die Rohstoffe jedes Jahr wie Früchte erntet.

Avocado_Diaboli
24.07.2017, 14:40
Gibt es bei Früchten nicht irgendein Abfallprodukt, das man endlich mal verwenden könnte?

Apfeltrester, Kokosschalen, Nuss- und Obstschalen... Aus Kokosfasern machen sie neuerdings Grill-Briketts.