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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Immer wieder rueckfaellig - da Zigarette "Halt" bietet ??



Inaktiver User
09.02.2007, 18:36
Ja, da sieht man, dass das Gehirnwaescheprogramm bei mir im vollen Gang laeuft. Bin 34 Jahre alt und habe schon etliche Male versucht, aufzuhoeren. Ich rauche momentan durchschnittlich 8-10 Zigaretten am Tag, in "Krisenzeiten" schon mal eine ganze Schachtel. Mein Leben verlief in den letzten 10 Jahren sehr unruhig, mit der Aneinanderkettung von belastenden Situationen/Lebensabschnitten, nun scheint etwas Ruhe einzutreten.

In meinen Nichtraucherzeiten (Dauer: maximal 4-6 Monate, 2-3 Versuche) war ich erstaunt, wie einfach das Aufhoeren ist und doch ...Immer wieder falle ich darauf rein, dass in "Katastrophenstimmungen" von mir, "Hilfe, die Welt geht unter " zBsp. Streit mit dem Freund, der mir sehr nahe geht oder andere schwierige persoenliche Umstaende, ich immer wieder an den Abgrund gefuehrt werde, mich vollkommen haltlos fuehle und dann die Zigarette fuer mich der einzige Halt zu bedeuten scheint.
Bescheuert, aber wahr.

Diese Gefuehle der Haltlosigkeit kenne ich aus meiner Kindheit und Jugend und sind daher mit meinem Rauchverhalten vermutlich direkt verlinkt. Ich kann mir kognitiv erklaeren, dass diese bloede Zigarette mir gar keinen Halt bieten kann, aber emotional scheint ich diesem Glaubenssatz noch nicht richtig entgegenwirken zu koennen.

Ich zerbreche mir schon seit laengerem den Kopf darueber, wie ich dieser Haltlosigkeit entgegen wirken koennte, um nicht mehr in dieselbe Falle zu tappen : QuiGong, um seine Mitte zu finden ? Atemuebungen ? Stattdessen greife ich immer wieder zur Zigarettenschachtel..

All die uebrigen Situationen des Rauchers - Stress, Genuss, Langeweile - meine ich mittlerweile gut im Griff zu haben.
Vielleicht hat jemand eine Idee ?

Inaktiver User
10.02.2007, 10:39
Hallo Michaela,

genauso ging es mir auch. immer wieder. jahrelang. auch dieses rauchen um krisen zu überbrücken.... immer wieder.... im alltag immer die starke sein MÜSSEN ...

tja, also zuersteinmal muss du dir im klaren darüber werden, dass du eine drogensucht hast. als nächstes, überleg dir mal, dass zigaretten eine situation nicht ändern, also z.b. du hast liebeskummer weil dein freund sich getrennt hat .... kommt er zurück wenn du diese situation mit zigaretten überbrückst ? NEIN....

Dann fang mal an ganz bewusst zu rauchen. d.h. wenn du eine rauchst, beobachte mal genau was mit deinem körper passiert. bei mir ist z.b. der blutdruck hoch, dann dieses ewige stinken ...

gut, der rest ist eisener willen. ich habe mir eine akkupunkturnadel setzen lassen. zur unterstützung, weil ich eben nicht an mich geglaubt habe .....

und ich find mich inzwischen wirklich gut - ich bin ruhiger geworden , viel ruhiger und fitter, ich fühl mich einfach gut. und: ich kann ohne drogen krisen überstehen.

das allein ist doch schon ein anreiz "sauber" zu bleiben.

lg bine

Billchen
12.02.2007, 09:03
Hallo Michaela,

Deine Geschichte kommt mir sehr bekannt vor. Auch ich habe einige Male versucht aufzuhören und bin in Krisenzeiten wieder umgekippt. Nichtrauchen ging solange gut, wie alles auf bekannten Wegen verlief. In Stresssituationen habe ich aber sofort wieder ein mächtiges Verlangen zu rauchen verspürt, dem ich dann irgendwann nicht mehr widerstehen konnte.

Früher kam mir das immer total bescheuert vor, da ich natürlich wusste, dass die Zigarette mir nun auch nicht helfen kann. Im Nichtraucherkurs habe ich dann gelernt, dass dies ein ganz normales Verhalten bei einer Sucht ist. Gerade die Zigarette hat hier ihren stärksten Angriffspunkt. Um also dieses Verlangen aufzulösen, reicht das Begreifen der Sache alleine im Allgemeinen nicht aus. Du musst auch lernen, wie Du Dich in dieser Situation verhalten kannst anstatt zu rauchen. Das muss man dann trainieren, bis das neue Verhalten in Fleisch und Blut übergegangen ist. So bietet man der Zigarette dauerhaft keine Angriffsfläche mehr.

Du bist mit Deinem Problem sicher nicht alleine, ich habe mittlerweile sehr viele kennengelernt, denen es ähnlich geht. Mir hat damals schon geholfen zu wissen, dass ich nicht die Einzige bin, der es eben nicht so leicht fällt, von den Zigaretten weg zu kommen. Häufig liest man ja, wie easy doch alles ist und dass nur der Schalter im Kopf kippen muss und man ist Nichtraucher. Da kam ich mir dann manchmal schon etwas blöd vor und war froh als ich festgestellt habe, dass dies wohl in den wenigsten Fällen so läuft und fast alle zu kämpfen hätten.

Lass Dich nicht unterkriegen

Billchen

Inaktiver User
16.02.2007, 17:22
Hallo Billchen,
ja vielen Dank fuer Deinen Beitrag. Genauso ist es: in Krisensituationen, wo es hart auf hart kommt, muss ich noch lernen, zu anderen Mitteln zu greifen ? Soweit bin ich jetzt schon...nur kenne noch die Mittel nicht so gut.. zukuenftig koennte ich mir aber vorstellen, mich schnell in dieses Forum zu haengen, um mir hier Nichtraucher-Power zu holen...
Folgende Situation, die ich mir ausmale,koennte auch sehr schwierig werden> z.Bsp. auf einer Feier oder in geselliger Runde zu sein und "nicht in Kontakt zu sein" mit den uebrigen (kann ja vorkommen aus diversen Gruenden) und mich dann irgendwie einsam und abseits fuehlen ----> hier waere die Zigarette der "Troester" fuer mich, wo ich mich kurz zurueckziehen koennte, um zu rauchen...Hm, hierfuer muesste ich mir auch noch ein adaequates Trostmittel ueberlegen...
Freue mich ueber Beitraege bzgl. Eurer Ersatz-Troester und Haltgeber !!

Inaktiver User
20.02.2007, 09:13
Ich versteh das so gut. Habe bereits mehrere Aufhörversuche hinter mir und bin gerade wieder dabei - aber erst seit 4 Tagen.

Hilfreich ist auch zu wissen, dass es eine 90-Tage-Krise gibt (sagt einem ja auch kein Mensch...). Ich finde es auch wirklich nicht leicht, die Alternativen zu entwickeln. Schließlich muss man Dopamin selbst machen lernen.

Eine ganz gute Unterstützung ist auch www.rauchfrei-online.de (kein kommerzielles Projekt!).

Inaktiver User
20.02.2007, 09:38
Hallo Zitronenmond,
das mit der 90-Tages-Krise stimmt, bei mir war es jedoch 2 x mal hintereinander die 120 Tages-Krise, ich wurde davor auch gewarnt, hat mir aber nicht geholfen. Hatte auch in diesem Zeitraum gerade mit starken Existenzaengsten und ZUkunftsaengsten zu kaempfen (8 Monate moebliert gewohnt, 2 x Umzug von einem möbl.Zimmer ins naechste, kurz vorm grossen endgueltigen Umzug ins Ausland, Nachricht erhalten, dass Firma des Freundes verkauft wird und Warten auf unbestimmte Zeit,wann, wohin gezogen wird. Mein möbliertes Zimmer bereits gekündigt und Nachmieter kurz vorm Einzug. Binnen 1 Woche trotz taeglichen Suches noch keine neue Bleibe in Sicht >>> Panik, parallel Stress in der Beziehung und grosse Zweifel, ob das alles richtig ist) Soll keine Ausrede sein, aber die Situation hat mir den Boden unter den Fuessen gezogen und da war mir alles egal. Also Zigarette her.
Bin in diesem Punkt noch stark gefaehrdet. Muss mir also was adaequates einfallen lassen (z.Bsp: fuer geregelte Lebensumstaende sorgen :freches grinsen: ??)
Die Zeit des Aufhoerens nach 4 Monaten zeichnet sich bei mir dadurch aus, dass ich - einfach oft unvermittelt einen richtigen Yeeper auf Zigaretten hatte - den ich den Wochen zuvor gar nicht hatte ! Aber dann scheint es einen irgendwie massiv einzuholen. Da gilt nur: DURCHALTEN beim naechsten Mal und sich NICHT kleinkriegen lassen.

Inaktiver User
20.02.2007, 09:50
Hi Michaela,

ogott, 120-Tages-Krise gibt es auch?
Ich habe mich nach 250 Tagen einfach zu sicher gefühlt - so Marke "dass ich aufhören kann, weiß ich ja jetzt, da kann ich ja auch mal wieder eine rauchen".

Haha!

Ich glaube, dies hier


...die Situation hat mir den Boden unter den Fuessen gezogen und da war mir alles egal. Also Zigarette her.


ist keine Ausrede - sondern die bittere Wahrheit für Raucher (so wie für alle Drogenkonsumenten?). Es gibt halt Situationen, wo alles egal ist, auch, wie alt man wird. Ist eine ganz heftige Erkenntnis, um die ich gerne drumherumrede. Weil es sich wirklich so saubescheuert anhört und weil es auch so saubescheuert ist. Man ist ja auch nicht allein auf der Welt.

Okay. Rauchst du noch, Michaela?

Inaktiver User
20.02.2007, 10:20
Hi,
bin seit 12 Tagen rauchfrei !! (Habe beim Eingangsposting schon 1 Tag nicht mehr geraucht ! Hielt das wohl nicht erwaehnswert, oh mann, guter Start) Diese 12 Tagen waren voellig unproblematisch, trotz gestrigen Treffens mit Arbeitskolleginnen (2 Raucherinnen) im Restaurant und anschliessendem emotionaler Achterbahn wg. andrer Dinge habe ich kein einziges Mal an die Zigarette als Troester gedacht. ABER: wie Du schon sagst: fuer Drogenkonsumenten gibt es halt eher mal Situationen, in denen alles egal ist, genau, wie Du sagst.. dann ist ALLES WIRKLICH ALLES egal. Oh, manno....Aber es ist gut, darueber sich auszutauschen und sich dieser Falle bewusst zu werden.. Wenn wieder dieses "Es-ist-nun-alles-egal-Gefühl" auftaucht, gegenzuhalten...
Ich habe im letzten Jahr nach meiner 4 monatigen Abstinenz den ganzen Vormittag gerungen, zuvor hatte ich ca. 2 Wochen lang fast taeglich an Zigaretten gedacht, war offiziell 1 Woche krankgeschrieben (um Wohnungssituation zu regeln) .. und schlich- wie die Katze um den heissen Brei... -- es war also kein Spontanentschluss, ich habe schon mit mir gerungen, war aber so verzweifelt, wollte einfach etwas haben, was meine Nerven beruhigt, und die laestigen Gefuehle/Aengste quasi "wegrauchen".... Mir fiel nix Besseres ein in dieser Situation ! Telefonate mit Freundinnen halfen nicht... Puuh...ich weiss JETZT auch noch nicht, was mir helfen koennte, in aehlichen Gefuehlslagen... Bin aber eifrig auf der Suche und wenn ich Qi Gong lernen muss ! Oder Tiefenatmung...es gibt bestimmt bessere Alternativen.

Inaktiver User
20.02.2007, 11:39
Qi Gong - meinste, das funzt?
Ich hab da so meine Zweifel für den Ernstfall. Wahrscheinlich käm mir das albern vor dann?

Hab jetzt was Interessantes gelesen. Beim Schmachtanfall soll man H.A.L.T. denken, das sind die vier Hauptauslöser des Nikotinverlangens:

Hunger
Ärger
Einsamkeit
Müdigkeit

Okay, wenn man`s dann englisch ausspricht, kommt dabei auch Halt heraus - aber egal.

Inaktiver User
20.02.2007, 11:42
Glückwunsch zu zwölf Tagen! (da sollte natürlich niemals ein Fragezeichen stehen, ich Depp!)
Bist du bei rauchfrei-online.de eingetragen? Da sieht man die einzelnen nicht gerauchten Zigaretten - sehr schön!

Inaktiver User
20.02.2007, 11:51
Hallo Ihr Lieben,

bin schon lange wieder rauchfrei, aber alleine ist es manchmal so schwer.

Ich hatte vorher fast 7 Jahre geschafft(dann ein Jahr wieder geraucht), aber das Bedürfnis zu rauchen ist nie kleiner geworden.
Seit Silvester ist es wieder ganz schlimm.
Bei mir kommt hinzu, ich mag den frischen Rauch gerne riechen, habe bei großem Streß nie geraucht, und seit ca. 24 Jahren auch nicht in der Wohnung, habe das erst Mal nur aus Vernunftsgründen aufgehört zu rauchen.
Jetzt, weil hier ein kleiner Kerl eingezogen ist.
Eigentlich kämpf ich fast jeden Tag dagegen an.:heul:

Inaktiver User
20.02.2007, 11:53
Ach, das mit Qi Gong das war auch nur ein Scherz, ich glaube wenn mich da die Nikotinattacke anfällt, habe ich dafür keinen Nerv.. Mit dem Halt und Stop kenne ich schon, muss mir mal eine Riesenplakat basteln.... Aber ich habe noch nie geraucht, weil ich HUNGER hatte ???

Diese Attacken halten ja meist laenger, je nach Krisensituation und Grad der Beruhigung. Es geht also vordergruendig darum, wie ich mich am besten beruhigen kann...
Das mit rauchfrei-online schaue ich mir mal an, vielen Dank,
Glückwunsch auch zu 4 Tagen, wie geht es dir denn damit ?

Inaktiver User
20.02.2007, 11:54
Eigentlich kämpf ich fast jeden Tag dagegen an.:heul:

Woah, das ist anstrengend, was?

Warum rauchst du nicht - wegen deinem Kind?

Inaktiver User
20.02.2007, 11:56
Glückwunsch auch zu 4 Tagen, wie geht es dir denn damit ?

Naja, dass der Entzug hundertmal leichter ist, als man sich als Vollsüchtel eingestehen will, das kenne ich schon. Körperlich nicht anstrengend. Aber psychisch - uiuiui. Zehn Meter rauf, zehn Meter runter, zehn Meter rauf, zehn Meter runter. So ungefähr. Drei Kilo Möhren sind in mir.

Inaktiver User
20.02.2007, 11:58
Woah, das ist anstrengend, was?

Warum rauchst du nicht - wegen deinem Kind?

Ja, ohne den Kleinen hätte ich spätestens Silvester wieder angefangen.

Ich versteh auch nicht, warum dieses Verlangen bei mir nicht weniger wird.

Inaktiver User
20.02.2007, 12:11
Hab ich bei wikipedia gefunden:


Die besondere Wirkung des Nikotins auf das Gehirn besteht in einer Catecholamin-Freisetzung in den so genannten Belohnungsarealen der Großhirnrinde. Dies in Verbindung mit dem sensiblen oralen Reiz des Rauchens bewirkt die "positiven" Gefühle des Rauchens. Zigaretten enthalten eine ganze Reihe von Substanzen, die sich in ihrer Abhängigkeitswirkung potenzieren. Ammonium (dem Tabak bei der Verarbeitung künstlich zugesetzt) beispielsweise wirkt wie ein Beschleuniger für das Nikotin. Der im Tabakblatt enthaltene bzw. künstlich zugesetzte Zucker verbrennt beim Rauchen, wobei unter anderem das ebenfalls süchtigmachende Acetaldehyd entsteht. Dieser Stoff bewirkt eine Reduzierung des Enzyms MAO-B (Monoaminooxidase B), das im Gehirn Neurotransmitter wie Dopamin und Serotonin abbaut. Man hat festgestellt, dass Raucher bis zu 40 Prozent weniger MAO-B haben als Nichtraucher. Dementsprechend mehr Dopamin und Serotonin wirken auf das Gehirn ein, was wie beim Nikotin als angenehm empfunden wird und somit das Abhängigkeitspotential erhöht

So ist das halt.
7000 mal pro Jahr "schnellen Dopamin-Kick" geholt.


Alle Phasen der Abhängigkeit − von Rausch bis Rückfall, vom Kick bis zum Craving − spielen sich primär im gleichen kleinen Hirnareal ab: im Nucleus accumbens, dem so genannten "Belohnungssystem". Die Evolution hat diesem Nervenknoten eine entscheidende Rolle zugeteilt. Er verbindet lebenswichtige Vorgänge wie Essen, Trinken und Sex mit einem Lustgefühl. Dazu schütten die Nervenzellen Botenstoffe aus, vor allem Dopamin. Sämtliche Drogen jedoch stören den Mechanismus so, dass mehr freies Dopamin übrigbleibt:

Nikotin steigert die Ausschüttung
Kokain blockiert die Wiederaufnahme;
Opiate hemmen Nervenzellen, die die Dopaminmenge begrenzen;
Cannabis benutzt einen anderen körpereigenen Steuerkreis, den es wie mit einem Nachschlüssel starten kann;
Alkohol greift so umfassend in die Steuerung der Neuronen ein, dass ebenfalls mehr Dopamin ausgeschüttet wird.

Dopamin sorgt jedoch nicht selbst für den Kick, sondern setzt gleichsam hinter alle Erlebnisse ein Ausrufezeichen: Das hier, was du gerade tust, dieser Ort, dieser Geschmack, dieser Geruch! − das ist immens wichtig, sagt der Dopaminschub dem Drogennutzer. Das "Belohnungszentrum" verknüpft die Umstände des Konsums mit der spezifischen Wirkung der Droge.

Dir fehlt also der schnelle Dopamin-Kick.
Sag ich ja: Dopamin selbst machen ist voll anstrengend.
Das Leben kommt einem halt so "unbedeutend" vor. Oder halt: alles egal.

Inaktiver User
20.02.2007, 12:13
Ich hab so die Idee einer Selbsthilfegruppe, die auf jeden Fall ein Jahr dauert - und in der man gerade diese existenziellen Fragen auch mal abarbeitet (wie haste das ohne Kippe geschafft?).

Inaktiver User
20.02.2007, 12:22
Ich hab so die Idee einer Selbsthilfegruppe, die auf jeden Fall ein Jahr dauert - und in der man gerade diese existenziellen Fragen auch mal abarbeitet (wie haste das ohne Kippe geschafft?).

Deine Idee ist gut. Nur, ich hatte fast sieben Jahre nicht geraucht, und das Verlangen war unverändert! :knatsch:

Ich habe durch den Kleinen natürlich viele Streßmomente, Schlafmangel etc. Aber, das sind nicht die Momente, wo meine Sucht fast unerträglich wird.

Mit dem Assoziieren von bestimmten Momenten, mit Gerüchen und dem Rauchen, da ist bei mir vielleicht der Knackpunkt.
Auch das Belohnungsprinzip.

Ich werde mich mal ein wenig über Dopamin schlaulesen. :smirksmile:

Inaktiver User
20.02.2007, 12:46
Mensch Zitronenmond, Danke für die Dopamin-Aufkärung.
Das ist ja schrecklich, wenn man sich klar wird, wie sehr das Teufelszeug in die chemischen Vorgaenge des Gehirns eingreift.
Ich bin noch unsicher, ob diese Info mir hilft, zukuenftig mit dem Craving anders umzugehen....
Die Selbsthilfegruppe finde ich eine Klasse Idee. Es gibt Anonyme Alkoholiker, also warum nicht auch für die Nikotinanhänger.
Ziehe im übrigen den Hut vor jedem, der seine Sucht im Griff hat (nach dem Beitrag über das Dopamin-Glücksgefühl noch mehr) Egal, ob Sexsucht, Alkhohol oder sonstiges... die Biochemie des Körpers ist - seitdem dieser die Vorteile kennengelernt und physiologisch entsprechend auf diesen Vorteil adaptiert hat - eine ganz andere als die Biochemie von Nichtrauchern oder anderen Un-Süchtigen Menschen. Beneidenswert ! Das ist echt das perfide an dieser Droge !
Ich hoffe, ja immer noch, dass es irgendwann mal eine entsprechende Tablette gibt, die auf diese biochemischen Prozesse mit entsprechenden Rezeptor oder Transmitterblockern oder was weiss ich, entsprechend eingreifen wird - aber bei der mächtigen Zigarettenlobby fast undenkbar...
Ok. zurück zur Selbsthilfegruppe: wie hast Du Dir das im einzelnen gedacht ? 1 x wöchentlich treffen und austauschen ? Schoen daran finde ich, dass man - im Falle der Gefahr eines Rückfalls - genuegend Ansprechpartner haette, die man kurz mal anrufen koennte (wuerde vermutlich Dauergespräche führen, egal :-)

nadi81
20.02.2007, 13:25
Hallo Michaela!
Ja, den Kampf mit den ollen Zichten kenne ich auch! Ich habe heute meinen 20. rauchfreien Tag und kämpfe auch noch mit dem inneren "Schweinehund"! Mir hat nichtraucher.de dabei sehr geholfen. Schau da doch mal rein-ist eine interessante Seiete und wärmstens zu empfehlen:
LG, nadi

Inaktiver User
20.02.2007, 13:40
Ok. zurück zur Selbsthilfegruppe: wie hast Du Dir das im einzelnen gedacht ? 1 x wöchentlich treffen und austauschen ? Schoen daran finde ich, dass man - im Falle der Gefahr eines Rückfalls - genuegend Ansprechpartner haette, die man kurz mal anrufen koennte (wuerde vermutlich Dauergespräche führen, egal :-)

Ja, so ungefähr.
Vielleicht ab der 100-Tage-Krise weniger Treffen, aber immer mal wieder. Die Gesamtlänge muss stimmen! Mindestens ein Jahr!

Inaktiver User
20.02.2007, 13:44
Ziehe im übrigen den Hut vor jedem, der seine Sucht im Griff hat (nach dem Beitrag über das Dopamin-Glücksgefühl noch mehr) Egal, ob Sexsucht, Alkhohol oder sonstiges... die Biochemie des Körpers ist - seitdem dieser die Vorteile kennengelernt und physiologisch entsprechend auf diesen Vorteil adaptiert hat - eine ganz andere als die Biochemie von Nichtrauchern oder anderen Un-Süchtigen Menschen. Beneidenswert ! Das ist echt das perfide an dieser Droge !

Nicht nur an dieser Droge, sondern an allen anderen auch.

Raucher haben sogar mehr Dopamin-Andockstationen (wenn die also nicht beliefert werden, staunt der Körper noch mehr), die entwickeln sich aber wieder zurück.

Ich glaube inzwischen, es ist eine Umkehr von dem schnellen Dopamin-Rausch an sich.

Dopamin selbst machen kann man, soviel ich weiß, mit

Essen
Sex
körperlicher Bewegung

Oder eben mit Alkohol, Cannabis, Geld verzocken etc...
Okay, aber wir wollen ja nicht von der einen in die andere Sucht fallen.

Boomer
21.02.2007, 10:36
Hallo Michaela,

ich bin jetzt seit knapp 2 Monaten rauchfrei. Ich habe zwar keine extremen Schmachtanfälle, aber diese Problemsituationen kenne ich auch. Was mir geholfen hat ist, dass ich parallel zum Rauchen aufhören auch einiges andere in meinem Leben verbessert habe. Dazu gehört auch regelmäßiges Training und eine kalorienärmere Ernährung. Ich habe meine Leidenschaft für fernöstliches entdeckt. Ich mache jeden Morgen Tai Chi. Albern finde ich das nicht, denn es hat mir sehr geholfen, meine innere Ruhe zu finden. Beim Tai Chi gibt es auch so ein paar kleine Übungen, die man ohne das es auffällt in Stresssituationen machen kann.

Mit selbstgemachten leckeren Sushi belohne ich mich für mein neues gesundes Leben. Das Sushi machen ist eine Sache, die viel Spass macht.

Dadurch, dass ich so viel im Leben geändert habe gehört das Rauchen auch zu vielen Dingen einfach nicht mehr dazu. Das hilft mir, die Distanz zum Rauchen weiter zu vergrößern.

Boomer