PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Überbrückungsphase



Inaktiver User
06.02.2007, 21:55
Irgendwie kommt mir mein Leben in den letzten 1 - 2 Jahren wie eine einzige Überbrückungsphase vor. Ich bin nicht immer richtig unglücklich. Aber ich kann mich auch nicht daran erinnern, in der Zeit mal wirklich glücklich gewesen zu sein.
Dazu ist wohl zu sagen, dass ich seit 1 1/2 Jahren Single bin. Für mich ist das irgendwie kein Zustand. Aber ich verliebe mich auch nicht so schnell. Und die beiden Männer, bei denen es in den letzten 1 1/2 Jahren von meiner Seite aus was hätte werden können, hatten wohl nicht genug Interesse an mir.
Ich wache jeden Morgen auf und denke mir, dass ich mein Leben ja weiter Leben muss. Zeitweise bin ich auch ganz zufrieden damit, aber es erfüllt mich nicht. Wie es eben so ist, um einen rum sind nur Paare. Dass ein Partner nicht unbedingt der Garant für ein erfülltes Leben ist, weiß ich eigentlich aus der Endphase meiner Beziehung, aber trotzdem bin ich neidisch auf jeden, der nicht alleine ist. Oft bekomme ich gesagt, dass es so ja nichts werden kann, weil ich überhaupt niemanden an mich ranlasse (da ist wohl auch was dran- aber was soll ich machen, wenn ich mich bei 99 % der Männer, die mir begegnen nicht wohl fühle?!) Ein paar meiner Freunde fangen jetzt mit dem Kinderkriegen an - und ich würde auch so gerne.
Ich sehe immer nur, was am Leben anderer toll ist und an meinem nicht. Wie bekommt ihr es hin, die Vorzüge des eigenen Lebens zu sehen?

Cytheria
06.02.2007, 23:39
Liebe Ronja,

was mir dazu einfällt sind leider nur so "abgedroschene" Aussagen, aber sie treffen alle zu....

Ich hatte auch so eine Phase, da hat mir nichts gefallen -Arbeit, Leben, Liebe - und ich dachte ich würde nur so vor mich hinleben weil nichts Besseres kommt.
Mehrere Ereignisse haben diese Phase zu einem Ende gebracht: ich hab mich verliebt, wenn auch aussichtslos; da ist mir aufgefallen dass ich allein für mein Leben verantwortlich bin und einfach mehr draus machen sollte; mehr Leute kennenlernen, öfter rausgehen, das Leben so genießen wie es ist;
Dann war ich mit dem Studium fertig und hab festgestellt, dass die vergangene Zeit nie wieder kommt und ich daher aus der die kommt, das beste machen muss, sonst stumpfe ich total ab.
Und etwas später ist dann ein Freund tödlich verunglückt, mit 19, und das hat mir dann wirklich den letzten Kick gegeben.
Ich bin aus der Phase sowas von total schnell wieder rausgekommen weil ich erkannt hab, dass das Leben viel zu kurz ist um es in "Überbrückungsphasen" zu leben.

Geh raus! Mach einen neuen Sport! Lern Menschen kennen! Tu was Verrücktes! (alleine in ne fremde Stadt fürs WE? ein Trip zum Mountainbiken nach Chile?) Und irgendwann verliebst du dich neu und dann passts auch.

Ich hoff du kannst dein Leben angreifen und wirklich was draus machen. 1,5 Jahre sind schon viel zu lang!!!:blumengabe:

P.S: Ich war dann auch noch ne Weile Single und habs total geliebt!

Inaktiver User
06.02.2007, 23:51
Danke für Deine Antwort.
Ich kann mich mit dem Singlesein nicht so richtig anfreunden. Ich will nicht mit irgendwem zusammen sein, sonst hätte ich vermutlich auch schon längst wieder eine Beziehung, aber ich wäre glücklicher, wenn ich nicht alleine wäre. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man das Singlesein wirklich toll finden kann.

Ich hab mich ja auch verliebt in den letzten 1 1/2 Jahren. Zweimal. Beide Male sogar sehr. Und dass in beiden Fällen nach eiwgem Hin und Her die Erkenntnis kam, dass ich eben viel mehr empfunden haben muss als er, war schon hart und trägt für mich nicht dazu bei, mehr Sinn in meinem Leben zu sehen.

Mein Studium ist auch seit letzten Mai vorbei. Mich macht es irgendwie mehr traurig, als dass es mir neue Perspektiven zeigt.

Interessant, dass Du auch von so einem Erlebnis schreibst. Im letzten Sommer ist auch ein Bekannter von mir tödlich verunglückt. Für kurze Zeit konnte ich mir auch vor Augen halten, dass das Leben kurz ist, aber es hat nicht lange angehalten.

Ja, ein neues Hobby wäre vielleicht ein Anfang. Meine alten habe ich zwar beibehalten, aber wirklich erfüllt fühle ich mich davon auch nicht mehr.

JELINA
07.02.2007, 00:48
Hmm ich kann verstehen, dass du im Moment das Gefühl hast, als würde einfach nichts mehr im Leben Sinn haben, aber das darfst du nicht denken. Es gibt doch immer einmal Phasen im Leben, wo es mal etwas besser läuft und dann ebend auch leider wieder nicht. Ich denke davon könnte doch jeder ein Lied singen.

Unglücklich verliebt zu sein ist schon eine böse Geschichte und ich hatte damals auch deinen Strang verfolgt wegen dem besten Kumpel, bei dem es letzendlich auch nicht so verlief, wie du es dir gern vorgestellt hast. Aber glaub mir für wirklich jeden ist es im Leben schwer der ganzen Sache einen Sinn zu geben, wenn sonst rundherum irgendwie alles schief läuft. Ich kann auch vollkommen verstehen, dass du nicht irgendjemanden für eine Beziehung haben willst und das ehrt dich auch, denn ich vermute das sehr viele eher nicht so denken. Sie handeln eher nach dem Motto "Hauptsache irgendjemand" Finde ich persönlich aber auch total daneben, aber manche fühlen sich anscheinend so alleine, dass sie nicht anders können.. :knatsch: Aber eins ist klar, mit einem Mann wird es auch nicht unbedingt besser werden, er kann diese Perspektivlosigkeit und Leere auch nicht füllen. Das wäre zuviel erwartet. An die Vorstellung sollte man sich keinesfalls klammern. Doch das hast du ja auch schon selbst erkannt.:freches grinsen:

Es ist für ziemlich viele sehr schwer, immer das gute im Leben zu sehen - geht mir nicht anders.

Man muss selbst dafür sorgen, dass man glücklich ist. Dafür sind nicht die anderen zuständig. Alles was die anderen können ist, dich ein wenig im Leben zu bereichern. Es sollte dich bereichern und nicht komplett davon abhängen, wie du zu dir und deinem Leben stehst.

Jeder ist seines eigenen Glückes schmied, das sagt doch ein Sprichwort und das stimmt auch. :krone auf:

Und ein Patenrezept, wie man sein Leben zu leben hat, dass man glücklich ist gibt es leider nicht.

Man hat es selbst in der Hand und Selbstmitleid ist ein schwieriges Thema. Man sollte sich nicht leid tun, weil man bestimmte Dinge nicht hat, sondern man sollte sich freuen für die Dinge, die man hat.. :blumengabe:

Inaktiver User
07.02.2007, 06:50
Es ist für ziemlich viele sehr schwer, immer das gute im Leben zu sehen - geht mir nicht anders.

Man muss selbst dafür sorgen, dass man glücklich ist. Dafür sind nicht die anderen zuständig. Alles was die anderen können ist, dich ein wenig im Leben zu bereichern. Es sollte dich bereichern und nicht komplett davon abhängen, wie du zu dir und deinem Leben stehst.

Jeder ist seines eigenen Glückes schmied, das sagt doch ein Sprichwort und das stimmt auch. :krone auf:

Man hat es selbst in der Hand und Selbstmitleid ist ein schwieriges Thema. Man sollte sich nicht leid tun, weil man bestimmte Dinge nicht hat, sondern man sollte sich freuen für die Dinge, die man hat.. :blumengabe:

Dass man sich nicht selbst leid tun darf, weiß ich ja. Ich weiß ja auch, dass ich für mein Glück selbst verantwortlich bin. Aber es ist als würde man einem Raucher sagen :"Du musst doch bloß aufhören" oder einem Dicken: "Iss doch einfach weniger" Die wissen auch, was besser wäre. Aber ich kann mir doch nicht einreden, glücklich zu sein, wenn ich es nunmal nicht bin (habe ich zum Teil auch schon gemacht, aber ich war noch nie so gut darin, mich selbst zu betrügen;-) )
Ich würde mich schon als selbständig bezeichnen. Ich unternehme auch als Single viel. Ich bekomme oft gesagt, ich hätte mein Leben doch im Griff. Dabei fühle ich mich selbst gar nicht so. Aber mir kann niemand erzählen, dass er sich immerzu selbst genügt. Wir brauchen alle irgendwie Familie, Freunde (das habe ich ja zum Glück beides) und eben auch einen Partner.
Aber es ist ja nicht nur das. Ich bin mir auch beruflich noch nicht ganz sicher, wohin ich genau will (habe nen klassischen Massenstudiengang absolviert und bin noch nicht festgelegt). Ich habe da irgendwie kein richtiges Ziel vor Augen. Außerdem war mir schon immer klar, dass ich mal arbeiten will, um Geld zu verdienen. Die Erfüllung für mein Leben suche ich nicht im Beruf.

Inaktiver User
07.02.2007, 07:17
Dass man sich nicht selbst leid tun darf, weiß ich ja.
Warum "darf" man das eigentlich nicht? Andere Menschen tun dir doch auch mal leid, oder? Warum dann nicht auch mal du?
Das hört sich immer so an, als wäre Selbstmitleid das schlimmste, was man tun kann, dabei ist es doch nichts anderes, als eine Zeit lang einfach mal Mitleid mit sich selbst zu haben.

Ist es nicht zwischendurch durchaus mal angebracht, wenn wirklich alles schief läuft, dass "man" sich dann auch mal selbst bemitleidet? Sich selbst bedauert, wenn es vielleicht gerade kein anderer tut?
Ich finde, solange man in dieser Phase nicht steckenbleibt, ist das zwischendurch durchaus OK.

Polarstern
07.02.2007, 09:29
Aber es ist ja nicht nur das. Ich bin mir auch beruflich noch nicht ganz sicher, wohin ich genau will (habe nen klassischen Massenstudiengang absolviert und bin noch nicht festgelegt). Ich habe da irgendwie kein richtiges Ziel vor Augen. Außerdem war mir schon immer klar, dass ich mal arbeiten will, um Geld zu verdienen. Die Erfüllung für mein Leben suche ich nicht im Beruf.

Ich glaube, daß da aber auch ein Problem stecken könnte. Ich habe mich nach meinem Abschluß gar nicht glücklich und befreit gefühlt, sondern eher auf die kommende Leere gestarrt und mich gefragt, wie es jetzt weitergehen soll. Es gibt auch Leute, die das vertraute Studienumfeld vermissen und entnervt auf das unbekannte Arbeitsleben starren (ich war jedenfalls so :smirksmile:). Aber mit dem ersten Job wurde es besser.

Mittlerweile arbeite ich gern und habe etwas gefunden, was mir Spaß macht. Es ist nur die zweitbeste Berufswahl, aber in der besten gibt es keine Jobs. Und obwohl ich auch immer sage, daß ich arbeite, um zu leben und nicht umgekehrt, ist meine Arbeit nun mal ein Großteil meines Lebens. Und obwohl ich mehr als lausig bezahlt werde, mache ich etwas, was zu mir paßt.

Mein Tip: versuch dringend, etwas Struktur in Dein Berufsleben zu bringen. Betrachte es nicht nur als öde Pflicht, sondern such Dir ein spannendes Praktikum oder ein Gebiet, auf dem Du Dich spezialisieren kannst. Das wird Dir viel mehr geben, als Du Dir im Moment vorstellen kannst.

LG
Polarstern

Inaktiver User
11.02.2007, 15:03
mich wuerde ja mal interessieren, was du als "richtig gluecklich sein" definierst oder empfindest. das kann doch nicht nur an einem mann in deinem leben liegen, oder?

auch mit mann wird es mal schwierig, anstrengend, etc.

wie genau moechtest du denn dein leben leben? und wie siehst du dich selbst?

das sind, denke ich, spannende fragen, denen es sich lohnt auf den grund zu gehen.

und ich KANN und WILL mir ehrlich nicht vorstellen, dass deine antwort darauf lediglich "ich will verliebt sein" ist.

Inaktiver User
11.02.2007, 15:32
Hallo Ronja,
ich erinnere mich an einige Leute, die solche Überbrückungsphasen erlebten. Da ist anschließend nochmal ganz viel in ihrem Leben passiert. Heute haben sie 2 Kinder zu versorgen, Ehe, Beruf. Wir lachen manchmal über die alten Zeiten, ehemalige Mitbewohner, stundenlanges gelangweiltes Baden mit Buch in der Hand, Wasser nachlaufen lassen, Räucherstäbchen an.

Was ich mich frage: Fühlst du dich gelangweilt, ziellos dahintreibend?
Fehlt die Spannung, das Risiko, die Herausforderung in deinem Leben? Bist du unterfordert?
Dann setz das um was geht, jetzt und ohne Partner.

Mach jetzt noch alles, was du mit Kindern nicht mehr so frei tun kannst. Und wenn es nur 2 mal die Woche ins Kino gehen ist. Hab ich auch getan. Und nun vermisse ich es bis heute nicht. Hätte heute auch das Geld nicht mehr zu.

Inaktiver User
11.02.2007, 21:24
Dass man sich nicht selbst leid tun darf, weiß ich ja.
Hallo Ronja,

meiner Meinung nach völliger Quatsch :smirksmile:

Natürlich darfst Du Dir leid tun. Und vor allen Dingen, wenn Du sonst niemandem leid tust. Dann machst du das halt selber.

Und irgendwann wirst Du merken, dass Du darauf keinen Bock mehr hast und von alleine wieder aufstehen.

So war es zumindest bei mir. :blumengabe:

Und heute rauche ich sogar nicht mehr. Weil ich alles tun darf und kann, was ich will. Und dann habe ich die Freiheit, mich zu entscheiden, wie ich sein möchte...

nathaliethor

emma-woodhouse
27.02.2007, 19:57
Hallo Ronja, ich kann Dir nur ganz viel Mut machen -und ich glaube, das ist der Dreh- und Angelpunkt in Deinem Denken- das Single Leben zu Deinem besten Freund und zu einer wunderbaren Angelegenheit zu machen! Jede Art von Single Leben ist besser, als halbherzig in einer lauwarmen Beziehung zu hängen.

Ich habe aus Angst vor dem "Alleinsein" viel zu lange mit einer Trennung gewartet und sehe das heute als verlorene Zeit an. Zum Glück habe ich eine Freundin, die mir ein glückliches, attraktives und erfülltes Single Leben vorlebt (obwohl sie auch nichts gegen eine gelungene Partnerschaft einzuwenden hatte). Als ich nach dem Auszug meines Mannes dann Single war, habe ich das richtig genießen können - ich habe mich gefühlt wie die Heldin in einem Frauenroman :-) Ein Mann kam für mich nicht in Frage - und dann kam plötzlich und unerwartet ein ganz besonderer und wunderbarer Mann um die Kurve.

Leb Dein Single Leben mit allen Möglichkeiten, diese Freiheit zu nutzen, wie es auch schon in anderen Postings erwähnt wurde. Sei Dir selber die beste Gesellschaft!

Tristesse
01.03.2007, 19:45
Hallo Ronja,

natürlich funktioniert das nicht, dir einzureden du seist glücklich obwohl du das nicht bist. Doch du, nur du selber, hast es in der Hand glücklich zu werden.

Wie jemand anders schon geschrieben hat darfst du dein Glück nicht von jemand anderem abhängig machen. Man soll auch mit sich selber glücklich sein können. Und das funktioniert, glaube mir.

Ich bin nun auch seit 1 1/2 Jahren Single, nach zwei gescheiterten langjährigen Beziehungen. Bis noch vor ca. einem halben Jahr hatte ich auch das Gefühl ich müsste unbedingt wieder eine Beziehung haben und habe auf Teufel komm raus gedatet. Habe mich sogar mit jemandem näher eingelassen, doch kurz darauf musste ich mir eingestehen, dass die Gefühle doch nicht so sind wie sie sollten. Das ich da selber versucht habe mir etwas einzureden was nicht ist. Und nur eine Beziehung damit man nicht alleine ist, nein danke, dafür ist mir meine Zeit zu schade.

Ich habe mit einer Zusatzausbildung begonnen die mir grossen Spass macht, habe ausserdem mit Bauchtanz angefangen, was mir ebenfalls grossen Spass macht. Fazit = ich wüsste zur Zeit nicht woher die Zeit nehmen für eine Beziehung. Ich bin zufrieden so wie es ist. Sicher, ich würde lügen wenn ich behaupten würde, dass ich nicht trotzdem hin und wieder das Bedürfnis nach etwas Nähe habe. Doch nicht um jeden Preis...

Liebe Grüsse,
Tris