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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elterngeld bei Jobwechsel/Arbeitslosigkeit



sutsi
05.02.2007, 13:35
Hallo,

mein Lebensgefährte wechselt im April den Arbeitgeber und damit verbunden in eine andere Stadt (350km weit). Mein Plan war/ist, dass ich sobald ich dort auch einen Job gefunden habe, meine jetzige Stelle kündige und ich nachziehe. Die ersten Bewerbungen sind am Laufen. In den nächsten Monaten wollen wir heiraten.

Jetzt habe ich erfahren dass ich im September ein Kind erwarte.
Eine neue Stelle anzutreten steht also unter einem denkbar schlechten Stern.

Folgende Alternativen sehe ich derzeit:
1. Bei meinem jetzigen Arbeitgeber bis zur Geburt des Kindes weiterarbeiten und dann nachziehen. Habe hier vor Ort jedoch keinerlei Familie (wäre also in der Woche bis zur Geburt allein), ein Wochenendpendeln ist bei der Entfernung und bei Schwangerschaft problematisch. Bis zur Geburt des Kindes müssten mein Parter und ich zwei Wohnungen unterhalten. Vorteil: das Elterngeld bemisst sich auf volle 12 Monate Arbeitslohn.

2. Ich kündige im Mai/Juni/Juli meinen Job und ziehe wieder zu meinem Mann. Vorteil: nur kurzfristig zwei Wohnungen parallel, während der letzten Schwangerschaftsmonate bin ich nicht allein. Nachteil: Arbeitslosigkeit und ein wesentlich geringeres Elterngeld.

3. ein neuer Arbeitgeber stellt mich trotz Schwangerschaft am neuen Ort neu an. Damit haette ich keinerlei anderes Probleme, ist aber aeusserst unrealistisch


Sieht jemand von Euch noch andere Lösungswege, wie ich am besten Job/Wohnortwechsel und Schwangerschaft unter einem Hut bekomme?

Danke für jeden Ratschlag,
Susanne

Inaktiver User
05.02.2007, 21:13
Hallo Sutsi.

Wieviel Urlaub hast Du denn vorrätig?
Eventuell noch Anspruch aus dem alten Jahr?

Ich würde zunächst einmal bei der nachfragen wann der Mutterschutz beginnt. Dann würde ich mit meinem Urlaub zurück rechnen, welchen Zeitraum ich damit abdecken kann. Eventuell hilft hier auch der Brückentage-Planer (http://www.brückentage.de/). Dieser ist auch ideal um mit möglichst wenig Urlaubstagen möglichst viel Zeit bei Deinem Mann verbringen zu können. Schließlich benötigst Du ja die Masse der Urlaubstage um das Ende Deiner Arbeitszeit vor dem Mutterschutz vorzuverlegen.

Kranktage schonen übrigens Dein Urlaubskonto. Ich will Dich in keinem Fall auffordern krank "zu machen". Trotzdem ist nachvollziehbar, wenn Du Deine Urlaubstage mit dem Brückentags-Planer optimierst, daß im Vorfeld einer Geburt immer wieder mal anfallende Zeiten von "Unwohlsein" oder Schwangerschaftsproblemen" am Ende Deinem Urlaubskonto zugute kommt...

Gleichzeitig würde ich weiterhin versuchen, weiterhin einen Arbeitsplatz in der Nähe Deines Mannes zu finden. Ich würde dabei auch immer bei der Wahrheit bleiben. Es nützt nichts, eine vorhandene Schwangerschaft zu verschweigen. Im Gegenteil bist Du sogar verpflichtet, diese zu offenbaren (nur wenn noch keine Schwangerschaft besteht und ein potentieller Arbeitgeber fragt, ob man denn einen Kinderwunsch hegen würde, darf man - glaube ich - sogar schwindeln...). Sonst gibts später viel Ärger in einer Zeit, in der Du eigentlich Ruhe bräuchtest... (vor und nach der Geburt).

Die Frage ist auch, ob Du für Dich allein die ganze, bisher von Euch beiden bewohnte Wohnung für Dich allein benötigst. Eventuell findest Du eine WG, in der Du
a) deutlich weniger Miete + NK bezahlen mußt und
b) in evtl. schweren Schwangerschaftszeiten nicht mehr allein bist.

Hilfreich kann da auch die MitWohnZentrale (http://www.mitwohnzentrale.de) sein oder falls in Deiner Stadt auch eine Uni oder FH ist, auch die dortigen Institutionen. Oder auch auf dieser Seite (http://www.wohngemeinschaft.de) und auf dieser Seite (http://james.adbutler.de/click.php?pid=2665&tid=8392&bid=55095) finden sich immer ein paar Angebote.

Miete und Nebenkosten gespart, weiter Dein volles Einkommen, volles Elterngeld, viele Tage bei Deinem Schatz, möglichst früher Umzug zu Deinem Mann, ... damit dürfte ein Großteil Deiner Probleme zu lösen sein.

So würde ich mal vorgehen :-)
Wenn Ihr bisher zusammen gelebt habt, dürft Ihr aber auch andere Sachen nicht vergessen:
+ Meist haben Paare nur noch 1 Privathaftpflicht die beide Partner versichert (die in einem Haushalt leben). Bitte klären, ob Ihr für diesen Zeitraum beide in einem Vertrag versichert seid wenn jeder eine andere Hauptwohnung hat.
+ Meist haben Paare nur noch 1 Hausratversicherung. Bitte klären ob für diese Übergangszeit beide Wohnungen in einem Vertrag versichert sein können (Bei einem Umzug sind normalerweise während des Umzugs beide Wo versichert. Wenn der Umzug jedoch 9 Monate dauert ;-))
+ Kündigungszeiten bei Strom, Telefon, Internet usw. beachten oder gegebenenfalls frühzeitig zum "Stichtag" ummelden.
+ Klären, wer Deinen Umzug vorbereitet (Verpacken u. Organisieren) falls Du aus schwangerschaftsgesundheitlichen Aspekten das nicht mehr selbst machen kannst...

Auf jeden Fall wünsche ich Dir eine schöne und glückliche Schwangerschaft, viel Kraft und Gesundheit für Deine kleine, wachsende Familie.

lg. justii