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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Stillt Ihr?



Inaktiver User
04.02.2007, 18:30
Hallo,
ich hoffe, dass diese Frage nicht schonmal (kürzlich) hier gekommen ist, wenn doch, ich freu mich über den Link :zwinker:

Stillt Ihr Eure Babies?
Ich war ja dieses Wochenende die neugeborene Nichte meines Freundes bestaunen und dabei habe ich mich doch sehr gewundert, dass sie ihr Baby überhaupt nicht stillen möchte.
Ihre Schwester hat ihr abgeraten, da das Baby dadurch "unruhig" würde. Heee?!!! Is da was dran? Ich mein, hallo, Stillen ist doch wohl das Normalste der Welt oder?

Klärt mich bitte auf!!!
Danke :blumengabe:

Vera80
04.02.2007, 18:43
Hallo Maseillaise,

ja, ich stille. Ich habe nicht den Eindruck, dass es mein Kind unruhig macht - es hat eher eine außerordentlich beruhigende Wirkung :cool:
Ganz im Ernst: man hört öfter mal, dass gestillte Kinder erst später durchschlafen, aber das ist sowieso von Kind zu Kind unterschiedlich. Meiner schläft (mit gut sechs Monaten) noch nicht durch, aber ich finde das nächtliche Stillen ziemlich entspannt. Das Kind liegt sowieso neben mir, also drehe ich mich bloß zur Seite, Kind trinkt und ich schlafe (manchmal schon während des Stillens) wieder ein. Da stelle ich es mir schon anstrengender vor, wenn man erstmal ein Fläschchen machen muss.
Außerdem finde ich Stillen einfach schön (von den ersten Wochen, wo es doch auch wehtut, mal abgesehen) und auch tagsüber wahnsinnig praktisch - immer dabei, immer warm, immer sauber.
Und davon dass Stillen das Allergierisiko des Kindes senken soll, hast du sicher auch schon gehört.

LG
Vera

bellybee
04.02.2007, 18:57
Hm, nur weil meine Schwester mir abrät, würde ich wohl nicht auf die Idee kommen, es gar nicht erst zu versuchen...

Aber vielleicht hat es andere Gründe, manchmal funktioniert es ja auch einfach nicht so richtig??? :wie?:
Oder die Mutter will schon bald wieder arbeiten und kann das Stillen dann sowieso nicht mehr organisieren?

Ich finde es generell schwierig, dass man sich eher rechtfertigen muss, wenn man nicht (lang genug) stillt. Bisher habe ich es zwar vor, aber wer weiß, ob das auch klappt?
Muss man wohl (wiedermal !) auf sich zu kommen lassen, und sehen, wie es sich entwickelt.

Bei den "August-Mamis" hat BunteKuh vor kurzem was zu dem Thema gepostet, sie hat quasi den Vergleich zwischen Still- und Flaschenkind:



Hei, zukünftige Mamas!

Macht's Euch bitte jetzt noch keinen Kopf mit der Stillerei! Ja, natürlich ist es gut für die Babies und natürlich ist es praktisch und natürlich ist es äh... natürlich...

Aber macht um Himmels Willen kein Dogma daraus!

Es kann passieren, daß es aus diversen Gründen einfach nicht so klappt, wie man sich das vorstellt. Und dann ist es schlimm, wenn man sich als "schlechte Mutter" und "Versagerin" fühlt, weil man sich vorher so auf das Stillen eingeschossen hat.

Außerdem: wenn man viel Milch hat, braucht man Stilleinlagen im BH. Und es gibt wirklich Schöneres, als mit einer dicken Binde zwischen den Beinen (Wochenfluß) und feuchten Einlagen im BH (Milch schießt ein und das Baby schnarcht noch) durch die Landschaft zu ziehen.

Ich habe mein erstes Kind (das August-Kind) vier Monate lang gestillt. Es war jedes Mal ein Riesen-Theater, weil das Baby ewig gebraucht hat. Mir ist fast die Couch am Hintern festgewachsen und ich bin zu gar nix anderem mehr gekommen.

Nach vier Monaten hatte ich schlicht keine Lust mehr und hab' auf Flasche umgestellt. Siehe da: das Kindchen war wesentlich zufriedener, hat mehr geschlafen und zur Abwechslung konnte es auch mal die Oma, die Tante oder der Pappi füttern. Wun-der-bar!

Ein dreifaches Hoch auf die moderne Fläschen-Nahrung, die sich im Laufe der Jahre ja auch weiterentwickelt hat. Es ist kein Sojamehlpulver mit Zucker mehr (wie früher), sondern eine echte Alternative zur Muttermilch.

Wenn's also mit dem Stillen klappt: gut.
Wenn nicht: auch gut.

Eine innige, körperliche Verbindung kann man auch beim gemütlichen Fläschchengeben herstellen!

Liebe Grüße von der Bunten

PeEss: Meine "zweiten" Kinder (Zwillinge) hab' ich nicht einmal gestillt. Ich musste auf die Bedürfnisse eines knapp dreijährigen Kindes Rücksicht nehmen, das "doppelt" entthront worden ist. Und wenn die Kleinen nur halb so lang für ihre Fütterungen gebraucht hätten, wie seinerzeit ihr großer Bruder, wäre das totale Chaos ausgebrochen.

Und was die Entwicklung der ganzen Bande angeht: es ist kein Unterschied feststellbar zwischen dem gestillten Kind und den Flaschenkindern...

Inaktiver User
04.02.2007, 19:12
Hm, also ich beschäftige mich jetzt quasi das erste Mal bewusst mit dem Thema. Irgendwie hat mich der Besuch im Krankenhaus in Unruhe versetzt :zwinker:

Ok, auch wenn man jetzt entschlossen hat, das Baby mit der Flasche zu füttern, wieso schläft das dann besser durch? Hunger wirds es doch trotzdem haben, oder?
Ich glaub ich geh mal googeln , da sind einige BEgriffe aufgetaucht, mit denen ich nix anfangen kann.

Inaktiver User
04.02.2007, 19:22
Hallo, ich gehör leider zu den Frauen, wo das Stillen nicht geklappt hat.
Ich hielt es immer für eine der schönsten und natürlichsten Sache der Welt, wollte auf alle Fälle 6 Monate stillen ...... tja, und dann kam Philipp, 5 Wochen zu früh und hatte Probleme überhaupt zu Saugen. Aus der Flasche hat er es dann geschafft, aber an der Brust ging es nicht, er hat einfach nur geschrie´n, dann hab ich mir durch das Abpumpen eine Entzündung eingefangen und das war es dann mit meinem Stillwunsch.
Ich war manchmal ganz schön traurig (und werde es beim 2. Kind auf alle Fälle wieder probieren) und auch oft angenervt. Wie Vera schon geschrieben hat, die Muttermilch hast du immer dabei, immer richtige Temperatur ........

@Warum die Flaschenkinder meist schneller durchschlafen?
In der Fertigmilch sind Kohlenhydrate (? - wenn mich nichtalles täuscht) drinne, und die sättigen das Kind besser.

LG Katja

Inaktiver User
04.02.2007, 19:33
Oh, Ihr seid alle so tapfer! Echt, ich bin wirklich geschädigt jetzt. Hab eben auf mehreren Seiten einiges gelesen, bei den Details zur schiefgelaufenen PDA bin ich fast vor meinem PC zusammengeklappt, ich gebs auf. Kinderkriegen ist wohl nix für mich...
Liebe Grüße, M

Inaktiver User
04.02.2007, 20:47
muttermilch ist eine leichte sättigende mahlzeit für das kind. perfekt.


flaschenmilch ist deutlich schwerer, eher scheinebraten mit klößen. deswegen schlafen flaschenkinder danach meist länger und tiefer. (nicht unbedingt gesünder).


ausnahmen bestätigen wie immer die regel.


ich möchte stillen, abpumpen und zufüttern. :smirksmile:

Willauch
04.02.2007, 22:58
Zitat aus Wikipedia:

"Vorteile des Stillens [Bearbeiten]Gestillte Kinder sind im Vergleich zu Flaschenkindern seltener krank. Neben der optimalen Nährstoffzusammensetzung der humanen Muttermilch erhält der Säugling durch das Stillen Antikörper des mütterlichen Immunsystems. Dadurch ist der Säugling auch einige Zeit über die Dauer des Stillens hinaus gegen verschiedenste Krankheiten immunisiert. Da das Immunsystem des Kindes erst durch Kontakt mit Krankheitserregern eigene Antikörper entwickelt, bieten die mütterlichen Antikörper für diese Übergangszeit einen zuverlässigen Schutz vor Infektionen. Besonders die unmittelbar nach der Geburt in den ersten 18 bis 36 Stunden gebildete gelbliche Vormilch (Kolostrum) enthält einen hohen Anteil an Antikörpern und ist für einen Infektionsschutz des Neugeborenen wichtig. Darüber hinaus enthält die Muttermilch Substanzen, die die Darmflora, namentlich bestimmte Bifidobakterien, positiv beeinflussen. Die schützende Wirkung der Muttermilch wirkt sich bis ins Erwachsenenalter aus (z.B. erkranken gestillte Kinder seltener an Diabetes mellitus); außerdem scheint die Muttermilch die Darmflora positiv zu programmieren, so dass gestillte Kinder seltener an Übergewicht leiden.

Das Überdosieren von Muttermilch ist nicht möglich; Zubereitungsfehler (wie nicht abgekochte Fläschchen) oder Probleme wie schmutziges Wasser gibt es beim Stillen nicht, demnach macht das Stillen unabhängiger und Unsicherheiten der Mutter bezüglich der Ernährung des Kindes werden ausgeräumt.

Der Geschmack der Muttermilch ist abhängig von der Ernährung der Mutter. Das Kind erfährt somit früh eine große Bandbreite verschiedener Geschmäcker und ist auf Bei- und Familienkost besser vorbereitet und weniger wählerisch.

Ausschließliches Stillen in den ersten sechs Monaten schützt mit einer Zuverlässigkeit von 98 % gegen eine erneute Schwangerschaft (siehe auch Lactational Amenorrhea Method).

Durch das Stillen wird im Körper der stillenden Frau das Wohlbefinden auslösende Hormon Oxytocin ausgeschüttet. Oxytocin bewirkt ein Zusammenziehen des Uterus (Nachwehen) und beschleunigt dadurch den Wochenfluss und die Rückbildung der Gebärmutter. Außerdem wird durch das Stillen und die damit verbundene Hormonausschüttung die Mutter-Kind-Bindung optimal gefördert.

Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis einer Metastudie [3] über den Zusammenhang zwischen Mutterschaft, Stillen und Brustkrebsrisiko, die ergab, dass mit zunehmender Kinderzahl und zunehmender kumulierter Stillzeit das Risiko, ein Mammakarzinom zu entwickeln, signifikant sinkt."

Verzeihung, aber ich persönlich kann nicht verstehen, dass man nicht einmal versuchen möchte sein Kind zu stillen. Im Interesse des Kindes und im Interesse von sich selbst. Ich möchte jetzt hier niemandem ein schlechtes Gewissen machen oder als Stillfanatikerin auftreten. Wenn es nicht klappt (was leider immer wieder passieren kann), dann ist Flaschennahrung sicher eine gute Alternative. Aber von vornherein zu sagen, dass man nicht stillen möchte kann ich nicht verstehen.

Und jetzt dürft ihr mich hauen :schild ...uups:

LG willauch (die mitlerweile auch nicht mehr stillt:freches grinsen: )

Krokodil
05.02.2007, 03:18
Ja.

Mein Baby ist jetzt fast 5 Monate und ich möchte sie noch mindestens bis nach dem 6. Monat voll stillen.

Hier mal ein paar Vorteile des Stillens für die Mutter (die fürs Baby wurden ja bereits genannt):

Viele stillende Frauen verlieren ihr zusätzliches Gewicht nach der Schwangerschaft viel schneller. Stillen verbraucht zusätzlich bis zu 500kcal am Tag.

Man spart viel Geld, wenn man keine Säuglingsnahrung und das ganze Zubehör (Fläschchen, Sterilisator etc) kaufen muß. Man hat auch viel weniger Arbeit und muß nichts mitnehmen, wenn man weggeht.

Man muß nicht zusätzlich zu den vielen Kaufentscheidungen, die ein Baby so mit sich bringt, auch noch entscheiden, welche Marke Säuglingsmilch (und welches Fläschchen, welchen Sauger...) man kauft.

Während des Stillens hat man eine Hand frei, kann also lesen, essen, die Fernbedienung vom TV benutzen, telefonieren, Einkaufszettel schreiben.... das finde ich wichtig, da man ja doch ziemlich viel Zeit damit verbringt!

Das von Willauch erwähnte Prolaktin sorgt dafür, dass die Mutter (und das Baby) nach dem Stillen nachts schneller wieder einschlafen.

Abgesehen von diesen eher praktischen Vorteilen finde ich es einfach toll zu sehen, wie mein Baby von Woche zu Woche wächst und gedeiht durch die Milch, die mein Körper produziert!

Yuli
05.02.2007, 07:04
Ich habe meine Tochter 7 Monate voll, und dann noch bis sie 14 Monate alt war teilgestillt, obwohl ich nach dem Mutterschutz wieder voll arbeiten gegangen bin. Hatte auch nie Probleme damit, abgesehen von wunden Brustwarzen am Anfang, die aber schnell besser geworden sind, und ab und an Anfaenge einer Brustentzuendung, die ich durch hauefiges Anlegen immer gut in den Griff bekommen habe. Anders konnte ich es mir nie vorstellen. Abgesehen von den zahlreichen Vorteilen ist es so viel einfacher und praktischer zu stillen als sich mit dem Sterilisieren der Flaschen und dem Abkochen des Wassers abzuquaelen....

xanidae
05.02.2007, 08:54
Während des Stillens hat man eine Hand frei, kann also lesen, essen, die Fernbedienung vom TV benutzen, telefonieren, Einkaufszettel schreiben.... das finde ich wichtig, da man ja doch ziemlich viel Zeit damit verbringt!

ich hatte nie eine hand frei beim stillen. mit riesenkindern und riesenbrüsten braucht man zwei hände. denn meine brust hat sich - egal in welcher lage immer komplett auf das babygesicht gelegt. also hatte ich immer eine hand an der brust, um die nase frei zu machen.
bei meinem ersten kind habe ich 14 tage und nächte alle 2 stunden 1 stunde gestillt - und hatte ein hochunzufriedenes kind. wir haben dann eine flasche prenahrung (die man wie mumi nach bedarf gibt und nicht nach zeit), zugefüttert. kind war zufriedener. ich konnte mal 4 stunden am stück schlafen (die flasche gabs vom papa). das haben wir 3 monate gemacht, dann ging ich wieder arbeiten. beim zweiten fiel mir das alles leichter, er hat besser getrunken, ich hatte spürbar mehr milch. trotzdem ist es nicht entspannend zu stillen, wenn ein knapp 2jähriger durch die wohnung tanzt und 'mama' schreit. von daher gabs wieder die flasche abends - diesmal sogar jeden 2. tag mit mumi.
durchgeschlafen haben beide erst sehr spät.

eine bekannte von mir stillte ihr kind jede stunde für 10 min. das kind schlief sehr schnell durch und so war sie sehr ausgeschlafen und entspannt was das stillen anging. zusätzlich hat sie fast täglich 100ml abgepumpt (auch in 10 min). das 5fache von dem, was ich in dieser zeit abgepumpt habe.

ich finde - sobald es in stress ausartet ist stillen nicht mehr schön.

meiner stillerfahrung beim ersten kind war sehr frustrierend, noch dazu hat mir meine damalige hebamme ein sehr schlechtes gewissen gemacht, weil wir zugefüttert haben. ich solle mir mehr 'mühe' gegeben.
dieses gefühl war sehr stark mit dem stillen verbunden und ich war froh, dass mir beim zweiten kind eine verständnisvollere hebamme und gute kinderkrankenschwestern zur seite standen.
somit stehe ich dem stillen nun positiver gegenüber.

von daher: probiert es aus!
und wenn es nichts ist, dann habt ihr es probiert und gebt eben die flasche. auch diese kinder werden groß.

Inaktiver User
05.02.2007, 09:06
Ich habe 9 Monate gestillt, davon die ersten 4 voll.
Ich fand es anfangs eher lästig :knatsch:, ich hatte Volleybälle, die kurz vor der Explosion standen und Schmerzen (beim Milcheinschuss); nuckelte mein Sohn an der einen Brust, lief die andere aus. Morgens bin ich regelmäßig durchgenässt aufgewacht, die Stilleinlagen komplett durchgesifft, das Bett meist auch. Die Brüste sind einfach ins Bett ausgelaufen. Abgepumpt habe ich auch, für unterwegs. Ich mochte nicht so gerne in der Öffentlichkeit stillen.

So weit ich mich erinnern kann, habe ich alle 2 Stunden ca. 15 Minuten pro Brust gestillt. Durchgeschlafen habe ich wieder, als mein Sohn durchschlief (4 Monate).

Ich weiß nicht, ab wann das "entspannter" war. Ich glaube, als ich meinem Sohn zugefüttert habe und der Milchfluß langsam nachließ, also so um den 4. Monat herum, und ich auch wieder durchschlafen konnte.

Meine 16kg Schwangerschaftszunahme hatte ich nach guten 9 Monaten wieder runter.

Mein Sohn ist viel krank und hat Neurodermitis. Also halte ich persönlich das Argument, gestillte Kinder seien gesünder für einen Mythos, der vielleicht auch noch ein schlechtes Gewissen machen soll.

Tigerente
05.02.2007, 09:28
Ja, ich stille auch. Jetzt seit 6 Monaten voll. Ich würde gerne langsam anfangen abzustillen, um langsam etwas Freiheit zurückzugewinnen, aber mein Sohn ist recht renitent und weigert sich, selbst Muttermilch (außer in größter Not, d.h. Mutter mehr als 6 Stunden abwesen) aus der Flasch zu trinken.
Allerdings habe ich auch festgestellt, dass man das Kind zu mehr Gelegenheiten mitnehmen kann, als man denkt, dh. meine Freiheit ist sooo klein nicht. Ist aber Geschmackssache.
Ich fand das Stillen sehr praktisch, am Anfang allerdings sehr anstrengend (so die ersten 3 Wochen, dann wurde es viel besser). Ich kann auch nicht verstehen, dass man es gar nicht erst versucht.

Nach meiner Erfahrung würde ich der Angelegenheit auf jeden Fall 4-8 Wochen eine Chance geben - wenn man's dann schrecklich findet, finde ich es auch völlig legitim, auf Flaschennahrung umzusteigen. Ich finde auch, es wird viel zu viel ideologisches Tamtam um's Stillen gemacht, auch wenn ich mit recht viel Begeisterung stille.

Rosy73
05.02.2007, 16:46
Ich habe auch die berühmten 6 Monate durchgehalten - trotz Vollzeitarbeit, das fand ich aber recht anstrengend. Vorteil vom Stillen: Man kann, ein bisschen Dreistigkeit vorausgesetzt (und ich bin normalerweise extrem genant - ist also vielleicht auch hormonell, wurde das je untersucht?) überall sofort füttern. Das habe ich eigentlich als große Freiheit empfunden. Ich saß z.B. beim KiA im Wartezimmer, Baby krisch, Brust raus und gut war. (Im Restaurant waren wir nie mit dem Kind, da habe ich also niemanden belästigt :zwinker:) Nachteilig fand ich, dass wir schlecht abschätzen konnten, wann das Baby das nächstemal Hunger haben würde. Mein Mann hat tagsüber abgepumpte MuMilch gefüttert, und manchmal war unser Sohn schon nach 1-2 Stunden wieder hungrig. Dann erstmal eine vorbereitete Flasche aufwärmen, das konnte schonmal 10 Minuten dauern, in denen unser Junge regelmäßig in Panik kam. Und das Stillen im Liegen hatte ich erst nach etwa 7 Monaten raus, vorher habe ich nächtelang im Schaukelstuhl verbracht, und ganze Tage auf dem Sofa (cool: jeden Tag um 16.00h Gilmore Girls und Everwood geguckt.. so dekadent war ich vor- und nachher nie wieder!) Mir gings da ähnlich wie Xanidae, Hand frei hatte ich eigentlich auch nicht.

Yuli
05.02.2007, 17:37
Ein Erfolgsrezept gibt´s wohl nicht, mir fällt jedenfalls kein Grund ein warum es bei uns von Anfang an easy und gut lief, und andere solche Probleme haben. Mein Busen ist zum Glück nie zu unpassenden Zeiten ausgelaufen, Stillen ging immer und in jeder Position und an jedem Ort (auch im Restaurant ;-) und meine Tochter hat ohne Murren auch abgepumpte MuMi aus der Flasche getrunken. Vielleicht liegt es daran dass ich hier (wohne in Indien) keine besorgte Nachsorge-Hebamme und keine beserwisserischen Verwandte / Bekannte hatte und mich nur auf mein Bauchgefühl, meine beste Freundin (per Telefon konsultiert) und dass, was ich aus Büchern wusste, verlassen habe - und natürlich auf den Rat und Trost in unserem Strang ;-)

Inaktiver User
05.02.2007, 21:40
Ich hab meinen Sohn die empfohlenen 6 Monate voll und dann noch 3 Monate teilgestillt. Auch wir hatten große Anfangsschwierigkeiten, aber der Streß hat sich gelohnt. Das Stillen ist so praktisch und die Vorteile hat willauch ja ausführlich dargelegt :knicks:
ich stimme ihr zu, frau sollte es zumindest versuchen, wenn gesundheitlich nichts dagegen spricht.
Es ist erwiesen, das Stillkinder einen besseren Immunschutz aufbauen. Also einfach einen Versuch wagen und dann solange stillen, wie man damit gut klarkommt.
Von den im Handel erhältlichen Nahrungen ist übrigens die Pre-Säuglingsnahrung die der MuMi am ähnlichsten adaptierte und kann bis zum Ende des 1. Lebensjahres nach Bedarf gegeben werden.


PS. Ein Zusammenhang zwischen Flaschennahrung und früherem Durchschlafen konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Das ist tatsächlich ein Mythos, genauso wie die Großmutter-Weisheit vom Durchschlafen nach dem Abendbrei :smirksmile:

Anfissa
05.02.2007, 21:44
Hallo Marseillaise,
Ich habe eine 20 Monate alte Tochter und die wird immernoch gestillt. Du fragst, ob Stillen das Normalste der Welt ist. Naja, das dachte ich auch, als ich schwanger war. Bei vielen Frauen klappt es aber am Anfang nicht gleich so reibungslos, wie man sich das vorstellt. Ein paar Probleme wurden ja hier schon geschildert. Und viele Frauen geben dann eben auf. Wird einem ja auch überall das Milchpulver hinterhergeschmissen. Meine Tochter hat z.B. nicht genug zugenommen und ich hab echt Schiss gekriegt, dass sie mir verhungert. Was natürlich Quatsch war, aber so als unerfahrene "junge" Mutter... Ich hatte mördermäßig wunde Brustwarzen, das war echt unangenehm. Und ausgelaufen bin ich allüberall. Das erste Mal ohne BH geschlafen hab ich, da war meine Süße 9 Monate alt.
Richtig schön wurde für mich das Stillen erst, als mein Kind 6 Monate alt war. Da hatte sich alles eingespielt, ich war selbstbewusster und hatte keine Angst mehr, die Maus könnte verhungern. Ich hab sie 7,5 Monate voll gestillt und wir stillen wie oben erwähnt noch bei.
Die WHO empfiehlt vollstillen bis mindestens 6 Monate, bei allergiegefährdeten Kindern sogar bis 9 Monate. (Liebe Bim, sind 4 Monate nicht arg früh fürs Zufüttern? Ich meine, bei Allergiedisposition? Oder wusstet Ihr das nicht? *höflichfragundnichtklugscheißenwill*) Darüber hinaus beistillen bis das Kind 2 Jahre alt ist und dann so lange, wie Mutter und Kind dies wünschen.
Ist natürlich in unseren Breiten total ungewöhnlich und auch gesellschaftlich nicht sehr akzeptiert. Aber ich finds prima, und meine Tochter auch. Beim nächsten Kind wird hoffentlich der Start auch leichter.
Die vielen Vorteile vom Stillen zähle ich hier jetzt nicht nochmal auf, die sind ja schon hinlänglich zitiert worden. Aber mir fällt es schwer, nachzuvollziehen, wie man nicht stillen möchten kann. Die schönen Äpfelchen, die uns vorn am Oberkörper hängen, sind eigentlich nur dafür gemacht, dass wir unsere Kinder damit ernähren (und erst in zweiter Linie sind sie sekundäres Geschlechtsmerkmal). Ich finde die Schieflage in unserer Gesellschaft, was diese Funktion angeht, ziemlich ... ähm ... schräg.
Gruß, Anfissa

Inaktiver User
05.02.2007, 21:55
ich möchte Euch allen für Eure interessanten und aufschlußreichen Antworten danken.
Für mich persönlich kann ich mir in den nächsten 2-3 Jahren ein Kind noch nicht vorstellen.
Ich bin sowieso jetzt erstmal ein bisschen verschreckt, nach vielem was ich gelesen habe.
Ich hatte gar keine Vorstellung, dass die Milch plötzlich auslaufen kann, dass man nach der Geburt noch Schmerzen hat (die oben genannte Schwester meines LG ist rumgeschlichen und konnte sich nur mit schmerzverzerrtem Gesicht in einen Kissenring sinken lassen), Wochenfluß usw...
Irgendwie bin ich wohl was das angeht echt absolut ahnungslos und manchmal ist es sicher besser, nciht so viel zu lesen wenn man ein kleiner Angsthase ist :ooooh:
Ich meine, ok, irgendwie überleben ja auch alle und sind hinterher froh, ihre kleinen niedlichen Wunder im Arm zu halten, aber trotzdem.. :knatsch:

Bitte meldet Euch jetzt alle reichlich, um zu sagen, dass das alles nicht halb so wild war :zwinker:
Wünsch Euch und Euren Kleinen alles Gute und eine ruhige Nacht.
LG M

vickylotta
05.02.2007, 22:14
Hallo,

ja, auch ich habe unsere Tochter 6 Monate voll gestillt und danach jeden Monat eine Stillmahlzeit durch Beikost ersetzt, dann habe ich sie morgens aber noch bis nach ihrem 1. Geburtstag weiter gestillt. (Zwischenzeitlich bin ich nach 11 Monaten wieder in meinen alten Job 3 Tage pro Woche eingestiegen)
Die Stillzeit war wunderschön und entspannt (von den ersten Tagen mit Milcheinschuß...) mal abgesehen, wir beide haben die Verbundenheit sehr genossen und haben eine sehr innige Beziehung.
Übrigens hat unsere Tochter mit 6 1/2 Wochen durchgeschlafen, was wir dann zum Anlass genommen haben, sie aus unserem Bett in ihr eigenes Zimmer "umzuziehen", stillen kann also auch durchaus mit Durchschlafen einhergehen!

Ich kann und möchte Euch allen hier nur Mut machen, das Stillen zu versuchen, es kann eine wunderschöne und einzigartige Erfahrung sein!
Und lasst Euch von niemandem verunsichern (Kinderärzte, Familie, Freunde...), Ihr allein wisst am Besten, was Euer Kind braucht!
(Unsere Kinderärtzin meinte nach 6 Wochen, das unsere Tochter zu wenig zugenommen habe (600 gr) und dass wir zufüttern sollten, was wir aber nicht getan haben, und 3 Tage später schlief sie durch, ist fit und gesund und halt einfach ein eher zierliches Kind!)

Viel Spaß mit Euren Kindern und: NUR MUT!!!!!!!

vickylotta

Yuli
06.02.2007, 07:33
Ach, Anfissa, ich beneide dich schon ein bisschen darum, dass du noch stillst! Ich vermisse es schon manchmal. Wenn sich das nicht bei uns nicht von selbst erledigt hatte, weil ich 2 mal hintereinander auf Dienstreise war und die sich Produktion trotz Abpumpen eingestellt hat, wuerde ich das auch noch! Habe ich erst letztens nachts gedacht, als Maus so geweint hat - waere das schoen jetzt einfach das T-Shirt hochziehen zu koennen.... hach...

Vera80
06.02.2007, 09:02
Hallo Marseillaise,

wenn du so drum bittest ... Es ist alles halb so schlimm! :freches grinsen:
Ja, anfangs schmerzen die Brustwarzen, wenn das Kind trinkt (war jedenfalls bei mir so), ja, die ersten Tage nach der Geburt bist du noch ziemlich erledigt (schließlich hast du auch Schwerstarbeit geleistet), ja, die Geburtsverletzungen können auch noch eine Weile wehtun, ja, der Wochenfluss ist auch nicht wirklich so super - ABER die Hormone sind machtvoll - man vergisst das alles unglaublich schnell! Vor allem die Schmerzen bei der Geburt. Während der Geburt denken die meisten Frauen 'das halte ich nicht aus' - schon wenige Stunden später sagen die meisten 'ach, sooo schlimm war es nun auch nicht'.
Die Natur hat sich schon einiges einfallen lassen, damit die Frau sich auch zu einem weiteren Kind durchringen kann! :freches grinsen:
Und was ich mir vor der Geburt immer gesagt habe: Millionen Frauen haben das schon überlebt, da war bestimmt manche dabei, die noch wehleidiger ist als ich. Also schaffe ich das auch. In diesem Sinne: nur Mut :blumengabe:

LG
Vera

Inaktiver User
06.02.2007, 09:24
(Liebe Bim, sind 4 Monate nicht arg früh fürs Zufüttern? Ich meine, bei Allergiedisposition? Oder wusstet Ihr das nicht? *höflichfragundnichtklugscheißenwill*)

Hallo Anfissa,
mein Sohn zeigte deutliche Zeichen, dass er (auch) essen möchte und nicht nur trinken. Ich habe dann angefangen, eine kleine Portion Gemüsebrei (Karottenmus) zu geben, danach wurde er gestillt. Ich habe quasi eine volle Milchmahlzeit durch eine Gemüsebreiportion + Stillen ersetzt. Ich glaube das war Mitte/Ende des 4. Monats.

Ich habe das ein wenig auch meinen Sohn "entscheiden" lassen. Er fand den Plastiklöffel im Mund toll und fing an zu sabbern, wenn er uns essen sah.

LG
Bim

Beatus
06.02.2007, 09:26
@yuli: Du lebst in Indien? Wow!!
Dein Beitrag hat mir Mut gemacht. Ich werde nach 10 Wochen wieder 3-Tage pro Woche arbeiten. Ich weiß aber nicht ob es überhaupt möglich ist nur 10 Wochen zu stillen oder nach 10 Wochen umzustellen auf 3 Tage Flasche - 4 Tage stillen? Oder doch lieber von Anfang an die Flasche?

Ich traue mich kaum noch andere Mütter deswegen zu fragen, da bisher immer dieser ungläubige Rabenmutter-Blick oder auch Vorwurf kam. Bei dir scheint es ja ganz gut geklappt zu haben?

Inaktiver User
06.02.2007, 10:02
@Beatus
Klar ist es möglich, "nur" 10 Wochen zu stillen - lieber 10 Wochen stillen, als gar nicht - wenn du es willst und es klappt. Was wohl nicht klappen wird (vermute ich), ist drei Tage gar nicht stillen und 4 TAge stillen. Da wird wohl der Milchfluss nicht durchhalten. Bei mir wurde die Milch auch schnell weniger, als ich anfing mit Brei zufüttern (nach dem 6. Monat). Vielleicht kannst Du ja abpumpen und die Milch mit der Flasche geben (lassen) und wenn das nicht reicht, Pre-Nahrung zufüttern. Wenn das zu kompliziert ist, kannst Du dann aber auch problemlos voll auf Pre-Nahrung umstellen. Eine Freundin von mir hatte nach ca. 10 Wochen trotz voll stillen keine Milch mehr und musste umstellen, eine andere hatte nach ungefähr dieser Zeit so mit Hautausschlag zu kämpfen (psychisch bedingt), dass sie auch mit Stillen aufgehört und umgestellt hat. Andere Bekannte haben lange Zeit noch nebenbei gestillt. Also nur Mut, Du wirst schon merken, was dann am besten funktioniert.

LG

Rosy73
06.02.2007, 10:22
Hallo Beatus,
ich habe auch 10 Wochen nach der Entbindung wieder gearbeitet. Man hat als stillende Mami durchaus Rechte. Dir stehen 60 Minuten Stillzeit pro Tag zu, ab einer 38Stunden-Woche sogar 90 Minuten.
Ich habe das damals so gelöst: Vormittags 15 Minuten Abpumpen (AG muss Dir dafür einen Raum zur Verfügung stellen), Mittags 30 Minuten an die Pause angehängt und zum Stillen heimgefahren, Nachmittags 15 Minuten abgepumpt. Ich war nie so die ertragreiche Milchmami, musste um jeden Tropfen kämpfen, aber es hat irgendwie hingehauen. Mein AG war aber auch so kulant, alles ohne Zicken mitzumachen und mir keine Steine in den Weg zu legen. Ich weiß nicht, wo und wie Du arbeitest und ob das eine Lösung für Dich wäre, aber erkundige Dich ruhig nach den Möglichkeiten. Und sprich mit den Kollegen, es ist erstaunlich, wieviel Unterstützung man bekommt. (Ich habe fast nur männliche Kollegen, die meisten kinderlos - die brauchte ich bloß mit ein paar Details zu versorgen, schon wollten die gar nicht mehr wissen. Komisch.... :freches grinsen:)

Yuli
06.02.2007, 12:37
Hallo Beatus, ich kann mich Rosy nur anschliessen, wenn du nicht gerade einen stundelangen Arbeitsweg hast kann das gut funktionieren. Ich habe morgens vor dem Losfahren gestillt, dann Mittags in der Pause und dann wieder direkt, wenn ich nach Hause kam. Ich war nie viel laenger als 4 Stunden am Stueck weg und es stand immer eine Flasche abgepumpte MuMi parat - aber die hat sie noch nicht mal immer gebraucht. Zwischendurch habe ich nicht abgepumpt, sondern abends oder morgens - dass ging ganz gut, weil meine Tochter pro Mahlzeit immer nur an einer Brust getrunken hat, und ich dann aus der anderen pumpen konnte.

nosmoking
06.02.2007, 15:53
Hallo Marseillaise,
die Geburt laesst sich mit einer PDA gut ueberstehen. Normalerweise geht dabei auch nichts schief. Es dauert nur so 45 Minuten bis sie voll zu wirken anfaengt, bis dahin hat frau noch leichte Schmerzen.
und wenn es in der heutigen Zeit diese Moeglichkeiten gibt, bei der Entbindung nur wenig Schmerzen zu haben, warum soll frau dann darauf verzichten?
Ich lebe in Amiland und hier wollen und kriegen 99% aller Gebaerenden eine PDA.
Ich hatte am ersten Tag nach der Geburt noch so starke Schmerzen, dass ich alle 4 Stunden 2 Schmerztabletten genommen habe, die es in meinem Krankenhaus gab. Die Aerzte meinten, die Dosis sei immer noch so gering, dass es beim Stillen nicht hinderlich sein sollte.
Am zweiten Tag konnte ich es auf 1 Schmerztablette alle 4 Stunden reduzieren, am dritten Tag brauchte ich nichts mehr.
Ein Eisbeutel auf der Dammnaht hat ausserdem sehr gut geholfen.

Der Wochenfluss war nur am ersten Tag echt heftig, aber da war ich noch im Krankenhaus. Da mussten zweimal die Laken und Bettdecke gewechselt werden.
Ab dann war es wie eine mittelstarke Regelblutung und wie damals als 11-jaehrige, als ich mich noch nicht getraut habe, Tampons zu nehmen...
Ich hatte sowieso nur 11 kg zugenommen, und die waren nach 2 Wochen wieder weg. Allerdings sind auch jetzt nach 5 Monaten meine Bauchmuskeln immer noch nicht wieder so wie sie mal waren.

Ein Problem war fuer mich meine Ruecken. Ich kriege immer, wenn ich so krank bin, dass ich die meiste Zeit im Bett liegen muss, starke schmerzhafte Muskelverspannungen (als meine Nasenscheidewand operiert wurde, dachte ich, mein Ruecken kommt nie wieder in Ordnung). So war es auch hier, da ich nach der Entbindung 2 Tage doch recht viel gelegen habe...aber auch da haben Schmerztabletten recht gut geholfen bzw es gab sich dann am 3. Tag als ich wieder normal aufgestanden bin.

alles in allem waren sowohl Schwangerschaft, Entbindung und auch die ersten Monate mit dem Baby viel weniger anstrengend als ich es mir vorgestellt hatte und viiiiiiiel schoener.

so, hilft Dir das etwas?

Gruss, Nosmo

Inaktiver User
06.02.2007, 16:21
Hier meine Stillgeschichte(n).

Ich hatte Glück und bin bei meinem ersten in einem "stillfreundlichen" Krankenhaus gelandet. Mütter, die nicht stillen wollten, fanden das allerdings schlimm :smirksmile: .

Jedenfalls wurde Stillen dort total gefördert und den Müttern super beigebracht, auch was man tun kann, wenn mal Schwierigkeiten auftreten (Kohlblätter, Reiterspitz etc., Das Mysterium zwischen Angebot und Nachfrage; dass die Süssen auch bei 40 Grad nicht Wasser oder Tee haben müssen). Meine Tochter habe ich 6 Monate gestillt und hatte nie Probleme. Alle hier schon geschilderten Vorteile habe ich erlebt: easy in der Nacht - nicht aufstehen müssen, gemeinsam wieder einschlummern. Immer die Nahrung dabei. Niemals den Wunsch verspüren, die Brust vergrössern zu lassen (nachdem sie mehr als 8 Stunden durchschlief - ich aber nicht und plötzlich Körbchen DDD hatte :freches grinsen: ).

Für mich der einzige Nachteil: Irgendwie alleinverantwortlich für die Ernährung zu sein und nicht stundenlang mal abtauchen zu können - abpumpen wollte ich auch nicht). Oder Feuchtigkeitsattacken zu bekommen, wenn ich herzzerreissendes Schreien anderer Säuglinge hörte - wahrscheinlich wäre ich im Mittelalter die perfekte Amme gewesen!

Mein zweiter war dann ein Kaiserschnittkind. Diese Prozedur hat mir mein Körper sehr übel genommen und wollte sich nicht mit ein paar Schmerztabletten abfinden - daher lag ich tagelang an dem PDA-Tropf in der Uniklinik.... bewegungsunfähig und leidend. Trotzdem hab ich es "geschafft" von Anfang an komplett zu stillen. Leider gabs dort Tee gegen Durst. Nachdem wir das raushatten und protestierten (siehe Angebot/Nachfrage), klappte es super. Trotz allergrösstem Stress später und damit bedingtem Milchstau (Umzug mit Säugling 300 km entfernt). Mit Reiterspitz und viel gutem willen klappte es.

Als er 6 Monate war, merkte ich, dass er nicht mehr satt wurde. Er wachte nach der Abendmahlzeit bald wieder auf und hatte wieder hunger. Dazu hatte ich auch keine Lust. Also gab es dann das erste Fläschchen zur Nacht = gleich weniger Milch = einvernehmliches Abstillen. Irgendwie hat er das für sich selbst entschieden und ich war zufrieden damit.

Vielleicht ist es ein Zufall bei uns, aber beide Stillkinder sind extrem gesund, bis auf die Übergänge Zuhause/Kindergarten/Schule sind sie nicht infektanfällig (wie viele andere, die ich kenne).

Ich kann es nur empfehlen. Man sollte es aber so machen, wie man will und wenn man keinen Zugang dazu findet, sollte man auch so ehrlich sein, dies vor sich und den anderen zuzugeben. Damit fährt man eigentlich besser. Es muss ja nicht sein. Auch wenn es schön ist.

Vorab konnte ich mir auch kaum vorstellen, dass an diesen unverständlicherweise derart begehrten Dingern mal ein Baby trinkt *gruselundlach* Auf einmal war es schön. Und auf einmal war es vorbei. Als meine tochter ca. 8 Monate war und wir zusammen gebadete haben, merkte ich, wie sie irgendwie nochmal dahintendierte. Ich dachte ... ok. Und sie - BISS mit den ersten Milchzähnchen rein :freches grinsen: Sie hatte schon vergessen, wofür die da waren!

Inaktiver User
06.02.2007, 17:47
Vorab konnte ich mir auch kaum vorstellen, dass an diesen unverständlicherweise derart begehrten Dingern mal ein Baby trinkt *gruselundlach* Auf einmal war es schön. Und auf einmal war es vorbei. Als meine tochter ca. 8 Monate war und wir zusammen gebadete haben, merkte ich, wie sie irgendwie nochmal dahintendierte. Ich dachte ... ok. Und sie - BISS mit den ersten Milchzähnchen rein :freches grinsen: Sie hatte schon vergessen, wofür die da waren!
:zahnschmerzen:

Auaaaa!
Aber was den ersten Teil angeht, es geht mir genauso. Kann mir nicht vorstellen, dass ich mal Milch geben werde, wo ich selbst doch kaum welche trinke :freches grinsen:

Danke für Eure Geschichten!
Weiter so :blumengabe:

@Nosmo: ja, danke, klingt ja doch nicht so schlimm :smile: Ich dachte immer, man darf dann gar keine Medis nehmen wegen Stillen und so weiter. Ist sehr beruhigend...

whiskia
06.02.2007, 22:54
...und noch eine Stillgeschichte, auch wenn sich hier alles wiederholt:
Habe meine Tochter dank super Hebammenbetreuung 7 Monate voll gestillt und fand es einfach nur praktisch. Das Zufüttern fiel mir schwer und das komplette Abstillen schob ich hinaus bis sie ein Jahr alt war.
Mein Sohn ist jetzt 5 Monate alt und hat schon recht bald super durchgeschlafen - bis vor zwei Wochen :knatsch: Jetzt kommt er alle drei bis vier Stunden rund um die Uhr und das ist gelinde gesagt super nervig und ein kleines bisschen anstrengend. Zufüttern will ich aber auf gar keinen Fall, aber ich werde auf den Tag 6 Monate nach seiner Geburt mit dem ersten Karottengläschen anfangen. Ich kann es kaum abwarten.
Die Glücksgefühle, die ich bei beiden Kindern hatte und habe, wenn sie an meinem Busen saugen möchte ich nicht vermissen. So ein Kind in seinen ersten Lebensmonaten wachsen zu sehen und zu wissen: Hey, das ist alles von mir! das finde ich einfach klasse.

Trotzdem kann ich es gut verstehen, wenn aus den verschiedensten Gründen nicht stillen kann oder mag. Man sollte wirklich kein Dogma daraus machen. Eine Freundin von mir ist ein Zahlenmensch und es hat sie in den ersten Lebenstagen ihres Kindes w a h n s i n n i g gemacht, nicht zu wissen, wieviel das Baby denn nun aus ihrer Brust trinkt. Sie hat kurzerhand auf FLasche umgesattelt und mir dann jedes Mal freudestrahlend erzählt, wieviel ml der Kleine getrunken hat. Für sie war das eben genau das Richtige.

und marseillaise: ja, es ist alles halb so schlimm! Die lästigen Begleiterscheinungen sind bald vergessen. Und vieles kann man wirklich mit Humor nehmen. Meine Freundin und ich haben immer gesagt, wir werden mal das "Tagebuch einer Wöchnerin" herausgeben, weil wir über so viele Dinge im Wochenbett gemeinsam geulkt und gelacht haben. Und auch über viele Geburtssituationen kann man im Nachhinein schmunzeln, ehrlich. Mein Mann hatte zum Beispiel vorher gelernt, dass es gut tut, wenn man der FRau den Rücken massiert bei der Geburt. MIR tat das aber nicht gut, nur konnte ich mich nicht artikulieren und meine Hebamme hats dann gemerkt und ihm ziemlich deutlich sagen müssen, dass er das jetzt mal lassen soll.
Ach, ich könnte stundenlang weiter erzählen :Sonne: aber so langsam wirds Zeit fürs Bett, muss ja schon bald wieder stillen :zwinker:
Drückt mir die Daumen, dass die Große heute Nacht Ruhe gibt uns sich ihr MagenDarm Infekt nicht wiederzur Unzeit meldet:freches grinsen:

Lieben Gruß,

whiskia

Lotta39
06.02.2007, 23:54
Ok, dann oute ich mich jetzt mal und bin wohl die erste hier im Strang, die es gar nicht erst versucht hat zu stillen.

Ich wollte einfach nicht, hab die ganzen neun Monate auf den Moment gewartet der da kommt und sagt : Ja ich will auch stillen!
ABer der kam nicht. Noch im Kreissaal hab ich, als die Hebamme frug ob ich mein Kind stillen wolle gleich wenn es da ist, gesagt : Ich weiß es nicht, im Moment eher nein, aber vielleicht kommt ja der Wunsch wenn ich es im Arm hab?"

Ok, meine Geburt verlief dann plötzlich widererwartend schlecht und ich hatte letztendlich noch einen Notkaiserschnitt, selbst wenn ich gewollt hätte, ich hätte es wohl nicht mehr geschafft sie zu stillen in dem Moment.Aber ich glaub es wär eh nicht gekommen dieses Gefühl, dass ich stillen will.

Ich habe sehr viel und sehr lange darüber nachgedacht in meiner SS, warum ich den Wunsch nicht habe, ich weiß es einfach nicht. Ich sah mich einfach nicht mit meinem Kind an der Brust.

Und ehrlich gesagt, ich glaub wie beide, meine Tochter und ich haben nichts vermißt, wie auch? Wir kannten es ja beide nicht anders. Die Momente wo ich meine Kleine mit der Flasche gefüttert habe, waren mit Sicherheit genauso innig und verbunden wie es eine stillende Mutter empfindet.

Ich finde, man darf da nicht so einen "Kult" oder auch ein "Dogma" draus machen. Jeder steckt ganz alleine in seinem Körper und jeder kann nur für sich ganz alleine entscheiden, was gut für einen ist und was nicht. Ich glaube ganz sicher, dass es für MICH und MEIN Kind das beste war, dass sie mit der Flasche groß wurde, mir fehlte die Vorstellung des Stillens, mir fehlte die innere Bereitschaft und dann gehts nicht und würde man es dann trotzdem tun, weil es ja nunmal von der Masse so gefordert wird, dann überträgt sich genau das ja auch aufs Kind. Und so waren wir beide zufrieden mit der Situation und konnten die Mahlzeiten beide mit viel Ruhe geniessen, was bestimmt anders gewesen wäre, wenn ich mich zum Stillen hätte überreden lassen.

Eine Mutter die nicht stillt, ist genauso eine gute oder schlechte Mutter wie eine die stillt. Ich kann jede Frau verstehen, die sagt sie will stillen, ich versteh aber auch jede, die sagt, dass sie es nicht will.

Jedem eben sein Weg :blumengabe:

Lotta

Yuli
07.02.2007, 05:53
Gleich vorneweg: ich mache keinen Kult oder kein Dogma aus dem Stillen - fuer mich ist es einfach die natuerlichste Sache der Welt gewesen. Ich kann nachvollziehen dass Frauen aufhoeren zu stillen, wenn es einfach nicht klappt oder sie zu grosse Probleme haben (Brustentzuendung, oder wenn man Medikamente nehmen muss die sich mit dem stillen nicht vertragen). Aber die ganzen Vorteile des Stillens seinem Kind vorzuenthalten, einfach weil man keine Lust hat es wenigstens mal eine Zeitlang zu probieren, finde ich egoistisch.

Inaktiver User
07.02.2007, 09:55
Aber die ganzen Vorteile des Stillens seinem Kind vorzuenthalten, einfach weil man keine Lust hat es wenigstens mal eine Zeitlang zu probieren, finde ich egoistisch.

Ich habe gerne gestillt, hab ich ja schon geschrieben und kam mit den Problemen auch gut klar. Ich würde es jedem uneingeschränkt empfehlen, das zu versuchen.

Trotzdem kann ich mich Deiner Meinung nicht anschliessen, jemanden als "egoistisch" zu bezeichnen, weil er das nicht möchte. Ich glaube auch nicht, dass viele Frauen es nicht tun, weil sie einfach "keine Lust" haben. Es gibt viele Gründe, nicht stillen zu wollen und jeder hat für die entsprechende Mutter seine Berechtigung. Diese dann gleich als Egoistinnen zu bezeichnen finde ich falsch. Durch so etwas entsteht ja dieser unbewusste Druck, als Neumutter bloss "alles richtig" zu machen, am besten gar nicht an sich zu denken.

Wenn das Baby da ist, hat man erst mal genug anderes zu tun und braucht nicht noch Druck von aussen. Dein Vorurteil ist mir schon öfter begegnet, meist hinter vorgehaltener Hand, aber trotzdem spürbar. Daraus resultiert dann, dass Frauen sich gar nicht trauen, ehrlich zuzugeben, dass sie nicht stillen wollen, sondern zig Probleme und Horrorgeschichten vorschieben warum es bei ihnen nicht ging. Und damit dann wieder Frauen, die es gerne versuchen möchten, Angst davor machen.

Ich finde eine Mutter besser, die ihrem Kind zufrieden ein Fläschchen gibt, als eine, die widerwillig stillt, weil es ja so gesund für das Kind ist, das Baby aber diesen Widerwillen spürt.

Inaktiver User
07.02.2007, 10:25
Dann hab ich für Euch Expertinnen mal eine technische Frage.
(ich googel lieber nicht, sonst stoße ich wieder auf Stories von falsch gesetzten PDAs und mein Frühstück lässt sich nochmal blicken :freches grinsen: )

Also, die Milch, die wird wann genau zum ersten Mal gebildet? Weil wenn das kleine geboren ist, kann es ja schon "loslegen". Was bedeutet "Einschießen der Milch" genau? 'Ist das das erste Mal? Und die kleinen trinken dann immer abwechselnd? Und wenn man irgendwann aufhören will? Wie funktioniert das dann?
Wird die Milch dann vom Körper resorbiert, wenn das Baby ein paar Mal nicht getrunken hat?
Sooo viele Fragen, hoffe, sie sind Euch nicht zu blöd :freches grinsen:

Inaktiver User
07.02.2007, 10:37
Also, die Milch, die wird wann genau zum ersten Mal gebildet?

Das ist unterschiedlich. Die Vormilch kannst Du schon relativ früh in der Schwangerschaft in kleinen Tropfen in der Kleidung wieder finden.


Weil wenn das kleine geboren ist, kann es ja schon "loslegen".

Ja, das geht sofort, ist aber noch nicht die gleiche Zusammensetzung wie sie später im "Dauerbetrieb" produziert wird.


Was bedeutet "Einschießen der Milch" genau?

Das passiert ein paar Tage nach der Geburt und ist so ziemlich das unglaublichste, was ich erlebt habe. Du schaust an Dir runter und hast (war jedenfalls bei mir so) Brüste, die einer Dolly Parton Ehre machen würden. Das kann weh tun, dann gibt es z.B. Quarkwickel, die helfen und kühlen. Normalisiert sich aber nach einigen Tagen.


'Ist das das erste Mal?

Es ist der Beginn des Vorhandenseins der endgültigen Milchart mit dem Angebot für ein vorhandenes Kind, das sich davon ernähren und wachsen muss.


Und die kleinen trinken dann immer abwechselnd?

Sie trinken dort, wo Du sie anlegst. Abwechselnd sollte es sein, damit Du einen gleichmässigen Rhytmus rein bekommst.


Und wenn man irgendwann aufhören will? Wie funktioniert das dann?

Zufüttern, wodurch sich die vom Kind getrunkene Menge reduziert. Da nur produziert wird, was zuvor nachgefragt wurde, reduziert sich die Menge nach und nach bis zu 0.



Wird die Milch dann vom Körper resorbiert, wenn das Baby ein paar Mal nicht getrunken hat?

Nein, das merkst Du schon bei einem Mal. Tut nur weh, muss raus und dann kann man es abpumpen.


Sooo viele Fragen, hoffe, sie sind Euch nicht zu blöd :freches grinsen:

Blöd nicht, vieles erledigt sich aber von allein, wenn es so weit ist.

Gruss

vita

Inaktiver User
07.02.2007, 10:39
Danke Vita! :blumengabe:

Inaktiver User
07.02.2007, 10:40
Danke Vita! :blumengabe:

Liebend gern :blumengabe:

Willauch
07.02.2007, 10:40
Jetzt wollte ich dir gerade antworten, aber das hat vita ja schon bestens erledigt.

Einen Kommentar kann ich mir aber nicht verkneifen: Dafür, dass ein Baby für dich noch so gaaaaar kein Thema ist, haste aber ganz schön viele Fragen:freches grinsen: :freches grinsen: :freches grinsen: :zwinker:

lg willauch

Yuli
07.02.2007, 11:13
Stimmt, willauch! Mich hat das Stillen jedenfalls erst in der Schwangerschaft interessiert.

@Gerrimee: egoistisch ist vielleicht wirklich ein zu harter Ausdruck (sorry, morgens bin ich noch nicht so diplomatisch *grins*). Wenn eine Frau nicht stillen will, bitte - ich mache niemanden einen Vorwurf deswegen! Aber ich bin schon der Meinung, dass man, wenn man schon ein Kind kriegt, es doch wenigstens probieren koennte - wie kann man sonst wissen, ob es einem nicht gefaellt? Vielleicht merkt man dann auch, dass das gar nicht so eklig ist, sondern vielleicht sogar sehr schoen? Oder wenn schon nicht schoen, dann wenigstens praktisch, und gut fuer Mutter und Kind? Sorry, das Argument "mir war irgendwie nicht danach" finde ich, ehrlichgesagt, etwas schwach.

Inaktiver User
07.02.2007, 11:19
Sorry, das Argument "mir war irgendwie nicht danach" finde ich, ehrlichgesagt, etwas schwach.

Wieso müssen die Argumente eigentlich bewertet werden? Eine will, die andere nicht. Sie hat ihr Kind geboren und weltweit gibt es in Industrienationen viele Frauen, die nicht stillen.

Wenn es für sie keine Vorteile und für ihr Kind keine Nachteile hat wieso sollte sie es dann überdenken?

Inaktiver User
07.02.2007, 11:48
Naja, meine Mutter will ich nicht so direkt fragen, und die Schwester meines Freundes auch nicht.
Aber ein Kind passt bei mir im Moment überhaupt nicht. Bald neue Stelle, mit Freund im Moment kleine Krisen...
Also, meine Fragen haben gar nix mit mir zu tun :blumengabe:

Anfissa
07.02.2007, 13:35
..aber schön, dass Du Dich dafür interessierst.
Also, ich muss Yuli mal ein bisschen Schützenhilfe leisten, war ja klar, oder?:freches grinsen:
Dass das nichtstillen keine Nachteile für einen Säugling hat, ist ja nun wissenschaftlich widerlegt. Und dass man als Frau nicht stillen will - ich finds zumindest komisch. Aber ich würde bestimmt keine Mutter, die sich so entscheidet, als eine schlechte bezeichnen. Ich hab im Krankenhaus gesehen, wie eine Mutter ihrem Neugeborenen sehr zärtlich das Fläschchen gab. Das sah sehr liebevoll aus. Aber dennoch: Wir haben die Möglichkeit, unsere Kinder mit unserer Milch zu ernähren. Sie liegen mit ihrer Nase an unserer Brust und riechen uns und schmusen dabei. Sie kriegen das Beste von unserem Immunsystem, ihre Darmflora wird perfekt auf die kommenden Monate vorbereitet. Naja, etc. pp. Ich finde schon, dass man seinem Kind etwas vorenthält, wenn man nicht stillt. Und sich selber auch, ehrlich!
@Bim: Aha. Alles klar. Das hab ich schon öfter gehört, dass Kinder so früh essen wollen. Bei einer lieben Bekannten war das auch so. Danke für die Info! :blumengabe:
@Yuli: Ich bin saufroh, dass ich noch stille. Grade jetzt wieder. Karla hat Bronchitis und hustet in einer Tour. Ich kann sie soooo super trösten und da sie auch nichts isst, beruhigt es mich total, dass sie wenigstens die gute, alte Mumi kriegt. Aber sei nicht traurig, Ihr habt doch so schön lange gestillt, trotz arbeiten und Dienstreisen. Das ist doch super!
Ohne unsere anfänglichen Stillprobleme wäre ich bestimmt auch nicht so eine Langzeitstillerin geworden. Ich bin jedenfalls sehr glücklich so und ich wünsche allen anderen Müttern, ob stillend oder nicht, das Gleiche.
Schöne Grüße, Anfissa

Inaktiver User
07.02.2007, 13:47
..aber schön, dass Du Dich dafür interessierst.
Also, ich muss Yuli mal ein bisschen Schützenhilfe leisten, war ja klar, oder?:freches grinsen:
Dass das nichtstillen keine Nachteile für einen Säugling hat, ist ja nun wissenschaftlich widerlegt.

Halt, halt. Es ist belegt, dass das Stillen positive Effekte hat. Es ist nicht belegt, dass sich ein nicht gestilltes Kind nachteilig entwickelt.



Und dass man als Frau nicht stillen will - ich finds zumindest komisch. Aber ich würde bestimmt keine Mutter, die sich so entscheidet, als eine schlechte bezeichnen. Ich hab im Krankenhaus gesehen, wie eine Mutter ihrem Neugeborenen sehr zärtlich das Fläschchen gab. Das sah sehr liebevoll aus.

Geht es nun um die Nahrung? Ich dachte, dass das das Thema war. Jetzt indirekt zu unterstellen, dass nichtstillende Mütter kein liebevolles Verhältnis zu ihrem Kind haben, geht meiner Meinung nach zu weit.

Dann hätte der grösste Teil der deutschen Mütter der letzten 40 Jahre keine liebevolle oder zärtliche Beziehung gehabt, denn in der Zeit wurde vielfach lieber angerührt als gestillt.

Und selbst heute noch werde Frauen zwar in der Klinik angeleitet, der grösste Teil stillt aber nach 8 Wochen bereits nicht mehr, wie ich vor einiger Zeit erst las.


Aber dennoch: Wir haben die Möglichkeit, unsere Kinder mit unserer Milch zu ernähren. Sie liegen mit ihrer Nase an unserer Brust und riechen uns und schmusen dabei. Sie kriegen das Beste von unserem Immunsystem, ihre Darmflora wird perfekt auf die kommenden Monate vorbereitet. Naja, etc. pp. Ich finde schon, dass man seinem Kind etwas vorenthält, wenn man nicht stillt. Und sich selber auch, ehrlich!

Und selbst wenn. Ich finde nicht, dass man aus einer Möglichkeit eine Verpflichtung generieren darf.

Bei solchem Glorifizieren bekomm ich doch reichlich Beklemmungen.

vita

Inaktiver User
07.02.2007, 13:57
@Vita

hier sind wir absolut einer Meinung. Das muss wirklich jede Frau für sich entscheiden dürfen. Ohne schlechtes Gewissen.

Gab es nicht vor nicht allzulanger Zeit den Fall in einem Entwicklungsland, dass dort das Stillen geradezu verteufelt wurde zugunsten von Nestle-Ernährung? Und da das Wasser dort nicht astrein war bzw. in der Stillnahrung nicht die erforderlichen Vitamine waren, sind viele Säuglinge gestorben?

Wie schon geschrieben... ich finde es liebevoller, dem Baby zufrieden und glücklich einen Gumminippel in den Mund zu stecken als unzufrieden und unglücklich den eigenen, nur weil "man" das tun sollte.

Der damit verbundene Vorteil, somit nicht mehr ausschliesslich allein für die Ernährung/das Überleben des Zahnlosen verantwortlich zu sein, ist auch etwas wert!

Anfissa
07.02.2007, 13:59
Liebe Vita,
da hast Du mich, glaube ich, falsch verstanden: Ich sagte ja, dass es SEHR liebevoll aussah, wie diese Mutter ihr Kind fütterte. Das habe ich auch genauso gemeint.
Ich glaube, Stillen und überhaupt der Umgang mit Kindern ist ein sehr emotionales Thema. Ich will nicht mit Dir streiten. Ich sage ja nur, dass ich es nicht verstehen kann. Und wenn es Vorteile hat, sein Kind zu stillen, dann enthält man doch einem nichtgestillten Kind eben diese Vorteile vor, oder sehe ich da was schräg.
Naja, egal. Ich sage es nochmal: Jede Mutter macht es auf ihre Art richtig. Für mich ist es so genau richtig, mögen alle anderen es so machen, wie sie es richtig finden.
Nochmal schöne Grüße,
Anfissa

Inaktiver User
07.02.2007, 14:04
Liebe Vita,
da hast Du mich, glaube ich, falsch verstanden: Ich sagte ja, dass es SEHR liebevoll aussah, wie diese Mutter ihr Kind fütterte. Das habe ich auch genauso gemeint.

Wieso muss das betont werden? Das was Du schreibst, impliziert, dass es nicht erwartet würde, dass es ein liebevolles Verhältnis sein könne.


Ich glaube, Stillen und überhaupt der Umgang mit Kindern ist ein sehr emotionales Thema. Ich will nicht mit Dir streiten. Ich sage ja nur, dass ich es nicht verstehen kann. Und wenn es Vorteile hat, sein Kind zu stillen, dann enthält man doch einem nichtgestillten Kind eben diese Vorteile vor, oder sehe ich da was schräg.

Für mich hatte es Vorteile. Ich habe z.B. niemanden gebraucht, der ein Pulver anrührte, wenn ich nicht da war. Es musste nur aufgetaut und erwärmt werden und ich war mir sicher, dass Mini das richtige bekam.

Mein Kind hat über einen langen Zeitraum ausschliesslich meine Milch bekommen, allerdings nicht immer von mir.

Es gibt viele Möglichkeiten.

Gruss

vita

Chifuru
07.02.2007, 14:15
Vita und Gerrimee,

ich bin absolut eurer Meinung. Zwar wird immer betont, daß ja jede Frau tun soll und darf, was sie selbst für richtig hält, im nächsten Atemzug wird dann aber doch wieder erklärt, warum man selbst irgendwie kein Verständnis dafür hat. Und genau solche Bemerkungen zwischen den Zeilen bauen dann Druck auf, auch wenn dieser dann vielleicht ungewollt ist.

Just my 2 cents.

PS: Wenn mein Krümel dann mal da ist, möchte ich auch versuchen zu stillen. :smile: Aber wer weiß schon, wie die Situation dann ist.

Inaktiver User
07.02.2007, 14:17
Meine "Schwägerin in spe" (ich schreibs mal so ist kürzer)
verwendet so kleine Gläschen mit Säuglingsnahrung, da muss nur ein neuer Nucki draufgeschraubt werden. Da die Kleine immer nur ein bisschen trinkt, müssen sie dann jedesmal aus hygienischen Gründen ein neues Gläschen aufmachen.
Ich kann mir vorstellen, dass das auch ganz schön ins Geld geht...

Inaktiver User
07.02.2007, 14:17
PS: Wenn mein Krümel dann mal da ist, möchte ich auch versuchen zu stillen. :smile: Aber wer weiß schon, wie die Situation dann ist.

Das meiste findest Du ohnehin erst im Praxistest raus. Die ganzen Bücher und Vorabinfos aus mehr oder weniger berufenem Mund, sollte man sehr vorsichtig oder gar nicht anfassen.

Gruss und alles Gute

vita

Inaktiver User
07.02.2007, 14:19
Ich kann mir vorstellen, dass das auch ganz schön ins Geld geht...

Stillen kostet nichts und macht schlank, weil es recht viel Energie verbraucht.

Ich kann's empfehlen, kenne aber viele, die es nicht taten und prächtige Kinder hatten und haben.

Nur nicht verrückt machen lassen.

Inaktiver User
07.02.2007, 14:31
Stillen kostet nichts und macht schlank, weil es recht viel Energie verbraucht.

Vllt sollte ich doch ein Kind bekommen? Wenn's schee macht :freches grinsen:

Inaktiver User
07.02.2007, 14:37
Vllt sollte ich doch ein Kind bekommen? Wenn's schee macht :freches grinsen:

Wir arbeiten mal wieder daran, aber nur wegen der Figur :freches grinsen:

Inaktiver User
07.02.2007, 14:45
Wir arbeiten mal wieder daran, aber nur wegen der Figur :freches grinsen:
Na dann viel Erfolg :zwinker:

Inaktiver User
07.02.2007, 14:50
Na dann viel Erfolg :zwinker:

Danke vielmals, irgendwie muss frau doch auf Grösse 38 kommen :zwinker:

Chifuru
07.02.2007, 15:16
Das meiste findest Du ohnehin erst im Praxistest raus. Die ganzen Bücher und Vorabinfos aus mehr oder weniger berufenem Mund, sollte man sehr vorsichtig oder gar nicht anfassen.

Gruss und alles Gute

vita

Danke, Vita! :blumengabe:

nachdem ich schon jetzt feststelle, daß keine SS der anderen gleicht, bin ich da eh etwas vorsichtig geworden und versuche, mich nicht mehr von anderen oder von Büchern verrückt machen zu lassen.

Inaktiver User
07.02.2007, 15:17
Danke, Vita! :blumengabe:

nachdem ich schon jetzt feststelle, daß keine SS der anderen gleicht, bin ich da eh etwas vorsichtig geworden und versuche, mich nicht mehr von anderen oder von Büchern verrückt machen zu lassen.

Viel Erfolg dabei und alles Gute

vita

Rosy73
07.02.2007, 16:02
Danke vielmals, irgendwie muss frau doch auf Grösse 38 kommen :zwinker:

Also, das löst jetzt in mir viel mehr Versagensängste und Druck aus, als das Stillen es je könnte :freches grinsen: :freches grinsen: :freches grinsen:

Übrigens ist das ein zweischneidiges Schwert: Nach dem Abstillen hatte ich rubbeldiekatz 5 kg mehr drauf, weil ich die Kalorienzufuhr nicht rechtzeitig reduziert hatte - da ist also wieder Disziplin gefragt *schmoll*

Inaktiver User
07.02.2007, 16:05
Also, das löst jetzt in mir viel mehr Versagensängste und Druck aus, als das Stillen es je könnte :freches grinsen: :freches grinsen: :freches grinsen:

Übrigens ist das ein zweischneidiges Schwert: Nach dem Abstillen hatte ich rubbeldiekatz 5 kg mehr drauf, weil ich die Kalorienzufuhr nicht rechtzeitig reduziert hatte - da ist also wieder Disziplin gefragt *schmoll*

Mist, das hab ich nicht gewollt - ich entschuldige mich und werde mal schauen, ob ich gegen Abend das ganze hin zu etwas wertneutralem editiere - Hätt ich das geahnt.

Bis dahin oder wann auch immer liebe Grüsse

vita

nosmoking
07.02.2007, 17:39
Ich habe auch nicht gestillt, da ich an Depressionen leide und bestimmte Medikamente nehmen muss, die in die Milch uebergehen und -zwar sehr selten-beim Kind Atemstillstand und epileptische Anfaelle verursachen koennen.
Mit den Antidepressiva geht es mir gut, ohne sie geht es mir schlecht.
Die Stillberaterin meinte zwar, diese Medikamente seien ihrere Erfahrung nach kein Hinderungsgrund, aber die lebt schliesslich davon, dass Frauen stillen, daher habe ich ihrem Urteil nicht vertraut. Ausserdem war sie keine Aerztin, die die Fachliteratur kennt, sondern sprach nur aus ihrer eigenen Erfahrung.
Meine Gynaekologin und auch die Kinderaerztin meinten, Stillen sei zwar gut, aber die Mutter-Kind-Bindung sei am wichtigsten und wuerde sich nicht gut entwickeln koennen wenn die Mutter depressiv ist. Daher sei es wichtiger, dass es mir psychisch gut geht mit Medikamenten und ohne Stillen als dass es mir schlecht geht und ich stille.

achso, ich wiege nach der Schwangerschaft 4 kg weniger als vorher. sollte vielleicht noch mehr Kinder kriegen, scheint ja eine gute Diaet zu sein...grins.

Gruss, Nosmo

Inaktiver User
08.02.2007, 08:39
Hi ihr,

ein interessantes Thema zu dem ich auch mal eine Frage hätte. Eine Cousine von mir
hat schon während der SS gesagt, dass sie nicht stillen will, weil sie keine Lust hat,
vor allen Leuten ihren Busen auszupacken....

Also ich hatte eigentlich vor (wenn ich dann mal SS bin und ein Baby habe) zu stillen.
Aber ich hatte es mir so gedacht, mich zum stillen immer zurück zu ziehen.

Ist das nicht machbar???

Meinen Busen will ich nämlich auch nicht in der Öffentlichkeit präsentieren...

LG und alles Gute für Eure Kleinen!

Inaktiver User
08.02.2007, 08:45
Aber ich hatte es mir so gedacht, mich zum stillen immer zurück zu ziehen.

Ist das nicht machbar???

Meinen Busen will ich nämlich auch nicht in der Öffentlichkeit präsentieren...

LG und alles Gute für Eure Kleinen!

Klar, wenn Du mit dem Kind immer schön zu Hause bleibst, geht das. Wenn Du aber z.B. einen Einkauf in einer anderen Stadt planst und den ganzen Tag unterwegs bist, bei Ikea Möbel aussuchst, zu einer Familienfeier fährst, bei der es nicht so ganz einfach ist mit den Räumlichkeiten, einem Hobby nachgehst, mit Freunden Unternehmungen angehst, eine Urlaubsreise machst, bei der Du z.B. einen langen Flug zurück zu legen hast...., hast du oft die Wahl zwischen Abstellkammer und es vor Ort zu tun.

Ich habe zeitweise keine Erste-Hilfe-Räume mit ihrem innenarchitektonischen Charme und ihrer Sauberkeit mehr sehen können.

Versuchen kannst Du es aber.

vita

Inaktiver User
08.02.2007, 09:02
Oja, das kenne ich auch noch zu gut!

Neulich war ich seit langem in einem sehr großen Bekleidungsladen mit riesigen Umkleidekabinen. Ich hatte mein großes Kind dabei und erinnerte mich daran, wie ich es vor Jahren häufig in genau dieser Umkleide stillte, in der es sich jetzt den ersten BH kauft :ooooh: :freches grinsen:.

Ich habe meinen Busen auch nicht gerne gezeigt, habe aber bei anderen Leuten damit kein Problem. Nur bei mir hat's mich gestört. Dieses Suchen nach Rückzugsörtlichkeiten hat mich schon insgesamt genervt, aber so ist das nun einmal. Windeln wechseln nervt ja auch, muß aber ebenfalls sein.

Stillen fand ich gut und wichtig, aber genau wie einige Vorschreiberinnen kenne ich massenhaft Kinder, die nicht gestillt wurden und genauso gesund oder krank sind wie gestillte Kinder.

Inaktiver User
08.02.2007, 09:05
Oja, das kenne ich auch noch zu gut!

Neulich war ich seit langem in einem sehr großen Bekleidungsladen mit riesigen Umkleidekabinen. Ich hatte mein großes Kind dabei und erinnerte mich daran, wie ich es vor Jahren häufig in genau dieser Umkleide stillte, in der es sich jetzt den ersten BH kauft :ooooh: :freches grinsen:.

Stimmt, die Umkleidekabinen hab ich vergessen. Die, in der ich einige Male war, hatte einen großen, bequemen Sessel. War sozusagen ein Highlight der Rückzugsecken.

Einen schönen Tag wünscht Dir :blumengabe:

vita

Siljastern
08.02.2007, 09:07
Hier mal ein Beitrag aus der "Nichtstiller"-Ecke.

Ich wollte (beide) Kinder gerne stillen, habe mich allerdings schon während der Schwangerschaft gewundert das meine Brüste überhaupt nicht grösser wurden (während meine parallel schwangere Freundin ständig grössere BH benötigte). Nach der Geburt meiner Tochter (auch in einem sehr stillfördernden) Krankenhaus wurde sie gleich nach der Geburt angelegt.

Alles ganz wunderbar, ich hatte allerdings den Eindruck es tut sich nix. Die Hebamme beschwichtigte mich dann, das kommt schon noch, nur Geduld, jede kann das usw. Ich war dann noch zwei Tage im KKH, Kind fast permanent an der Brust ("Nachfrage regelt das Angebot"), bei Abpumpversuchen kam: nichts.
Kind nahm immer mehr ab, Hebamme: "das wird schon, ist normal, jede Frau kann stillen!".

Nach zwei Tagen zuhause habe ich eine andere Hebamme angerufen, die kam auch sofort. Verordnete dem (ständig schreienden) Kind erst mal eine Flasche. Siehe da: Kind schlief.

Das Ende der Geschichte: ich hörte auf zu "stillen", es passierte nichts, kein angedrohter Milchstau, Brustentzündung, nichts.
Bei einer Untersuchung später wurde festgestellt, das bei mir wohl keine Milchdrüsen angelegt sind, eine genetische Fehlkonstruktion.

Beim zweiten Kind musste ich massiv durchsetzen das ich nicht stillen KANN. Wurde mir anfangs als "nichtwollen" unterstellt. Da sowohl mein Mann als auch ich massivst unter Allergien leiden, hat mir das nichtstillenkönnen schon schwer zugesetzt. Auch die Sprüche : jede kann das, stell dich nicht so an! tun dann weh.

Beide Kinder haben eine Hypoallergene Nahrung bekommen, bei beiden (sind jetzt im Teenageralter) keine Anzeichen von Allergien. Papa hat es genossen auch füttern zu können, klar ist das reinigen der Fläschchen usw lästig, geht aber.

Inaktiver User
08.02.2007, 09:07
kann man denn nicht z.B. Milch abpumpen und dann fläschchen geben wenn man weggeht?? tut mir leid, wenn die frage dumm ist, aber ich kenn mich ja garnicht aus....

Inaktiver User
08.02.2007, 09:39
kann man denn nicht z.B. Milch abpumpen und dann fläschchen geben wenn man weggeht?? tut mir leid, wenn die frage dumm ist, aber ich kenn mich ja garnicht aus....

Wenn Du kurz weg gehst, kannst Du vorher stillen. Morgens für Mittags und Nachmittags abpumpen geht aber nicht.

Das ist nicht wie mal eben eine Milch aus dem Regal im Supermarkt nehmen. Der Bedarf entsteht durch die Nachfrage des Kindes. Stillst Du also immer alle 3 Stunden eine gewisse Menge, wird diese auch produziert.

Du kannst somit nicht vorher für hinterher in der Menge abpumpen, wie sie gebraucht wird.

Ich hatte immer viele Fläschchen abgepumpte Milch gefüllt und eingefroren im Froster stehen. Das war aber über einen längeren Zeitraum durch langsames Erhöhen der Nachfrage für das zusätzliche Depot im Eisschrank entstanden.

Du hättest auf die von Dir angedeutete Weise trotzdem die Brüste voll Milch und Du würdest versuchen müssen, die los zu werden. Das schmerzt ansonsten gehörig und läuft, so bald Du Dein Kind jammern hörst heftig aus.

Aber egal. Du machst das dann schon.

Inaktiver User
08.02.2007, 10:10
Hallo Mona,

ich hab nie abgepumpt. Erstens weil ich diese Pumpe grausam fand und zweitens, weil Aimée mit dem Gumminippel nicht klar kam, sie wollte halt den echten!

Aber Du musst trotzdem keine Angst haben vor dem Stillen "in der Öffentlichkeit"! Du wirst schon sehen.... Du findest überall wo auch immer Du bist, ein Fleckchen, wo niemand Dich stören wird. Manchmal (z.B. Restaurant etc) musst Du einfach mal jemanden ansprechen und fragen. Das machst du aber dann bzw. ist das manchmal gar nicht mehr nötig, denn Hungergeschrei erkennen viele Leute :freches grinsen: Ich kann heute noch sagen, wenn ich einen Säugling schreien höre "oh, der hat aber Kohldampf" oder "dem ist nur langweilig oder ein Pups sitzt quer".

Selbst WENN der Notfall eintritt... Wie durch ein Wunder wird sich dein Kleidungsgeschmack in den ersten Monaten mit Stillkind wie von selbst diesem anpassen. Dann ist es statt des Balconnets ein Bustier und eine unumständlich aufzuknöpfende Bluse. Mit solchen Sachen könntest Du auch mitten auf dem Alexanderplatz "unauffällig" stillen. Das muss keiner merken/Einzelheiten beobachten.

Ich kam ganz ehrlich nur ein einziges Mal ins Schwitzen: Als ich während der Cebit von Essen im IC nach Hannover sass mit Gerrit. 6er-Abteil: ich und fünf Geschäftsleute. Zug überfüllt mit weiteren Geschäftsleuten. Ich glaub, ich war nicht nur die einzige Mutter mit Säufling (im Autositz auf dem Schoss), sondern überhaupt das einzige weibliche Wesen. Da dachte ich allerdings auch: bitte nicht, bitte nicht..... :freches grinsen: :freches grinsen: :freches grinsen:

Willauch
08.02.2007, 12:04
die einzige Mutter mit Säufling (im Autositz auf dem Schoss)

*kicher* Was ein LUSTIGER Tippfehler *prust*

Vera80
08.02.2007, 12:34
Zum Stillen in der Öffentlichkeit:
ich habe damit überhaupt kein Problem (auch wenn ich ansonsten meine Brüste sicher NICHT in der Öffentlichkeit auspacken würde!). Aber wenn es einem wirklich unangenehm ist, kann man z.B. ein großes Tuch darüberbreiten. Solange Jeremias kleiner war, ging das problemlos. Inzwischen zieht er dann an dem Tuch, spielt damit und vergisst das Trinken :knatsch:
Was ich auch einen guten Tipp fand (obwohl man eigentlich auch selber drauf kommen könnte ...) die Bluse von unten aufknöpfen, dann enthüllt man weniger.

LG
Vera

Tigerente
08.02.2007, 13:00
Meinen Busen will ich nämlich auch nicht in der Öffentlichkeit präsentieren...



Mona, das dachte ich vorher auch. Und dann war es schon im Krankenhaus so, dass ich bei Besuch keine Lust hatte, mich zurückzuziehen, und auch generell mir die Teilhabe am sozialen Leben (anfangs stillt man ja wirklich viel) wichtiger war als meine Brust nicht herzuzeigen. Anfangs natürlich nur zu Hause und wenn Freunde/Verwandte da waren.
Und wie hier schon beschrieben - wenn man dann erstmal Routine beim Stillen hat, dann kann man das auch in der Öffentlichkeit relativ diskret tun.

Ich habe gemerkt - man kann sich vorher endlos Gedanken machen - wie es wirklich ist, weiß man doch erst, wenn es soweit ist.

Yuli
09.02.2007, 09:17
Ans Stillen in der Oeffentlichkeit (Restaurants, Parks, Flugzeuge) habe ich mich auch schnell gewoehnt. Man kriegt das auch gut so hin, dass es kaum auffaellt, zum Beispiel indem man einen duennen Schal um die Schulter legt (Tipp: mit einem T-Shirt ist das viel unauffaelliger als mit einer Bluse). Morgens fuer Mittags Abpumpen geht, wenn man wie ich immer nur auf einer Seite stillt pro Mahlzeit - dann kann man an der anderen Brust abpumpen und hat dann was fuer spaeter. Die Abstaende zwischen den Mahlzeiten werden ja auch nach ein paar Monaten kuerzer, so dass man Ausfluege auch gut so legen kann, dass man nicht unbedingt immer Stillen muss.

Marie_128
09.02.2007, 20:49
@Mona 1979
Also das ist ja mal wirklich ein ziemlich "komischer" Grund um nicht zu stillen .... und ehrlich gesagt ist es auch nicht nötig vor "allen Leuten seinen Busen auszupacken".

Ich selber stille meine Tochter (7 Monate) auch und um gerade in der Öffentlichkeit mich nicht ständig auszupacken, hab ich mir einfach ein paar Still-Tshirts gekauft, die einen Schlitz an der entscheidenden Stelle. Außerdem hat man ja in der Regel dann das Kind am Busen :zwinker:

Und es ist wirklich erstaunlich, es gibt fast überall Möglichkeiten diskret zu stillen ... von der Umkleidekabine bis zu hinteren Ecke im Cafe (mit dem Rücken zu den Leuten).

Persönlich kann ich nur sagen, dass stillen einfach viel bequemer ist als diese Fläschen. Es klappt nicht bei jeder Frau, das ist klar. Aber persönlich kann ich mir keinen Grund vorstellen all diese Vorteile für sich und das Kind (wie von Willauch beschrieben) von vornherein abzulehnen ...

CU
Marie

Lotta39
11.02.2007, 14:05
Persönlich kann ich nur sagen, dass stillen einfach viel bequemer ist als diese Fläschen. Es klappt nicht bei jeder Frau, das ist klar.

Genau, für dich persönlich war es so Marie128, für mich persönlich war es bequemer das Fläschchen zu geben und ich hab das nie als lästig empfunden.

Ob ich nun ein Fläschchen mitschleppte wenn ich weggegangen bin oder ob ich mir dann etwas anziehe was "stillfreundlich ist, das mag jeder anders empfinden. Wobei wir dann wieder beim Thema sind, dass es jeder ganz alleine für sich entscheiden muss.

Ich hätte es unbequemer gefunden mir was anzuziehen,damit auch möglichst unauffällig stillen möglich ist, als ein Fläschchen mitzuschleppen :smirksmile: - du dagegen eben umgekehrt und viele andere sicher auch. Also ist doch alles gut :blumengabe:
Jeder ist mit dem zufrieden , wie er für sich entschieden hat. Warum dann noch Überzeugen ??


Aber persönlich kann ich mir keinen Grund vorstellen all diese Vorteile für sich und das Kind (wie von Willauch beschrieben) von vornherein abzulehnen ...


Da braucht es auch keinen speziellen Grund für :smile:

Und auch hier wieder, du persönlich :blumengabe:

Ich persönlich hatte einen : Mir fehlte einfach die Einstellung dazu, oder wie es in allen Stillberatern zu lesen ist : Die innere Bereitschaft ! Für mich Grund genug es nicht zu tun. Und wir sind beide prima damit zurechtgekommen und hatten eine glückliche Fläschchenzeit.Aber auch wahrscheinlich nur deswegen, weil ich 100% hinter meiner Entscheidung stand, mich weder beirren ließ, mir da nicht reinreden ließ und auch nicht mit Ausreden wie "geht nicht bei mir" oder " keine Milch" aufwartete.

Meine Antwort war einfach immer wenn man mich frug warum ich nicht stille: "Weil ich nicht will !" Komischerweise kam dann auch nie was darauf :blumengabe:

Wenn man aber partout jedem Menschen einreden möchte dass sie doch stillen soll , dann kann das auch verhängnisvolle Folgen haben.

Die Frau meines Kollegen war damals genau mit mir schwanger unser ET lag nur 3 Wochen auseinander. Wir trafen uns einmal in der SS und auch sie war damals nicht sicher ob sie stillen solle/wolle und machte sich einen unglaublichen Kopf darum. Ich hab ihr dann gesagt, dass ich mir gar keinen Kopf mache, wenn der Wunsch kommt, dann kommt er und wenn nicht, dann nicht.

Ich muss dazu sagen, dass sie damals noch relativ jung und auch unsicher war, sie war 25. Wir trafen uns dann wieder, als die Kinder 4 Monate alt waren. Sie war sehr unglücklich, sah schrecklich aus und als ich meiner Tochter die Flasche gab, weinte sie und sagte: Ich beneide dich so, ich hätte auch auf meine innere Stimme hören sollen, nicht zu stillen. Ich hab so Probleme damit, mir tut immer alles weh, nachts kann ich nicht schlafen, ich hasse meine dicken Brüste, ich hasse es wenn sie an meinen entzündeten Brustwarzen nuckelt.Wenn sie schreit kriege ich schon einen Schweißausbruch. Ich mag gar nicht mehr zärtlich zu meinem Baby sein, weil sie mir immer nur weh tut wenn sie trinkt und dabei weiß ich doch, dass sie nichts dafür kann und dass Muttermilch das Beste ist was ich ihr geben kann, aber ich hasse es, ich will es nicht!Ich bin so eine schlechte Mutter.

Als ich sie dann frug, warum sie es denn dann tue, antwortete sie, dass sie nur auf Unverständnis gestossen sei, als sie vor der Geburt sagte, sie wolle lieber nicht stillen. Die Hebamme, die Ärztin, ihre Eltern, ihr Mann, ihre Freundinnen waren alle entsetzt und sagten ihr, dass sie sich schämen solle, so egoistisch zu denken. Leider hatte sie nicht das Rückgrat sich dagegen aufzulehnen und so hat sie sich gefügt, weil alle Welt ja auch propagiert wie wichtig das Stillen sei .

Sie sagte ,sie sei beim Arzt gewesen und habe nach Abstilltabletten gefragt, ihrer Familie wolle sie erzählen, es reicht einfach nicht mehr was an Milch da sei. Der Arzt hat sie darauf hin richtiggehend ausgeschimpft und ihr gesagt, von ihm bekäme sie solche Tabletten nicht,minimum seien 6 Monate. :ooooh:

Sie war wirklich sehr hilflos damals, und ich weiß auch,dass stillen nicht so ist, bzw. so sein muss, wie sie es beschrieb, sie empfand es eben einfach so. Ich kenne sehr viele Freundinnen, die das Stillen genossen haben, aber sie wollten es eben auch.

Ich hab dann eindringlich mit ihr gesprochen und geraten einen anderen Arzt aufzusuchen und dort auch anders aufzutreten. Dann solle sie abstillen und auf Fläschchen umstellen und sich gegen alle Vorwürfe ein dickes Fell zulegen. Sie hat das gleich am nächsten Tag in Angriff genommen, hat abgestillt und rief mich nach 3 Wochen an.Sie sagte damals, dass sie so froh sei mich besucht zu haben und das alles jezt durchgezogen habe. Aufeinmal habe sie ein ganz anderes Verhältniss zu ihrer Tochter, sie könne mit ihr schmusen, sie liebkosen und sei einfach nur glücklich, weil ihr nichts mehr weh tut und seither sei das Kind auch viel ruhiger und ausgeglichener und würde längst nicht mehr so viel schreien.

Beim zweiten Kind hat sie übrigends von Anfang an gewollt nicht gestillt. Sie sagt heute dazu, dass sie jetzt erst wisse, was sie beim ersten alles verpaßt habe in den ersten 4 Monaten, sie könne das alles jetzt anders geniessen, sie sei wohl einfach keine Stillmama.

Sowas kann also passieren, wenn man Leute unter Druck setzt und dieses Dogma des "nur Stillen ist gut fürs Baby" immer wieder thematisiert. Ich finde man sollte jeder Frau zugestehen, dass sie alt genug selbst zu entscheiden was gut für sie und ihr Kind ist.

Das allein ist Grund genug wenn eine Frau sagt, ich will nicht stillen. Einen anderen Grund braucht es nicht !

Lotta :blumengabe:

Yuli
11.02.2007, 17:35
Da hast du Recht, Lotta, einen anderen Grund braucht eine Mutter nicht. Keine Mutter wird gezwungen, ihr Kind zu stillen. Sie sollte sich allerdings dessen bewusst sein, dass sie, wenn sie stillt weil sie einfach nicht will, ihrem Kind ohne Not die Vorteile des Stillens vorenthaelt.
In diesem Zusammenhang ein Hinweis: es gibt einen Internationalen Kodex fuer die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten, und alle Hersteller geben mittlerweile auf den Packungen an, dass Muttermilch die beste Nahrung ist und empfehlen 6 Monate Vollstillen.

Lotta39
11.02.2007, 18:13
Doch Yuli ! Gezwungen vll nicht, aber genau durch solche Statements wie dein letztes hier, werden unsichere, junge und vll nicht ganz so starke Mütter massiv unter Druck gesetzt.

Wie gesagt, mich hat es nicht gestört wenn mir jemand das immer wieder vorbeten wollte - aber ich war bereits älter, erfahrener und wesentlich selbstsicherer als ich es wohl mit 25 Jahren gewesen wäre. Diese Leute, also Leute wie mich erreicht man mit diesen Statements nicht, lediglich die die nicht so selbstsicher in ihren Entscheidungen sind und die verunsichert sowas noch mehr und dabei kommt dann oftmals eine solche Geschichte wie die bei der Frau meines Kollegen, raus.

Was soll das immer ?

Kann man es nicht einfach mal seinlassen, den Schwangeren ständig einreden zu wollen, was sie alles tun müssen, was man von ihnen erwartet und wie sie sich zu verhalten haben, jetzt wo sie ein Kind bekommen und dann wenn es da ist?

Akzeptiert doch einfach mal, das es manchen Kindern einfach besser geht wenn sie nicht gestillt werden, weil sie Mütter haben die das nicht wollen und wenn sie es täten gegen ihren Willen tun würden - somit ohne Bereitschaft, ohne Überzeugung , einfach weil die Gesellschaft es von ihnen erwartet.

Dieses ständige "Übermuttergerede" und nur das "allerbeste Gefasel" für mein Kind ist mir immer schon auf den Wecker gegangen. Sorry, aber ist so. Was für MEIN Kind am besten ist, weiß ICH als Mutter am allerbesten :blumengabe:


es gibt einen Internationalen Kodex fuer die Vermarktung von Muttermilchersatzprodukten, und alle Hersteller geben mittlerweile auf den Packungen an, dass Muttermilch die beste Nahrung ist und empfehlen 6 Monate Vollstillen.

Meiner Tochter geht es blendend :smile: . Sie hat nie einen Tropfen Muttermilch bekommen - ist ein kerngesundes Kind, hat ein hervorragendes Immunsystem ,ihre erste Erkältung, einen Schnupfen bekam sie mit 10 Monaten. Sie ist weder häufiger noch seltener krank, als ihre Freunde, die teilweise sehr lange voll gestillt wurden. Sie ist weder über- noch untergewichtig und für ihr Alter recht groß und sehr gut entwickelt.

Wie gesagt, uns ging es hervorragend mit den Fläschchen.... und zwar BEIDEN.

Was hab ich ihr vorenthalten ??? In meinem Fall mit Sicherheit eine entnervte Mutter :freches grinsen:

Hört doch endlich auf zu missionieren :blumengabe:

Stille wer stillen will - und stille nicht wer nicht stillen will :blumengabe:

Lotta

Anfissa
11.02.2007, 19:01
Nee, Lotta, so einfach ist das eben nicht. Pulvermilch ist SäuglingsERSATZnahrung. Sie ist ein wahrer Segen für Frauen, die nicht stillen können. So wie nosmoking, die Medikamente nehmen muss, oder wie eine Freundin, bei der einfach keine Milch kam. Ich bin gottfroh, dass es für solche Fälle die Pulvermilch gibt. Solche Babies wären früher gestorben, wenn keine Amme in der Nähe war.
Ich bin da dogmatisch, das gebe ich gerne zu, auch, wenn das in unserer Gesellschaft sehr verteufelt wird. Toleranz und Individualismus werden groß geschrieben, und das hat ganz sicher viele, viele Vorteile. Aber dass uns die Nahrungsmittelindustrie so im Griff hat, dass so viele Menschen allen Ernstes glauben, pulverisierte Kuhmilch (und im Eiweiß adaptiert und was weiß ich) sei eine gleichwertige Nahrung zu Muttermilch, das ist doch erschreckend. Es stimmt nicht, und das muss man sich einfach klar machen. Natürlich gedeihen diese Kinder auch, manchmal schlafen sie eher durch, manchmal nehmen sie mehr zu als gestillte Kinder. Aber sie kommen nicht in den Genuss einer "artgerechten" Nahrung. Und wenn man bereit und willens ist, das zu akzeptieren, soll man eben Fläschchen geben.
Und wer jetzt Engegefühle in der Brust kriegt, weil ich so dogmatisch bin: Tut mir leid. Aber ich kann dieses Geplapper von "ist doch egal und macht ja auch nix" nicht mehr hören. Es stimmt nicht, dass man weniger unabhängig ist als stillende Mutter. Wie so viele andere Vorurteile, das Stillen betreffend.
Mir ist klar, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe, aber ich traue einfach der Firma Nestlé nicht über den Weg. Die begleiten uns echt von der Wiege bis zur Bahre und das oftmals völlig unreflektiert.
So, das war mein Wort zum Sonntag.
Viele Grüße, Anfissa

Willauch
11.02.2007, 19:44
Liebe Lotta,

deine Bitte um Toleranz kann ich verstehen, aber woher willst du wissen, dass du eine entnervte Mutter gewesen wärest???? Du hast es doch garnicht versucht. Oder habe ich da was überlesen?

Ich kann mich Anfissa und Yuli nur anschliessen. Ich finde auch das Pulvernahrung ein Segen ist für Mütter die nicht stillen können. Aber als nicht-stillende Mutter MUSS man damit leben können, dass man seinem Kind wie Anfissa es so schön genannt hat die "artgerechte" Nahrung eben nicht gibt. Was aber wirklich jede Mutter für sich entscheiden muss.:blumengabe:

Das ganze bezieht sich aber auch nicht nur aufs stillen sondern geht doch weiter: Ich kann auch nicht nachvollziehen, wieso eine Freundin von mir (die starke Allergien hat) ihrem Sohn mit 4 Monaten Karotte-Kartoffel-Fleisch-Menüs füttert oder sie ständig seine Schnuller abschleckt OBWOHL sie weiß, dass beides aus unterschiedlichen Gründen schlecht ist.:wie?:

Als Mutter bzw. Eltern hat man große Verantwortung für sein Kind. Für sein Handeln muss man die Konsequenzen tragen können. Mich freut es sehr zu hören, dass es deiner Tochter so gut geht. Nur wenn es nicht so wäre, müsstest du wohl damit leben können, dass es etwas mit deinem Verhalten zu tun hat.:knatsch:

Wobei ich damit nicht sagen will, dass ICH alles richtig mache...:smirksmile:

LG willauch

Inaktiver User
11.02.2007, 20:11
ich finde es immer wieder faszinierend, wie sehr sich mit eintreten einer schwangerschaft auf einmal ungefragt wildfremde menschen mehr oder minder predigend in das leben wildfremder anderer menschen einmischen – und immer URTEILEN. vollkommen egal, ob es um stillen, durchschlafen, schnuller, wunschkaiserschnitt, pränataldiagnostik oder dergleichen themen mehr geht.

hcg heisst wahrscheinlich hormon-christlich-genialer. anders sind diese unerträglichen dogmen fruchtbarer wanderprediger kaum zu erklären.


und, ja, ich beziehe gerade einen extremen standpunkt. dieses fehlende laissez-faire geht mir nämlich gehörig auf die nerven. :smile:

Inaktiver User
11.02.2007, 20:15
und, ja, ich beziehe gerade einen extremen standpunkt. dieses fehlende laissez-faire geht mir nämlich gehörig auf die nerven. :smile:

Nein, das finde ich nicht extrem. So lange Frau noch nicht schwanger ist, kann sie tun, was sie will. Kaum bekommt oder hat sie ein Kind, scheint es kaum noch jemanden zu geben, der einem seine Religion in Sachen Kind nicht andrehen will, weil er das einzig Wahre weiss. Schlimmer als mit den Zeugen Jehovas an der Tür.

Ich weiss, was Du meinst :knatsch:

Lotta39
11.02.2007, 20:36
deine Bitte um Toleranz kann ich verstehen, aber woher willst du wissen, dass du eine entnervte Mutter gewesen wärest???? Du hast es doch garnicht versucht. Oder habe ich da was überlesen?


Ja, es war wirklich eine Bitte um gegenseitige Toleranz :blumengabe: , wobei es mir da nicht um mich ging, wie gesagt, an mir ist das abgeprallt wenn man versuchte mich zu bekehren, weil ich einfach so sicher war. Aber mri geht es da wirklich um Frauen - und ich hab einige kennengelernt - die gestillt haben, eben weil es ringsum erwartet wurde und sie selber eigentlich gar nicht 100% dahinterstanden. Das sowas in Stress ausartet und sich eben auch auf das Kind überträgt, muss ich wohl keiner stillenden Mutter erklären :blumengabe:

Ja richtig, ich habe es nicht probiert. Aber ich hatte auch gar nicht en Wunsch danach. Ist das denn so unverständlich?? Bin ich denn von dem Moment der Empfängnis nur noch eine "perfekte Mutter" ?? Muss ich deswegen auf alles verzichten, was mich als Frau ausmacht? Ich WOLLTE es einfach nicht, wie gesagt, ich habe ja auch immer auf den Wunsch auf die "innere Bereitschaft" gewartet und bis zum SChluß gedacht, das kann ja noch kommen,aber es kam nicht. Ich bin das einfach nicht. Ich bin einfach keine Frau mit einem Kind an meiner Brust - ist halt so. Soll ich jetzt ne Thearpie deswegen machen? :freches grinsen: Vielleicht hab ich ein gestörtes Verhältnis zu meinen Brüsten :freches grinsen: ....ja, dann hab ich das eben, obwohl ich das nicht glaube, ich kann sie gut ansehen, ich kann sie auch anfassen und ich hab auch kein Problem damit, dort berührt zu werden, im Gegenteil :freches grinsen: , aber für mich hatte das, Verzeihung, damit mein ich jetzt nur mich persönlich, keine andere stillende Mutter, was mit Eutern zu tun :peinlich: . Ich wollte einfach nicht in weiten Blusen dasitzen weil meine Brüste so prall waren, ich wollte einfach nicht darauf achten was ich trage wenn ich raus gehe, damit ich es möglichst schnell und unauffällig öffnen kann.

Und - ich habe von dem Moment an wo ich wußte dass ich schwanger war, alles gelassen was meinem Kind hätte schaden können. Ich habe damals, nachdem ich beim Frauenarzt raus kam, sofort meine Zigaretten in den nächsten Mülleimer geschmissen und nicht mehr geraucht - war für mich selbstverständlich - natürlich habe ich mir jedes leckere Glas Rotwein verkniffen und die Höllenkopfschmerzen und die Nierenbeckenentzündung im letzten SS-Drittel hab ich ganz ohne Schmerztabletten durchgestanden. Ich WOLLTE das so, es war für mich ein absehbarer Zeitraum wo ich auf all das verzichte und ich wollte kein Risiko eingehen. Aber danach - nach der SS, nach der Geburt, war mein Körper wieder mein :yeah:. Ich wollte Diät machen, so wie ich es wollte, ich wollte essen was ich wollte, wenn mir danach war auch mal mit ner Freundin eine Zigarette rauchen können und abends mit meinem Mann einen Rotwein trinken. Ich kenne mich, ich bin meistens ganz oder gar nicht, hätte ich gestillt, ich hätte mir das alles versagt.Und ich wollte nicht mehr.

Vll liegt es auch daran, dass ich die SS nicht wie viele Frauen als etwas ganz wunderbares und ganz aussergwöhnliches zelebriert, ich fand sie schön, ja, ich hab die Zeit genossen, aber es war auch ok als es dann vorbei war und mein Kind endlich da war. Ich habe auch während der SS ziemlich unspektakulär weitergemacht, da wuchs ein Kind in mir, ein Wunschkind, ja, das war wundervoll, aber es gab auch noch ganz viele andere Dinge die damals sogar zeitweise noch wichtiger für mich waren, als meine SS.

Es ist auch nicht so, dass ich meinem Kind was verweigert hätte, wenn ich sicher gewesen wäre, dass es jetzt ganz speziell meine Mumi braucht, ich hätte dann auch gestillt und es dann auch bestimmt mit Liebe getan. Es gab eine Zeit, da sah es so aus, als wenn ich die Kleine viel zu früh bekäme, nach der Nierenbeckenentzündung bekam ich starke Frühwehen und mußte für 4 Wochen ins Krankenhaus - liegen. Damals stand für mich fest, wenn sie jetzt kommt, so früh und so "unfertig" dann werde ich sogar abpumpen wenn die Ärzte sagen, dass sie das braucht.

Sie blieb aber, und kam in der 39 SSW wie gesagt durch Notkasiserschnitt. Ich war von der Geburt (3 Nächte und 2 Tage im Kreissaal, das komplette Programm ) und dem anschließenden Notkaiserschnitt so erschöpft dass ich die ganze erste Nacht (sie kam um 18.30) durchschlief und mein Kind das erste Mal morgens um 6h im Arm hielt. Da hieß es bereits, sie sei aboslut gesund, sie hatte in allen Bereichen die volle Punktzahl und da hab ich an ein Stillen auch nicht mehr gedacht.

Ich habe es nicht bereut und ich sehe mich nicht als ein Sklave der Nahrungsmittelindustrie. Im Gegenteil, ich sehe mich als vollwertigen Menschen an, der in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen und gegeneinander abzuwägen. Meine war die richtige, das weiß ich bis heute und ich würed auch wieder so entscheiden. Ich habe nichts vermißt und nichts bereut. Ich sehe gerne stillenden Müttern zu aber ich hab noch nie gedacht, dass ich das was verpaßt habe.

Und ganz ehrlich, meine Generation ist eine Generation der stillunfreundlichen Zeit. Meiner Mutter, die damals sehr jung war, als sie mich bekam, hat man eingeredet dass sie nicht stillen könne und die Säuglinge wurden dann im Schwesternzimmer pauschal schon mal mit der Flasche gefüttert. Schrecklich, gut dass es sowas heute nicht mehr gibt. Und trotzdem laufen in meiner Generation nicht nur gesundheitlich Kaputte herum.:smirksmile:

Und, dass ich mir Vorwürfe machen würde, wenn mein Kind heute was hätte, dass ich sie nicht gestillt habe ??? Nunja, ich glaube jeder der Kinder hat trifft häufig Entscheidungen wo wir die Konsequenzen nicht hundertprozentig voraussagen können.

Das ist mit dem Stillen so, das ist mit dem Impfen so und das geht auch teilweise so, wenn man bestimmte Medikamente bei bestimmten Krankheiten geben muss. Es ist immer eine Gratwanderung, eine Entscheidung die jeder nur für sich selber treffen kann.

Lotta :blumengabe:

Marie_128
12.02.2007, 12:43
Ich kann Anfissa und Willauch nur aus vollstem Herzen zustimmen !!! Wenn man ein Kind bekommt, dann übernimmt man eine extreme Verantwortung.

Ehrlich gesagt, Lotta, erinnern mich Deine Argumente immer sehr stark an die, mit denen RAucher Ihre Zigaretten verteidigen. Frei nach dem Motto "mir schmeckts halt" ... "ich brauch das zum entspannen" ... "schau mich doch an, das ganze ist doch Panikmache ICH bin doch gesund" ... "andere Leute bekommen auch Krebs", etc.

Was ich, wie gesagt nicht nachvollziehen kann ist, dass man seinem Kind die Mumi ganz und gar vorenthalten will. Gerade die Vormilch ist ja z.B. für den Aufbau der Darmflora extrem wichtig. Ich hab selber eine Bekannte, die ihren Sohn nur 3 Wochen gestillt hat und dann abstillte, weil bei Ihr eine OP anstand. Eine Andere hat nach 8 Wochen wieder gearbeitet und ihr Kind daher auch nur diese Zeit gestillt. Sowas geht also auch, wenn man sich wirklich so sehr dagegen sträubt.

Vielleicht bin ich da anders, aber ich hab mir nicht schon im Vorfeld überlegt wie ich mich von meinem Kind unabhängig machen kann um fortzugehen etc. Und ich glaub auch nicht, dass viele Frauen gerade im Wochenbett unheimlich Lust haben auf den Putz zu hauen. Und später hat mein Mann Mumi mit der Flasche gefüttert und so die Bindung zu seiner Tochter verstärkt und ich hatte genauso meine Freiheiten.

Ansonsten find ich den Vergleich mit dem Windelwechseln einfach passend. Und auch mit Fläschen hat man Theater wenn man unterwegs ist ... heisses Wasser, evtl. abkühlen ... mit Kindern unterwegs ist es immer problematisch. Und natürlich ist es mit Kinder immer wieder so, dass man kritische Entscheidungen (wie z.B. impfen) treffen muß. Aber ich finde die Entscheidungsfindung sollte auf stichhaltige ARgumente basieren.

Vielleicht ist es hier einfach das falsche Forum um eine "Jeder wie er will"-Meinung zu bekommen, viele von uns bemühen sich halt ihren Babies auf jeden Fall das Beste zu geben und dass das die Mumi im Vergleich zur Flaschennahrung ist, das wird ja sogar schon von Herrn Hipp verbreitet :freches grinsen:

LG
Marie

leanne
13.02.2007, 15:48
Bei mir war es umgekehrt.
Die Schwiegerfamilie meinte mir einreden zu koennen ich braeuchte nicht stillen.
Der Grund ist ihr Triebverhalten, sie haben sich darum reissen wollen auf mein Kind aufzupassen. .
Schade nur dass sie mir schon immer in unsere Beziehung hereinreden wollten und mir auch jetzt noch gern mein Leben schwer machen.
Die sind schon mit Abstilltabletten und diversen Tipps im KH aufgetaucht und waren aeusserst genervt als ich ihnen gesagt habe wo die Tuer ist.
Sicher waren die ersten Monate mit meiner Tochter nicht leicht aber irgendwann hatte ich den Dreh heraus und mit 17/18 Monaten hatte sie selbst genug und hat sich dazu entschlossen einen neuen Weg zu gehen.
Mein Sohn ist jetzt 8 Monate alt und wusste von Anfang an wo sein Futter ist.
Mal sehen wie lange er braucht.
Soll es jede so machen wie sie moechte.

Ich fuer mich sehe es so dass kein anderes Wesen auf diesem Planeten auf Fertignahrung zurueckgreift warum sollte ich es tun.
Ich sehe keinen grossen Verzicht. Ein seltenes Alsterwasser oder halbes Glas Wein ist keine Totsuende.
Selbst habe ich nie etwas nicht gegessen weil es angeblich einen wunden Po bereitet oder zu Magenverstimmungen fuehrt. Ob es nun Zwiebeln, Kohl oder Orangensaft ist. Meine Tochter fand Thailaendisches Essen oberlecker und mein Sohn findet indisches Essen klasse.
Extra Stillkleidung kaufen? Ich schaffe es auch so mein Kind anzulegen ohne dass jemand etwas sieht.

Leider haben Nestle und Co. uns so sehr im Griff dass viele sich dafuer schaemen in der Oeffentlichkeit ihrem Kind die Brust zu geben.

Es steht niemandem zu andere zu verurteilen.
Sobald man einen Menschen in die Welt bringt muss man sich fuer alles Rechtfertigen, selbst gegenueber Menschen die keine Kinder haben, ich bin mir sicher dass jeder das Beste fuer sein Kind moechte.

Lg leanne

Yuli
13.02.2007, 17:33
Leanne, Anfissa, Willauch: :blumengabe:

Nestle und Co haben nicht umsonst wegen ihrer aggresiven Marketingstrategien in Entwicklungsländern massiv Ärger von internationalen Gesundheistbehörden bekommen.

Das ist übrigens das erste Mal dass ich höre dass es in Deutschland Vorurteile gegen Nicht-Stillen gibt. Soweit ich weiss hören die meisten Frauen nach wenigen Wochen / Monaten sowieso schon wieder damit auf und wenn man nach mehr als 6 Monaten noch stillt, wird man schief angesehen.

Inaktiver User
15.02.2007, 16:20
So, und damit auch die Hardcore-Stillerinnen mal was zum Lesen haben: hier ein Artikel (http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,466400,00.html) über die Segnungen der Muttermilch.

Mir hat er gut gefallen

vita

nosmoking
15.02.2007, 19:16
hier ein weiterer Artikel, der sich auch zu lesen lohnt...
www.zeit.de/2006/14/M-Stillen

hat mir gut gefallen, Nosmo

Inaktiver User
15.02.2007, 19:38
hier ein weiterer Artikel, der sich auch zu lesen lohnt...
www.zeit.de/2006/14/M-Stillen

hat mir gut gefallen, Nosmo

Der Artikel spiegelt vieles aus dieser hier geführten Diskussion wieder.

Danke dafür

vita

Marie_128
15.02.2007, 19:58
Na diese Artikel sind ja mal herzerfrischend ...

Experten sind sich heute einig, dass die Milch aus Mutters Brust vor Infektionen und Allergien schützen kann. Denn das proteinreiche Sekret enthält viele Antikörper, Enzyme und spezielle Zellen, die der Abwehr im kindlichen Körper dienen. Auch die Frau selbst profitiert vom Stillen, denn ihr Risiko für Brustkrebs sinkt und sie verliert nach der Geburt schneller wieder ihr Gewicht, sagte Frank Reister.

Zudem passt sich die Muttermilch den Bedürfnissen des Kindes direkt an, was mit industriell gefertigten Produkten natürlich nicht möglich ist. Vitamine, Kalzium und Eisen erhält das Kind dann je nach Bedarf. Aus diesem Grund schreibt auch die Nationale Stillkommission am Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): "Die beste Ernährung in den ersten vier bis sechs Monaten ist die Muttermilch".

@Vita
Ernsthafte Nachfrage und ich möchte Dir nicht auf den Schlips treten :blumengabe: warum sollen wir "Hardcore"-Stillerinnen das lesen ??

Ich denke die o.g. Tatsachen sind uns geläufig, und dass in vielen Studien auch Schmu getrieben wird ist ja auch klar. Wie sonst kämen u.a. solche Aussagen ("Denn niedrige Stillraten finden sich vor allem in Familien mit niedrigem Ausbildungs- oder Einkommensstatus, genauso wie die Neigung zu Übergewicht und Rauchen. ") zustande

LG
Marie

AnnaK
15.02.2007, 20:59
Ernsthafte Nachfrage und ich möchte Dir nicht auf den Schlips treten :blumengabe: warum sollen wir "Hardcore"-Stillerinnen das lesen ??

Zwar bin ich nicht Vita, aber für mich liegen die Anregungen an Hardcore-Vertreterinnen beider Seiten darin:

"Die Debatte ums Stillen wird inzwischen ähnlich dogmatisch geführt wie die um Nikotinkonsum oder Übergewicht: Wer sich den Gesundheitsaposteln nicht beugt, wird für moralisch minderwertig, etwa für willensschwach, erklärt. (...) Wie aber kann man diese Entwicklung stoppen? Lässt sich die Debatte über das Stillen überhaupt entdogmatisieren?" (Quelle) (http://www.zeit.de/2006/14/M-Stillen?page=3)

Ich habe das Anlegen nach zwei Brustentzündungen, also zwei Antibiotika-Kuren und einem echten Nervenzusammenbruch aufgegeben und insgesamt 9 Wochen abgepumpt. Meine Tochter musste danach von Zwiemilch-Ernährung auf 100% Pulvermilch umsteigen. Obwohl ich gerne gestillt hätte, es rational nicht als mein Versagen sehe, dass es nicht geklappt hat, meldet sich emotional immer wieder das schlechte Gewissen. Das beim Verfolgen von Diskussionen wie dieser nicht gelindert wird.

Einerseits ist das mein Problem, für das überzeugte Stillerinnen nicht verantwortlich sind. Andererseits frage ich mich auch, warum sich hier kaum Nichtstillerinnen zu Wort melden.

LG, Anna

Marie_128
15.02.2007, 21:10
Hallo Anne,

Du hast schon recht, dieses Thema ist wirklich "emotional" geladen.

Aber JEDE Mutter, die stillt weiß wie schwer die Anfangszeit sein kann. Gerade in der sowieso nicht einfachen Zeit des Wochenbetts und das es einfach auch nicht immer klappt.

Ich selber hatte anfangs auch Probleme (entzündete Brustwarzen) und ganz ehrlich, wenn meine Tochter nicht nach der Entbindung krank und auf der Intensiv gelegen hätte, dann bin ich nicht sicher ob ich durchgehalten hätte bzw. es war schwerer als ich es mir vorgestellt habe.

Aber was ich halt einfach nicht verstehen kann ist, warum manche Frauen es gar nicht erst versuchen oder ihren Kleinen nicht diese wichtige Vormilch mit den ganzen Abwehrkörpern geben und dann umsteigen, also rein die Tage im KH zu stillen versuchen. Vermutlich bin ich da einfach a bissle ignorant in diesem Thema :freches grinsen: :blumengabe:

LG
Marie

P.S. Respekt vor 9 Wochen abpumpen, das ist ja immens aufwändig ... erst sitzen zum pumpen, dann zum füttern ... DAS stell ich mir wahnsinnig schwer vor.

Inaktiver User
15.02.2007, 21:23
Danke, Anna,

ich denke, dass auch die Antwort auf Deine letzte Frage: "...frage ich mich auch, warum sich hier kaum Nichtstillerinnen zu Wort melden." sich nach lesen des ZEIT-Artikels beantwortet. Das wird dort auch thematisiert.

Hab einen schönen Abend

vita

AnnaK
15.02.2007, 21:39
@ Marie: Gerade habe ich nach einem passenden Vergleich gesucht - der hier mag es plakativ-satirisch illustrieren (und entspricht inhaltlich nicht meiner Haltung):
Ich kann auch nicht verstehen, warum Frauen sich nicht schminken. Dennoch versuche ich nicht, jede Nichtschminkerin zu wenigstens einem Schminkversuch zu überzeugen bzw. ihr das Gefühl zu geben, Schminken sei existenziell für ein gesundes, glückliches, erfülltes Leben.

Insofern nehme ich viele überzeugte Stillerinnen eben nicht als ignorant (im Sinne von tolerant), sondern eher als bohrend wahr.

Kannst Du meine emotionalen Fragezeichen so vielleicht ein bisschen nachvollziehen?

LG, Anna

[Edit: Gnaaah, das wichtigste "Nicht" war vergessen und musste ergänzt werden... :peinlich:

nosmoking
15.02.2007, 22:19
hier noch links zu 2 Artikeln, die mich auch nachdenklich gemacht haben (und die fuer viel Diskussionsstoff im Internet gesorgt haben)

1. www.focus.de/gesundheit/baby/geburt/hebammen/geburtshilfe_
aid_20734.html
2. www.focus.de/gesundheit/baby/geburt/hebammen/wehen_aid_20738.html

Gruss, Nosmo

nosmoking
15.02.2007, 22:20
o, sehe gerade, der eine link funktioniert nicht. also noch mal
www.focus.de/gesundheit/baby/geburt/hebammen/geburtshilfe_aid_20734.html

N.

Willauch
19.02.2007, 15:51
Jetzt muss ich doch nochmal, obwohl ich hier nun wirklich meinen Mund halten wollte...


@Anna: Für mich gehörst du absolut nicht zu den Nicht-Stillerinnen. Bei solchen Problemen hätte ich sicher auch mit dem Stillen aufgehört:blumengabe:.

Unverständlich sind und bleiben für mich Frauen die es nicht mal probieren. Auch wenn ich verstehe, dass du uns sagen willst: ich muss nicht alles ausprobieren um zu wissen das ich es nicht mag...

Lg willauch


Ich hoffe die doppelte Verneinung ist verständlich :freches grinsen:...

Inaktiver User
21.02.2007, 19:34
Hm, das ist mal wieder so ein Thema, bei dem es einfach kein richtig oder falsch gibt.

Natürlich ist es gut, wenn eine Frau ihr Baby stillt. Ich kann aber auch verstehen und vor allem akzeptieren, wenn Frauen einfach sagen, das ist nichts für sie.

Ich möchte es zwar beim zweiten Kind nochmal probieren, aber ich habe für mich auch die Erfahrung gemacht, dass die Flasche besser sein kann. Mein Sohn hatte einfach keine Geduld, um aus der Brust zu trinken. Das ging ihm alles viel zu langsam. Wir hatten regelrechte Kämpfe auszutragen und ich hatte damals im KH schon das Gefühl, das wird keine lange Still-Beziehung mit uns beiden. Im KH wurden meine Gedanken in dieser Hinsicht aber nicht ernst genommen, nicht wirklich angehört und einfach beiseite geschoben.
Als ich zuhause war, habe ich so oft stillen müssen, dass ich bald zu nichts anderem mehr gekommen bin. Nach 5 Wochen habe ich dann abgestillt und für mich war es am besten so. Und meiner Meinung nach für meinen Sohn auch. Denn ab dem Zeitpunkt, wo er die Flasche bekam, wirkte er um so vieles zufriedener und trank auch viel mehr und hatte sehr schnell seinen Trink-Rythmus gefunden.
Nachts durchgeschlafen hat er allerdings trotzdem erst mit 5 Monaten. :smirksmile:

Was ich damit sagen will, eine glückliche Still-Beziehung hängt immer von Mutter und/oder Kind ab und es gibt unendlich viele Gründe, warum Mutter und/oder Kind mit der Flasche besser bedient sind. Genauso, wie es unendlich viele Gründe gibt, warum das Stillen natürlich das Beste ist.

Jeder muss das ganz individuell für sich entscheiden. Ob man stillt, wie lange man stillt, etc.

Ich werde es wieder probieren, aber für mich ist es kein Muss.