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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Habt Ihr Eure "Heimat" gefunden?



Inaktiver User
03.02.2007, 11:41
Bin in meinem Leben mehrfach umgezogen, habe auf dem Land und in verschiedenen Städte gelebt. Jetzt wohne ich seit etlichen Jahren in einem norddeutschen Dorf. Es lebt sich gut hier, ist allerdings nicht meine Traumdestination. Die liegt eher in Süddeutschland. Und, wer weiß, vielleicht kriege ich ja mit 60 (wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind...:zwinker: ) noch die Kurve und mach' mich dorthin auf. Ist schon so was wie ein Herzenswunsch.
:heul:

Wie ist das bei Euch?
Habt Ihr das Gefühl, angekommen zu sein? Geografisch, meine ich? Oder träumt Ihr davon, noch mal woanders neu anzufangen? Lebt Ihr im Land / in der Stadt / in der Region Eurer Träume?

solis

Gartenzwergin
03.02.2007, 12:18
Liebe Solis,

eine gute Frage :blumengabe: Ich habe mich auch schon oft gefragt, wann ich endlich "angekommen bin". Bin schon viel umgezogen in meinem Leben. Habe weit weg von meiner Heimat gelebt, in Städten, auf dem Land, in der Peripherie der Großstadt und mitten im Moloch. Nirgends habe ich mich super wohl gefühlt.

Mittlerweile wohne ich, aus ganz pragmatischen Gründen, wieder in der Kleinstadt. Ich liebe das Haus und meine Einrichtung, aber wenn ich aus der Tür gehe, kommen mir die Tränen :heul: Sehne mich wieder nach meiner weitläufigen Altbauwohnung mitten in der City. Aber wenn ich wieder in der Stadt wäre, würde ich die Ruhe des Landlebens vermissen :ooooh:

Ich glaube, meine Unruhe liegt auch darin, dass ich mit meinem Kindern alleine bin, Freunde und Verwandte sind in all den anderen Orten zurückgeblieben, die ich bewohnt habe oder ganz woanders. Ich hasse den Stillstand. Möchte in meinem Leben noch gefordert werden und dazu gehören auch die Wohnortswechsel und damit das Betreten von Neuland. In Berlin war ich lange, Hamburg würde mich reizen, Berlin könnte es auch wieder werden... Mal schauen, was noch passiert - ich bin offen. Es kommt im Leben immer anders, als man denkt.

LG
Gartenzwergin

Lisibach
03.02.2007, 12:27
Hallo.

Bin in meinem bisherigem Leben auch schon einige Male umgezogen.
Vom Osten in den Westen, vor dem Mauerfall. Kulturschock, wir sind nämlich von einer Kleinstadt auf ein Minidorf gezogen. danach, eineinhalb Jahre später wieder in die Stadt. Habe mich jedoch nicht wohlgefühlt und bin dann nach viereinhalb Jahren kurzer Hand in die Schweiz gezogen. Hier bin ich immer noch und das jetzt 18 Jahre. Mein Problem ist, ich fühle mich hier wohl, muss jedoch nach einer gewissen Zeit wieder nach deutschland. Bin ich dann ein paar Tage da, dann zieht es mich wieder in dei Schweiz. Ich glaube jedoch, ich bin schon hier angekommen.

Grüsse
Lisi

Inaktiver User
03.02.2007, 12:41
"Heimat" ist für mich da, wo die Menschen leben, die ich liebe! Da ist es egal, ob Nord- oder Süddeutschland oder Australien!

Diesbezüglich habe ich hier - in meinem sozialen Umfeld - keinerlei Wunsch nach geographischer Veränderung, obwohl unser Dorf sicherlich nicht besonders schön ist und auch nicht einer Urlaubsregion oder so liegt. Egal.

Für meine alten Tage stelle ich mir allerdings eine schöne Wohnung in Hamburg vor, mit Blick auf die Elbe :Sonne:

Karla48
03.02.2007, 12:47
Absolut. Ich bin da, wo ich bin, glücklich. Und ich habe keine Pläne, umzuziehen. Wenn das im Alter anders sein sollte - na dann wird das halt gemacht ;-)

Ich habe durch Studium und Job in verschiedenen Großstädten und Regionen gelebt, auch durchaus mal am Stadtrand, und bin meiner Sehnsucht in die Heimat gefolgt - Kleinstadt. Vorteil: Viele soziale Kontakte, Überschaubarkeit, keine Staus, ein ruhiges Dasein.

Klar fehlt mir auch manchmal der Großstadtrummel. Dann habe ich mit dem Auto in 30 Minuten eine Stadt erreicht. Aber ich bin immer froh, wenn ich wieder zuhause bin, auch nach 3 Tagen Berlin o.ä. - nee, ich brauch das nicht mehr für länger.

Richtig aufs platte Land möchte ich auch nicht - zu einsam, zu wenig Möglichkeiten, spontan auszugehen, Freunde zu sehen, ohne gleich Auto fahren zu müssen...darüber würden mich auch die vielen Tiere, die ich auf dem Land halten könnte, nicht hinwegtrösten.

Gruß Karla

Inaktiver User
03.02.2007, 12:59
Es gibt da so ein schönes Buch "Wann findet das Leben statt?"...gut geeignet für Menschen, die immer noch hoffen, es gäbe den Topf Gold am Ende des Regenbogens...

Inaktiver User
03.02.2007, 14:25
Es gibt da so ein schönes Buch "Wann findet das Leben statt?"...gut geeignet für Menschen, die immer noch hoffen, es gäbe den Topf Gold am Ende des Regenbogens...
Ich kenne dieses Buch nicht, wohl aber John Lennons Zitat:
"Life is what happens to you while you are busy making other plans".

Schon klar, aber mitunter lässt sich auf Grund beruflicher Umstände oder familiärer Rücksichtnahme nicht alles jetzt und gleich verändern. Manchmal braucht es auch eine gewisse persönliche Entwicklung, um überhaupt herauszufinden, wie wichtig der eine oder andere Wunsch ist.

Mir ging es mit meiner Frage auch darum zu erfahren, ob es für uns Ü40er so etwas wie ein "wenn ich mal groß bin" noch gibt.
Beispiel: Als Kind wollte ich in Rom oder München leben, mit 15, 16 hab' ich mit meiner Freundin 'rumgesponnen, wie es sein würde, wenn wir mal in dieser oder jener Stadt gemeinsam studieren würden.
Seit etlichen Jahren fühle ich mich bei meinen Aufenthalten in Bayern und Österreich sehr wohl und könnte mir vorstellen, dort zu leben. Auf absehbare Zeit ist dies nicht möglich, aber warum nicht für später einmal eine Übersiedlung ins Auge fassen?

Vielleicht erleb' ich's nicht mehr, vielleicht entpuppt sich das, was ich dort vorfinde, ja gar nicht als "Gold am Ende des Regenbogens"(Evemie). Ich wollte einfach wissen, ob mich allein eine solche Überlegung umtreibt und Ihr alle zufrieden mit Eurem Standort seid, ob für Euch die Geografie keine Rolle spielt (à la "home is where your heart is"), ob Ihr Euch für später einen Standortwechsel, ja vielleicht überhaupt noch einmal Veränderung, wünscht.

solis

Geena
03.02.2007, 21:23
Oh ja, ich bin angekommen! Ich lebe seit 12 Jahren in der Karibik, habe meine Liebe gefunden, führe mein eigenes Business und !!! habe genug Zeit für meine Kinder, die hier cosmopolitisch, zweisprachig und glücklich grosswerden.
Wenn Du Leute verabschieden kannst und Dich freust dableiben zu dürfen, dann ist es der richtige Ort für Dich.
Ich kann mir nicht vorstellen, woanders zu leben. Falls sich dies mal ändern sollte, hätte ich aber auch keine Probleme woanders hinzuziehen.
"Life is what you make it!":yeah:
Schicke mal einen ganzen Eimer Sonne ins grau-düstere Deutschland.....Liebe Grüsse
Geena

Sonne67
03.02.2007, 23:16
Hallo,

also ich kann für mich sagen, dass ich angekommen bin. Wohne in der für mich schönsten Stadt -> Hamburg. Und für mich ist dies nicht nur die schönste von Deutschland, sondern weltweit.

Ursprünglich komme ich aus einem kleinen Dorf in der Nähe Hannover, bin beruflich lange Jahre in Berlin und in Zürich gewesen. Ich bin ca. sechs Jahre zur See gefahren (Kreuzfahrt) und habe auf diese Weise mein Fernweh und meine Reiselust intensiv ausgelebt. Durch lange Zeiten an Bord (4-6 Monate non Stop) mit anschließendem Urlaub von zwei Monaten hatte ich auch nie so das Gefühl, irgendwo so richtig heimisch zu sein. Denn zum einen war ich natürlich froh, mal ein bisschen Freizeit zu haben. Andererseits ist es natürlich auch anstrengend, den Kontakt zu Freunden aufrecht zu erhalten, wenn man zu lange weg ist (muß aber sagen, dass dies ganz gut geklappt hat).

Bis vor drei Jahren dann der Entschluß fiel, doch mal sesshaft zu werden. Und dafür kam nur Norddeutschland in Frage. Konnte es mir für mich nicht vorstellen, irgendwo im Ausland zu wohnen. Und zum Glück hat es gleich mit einem Arbeitsplatz in dieser schönen Stadt geklappt. Fühle mich mit dieser norddeutschen Mentalität sehr wohl. Habe Freunde und so wie es im Moment aussieht, auch den Mann für den Rest des Lebens gefunden. Möchte hier nicht mehr weg. Selbst wenn ein tolles Jobangebot in einer anderen Stadt oder im Ausland kommen würde, könnte ich mir einfach nicht vorstellen, wieder woanders neu anzufangen. Habe fast die ganze Welt gesehen, keine Unruhe mehr, genieße meine Urlaubsreisen, freue mich aber jedes Mal sehr, wenn ich wieder zu Hause bin :-).

Gruß
Sonne 67

Inaktiver User
04.02.2007, 01:23
Komischerweise habe ich jetzt, nach vielen Stationen in Hamburg am Stadtrand meinen Ort gefunden, wo ich mich wohlfühle. Und ich habe keine Familie mehr.
Ich kenne das auch vom Dorf, man hat ein Haus, ist sesshaft und denkt sich, irgendwie war es das nicht. Wegen der Umstände wohnte ich 15 Jahre auf dem Dorf, um ein schönes, bezahlbares Haus zu haben, damit die Kinder sorgenfrei aufwachsen und damit man in der Natur ist. Das waren im Nachhinein alles keine Entscheidungen für mein Leben.

Genausogut könnte ich mir aber noch vorstellen, ganz woanders zu wohnen, ich bin offener geworden und es befreit mich, dass mein Leben wieder offen ist und nicht bis zum Tod durchgeplant.

Caramelle
04.02.2007, 08:23
"Heimat" lässt sich für mich nicht geographisch definieren.
Wenn ich in die Stadt zurückkomme, in welcher ich aufgewachsen und studiert habe, fühle ich mich irgendwie noch ein bischen zu hause - aber nur ein bischen, bleiben möchte ich dort nicht mehr.
Ich berufeshalber durch die halbe Schweiz gezogen und lebe seit 8 Jahren in einem der landschaftlich schönsten Gebiete unseres Kantons. Von meinem Dorf aus gibt es im Viertelstundentakt eine Zugverbindung in die grösste Stadt der Schweiz, das deckt meine Bedürfnisse nach "Stadt" vollständig. Zudem ist bei uns natürlich alles viel kleinräumiger als in grösseren Ländern. Man ist sehr schnell in einer ganz anderen Szenerie.
In 2 Monaten werden mein Mann und eine mehrjährige Weltumsegelung anpacken. Zumindest denken wir, dass wir mehrere Jahre unterwegs sein werden. Falls wir früher genug haben, lassen wir uns irgendwo an Land nieder. Mein Mann glaubt, dass wir sicher wieder in die Schweiz zurückkommen, obwohl wir beide nicht wahnsinnig viele soziale Kontakte hier haben. Ich würde ganz gerne irgendwo im englischsprachigen Raum bleiben, lieber Australien als Amerika. Dort fühle ich mich wohl, begründen kann ich das nicht. Auch England würde mir gefallen; als ich dort gelebt habe, hat mir das Wetter allerdings etwas zugesetzt.
"Heimat" ist für mich dort, wo mein Mann ist. Das kann irgendwo in der Griechischen Inselwelt sein oder hier im Schweizer Hinterland. Ich bin gespannt, ob ich nach einem längeren Auslandaufenthalt vielleicht doch noch das Bedürfnis entwickle, geographisch "back to the roots" zu kommen. Wer weiss...

Meine Eltern sind mit etwa 60 Jahren von der Deutsch- in die Südschweiz gezogen. Das war nicht in jeder Hinsicht einfach. Doch jetzt muss ich sagen, dass mein alter und mittlerweilen etwas gebrechlicher Vater in der Südschweiz besser aufgehoben ist als dort, wo er jahrzehntelang gelebt und gearbeitet hat. Das soziale Netz - die Deutschschweizer in der "Diaspora" notabene - ist erstaunlich gut. Auch im Alter kann ein neuer Wohnort eine gute Entscheidung sein.

Schönen Sonntag noch

Caramelle

Inaktiver User
04.02.2007, 12:57
einfach [/I]wissen, ob mich allein eine solche Überlegung umtreibt und Ihr alle zufrieden mit Eurem Standort seid, ob für Euch die Geografie keine Rolle spielt (à la "home is where your heart is"), ob Ihr Euch für später einen Standortwechsel, ja vielleicht überhaupt noch einmal Veränderung, wünscht.

solis

Ich bin mit 18 von zuhause weggegangen, nach Berlin, und innerhalb der Stadt alle 2 Jahre umgezogen - das ist hier übrigens nicht soo ungewöhnlich.
Zwischendurch gab's mal ein ländliches Gastspiel im Wilden Osten, damit das Kind genug Auslauf und Dreck hat.:zwinker:

In Deutschland möchte ich nirgends anders als in Berlin leben, ich brauch vor der Tür bisschen Abenteuer und Unvertrautes, in Dörfer pass ich nicht rein.

Ich weiss auch nicht so recht, ob mein Ziel ein "Zuhause" ist, in dem ich mich zur Ruhe setze - ich würd eher nochmal in die Fremde gehen, auswandern, irgendwohin, wo der Himmel nicht so trüb wie in Berlin ist... *seufz*

Inaktiver User
04.02.2007, 14:35
Als Kind bin ich recht oft umgezogen worden....relativ häufige Schulwechsel dadurch. Ich denke, darin begründet sich meine Definition des Wortes....meine Eltern (und auch meine Omi...also 2xHeimat...) für mich die Konstante...die Heimat, egal ob sie grad länger in den USA sind oder wo auch immer.
Ich selbst bin zu "jeder Schandtat bereit" bezüglich Umziehen....Städtewechsel.....Länderwechsel.....an derer Kontinent.
Im Moment ist mein grosser Vorteil, dass ich einen Beruf habe, bei dem ich viel durch die Gegend fliegen kann.

Liebe Grüsse...F.

PS: Ich bin 43

Knuffilein
05.02.2007, 14:14
Also ich bin Anfang der 80er Jahre - rein berufsbedingt - von meiner ursprünglichen Heimat Süddeutschland nach Mitteldeutschland gezogen, fühle mich hier ebenfalls sehr wohl und werde auch wohl hier wohnen bleiben (bin erst vor etwas über 12 Wochen imselben Ort, wo ich eben seit Anfang 80 wohne, umgezogen).

Übrigens, ich habe ja meiner ursprünglichen Heimat Süddeutschland nicht total den Rücken gekehrt, denn meine Eltern sowie meine ganzen Verwandten leben ja dort und die besuche ich natürlich des öfteren.

hillary
06.02.2007, 10:55
Ich habe viel Jahre in Berlin gelebt, bin dort "erwachsen" geworden, habe dort studiert, geheiratet, meine Kinder sind dort geboren, bin geschieden worden, habe gelernt ganz allein klar zu kommen und bin doch des Jobs und der Kinder wegen weg.
Aber ein Drittel Herz ist hängengeblieben zwischen Dahlem und Weißensee. Wenn ich nach Berlin reinfahre, dann atme ich ganz tief ein und das Zuhausegefühl ist wieder da.

Heulwen
06.02.2007, 14:02
Ich denke nein. Allerdings Solis, habe ich auch nicht das Gefuehl "wenn ich mal gross bin dann..."

Bin auf dem Land aufgewachsen, habe danach in versch. Grossstaedten Deutschlands gelebt und bin nun seit neun Jahren im europ. Ausland.
Ich lebe hier wegen meines Mannes und fuehle mich wohl weil ich mit ihm gluecklich bin. Durch Zufall habe ich vor ca. 5 Jahren (bei einem Streit mit ihm) fuer mich erfahren, dass mein "hier wohlfuehlen" unmittelbar mit ihm (mit ihm gluecklich sein) zusammen haengt. D.h. auch, dass ich ohne ihn wieder nach D ziehen wuerde.

Wir beide wuenschen uns in ca. 1-2 Jahren in Sueddeutschland (Kleinstadt) zu leben und dort auch unseren Lebensabend zu verbringen.
Je naeher aber dieser Zeitpunkt rueckt um so haeufiger habe ich (er waere einverstanden) auch den Wunsch, mal ein halbes Jahr in Frankreich oder Spanien oder..... zu leben.

Deshalb glaube ich, dass fuer mich "angekommen sein" ein Zustand ist, in dem ich mich in meinem Umfeld wohl und zufrieden fuehle. Zeitlich sehe ich das erstmal unbegrenzt, eben so lange, bis dieses Gefuehl einer evtl. Aufbruchstimmung weichen wird.

Inaktiver User
06.02.2007, 16:49
Deshalb glaube ich, dass fuer mich "angekommen sein" ein Zustand ist, in dem ich mich in meinem Umfeld wohl und zufrieden fuehle. Zeitlich sehe ich das erstmal unbegrenzt, eben so lange, bis dieses Gefuehl einer evtl. Aufbruchstimmung weichen wird.
Das ist ein interessanter Aspekt. :blumengabe:
Ich verspüre diese Aufbruchstimmung immer wieder. Bin aber wohl die einzige in der Familie, was mich sehr nachdenklich macht....:niedergeschmettert: :niedergeschmettert: :niedergeschmettert:

solis

Heulwen
07.02.2007, 11:28
@solis

bin auch die einzige in unserer Familie, die auch den Mut hat neues Gebiet zu erkunden und das macht mir garnichts aus - ganz im Gegenteil. :yeah: Ich bin froh ueber meinen Horizont im Vergleich zu dem meiner bodenstaendigen Geschwister.:smirksmile:

Inaktiver User
07.02.2007, 19:22
Mein Mann und ich kommen aus einer Kleinstadt im Rhein-Main-Gebiet. Unser beider Eltern wohnen dort, wir sind beide dort aufgewachsen. Während seine Familie schon alleine kriegsbedingt ziemlich rumgekommen ist, hockt meine Familie seit geschätzten 400 Jahren auf dem selben Fleck.
Für mich war immer klar - ich will da raus! Aus dem "Mief", der Enge, der Spießbügerlichkeit, der engen sozialen Kontrolle.
Wir sind dann berufsbedingt erst nach Aachen, später in die Niederlande gezogen. Und dort fühlte ich mich unglaublich zu Hause. Ich weiß, wir sind auf der Suche nach einer Wohung in NL in ein Haus gekommen, die Maklerin schloss die Haustür auf und ich wusste: DAS ist es! DAS ist mein Zuhause.
Als wir - wieder berufsbedingt - von dort wegziehen mussten, musste mein Mann das Auto fahren. Ich hab vor lauter Tränen nix mehr gesehen :heul: Und selbst heute, 6 Jahre später, erwischt mich immer noch mal ein Heimwehflash.

Jetzt wohnen wir wieder in der Kleinstadt, in der wir angefangen haben. Wir haben ein schönes Haus dort, ein liebevoll sanierter Altbau aus Familienbesitz, in das wir viel Zeit, Geld und Arbeit reingesteckt haben. Und trotzdem - wenn ich daran denke, hier den Rest meines Lebens zu verbringen, bekomme ich Erstickungsangst.

Inaktiver User
08.02.2007, 14:49
Hallo Leute, ein sehr interessantes Thema! Ich bin auch schon öfters umgezogen, von Stuttgart ins Saarland, dann in eine badische, mittelgroße Stadt. Mein Mann kommt aus Norddeutschland. Außerdem habe ich mal einige Monate in den USA gelebt. Hat jemand von euch Erfahrung, wie es sich im Osten Deutschlands lebt? Ich höre so viel Negatives über die Ostdeutschen u. die Region dort (Landstriche entvölkert, Rechtsradikale u. ä., habe aber von zwei Reisen einen sehr positiven Eindruck von den Bewohnern dort. Später wollen wir evtl. dahin ziehen - wer hat schon dort gelebt bzw. lebt noch im Osten u. erzählt mir ein bisschen davon? Ansonsten (ich bin über 40) finde ich es mit zunehmendem Alter schwieriger, Kontakte zu knüpfen. Mein Mann fühlt sich im Badischen sehr unwohl, nur der Job hält ihn hier u. auch ich muss (ehrlicherweise) sagen, dass ich mir nettere Orte vorstellen kann.

spitzwielumpi
08.02.2007, 15:00
Also, ich bin schon ueber 40 mal umgezogen, weiss eigentlich nicht mehr wo ich ueberhaupt hingehoere. Z.Z. hier in den USA gefaellt es mir auch nicht. Ob ich jemals "meine Heimat" finde? Mal abwarten, was noch kommt.:knatsch:

hillary
08.02.2007, 15:27
Hey kim13,
ich bin im Osten geboren und lebe seit mehr als 40 Jahren dort.
Landstriche entvölkert, naja nicht ganz, sagen wir mal , wir überaltern schneller und ärmer. Die gut ausgebildeten jungen Leute gehen dahin wo die Jobs sind und da ist die Auswahl im Osten noch kleiner als im Westen. Standortvorteile gibt es hier nicht, das Preisniveau hat sich angeglichen. Es gibt landschaftlich wunderschöne Ecken und der Rechtsradikalismus ist nicht zu verharmlosen, aber auch nicht so massiv, das man nicht über die Straße gehen kann ohne verprügelt zu werden.
Fang doch einfach mla mit Kurzreisen an, ich lad dich gern in meine Heimat nach Thüringen ein. Weimar, Erfurt und Oberhof sind immer eine Reise wert.
hilly

Inaktiver User
08.02.2007, 17:00
Hallo Hillary, hast du persönliche Tipps? Wir planen im Sommer eine Woche Thüringen mit dem Auto. Ist es ratsam, lange Zeit vorher Pensionen/Hotels ausfindig zu machen oder kann man einfach so losfahren? Wir überlegen, uns in den nächsten Jahren im Osten ein Ferienhaus zu kaufen (evt. späterer Umbau fürs Alter...) du schreibst, die Kosten sind dort genauso hoch wie anderswo. Wir hatten gehört, es wäre günstiger, außerdem nicht so eng wie hier in Süddeutschland. Außerdem hatte ich den Eindruck, die Ostler sind lockerer als die Leute hier. Mein Mann (Hamburger) kennt den Osten viel besser u. findet die Leute dort sehr nett...wie siehst du das? LG Kim

hillary
08.02.2007, 17:38
@kim13,
nein du mußt nicht lange vorher buchen, aber wir können uns gern auch per PN austauschen.
Das sprengt hier sonst den Strang.
Kosten kommt immer drauf an wo und wie, ist in den alten Ländern ja nicht viel anders. :smirksmile: un dmit den Tipps der Eingeborenen, kommst du sowieso besser hin. Also bis bald.

LG Hilly

Lena1234
10.02.2007, 19:54
Angekommen bin ich noch nicht, nein.
Wir wohen beim Schwiegervater im Haus und das nervt mich jeden Tag mehr. Das Kind kann sich nicht frei entfalten, ständig wird genörgelt und gemeckert das nicht aufgeräumt ist und und und ... der Hund macht Dreck blablabla... Mein Mann schlägt leider schon langsam denselben Nörgelweg ein und ich würde lieber heute als morgen hier weg, ob mit oder ohne ihn ist mir langsam egal.
Weg auch aus dieser ungeliebten Kleinstadt wo mein Mann mich mit der Nachbarin betrogen hat. Irgenwo ein Neuanfang wäre schon klasse ... Heimat ist das für mich hier nicht mehr.

Ricarda44
11.02.2007, 09:58
Zu Hause ist man immer da, wo man geliebt wird. Denn sonst ist auch die schönste Heimat kalt und leer.

Sadie
11.02.2007, 11:28
Hallo allerseits !
Ein wirklich wunderbares Thema, mit dem ich mich auch viel beschäftige. Ich muss kurz meine Vorgeschichte erzählen aber keine angst dauert nicht lange. bin vor 3 Jahren mit meinen beiden Kindern zuhause ausgezogen, und habe eine Flut an (negativen) Gefühlen erlebt, von tiefster Trauer, Depressionen, Angst etc. Es wäre damals nicht in Frage gekommen, aus dem vertrauten Viertel wegzugehen, ich wollte das Umfeld unbedingt erhalten, Kindergarten, Grundschule etc. Meine Familie wohnt 100 km entfernt im Ruhrgebiet. Ich mag Köln, meine Stadt, aber ich habe immer mehr das Bedürfnis zu gehen, nach Hause zu kommen, back to the roots oder so. Wenn ich den Gedanken dann zu Ende denke, kriege ich schiss. Scheinbar kann ich Veränderungen unschwer aushalten, und mein Heimweh, meine Sehnsucht - kann ich das genau definieren. ? Nee. Irgendeiner hat geschrieben, heimat ist da wo du geliebt wirst. Das unterschreibe ich. Es ist verdammt schwer in der Fremde.
Ech müsst um anzukommen wahrscheinlich erst mal mein (neues) Leben akzeptieren. Dann bin ich auch zuhause.
Familie kann, muss aber nicht Heimat bedeuten. Ich bin also noch in der Findungsphase.
Also, immer noch auf der Suche nach ihrer Heimat,
Sadie

Garfield
12.02.2007, 00:41
Gefunden? Nö den ich bin wieder mal am überlegen ob ich abzische in die fremde da mich hier gerade nix mehr haltet,
ich habe meine Freundin verlohren an ihren Ex Macker den sie helfen will und all Ihre kraft gibt was in ihr steckt, und in meiner Fam. gibt es nur permanent Ärger und Negative Stimmung, so und meine noch 10 jährige ist der einzige grund warum ich eigendlich noch hier bin! Aber auch Sie sagt Papa ich wünsche Dir das Du Glücklich wirst und ich suche seit 2 - 3 Monaten gerade einen Job im Ausland, heute am So rief mich ein Freund aus früheren Tagen an und meinte ich solle doch zu Ihm nach Perth/Australien kommen nach dem ich alles verlohren hätte, und ein neustart sollte ev in der weite geschehen nach dem mich auch noch meine so geliebte Freundin verlass die ihren innerlichen Schleier nicht senken konnte das ich an ihr Herz gelangen konnte...tja wie sagte mal mein Onkel: Wir sind Zigeuner des lebens A... und Du muß immer das Leben so nehmen wie es ist, den in der Zukunft wird immer deine Erfahrung und dein Glück warten.

Sorry für die lange Vorgeschichte
A...

Inaktiver User
13.02.2007, 11:33
Hallo Kim13!

Du solltest unbedingt Leipzig besuchen! Die Stadt lebt und pulsiert. Die negativen Schlagzeilen im Moment sind nicht für die gesamte Bevölkerung stellvertretend. Die ist freundlich, gemietlich (wie die Sachsen sagen) und versteht zu feiern. Ich kenne einige Wessis, denen es dort so gut gefällt, dass sie nicht mehr weg wollen!
Auch wenn Goethe schon eine Weile her ist, stimmt das Zitat: „Mein Leipzig lob ich mir, es ist für mich ein Klein-Paris und bildet seine Leute!“

Inaktiver User
14.02.2007, 13:21
Hallo Belai, vielen Dank für den Tipp; aber in Leipzig waren wir letztes Jahr - hat uns super gefallen! Wie ist denn das Leipziger Land? Auf jeden Fall freuen wir uns über alle Tipps u. Gedanken von "Ostdeutsch-Experten/Expertinnen"! Schreibt also fleissig, danke! LG Kim:blumengabe:

Inaktiver User
16.02.2007, 01:16
Hallo, ich lese gerade mit grossem Interesse eure Antworten und vielfaeltigen Erfahrungen! Beschaeftige mich seit einiger Zeit selbst sehr mit diesem Thema.

Ich bin in einem kleinen Ort in Niedersachsen aufgewachsen, habe in Paris studiert und dort 6 Jahre gelebt und bin nun seit 10 Jahren in den USA. Da ich mich letztes Jahr von meinem Mann getrennt habe, trage ich mich mit dem Gedanken einer eventuellen Rueckkehr nach Deutschland. Muss aber erst mal schauen und testen, ob das wirklich richtig fuer mich waere.

LG, :blumengabe:
Alesia

Inaktiver User
18.02.2007, 19:19
Ich habe mich in D nie wohl gefuehlt und bin vor gut neun Jahren (aus eigenem Antrieb) in die USA gezogen. Und ja, ich habe hier meine Heimat gefunden. Ob Dallas nun mein letzter Wohnsitz bleibt, bezweifle ich aber. Mein Mann und ich liebaeugeln eher mit Corpus Christi, wenn wir uns zur Ruhe setzen. In D bin ich letztes Jahr gewesen - auf Besuch und zum ersten Mal seit meiner Uebersiedlung. Dort kam ich mir wie eine Touristin vor, und als unsere zwei Wochen um waren, war ich sooo froh, wieder nach Hause zu koennen :smile:

Inaktiver User
21.02.2007, 08:36
@ solis
...habe 21 Standortwechsel gelebt. In der Kindheit war es fremdbestimmt durch die familiären Veränderungen. Als Erwachsene mit Mann und Kindern spontan jede Veränderung angenommen als Möglichkeit, sich weiter zu entwickeln und über den Tellerrand zu schauen, vielseitige Lebensmöglichkeiten kennenzulernen. Viele Jahre im Osteuropäischen Ausland waren eine große Bereicherung. Daß unsere Kinder auch europaweit ihren Weg gehen, liegt nahe. Bin jetzt ummi fuffzich und bei meiner Erde in Norddeutschland "angekommen". Mein großer Sohn zieht nach 8 Jahren England zu seiner großen Liebe und freut sich auf Deutschland. Die wirklichen Freundschaftsverbindungen sind von allen Stationen auf meinem Weg geblieben. Ich bin glücklich und zufrieden und schaue auf eine sehr intensiv und erlebnisreiche Zeit zurück, während ich nun mein Leben sehr gelassen und bewußt an der wunderschönen Nordseeküste genieße....

Inaktiver User
27.02.2007, 15:01
Hallo,
ich bin auch gerade in ein norddeutsches Dorf gezogen. Will auf die näheren Umstände nicht eingehen... zu lang.
Ich hab ein wenig Angst davor die Krise zu kriegen in der Einöde.
Schließe einen weiteren Umzug in den Süden (noch weiter südlich als Süddeutschland) in ferner Zukunft nicht aus.
Also... es gibt Leute, die wohl nie "nach Hause" finden.
Dann nehm ich mal meinen Besen...
Liebe Grüße von der Reethexe

Inaktiver User
27.02.2007, 15:24
@Ja, mein erster Winter hier oben war ganz furchtbar. Aber dann ging's besser.

Wart's ab, der Frühling steht vor der Tür!

Und: Du hast ja immer noch Deinen Besen!

solis

Dmtoepfer
27.02.2007, 20:56
Hallo,

Also meine Heimat ist seit ueber 13 Jahren im Suedosten der USA.
Ich bin urspruenglich in Berlin geboren und dann in Muenchen aufgewachsen, wo ich mich aber nie zuhause gefuehlt habe.
Bin dann mit meinem Mann und aus Jobgruenden mehrere Male in Deutschland umgezogen (Grafenwoehr, Heidelberg/Leimen etc.), habe mich aber nirgendwo in D so richtig zuhause gefuehlt.
Hier in Columbia habe ich all das was ich wollte: eine nettes Haus, einen guten Job (Deutschlehrerin), und die Berge/der Strand sind immer nur ca. drei Autostunden weit weg.:krone auf:
Ich vermisse zwar meine Familie manchmal, aber hier mit Mann, Teenager und Freunden ist meine eigentliche Heimat.
Seit meiner Uebersiedlung vor 13 Jahren habe ich es irgendwie nie geschafft, wieder nach D zu Besuch zu kommen; ich hoffe, wenn meine Tochter ins College geht (in zwei Jahren), dass ich dann mehr Zeit habe und mal wieder Berlin/Muenchen besuchen kann.

Dagmar

Inaktiver User
28.02.2007, 11:31
Wie ist das bei Euch?
Habt Ihr das Gefühl, angekommen zu sein? Geografisch, meine ich? Oder träumt Ihr davon, noch mal woanders neu anzufangen? Lebt Ihr im Land / in der Stadt / in der Region Eurer Träume?

solis

Im Sommer findet der 7. Umzug (in 22 Jahren statt), dort verweilen wir für mind. 3 Jahre, mit der Option auf sehr viel länger.

Der Süden Deutschlands spricht uns mehr an, als der Norden. Es gibt inzwischen aber eine Gegend in W-Deutschland, wo wir nur schweren Herzens hingehen/zurückgehen würden.

Ich fühle mich eigentlich überall wohl, weil ich es ja selber in der Hand habe wie und ob ich mich einlebe. :Sonne:

Wobei ein bißchen Bammel davor habe ggf. die nächsten 5,10 oder gar 20 Jahre an einem Ort zu leben. :knatsch:

easyklee
02.03.2007, 20:05
Hallo Kim,
ich wohne jetzt seit 16 Jahren im Ossiland und finde es 50:50.
Plus: es gibt unglaublich tolle Wohnungen, ganz easy und für normale Preise. In den Städten (Leipzig, Dresden) geht die Post ab!
Aber: es gibt unglaubliche Dreckecken, die gibt es jedoch auch teilweise im goldenen Westen. Das Einkaufen nervt manchmal, die Qualität muß man sehr suchen. Es dominiert billig, billig. Keine Designerläden, Feinkost usw.

Ich bin bisher fast im 4-5 Jahrestakt umgezogen, jetzt wohne ich in einer sächsischen Kleinstadt nahe Leipzig wegen meiner Tochter, die hier in ein Topgymnasium in freier Trägerschaft geht.

Aber alt werde ich hier sicher nicht. Ich schaue mich seit ca. 1 Jahr in Leipzig nach einem alten Fabrikgebäude um, das zu super Lofts umgebaut wird. Gibt es mitten in der City, am Kanal, auf Wunsch mit Bootsanleger. Ist das zu fassen?

Südlich von Leipzig entsteht das http://www.Neuseenland.de , das alte abgewrackte Braunkohlegebiet wird zur zu einer tollen Wasserlandschaft gestaltet. Ein Projekt über 30 Jahre. Ist zwar jetzt alles noch ganz kahl, aber mit Phantasie kann man dieses Paradies schon erkennen.

Ich habe mir vorgenommen, mein Leben nochmal neu zu gestalten, wenn meine Tochter aus dem Haus ist.

Heimat bleibt für mich immer die Gegend wo ich aufgewachsen bin, die vielen Erinnerungen an viele schöne Kindertage wird wohl immer vorhalten und kommt jedes Mal wieder, wenn ich "nach Hause" komme. Trotzdem möchte ich dort wohl nicht mehr leben, sondern s.o.

Inaktiver User
03.03.2007, 17:51
Ich bin eigentlich noch nicht oft umgezogen. Einmal im Alter von 3 Jahren vom Land in die Stadt und da wohne ich schon seit ewigen Zeiten immer in der gleichen Gegend. Da es mir hier gefällt, sehe ich keinen Grund, meinen Wohnort woanders hin zu verlegen.
Wenn mich berufliche Gründe dazu zwingen ist das was anderes aber mein Wunsch ist es nicht.
Ich könnte mir allerdings gut vorstellen, irgendwann wieder etwas ländlicher zu wohnen, möglichst nicht zu weit weg, so dass man schnell wieder da ist, wo das Leben tobt.

Ich bin durchaus gern mal woanders aber nicht unbedingt dauerhaft. Meine Wurzeln liegen irgendwo im norddeutschen Flachland, da wo man immer bis zum Horizont gucken kann.

Dory

Woodstock62
07.03.2007, 11:30
Jepp, ich hab meine Heimat gefunden... aufgewachsen in Duisburg und wollte nie weg vom Niederrhein, zwischendrin mal Tokyo (war ich froh, als ich wieder zu Hause war!) und jetzt auf dem Land, mitten in der Pampa in Ostwestfalen und im Umkreis von 2 km keine Nachbarn. Aus dem Fenster sehe ich Wald, Wiesen und Felder. Wunderschön. Jedes Mal, wenn ich nach Duisburg zurückkomme (unsere Freunde besuchen etc.) bekomme ich fast einen Kulturschock. Neeeee, niiieee wieder Großstadt (zu eng, zu laut, zu dreckig). Wenn ich heimkomme und den Berg runterfahre und auf unser Städtchen sehe, geht das Herz auf. Ja, ich bin angekommen.

Woodstock

Sadie
07.03.2007, 21:54
Heiho Woody ! Ich bins, die liebe Sadie. Erinnerst du dich an mich ?
Versuche mich jetzt mal wieder mehr zu beteiligen. Gehört jetzt hier zwar nicht so hin, aber ich grüße dich mal ganz doll
Grüße nach dorthin wo du angekommen bist. Ich suche noch.
die Sadie
:blumengabe:

Woodstock62
09.03.2007, 11:15
Hallo liebe Sadie, ich schick dir eine PN...

Bussi!

Jouretnuit
10.03.2007, 20:01
Hallo,

ich bin mit 40 Jahren mit meinem Mann und meinen beiden Kindern in die Bretagne umgezogen. Schon als Kind wollte ich am Meer wohnen , bin mit meiner Mutter auch viel gereist. Als ich das erste Mal hier in der Bretagne war, hatte ich das Gefuehl in der Heimat angekommen zu sein. Ich hab dann daraufhin gearbeitet umziehen zu koennen, hab in Deutschland alles verkauft, habe mein Schul-Franzoesisch verbessert und bin gegangen.
Bereut habe ich es keinen Moment. Meine Kinder haben die Sprache sofort und mit Leichtigkeit gelernt und schaetzen die Lebensqualitaet genauso wie ich und mein Mann. Sie wachsen 2- sprachig auf, das Betreuungssystem fuer Kinder hier ist top, es stellt sich nicht die Frage "Beruf oder Kinder " fuer eine Frau.
Wir haben unsere Heimat wirklich gefunden.

Jouretnuit

Inaktiver User
08.04.2007, 22:27
Hallöchen an alle "Zigeuner" unter Euch...irgendwie zähle ich wohl auch dazu, denn dort, wo ich jetzt wohne, in einer Kleinstadt im Badischen, fühle ich mich auch total unwohl! Ich habe, aus Liebesgründen, auch schon 1 Jahr in Dresden gewohnt, kann also mitreden, was den Osten angeht: Mir gefiel es dort sehr gut, ich hatte super Kollegen im Job, und das Großstadtleben hatte auch was...von Rechtsradikalen habe ich nichts bemerkt, obwohl man von denen natürlich weiß. Aber zurück in den Osten wollte ich nicht mehr, weil dort die Arbeitsmarktlage und die Löhne ja NOCH MIESER sind!!! Ich LIEBE BERLIN, wäre vor Jahren fast mal dahin gezogen. Jetzt würde ich es wohl nicht mehr tun, weil ich 2 Kinder habe, und denke, die Stadt ist, wie jede Großstadt, nicht ungefährlich. Ganz unter uns, ich würde Deutschland gerne verlassen, stehe mit diesem Wunsch aber, innerhalb der Familie, irgendwie alleine da...mein Mann ist von der Idee wenig begeistert. Gerade Australien oder Neuseeland wären toll, aber auch innerhalb Europas (englischsprachige Länder) wäre ich zu begeistern. Wird wohl nix, und somit denke ich, bzw. wir erstmal über einen Umzug innerhalb dieses Landes nach...in unserem Ort gibt es kaum Jobs, ich suche nun schon ewig. Ja, und obwohl ich gebürtige Baden-Württembergerin bin, muss ich ehrlich gestehen: Diese "Kehrwochenmentalität" ist nicht wirklich mein Ding...um die ursprüngliche Frage ganz klar zu beantworten: NEIN, ich habe meine HEIMAT ganz sicher noch nicht gefunden. Wäre ich ungebunden, wäre ich wohl längst weg...aber bitte nicht auf`s Land, in ein Dorf, da würde ich eingehen wie eine Primel, da passe ich nicht hin!!!!! Groß- oder Kleinstadt, aber STADT eben. Geht es anderen ähnlich? Wollt ihr weg, wißt aber irgendwie nicht so recht, wie und wohin? Liebt ihr auch eher das Stadtleben, obwohl ihr die Natur auch bewundert? Ich freue mich auch über persönliche Zuschriften...ist ja immer schön, wenn man Gleichgesinnte findet, die, so "ganz nebenbei" auch noch gute Freunde werden. Schauen wir mal...geteiltes Leid ist ja oft halbes Leid..in diesem Sinne, FROHE OSTERN WÜNSCHE ICH EUCH ALLEN!!!!!

Hedwiga
21.04.2007, 20:49
Hallo Solis und alle anderen,

voranschieben muss ich, dass ich in Rumänien aufgewachsen bin. Anfang der Achziger gab es in meinem Heimatort keine deutsche Schule mehr, sodass ich mit 14 in eine ca. 40 km entfernte Stadt zog, um dort weiter zu lernen. Wir (noch zwei Mädchen) teilten uns als Untermieter ein Zimmer und verbrachten nur einen Tag je Woche und die Ferien zu Hause bis zum Abitur.

Dieses Nach-Hause-Kommen war immer ein herzerwärmendes Gefühl, dass sich über den ganzen Körper ausbreitete. Nach der Wende verließ auch ich, wie die meisten Deutschen, das Land auf der Suche nach dem Glück. Bin dann hier mehrfach umgezogen, habe meine Familie gegründet, die erste eigene Wohnung gehabt. Irgendwann war diese zu klein. Wir standen nun vor der Wahl eine 5-Zimmer-Wohnung zu kaufen (davon gibt es aber nicht viele in unserer Umgebung) oder ein eigenes Haus bauen, wobei wir für letzteres tendierten. Eher durch Zufall erfuhren wir von einem Haus, das zum Verkauf anstand. Obwohl wir kein fertiges haben wollten, haben wir es uns angesehen. Und siehe da, es "sprach" zu mir. Die Entscheidung fiel innerhalb von einer Stunde und Gottseidank hatte mein Mann das Haus genauso "gehört" wie ich. Wir wohnen jetzt fünf Jahre hier und das Leben hat uns zwischendurch kräftig gebeutelt. Aber, ich werde alles tun, um es zu halten und freiwillig nicht nochmal meine "Heimat" aufgeben. Dieselben Empfindungen pulsieren beim Heimkommen durch meine Adern, es ist wohltuend, angekommen zu sein.

Übrigens, es ist Süddeutschland - hier lässt es sich wirklich prima leben. Irgendwann, Du wirst spüren, dass der richtige Moment gekommen ist, dann findest auch Du Deine Heimat.

Grüßle

H.

MaryB
05.05.2007, 15:35
Auch ich bin bereits 7 x umgezogen, allerdings immer nur im gleichen Umkreis, Westdeutschland, besser gesagt Westerwald. Habe mal für 1 Jahr in der Stadt gewohnt, fühle mich aber auf dem Land wohler. Seit 4 Jahren wohnen wir in dem Haus meines Mannes, alles sehr idyllisch, schöne Wohnung, schöner Garten. Aber begraben werden möchte ich hier nicht.

Ständig kreisen meine Gedanken um einen Ortswechsel, wobei ich vom Auswandern in ein anderes Land ganz abgekommen bin. Ich möchte schon gerne in Deutschland bleiben. Mich würde es in den Süddeutschen Raum ziehen, Schwarzwald ( am liebsten Freiburg ) oder Bodensee. Ich würde liebend gerne ganz neu anfangen, neue Leute, neuer Job, neue Wohnung. Könnte mir auch gut vorstellen im Frankenland zu leben oder in einer Kleinstadt in Bayern.

Die Großstadt ist nichts für mich, der viele Verkehr, die ewige Parkplatzsuche. Bin doch eher ein Naturkind, ein altes Bauerhaus mit tollem Garten in Süddeutschland, das wäre mein Traum.

Leider sind meine Kinder erst 15 u. 11 Jahre alt. Vielleicht wenn der ältere mit der Schule fertig ist, leider kann ich meinen Mann dafür gar nicht begeistern. Er ist total bodenständig und für ein solches "Abenteuer" überhaupt nicht zu haben.

Lindel
10.05.2007, 15:11
Wie ist das bei Euch?
Habt Ihr das Gefühl, angekommen zu sein? Geografisch, meine ich? Oder träumt Ihr davon, noch mal woanders neu anzufangen? Lebt Ihr im Land / in der Stadt / in der Region Eurer Träume?

Die Frage ist super gut.

Ich lebe in der Stadt. Berlin.

Die ersten 22 Jahre lebte ich in einem kleinem Dorf, war mir zu langweilig, mir schon bei zeiten klar, das ist es nicht.

Berufsbedingt lebte ich die nächsten 22 Jahre in einer kleinen Stadt, naja da wars auch nicht grad berauschend, aber ganz okay, gut bezahlter Job, viele Freunde... aber nichts los. Dort fühlte ich mich gut aufgehoben, aber auf keinem Fall angekommen.

Seit etwas über 2 jahren lebe ich nun in Berlin, meiner Traumstadt.
Ich bin hier sehr zufrieden, sehr glücklich, genug los. Mir gefällt es.

ABER es steht noch ein aber. das Gefühl angekommen zu sein habe ich leider nicht, ich komme mir eher vor, wie ein Wirbelwind in einem schönem Traum.
Habe aber auch das Gefühl, bei dem Traum fehlt eine Festigung, ein angenommen sein.
Es ist nur wie ein Flattern. Ich empfinde als wenn Berlin mir Show, Action und Getue bietet. Aber ein Angekommen nicht zu fassen ist.

Zu dem angenommen sein, fehlt mir z.B ein Arzt meines Vertrauens. (in NRW war ich schon mal bei einem Arzt, da hatte ich das Gefühl angekommen zu sein).

Ich träume nicht noch mal aus Berlin weg zu ziehen, aber ich überlege, ob es klüger wäre. Ich wäge echt ab, was ich mehr brauche, ein Angenommen werden, oder ein Leben voller Abwechslung, Spannung und Show.