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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie alt möchtet ihr werden?



Fyona
28.03.2017, 19:47
Aus aktuellem Anlass:
der Tod von Christine Kaufmann macht mich zwar nicht tief, aber dennoch betroffen.
Sie war genau so alt wie ich und ist sozusagen mit mir groß geworden, ähnlich wie Cornelia Froboes und Uschi Glas.
Alle drei interessieren mich zwar nicht besonders, aber sie sind irgendwie konstante Größen am Rande, waren oder sind immer da, ich las mal dies oder das über sie und speicherte das ab.
Und nun ist eine von ihnen tot.
Es schien schnell gegangen zu sein, was ja immer wünschenswert ist.
Mir hat neulich ein Arzt gesagt, ich könne gut und gern hundert werden, gesund, wie ich sei.
Diese Aussicht begeistert mich überhaupt nicht, obwohl ich nicht im geringsten lebensmüde bin.
Das liegt sicher daran, dass ich in den letzten Jahren so viele sehr alte Menschen gesehen habe, und die wenigsten von ihnen schienen gesund, geschweige denn lebensfroh.

Ich kann zwar nicht mit einer Zahl belegen, in welchem Alter ich sterben möchte, aber ich möchte keinesfalls hinfällig und mühsam durch die Gegend humpeln, da soll schon vorher Schluss sein.

Hauptsache leben, egal, wie, das sehe ich nicht so. Wie seht ihr das?

Inaktiver User
28.03.2017, 20:02
Ich kann zwar nicht mit einer Zahl belegen, in welchem Alter ich sterben möchte, aber ich möchte keinesfalls hinfällig und mühsam durch die Gegend humpeln, da soll schon vorher Schluss sein.




Gibt es jemand, der sich wünscht steinalt zu werden unter der Bedingung, ab 70 als Wrack dahin zu vegetieren?

Ich würde gerne sehr alt werden, so wie mein Vater. Er ist mit seinen 90 Jahren bombenmässig beieinander!
Andererseits verstehe ich die Entscheidung von z.B. Gunter Sachs, der seinem Leben ein Ende machte, als es für ihn nicht mehr lebenswert schien.

Im Moment fällt es mir zwar ein bisschen schwer, das Altern zu akzeptieren. Ich hoffe, das wird besser! :wie?:

Simpleness2
28.03.2017, 20:07
Ich kann zwar nicht mit einer Zahl belegen, in welchem Alter ich sterben möchte, aber ich möchte keinesfalls hinfällig und mühsam durch die Gegend humpeln, da soll schon vorher Schluss sein.



Ich betreue einmal wöchentlich eine 97 jährige Frau. Kurze Wege zur Bank, Friseur, kleinere Einkäufe ectr. schafft sie noch mit dem Rollator. Ansonsten ist sie sehr schwach und waklig auf den Beinen. Hört schlecht, ist inkontinent, hat eine nicht heilende Wunde ectr. Vor 3 Jahren hatte sie eine Bandscheiben-OP und es zusammen mit ihrem Physiotherapeuten und ihrem eisernen Willen geschafft, dass sie wieder laufen und in ihrer Wohnung bleiben kann. Ich höre sie nie jammern. Sie nimmt die Dinge so wie sie sind an und lebt gerne.
Das nur als Beispiel wie individuell Leiden und Lebensqualität eingestuft wird.


Hauptsache leben, egal, wie, das sehe ich nicht so. Wie seht ihr das?

Diese Frage lässt sich -jetzt- meiner Meinung nach nicht beantworten. Das hängt von so vielen Faktoren ab. Vielleicht gefällt Dir Dein Leben auch dann noch so gut, dass das Du Vieles was Du Dir heute noch nicht vorstellen kannst, so hinnehmen magst? Es kommt halt immer auf die Umstände an.

Cara123
28.03.2017, 20:24
Ich bin fest entschlossen, 100 zu werden. Ein angeheirateter Onkel von mir ist 107 Jahre alt und hat gesagt, er will noch 20. Er werkelt bis heute in seinem Garten herum und hat schon immer gut auf sich aufgepasst und alles in Maßen konsumiert.

Eine Tante von mir ist 90. die andere 87. Meine maman ist etwas über 80. Alle sehr fit im Kopf.

Promethea71
28.03.2017, 20:55
Ich möchte so alt werden, dass ich noch fit im Kopf bin und die Kraft habe mein Leben selbst zu beenden.
Ob das mit 60 oder 98 ist, dass ich weiß ich jetzt noch nicht.

Und ob ich es euch dann wissen lassen werde - das weiß ich auch noch nicht. ;-))

morcheeba-1966
28.03.2017, 20:59
Die Aussage deines Arztes finde ich ein wenig gewagt, Fyona. Aber ok.

95 möchte ich gerne werden, aber bitte nur mit meinem Mann. Ich möchte unglaublich gerne unsere Goldene Hochzeit erleben. Mein 95. Geburtstag ist unsere Goldene Hochzeit. Klingt ziemlich bekloppt, ich weiß, aber wer unsere Geschichte kennt, würde mich (besser) verstehen. Es geht natürlich auch weniger um die Goldene Hochzeit an sich, als um möglichst viele gemeinsame Jahre.

Und idealerweise bin ich dann geistig in einer Verfassung, in der ich das noch mitbekomme. :lachen:

Cara123
28.03.2017, 21:01
Und ob ich es euch dann wissen lassen werde - das weiß ich auch noch nicht. ;-))

Na hör mal. Ich bitte drum.

Fyona
28.03.2017, 22:06
Ich möchte so alt werden, dass ich noch fit im Kopf bin und die Kraft habe mein Leben selbst zu beenden.
Ob das mit 60 oder 98 ist, dass ich weiß ich jetzt noch nicht.

Fit an Geist und Körper, schmerzlos, selbständig das Leben meistern können, so möchte ich das bis zum Schluss.
Und ein schnelles Ende wie Christine Kaufmann, damit hat ja keiner gerechnet, weil es vorher keine Krankengeschichte gab.
Aussuchen kann man es sich leider nicht.
Die positiven Beispiele eines sehr langen Lebens lese ich auch sehr gern, leider sehe ich da wenig in meinem Umkreis.

Ich werde unter Umständen auch sehr lange allein sein, mein Mann ist ja zum Pflegefall geworden.
Er wird nächsten Monat 77 und hat keine Lust mehr, nicht so eingeschränkt, wie er jetzt leben muss.

Manchmal denke ich, die Kunst der Ärzte hält die Menschen über Gebühr im Leben fest.
Viele dürfen heute nicht sterben, wenn ihre Zeit gekommen ist.
Einfach im Schlaf hinüber gehen, wie meine Oma väterlicherseits, das wäre schön.
Angst vor dem Tod habe ich auch nicht.

jofi2
28.03.2017, 22:12
Ich möchte so alt werden wie mir mein Leben noch Freude macht.

Genauer möchte ich nicht werden. Im Augenblick scheinen mir eine sehr gute körperliche Konstitution und gutes kognitives Funktionieren noch gaaaanz wichtig für ein glückliches Leben zu sein. Aber wer weiß ob nicht Lebenssituationen auftreten, in denen ich anders darüber denke.

Ich habe mal eine Patientin mit Gesichtskrebs erlebt. Sie lebte im Hospiz und wurde auf eigenen Wunsch mit einer PEGSonde ernährt, weil normales Essen und Trinken nicht mehr möglich waren. Sie hätte anordnen können, dass die Sonde gezogen wird. Dann wäre sie innerhalb relativ kurzer Zeit gestorben. Aber sie meinte, es mache ihr immer noch Spaß ihren Enkelkindern, die sie öfters besuchten, beim Spielen zuzuschauen.

Anemone
28.03.2017, 22:23
Ich hab eben überlegt, wie ich das ausdrücke, jofi, du hast das genau so formuliert. Wie ich mich mental fühle, auch wenn ich inkontinent und immobil rumhänge, wer weiß das schon. Vielleicht mag ich dann lesen und schreiben und sonstwas und mag das dann noch.
Wenn ich das Gefühl habe, dass ich "satt" bin, dann darfs auch zu Ende gehen. Und das hängt von sovielen Faktoren ab, woher soll ich das wissen.
Bei meiner Mutter begann die Demenz mit 75 schleichend, sie ist 80 geworden und ich weiß nicht wirklich, wie sie ihr Leben gesehen hat.
Meine Oma, die ich sehr geliebt hab, wurde nur 72, weil man damals Herzkrankheiten beileibe nicht so gut behandeln konnte. Sie wäre sonst ganz munter und fidel sicher viel älter geworden.
Schlicht, ich weiß es nicht.

Rotfuchs
28.03.2017, 22:45
Ich möchte so alt werden wie mir mein Leben noch Freude macht..

Das trifft es für mich auf den Punkt.

Die eine oder andere Krankheit/Behinderung wird vielleicht zu ertragen sein, wenn die Lebensfreude noch überwiegt.

Aber wenn es schwieriger wird und die Balance kippt und das Leiden überwiegt, würde ich gern auf immer einschlafen.
Ich will mich nicht quälen müssen, ich will auch nicht als totaler Pflegefall oder gar - von Maschinen abhängig - vor mich hin vegetieren müssen und auf einen Stromausfall hoffen.

Mein Vater ist (ziemlich jung mit 59) bei vermeintlich bester Gesundheit mitten im Urlaub beschwingt und gut gelaunt ins Bett gegangen und morgens nicht mehr aufgewacht.
Meine Mutter hat sich über ein halbes Jahr mit Schmerzen und Hinfälligkeit quälen müssen, bis sie (mit 77 Jahren) sterben konnte.

Ich bevorzuge die Variante meines Vaters (obwohl ich selbst inzwischen älter bin).

Ich möchte aus dem vollen Leben heraus einfach plötzlich weg sein. Morgen oder in 20 Jahren... egal.

FrauKlein
29.03.2017, 11:55
Ich möchte so alt werden wie mir mein Leben noch Freude macht.


Das trifft es für mich auf den Punkt.

So sehe ich das auch. Für mich gehört zur Lebensfreude auch Selbstbestimmung.

Der Lebensgefährte meiner Schwiegermutter wurde 102 Jahre alt. Bis zum Alter von 90 Jahren war er sehr fit und hat alles alleine gemacht. Danach wurde es langsam schlechter. Ab dem Alter von 95 war er inkontinent. Das stelle ich mir furchtbar vor. Irgendwann ging es nicht mehr ohne Windeln. Das stelle ich mir ganz, ganz schlimm vor.

Meine Schwiegermutter hat ihn aufopferungsvoll gepflegt, und sie war damals auch schon fast 70 Jahre alt. Irgendwann hat sie es nicht mehr geschafft und ihren Lebensgefährten schweren Herzens in ein Pflegeheim gegeben. Sie hat ihn täglich besucht, und auch mein Mann und ich waren oft da. Wir haben seinen Verfall miterlebt, und das war furchtbar. Irgendwann konnte er nicht mehr aufstehen, war also komplett bettlägrig und musste gefüttert werden. Er war aber noch bei relativ klarem Verstand, nur sein Kurzzeitgedächtnis hat nicht mehr richtig funktioniert. Er hat immer öfter gesagt, dass er keine Lebensfreude mehr hat und nur noch sterben will. Irgendwann hat er jegliches Essen und Trinken verweigert und ist etwa eine Woche später gestorben. Das kann ich gut verstehen, denn das Leben war für ihn nur noch eine Qual.

Fyona
29.03.2017, 14:41
Mein Vater ist (ziemlich jung mit 59) bei vermeintlich bester Gesundheit mitten im Urlaub beschwingt und gut gelaunt ins Bett gegangen und morgens nicht mehr aufgewacht.

Das ist auch meine bevorzugte Variante.
Bei C. Kaufmann scheint es in etwa auch so gewesen zu sein, eigentlich ein schöner Tod, wenn ich das nur einen Tag danach sagen darf.
Da ich es im Pflegeheim ein paar Jahre hautnah beobachten konnte und jetzt, wenn auch abgemildert, bei meinem Mann, weiß ich genau, dass ich eine Abhängigkeit von Pflegepersonen niemals möchte.
Ich gebe natürlich denen recht, die meinen, man wüsste nicht, wie man in einem Zustand der Abhängigkeit empfände, aber ich denke, mir ginge es da auch so wie Gunter Sachs, der ihn gar nicht erst eintreten ließ.
Um auf die Aussage des Arztes zurückzukommen: nein danke, 100 Jahre bitte auf keinen Fall.
Mit 95 sollte bei mir Schluss sein.

Marie-Madeleine
29.03.2017, 15:15
Ich würde das weniger an einem konkreten Alter festmachen als an einem körperlichen und geistigen Zustand. Jahrelang dement dahinzuvegetieren, wie es bei meiner Stieftante aktuell der Fall ist, ist für mich eine ganz grauenvolle Vorstellung, dann würde ich lieber früher tot umfallen.

Wäre ich geistig noch fit und körperlich einigermaßen gut beieinander, könnte ich mir durchaus vorstellen, auch lange Freude am Leben zu haben. Was ich mir allerdings schwer vorstelle, ist, eine der letzten Überlebenden der eigenen Generation zu sein. Meine Oma wurde, bei klarem Verstand und einer grundpositiven Lebenseinstellung, 94 Jahre alt und hat immer wieder beklagt, dass alle ihre Geschwister und Freunde vor ihr gegangen sind.

Fyona
29.03.2017, 20:50
Was ich mir allerdings schwer vorstelle, ist, eine der letzten Überlebenden der eigenen Generation zu sein. Meine Oma wurde, bei klarem Verstand und einer grundpositiven Lebenseinstellung, 94 Jahre alt und hat immer wieder beklagt, dass alle ihre Geschwister und Freunde vor ihr gegangen sind.
Das ist das Schlimmste überhaupt am sehr alt werden, dass es leer um einen herum wird, was die Altersgenossen betrifft.
Mir sind jetzt schon zwei sehr gute Freundinnen weggestorben, das ist nicht leicht zu verkraften.
Eine von ihnen kannte ich seit unserer Kindheit.

Rotfuchs
30.03.2017, 00:15
Mir sind jetzt schon zwei sehr gute Freundinnen weggestorben, das ist nicht leicht zu verkraften.
Eine von ihnen kannte ich seit unserer Kindheit.

Ich hatte mit meiner Jugendclique in den 70ern eine Art Stammtisch, der sich lange gehalten hat, sich dann aber aus beruflichen und familiären Gründen sowie Wohnortwechsel irgendwann auflöste.
2010 habe ich die ca. 10 - 12 Leute nochmal zusammengetrommelt und wir hatten einen wunderschönen "Memory"-Abend.

Klassentreffen auf die angenehme Weise... weil wir ja keine Zwangsgemeinschaft waren, sondern uns in der Jugend freiwillig gefunden hatten. :liebe:

Zufällig bekam ich vor ein paar Tagen Fotos von diesem Treffen in 2010 in die Hände.
Von den dort anwesenden 5 Männern sind seitdem 3 verstorben. (Die Frauen scheinen besser drauf zu sein.)
Und wir sind (oder wären) noch alle unter 70
Ich rede hier weder von Drogensüchtigen, Alkoholikern oder sonstigen gefährdeten Menschen mit geringer Lebenserwartung.

Das erschreckt schon sehr. :knatsch:

jofi2
30.03.2017, 08:39
Bei mir ist das ein bisschen anders.
Wir haben mit der Abi-Klasse alle 5 Jahre Klassentreffen gehabt. Es sind nicht immer alle da, es gibr den einen oder anderen Drop Out, aber im Großen und Ganzen will die überwiegende Mehrheit (über 30 Frauen) darauf nicht verzichten.
Wir sind alle über 70, gestorben ist bisher vor einigen Jahren eine ehemalige Mitschülerin - Brustkrebs. Pflegefälle gibt es bisher auch keine.

Vielleicht sind Frauen wirklich besser drauf - oder die Luft ist im Süden gesünder.:smirksmile:

Inaktiver User
30.03.2017, 08:44
Mein Vater wird übernächste Woche 91, und ist noch sehr fit und viel unterwegs - erstaunlicherweise auch öfter zu Jahrgangstreffen seiner Schule.

Mich wundert das schon, da scheinen aber doch noch etliche da zu sein, allerdings, auch kriegsbedingt, überwiegend Frauen.

Dass viele nicht mehr da sind ist traurig, stimmt. Ihn erschüttert aber weniger dass Gleichaltrige sterben, sondern dass er bald jede Woche auf einer Beerdigung ist, und die Leute teilweise Jahrzehnte jünger sind als er. :knatsch:

jofi2
30.03.2017, 09:02
Was das Wegsterben von Freunden betrifft:
Mir fällt gerade auf, dass ich einige Freunde habe, die 10 bis 20 Jahre jünger sind als ich.
Unter dem oben genannten Aspekt könnte das eine gute Lebensvorsorge sein.:lachen:

Inaktiver User
30.03.2017, 11:02
Was das Wegsterben von Freunden betrifft:
Mir fällt gerade auf, dass ich einige Freunde habe, die 10 bis 20 Jahre jünger sind als ich.
Unter dem oben genannten Aspekt könnte das eine gute Lebensvorsorge sein.:lachen:

Definitiv.

Mein Vater hat das sein Leben lang so gehalten und das zahlt sich jetzt aus. Gleichaltrige sind ja kaum mehr da.

Silberlicht
01.04.2017, 09:23
Es gilt als erwiesen, dass Frauen durchschnittlich um etliche Jahre älter werden als Männer. Ebenso erwiesen ist, dass sie mit ihrer Gesundheit wesentlich sorgsamer umgehen und Vorsorge ernster nehmen, als Männer!
Wenn man den Strang hier so durchliest, wollen alle das Gleiche (ich natürlich auch!) Noch viele Jahre, geistig und körperlich rüstig, freudvoll erleben! Leider sagt da die Statistik etwas anderes.
Was ich in meinem Umfeld zunehmend bemerke, ist, dass alle, die jetzt so Mitte 60- meist durch eine Krebserkrankung - sterben, in unserer Jugend starke Raucher waren.
Christine Kaufmanns Tod hat mich auch berührt, ist sie doch nur ein paar Jahre älter als ich.

Fyona
01.04.2017, 19:48
Christine Kaufmanns Tod hat mich auch berührt, ist sie doch nur ein paar Jahre älter als ich.
Ja, dabei hat sie bestimmt sehr gesund gelebt, so wie sie immer um Schönheit und Wellness bemüht war.
Das war bestimmt nicht nur aufgesetztes Verhalten für die Medien.
Man sagt ja, dass Krankheiten mehr oder weniger psychischen Ursprungs sind, aber ob das auch stimmt und, falls es stimmt, wie kann man dem vorbeugen bei all dem Unvorhersehbaren, das im Leben passiert?
Krebs ist jedenfalls eine heimtückische Geißel der Menschheit und wird leider meist viel zu spät erkannt.
In meinen beiden Ursprungsfamilien gab es meines Wissens keine Krebserkrankung, aber das schützt auch nicht immer.
Ich bin an sich optimistisch, aber leider nicht durchgehend.

Anemone
01.04.2017, 20:20
Eben, so manches an Krankheiten kommt halt einfach so. Und ich kenne einige Fälle von gesund lebenden, nicht trinkenden und rauchenden Menschen, die ratzfatz einen schweren Herzinfarkt bekommen haben. Und nu?
Bei meinem Mann bin ich mittlerweile fatalistisch. Er raucht quasi Kette, trinkt auch zuviel, hat noch dazu eine chronische Autoimmunkrankheit. Ich bin quasi gewappnet, dass er eines Tages einfach umfällt. Endgültig oder zum Pflegefall. Ich kann nichts machen.
Er ist erwachsen und lebt sein Leben. Ich denke auch, Manches will man auch nicht wirklich hören und verdrängt es.
Ich bin mal gespannt, wie sich das bei uns so entwickelt.:smirksmile: Womöglich breche ich bei der Gartenarbeit tot zusammen und er quarzt noch mit 90. Nur blöd, dass ich das dann nicht mehr sehen kann. Oder es gibt wirklich die legendäre Wolke, von der man runterguckt. Wer weiß das schon. Wobei ich auch überlege, ob eine Gläubigkeit und Religiosität einen Einfluss darauf hat, wie lange man leben möchte.

Fyona
02.04.2017, 11:36
Ich habe eine gewisse Gläubigkeit, bin aber nicht religiös.
Ich denke aber, dass Menschen, die das Leben als rein mechanisch oder zufällig und planlos ansehen, also ohne eine Urkraft, aus der alles entsteht und die die Welt in Bewegung hält, eher Angst vor dem Nichts nach dem Tod haben und deshalb sehr lange leben möchten.
Die anderen, die ahnen oder fühlen, dass es so nicht ist oder sein kann, sind eher gespannt auf das Nachher, es sei denn, sie haben Angst vor dem Fegefeuer.
Mein Mann hat übrigens die Quittung fürs Rauchen und Vermeiden von Vorsorgeuntersuchungen bekommen und wird den Rest seines Lebens im Rollstuhl verbringen müssen, in allem auf mich angewiesen.
Ich mache das wirklich gern, habe als Rentnerin auch die Zeit, aber er hat jede Lust am Leben verloren und wartet nur darauf, dass es zu Ende geht.
Das muss nicht bei jedem so sein, und auch gesund lebende Menschen können von Krebs oder Schlaganfällen betroffen werden, aber eine gewisse Vernunft in der Lebensführung kann auf keinen Fall schaden :smile: !

gittifrau48
03.04.2017, 10:14
Für mich ist es immer die Balance wichtig zwischen "das Leben genießen und gelegentlich unvernünftig sein" und "auf sich zu achten und insgesamt vernünftig" leben...:zwinker:

Zum "guten" langen Leben gehört sicher, dass man das Leben wirklich noch genießen kann, dass es Dinge gibt, die einen erfreuen.

Wird das immer weniger, weil wichtige Freunde nicht mehr leben und die eigene Kraft bestimmte Unternehmungen nicht mehr zulässt, kann es durchaus dazu kommen, dass man lebensmüde wird.

Das habe ich bei einer alten Dame erlebt, die viel Schlimmes im Leben überstanden hatte, dann krank und immer schwächer wurde und dann einfach nicht mehr leben wollte (und nun auch gegangen ist).

Bei meinem Mann erlebe ich diese wirkliche Altwerden seit zirka 2 Jahren auch bewusst, weil wir durch seine Krankheiten bedingt nach und nach von etlichen gemeinsamen Unternehmungen Abschied nehmen mussten - darüber bin ich manches Mal traurig...
Zwar unternehme ich etliches davon allein oder mit anderen, aber es mir fehlt eben dieser Teil unserer Zweisamkeit und es gilt immer wieder, andere gemeinsame Lebensbereiche zu finden und darüber miteinander im Gespräch zu bleiben.

Silberlicht
03.04.2017, 17:56
gittifrau Für mich ist es immer die Balance wichtig zwischen "das Leben genießen und gelegentlich unvernünftig sein" und "auf sich zu achten und insgesamt vernünftig" leben...:zwinker:

Ich meine auch, dass das einer der wesentlichsten Aspekte eines langen Lebens ist, sofern man nicht das Unglück hat, völlig unschuldig überfahren oder totgeschossen zu werden. Es heißt ja, dass zu 50 % die Gene und zu 50% das, was wir daraus machen, unsere Lebenserwartung bestimmt. Die heutige Zeit mit all ihrer Hektik, dem ungesunden Essen und der allseits praktizierten sitzenden Tätigkeiten verlangt uns aber schon eine enorme Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit ab. Leider ist man in seiner Jugend oft noch nicht dazu bereit, weil der unverbrauchte Körper mit viele Sünden spielend fertig wird.

Inaktiver User
04.04.2017, 10:02
die wenigsten von ihnen schienen gesund, geschweige denn lebensfroh.

Hauptsache leben, egal, wie, das sehe ich nicht so. Wie seht ihr das?

Ich denke, dass ich nur selber dafür sorgen kann, "lebensfroh" zu sein. Und zwar unabhängig von anderen Umständen.

Es ist das Leben selber, in allen Facetten, das man "lebendig" und "froh" gestalten kann oder eben auch nicht. Es gibt viele Beispiele, dass Menschen das Leben nicht genießen können, die von außen besehen wirklich alles haben. Andererseits eben auch viele Beispiele, dass es möglich ist, trotz Behinderung oder schwerer Krankheit dankbar und gerne zu leben.

Fyona
08.04.2017, 13:44
Trotz und alledem ist irgendwann für jeden Schluss, und sei es "nur" aus Altersschwäche.
Deshalb finde ich es sinnvoll, sich ab und zu bewusst zu machen, dass das Leben endlich ist, vor allem im fortgeschrittenen Alter.

Silberlicht
10.04.2017, 17:16
Fyona;
Deshalb finde ich es sinnvoll, sich ab und zu bewusst zu machen, dass das Leben endlich ist, vor allem im fortgeschrittenen Alter.

ich glaube, dessen sind wir uns Oldies alle nur zu bewusst!

Fyona
11.04.2017, 13:08
ich glaube, dessen sind wir uns Oldies alle nur zu bewusst!
Wir werden leider immer wieder mit der Nase darauf gestoßen, wenn wiedermal jemand das Zeitliche segnet, sei es aus dem Freundeskreis, sei es ein prominenter Mensch.
Also: carpe diem :smile: !

PeggySue
13.04.2017, 15:08
Mir hat neulich ein Arzt gesagt, ich könne gut und gern hundert werden, gesund, wie ich sei.

Und trotzdem kannst du morgen schon tot sein, denn kein Arzt der Welt kann vorhersagen wie alt jemand wird, außer bei Krebs im Endstadium. Und das ist auch gut so.
Wie soll ich heute sagen können wie alt ich werden möchte wenn ich doch gar nicht weiß, wie es mir in zehn, zwanzig Jahren geht? Solange mir das Leben Spaß macht möchte ich weiterleben. Ich würde schon gerne sehen wie sich unsere Enkel entwickeln, was sie einmal beruflich machen werden, aber dann muss ich über 80 werden.

Silberlicht
15.04.2017, 20:47
PeggySue;
Solange mir das Leben Spaß macht möchte ich weiterleben. Ich würde schon gerne sehen wie sich unsere Enkel entwickeln, was sie einmal beruflich machen werden, aber dann muss ich über 80 werden.

Sehe ich ganz genau so! Gesund und beweglich möchte ich bleiben...das wäre mir wichtig!

Fyona
16.04.2017, 10:53
Wie soll ich heute sagen können wie alt ich werden möchte wenn ich doch gar nicht weiß, wie es mir in zehn, zwanzig Jahren geht? Solange mir das Leben Spaß macht möchte ich weiterleben.
Nun ja, dem letzten Satz stimmt sicher jeder zu. Niemand möchte aus dem Leben scheiden, solange es ihm gut geht.

Trotzdem hatte und habe ich immer irgendein Lebensalter für mich im Kopf, das ich für "genug" hielt und halte.
Mit 20 war das 50 :freches grinsen: !, mit 50 dann 70 (nächste Woche werde ich 73) und jetzt denke ich:
90 ist einfach zu alt, und 100 wäre ein Graus.
Ich habe dann immer Heesters vor Augen ... Irgendwann ist der Mensch verschlissen, und dann reicht es.
Wirklich gesund ist in dem Alter niemand mehr.

Was die Prognose des Arztes betrifft, so hat er das selbstverständlich nach dem jetzigen Stand der Dinge gemeint, ungeachtet der Unwägbarkeiten des Lebens.

Und ich? Vielleicht werde ich tatsächlich so alt, vielleicht lebe ich dann immer noch gern, wer weiß das schon.
Immerhin habe ich früher auch nicht gedacht, dass man in meinem jetzigen Alter noch gut beisammen sein und das Leben schön finden kann!

In diesem Sinne: frohe Ostern!

Silberlicht
18.04.2017, 10:00
Fyona;
Immerhin habe ich früher auch nicht gedacht, dass man in meinem jetzigen Alter noch gut beisammen sein und das Leben schön finden kann!

So ist es!
Für Kinder sind 30ig Jährige schon " uralt", für 40iger alles jenseits von 70! Hat man einmal selbst die 65 überschritten, findet man 70 jedoch gar nicht mehr alt und liest mit Schauern, dass der und jener in diesem Alter gestorben ist.
Es ist eben alles relativ!

Inaktiver User
18.04.2017, 10:24
Solange mir das Leben Spaß macht möchte ich weiterleben.

So sehe ich das auch, und unter welchen Umständen das Leben Spaß macht, das sieht man dann, das ist ja ständigen Änderungen unterworfen. Für alle Fälle habe ich eine Exitstrategie und hoffe nur, dass ich sie dann ggf. nicht vergessen habe.

Meersburg
29.08.2017, 21:34
Hallo,

darf man sich aussuchen, wie alt man werden möchte?

Ich weiss jedenfalls, wie alt ich nicht werden möchte: keinesfalls 100, auch nicht 90, nicht mal 80, 75 ist gut, 70 passt auch, 66, 64, ich bin auch mit Ende 50 voll zufrieden.

Kurz: wenn ich morgen gehen muss, ist es ok. Wenn ich noch 10 Jahre lebe, ist es ok. Allzu alt möchte ich hingegen nicht werden, nein, nur das nicht.

Sintonia
29.08.2017, 21:38
88 - ist doch eine tolle Zahl :cool:

Inaktiver User
29.08.2017, 22:00
88 - ist doch eine tolle Zahl :cool:

Ist meine Schwiegermama jetzt. Sie hat sich entschieden, auf 98 aufzustocken :-)

Sintonia
29.08.2017, 22:02
Ist meine Schwiegermama jetzt. Sie hat sich entschieden, auf 98 aufzustocken :-)

Ich berichte dann in 34 Jahren :cool:

jofi2
29.08.2017, 23:06
Ich weiss jedenfalls, wie alt ich nicht werden möchte: keinesfalls 100, auch nicht 90, nicht mal 80, 75 ist gut, 70 passt auch, 66, 64, ich bin auch mit Ende 50 voll zufrieden.

Kurz: wenn ich morgen gehen muss, ist es ok. Wenn ich noch 10 Jahre lebe, ist es ok. Allzu alt möchte ich hingegen nicht werden, nein, nur das nicht.

Wie alt bist Du?
Und der Satz mit dem morgen gehen........wer solldas schon glauben?
Du redest über etwas, von dem Du nichts weiß - wobei ich nicht anzweifele, dass Du das momentan wirklich zu wissen glaubst.

Anemone
29.08.2017, 23:11
Ja, lustig, die Aussagen! So ähnlich denken wahrscheinlich manche Mittzwanziger...
Ich bin 66 und eigentlich fände ich es nicht gut, mit 70 "zu gehen". (Vermutlich würden das meine Töchter auch nicht so doll finden...)
Kommt halt sehr viel auf den Ausgangsstandpunkt an....

Ich hab da keinerlei Vorstellungen. Wenns mir halbwegs gut geht, ich in die Gegend gucken kann und mich an Natur und nettem Drumherum freuen kann, sehe ich dem Zeitpunkt gelassen entgegen.

marylin
30.08.2017, 08:42
Meine Omi ist 91! Ich denke, sie lebt gern, gerne auch noch ein paar Jahre. Ihr geht es relativ gut, sie hat Hilfe im Haus, da Verwandte da mit wohnen. Ich denke, so kann man beruhigt alt werden.

brighid
30.08.2017, 08:45
meine grosseltern wurden alle weit über 80, meine eltern sind zur zeit mit anfang achtzig noch gut in schuss und rüstig.
ich hatte so mal grob geplant- mitte sechzig die rente und dann noch mal runde 20 jahre drauf.

das ist der grobe rahmen. :cool:

Inaktiver User
30.08.2017, 20:07
Also Rente habe ich schon geschafft 😆

Mir geht es gut. Ich freue mich meines Lebens 😘🍸und habe noch viel vor.🌄⛲🗼🚄🚐🚢

Vom momentanen Standpunkt aus darf es gerne dreistellig werden, mein Leben👵

Meersburg
02.09.2017, 13:38
Ja, lustig, die Aussagen! So ähnlich denken wahrscheinlich manche Mittzwanziger...
Ich bin 66 und eigentlich fände ich es nicht gut, mit 70 "zu gehen". (Vermutlich würden das meine Töchter auch nicht so doll finden...)
Kommt halt sehr viel auf den Ausgangsstandpunkt an....

Ich hab da keinerlei Vorstellungen. Wenns mir halbwegs gut geht, ich in die Gegend gucken kann und mich an Natur und nettem Drumherum freuen kann, sehe ich dem Zeitpunkt gelassen entgegen.

Es ist mir bewusst, dass ich in diesem Punkt anders denke als die Mehrheit. Ich habe vor Jahren mit alten Menschen gearbeitet und seither möchte ich wirklich nicht alt werden. Eine gute Bekannte arbeitete ebenfalls mit alten Menschen und auch sie möchte lieber in eher jüngeren Jahren gehen können. Sie meinte neulich, etliche Patienten sagten, es sei keine so gute Sache, so alt zu werden.

Aber wenn jemand Spass daran hat, den 100. Geburtstag zu feiern, dann drücke ich jedem die Daumen, dass das klappt.

Mein Arzt meinte neulich, er wolle ebenfalls nicht alt werden und gehe nicht in ein Altersheim. (Er sprach dann von Barbituraten, eine Möglichkeit, die mir nicht offensteht.) Man nicht möglicherweise nicht so erpicht darauf, sehr alt zu werden, wenn man mal beobachtet hat, was mit dem menschlichen Körper in ganz späten Jahren geschehen kann.

MixTape
02.09.2017, 14:06
Ich habe keine Vorstellung davon, wie alt ich werden möchte weil ich nicht weiß, wie es mir mit 80, 90 oder 100 geht. Neulich habe ich im Fernsehen eine Frau gesehen, die mit 92 noch körperlich und geistig richtig fit war. Die macht mit ihrer Tochter noch lange Radtouren. Andere werden dement und erkennen ihre eigenen Kinder nicht mehr. Man kann es sich nicht aussuchen und muß es nehmen, wie es kommt. Ich hoffe nur, daß ich, wenn ich denke daß es Zeit ist zu gehen, man mich auch gehen lässt.

Silberlicht
02.09.2017, 17:02
Meersburg; Es ist mir bewusst, dass ich in diesem Punkt anders denke als die Mehrheit. Ich habe vor Jahren mit alten Menschen gearbeitet und seither möchte ich wirklich nicht alt werden

Ich möchte nicht...ist leicht daher gesagt! Glaubst du, das Altwerden hängt allein von deinem Willen ab oder hast du vor, dich mit 60 ins jenseits zu befördern?
Niemand möchte alt UND krank werden, das ist schon klar...aber alt, gesund und gut drauf, das hat doch etwas!

jofi2
03.09.2017, 11:13
Meersburg, keiner muss alt werden.
Klar haben Ärzte da mehr Möglichkeiten, aber unmöglich ist es für keinen, der dazu entschlossen ist.
Nur:
Ich glaube all denen nicht, die in einigermaßen gesundem Zustand glauben beurteilen zu können, unter welchen Umständen sie nicht mehr leben möchten.
Ich mache seit Jahren Hospizarbeit, auch in Pflegeheimen. Und da erlebe ich trotz allem sehr viel Lebenswillen, mehr als ich je gedacht hätte.

Inaktiver User
19.09.2017, 17:16
Meersburg, keiner muss alt werden.
...

Hallo jofi2,

Wie und was meinst Du genau?

Gruß
Maria

Fourthhandaccount
19.09.2017, 17:35
Ich glaube all denen nicht, die in einigermaßen gesundem Zustand glauben beurteilen zu können, unter welchen Umständen sie nicht mehr leben möchten.

Echt nicht? Die haben aber eventuell andere Beispiele vor Augen, als Du in Deiner Hospizarbeit gesehen hast. Die ihrer Eltern, Großeltern, Freunde etc. Ich plane bis Ende 80, ich denke alles darüber hinaus ist nur noch mühsam - und einsam. Sollte es anders kommen, gut.

jofi2
19.09.2017, 19:04
Echt nicht? Die haben aber eventuell andere Beispiele vor Augen, als Du in Deiner Hospizarbeit gesehen hast. Die ihrer Eltern, Großeltern, Freunde etc. Ich plane bis Ende 80, ich denke alles darüber hinaus ist nur noch mühsam - und einsam. Sollte es anders kommen, gut.

Anders herum.
Ich habe schon viele Menschen unterschiedlich sterben sehen, nicht nur im Hospiz sondern auch im Pflegeheim.
Sie waren manchmal gesundheitlich in wirklich schrecklicher Verfassung, aber leicht gegangen sind sie nicht. Der Abschied von allem, was man geliebt hat und von der eigenen Identität ist traurig.
Klar, ich erlebe auch Menschen, die sind in einer körperlichen Verfassung, dass ich mir für sie wünsche, dass es bald für sie zu Ende geht. Aber so ein Zustand lässt sich nicht an einer Altersgrenze festmachen. Selbst wenn es um Demenz geht, es gibt für manche Menschen auch dann noch eine Phase, in der sie offensichtlich psychisch noch ziemlich positiv gestimmt sind.

Von daher:
Ich weiß nicht wie alt ich werden will, ich werde es erst in einer konkreten Situation erfahren. Und nach meiner Erfahrung gilt diese Regel für (fast) alle Menschen.

jofi2
19.09.2017, 19:05
Hallo jofi2,

Wie und was meinst Du genau?

Gruß
Maria

Ich meine, wenn man sterben will und noch die physische und psychische Kraft hat, das zu organisieren, dann schafft man das auch.

Inaktiver User
20.09.2017, 06:56
Ich meine, wenn man sterben will und noch die physische und psychische Kraft hat, das zu organisieren, dann schafft man das auch.

Danke für Deine Antwort. :blumengabe:

joringel
20.09.2017, 14:56
Meine Familie mütterlicher- wie auch väterlicher Seite sind alles langlebige über 90.

Ich hätte das schon auch gerne, :geburtstag:

Die Älteste Bewohnerin in unserem Altenheim ist 102, sie läuft noch ohne Hilfe und ist auch nicht groß Pflegebedürftig. Unser jüngster ist 32 und er liegt seit über einem Jahr im Wachkoma.

Simpleness2
20.09.2017, 17:00
Bei dem Gedanken, wie möchte ich sterben bzw. wann, dann kommt mir immer eine Werbung von der Firma Mars in den Sinn.
Ein Indianer beschließt zu sterben, steigt auf einen Berg und überlegt es sich, als er in den Riegel beißt, doch nochmal anders.:smile:
Der erste Teil sagt mit total zu d.h. wenn ich spüre es ist "genug", es ist an der Zeit, ich habe keine Lust mehr möchte ich selbstbestimmt gehen. Das ist meine Wunschvorstellung.
Wer weiß, vielleicht lässt sich dies tatsächlich oder so ähnlich umsetzen.

Inaktiver User
24.09.2017, 11:14
Unser jüngster ist 32 und er liegt seit über einem Jahr im Wachkoma.

Ich wünsche Dir viel Kraft :in den arm nehmen: und für Euch Beide immer einen Engel, der Euch behütet:engel:

Inaktiver User
24.09.2017, 12:52
Ich denke aber, dass Menschen, die das Leben als rein mechanisch oder zufällig und planlos ansehen, also ohne eine Urkraft, aus der alles entsteht und die die Welt in Bewegung hält, eher Angst vor dem Nichts nach dem Tod haben und deshalb sehr lange leben möchten.
Die anderen, die ahnen oder fühlen, dass es so nicht ist oder sein kann, sind eher gespannt auf das Nachher, es sei denn, sie haben Angst vor dem Fegefeuer.

Angst vor der Nichtexistenz nach dem Tod habe ich nicht. Trotzdem ziehe ich es vor, möglichst lange zu leben, bevor mir der Saft abgedreht wird. :smile:






Vom momentanen Standpunkt aus darf es gerne dreistellig werden, mein Leben��

Dreistelligkeit betrachte ich als Minimum. Ich schätze, biologisch können Menschen rund 200 Jahre alt werden. Daher betrachte ich alles unter 150 als vorzeitigen Tod. :lachen:

Silberlicht
25.09.2017, 08:37
Zinn; ...... ziehe ich es vor, möglichst lange zu leben, bevor mir der Saft abgedreht wird. :smile:

Das möchte doch jeder!


Dreistelligkeit betrachte ich als Minimum. Ich schätze, biologisch können Menschen rund 200 Jahre alt werden. Daher betrachte ich alles unter 150 als vorzeitigen Tod. :lachen:

Nun ja.....das ist schon eine recht eigenartige Betrachtungsweise!

Inaktiver User
25.09.2017, 12:33
Nun ja.....das ist schon eine recht eigenartige Betrachtungsweise!


Ich mag keine Denkverbote. Die 150er Marke ist gelebter Optimismus, Fantasie und Pragmatismus. Eine gesunde und gesundheitsfördernde Einstellung, finde ich.

Meine momentan auf die Hundert zugehende Nenntante feiert seit jeher jeden ihrer Geburtstage groß. Sie kommt nicht einmal auf die Idee, dass sie ihren nächsten Geburtstag vielleicht nicht mehr erleben könnte. Ihre Planungen für die jährliche Sause beginnt sie rund neun Monate vorher, sucht das Restaurant aus, bucht Musiker, lädt bis zu fünfzig Leute ein.

Da sie sich über die vielen Jahrzehnte immer mit dem Nachwuchs ihrer Weggefährten angefreundet hat, ist ihr Freundeskreis trotz wegsterbender Altersgenossen weiterhin groß. Wir alle (von der Vierjährigen bis zum Achtzigjährigen) nennen sie Tante.

Ich glaube, sie ist eine frühere Vertreterin der Uralten, die in der Zukunft etwas ganz Normales sein werden. Vielleicht dauert es ein paar hundert Jahre, bis die meisten Menschen über hundert werden und viele noch wesentlich älter. Bis dahin können wir immerhin fröhlich so tun als ob. Fake it till you make it. :smirksmile:

Simpleness2
25.09.2017, 12:46
Ich glaube, sie ist eine frühere Vertreterin der Uralten, die in der Zukunft etwas ganz Normales sein werden. Vielleicht dauert es ein paar hundert Jahre, bis die meisten Menschen über hundert werden und viele noch wesentlich älter. Bis dahin können wir immerhin fröhlich so tun als ob. Fake it till you make it. :smirksmile:

Nicht nur in der Zukunft. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Menschen in Vergangenheit sehr sehr viel älter wurden als wir heute. Deine Zahlen sind also nicht weit hergeholt.

Ich für mich würde sagen, auch wenn ich es nicht ganz sicher weiß, dass sich irgendwann einmal eine gewisse Lebensmüdigkeit einstellt. Ich einfach nicht mehr mag, genug habe.
Von daher strebe ich dreistellig nicht an. :smile:

brighid
25.09.2017, 12:57
Ich für mich würde sagen, auch wenn ich es nicht ganz sicher weiß, dass sich irgendwann einmal eine gewisse Lebensmüdigkeit einstellt. Ich einfach nicht mehr mag, genug habe.
:

das habe ich live bei meiner grossmutter erlebt. sie klagte, dass sie nur noch müde sei. in absprache mit den ärzten wurden dann auch keine medizinischen bocksprünge mehr gemacht. basis- flüssigkeit und schmerzmittel. und zuhause, mein opa hielt ihre hand, einschlafen.

alt wollen wir alle werden- aber die damit verbundenen malläisen - die will keiner.

und selbst im film "der highlander" kommt die aussage, dass ewig leben garnicht so lustig ist. (den genauen wortlaut habe ich nicht mehr präsent)

Inaktiver User
25.09.2017, 12:59
Nicht nur in der Zukunft. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Menschen in Vergangenheit sehr sehr viel älter wurden als wir heute. Deine Zahlen sind also nicht weit hergeholt.

Oh, das habe ich noch nicht gehört. Es gibt zwar Bibelstellen über Uralte - kann kein Beispiel nennen, da nicht bibelfest^^ - aber dass in der Realität die Lebenserwartung schon einmal höher war, war mir nicht bekannt. Ich recherchiere das.




Ich für mich würde sagen, auch wenn ich es nicht ganz sicher weiß, dass sich irgendwann einmal eine gewisse Lebensmüdigkeit einstellt. Ich einfach nicht mehr mag, genug habe.
Von daher strebe ich dreistellig nicht an. :smile:

Ja, das habe ich bei der ältesten Frau in unserer Familie erlebt. Irgendwann mit über Mitte neunzig weigerte sie sich von einem Tag auf den anderen, das Bett zu verlassen. Obwohl sie sehr gesund, schmerzfrei und geistig klar war, hatte sie einfach keine Lust mehr aufs Leben.

Mir geht es bei dem Thema umgedreht wie dir: Ich kann nicht ausschließen, dass ich irgendwann lebensmüde bin. Doch vorstellen kann ich es mir nicht. Es gibt immer noch etwas zu lesen oder zu recherchieren, das mich interessiert. Und falls ich dement werde, werde ich mutmaßlich eine glückliche Närrin sein und meine Pfleger charmant schikanieren.

brighid
25.09.2017, 13:02
Und falls ich dement werde, werde ich mutmaßlich eine glückliche Närrin sein und meine Pfleger charmant schikanieren.

du bist nicht von heute auf morgen, mit einem schlag im tal der ahnungslosen. der übergang- die wieder aufblitzenden hellen momente, zu realisieren wo und wie weit man/frau verfällt- DAS ist das drama dabei.

Inaktiver User
25.09.2017, 13:21
du bist nicht von heute auf morgen, mit einem schlag im tal der ahnungslosen. der übergang- die wieder aufblitzenden hellen momente, zu realisieren wo und wie weit man/frau verfällt- DAS ist das drama dabei.

Das stimmt. Ein Achtzigjähriger im Bekanntenkreis älterer Familienmitglieder von mir war unendlich traurig, solange er merkte, wie es mental mit ihm bergab ging. :/

Inaktiver User
25.09.2017, 13:33
Habe gerade einen interessanten Blogbeitrag entdeckt:

Galt man im Mittelalter mit 40 Jahren als alt? (http://blog.histofakt.de/?p=962)

Im Allgemeinen jedoch galt der Mensch im Alter von 21 bis ungefähr 40 als erwachsen (adultus), von 41 bis 60 als „reif“ (maturus) und ab 61 als Greis (senectus). Kaum ein städtischer Handwerker dürfte mit weniger als 30 bis 40 Jahren seinen Meistertitel und eine eigene Werkstatt erworben haben – dafür sorgten schon die oft langen Lehr- und Gesellenzeiten. Für öffentliche Ämter galt stets eine gewisse „Reife“, also ein Alter jenseits der 40 als Voraussetzung. Ausnahmen bestätigen hier die Regel, denn gerade sie wurden in der Regel für wert erachtet, in Aufzeichnungen besonders vermerkt zu werden.
Mit 40 Jahren galt man also noch keineswegs als „alt“, auch wenn manch hart arbeitender Bauer, Handwerker oder Tagelöhner sich durchaus so gefühlt haben mag.

Inaktiver User
25.09.2017, 14:13
In der Bibel steht tatsächlich, dass die Leute sehr alt wurden - teilweise 120 Jahre und älter aber da war auch kein Standesamt, niemand erinnerte sich wann jemand geboren war und ich glaube es wurde einfach geschätzt...

Noch dazu steht es in der Bibel - als gesicherte Erkenntnis gilt das kaum

jofi2
25.09.2017, 18:26
Angst vor der Nichtexistenz nach dem Tod habe ich nicht.:

Angst habe ich davor auch nicht.
Ich bin aber gern ich - die Selbstauflösung werde ich daher möglicherweise traurig finden.

Inaktiver User
25.09.2017, 19:19
Antwort direkt zum topic: 27 (https://de.wikipedia.org/wiki/Klub_27)
("leider" bin ich schon mehr als doppelt so alt) :smirksmile:

Silberlicht
26.09.2017, 10:24
Also nein, 27 will ich wirklich nicht mehr sein!
Da schon eher so um die 50.

Kikiri
27.09.2017, 21:03
Habe gerade einen interessanten Blogbeitrag entdeckt:

Galt man im Mittelalter mit 40 Jahren als alt? (http://blog.histofakt.de/?p=962)

Im Allgemeinen jedoch galt der Mensch im Alter von 21 bis ungefähr 40 als erwachsen (adultus), von 41 bis 60 als „reif“ (maturus) und ab 61 als Greis (senectus). Kaum ein städtischer Handwerker dürfte mit weniger als 30 bis 40 Jahren seinen Meistertitel und eine eigene Werkstatt erworben haben – dafür sorgten schon die oft langen Lehr- und Gesellenzeiten. Für öffentliche Ämter galt stets eine gewisse „Reife“, also ein Alter jenseits der 40 als Voraussetzung. Ausnahmen bestätigen hier die Regel, denn gerade sie wurden in der Regel für wert erachtet, in Aufzeichnungen besonders vermerkt zu werden.
Mit 40 Jahren galt man also noch keineswegs als „alt“, auch wenn manch hart arbeitender Bauer, Handwerker oder Tagelöhner sich durchaus so gefühlt haben mag.


In der Bibel steht tatsächlich, dass die Leute sehr alt wurden - teilweise 120 Jahre und älter aber da war auch kein Standesamt, niemand erinnerte sich wann jemand geboren war und ich glaube es wurde einfach geschätzt...

Noch dazu steht es in der Bibel - als gesicherte Erkenntnis gilt das kaum
Hallo,

hier Wikipedia, biblisches Alter (https://de.wikipedia.org/wiki/Biblisches_Alter) steht folgendes:
"Aus naturwissenschaftlicher Sicht unrealistische Altersangaben werden im Buch Genesis (https://de.wikipedia.org/wiki/1._Buch_Mose) für Methusalem (https://de.wikipedia.org/wiki/Methusalem) (969 Lebensjahre[4] (https://de.wikipedia.org/wiki/Biblisches_Alter#cite_note-4)), Jered (https://de.wikipedia.org/wiki/Jered) (962 Jahre), Noach (https://de.wikipedia.org/wiki/Noach) (950 Jahre), Adam (https://de.wikipedia.org/wiki/Adam_und_Eva) (930 Jahre), Mahalalel (https://de.wikipedia.org/wiki/Mahalalel) (895) und Henoch (https://de.wikipedia.org/wiki/Henoch) (365 Jahre) gegeben. In Gen (https://de.wikipedia.org/wiki/1._Buch_Mose) 6,1–4 EU (http://www.bibleserver.com/go.php?lang=de&bible=EU&ref=Gen6%2C1%E2%80%934) begrenzt Gott die Lebenszeit schließlich auf hundertzwanzig Jahre (Todesalter des Mose); dies entspricht ungefähr jener Lebensspanne, die bisher von den ältesten Menschen (https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84ltester_Mensch) erreicht wurde. Ein typisches Lebensalter von 70–80 Jahren ist in Ps (https://de.wikipedia.org/wiki/Buch_der_Psalmen) 90,10 EU (http://www.bibleserver.com/go.php?lang=de&bible=EU&ref=Ps90%2C10) genannt. Auch in der Sumerischen Königsliste (https://de.wikipedia.org/wiki/Sumerische_K%C3%B6nigsliste) werden Herrschern unrealistisch lange Lebenszeiten von teilweise über 30.000 Jahren zugesprochen."

Ich persönlich möchte gerne Mitte 80 werden. 15 Jahre Rente fände ich klasse.

Viele Grüße von
Kiki

Fyona
05.10.2017, 19:41
Interessant, dass dieser thread noch lebt :smile: !
Ich habe jetzt alles gelesen und möchte einiges kommentieren:



Die Älteste Bewohnerin in unserem Altenheim ist 102, sie läuft noch ohne Hilfe und ist auch nicht groß Pflegebedürftig. Unser jüngster ist 32 und er liegt seit über einem Jahr im Wachkoma.

Ist es ein Pflegeheim in Hamburg? In Eimsbüttel?
Dort lebt nämlich eine 102-Jährige, wie du sie beschreibst.
Sie ist nur ins Heim gegangen, um bei ihrer Tochter (alzheimerkrank) zu sein.
Die Tochter ist vor einem Jahr etwa gestorben, und die Mutter hat jetzt auch keine Lust mehr.
Sie hat auch mittlerweile stark abgebaut, kann kaum noch hören und fühlt sich sehr allein in ihrem Alter.
Eine Wachkoma Etage gibt es dort auch.



Der erste Teil sagt mit total zu d.h. wenn ich spüre es ist "genug", es ist an der Zeit, ich habe keine Lust mehr möchte ich selbstbestimmt gehen. Das ist meine Wunschvorstellung.
Wer weiß, vielleicht lässt sich dies tatsächlich oder so ähnlich umsetzen.

Selbstbestimmung, das ist es! Ist aber nicht so einfach, das umzusetzen.
Die sogenannten Naturvölker konnten es angeblich. Sie setzten sich z.B. unter einen Baum und schalteten ihre Sinnesorgane bewusst ab. Das kann aber auch eine Legende sein. In diese Naturvölker wird ja gern alles Mögliche hineingedichtet.


Nicht nur in der Zukunft. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass die Menschen in Vergangenheit sehr sehr viel älter wurden als wir heute. Deine Zahlen sind also nicht weit hergeholt.


Das steht meines Wissens nach wirklich nur in der Bibel und ist nirgends wissenschaftlich belegt.



Und falls ich dement werde, werde ich mutmaßlich eine glückliche Närrin sein und meine Pfleger charmant schikanieren.

Über Demenz kursieren fast ausschließlich falsche Vorstellungen.
Glücklich sind die Dementen in den seltensten Fällen. Sie sind ratlos und verängstigt, wissen nicht genau, was los ist und leiden sehr, denn dass etwas fundamental mit ihnen nicht mehr stimmt, das wissen sie.
Ich habe das alles in dem Pflegeheim, in dem mein Mann zwangsläufig untergebracht werden musste, erlebt.
Es ist erschreckend und mehr als traurig, wie würdelos manche Menschen jahrelang im Alter leben müssen, ehe sie endlich sterben dürfen, denn das wird mit allen Kräften verhindert, oft gegen ihren eigenen Wunsch.
Ich könnte über diese Zeit einen Roman schreiben.


Angst habe ich davor auch nicht.
Ich bin aber gern ich - die Selbstauflösung werde ich daher möglicherweise traurig finden.

Wenn du ins Nichts gehst und selber zum Nichts wirst, kannst du gar nicht mehr traurig oder entsetzt sein, dann existierst du nicht mehr.
Das kann dich allenfalls jetzt bedrücken. Aber warte erstmal ab, da kommt ja vielleicht noch was :smile: !
Ich glaube jedenfalls an eine Kontinuierlichkeit.
Aber das ist ein anderes Thema.
Wobei es mir auch egal wäre, wenn ich mich irre. Dann ist da eben nichts mehr, ich würde ja nichts davon mitkriegen. Aus und vorbei :lachen: !
Mein Leben war jedenfalls abwechslungsreich genug, und dass es irgendwann vorbei sein wird, akzeptiere ich voll und ganz.
Aber noch ist es ja nicht so weit, und bis dahin fühle ich mich in diesem Leben trotz Mann im Rollstuhl ziemlich wohl.

Inaktiver User
05.10.2017, 19:46
OMG, guckt euch diesen Mann an. Mit 101 Jahren macht er Sachen, die ich mit zehn nicht gekonnt hätte - und ich war und bin sehr gelenkig. Einen Greisenkörper hat er nicht. Es geht also.

YouTube (https://www.youtube.com/watch?v=Nvu1HHQnobc)

Killeshandra
05.10.2017, 21:12
Ich bin vielleicht etwas zu jung für diesen Bereich des Forums, aber gebe dennoch meinen Senf dazu: Mein Alter in Zahlen ist mir nicht so wichtig. Wichtiger ist mir, dass ich nicht jahrelang pflegebedürftig und dement bin. Ich kannte und kenne viele ältere Menschen, die sich über ihre Gesundheit beklagen und habe öfter Pflegebedürftige oder demente Menschen erlebt, denen ich schon, wie ich denke, angemerkt habe, dass sie unter ihrem Zustand leiden. Ich stelle es mir einfach nur furchtbar vor, das erleben zu müssen.

jofi2
05.10.2017, 22:28
Wenn du ins Nichts gehst und selber zum Nichts wirst, kannst du gar nicht mehr traurig oder entsetzt sein, dann existierst du nicht mehr.
Das kann dich allenfalls jetzt bedrücken.

Jetzt bedrückt es mich noch nicht - es ist noch zu wenig konkret.
Aber die meisten Mensvhen, deren Sterben ich mitbekomme, sterben ja nicht von jetzt auf gleich, da ist noch viel Zeit für eine langsame Verabschiedung von der Welt und von der eigenn Person.

Inaktiver User
06.10.2017, 06:57
Wenn ich nicht dement werde und wenigstens einigermaßen gesund bleibe (nicht schwerstpflegebedürftig und nur noch bettlägerig), möchte ich gern so alt wie möglich werden. Auch über 100, wie Johannes Heesters.

Habe neulich bei einem Cafébesuch ein Gespräch von drei alten Damen am Nebentisch mitbekommen. Zwei über 80 und wirkten dabei auch nicht total greisenhaft, die dritte wird diesen Monat sogar 99 und hofft, nächstes Jahr auch noch ihren 100sten Geburtstag zu erleben. Sie war geistig vollkommen klar, drückte sich gut aus und erzählte, sie hätte selbst nicht damit gerechnet, so alt zu werden. Sie lebte in einem Seniorenheim, lief am Rollator, ging am noch selbst z.B. zum Metzger einkaufen. Faszinierend.

Von einer 86-jährigen Tante, die auf einem Dorf lebt, habe ich außerdem erfahren, dass im Nachbardorf, einer 2.000-Seelen-Gemeinde, eine 108-jährige und zwei 100-jährige Personen leben würden. Auch eine meiner Tanten ist bereits 95, geistig noch fit, körperlich nicht mehr ganz so, läuft aber am Rollator und ist nicht bettlägerig. Eine meiner Omas wurde immerhin 98.

Manchmal wundert man sich aber auch, dass Menschen, die immer viel jünger wirkten als sie waren, dann doch relativ früh verstorben sind. Christine Kaufmann z.B. Auch über den relativ frühen Tod von Joy Fleming bin ich überrascht. Manche, die besonders sportlich waren, werden Mitte, Ende 80, obwohl ich gedacht hätte, dass sie auch die 90 noch locker knacken würden. Man weiß eben nie....

Inaktiver User
06.10.2017, 06:59
In der Bibel steht tatsächlich, dass die Leute sehr alt wurden - teilweise 120 Jahre und älter aber da war auch kein Standesamt, niemand erinnerte sich wann jemand geboren war und ich glaube es wurde einfach geschätzt...

Noch dazu steht es in der Bibel - als gesicherte Erkenntnis gilt das kaum

Das ist nur Zahlensymbolik, sonst nichts.

Josyfine
06.10.2017, 07:15
Ich wollte früher immer sehr alt werden, habe auch Vorfahren, die immer recht alt wurden. Fand ich toll. :cool:
Nun habe ich (47) plötzlich einen Vater (75), der auf einmal so nachlässt und nicht mehr kann, wie er mag, ganz übel. Er war immer ein Macher, leidet jetzt aber ohne Ende, und ich könnte täglich(!) heulen, wenn ich ihn sehe, diesen Mann, wie er ständig hinfällt und ohne Hilfe nicht mehr auf die Beine kommt. Letzens lag er mit seinem Hintern mitten in der Vogeltränke, für 3 Stunden. Für uns ist das lustig - für ihn die Hölle. :knatsch:

Und ja, ich sage es ganz ehrlich: ich möchte nicht so alt werden. Auch, wenn dieses "nicht so alt" nur noch wenige Jahre entfernt sein sollte - egal. SO will ich nicht enden. Und mein Vater ist nicht der Erste, bei dem ich diesen schlimmen Verfall miterleben muss - inklusive dessen, dass sich diese Personen des Verfalls genau bewusst sind.

Kleinfeld
06.10.2017, 08:12
Und mein Vater ist nicht der Erste, bei dem ich diesen schlimmen Verfall miterleben muss - inklusive dessen, dass sich diese Personen des Verfalls genau bewusst sind.
Das war für mich ebfalls ganz furchtbar, das dieser geliebte Mensch plötzlich so hilflos ist....in dieser Situation habe ich beschlossen, das ich so etwas nie haben möchte.
Ich hoffe, das ich mich bis dahin selbst auf legalem Weg verabschieden kann bzw. mir geholfen wird es zu tun.

Josyfine
06.10.2017, 08:19
Das war für mich ebfalls ganz furchtbar, das dieser geliebte Mensch plötzlich so hilflos ist....in dieser Situation habe ich beschlossen, das ich so etwas nie haben möchte.
Ich hoffe, das ich mich bis dahin selbst auf legalem Weg verabschieden kann bzw. mir geholfen wird es zu tun.
:blume::blume:
Das verstehen nur ganz Wenige, habe ich erlebt. Dann kommt immer die Aussage: "Ja, du bist ja noch zu jung, und wenns dann ans Sterben geht, wollen dann doch Alle uralt werden." :unterwerf: NEIN. Diese Qual gerade mit meinem Vater ist ganz schlimm. Nein, nicht in erster Linie für mich, sondern für IHN. Wenn man dann einen einstmals gestandenen Mann weinend in der Ecke sitzen sieht, wie er nicht mehr selbständig hochkommt aus der Vogeltränke und sich selbst als "Witzfigur" bezeichnet -- nein, ich will das nicht, nein. :heul:

Groß nölen kann man immer, wenn man geistig und körperlich fit ist bis Ultimo, klar. Aber wer ist das schon...

Kleinfeld
06.10.2017, 08:25
Nein, nicht in erster Linie für mich, sondern für IHN.

So habe ich das auch erlebt....genau DAS wollte er nie und hatte eine Patientenverfügung. Für mich war und ist heute noch diese Leidenszeit ganz furchtbar. Mich verfolgt dieser Anblick sehr oft..Kopf klar, Körper nicht mehr seiner.....

Und ich hoffe, das ich für mich entscheiden kann, wie weit ich das bei mir mitmache. Ich finde auch, das sich vom Gesetz hier unbedingt etwas ändern muss.

Josyfine
06.10.2017, 08:40
So habe ich das auch erlebt....genau DAS wollte er nie und hatte eine Patientenverfügung. Für mich war und ist heute noch diese Leidenszeit ganz furchtbar. Mich verfolgt dieser Anblick sehr oft..Kopf klar, Körper nicht mehr seiner.....

Und ich hoffe, das ich für mich entscheiden kann, wie weit ich das bei mir mitmache. Ich finde auch, das sich vom Gesetz hier unbedingt etwas ändern muss.
:niedergeschmettert::blume:
Ich bin da soooo bei dir....

jofi2
06.10.2017, 09:10
Niemand will dement werden und niemand will ein Dauerpflegefall werden.
Dennoch:
Es gibt natürlich Menschen, die in die Schweiz fahren oder hier jemanden finden, der ihnen beim Sterben hilft.
Und es gibt Menschen, die mit Gesichtskrebs im letzten Stadium noch nicht gehen wollen weil es ihnen Freude bereitet, die Enkelkinder zu beobachten, die sie im Hospiz besuchen.

Welche Haltung hat denn Dein Vater dazu, josyfine?

Josyfine
06.10.2017, 09:27
Welche Haltung hat denn Dein Vater dazu, josyfine?
Ich habe versucht, mit ihm zu sprechen.
Keine Ahnung.

Galah
07.10.2017, 09:07
75.

Ich bin ein Typ wie Maude aus "Harold & Maude".
Maude hatte sich auf 80 festgelegt, für mich passt 75 besser.

Eine Frage an die, die hier 100 werden wollen: Ist es Euch denn egal, dass Ihr in höherem Alter auf Kosten anderer (die Euch pflegen/unterstützen müssen, wahrscheinlich Billig-Arbeitskräfte aus armen Ländern, finanziert durch den europäischen Steuerzahler) leben werdet?

jofi2
07.10.2017, 09:12
Liebe Gala, wir alle haben unser Leben lang die Pflege der alten Generation mit finanziert.
Warum sollten wir Probleme damit haben, nun selber Hilfe zu brauchen?

Galah
07.10.2017, 09:23
Liebe Gala, wir alle haben unser Leben lang die Pflege der alten Generation mit finanziert.
Warum sollten wir Probleme damit haben, nun selber Hilfe zu brauchen?

Jofi, das ist ein Rechenexempel. Ohne es genau ausgerechnet zu haben, schätze ich, dass meine Beiträge zur Pflegeversicherung (bis heute insges. 30 Jahre lang bezahlt) die Kosten meiner Pflege bis Lebensalter 100 nicht abdecken werden. Dazu kommt, dass mein geburtenstarker Jahrgang sicher nur Billigstpflege bekommen wird, was auch Billiglohn für die Pflegekräfte bis hin zu Ausbeutung impliziert.

ilazumgeier
07.10.2017, 09:30
was wäre die Alternative?

Galah
07.10.2017, 09:32
Schrieb ich oben:
Für mich: 75

ilazumgeier
07.10.2017, 09:38
Das weißt du jetzt schon? sicher?

Ich hab die 70 schon ziemlich nahe vor mir, fünf (oder sieben) Jahre sind rum, bevor der Hahn dreimal gekräht hat. Wenn das Fallbeil fällt,dann fällt es, aber eigentlich habe ich noch eine ganze Menge vor. Meine Mutter wird 96 und ist noch ziemlich selbständig. Auch wenn ich das nicht sein sollte: 75 - ich glaub, es hakt (für mein Gefühl)! bist du unter 25?

PS: deine Alterslebensgrenze ist nicht die Antwort auf meine Frage zu deiner Aussage auf Jofis Antwort

Josyfine
07.10.2017, 09:38
Am Alter würde ich das nicht festmachen wollen. Es gibt Menschen, die sind geistig und körperlich mit 75 noch genauso fit wie mit 40 (wie meine Mutter) - und dann gibt es Welche (wie mein Vater), die mit 75 schon total abgebaut haben.

Galah, wirst du dann mit 75 aus eigenem Antrieb abtreten, falls das bis dahin nicht schon die Natur erledigt hat? Wie alt bist du?

Galah
07.10.2017, 09:44
Der Pflegeaspekt ist nicht der Grund für die 75.

Sondern: Mein Gefühl sagt mir, dass ich bis dahin die Lernaufgaben in meiner aktuellen Inkarnation erledigt haben werde (- was heute noch nicht der Fall ist), und ich möchte, wie Maude, abtreten, bevor ich meine Selbständigkeit verliere.
Bis dahin sind es bei mir noch 25 Jahre.

Josy: Im Gegenteil, ich kalkuliere gerade, wie ich mich dem Arbeitszwang früher entziehen kann um Dinge zu tun, die mir wichtiger als die Erwerbsarbeit sind. Ich versuche immer, meine Träume gleich zu erfüllen, statt die Realisierung "auf später" zu verschieben. Wenn ich mich allerdings aus dem Hamsterrad früher ausklinke, erwarte ich nicht, dass mir andere das finanzieren.

Galah
07.10.2017, 09:50
PS: deine Alterslebensgrenze ist nicht die Antwort auf meine Frage zu deiner Aussage auf Jofis Antwort
@Ila, es gibt nur individuelle, keine für alle gültigen Antworten auf die Frage, was die Alternative zu oben skizzierter Pflegesituation ist. Jeder muss selbst entscheiden, wie lange er leben will oder auch nicht, und unter welchen Umständen. Ich bin für selbstbestimmtes Leben und Sterben.



Galah, wirst du dann mit 75 aus eigenem Antrieb abtreten, falls das bis dahin nicht schon die Natur erledigt hat?
Ui, darüber habe ich noch nicht nachgedacht. Ich habe zunächst nur spontan die Frage beantwortet, wie alt ich werden möchte. Aber mit Maude's Lösung hätte ich auch kein Problem, sofern ich das mit 75 noch so sehen werde. (Im vorigen Post hatte ich eine Frage beantwortet, die Du gar nicht gestellt hattest - hatte zu schnell gelesen...)

Inaktiver User
07.10.2017, 09:50
Eine Frage an die, die hier 100 werden wollen: Ist es Euch denn egal, dass Ihr in höherem Alter auf Kosten anderer (die Euch pflegen/unterstützen müssen, wahrscheinlich Billig-Arbeitskräfte aus armen Ländern, finanziert durch den europäischen Steuerzahler) leben werdet?

Tatsaechlich ist es so, dass die Menschen zwar aelter werden aber die Phase wo sie Pflegefall sind dadurch nicht automatisch länger wird, diese bleibt in der Regel gleich, ob man nun mit 75, 85 oder 95 in diese Phase kommt.
Wenn es überhaupt dazu kommt, viele werden kein Pflegefall.

Und das die Lebensarbeitszeit (in Massen) angepasst wird an das erhöhte Lebensalter finde ich in Ordnung, allerdings sind es ja gerade unsere Generationen, die von einer weitaus niedrigeren Rente ausgehen können als frühere oder noch jetzige Rentner (zum Teil).
Platz für schlechtes Gewissen sehe ich da gar nicht.
Für mich hat das auch mit Respekt vor alten Menschen (als würdevolle Mitmenschen) zu tun....

ilazumgeier
07.10.2017, 09:50
übrigens hat sich meine Mutter mit über 80 noch neue Gelenke einsetzen lassen, was ja von Einigen auch als völlig unnötige Investition und Belastung der Kassen gesehen wird. Hätte sie es nicht getan, wäre sie in kurzer Zeit ein (kostspieliger) Pflegefall geworden, verglichen aber mit ihrer noch nicht abzusehenden Lebenszeit aber mit einem sozialverträglicheren früheren Abgang.
In der Sichtweise Mancher anscheinend die anzustrebende Variante.
Dass meine Mutter so noch mindestens 15 Jahre (und vielleicht mehr) bester Lebensqualität hatte, niemandem zur Last fiel zählt dabei nicht. Auch nicht, dass sie bis vor kurzem noch finanziell Gewinne generiert hat und und so Manches übernommen, damit Arbeit bzw Geschäfte für Jüngere reibungslos laufen konnten

ilazumgeier
07.10.2017, 09:52
Ui, darüber habe ich noch nicht nachgedacht.....mit Maude's Lösung hätte ich auch kein Problem, sofern ich das mit 75 noch so sehen werde.

und genau das ist der springende Punkt.

Galah
07.10.2017, 09:59
Bei der Ausgangsfrage des Strangs spielt m.E. noch ein anderer wichtiger Aspekt eine Rolle:

Lebensqualität (Inhalt, Erfahrungen, "Sinn") vs. Quantität (Alter)

Wichtiger als das erreichte physische Lebensalter ist doch der Inhalt der gelebten Zeit - oder?
Daher meine ich, kann man die Ausgangsfrage nicht beantworten, ohne sie vom Inhaltlichen zu trennen.

ilazumgeier
07.10.2017, 10:06
und woher sollen wir jetzt wissen, welche Qualität unser Leben für uns zu einem späteren Zeitpunkt hat? Ich sehe die Gefahr, dass Andere das an ihren Kriterien (als Jüngere) festmachen. Wissen wir, was Demente fühlen? Oder Bettlägerige? Es gibt zweifellos Menschen, die nicht mehr leben wollen, aber niemand kann das rein theoretisch am Alter oder an Defiziten festmachen. Dass man jetzt "so" nicht leben möchte, ist dabei völlig irrelevant

Josyfine
07.10.2017, 10:09
und woher sollen wir jetzt wissen, welche Qualität unser Leben für uns zu einem späteren Zeitpunkt hat? Ich sehe die Gefahr, dass Andere das an ihren Kriterien (als Jüngere) festmachen. Wissen wir, was Demente fühlen? Oder Bettlägerige? Es gibt zweifellos Menschen, die nicht mehr leben wollen, aber niemand kann das rein theoretisch am Alter oder an Defiziten festmachen. Dass man jetzt "so" nicht leben möchte, ist dabei völlig irrelevant
Ja, man wird es erst definitiv sagen können, wenn man in der Situation drin steckt. Und da tickt halt jeder Mensch anders. Der Eine mag so nicht leben wollen - der Andere hängt sich dann plötzlich an jeden Lebens-Zipfel, den er irgendwie erreichen kann.

Galah
07.10.2017, 10:20
Zu den letzten beiden Posts:
Meine Aussage kam offensichtlich falsch rüber. Ich bezog mich nicht auf die Lebensqualität der späten Jahre, sondern auf den Lebensinhalt insgesamt, einschl. jüngerer und mittlerer Jahre.

Meine Annahme ist: Wenn man das Gefühl hat, ein sinnvolles Leben gelebt zu haben, fällt das Gehen leichter.

jofi2
07.10.2017, 10:39
Meine Annahme ist: Wenn man das Gefühl hat, ein sinnvolles Leben gelebt zu haben, fällt das Gehen leichter.

Das mag stimmen, über den Zeitpunkt des Gehens sagt es allerdings nicht aus.
Ich finde, dass ich ein sinvolles und weitgehend schönes Leben gehabt habe. Aber deshalb möchte ich doch nicht in 4 Jahren abtreten sondern gerne noch möglichst viele sinnvolle Jahre erleben.

Galah
07.10.2017, 10:50
Aber deshalb möchte ich doch nicht in 4 Jahren abtreten sondern gerne noch möglichst viele sinnvolle Jahre erleben.
Jofi, ich fürchte, ich bin Dir zu nahe getreten - falls dem so war, entschuldige bitte. :blumengabe:
Die 75 machen (aktuell) gefühlsmäßig für mein Leben Sinn, für ein anderes Leben macht ein anderes Alter Sinn.

Kennt Ihr das, dass Ihr es "spürt", wie lange in etwa ihr leben werdet? Ich habe so ein Gefühl - kann natürlich falsch sein, ist ja nur ein Gefühl -, dass ich sowieso nicht über 75 werde, aber auch, dass ich in den nächsten Jahren nicht sterben werde.

jofi2
07.10.2017, 11:12
Nein Gala, Du bist mir nicht zu nahe getreten. Ich habe das rein sachlich gemeint.

Und nein, ich habe nicht den leisesten Schimmer einer Vorahnung, wie alt ich wohl werde.

ilazumgeier
07.10.2017, 11:30
Meine Annahme ist: Wenn man das Gefühl hat, ein sinnvolles Leben gelebt zu haben, fällt das Gehen leichter.

Woher willst du das wissen? Ich glaube genau das Gegenteil

Silberlicht
07.10.2017, 12:55
Wenn ich nicht dement werde und wenigstens einigermaßen gesund bleibe (nicht schwerstpflegebedürftig und nur noch bettlägerig), möchte ich gern so alt wie möglich werden. Auch über 100, wie Johannes Heesters....

Ein verständlicher Wunsch!

Allerdings war Johannes Heesters viele Jahre an den Rollstuhl gefesselt und hat zeitgerecht eine um fast 40 Jahre jüngere Frau geheiratet, die ihn dann gehegt und gepflegt hat. Vielleicht aus Liebe, vielleicht aber auch als Berechnung, denn nach seinem Tod ist sie als vermögende, relativ junge Witwe zurückgeblieben.
Auch hatte er genug Geld, sich entsprechend neben guter Pflege Köchin, Schofför, Hausdiener usw leisten zu können und konnte so bis zu seinem Tod zu Hause leben.
Das wird nicht allen vergönnt sein!

Galah
07.10.2017, 15:55
Woher willst du das wissen? Ich glaube genau das Gegenteil

Empirische Beobachtung an mir selbst:
Bis ca. 30/40 hatte ich große Angst vor einem frühen Tod, weil ich wusste, dass ich Dinge bereuen würde, sowie bedauern würde, manches (- dabei geht es nicht um Materielles, sondern um Lernaufgaben) noch nicht erreicht zu haben.
Ab ca. 40 habe ich mein Leben auf den Tod ausgerichtet in dem Sinne, dass ich seitdem bei allen Entscheidungen und Handlungen immer im Hinterkopf habe, im höheren Alter auf dem Todesbett nicht mit Reue, sondern mit Zufriedenheit auf mein Leben zurückzuschauen. Regelmäßig hinterfrage ich mich, wie ich mein Leben heute beurteilen würde, wenn ich wüsste, morgen zu sterben.
Das Fazit wird immer besser.
Da sind noch ein paar Dinge, die ich bereue, aber die fanden alle vor dem 30. Lebensjahr statt, ganz wenige später. Mit meiner Lebensgestaltung (soweit ich sie selbst beeinflusst habe) in den letzten 10 Jahren bin ich sehr zufrieden. Und parallel mit dieser Entwicklung verringerte sich sukzessive die Angst vor dem Tod. Denn wenn ich jetzt sterben müsste, wäre da zwar immer noch etwas "unerledigt", aber eben auch eine Menge erfüllt, gelernt, richtig gemacht.

MixTape
07.10.2017, 16:09
Ich frage mich, ob es nicht eine Strategie ist, so rational mit dem Thema "Sterben" umzugehen um die Angst davor zu verdrängen. Oder ob man sich (jetzt schon) darauf vorbereiten kann um in Frieden zu gehen. Ich kann es mir schlecht vorstellen, da ich nicht weiß, in welchem körperlichen und seelischen Zustand ich mich befinde wenn der Tod bevorsteht. Ein Glücksfall wäre es, einfach einzuschlafen ohne Schmerzen. Genauso möglich wäre es, daß es ein verzweifelter Kampf wird, an deren Ende dann der Tod siegt. Ich fühle mich noch zu weit entfernt von dem Thema, obwohl ich weiß, daß es jederzeit passieren kann. Wahrscheinlich ist das auch Verdrängung.

ilazumgeier
07.10.2017, 16:13
Dass du (Galah) das für dich so siehst, bezweifle ich kaum, aber du schreibst allgemein "man". und ich erlebe das öfter, dass jemand sagt, die/der habe doch mit xx ihrLeben gelebt, ein gutes Leben gehabt, jetzt abzutreten sei da doch akzeptabel.
Wie akzeptabel das ist, können nur die Betroffenen entscheiden. Das regt mich deshalb etwas auf, weil in dieser Haltung eben auch Empathie verweigert wird oder - wirklich schlimm - Maßnahmen, die durchaus noch einen Aufschub bringen könnten. Meine Schwiegermutter (über 90) erhielt nach einem Schlaganfall keine ernsthafte Reha mehr, obwohl sie physisch sonst noch ziemlich stabil war und noch etwas mehr als ein Jahr gelebt hat. Deutlich zu spüren war die Einstellung "was soll das, das "lohnt" sich doch gar nicht mehr". Ich bin ziemlich sicher, dass sie mit Reha nicht nur qualitativ besser, sondern auch noch länger gelebt hätte und zwar gerne

Inaktiver User
07.10.2017, 17:15
Dass du (Galah) das für dich so siehst, bezweifle ich kaum, aber du schreibst allgemein "man". und ich erlebe das öfter, dass jemand sagt, die/der habe doch mit xx ihrLeben gelebt, ein gutes Leben gehabt, jetzt abzutreten sei da doch akzeptabel.
Wie akzeptabel das ist, können nur die Betroffenen entscheiden. Das regt mich deshalb etwas auf, weil in dieser Haltung eben auch Empathie verweigert wird oder - wirklich schlimm - Maßnahmen, die durchaus noch einen Aufschub bringen könnten. Meine Schwiegermutter (über 90) erhielt nach einem Schlaganfall keine ernsthafte Reha mehr, obwohl sie physisch sonst noch ziemlich stabil war und noch etwas mehr als ein Jahr gelebt hat. Deutlich zu spüren war die Einstellung "was soll das, das "lohnt" sich doch gar nicht mehr". Ich bin ziemlich sicher, dass sie mit Reha nicht nur qualitativ besser, sondern auch noch länger gelebt hätte und zwar gerne

Das kann ich unterschreiben. Leider wird mit alten Menschen oft so verfahren, obwohl es viele gibt, die am Leben hängen.
Meine Schwiegermama ist 89 - und sie lebt - trotz diverser Erkrankungen - gerne. Oft hörte sie vom Arzt "ja - in IHREM Alter muss man sich damit abfinden!" obwohl es sich bei einigen ihrer Beschwerden nicht um Alterserscheinungen, sondern um behandelbare Krankheiten handelte..Jetzt hat sie den Hausarzt gewechselt- er hat eine andere Einstellung und sie wieder einen normalen Blutdruck ;-)

Ich selbst lebe auch gerne. Man ist ja nun keine 20 mehr und die Einschläge kommen leider näher. Ich habe mittlerweile mehr tote Freunde als lebende. Es war schlimm in den letzten Jahren...es sind so viele liebe Menschen in einem Umfeld gegangen - manche in meinem Alter oder jünger.

Da beschäftigt man sich schon öfters mal mit der eigenen Sterblichkeit. Es ist nicht so, dass ich den Tod (das große schwarze Nichts..) fürchte (eher das Sterben) - aber er kann noch einige Jahre warten.
Ich muss noch etliche Choreographien machen...es gibt noch so viel zu sehen, zu erleben...ich bin einfach noch nicht satt ;-)

semiramis
07.10.2017, 17:19
...wie soll man denn festlegen ob man mit 75 oder 80 Jahren schon alles erledigt hat, es gibt immer noch etwas zu tun.
Ich habe nur noch ein einige Monate bis zur 75.......:ooooh:

Hatte im April die 5. große OP, alles lief gut und dann bekam ich 5 Tage danach im Krkhs einen Schlaganfall ,GsD dort.
Ich habe alles wieder lernen müssen, sprechen, laufen oder z. B. hier zu schreiben. Die li Körperseite tut es trotz Reha immer noch nicht ganz richtig.
Deswegen habe ich nicht einmal gedacht, ich will gehen. Im Gegenteil jetzt erst Recht.
Auch wenn das Leben danach etwas anders ist. Wenn es klappt würde ich gerne noch ein paar Jährchen drauf legen.
Ich denke einfach, das kann man sich im Voraus nicht zurecht legen, wahrscheinlich hätt ich, wenn mir vor Jahren mal jemand vorausgesagt hätte was mir mit 74 Jahren blüht, auch gesagt, da will ich lieber gehen.

Inaktiver User
07.10.2017, 17:25
...wie soll man denn festlegen ob man mit 75 oder 80 Jahren schon alles erledigt hat, es gibt immer noch etwas zu tun.
Ich habe nur noch ein einige Monate bis zur 75.......:ooooh:

Hatte im April die 5. große OP, alles lief gut und dann bekam ich 5 Tage danach im Krkhs einen Schlaganfall ,GsD dort.
Ich habe alles wieder lernen müssen, sprechen, laufen oder z. B. hier zu schreiben. Die li Körperseite tut es trotz Reha immer noch nicht ganz richtig.
Deswegen habe ich nicht einmal gedacht, ich will gehen. Im Gegenteil jetzt erst Recht.
Auch wenn das Leben danach etwas anders ist. Wenn es klappt würde ich gerne noch ein paar Jährchen drauf legen.
Ich denke einfach, das kann man sich im Voraus nicht zurecht legen, wahrscheinlich hätt ich, wenn mir vor Jahren mal jemand vorausgesagt hätte was mir mit 74 Jahren blüht, auch gesagt, da will ich lieber gehen.

ach herrje :-(

Ich drück dir alle Daumen und hoffe, dass die linke Seite bald wieder wird.
Deine Einstellung "jetzt erst recht!!" gefällt mir! Das ist eine gute Voraussetzung.

Ansonsten Zustimmung: woher soll ich wissen, ob ich nicht mit 80 gerade das Leben so genieße, dass ich gerne noch ein wenig blieben würde..man kann sich nicht festlegen..

ilazumgeier
07.10.2017, 18:07
SEMI!!!!!:ooooh::in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen: und trotzdem so schön, Dich zu lesen! Ich denk so oft an dich. euch:liebe:

PS ich habs grade dem Geier erzählt. Schock! wollte mehr wissen, ich lese dein posting vor, er unterbricht: die ist doch noch nicht 70! Die Fünf hatte er sowieso überhört.

Ja, ich hätt es auch nicht gedacht. Aber jetzt komm wieder auf die Beine, jetzt erst recht!

Silberlicht
08.10.2017, 12:19
semiramis; ...wie soll man denn festlegen ob man mit 75 oder 80 Jahren schon alles erledigt hat, es gibt immer noch etwas zu tun.

Das sehe ich auch so!

Auch möchte ich noch möglichst lange mir liebe Menschen auf ihren Wegen begleiten!
Ich denke, je jünger man selber ist, um so früher beginnt da für einen " das Alter"! Mit 30 glaubt so mancher vielleicht wirklich, mit 75, 80 schon alles getan und erlebt zu haben! Aber mit 65, 66, 67,.....sieht das alles anders aus! Da weiß man durchaus, dass man noch etwas tun und erleben möchte!

Fyona
08.10.2017, 13:23
Ich habe nur noch ein einige Monate bis zur 75.......:ooooh:

Und ich dachte schon, ich sei die Älteste hier, aber du bist mir ein Jahr voraus :smile: .
Ich drücke dir die Daumen dafür, dass du dich immer weiter regenerierst, nach einem Schlaganfall ist alles möglich.
Mir darf so etwas nicht passieren.
Den Schlaganfall hatte bei uns mein Mann, und seitdem ist nichts mehr, wie es war.
Er wurde quasi im vollen Flug aus dem "normalen" Leben gerissen und hat Folgeschäden zurückbehalten, die irreversibel sind lt. Aussagen der Ärzte.
Kurz und gut, er kann nicht mehr laufen (Rollstuhl oder ein paar mühsame Schritte am Rollator), kann und darf nicht mehr lieben und seine geliebte Pfeife auch nicht mehr rauchen z.B.
Sprechen kann er auch nicht mehr so gut.
Immerhin hat sich die Situation entspannt, seit wir wieder zusammenwohnen.
Aber so sehr ich Angst davor habe, ohne ihn zurückzubleiben, so sehr fände ich es theoretisch gut, wenn er im Schlaf hinüberginge, wohin auch immer.
Er wünscht es sich, denn das Leben hat für ihn kaum noch Qualität.
Er lebt in dem Zwiespalt, mich nicht allein lassen zu wollen und weiterhin mir "zur Last" fallen zu müssen.
Letzteres ist Unsinn.
Ich habe alles akzeptiert und wenn ich ihn anschaue oder mich auf seinen Schoß setze, dann ist sie da, die Liebe, und das allein macht alles für mich lebenswert.
Für mich selber habe ich gar keine Angst.
Meine Großmutter väterlicherseits ist quietschfidel herumgelaufen, hat sich abends ins Bett gelegt und morgens nicht mehr aufgewacht.
Mein Vater fiel auf der Straße um, kam ins Krankenhaus und hat dort ohne weitere Krankeitssymptome sein Leben ausgehaucht.
Meine Mutter starb auch zu Hause im Bett, allerdings komplett taub und auch zuckerkrank.
Sie wurde 86, mein Vater 92 wie seine Mutter.
Gut, dass man das alles nicht vorher weiß.
Mich selber vom Acker machen möchte ich nicht, aber was kann man schon voraussagen!

Alles in allem: alt werden ist nichts für Feiglinge ...

jofi2
08.10.2017, 14:09
Wie schade, dass es keine Impfung gegen Taktlosigkeit gibt.

semiramis
08.10.2017, 15:24
Wie schade, dass es keine Impfung gegen Taktlosigkeit gibt.

....ich musste nach Fyonas posting erstmal tief durchatmen .... jetzt hab ich mich wieder gefangen...:smirksmile:


@Fyona
ich hoffe nur, dass mein GG nicht ähnliche Gedanken wie du, in Bezug auf mein Leben oder Ableben nach dem Schlaganfall hat.

Übrigens, meine Versprecher sorgen in meiner Fa. mit meinem Einverständnis oftmals für Heiterkeit ,der Rollator ist mir immer eine große Hilfe gewesen, inzwischen laufe ich schon an 2 knallroten Krücken und freue mich darüber.
Sicher ist es manchmal schwer Hilfe anzunehmen aber auch das muss man, manchmal eben gezwungener Weise, lernen.
Besonders aber hat mich dein Satz * Mir darf so etwas nicht passieren* :ooooh:umgehauen.
Ich hoffe für dich. dass dein Wunsch in Erfüllung geht..

Septima
08.10.2017, 16:16
Besonders aber hat mich dein Satz * Mir darf so etwas nicht passieren* :ooooh:umgehauen.
Ich hoffe für dich. dass dein Wunsch in Erfüllung geht..

Ich hatte es so verstanden, dass sie dann ihren Mann nicht mehr versorgen könnte. Und aus der Perspektive ist die Formulierung doch ganz leicht nachvollziehbar und verständlich.

coryanne
08.10.2017, 16:24
Das habe ich auch so verstanden...

semiramis
08.10.2017, 17:06
.. bei mir ist es anders angekommen, wäre aber schön wenn es so gemeint ist.

Silberlicht
08.10.2017, 17:53
Das habe ich auch so verstanden...

Ich habe es auch so verstanden.
Wenn man seinen Partner liebt und sieht, wie er krankheitsbedingt leidet, ohne Aussicht auf die kleinste Besserung, sollte man ihn " gehen" lassen, wenn er das so möchte, auch wenn man selbst recht trostlos zurückbleibt.

jofi2
08.10.2017, 18:04
Ich finde, wenn jemand gerade berichtet, dass erdabei ist, sich von einem Schlaganfall zu erholen, sollte man sich schon genau überlegen, was man schreibt. Und Semiramis hat es ja auch zunächst prompt missverstanden.
Davon abgesehen finde ich es bereits taktlos, jemandem in der Situation von Semiramis zu erzählen, dass der eigene Mann nach Schlaganfall "eigentlich keine Lebensqualität mehr hat".

Und darin liegt eigentlich der Punkt:
Nicht was Fyona schrieb finde ich taktlos, sondern dass sie es in diesem Diskussionszusammenhang schrieb.

Fyona
09.10.2017, 12:30
Ich hatte es so verstanden, dass sie dann ihren Mann nicht mehr versorgen könnte. Und aus der Perspektive ist die Formulierung doch ganz leicht nachvollziehbar und verständlich.
Ja, genauso habe ich es gemeint, wie denn sonst?!
Ich bin gerade stark erkältet, das volle Programm, Husten, Schniefen, Heiserkeit, und eigentlich gehöre ich ins Bett.
Geht aber nicht aus den geschilderten Gründen!
Mir graut davor, mal vollständig auszufallen, dann müssen wieder fremde Leute die Pflege übernehmen, und davor graut es meinem Mann.

Übrigens, er möchte lieber heute als morgen gehen, und seine Lebensqualität bestimmt er selber, ICH bestimmt nicht, und wer in einer ähnlichen Situation dem Leben noch viel abgewinnen kann, für den freut mich das aus vollem Herzen.
Mein Mann kann es eben nicht, er hat mehr oder weniger mit seinem Leben abgeschlossen.
Leider, denn ich möchte ihn noch lange behalten.
Aber ich kann ihn nicht gesund machen, auch leider, ich kann es ihm nur so schön wie möglich machen, und das tue ich auch.

Damit habe ich hoffentlich einiges klargestellt.

Fyona
09.10.2017, 12:53
Noch was, weil mich das irgendwie aufregt.
Wie man mein Posting als Stein des Anstoßes derart missverstehen kann, verstehe ich beim besten Willen nicht.
Ich habe viel Empathie für jeden kranken Menschen und bin froh über jeden Tag, den ich gesund und voll da bin, hauptsächlich wegen meines Mannes, aber auch aus Dankbarkeit, weil ich mittlerweile genau weiß, wie wenig selbstverständlich das ist und wie schnell sich alles ändern kann.

Septima
09.10.2017, 14:10
Ich habe viel Empathie für jeden kranken Menschen und bin froh über jeden Tag, den ich gesund und voll da bin, hauptsächlich wegen meines Mannes, aber auch aus Dankbarkeit, weil ich mittlerweile genau weiß, wie wenig selbstverständlich das ist und wie schnell sich alles ändern kann.

Fyona, ich wünsche dir ganz viel Kraft auf deinem Weg und deinem Mann, dass er vielleicht doch noch etwas Freude am Leben hat mit dieser tollen Frau an seiner Seite.

Silberlicht
09.10.2017, 15:29
Fyona Noch was, weil mich das irgendwie aufregt.
Wie man mein Posting als Stein des Anstoßes derart missverstehen kann, verstehe ich beim besten Willen nicht.

Ich verstehe es auch nicht, was aber nicht heißt, dass andere dein Schreiben eben doch ungut aufnehmen können!
So wie Schulz von Thun von einem Sachohr und einem Empfindungsohr spricht, gibt es vielleicht auch ein Sachauge und ein Empfindungsauge, wobei letzteres aus Texten mehr die subjektive Empfindung herausliest als die reine Sachinformation.

jofi2
09.10.2017, 18:32
Ich war mit semiramis diejenige, die Anstoß genommen hat.
Und - ich wiederhole mich:
Das, was Fyona geschrieben hat, war für mich in sich selbst völlig ok und nachvollziehbar.
Die Taktlosigkeit lag für mich im Kontext, sozusagen als erste Reaktion auf das post von semiramis.

semiramis
09.10.2017, 19:23
...zuerst mal, es tut mir sehr Leid was ich hier losgetreten habe. Ehe ich von hier im Nirwana verschwinde noch ein paar klärende Worte obwohl Jofi2 es ganz genau erklärt hat.

Beim Lesen des gesamten postings hatte ich plötzlich vor Augen, wie Andere oder eventuell auch meine Familie, mein jetzt noch, etwas mühsames Leben beurteilen könnten.

Fyona, Du hast praktisch punktgenau meine Situation beschrieben.

Allerdings habe ich es* so* nie gesehen , ich war und bin noch sehr traurig und zugleich auch etwas verunsichert.
Warum ich diesen einen Satz so gedeutet habe, kann ich auch nicht sagen, nur so viel, ich stand nach dem Lesen des postings völlig neben mir und ich habe es nicht nur einmal gelesen.

Fyona
10.10.2017, 14:37
...zuerst mal, es tut mir sehr Leid was ich hier losgetreten habe. Ehe ich von hier im Nirwana verschwinde ...
Bitte verschwinde nicht, vor allem nicht meinetwegen!
Ich finde es wichtig, in einem Forum 60+ auch dandere Facetten des Älterwerdens sichtbar zu machen. Nicht immer nur zu betonen, wie gut und fit man doch noch drauf ist und wie gut man aussieht, wie schlank man noch ist usw.
Das ist alles schön und gut, auch ich bekenne mich da schulddig, aber ...
Der Mensch wird anfälliger, je älter er wird, das ist einfach so, und es wird gerne verdrängt.
Aber Krankheiten und Tod – unsere und die anderer – rücken sehr nahe und bekommen eine andere Perspektive.


Beim Lesen des gesamten postings hatte ich plötzlich vor Augen, wie Andere oder eventuell auch meine Familie, mein jetzt noch, etwas mühsames Leben beurteilen könnten.
Für andere kann ich nicht sprechen, aber deine Familie, die Menschen, die dir nahestehen und die dich kennen, sehen deine Haltung ganz gewiss positiv! Sie ist es ja auch.


Fyona, Du hast praktisch punktgenau meine Situation beschrieben.

Allerdings habe ich es* so* nie gesehen , ich war und bin noch sehr traurig und zugleich auch etwas verunsichert.
Das tut mir von Herzen Leid, denn wie gesagt, sieht mein Mann es „so“, ich keinesfalls!
Ich wäre glücklich, er könnte alles so gut einordnen und damit leben wie du.
Er ist und bleibt für mich derselbe, ich achte, schätze und liebe ihn genauso wie vorher, da hat sich nichts geändert, und ich bin heilfroh, für ihn dasein zu können.
Es könnte ja auch umgekehrt sein, und er würde dasselbe für mich tun.


Warum ich diesen einen Satz so gedeutet habe, kann ich auch nicht sagen, nur so viel, ich stand nach dem Lesen des postings völlig neben mir und ich habe es nicht nur einmal gelesen.
Du hast so reagiert, wie du es als Betroffene nicht anders konntest.

Damit ist die Sache für mich auch gegessen und ich wünsche dir für den weiteren Verlauf der Dinge alles erdenklich Gute!

gezeitenfrau
10.10.2017, 16:06
Interessantes Thema, vom Alter gehöre ich zwar noch nicht ganz hier her, aber das Thema
beschäftigt mich schon lange, auch durch meinen Beruf bedingt.
Ich selber habe und hatte immer mal Phasen im Leben, da war ich zum Teil noch ganz jung, wo es
von mir aus hätte "jeden Tag vorbei sein" können. Ab und an kommt das immer noch vor, eventuell hänge
ich nicht genug am Dasein.Menschen die immer fröhlich und gut drauf und lalala sind, waren mir
schon immer ein wenig suspekt, das heißt keineswegs das ich nicht sehr lustig sein kann und nie
Freude empfinde- im Gegenteil.:smile:
Da ich über 27 Jahre in der Altenpflege tätig war-heute mache ich etwas das nur bedingt damit zu tun
hat- möchte ich wenn ich ehrlich bin nicht "uralt" werden, auch wenn ich keine "Zahl" festlegen will.
Wahrscheinlich habe ich zu viel an Elend, das altern auch mit sich bringt, ansehen müssen, obwohl
das ÄLTERWERDEN an sich auch zweifelsohne positive Aspekte mit sich bringt.Ich fühle mich
heute oft "glücklicher" als mit 20 oder 30. Ich tue aber nix weiter in Puncto "Selbstoptimierung", um
steinalt werden zu dürfen.Ich rauche nicht und trinke selten, wenn mir danach ist aber auch gern
mal ein Glas mehr, kommt allerdings selten vor. Auch lässt mich der ganze Jugendwahn mit inzwischen
51 Jahren relativ kalt. Meine süße Enkelin -5-sagte neulich zu mir : du bist die schönste alte Omi die
es gibt .....:knicks::freches grinsen:
Da ich eine chronische Krankheit habe seit ca. 2010, ist meine LE geringfügig reduziert wahrscheinlich,
damit komme ich aber klar.Hauptsache keine unerträglichen Schmerzen und noch schlimmer wäre es
irgendwann alles vergessen zu müssen, der allerschlimmste Gedanke überhaupt....
Irgendwann, wenn meine Zeit gekommen ist, morgens einfach nicht mehr aufwachen, das wäre schön.
Meine verwitwete 80++ Schwiemu schüttelt gerade betrübt den Kopf, sie hat extra ihre Lesebrille
aufgesetzt, ich darf so noch nicht denken meint sie....:niedergeschmettert:
Eine ehemalige Kollegin ist im Sommer buchstäblich "tot umgefallen", mit gerade Mitte 50 und
bei scheinbar blühender Gesundheit, das hat mich schockiert und nachdenklich gemacht, von
noch jüngeren Menschen wie meinem 1. Mann, der noch nicht mal Mitte 40 wurde, ganz zu
schweigen- das fand und finde ich sehr "ungerecht".
Mein Vater, er wird in Kürze 87, hatte vor 10 Jahren einen mittelschweren Schlaganfall, fährt
seit dem nicht mehr Auto. Anfangs wollte und konnte er angeblich auch nicht mehr, Sprache gestört
usw, mittlerweile hat er sich komplett erholt seit Jahren und nimmt zwei Medis am Tag, sonst
nichts. Seit einem halben Jahr ist er nun Witwer, das hätte er sich im Traum nicht vorstellen können, meint
er, leider war das baldige Ende meiner schwer rheumakranken Mutter absehbar. Er hat sich sehr um
sie gekümmert die letzten Jahre- und der Tod war sicher eine Erlösung.
Keine Ahnung wie ich mit Anfang 60 oder Anfang 70 über all das denke, es ist, wie fast alles im
Leben, eine Momentaufnahme.:smile:

gezeitenfrau
10.10.2017, 16:15
Liebe Gala, wir alle haben unser Leben lang die Pflege der alten Generation mit finanziert.
Warum sollten wir Probleme damit haben, nun selber Hilfe zu brauchen?

Sehe ich genau so :blumengabe: Am Anfang und oft auch am Ende des Lebens wird man "bedürftig";
manchmal auch in den Zwischenphasen. Das ist der Deal sozusagen. :smile:
Nur das meine eigenen Kinder mich ggf. später mal betreuen "müssen" wäre mir nicht recht; aberda kann man vorsorgen.

gezeitenfrau
10.10.2017, 16:16
Semiramis: dir und deinem Mann alles erdenklich Gute !:blumengabe:

gezeitenfrau
10.10.2017, 16:31
Meine Familie mütterlicher- wie auch väterlicher Seite sind alles langlebige über 90.

Ich hätte das schon auch gerne, :geburtstag:

Die Älteste Bewohnerin in unserem Altenheim ist 102, sie läuft noch ohne Hilfe und ist auch nicht groß Pflegebedürftig. Unser jüngster ist 32 und er liegt seit über einem Jahr im Wachkoma.

Ich kenne einige Familien, in denen die "Altvorderen" auch relativ fit uralt wurde, also nicht Ü100
aber über 80 bis hoch in die 90er. Seltsamerweise spiegelt sich bei den meisten "Nachgeborenen"
dieser Trend nicht wieder, etliche unter ihnen starben viel früher, einige an Krebs, andere bekamen
relativ früh Diabetes und starben an Folgekrankheiten, einer verunglückte im Teenager-Alter.
Ich kenne mehrere Leute die so früh verstarben das ihre Eltern sie lange überlebten, bzw.
zum Teil immer noch leben, stelle ich mir sehr schlimm vor.:knatsch:
Gene machen einen Teil aus, aber eben nur einen Teil. Es gibt mit Sicherheit auch Einflüsse, die man
nur bedingt "vorher sehen"- kann und mit denen man sich wohl oder übel arrangieren muss.

Silberlicht
10.10.2017, 18:51
gezeitenfrau;
Gene machen einen Teil aus, aber eben nur einen Teil. Es gibt mit Sicherheit auch Einflüsse, die man
nur bedingt "vorher sehen"- kann und mit denen man sich wohl oder übel arrangieren muss.

Manches, wie zB nicht rauchen, vernünftig essen, sich viel bewegen, zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen....diese " Einflüsse" kann man sich durchaus selbst regeln!

gezeitenfrau
10.10.2017, 19:48
Ja, klar, das ist unbestritten. Aber auch das ist keine wirkliche "Garantie" für ein langes
und gesundes Leben, leider. Die Kollegin von der ich schrieb war ein Muster an Lebensführung,
hatte keinerlei erkannte Risikofaktoren- außer Stress wie wie alle ab und zu.
Mit etwas über 55 fiel sie buchstäblich tot um, das Herz- vorher war alles immer für
super und bestens befunden worden, seitens der Ärzte.:heul:

Inaktiver User
12.10.2017, 10:00
Manches, wie zB nicht rauchen, vernünftig essen, sich viel bewegen, zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen....diese " Einflüsse" kann man sich durchaus selbst regeln!

Was die Vorsorge Untersuchung angeht: selbst das ist leider keine Versicherung.
Meine Mutter nahm das sehr ernst und war alle halbe Jahre beim Frauenarzt.
Aber auch das hat sie nicht gerettet: sie starb an Unterleibskrebs, der leider erst viel zu spät erkannt wurde :-((

heute sind die Untersuchung umfänglicher, genauer und können Leben retten.
Aber eben nicht immer.

Ansonsten volle Zustimmung: meine Eltern haben beide geraucht, mochten keinen Sport und futterten (als Kriegskinder, die Hunger kannten) halt gerne, das Falsche und zu viel davon. Sie wurden beide nicht sehr alt: Mutter 51, Vater starb nach langer Krankheit mit 68 :-((

Silberlicht
21.10.2017, 17:29
Vollkommen ausschließen kann man leider nichts, das stimmt schon. Aber nach Möglichkeit ausschließen, das geht durchaus!
Leider machen auch Ärzte Fehler, und nicht alle sind auch gute Diagnostiker.

Marie-Madeleine
23.10.2017, 16:14
Und selbst wenn der Arzt alles richtig macht - manchmal entwickeln sich Dinge so schnell in eine fatale Richtung, dass man sie bei der Vorsorge noch nicht erkennen konnte. Es gibt halt keine Garantien.

Silberlicht
25.10.2017, 12:41
Garantie gibt es nicht, sollte einen aber nicht hindern, vernünftig zu leben und die Vorsorge wahrzunehmen! Und auch das Leben zu genießen!