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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Scheidung von einem Freuberufler/Selbständigen, wer hat Infos?



Inaktiver User
27.01.2007, 21:24
Hallo,
vielleicht hat jemand Erfahrungen oder ist von einem Freiberufler geschieden? Mein Noma hat ein externes Büro, aber den Status eines Freiberuflers. Ich bin Angestellte, Steuerklasse 3. Er sieht überhauptnicht ein, mich in rigendeiner Weise abzufinden. Habe das Büro zusammen mit ihm aufgebaut, neben meiner Vollberufstätigkeit (Urlaube, Wochenenden, Feierabende), allerdings seit einigen Jahren nicht viel, da es nicht mehr notwendig ist.

Steuerlich sind wir zusammenveranlagt. Soweit mir bekannt ist, ist die Entscheidung im Ermessen des Richters, also nichts mit einvernehmlicher Scheidung.

Hat jemand Ahnung, was machbar ist, was ich mir erhoffen kann?

Wir haben Schulden, deshalb würde ich gerne das Büro zum Verrechnen nehmen. Die Schulden sind entstanden, als er sich in einem anderen Bereich versucht hat. Eine steuerlich ziemlich undurchsichtige Sache, aber bereits verjährt (10 Jahre). Es sind noch Privatschulden und eine Schrottimmobilie zu regeln.
Es gibt noch einen Titel aus der Zeit, kann ich das verrechnen lassen?

Brauche Ansätze um mit Anwalt darüber zu sprechen.

Gruß
dulcinea

Mariechen44
28.01.2007, 12:56
Hallo Dulcinea,

sieht nicht besonders prickelnd für Dich aus. Ich geh mal davon aus, dass ihr eine Zugewinngemeinschaft habt, bei Gütertrennung gäbe es sowieso nichts.

So, dann zählt das Büro zum Zugewinn, da während der Ehezeit gegründet und gemeinsam aufgebaut.

Da gibt es nun verschiedene Bewertungsmethoden, Umsatz der letzten drei Jahre abzgüglich Kosten ohne Abschreibungen, daraus einen Mittelwert bilden und ggf. noch einen Betrag für das Betriebsvermögen zufügen, Kfz, Büroeinrichtung etc.

Es gibt eine Meinung, die davon noch einen kalkulatorischen Unternehmerlohn abzieht, das ist recht problematisch und vor allen Dingen ist es schwierig einen Anwalt zu finden, der sich damit auskennt. Um was für eine Tätigkeit handelt es sich (kannst mir auch eine PN schicken).

Die Schulden sind vor oder während der Ehezeit entstanden?

Viel Erfolg

Minniemaus
29.01.2007, 00:04
Hallo,
vielleicht hat jemand Erfahrungen oder ist von einem Freiberufler geschieden? Mein Noma hat ein externes Büro, aber den Status eines Freiberuflers. Ich bin Angestellte, Steuerklasse 3. Er sieht überhauptnicht ein, mich in rigendeiner Weise abzufinden. Habe das Büro zusammen mit ihm aufgebaut, neben meiner Vollberufstätigkeit (Urlaube, Wochenenden, Feierabende), allerdings seit einigen Jahren nicht viel, da es nicht mehr notwendig ist.

......

Gruß
dulcinea

Provokante Gegenfrage:
Wärest du bereit deinem zukünftigen Exmann 3/7 deines Einkommens zukommen zu lassen unter der Voraussetzung, dass er ein geringeres bzw. kein Einkommen hat? Oder besteht die Möglichkeit, dass du ihn abfinden musst? Diese Frage stellt sich vor allem später bei Unterhalt in der Not:ooooh:

Im Normalfall werden die Einkommen beider Partner zusammen gerechnet und daraus ergibt sich dann die 3/7 bzw. 4/7-Rechnung wobei Zukunftsansätze jedoch davon ausgehen, dass Frau von heute ja auch in der Lage ist sich selbst zu versorgen....

Näheres zum Thema Scheidung/Trennung kannst du unter scheidung-online.de nachlesen......

Freundlichen Gruß
Minniemaus

Inaktiver User
29.01.2007, 11:54
Mininmaus,
er zahlt mir keinen Cent, er wird an meiner Rente partizipieren. Wir hatten eine Absprache, dass ich das kleine aber sichere Geld verdiene, damit ich ihm den Rücken frei halten kann und dann in die Firma mit einsteige mit meinem zweiten Standbein.
Ausgeträumt, er hat sich seine Zukunft anders vorgestellt und lebt sein Leben ohne mich. Es ist auch sein Recht, sich zu verändern, das sehe ich ein.

Wärest du so großzügig, auf deine Ansprüche zu verzichten und am Egsistenzminimum zu leben, damit der Andere 6 mal im Jahr Urlaub macht und seinen Hobbys nachgeht und du womöglich die Schulden aus seiner "Selbstverwirklichung" mitträgst? Wohlbemerkt ich habe zwei Kinder großgezogen, war die gesamte Ehen vollberufstätig und habe und im Büro ausgeholfen. Oder bist du der Meinung, alle Männer leisten den gleichen Beitrag für die Familie und Haushalt?

Wenn ja, dann beglückwünsche ich dich entweder für dein Glück oder deine grenzenlose Unwissenheit und Naivität in Sachen geschlechtlicher Gleichstellung im Beruf und in der Familie.

Und ausserdem wollte ich Infos haben, deine Frust kannst du woanders abladen:knatsch:
Provokant wie du: bist du wohl die Zweitfrau, oder?
dulcinea

akademikerin
29.01.2007, 12:03
dulcinea,

sorrry, aber für genau solche komplexen Fälle gibt es Anwälte. Hier kann dir kaum jemand etwas raten und rechtsunsicher wäre es noch dazu.

Am besten: Schreib es sauber auf - was du in welcher Zeit für dienen Mann gemacht hast, wie eure ursprünglichen Vereinbarungen aussahen etc. Und dann beiss in den sauren Apfel und lass dich von einem Fachanwalt beraten. Das ist ein so komplexes Thema ... es gibt auch die Möglichkeit, sich im Scheidungsfall (und sonst glaube ich auch), wieder getrennt veranlagen zu können beim FA. Ich hab irgendwas drüber gelesen.

Gruß
Ak.

akademikerin
29.01.2007, 12:04
PS: Du hast bei ihm im Büro gearbeitet? Hast du eine Gegenleistung für deine Arbeit bekommen? Die kann man in Geld aufrechnen ... als Gegengewicht, kwasi :)

Inaktiver User
29.01.2007, 12:43
Hallo Akademikerin,
zum Nachweisen könnte ich Freunde, Kinder, Verwandte "benutzen" müssen, dass will ich nicht unbedingt.

Beim Anwalt war ich, will aber mich mit Noma gütlich trennen, wenn möglich. Habe bis jetzt schon viel Geld bezahlt, für den Anwalt ist es super, wenn wir streiten. Will erst abchecken, Aufwand gegen Nutzen.

Weiß vom Anwalt, dass über die Höhe der "Entschädigung" der Richter entscheiden wird und die Richter berücksichtigen wohl die Mitarbeit der Ehefrau und würdigen es auch, will aber nicht soweit kommen lassen, würde es gerne vorab mit Noma klären, dazu bräuchte ich aber Erfahrungswerte.

Klar, letztendlich ohne Anwalt geht es nicht, aber man kann die Kosten minimieren und (zuviel ) böses Blut vermeiden.
Gruß
dulcinea

akademikerin
29.01.2007, 12:55
Du könntest doch mal (d)einen Steuerberater fragen, wie du dich wieder allein veranlagen lassen kannst ... so aus reinem Interesse, ist klar, gell?

Übrigens: ihr könnt jederzeit einen Ehevertrag schliessen. Wenn du also eine für dich gute Lösung hast, die du als fair empfindest, dann rede mit deinem Noch-Gatten. Je nachdem, wie krass euer Verhältnis ist, ggf. im Beisein eines Mediators (Anwalt mit Zusatzausbildung).

Nur weil ihr immer zusammen veranlagt wart, müsst ihr es nicht ewig bleiben. Finanzamt oder Steuerberater fragen.

Ich finde es allerdings immer wieder erstaunlich, dass gerade in diesen Fällen erst alles in Eigenregie versucht widr und erst, wenn es sschon (fast) zu spät ist, ein Anwalt hinzugezogen wird. Auch mit einem Anwalt kann man das Honorar diskutieren. VORHER! Aber Wissen kostet ... und ist letztlich trotzdem oft genug billiger.

Den Stress würde ich mir gar nicht antun wollen, aus den unendlichen Urteilen das richtigge zu finden. Möglichkeiten sind unendlich.

Inaktiver User
29.01.2007, 14:43
Hallo Akademikerin,
habe meinen Anwalt gefragt, ob er mir nicht die Kosten der weiteren Beratung nennen kann (900 habe ich bereits bezahlt), er kann sich nicht festlegen, was es kosten wird. Somit muss ich mir wohl einen neuen Suchen, der bereit ist mir einen Pauschalbetrag zu nennen.
dulcinea

Mariechen44
29.01.2007, 21:21
Hallo Dulcinea,

guck mal hier:
www.brak.de/seiten/pdf/aktuelles/RVGeinspaltigl.pdf

Wennn Du den Anwalt wechselst, zahlst Du noch einmal von vorne.

Viel Erfolg

Minniemaus
30.01.2007, 00:15
Mininmaus,
er zahlt mir keinen Cent, er wird an meiner Rente partizipieren. Wir hatten eine Absprache, dass ich das kleine aber sichere Geld verdiene, damit ich ihm den Rücken frei halten kann und dann in die Firma mit einsteige mit meinem zweiten Standbein.
Ausgeträumt, er hat sich seine Zukunft anders vorgestellt und lebt sein Leben ohne mich. Es ist auch sein Recht, sich zu verändern, das sehe ich ein.

Wärest du so großzügig, auf deine Ansprüche zu verzichten und am Egsistenzminimum zu leben, damit der Andere 6 mal im Jahr Urlaub macht und seinen Hobbys nachgeht und du womöglich die Schulden aus seiner "Selbstverwirklichung" mitträgst? Wohlbemerkt ich habe zwei Kinder großgezogen, war die gesamte Ehen vollberufstätig und habe und im Büro ausgeholfen. Oder bist du der Meinung, alle Männer leisten den gleichen Beitrag für die Familie und Haushalt?

Wenn ja, dann beglückwünsche ich dich entweder für dein Glück oder deine grenzenlose Unwissenheit und Naivität in Sachen geschlechtlicher Gleichstellung im Beruf und in der Familie.

Und ausserdem wollte ich Infos haben, deine Frust kannst du woanders abladen:knatsch:
Provokant wie du: bist du wohl die Zweitfrau, oder?
dulcinea

Hallo Dulcinea,

ich muss dich enttäuschen....ich war die "Erstfrau", die zwei Kinder großzieht und gleichzeitig Vollzeit-Selbständig berufstätig ist immer nahe am Existenzminimum, die auf nachehelichen Unterhalt verzichtet hat, damit sie ihren Ex-Mann, der sich zwischenzeitlich auch schon mal arbeitslos meldet, nicht noch zusätzlich durchfüttern muss, weil er mit diversen Urlauben mit seiner Zweitfrau sich ein so angenehmes Leben wie nur irgendwie möglich macht und vor der großen ganzen Welt aber der ach so arme Schlucker ist, der kaum einen Cent hat um KU zu zahlen, sich aber vom völlig überschuldeten Reihenhaus nicht trennen mag, weil man(n) ja "Status"-Symbole braucht.
Denke nicht, dass ich hier meinen Frust ablade, aber ich sehe auch die anderen Seiten.....noch dazu bin ich bereits seit 2 1/2 Jahren geschieden und das ist gut so.....

LG
die Minniemaus

Inaktiver User
31.01.2007, 10:21
@Dulcinea, vielleicht kannst Du darüber nachdenken, Dich gar nicht zu trennen. Sondern Deine Ehe wieder zu beleben und weiter zu führen. Schließlich hast Du ihn ja mal geliebt.
Spart Dir massig Geld. Jede Menge Zeit. Und spart Frust.
Denk mal drüber nach. (ich bin nicht der Kumpel Deines Ehemannes. Nein nein)

Inaktiver User
01.02.2007, 10:14
Wie wäre es denn mit einem Mediator? Oft sind Mediatoren auch Anwälte, kennen also die juristische Seite, versuchen aber, eine für beide Seiten faire Lösung zu finden. Ist aber natürlich auch nicht ganz billig, aber vielleicht gut investiertes Geld?

Inaktiver User
22.02.2007, 17:11
Hallo an alle die sich die Mühe gemacht haben, mir Tipps zu geben.

Sierry4y,
wie meinst du das? Wohl doch ein Witz oder? Wie du selbst schreibst "hast geliebt" also Vergangenheit. Nein, meine Selbstachtung habe ich nicht verloren:schild genau: .

Minnimaus,
ich kriege auch gar keinen Unterhalt, nicht mal für den Sohn, weil es ihm finanziell so schlecht geht (übrigens, jetzt ist er im Skiurlaub). Ich will nur nicht die Schulden aus seiner "Selbstverwirklichung" abtragen müssen, bis an mein Lebensende. 10 Jahre lang habe ich es bereits getan. Ich freue mich jetzt auch auf die Scheidung von ihm und hoffe, dass er bis dahin wenigstens keine weitere Schulden macht, für die ich haften soll. Vorbei ist vorbei.

Mediator is schon angedacht, aber er muss auch bereit sein, Lösungen vorzubereiten und Kompromisse einzugehen.

Gruß
dulcinea

Inaktiver User
24.04.2007, 13:34
Hallo,
habe die Antwort selber (über Mediator) parat:

Eine freiberufliche Tätigkeit stellt einen Geldwert da, der bei der Zugewinnberechnung berücksichtigt wird.

Es wird je nach Beschaffenheit der Freiberuflertätigkeit als Geschäftswert, Sachwert, Good will, Liquitationswert, etc. berechnet.

Gruß
dulcinea