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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elterngeld und befristeter Vertrag



Inaktiver User
23.01.2007, 19:59
Hab schon im Job/ Finanzen-"Abteil" gepostet, bin mir auch nicht ganz sicher, ob das hier off topic ist?!? Falls ja, sorry...

Hallo,
vll. kann mir jemand helfen.
Wir planen derzeit Nachwuchs und ich würde gerne ein Jahr aussteigen aus meinem Job (mit dem neuen Elterngeld noch viel lieber!). Allerdings ist bei mir, wie bei Ärzten an Unis leider üblich, mein Vertrag befristet und läuft Ende diesen Jahres aus. Falls es mit der Schwangerschaft schnell klappen würde (weiss man nie, schon klar...) käme ich also noch kurz in den "Genuß" des Elterngelds. Aber was dann? Ich bin recht sicher, dass ich noch ein Jahr Verlängerung bekommen würde, wenn ich NICHT schwanger bin bzw. NICHT in Elternzeit wäre, aber schwanger oder in Elternzeit wird mein Chef nicht mal ein müdes Grinsen für mich übrig haben - ist leider die Realität...
Weiss jm, wie das mit befristeten Verträgen ist? Oder sind wir finanziell sogar besser dran, wenn ich mich einfach arbeitssuchend melde?
Klingt jetzt so, als wollten wir mit dem kleinen Wesen Geld machen, so ist es definitiv nicht! Aber finanzielle Unterstützung wäre schon toll, wenn ich eine kurze Zeit aussteige.

Schon mal vielen Dank, Schoki mit Mann!!!

Laborschnecke
24.01.2007, 09:09
@Schokomilch,
das interessiert mich auch. Ich bin Wissenschaftlerin und mein derzeitiger Arbeitsvertrag läuft im August aus. Ab Februar wollen mein Freund und ich mit der Verhütung aufhören.
Ich werde also erst nach dem Ende meines Arbeitsvertrag Mutter.

Du bekommst auch Elterngeld, wenn Du vorher arbeitslos bist. Ob das jetzt 67% des ALG1 sind oder nur der Mindestsatz von 300Euro, habe ich auch noch nicht richtig verstanden. In jedem Fall ist es weniger wenn Du direkt aus dem Arbeitsverhältnis in die Elternzeit wechselst.

Kennst Du diese Seite? (http://www.familien-wegweiser.de/wegweiser/service,did=75670.html)

Vielleicht findest Du die Information vor mir- dann kannst Du ja mal schreiben... Ansonsten bin ich auch noch am Lesen.

Ich drücke Dir die Daumen, dass es vielleicht doch schnell klappt!
Laborschnecke

-Prinzessin-
24.01.2007, 09:23
Hallo ihr zwei,

ich hatte auch genau das gleiche problem, habe nur jetzt das glück, dass mein vertrag bereits verlängert wurde. aber ich hatte mal das bundesfamilienministerium um infos gebeten, hier ist die antwort, die euch hoffentlich weiterhelfen wird:

Geplant ist derzeit, dass grundsätzlich bei der Berechnung des
Elterngeldanspruchs das Einkommen aus den letzten 12 Monaten vor der Geburt des Kindes maßgeblich ist. Bei Frauen, die das Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenkasse erhalten werden die letzten zwölf Kalendermonate vor dem Monat des Bezuges von Mutterschaftsgeld zu Grunde gelegt.
Wird in den letzten 12 Monaten nur teilweise Erwerbseinkommen erzielt, so fließen nur diese Monate, zu je 1/12 in die Berechnung ein. Bei z.B. 8 Monaten Erwerbseinkommen in dem betreffenden Zeitraum erzielt beträgt der maßgebliche durchschnittliche Nettoverdienst 8/12. Davon können maximal 67 %
als Elterngeld gezahlt werden. Ist das durchschnittlich erzielte Einkommen vor der Geburt des Kindes allerdings geringer als 1.000 Euro erhöht sich der Prozentsatz von 67 Prozent um 0,1 Prozentpunkte für je zwei Euro, um die das maßgebliche Einkommen den Betrag von 1.000 Euro unterschreitet. Das
Mindestelterngeld beträgt 300 Euro.
Eine Beendigung des Arbeitsverhältnisses vor oder nach der Geburt des Kindes hat keinen Einfluss auf den grundsätzlichen Anspruch oder die Höhe des Elterngeldes.

ich drück euch die daumen, dass alles bei euch so läuft wie ihr euch das wünscht....

ich mache mir allerdings gerade gedanken, wie es nach dem einen jahr elterngeld weitergehen soll, weil mein vertrag zwischenzeitlich auslaufen wird.... außerdem werde ich dann ja wohl nicht sofort vollzeit arbeiten können, wofür mein derzeitiger arbeitgeber leider kein verständnis haben wird....

Laborschnecke
24.01.2007, 09:26
Ich habe in der Broschüre folgendes gefunden:

Wie werden Einnahmen, die nicht Erwerbseinkommen
sind, berücksichtigt?
Nicht zum Erwerbseinkommen zählen zum Beispiel das
Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Renten, Stipendien,
BAföG oder Arbeitslosengeld II. Wird in dem für die
Einkommensermittlung maßgeblichen Zeitraum vor der
Geburt zeitweilig Erwerbseinkommen und zeitweilig etwa
wegen Arbeitslosigkeit kein Erwerbseinkommen bezogen,
vermindern sich grundsätzlich das für die Berechnung
zugrunde zu legende durchschnittliche Erwerbseinkommen
und entsprechend das Elterngeld.

Gibt es Elterngeld während des Arbeitslosengeldbezuges?
Nach der Geburt kann gegebenenfalls zwischen Elterngeld
und Arbeitslosengeld (ALG) gewählt werden. Ist eine Person
berechtigt, sowohl Elterngeld als auch ALG zu beziehen
(steht sie also dem Arbeitsmarkt zur Verfügung), kann sie
entweder im Bezugszeitraum des Elterngeldes ALG plus
300 Euro Elterngeld beziehen oder zunächst Elterngeld
in Höhe von 67 Prozent für das ausfallende Einkommen
beziehen und im Anschluss daran ihren Anspruch auf ALG
geltend machen.

Oh, ich sehe gerade, Prinzessin hat auch schon so etwas geschrieben.
Danke!!!!

Tja, was nach dem Elterngeld ist, ist für mich auch die viel entscheidendere Frage. Obwohl ich ja in den neuen Bundesländern wohne, wo es mit Kitas immer noch gar nicht so schlecht aussieht.

Butterplaetzchen
24.01.2007, 10:16
Das ist genau der Thread, den ich auch hätte eröffnen können - danke also an die Strangeröffnerin und an die, die so fleißig recherchiert haben!! :blumengabe: :blumengabe:

Ähnlich wie Laborschnecke bin ich Wissenschaftlerin und mein Vertrag läuft Ende des Jahres aus. Dann soll möglichst auch der Nachwuchs her bzw. da sein :freches grinsen:
Hab ich das also richtig verstanden: Wenn ich also z.B. zur Geburt des Kindes seit 2 Monaten arbeitslos bin, dann wird quasi das Nettoeinkommen der restlichen 10 Monate auf ein Jahr hoch gerechnet und davon gibt es dann 67% als Elterngeld für 12 bzw 14 Monate?
Angenommen, nach den 14 Monaten Elternzeit habe ich noch nicht direkt nen neuen Vertrag sondern bin z.B. ein weiteres halbes Jahr arbeitslos. Hab ich dann noch einen Anspruch auf Arbeitslosengeld (also ich meine jetzt die die 60(?)% vom Nettoeinkommen, die man unmittelbar nach Eintritt der Arbeitslosigkeit für 1(?) Jahr kriegt)? Oder bezieht sich die Berechnung des Arbeitslosengeldes auf das Elterngeld?

Naja, im Prinzip ungelegte Eier (im wahrsten Sinne des Wortes), denn noch bin ich nicht schwanger. Aber der Sachverhalt interessiert mich.

Grüße vom Butterplätzchen

Butterplaetzchen
24.01.2007, 10:18
oh mann, wer lesen kann, ist klar im Vorteil :gegen die wand: Im Prinzip steht die Antwort auf meine Frage bzgl. des ALG schon in Laborschneckes Beitrag - sorry!

Butterplaetzchen
24.01.2007, 10:28
Aber da fällt mir glatt noch ne Frage zu den Finanzen rund um Schwangerschaft und Geburt ein:
Wenn man zur Zeit der Geburt noch beschäftigt ist und vor der Geburt (6(?) Wochen) in Mutterschutz geht, bekommt man dann volles Gehalt oder Krankengeld von der KK? Muss ich den Mutterschutz überhaupt nehmen oder kann ich arbeiten so lange es mir gut geht? Also daß man das mit dem Arbeiten gehen handhaben kann wie man will ist mir schon klar, aber geht das auch richtig offiziell oder wird der Mutterschutz grundsätzlich angesetzt?

Laborschnecke
24.01.2007, 10:45
Hier der Text aus dem Mutterschutzgesetz:

§ 3 Beschäftigungsverbote für werdende Mütter
(1) Werdende Mütter dürfen nicht beschäftigt werden, soweit nach ärztlichem Zeugnis Leben oder Gesundheit von Mutter oder Kind bei Fortdauer der Beschäftigung gefährdet ist.

(2) Werdende Mütter dürfen in den letzten sechs Wochen vor der Entbindung nicht beschäftigt werden, es sei denn, dass sie sich zur Arbeitsleistung ausdrücklich bereit erklären; die Erklärung kann jederzeit widerrufen werden.

Zum Mutterschaftsgeld:
Da zahlt wohl die Krankenkasse einen Tagessatz, der Arbeitgeber zahlt dann den Rest zum bisherigen Nettogehalt (so habe ich den Text auf der HP meiner Krankenkasse verstanden).

Inaktiver User
24.01.2007, 18:51
ich bin begeistert!!! danke!!! tja, wissenschaftler an der uni (bin ärztin...)...
so ganz verstanden habe ich das noch nicht: also, wenn ich vor der geburt statt zwölf monaten nur noch acht gearbeitet habe oder sieben, dann errechnet sich das elterngeld aus dem gehalt hochgerundet auf zwölf monate oder nur aus den sieben...
sorry, steh auf dem schlauch..
also
gesamtgehalt der sieben monate durch sieben mal zwölf und davon 67%
oder
gesamtgehalt der sieben monate durch zwölf und davon 67%

bin ja froh, dass es andere auch nicht kapieren. viel glück beim üben!!!
gesamtgehalt der sieben moante

Inaktiver User
24.01.2007, 18:52
ups, was ich vergessen habe: hab die elterngeldstelle angemailt und leider noch keine antwort. stell sie natürlich sofort hier ein!

Butterplaetzchen
24.01.2007, 21:15
schokomilch, also ich versteh das folgendermaßen: wenn du im Jahr vor der Geburt eben nur 8 Monate gearbeitet hast, dann wird das nettoeinkommen dieser 8 monate addiert, dann durch 12 geteilt und davon 67% - und das ist dann der betrag, den du im folgenden pro monat als elterngeld bekommst.
wenn ich das falsch erklärt habe, dann bitte ich um berichtigung :lachen:

danke an laborschnecke für den auszug aus dem gesetzestext!

Historia02
24.01.2007, 21:24
Möchte noch was ergänzen, was meine Mutter durch einen Telefonanruf bei der Elterngeld-Hotline erfahren hat: Wenn man einen 20-Stunden-Studentenjob macht und da z.B. 800 EUR brutto verdient, dann kriegt man nur den Mindestsatz von 300 EUR, das Netto-Einkommen ist egal.

Da ich über 30 und kurz vorm Ende meines Zweitstudiums bin, ist das Thema Kinderkriegen und Elterngeld für meinen Mann und mich auch aktuell. Ich war doch ziemlich geschockt, dass ein solches Teilzeit-Studenten-Arbeitsverhältnis nicht "zählt". Dank Steuerklasse V kriege ich eh nur 600 netto raus. Aber davon wären 67% eben 400 statt 300 EUR.

Da der Bezug von Elterngeld ja analog zum Bezug von Arbeitslosengeld als Lohnersatzleistung gedacht ist, ist es eigentlich klar: Studenten haben keinen Anspruch auf ALG, also auch keinen auf Elterngeld. Aber ungerecht finde ich es - mal so ganz subjektiv - trotzdem. Heißt es nicht überall, die Studentinnen sollten am besten die Kinder schon im Studium kriegen? ;-)

*grummel*

Inaktiver User
25.01.2007, 08:32
@butterplätzchen: danke, stand auf dem schlauch... (das andere wäre auch zuuuu schön gewesen)

@historia: ja, finde ich auch doof. man wird "bestraft", wenn man zusätzlich zum studium arbeitet.

ansonsten nochmal danke, hey, die elterngeldstelle reagiert seit drei tagen gar nicht und in der bricom habe ich nach nicht mal einem tag die antwort! super!