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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinderwunsch nach Chemotherapie



cocolin
25.01.2017, 17:20
Hallo Foris,

ich habe lange gezögert vom Brustkrebsforum, bei dem ich seit 2013 aktiv bin, hierüber zu wechseln.

Kurz zu mir:

Ich habe schon seit ich denken kann einen ausgeprägten Kinderwunsch verspürt. Bereits als Jugendliche habe ich mir überlegt, wie viele Kinder ich haben wollte und mir Namen ausgedacht. Erzogen wurde ich wie viele meiner Generation aber so, dass ich pflichtbewusst zunächst mein Studium und mein Referendariat abgeschlossen habe. Ich bin Lehrerin. Als ich dann im Beruf stand, wartete ich eigentlich nur noch auf meinen Freund, einen Langzeitstudenten. Bereit war ich selbst für ein Kind schon mit Anfang 20. Aber so früh Mutter zu werden wäre natürlich verpönt und undenkbar gewesen.
Als ich 28 Jahre alt war, bekam ich dann statt einem Kind Brustkrebs. Sehr aggressiv und total unvermittelt. Einzige Überlebenschance war für mich das volle Programm mit Chemotherapie.
Die Substanzen der Chemo greifen alle sich schnell teilenden Zellen an, weshalb die Chemo unfruchtbar machen kann. Es besteht die Gefahr, dass sie die Eierstöcke und Eizellen zerstört. Häufig verliert die Frau in der Chemo ihre Periode. Dass das bei mir nicht passiert ist, werten die Ärzte als gutes Zeichen.

Heute bin ich (fast) 32 Jahre alt. Seit 3 Jahren bin ich krebsfrei. Seit eineinhalb Jahren versuchen mein Mann und ich ein Kind zu bekommen. Seit kurzem sind wir in einer Kinderwunschklinik in Betreuung. Es hat sich noch kein diagnostischer Grund aufgetan, weshalb ich nicht schwanger werden können sollte. Aber die Diagnostik ist noch nicht abgeschlossen. Grundsätzlich kann es sein, dass die Chemo eine Ursache ist, muss es aber nicht. Ich habe bereits im Brustkrebsforum viel Unterstützung bekommen. Da ich jedoch aktuell eher sehr spezifischen Erfahrungsaustausch zur KiWu-Behandlung suche, dachte ich mir ich schaue mal in diesem Forum vorbei.

Ich hibbele jeden Monat und habe riesen Angst davor, dass ich unfruchtbar bin. :niedergeschmettert:

Ich freue mich über Austausch jeder Art. Gibt es vielleicht dennoch jemanden hier, der nach Chemo versucht schwanger zu werden? Ich freue mich auch über persönliche Nachrichten.

xoxo
cocolin :blume:

Feeodora
26.01.2017, 11:38
Liebe Cocolin,

ich kann zwar nicht mit Erfahrung dienen bei Kinderwunsch und Chemotherapie, allerdings bei unerfüllten Kinderwunsch.

Grundsätzlich finde ich gut, dass du in einer Kiwuklinik bist. Die Ärzte können euch dort einfach am besten helfen. Eine unklare Diagnostik ist grundsätzlich kein Hinderungsgrund, da ja mithilfe von attestierter Befruchtung einige eventuelle Hinderungsgründe fürs schwangerwerdenden schon mal ausgehebelt werden können.

Wenn du magst komm doch rüber in den Hoffnungsstrang, da kann man sich austauschen und hilfreich zur Seite stehen:blume:.

Liebe Grüße

Fee

cocolin
26.01.2017, 16:22
Hallo Fee,

ich kann auch schon sehr viel besser mit allem umgehen, seit wir in die KiWu-Klinik gehen. Es ist gut was gegen das Gefühl der Ohnmacht zu tun. Am meisten habe ich Angst davor keine Antworten zu bekommen. Ich habe schon keine Antwort auf die Frage bekommen, warum ausgerechnet ich (bei einer 0,7%igen Chance in meinem Alter) Brustkrebs bekommen habe. Ich habe keine Antworten bekommen auf noch viele weitere Dinge die mein Leben seither erschüttert haben.
Ich hasse es keine Antwort zu bekommen. Das macht mich so hilflos und wütend.

Es ist absurd, aber es macht mich zur Zeit wütend, dass die Ärzte immer sagen, dass ja mein Zyklus super ist und meine Folikel im Ultraschall super aussehen. Weil ich dann einfach nicht verstehe warum ich dann nicht einfach schwanger werden kann, wie alle Welt in meinem Umfeld.

Fühle mich vom Schicksal verraten!

xoxo
cocolin

Feeodora
27.01.2017, 11:23
Ja, das kenn ich. Keine Antworten zu bekommen. Mich macht das auch oft traurig und gleichzeitig wütend. Bei uns gibt es auch keinen wirklichen Anhaltspunkt warum die ICSIs nicht klappen.

Ich hoffe, dass dir in der Klinik geholfen werden kann, dass es nur eine kleine Stellschraube ist.

Und ja das Schicksal ist ein kleiner mieser Verräter!

Alles Gute:blume:,

Fee

cocolin
02.04.2017, 15:06
So, die ersten Ergebnisse sind nach langem Warten aus der Andrologie eingetrudelt. Offensichtlich wurde eine Ureaplasmainfektion festgestellt und wir müssen nun beide Antibiotika nehmen. Außerdem wurden bei meinem Mann zu wenige normalgeformte Spermien gefunden. Kann das wohl durch die Ureaplasmeninfektion ausgelöst worden sein? Hat jemand damit Erfahrung?

xoxo
cocolin

cocolin
27.06.2017, 18:50
Hallo an alle,
ich soll diese Woche die Bauchspiegelung bekommen und habe heute einen leichten Schock erlitten als ich die Aufklärungsgespräche hatte. Ich dachte das ist ne kleine Sache und ich könnte nächste Woche wieder arbeiten gehen. Jetzt meinte der Arzt, dass ich wahrscheinlich 1-2Wochen krankgeschrieben sein würde.

Wie waren denn eure Erfahrungen?

xoxo
cocolin

Lucilla01
27.06.2017, 19:45
Cocolin, ich hatte im April ne Bauchspiegelung wegen Endometriose. Es gab 3 wirklich nur mini Löcher in den Bauch, da sieht man jetzt schon fast nix mehr. Die OP hat so be gute Stunde gedauert und dann hab ich den Rest des Tages meinen Rausch in der Tagesklinik ausgeschlafen.
Krank war ich dann 2 Wochen (hab keinen Büro Job), der Bauch hat nur ein bisschen weh getan, ich hatte aber die ersten Tage Schulterschmerzen. Kommt vom Gas im Buch was evtl. auf den Nerv drückt. Aber mit Schmerzmittel auszuhalten. Man hat sich so ein bisschen wie ne alte Frau gefühlt😂😂
Die anderen die auch an dem Tag ne BS hatten hatten damit kein Problem. Dagegen hilft schon direkt nach der OP auf der Seite liegen.
Und ich bin bei der ICSI nach der BS und Endo Entfernung schwanger geworden. Bin froh, dass ich es gemacht habe und nehm die Tage Pause, der Körper braucht ein bisschen Erholung, es nicht toll, aber auch nicht wirklich schlimm.
Ich drück Dir die Daumen, dass Deine BS erfolgreich Verläuft und den Versuch danach, wir konnten dann im nächsten Zyklus gleich weiter machen.

Neon81
28.06.2017, 09:42
Hallo Cocolin,

ich hatte letztes Jahr zwei Bauchspiegelungen, die erste war zum „Schauen“ ob man in Downunder irgendeinen Grund feststellen kann, warum die bisherigen 5 Icsis nicht geklappt hatten.
Der Arzt konnte vaginal schon sehen was los war, es wurde entdeckt, dass meine Gebärmutter innen viele Verwachsungen und Vernarbungen hat (Asherman Syndrom).
Eierstöcke wurden hierbei nicht überpüft, also deshalb auch keine Bauchschnitte.
In der zweiten OP sollten dann die Vernarbungen entfernt werden, sie dauerte ca. 30 min, ich hab nochmal die Fotos damals von meinem Bauch rausgekramt und ich hatte nur einen Schnitt in meinem Bauchnabel, dadurch wurde eine Kamera mit Lichtquelle eingeführt, vaginal hat der Arzt die Verwachsungen gelöst und durch die Lichtquelle geschaut, dass er nicht zu nah an die Gebärmutterwand kommt, also zu nah ans Licht.
Die Kamera hat ihm auch gezeigt, dass die Gebärmutter keine Fehlbildungen aufweißt, sondern optisch ansonsten normal aussieht.

Beide OPs wurden unter Narkose durchgeführt, ich musste immer bis zum nächsten Morgen in der Klinik bleiben und ich glaube ich war nach der zweiten OP eine Woche krankgeschrieben, hatte aber gar keine Probleme, nur vaginale Blutungen natürlich. Schmerzmittel habe ich keine benötigt.

Es war also nicht die klassische Endometriose-OP, wie sie Lucilla beschreibt, aber ich wollte dir trotzdem schreiben wie es bei mir lief, denn es kann auch mal anders kommen als geplant.
Hab keine Angst davor, es ist nicht so dramatisch wie es im ersten Moment klingt !

Achja und nach dem ersten Transfer nach der OP wurde ich gleich schwanger, das allererste Mal nach 5 Jahren Kinderwunschbehandlung !

Ich wünsche dir viel Glück für die OP, wäre schön wenn du uns schreibst wie es gelaufen ist ! :smile:

cocolin
30.06.2017, 00:48
Jup, es ist Endometriose. Habe nun auch vier kleine Schnitte. Op hat aber 2-3 Std. gedauert. Ein Herd lag hinter der Gebärmutter und einer seitlich am Eierstock. Ich bin froh, dass ich es gemacht habe. Auch wenn mich die Narkose voll mitgenommen diesmal. Ich bin so froh, dass es somit wahrscheinlich eine Ursache gibt, die nichts mit der Chemotherapie zu tun hat. Vielleicht kann ich ja doch irgendwann Mama werden.

Danke für den Zuspruch Mädels! Ich ruh mich jetzt erstmal aus.

xoxo
cocolin

Neon81
30.06.2017, 11:56
Ich bin so froh, dass es somit wahrscheinlich eine Ursache gibt, die nichts mit der Chemotherapie zu tun hat.Das ist klasse !
Ich wünsche dir gute Erholung und viel Erfolg für die nächste Behandlung :allesok: