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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zahnarztbehandlung in einer Uni-Klinik



Entfernte
21.01.2007, 15:49
Hat jemand Erfahrungen mit einer Zahnbehandlung in einer Uni-Klinik? Bei mir steht (auch aufgrund einer Erkrankung) eine umfangreiche Zahnsanierung (Zahnersatz/Implantate) an. Eigentlich wollte ich die bei einem Zahnarzt durchführen lassen; selbst zu tragende Kosten ca. 12.000 €, die Krankenkasse schickte mich dann zu einem Gutachter, und nachdem dieser mir die Frage gestellt hatte: "Wer hat denn den Behandlungsplan aufgestellt, der Zahnarzt selber?, so kann die Behandlung nicht durchgeführt werden!" habe ich irgendwie das Vertrauen in diesen Zahnarzt verloren und möchte wechseln.

Für jeden Hinweis wäre ich dankbar
Entfernte

Nimwen
22.01.2007, 16:44
Hallo Entfernte,

ab morgen hab ich Erfahrung.

:smirksmile:

Da ich mir an einem Freitag arbeitgeberfreundlich die Weisheitszähne herausnehmen lassen möchte und entsprechend am Wochenende bei evtl. "Notfall" nicht dumm dastehen möchte, werde ich morgen zur Vorbesprechung in die Klinik gehen.

Werd dann mal berichten....

Was befürchtest Du denn? Als Anschauungsobjekt zu dienen? Kann passieren... Einer Freundin von mir passierte etwas eher Unerfreuliches, als die Studis dann auch mal pieksen durften. Leider war´s der Nerv. Aber sie hatte noch so eine Extra-Zustimmung gegeben, ich glaube nicht, dass das so einfach möglich ist (weiß ich aber nicht).

Ansonsten war ich bisher 2x mit anderen Krankheiten in der Uni-Klinik und hab bisher nur positive Erfahrungen gemacht. Wenn man was Außergewöhnliches hat, wird man schon mal gefragt, ob Studis mal gucken dürfen. Fand ich jetzt nicht so schlimm.... Dafür sind die Ärzte alle super-fit und fachlich und technisch auf dem neusten Stand gewesen.

LG und alles Gute
Nimwen

Ravina
22.01.2007, 17:17
liebe
entfernte!!

zweite meinung einholen ist nie verkehrt.
es gibt sogar ärzte, die es in ihrem angebot haben.

alles gute:zwinker:

Entfernte
22.01.2007, 22:59
Danke für Eure Antworten, würde mich über kurzen Bericht von Dir, Nimwen, freuen und drücke die Daumen, dass für Dich alles gut klappt.
LG Entfernte

Nimwen
23.01.2007, 18:43
Hallo Entfernte,
danke!

Also, erst mal hab ich festgestellt, dass ich mich ein bisschen vertan hab, weil es doch gar nicht die Uni-Klinik war (ups). Ich hatte gedacht, es sei angegliedert, aber es ist "nur" eine akad. Lehrklinik und von einem Univ.-Prof. geleitet.

:peinlich:

Also weiß ich jetzt nicht, ob das für Dich interessant ist. War auf jeden Fall gut, ich hab einen wirklich guten Eindruck, alles super organisiert und die Leute wirkten sehr fähig. Ich war ruck-zuck dran und alles wurde erklärt und so (find ich wichtig).

Wie schon geschrieben, war ich schon 2x in einer Uniklinik. Waren andere Abteilungen, aber ich war jedes Mal sehr zufrieden und hatte wirklich das Gefühl, nach "allen Regeln der Kunst" behandelt worden zu sein.

Ich wünsch Dir alles Gute,
lg
Nimwen

erdbeereis
23.01.2007, 20:07
Hallo Entfernte,

was hat denn der Gutachter noch so gesagt? Ich finde das immer ziemlich heftig, wenn man als Patient dort sitzt und es geht um DICH und ein Zahnarzt macht den anderen madig. Der Gutachter ist doch auch 'nur' Zahnarzt, oder? Wie begründet er denn, dass der Kollege das nicht gut gemacht haben soll mit dem Behandlungsplan?
Ich frage deshalb so genau, weil ich bisher schon 4 Kostenanschläge innerhalb der letzten 2 Jahre eingeholt habe. Ich bin nur noch am ZA-Wechseln. So langsam reicht es mir nämlich. Sobald sie ihren KV erstellt haben, lässt mein Vertrauen erheblich nach. Irgendwie erlebe ich immer dasselbe. Die Kostenpläne haben eine Spanne von 2.000 bis 9.000 Euro! Ich bin NICHT auf der Suche nach dem billigsten Angebot. Für mich ist Erfahrung, Technik, Materialien, VERTRAUEN entscheidend. Ganz wichtig ist mir aber, dass ICH verstanden werde, dass auf meine spezielle Situation eingegangen wird. Z.B. lehne ich Implantate für mich generell ab. Da sinke ich erheblich in der Wertigkeit bei den Zahnärzten. Es gibt ja auch sehr gute technische/nicht sichtbare Lösungen OHNE Implantate. Aber anscheinend klingelts da nicht so dolle in deren Kasse. Ein Implantat würde ich mir NIE von einem nedergelassenen ZA setzen lassen. Da würde ich immer in eine Klinik gehen, die darauf spezialisiert ist. DU musst schließlich die nächsten 30 Jahre damit rumlaufen. Da schaffen auch die Urkunden im Wartezimmer kein Vertrauen bei mir, wenn ich doch weiß dass dieser ZA nur so alle paar Wochen mal ein Implantat setzt.
Naja aber das ist ja sowieso nicht mein Thema.

Entfernte
23.01.2007, 22:52
Hallo Nimwen, danke für Deinen Bericht. Ich werde mich auch in eine Zahnklinik der Charité begeben und hoffe auf Kompetenz.

Hallo Erdbeereis,
danke für Deinen Beitrag, du sprichst mir aus der Seele. Habe auch den 3. Behandlungsplan vorzuliegen. Auch mir geht es nicht darum, den billigsten ZA zu finden, sondern einen, der mir eine optimale Lösung anbietet. Wenn ich schon 12000 € aufbringen muss, dann will ich wenigstens ein gutes Gefühl haben, dass das so in Ordnung ist. Der ZA hatte mir eine Brücke vorgeschlagen u. der Gutachter hat mir auf dem Röntgenbild gezeigt, dass ein Zahn, auf dem die Brücke sitzen soll, unter einer Krone Karies hat und somit diese Lösung mehr als fraglich ist. Hierauf hätte mich der ZA wenigstens hinweisen können. Aber nachdem ich keine Implantate wollte (25.000 €), hatte er scheinbar auch kein richtiges Interesse mehr. Ich bin schon fast verzweifelt, weil ich zu keinem ZA Vertrauen aufbauen konnte. Mein ZA, bei dem ich jahrelang in Behandlung war, hat seine Praxis aus Krankheitsgründen aufgeben müssen, außerdem bin ich von der Stadt aufs Land verzogen, was die Sache nicht einfacher macht. Nun werde ich Anfang Februar wieder in meiner Heimatstadt sein und dort die Zahnklinik der Charité aufsuchen. Hier habe ich gehört, dass es nicht nur um Verdienst geht und lass mich mal überraschen. Dir wünsche ich also auch alles Gute, soll ich Dir eine PN senden, wenn ich aus Berlin zurückkomme (weiss zwar nicht, wie es geht, aber ich könnte es versuchen)?
Liebe Grüße Entfernte

erdbeereis
24.01.2007, 17:13
Hallo Entfernte,
weißt du was? Am liebsten würde ich dich in die Charité begleiten und schön aufpassen und gucken, was die dort anstellen. Ich bin auch aus Berlin und habe diese Variante eigentlich auch schon in Erwägung gezogen, weil meine Behandlung auch ziemlich umfangreich sein wird und da ist es mir wirklich lieber, es schauen mehr 'Fach'augen dabei zu. Hast du denn dort jetzt schon richtig Termine oder gehst du nun erstmal um alles nochmal neu beraten zu lassen?
Ja, schick mir bitte unbedingt eine PN! Du brauchst nur auf meinen Nick zu klicken und dann "Private Nachricht senden..."

Aber trotzdem finde ich das echt heftig, dass es anscheinend überall so ist mit den ZÄ. Also ich kann mir kaum vorstellen, dass die ständig Patienten haben, die mal eben so 12.000 Euro ausgeben. Ich finde da kann man sich doch mal bemühen drum, oder?
Ich wünsch dir alles Gute für deine Behandlung und melde dich bitte, ja?

Margali62
29.01.2007, 15:10
*jetzt neugierig bin* was ist denn die Alternative zu Implantaten?

kathrin75
06.02.2007, 19:49
Hallo,

beim Zahnarzt gilt häufig: Viele Wege führen nach Rom. Natürlich sollte sich der Zahnarzt primär nach den Wünschen des Patienten (Implantate ja oder nein, festsitzender Zahnersatz oder herausnehmbarer, metallfreie Kronen etc.) und dem Behandlungsbedarf richten. Trotzdem kann ein Zahnarzt Dir nur das empfehlen, was er kann, und das ist je nach Fortbildungswillen bzw. Können und letztlich auch Alter der Zahnärzte echt ein weites Feld. Allerdings kommt es schon einmal vor, dass sich auch in Unikliniken die Zahnärzte nicht einig sind, der eine würde einen Zahn vielleicht mit einem Inlay versorgen, der andere mit einer Teilkrone. Dabei ist es aber natürlich so, dass es ziemlich eindeutig ist, ob sich um eine Karies oder eine erneuerungsbedürftige Krone handelt. Dafür ist es in Unikliniken meistens so, dass die Fälle der Assistenzärzte mit den zuständigen Oberärzten und die Fälle der Oberärzte mit dem Chefarzt besprochen werden. Besonders kniffelige Fälle werden in großer Runde diskutiert. Will sagen, vier Augen sehen mehr als zwei usw.. Der generelle Vorteil bei Unikliniken ist, dass die Ärzte meist wissenschaftlich auf dem letzten Stand sind, d.h. Du genießt in der Regel beste Materialien und Methoden. Noch dazu bekommen die Ärzte in Kliniken ein Festgehalt und sind nicht daran interessiert, den Porsche abzubezahlen mithilfe Deiner Behandlung. Die Nachteile an der Klinik sind a) längere Dauer der Behandlung insgesamt durch weniger Behandlungszeit der Ärzte dort (die müssen sich meist halbtags der Studentenausbildung widmen) und b) die generellen Nachteile eines "großen Ladens": Viele Praxen sind einfach besser organisiert und arbeiten effizienter als Unikliniken.
In diesem Sinne: au Backe...