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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Irgendwie bin ich unglücklich.



Chila
17.01.2007, 17:48
Hallöchen erst mal.

Möchte mal frei von der Leber schreiben.....
Ich bin 27 Jahre alt und Krankenschwester und ich kann nicht mehr.Ich bin unglücklich und es geht mir nicht gut.Ich meine Psychisch ,körperlich ist alles in Odnung.
Ich arbeite seit 6 Jahren in einem Altenheim und hasse es.Es macht mir absolut keinen spass mehr und ich habe mich sehr verändert.Ich bin nicht mehr so selbsbewusst und habe oft zustände in denen ich einfach so ohne ersichtlichen grund Angst bekomme.
Ausserdem könnt ich manchmal einfach los Heulen.Ich bin nicht mehr ich selbst,stehe manchmal wie neben mir.
Die Arbeit macht mich kaputt wir werden von der Heimleitung behandelt als wären wir nichts wert und wenn ich mal aufmucke werde ich gleich zur Leitung zitiert.
Ich war früher mal so glücklich und frech ;-).Vom Typ her bin ich eher die ruhige aber ich habe mich immer gewehrt und gesagt was mich stört usw...aber ich bekomme nur Ärger und den Mund verboten.
Ich merke das auch von meinen Mitmenschen.Ich ziehe mich immer mehr zurück und spühre ablehnung von zb Arbeitskollegen weil viele denken ich wäre Arogant da ich mich einfach nicht mehr traue was zu sagen.Oft fühle ich mich so hilflos und weiss gar nichts zu sagen oder denke es ist doch eh stuss was ich sage.
Vor einigen Jahren war das nicht so.Wenn ich glücklich bin bin ich ein ganz anderer Mensch ich möcht wieder so werden und ich denke wenn ich den Arbeitsplatz wechsle wird das wieder aber es ist so schwer was zu finden.Ich bewerbe mich regelmässig aber bis jetzt nichts.
Ich kann ja froh sein das ich nen Job habe viele haben keinen.
Was soll ich den tun?!Wenn ich noch lange dort bleiben muss brech ich zusammen.Es geht nun schon 3 Jahre so.
Ich habe einen ganz lieben Freund der das auch weiss aber ich habe das Gefühl er versteht mich nicht so.Er meint das gehe vorbei.
Ich bin eine Liebenswerte Person und habe das recht auf ein schönes Leben aber ich kriegs nicht mehr hin!

Vielen Dank fürs zuhören(lesen)

Chila

Inaktiver User
17.01.2007, 23:36
Hallo Chila

Das hört sich für mich nach burn-out an.

Ich arbeite auch in einem Altenheim, seit 13 Jahren, und kann mir ziemlich gut vorstellen, wie Du Dich fühlst. Solche Phasen hatte ich in der Vergangenheit auch schon, aber sowas darf natürlich nicht über einen längeren Zeitraum gehen. Die psychische Belastung in diesem Beruf ist enorm groß, nicht umsonst steigen viele schon nach 3-4 Jahren aus. Und die Tendenz geht dahin, daß die äußeren Rahmenbedingungen (Pflegeschlüssel, steigende Anforderungen durch MDK, absurder Verwaltungsaufwand) für das Personal sich nicht gerade verbessern werden.
Du kannst die Zustände in der stationären Pflege nicht ändern.
Du kannst nur versuchen, damit zurechtzukommen oder Deine Konsequenzen ziehen. In der Regel kann man sich einer Situation entweder nur anpassen, oder seine Einstellung dazu verändern, oder sich ihr entziehen...

Du sagst, daß es Dir schon seit drei Jahren (!!) so schlecht geht.
Dann solltest Du unbedingt die Notbremse ziehen.
Hast du keine Möglichkeit als Krankenschwester zu arbeiten?
Manchmal sind in Krankenhäusern die Arbeitsbedingungen leichter als in der Altenpflege. Du mußt auf alle Fälle etwas tun. Gibt es bei Euch Supervision? Hast Du irgendeine Kollegin, mit der Du offen reden kannst? Es ist schön, daß Dein Freund Verständnis zeigt, aber viele dieser Situationen kann sich ein Außenstehender einfach nicht vorstellen.

Wäre die ambulante Pflege vielleicht etwas für Dich?
Oder eine Fort/Weiterbildung in einen berufsverwandten Bereich (evtl. Arztpraxis)? Und wenn gar nichts mehr geht, vielleicht etwas ganz anderes? Du bist ja noch relativ jung, mit Deiner Ausbildung als Grundlage läßt sich doch sicher irgendeine Möglichkeit finden.

Auf alle Fälle stimme ich Dir natürlich zu -
Du hast das Recht auf ein glückliches Leben :blumengabe:

LG ilmaro

Inaktiver User
18.01.2007, 00:22
Liebe Chila,
ich wünsche Dir ganz herzlich einen neuen Job (wo Du Dich halt bewirbst).

Vielleicht könntest Du ein zusätzliches stabiles und aufbauendes soziales Umfeld gebrauchen (Chor, Sportverein, Volkshochschule?).

Ganz liebe Grüße herbstblatt2

Atis
18.01.2007, 00:59
Liebe Chila,

ich kann Dich gut verstehen, dieser Beruf kann wirklich auslaugend sein. Ich habe früher selbst mal in der Pflege gearbeitet, und mein Mann ist Altenpfleger und ist auch ziemlich fertig. Wie Ilmaro schon schrieb, werden die Zustände und Belastungen in diesem Bereich wirklich immer schlimmer.

Ich würde Dir auch empfehlen, Dich nach einem anderen Bereich umzusehen, es wurden ja schon einige Vorschläge gemacht. Leider muss man ja Weiterbildungen zum großen Teil selbst bezahlen; wenn Du es Dir leisten könntest, würde ich das auch in Betracht ziehen.

Hast Du über Deine Situation schon einmal mit Deinem Arzt gesprochen? Ein Burn-out ist keine Schande, und in dem Zustand, den Du beschreibst, wäre eine längere Krankschreibung m.E. wirklich gerechtfertigt. Dann hättest Du erst einmal etwas Zeit zum Aufatmen und um zu überlegen, was Du tun könntest, und um Dich über andere Stellen und / oder Fortbildungsmassnahmen zu informieren. Geh doch einmal zum Arzt und sprich offen und ehrlich mit ihm.

Alles Gute! :blumengabe:

Lieben Gruß, Atis.