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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie geht das: um den Partner kämpfen?



Siofna
14.01.2007, 17:09
Hallo,
ich habe hier schon oft mitgelesen und jetzt habe ich mich auch mal angemeldet, weil ich einen Rat brauche.

Mein Mann hat sich getrennt und ich habe Schuld.
Wir sind 40/43 Jahre alt, 6 Jahre zusammen, 3 Jahre verheiratet, er hat zwei Kinder,
die nur am WE bei uns sind.
Schon immer litt ich unter Angst und Depressionen, aber wir konnten ein halbwegs normales Leben führen, ohne wirkliche Einschränkungen.
Seit 1 1/2 Jahren geht es mir aber immer schlechter, immer öfter bin ich nicht mehr mit ihm zu Veranstaltungen/Einladungen mitgegangen. Hab mich in meinem Zimmer verkrochen.
Er hats irgendwie so hingenommen, hat nur gesagt "Ich würde mich freuen, wenn Du mitkommst".
Ein- zweimal hat er erwähnt, das es so nicht weitergehen kann, er hat ja nicht wirklich mehr eine Frau, ich würde mich von allem ausschliessen. Aber so richtig ernst habe ich ihn nie genommen, er hat mir ja auch keine Konsequenzen angedroht, es war so einfach für mich.

Im Dezember erneuerte er dann seine Freundschaft zu einer Frau, die er vor 3 Jahren kennengelernt hatte und für die er mich damals fast verlassen hatte, weil er die Frau so toll fand.
Er trifft sich mit dieser Frau, angeblich reden sie nur, gehen ins Kino und was trinken, mehr läuft angeblich nicht. Für ihn ist es natürlich toll, eine neue Bekanntschaft ist immer spannend,
endlich kann er mal wieder ausgehen.

Vor einer Woche hat er mit mir Schluss gemacht. Er will nicht mehr so einen Trauerkloss als Frau.
Und es fällt ja so leicht, Schluss zu machen, wenn da schon jemand anderes ist!
Ich bin erstmal bei meiner Schwester unterschlüpft.
Plötzlich kommen SMS in der schreibt, er hofft, wir finden einen gemeinsamen Weg.
Er hat seinen Ehering wieder aufgesetzt und er nennt mich in den SMS bei meinen Kosenamen.
Er sagte, er weiß selber nicht, was er will.
Ich habe mir Hoffnung gemacht, das wir wieder zueinander finden können und habe ihn gefragt,
ob er mich unterstützen wird, mit meiner Angsterkrankung fertig zu werden?
Daraufhin mailte er, er erwartet, dass ich mich sofort ändere und meine Frage zeigt ihm,
dass ich nicht bereit bin, mich zu ändern, es hat keinen Zweck.
Seit ich weg bin, löst er sich von mir und wir können mal demnächst unsere Angelegenheiten regeln (für die Scheidung). Er trifft sich weiterhin mit der anderen Frau, weil man mit ihr so gut reden kann.

Jetzt weiß ich nicht, wie ich um meinen Mann kämpfen soll?
Da ist eine andere Frau. Ich bin weit weg, in einer anderen Stadt.
Da ist meine Angsterkrankung/Depressionen, ich kann nicht morgen mit ihm ins Kino gehen oder auf ein Rockkonzert.

Ich bin vollkommen überfordert mit der Situation, ich weiß aber, dass ich aus meiner Angst raus will und ihn liebe und darum kämpfen möchte. Aber wie?
Könnt ihr mir was raten?

Prijon
14.01.2007, 19:00
Hallo Siofna,

der Titel dieses Forums ist tatsächlich etwas unglücklich gewählt. Man kann nicht "um den Partner kämpfen", glaube ich. In Krisensituationen kann man um sich selber kämpfen und dann schauen, was wird. Mehr nicht. Um den Partner kämpfen führt zur Selbstaufgabe. Zu Selbstbetrug.

Du merkst das ja selbst: Dein Mann hat Probleme mit Dir, kann mit Deinem "Ich-Sein" nicht umgehen. Und er erwartet, dass DU Dich jetzt sozusagen auf der Stelle änderst. Das funktioniert aber nicht. Es kann nichtfunktionieren. Du bist, wie Du bist - und das tust Du ja nicht aus Bosheit oder so. Sondern weil Du erstmal nicht anders kannst.

Allerdings: Ich hätte auch die Erwartung, dass meine Partnerin (so sie denn solche Probleme hätte), diese Probleme auch anginge - Stichwort Therapie. Ein "Verharren" ihrerseits könnte ich auch nicht hinnehmen.

Die andere Frau ist nicht wichtig, glaube ich. Dein Mann hat schon ein ganz schönes Problem, das zieht ihn runter. Da (in welcher Weise auch immer) wieder aufgebaut zu werden, wird ihm gut tun. Das gönne ich ihm. Auf SIE zu schauen verstellt für Dich aber den Blick auf die Probleme, die IHR miteinander habt.

Prijon

Sadness
14.01.2007, 22:15
Liebe siofna,

jetzt erst mal eine ladung Trost in deine Richtung...lass dich drücken.

So und jetzt folgt leich das Kopfwaschen...du bist nicht schuld, rede dir das nicht ein....du hast vielleicht auch deinen Teil beigetragen, hättest schon lange etwas gegen deine Erkrankung unternehmen können...aber wieso hat dich dein Partner nicht unterstützt, sondern unter Druck gesetzt...du musst dich ändern, er hätte dir Hilfe und Unterstützung im Kampf um dein Leben anbieten sollen.

Und jetzt schiebt er dir den schwarzen Peter zu...das ist nicht fair

Such dir einen Theapeuten um deine Angst zu bewätligen...und dann überlege was du für die Zukunft willst

laudrey
15.01.2007, 07:33
liebe Siofna,
wenn du beginnst, an dir selbst zu arbeiten, wird das ein signal an deinen mann sein. und wenn du irgendwann soweit bist, dass deine angstzustände weniger werden und du wieder unter leute gehen kannst, dann wird es auch eine chance geben für euch beiden. ich schließe mich insofern den beiden schreibern an.

hab mut, mit dir selbst zu beginnen und hier eine veränderung zu suchen - auch wenn dein mann sich erstmal entfernt oder sogar bei dir auszieht. diese eine baustelle wird dich wahrscheinlich ziemlich in beschlag nehmen.
wenn du ein stück weit wieder "die alte" bist kannst du immernoch versuchen, eure beziehung wiederzubeleben. er wird dann sehen, dass du eine veränderung anstrebst und vielleicht auch wieder seine liebe zu dir finden.

ich wünsche dir alles gute!
laudrey

Siofna
17.01.2007, 16:02
Ohje, ich war drei Tage ohne Internet.
Vielen Dank für die Antworten.

Ja, mir ist klar, das ich was machen muss, eine Therapie.
Aber mir läuft ja die Zeit davon.
Es dauert, einen Therapeuten zu finden, einen Therapieplatz, und eine Therapie selber dauert auch Monate/Jahre.
Wie kann ich um meinen Mann kämpfen, wenn ich nicht morgen mit ihm ins Kino kann, die andere Frau aber schon?
Ich bin ja zur Zeit bei meiner Schwester in einer anderen Stadt und ich habe Angst, dass meine Abwesenheit nutzen wird, sich nach anderen Frauen umzuschauen.
Wenn er dann erstmal eine andere hat, werde ich keine Chance mehr haben, an ihn ranzukommen.
Ich würde so gerne jetzt was machen, ich bin so ungeduldig und habe Angst, dass mir die "Felle davonschwimmen"

Inaktiver User
17.01.2007, 16:45
Hallo Siofna,
du musst erst einmal an dich denken und etwas fuer DICH tun! Nicht deinem Mann zuliebe dich verbiegen.Wenn du eineTherapie anfängst, dann muss es aus eigener Ueberzeugung sein etwas fuer dich zu tun und nicht fuer andere!
Und ich denke, wenn dein Mann sieht, dass du wirklich etwas tun willst gegen deine Angstneurose, so wird er dich auch unterstuetzen!Sie es doch als einen "Schuss vor den Bug" an, sozusagen: hallo Mädchen,wach auf, ich liebe dich zwar aber du musst dafuer auch etwas tun, sonst bin ich weg!
Viel Glueck, pitti

Siofna
17.01.2007, 17:33
Schön wärs, wenn es ein Schuss vor den Bug wäre.
War es aber nicht.
Es war ein "So nicht mehr, ich trenne mich".
Das ist auch das, was ich ihm vorhalte, es gab keine Vorwarnung, nur ein " ... könntest Du vielleicht" und " ... es wäre schön, wenn".

Habe eben bei ihm angerufen, er ist nicht da.
Er ist bei ihr.
Das tut mir immer so weh.

Prijon
17.01.2007, 17:37
Habe eben bei ihm angerufen, er ist nicht da.
Er ist bei ihr.


Oder Einkaufen.
Oder in der Waschküche.
Vielleicht muss er noch arbeiten.
Oder besucht Freunde.

Es gibt 1000 Möglichkeiten, wo er sein könnte. Vielleicht ist er tatsächlich auch bei ihr. Aber ich glaube, das ist NICHT Dein Problem. Dein Problem ist Deine Situation - nur daran kannst Du was ändern.

Prijon