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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Mein Auto löst sich in Rost auf- wieviel Pflege ist nötig?



Alda79
17.11.2016, 13:58
Aus gegebenem Anlass mal eine Frage:

Wieviel Pflege -und vor allem : welche Pflege- ist gerade so nötig, um ein Auto in Schuss zu halten?

Mein 13 Jahre "alter" Ford löst sich gerade von unten auf.
Hauptuntersuchung leider nicht bestanden, weil die Schweller auf beiden Seiten von hinten bis etwa zur Fahrzeugmitte völlig korrodiert waren. (Von außen war erst mal nur eine kleine Stelle ganz hinten zu sehen, daher war ich einigermaßen überrascht über das ganze Ausmaß ...und natürlich die Werkstattrechnung...).
Die hinteren Türen fangen auch unten an zu rosten.

Nun steht ohnehin schon fest, dass ein neues Auto her muss (unabhängig von der Rostgeschichte- das stand vorher schon fest), aber ich frage mich nun natürlich, ob und wie das Auto besser hätte gepflegt werden können, um so was zu verhindern.

Zugegebenermaßen habe ich mit Job, Kindern, Hobbies und Haushalt echt genug zu tun, so dass das Auto bisher absolut unterste Priorität hatte. Mein Mann hat leider keinerlei Interesse am Auto-Tätscheln :nudelholz:.

Ich habe es bisher vielleicht 2 -3 Mal im Jahr in so einer Selbstbedienunganlage abgeduscht, und vielleicht 3-4 Mal im Jahr innen ausgesaugt. :peinlich:

Ich werde sicherlich auch in Zukunft ein neues Auto nicht wöchentlich durch die Waschstraße fahren und anschließend polieren, aber:

Was ist wirklich sinnvoll? Und wie oft?

Wie pflegt ihr eure fahrbaren Untersätze?

sundays
17.11.2016, 14:06
Auch nicht mehr als du. Ich lese vorm Kauf die Gebrauchtwagenreports :freches grinsen:
Mein Toyota ist 14 und praktisch rostfrei.
Wenn du viel im Winter auf gestreuten Straßen gefahren bist, kann es vom Salz sein, das könnte man dann und wann mit einer Unterbodenwäsche wegwaschen.
Schweller und Türen links sind bei Straßenparkern immer noch mal mehr Spritzwasser ausgesetzt, das macht auch was aus. ALso, falls es eine Garage gibt, immer rein damit.

Eine Inspektion immer mal bewahrt einen vor Überraschungen dieser Art, wenn man das will bei dem Alter.
Bei Ford habe ich sowas ähnliches im Kopf wie bei Opel: Motor hält ewig, Fahrwerk rostet weg. Das galt in der Hauptsache für die ollen Dinger, die ich in meiner Jugend gebraucht gekauft habe, aber scheinbar ist immer noch ein Funken Wahrheit drin?

michaelX
17.11.2016, 15:00
Auto waschen hilft nicht gegen Rost, Unterbodenwäsche schon.
Bei deinem Auto kam der Rost ja - so wie du es beschreibst - von innen, aus den Schwellern nach aussen, und dort kann man nicht waschen.

Diverse Faktoren beeinflussen dein Auto:
- Salz auf den Straßen
- Bei Rechtsverkehr rostet immer die rechte Seite zuerst, das Wasser fließt nach rechts von der Straße, bzw steht dort.
- Die Automarke. Es gibt Marken, die rosten und welche, die nicht rosten.
- Ob die Nähe zum Meer wirklich was ausmacht ist hochumstritten.

Was man machen kann:
- Das richtige Auto kaufen
- Direkt nach dem Autokauf (Neuwagen) 150,- € bei einem Fachbetrieb in eine Fettversiegelung der Schweller und Türen investieren und diese alle 5 bis 7 Jahre erneuern lassen.

Alda79
18.11.2016, 13:39
Sundays, ein rostfreier alter Toyota, das lässt mich hoffen - mein nächstes Auto wird nämlich nach derzeitigem Recherchestand ein Toyota. (Fährst du zufällig einen Hybrid?)

Ja...die Unterbodenwäsche :unterwerf:. Das hat mir meine Mutter schon immer eingetrichtert, als sie mir mein erstes Auto schenkte. Da werde ich zukünftig wirklich versuchen, das nach dem Winter immer mal zu machen.

Eine Garage haben wir leider nicht, das Auto steht aber auch nicht an der Straße, das Meer ist (leider) weit weg.

Inspektionen habe ich jährlich machen lassen, aber da wurde ich nie auf die Roststellen hingewiesen. Dabei hätte man es bei jedem Reifenwechsel deutlich sehen müssen.


MichaelX: Woher weiß ich denn, ob ich das richtige Auto kaufe?

Antje3
18.11.2016, 13:51
Ich hab nen Uralt-Passat Variant - war das erste vollverzinkte Passat-Modell. Baujahr 1999. Und rostet dementsprechend null und gar nicht. Ich fahre generell wenig – und mit dem Auto meist einmal im Jahr in die Waschanlage – entweder vor dem TÜV-Termin (das letzte Mal „ohne jegliche Mängel) und im anderen Jahr nach der Schneeperiode, um das Salz am Unterboden loszuwerden.
Darüber hinaus nur, wenns richtig dreckig ist – also seltenst.

Kundendienst lasse ich nach schlechten Erfahrungen nicht in der Vertragswerkstatt machen – da hat man mir mal ne 2000 € teure angeblich notwendige Reparatur aufgehängt, von deren Notwendigkeit ich heute noch nicht überzeugt bin. Komischerweise war sowas nicht mehr erforderlich, seit ich bei einer Werkstatt aus der Auto Plus Gruppe Kundendienste und TÜV machen lasse.

Büro-Autos sind Leasing-Fahrzeuge und werden deshalb in der entsprechenden Werkstatt „scheckheftgepflegt“.

Torun
18.11.2016, 13:53
Wir fahren auch einen 14 Jahre alten Toyota (Avensis Kombi), der noch tadellos ist. Mein Mann nutzt ihn alleine und pflegt ihn auch ausschließlich. Ich denke, er wäscht so alle 4-8 Wochen, entweder in der Waschanlage oder auf so einem Waschplatz, wo man gegen Münzeinwurf allerhand schäumen und sprudeln kann. In der Waschanlage nimmt er immer das volle Programm mit Unterbodenwäsche, Unterbodenschutz und und und. Ich denke, an der Autowäsche sollte man nicht sparen, denn für den Preis eines neuen Autos kannst Du viel in die Waschanlage fahren.

michaelX
18.11.2016, 14:17
MichaelX: Woher weiß ich denn, ob ich das richtige Auto kaufe?

So 100% weiß man das immer erst hinterher ...

Japaner gelten als relativ rostresistent, vor allem Mazda. Die pappen merkwürdigerweise noch nicht mal Unterbodenschutz an ihre Autos.
Italiener dagegen gelten als gnadenlose Roster.

In den 90er Jahren wurde viel verzinkt, die oben erwähnten Passate und vor allem Audi haben sich da echt hervorgetan. Irgendwann sind sie aber dummerweise draufgekommen, daß Zink a) Geld kostet und b) schwer wiegt und wenn was Geld kostet ist das in der Autoindustrie schlecht; die Zeiten sind vorbei. Derzeit gibt es maximal teilverzinkte Autos.

Bei einem Neuwagen, der lange halten soll, würde ich in eine Hohlraumversiegelung (Schweller, Klappen und Türen) mit Mike Sanders Korrosionsschutzfett oder Fluid Film investieren. FF ist einfacher zu verarbeiten, sollte aber alle paar Jahre aufgefrischt werden. Damit konserviert die US Navy ihre Schiffe innen.

sundays
18.11.2016, 14:39
Sundays, ein rostfreier alter Toyota, das lässt mich hoffen - mein nächstes Auto wird nämlich nach derzeitigem Recherchestand ein Toyota. (Fährst du zufällig einen Hybrid?)


Auf den spar ich noch. Ich hab einen Yaris, meinen zweiten, der alte war 16 Jahre alt und über220km, nix mit Rost.
Am Mazda war auch nichts.

Ich checke vor einem Autokauf immer die Gebrauchtwagenreports. Da wird zwar auch bestochen, wie ich hörte, aber ich frage dann auch immer noch mal meinen Kumpel beim TÜV, was der so aus eigener Erfahrung heraus meint.

teepee
18.11.2016, 15:23
Hi MichaelX und die anderen Auto-Interessierten:

Ich springe mal für die italienischen PKWs in die Bresche: Ich fahre das dritte bambini in Reihe und habe nicht das geringste Rostfleckchen (BJ 2003).

Währenddessen hat mein Vater mit seinem Sternen-Schiff schon geschweißt, mit der Drahtbürste gefuhrwerkt, Rostumgewandler geschmiert und beilackiert was das Zeug hält. Zu Nikolaus schenke ich ihm einen Aufkleber für die Heckklappe: IN RUST WE TRUST. Dann ist das Nötigste (mal) wieder abgedeckt.

Mit Toyota und Suzuki habe ich vor den Italienern extrem schlechte Erfahrungen gemacht: Der Toyota war so durchgerostet, dass der Beifahrersitz durchbrach; beim Suzuki hat mir der (unglaublich adipöse) TÜV-Prüfer den Unterboden mittels Schraubendreher durchstochen - er war aber zuvor auch zwischen Lenkrad und Fahrersitz stecken geblieben, was seine Kollegen extrem erheitert hatte. Rost war klar vorhanden - Schweißen musste man allerdings nur die "Stichwunden".

Ach, einen Golf bin ich in den letzten Jahren noch gefahren: Den mochte ich nicht so sehr, deshalb habe ich ihn relativ zügig wieder verkauft; aber was die Rostentwicklung angelangt: War ok.

Ansonsten schließe ich mich deinen Empfehlungen an: Hohlräume fettversiegeln und auf den Rest Unterbodenschutz aufpinseln (lassen): Bin ja schließlich Mechanikertochter. :smirksmile:

LG Teepee

michaelX
19.11.2016, 11:41
Teepee, ich vermute mal, wenn du schon den dritten Italiener (Welchen denn?) in Reihe fährst und die alle ungefähr so alt waren wie dein aktueller, dann war der Suzuki aus den frühen 80er Jahren. Damals war Rost ein Thema, bei eigentlich allen Herstellern.

Und ja, Benz rostet seit gut 25 Jahren.

Linda14
20.11.2016, 15:01
Ich habe einen 19 Jahre alten Renault, er hat noch kaum Rost (ausser die Spurstangen waren mal etwas angerostet).
Mal sehen, ob ich ihn nächstes Jahr nochmal durch den TÜV kriege.

Alda79
20.11.2016, 15:15
Okay, Hohlraumversiegelung und Unterbodenschutz werde ich mal im Hinterkopf behalten.

Macht die Hohlraumversiegelung nur bei einem Neuwagen Sinn?
Mir schwebt ja eher was 1-2 Jähriges vor.

Mal sehen, wenn sich der Toyota (Auris TS) als geeignet erweist, dann muss ich wohl einfach mal abwarten, ob sich dann herausstellt, ob es das richtige Auto war :D.

Und wer weiß, angesichts der Entwicklungen derzeit: vielleicht darf ein Auto mit Verbrennungsmotor ja auch gar nicht mehr so furchtbar alt werden? :smirksmile:

michaelX
20.11.2016, 18:09
Das ist auch bei Gebrauchtwagen sinnvoll. Die Jungs, die sowas machen, kucken eh erst mal mit Endoskopen in die Schweller und begutachten die. Zur Not fluten sie dir die erst mit Rostumwandler. Oder sagen dir, daß das sinnlos ist weil bereits zu viel Rost vorhanden ist. Was bei einem 2 Jahre alten Toyota eher unwahrscheinlich sein dürfte.

teepee
21.11.2016, 16:01
Hi Mister Michael X,

ich fahre den Lancia Ypsilon (also den 843) mit 95 PS, Leder und Bose-Anlage seit zwei Jahren. Ich hoffe, der bleibt mir noch ein Weilchen erhalten. Zuvor habe ich zweimal den Fiat Seicento Abarth (mit Faltdach) gefahren; den ersten 1999 neu gekauft, 2011 komplett durch Unfall geschrottet. Als Zwischenlösung habe ich den Golf gefahren, dann wieder einen 600er (s.o.). Den habe ich aber nicht sooo lange gefahren, weil ich den Lancia ziemlich preisgünstig angeboten bekam. Eine Freundin hat den 600er übernommen - die lässt ihn gerade für den TÜV fertigmachen: Kein Rost (außer am Handbremsenzug - aber das ist ein Konstruktionsfehler, den die alle haben). Den Suzuki habe ich übrigens 1999 zum Kauf des ersten Fiat in Zahlung gegeben... Hach, wie die Zeit vergeht. Ich habe gerade überlegt, wie viele Autos ich gefahren habe - ich weiß es nicht mehr so genau: Als Autoverrückte habe ich als Tochter meines Vaters (wie gesagt Kfz-Meister) immer an der richtigen Quelle gesessen und habe auch nicht jedes Auto immer auf mich zulassen müssen.

LG Teepee

Peter9
06.12.2016, 02:41
Vor einigen Jahrzehnten hatte sich einer einen Ford gekauft und bekam beim ersten TÜV bereits Schwierigkeiten wegen Rost.
Ford weigerte sich zunächst ein neues Gehäuse zur Verfügung zu stellen. Dann stellte er die Rostlaube in ein Schaufenster. Nach dieser "Reklame" bekam er von Ford ein neues Blechgehäuse und konnte seine sonstigne Aggregate dort wieder einbauen.

Offenbar ist Ford immer noch für seine "besondere" Rostqualität bekannt.

.

michaelX
06.12.2016, 08:00
Gibt es für solche Geschichten auch Belege? :knatsch:
Setz hier bitte keine unhaltbaren Gerüchte in die Welt!

bittersweet0403
06.12.2016, 08:23
Gibt es für solche Geschichten auch Belege? :knatsch:
Setz hier bitte keine unhaltbaren Gerüchte in die Welt!
Meinst du jetzt Peter9?
Das sind keine Gerüchte, sowas ist leider immer noch Realität. Aber nicht nur bei Ford passiert das. Manchmal hat man wirklich Pech und es rostet einem die Kiste schon nach ein paar Jahren unter dem Popo weg. Deshalb kaufe ich keine Autos mehr die nicht entsprechende Maßnahmen gegen Rost, wie z.B. verzinktes Blech von Haus aus haben.

Mein jetziger Audi z.B. geht ins 14. Jahr und ist noch topfit. Kein bisschen Rost vorhanden.

michaelX
06.12.2016, 10:34
"Vor einigen Jahrzehnten" ist doch wohl ein schlechter Witz! Wir leben im Jahr 2016 und nicht mehr im Jahr 1972! In den 60ern galt ein Volvo Amazon nach sechs(!) Jahren reif für den Schrott und BMWs und Mercedesse rosteten gleichermaßen.

Natürlich bekommt man auch heute noch, wofür man bezahlt. Opel und Ford sind günstiger als andere Marken, dafür sind auch deutlich weniger Autos von denen aus den späten 90er Jahren auf der Straße. Und ja, Opel hat nach Lopez in den 90ern schon im Verkaufsraum in den Schwellern gerostet aber auch das ist über 20 Jahre her!