PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : hauskauf - wie läuft die übergabe?



xanidae
09.01.2007, 18:59
vielleicht kann mir hier jemand weiter helfen.
wir haben ein haus gekauft und wollen nun wissen, wie so eine übergabe abläuft bzw. wer alles bei der übergabe dabei sein sollte und wie sie dokumentiert werden sollte.
uns ist sehr daran gelegen, dass dies reibungslos läuft und wir uns absichern.
der verkäufer hat uns nämlich um eine vorabzahlung unter der hand gebeten, die wir verneint haben. seit dem ist er ziemlich angepisst und war auch beim notar sehr biestig, als wir ein paar dinge anders formuliert haben wollten. z. b. bestanden wir auf 'vollständig geräumt' und nicht nur 'geräumt'.
deshalb wollen wir uns auch bei der übergabe absichern.

Inaktiver User
09.01.2007, 19:05
Ich würde die Übergabe mit einem Protokoll festhalten. Alle Mängel, die vorhanden sind, auflisten und fotografieren. Den vollen Kaufpreis würde iche rst anweisen, wenn alle Mängel behoben wurden. Neutrale Zeugen sind manchmal unabdingbar. Das Protokoll sollte von allen Parteien unterschrieben werden.

akademikerin
10.01.2007, 10:19
V.a. solltest du die Teile des Kaufvertrages mit den Zustandsbeschreibungen in Kopie mitnehmen. Wichtig: alle technischen Einrichtungen überprüfen und auch zusehen, dass ihr ggf. Wartungsnachweise bekommt (z.B. für die Heizung).

Feuchteschäden?
Bodenfeuchte?
Beschlagene Fenster?
Muffiger Geruch?
Alle Wasserhähne funktionsfähig?
alle Abflüsse zügig abfliessend?
alle Türen richtig schliessend?
alle Schlüssel da? (inkl Türen IM Haus)
neues Schloß mitnehmen zum Einbau in ALLE Aussentüren (inkl. Garagen) und dem Alteigentümer sein altes Schloß ggf. in die Hand drücken
Zustand Fenster (alle funktionsfähig inkl. Griffen?)
ALLE Zählerstände aufnehmen und Umschreibung direkt vornehmen
Klären (bei Stadt/Gemeinde), dass keine Grundbesitzabgaben aus früheren Jahren mehr offen sind
...

WICHTIG!!! Ihr müsst auf jeden Fall eine Utnerschrift vom Alteigentümer haben. Notfalls schickt ihr dem das Protokoll mit der Anmerkung, dass dies gilt, wenn er nicht widerspricht. Und zusehen, dass ihr möglichst flott selber die Zähler auf euch ummeldet.



:)

xanidae
10.01.2007, 17:49
danke, das hilft uns!

Igel224
11.01.2007, 13:17
der verkäufer hat uns nämlich um eine vorabzahlung unter der hand gebeten, die wir verneint haben.

So etwas nennt man Unterverbriefung und wäre strafbar.
Will er den Kaufpreis nicht teilen (mit Erben, Ehefrau oder ... mit dem Finanzamt wg Spekulationssteuer oder was auch immer)?

xanidae
12.01.2007, 08:50
So etwas nennt man Unterverbriefung und wäre strafbar.
Will er den Kaufpreis nicht teilen (mit Erben, Ehefrau oder ... mit dem Finanzamt wg Spekulationssteuer oder was auch immer)?

irgendsowas ist da im busch. wir wissen es nicht, es interessiert uns auch nicht, wir geben ihm nichts vorher.

ich denke, er dachte auch: die sind jung, die wollen das haus, die machen was ich will.

Margali62
12.01.2007, 09:00
Wollte er eine Vorabzahlung und den offiziellen Kaufpreis lt. Vertrag schmälern? Dann wollte er am Finanzamt vorbei mauscheln. Der Notar muß meines Wissens den Kauf gegenüber dem FA melden.

Wenn es nicht so war brauchte er einfach nur Kohle.

Didi50
12.01.2007, 09:17
Es gibt von Zweckform (im Schreibwarenhandel) Vordrucke für Übergabeprotokolle bei Haus und Wohnung. Die helfen auch.

Igel224
13.01.2007, 17:43
Wollte er eine Vorabzahlung und den offiziellen Kaufpreis lt. Vertrag schmälern? Dann wollte er am Finanzamt vorbei mauscheln. Der Notar muß meines Wissens den Kauf gegenüber dem FA melden.

Wenn es nicht so war brauchte er einfach nur Kohle.

Die Meldepflicht des Notars, die du meinst, gibt es tatsächlich. Hintergrund ist, dass Grundstücksveräußerungen von gaaanz wenigen Ausnahmen abgesehen grunderwerbsteuerpflichtig sind und diese zahlt der Erwerber und nicht der Verkäufer. Bleibt also nur die Spekulationssteuer oder etwaige andere Schulden beim FA oder aber liebe Miterben oder Ehegatten oder ...
Also alles Spekulation warum er das wollte. Ich weiß, dass es aber immer wieder mal gemacht wird, die Unterverbriefung.

akademikerin
13.01.2007, 19:03
Es gibt ausserdem die Verpflichtung für Notare, die Kaufverträge dem jeweiligen Gutachterausschuss vorzulegen. Die kommen mit wundervollen Fragebögen um die Ecke, die helle Freude.

petrasilie
20.01.2007, 08:28
hallo akademikerin, ich bin auch gerade dabei ein Haus zu kaufen und hätte wegen dem Passus
"Klären (bei Stadt/Gemeinde), dass keine Grundbesitzabgaben aus früheren Jahren mehr offen sind
...
eine Frage an dich: wird das nicht vom Notar geklärt? Ich habe nämlich einen Vorvertrag gemacht und da sind die Spalten alle aufgezählt und es ist vermerkt das alle Eintragungen gelöscht werden und ferner wird darauf hingewiesen, dass keinen Abgaben an die Gemeinde offen wären. Reicht das für uns oder ist da ein Haken dabei?
gruss Petrasillie

akademikerin
21.01.2007, 11:40
Hallöchen,

ob das im Vorvertrag steht oder nicht ... das ist ziemlich wurscht. Weil es schliesslich keine Bestätigung der Stadt oder Gemeinde ist, in der das Haus liegt. Also würde ich auf jeden Fall darauf drängen, dass der Verkäufer eine entsprechende Bestätigung der Verwaltung beibringt, dass keine öffentlichen Abgaben mehr gefordert werden für frühere Zeiträume und keine Nachveranlagungen anstehen. UND lass das in den Notarvertrag schreiben. Dass nämlich der Verkäufer für diese Zahlungen gerade zu stehen hat.

Ein Vertrag zwischen Privatpersonen ist nicht verbindlich für staatliche Stellen. Im Zweifel hält derjenige, der im Grundbuch steht, den Kopf hin ...

Grüsse

Aka.

naduah77
22.01.2007, 17:42
der notar klärt bei der stadt nur ab, ob diese auf ihr vorkaufsrecht verzichten.

akademikerin
22.01.2007, 18:08
Der Notar informiert den Gutachterausschuß über den abgeschlossenen Kaufvertrag. Und verursacht letztlich auch die Rechnung über Grunderwerbsteuer mit der Meldung des Verkaufes.

Stresspustel
01.02.2007, 15:59
also das der Verkäufer die Grunderwerbsteuer sparen wollte kann ja nicht sein, denn die zahlt ja der Käufer!

Ich denke der wollte entweder Geld am Finanzamt (Spekulationssteuer) schaffen oder vor möglichen Mitbesizter schützen wie z. B. Geschwister oder Exfrau. Aber das müsstet ihr ja wissen, da ja alle Grundstücksbesitzer beim Notartermin dabei sind.

Wir haben auch gerade ein Haus gekauft und ich würde niemals Geld am Notar vorbei bezahlen.

Ich hab in unserer Stadtbücherei übrigens mal ein Buch ausgeliehen und dort war eine Checkliste drin..........die man bei der Hausübergabe durchgehen kann. Sieh doch mal nach, bei uns gab es da etliche Ratgeber für den Hauskauf mit diversen Listen.

Viele Grüße

Stresspustel

Und zuletzt: Viel Spaß im neuen Heim !!!

lumbricidae
01.02.2007, 20:02
V.a. solltest du die Teile des Kaufvertrages mit den Zustandsbeschreibungen in Kopie mitnehmen. Wichtig: alle technischen Einrichtungen überprüfen und auch zusehen, dass ihr ggf. Wartungsnachweise bekommt (z.B. für die Heizung).

Feuchteschäden? zu spät, vor Vertrag überprüfen
Bodenfeuchte? zu spät, vor Vertrag überprüfen
Beschlagene Fenster? zu spät, vor Vertrag überprüfen
Muffiger Geruch? zu spät, vor Vertrag überprüfen
Alle Wasserhähne funktionsfähig? zu spät, vor Vertrag überprüfen
alle Abflüsse zügig abfliessend? zu spät, vor Vertrag überprüfen
alle Türen richtig schliessend? zu spät, vor Vertrag überprüfen
alle Schlüssel da? (inkl Türen IM Haus)
neues Schloß mitnehmen zum Einbau in ALLE Aussentüren (inkl. Garagen) und dem Alteigentümer sein altes Schloß ggf. in die Hand drücken
Zustand Fenster (alle funktionsfähig inkl. Griffen?) zu spät, vor Vertrag überprüfen
ALLE Zählerstände aufnehmen und Umschreibung direkt vornehmen
Klären (bei Stadt/Gemeinde), dass keine Grundbesitzabgaben aus früheren Jahren mehr offen sind
...

WICHTIG!!! Ihr müsst auf jeden Fall eine Utnerschrift vom Alteigentümer haben. Notfalls schickt ihr dem das Protokoll mit der Anmerkung, dass dies gilt, wenn er nicht widerspricht. Und zusehen, dass ihr möglichst flott selber die Zähler auf euch ummeldet.



:)

Wichtig ist, dass alte Belastungen, die evtl irgendwo noch bestehen, nicht auf den neuen Besitzer übergehen.
Weiterhin macht es Sinn, bei der besichtigung vor dem Kauf einen Fachmann mitzunehmen, das sollte ein Gutachter, Architekt oder Bauingenieur sein. Und der Selbe sollte bei der Übernahme anwesend sein. So hat man auf jeden Fall einen kompetenten Zeugen, der notfalls vor Gericht etwas Aussagekraft hat.
Außerdem ist es mit der Grunderwerbsteuer nicht so ganz richtig. Steht nämlich nichts im Vertrag, tritt das BGB ein. Und da steht nur, das sie bezahlt werden muss. Von wem, wird offengelassen. Also kommt es hart auf hart, ist wahrscheinlich auch der Verkäufer nicht ganz davor geschützt. Obwohl es ja eigentlich Grunderwerbssteuer heißt.
Alle Besitzübergänge werden sowieso dem Gutachterausschuss gemeldet. Darauf baut die Kaufpreissammlung auf, die dem Gutachterausschuss erst einmal ermöglicht, die Bodenrichtwerte festzulegen. Diese beruhen nämlich auf den Kaufpreisen und spiegeln damit den aktuellen Bodenwert wider. Auch die aufstehenden Bauwerke sind nicht ganz unerheblich, da diese wiederum wichtig für vergleichbare Objekte sind.
Und nun darf man einmal raten, was passiert, wenn ein Grundstück plötzlich deutlich vom Marktwert abweicht :zwinker:

akademikerin
02.02.2007, 11:03
Wenn ich davon ausgehe, dass das Haus VOR Kauf bereits intensiv besichtigt wurde, dann bezieht sich mein Posting v.a. darauf, dass der damals gesichtete Zustand jetzt immer noch gültig ist. Wenn also damals das Haus dicht war, dann dürften jetzt ja auch keine Schäden zu sehen sein.

Ich bin davon ausgegangen, dass selbstverständlich ein Käufer VOR Kaufvertrag das Objekt gesehen hat. Und bei Übernahme eine Liste braucht,die er Punkt für Punkt abhakt

:)

lumbricidae
02.02.2007, 11:41
Wenn ich davon ausgehe, dass das Haus VOR Kauf bereits intensiv besichtigt wurde, dann bezieht sich mein Posting v.a. darauf, dass der damals gesichtete Zustand jetzt immer noch gültig ist. Wenn also damals das Haus dicht war, dann dürften jetzt ja auch keine Schäden zu sehen sein.

Ich bin davon ausgegangen, dass selbstverständlich ein Käufer VOR Kaufvertrag das Objekt gesehen hat. Und bei Übernahme eine Liste braucht,die er Punkt für Punkt abhakt

:)

Ui, das sollte man wirklich denken. Doch gibt es mehr als genug Investoren, die großen Versprechungen glauben und als Kaufpreis nur die monatliche Rate sehen. Demzufolge ist deren Vorsicht bei solchen Käufen nicht viel größer als beim Kauf einer Strumpfhose.
Ich hab ja auch nicht geschrieben, dass es falsch ist, nur sollte das eben vorher geschehen. Und am besten mit einem Auskenner, der beide Termine begleitet.