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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Will nicht ausziehen



Schruli
09.01.2007, 13:38
Hallo,

irgendwie komme ich mir beim schreiben dieses Postings schon fast blöd vor, aber anscheinend bin ich nun mal so.

In überschaubarer Zeit (<1,5 Jahre) werde ich zuhause ausziehen (müssen). Ich weiss jetzt schon, dass es mir wahnsinnig schwer fallen wird, denn ich hänge sehr an meinem Wohnort, meinen Eltern und meinen beiden Schwestern, meine Oma wohnt direkt neben uns, wir haben ein tolles Haus, und einen sehr schönen großen Garten.

Wenn ich mir vorstelle, die meiste Zeit allein in einer Wohnung zu leben, bekomme ich richtige Beklemmungen. Wie gesagt, ich bin sehr anhänglich und rede sehr sehr viel - gerade mit meiner Familie und telefonieren ist keine Alternative.
Der Rest, also eigener Haushalt usw. macht mir eher weniger Sorgen, da wir zuhause gelernt haben mitzuhelfen und all zu unselbstständig bin ich nicht.
Ich fände es auf der anderen Seite auch "spannend" mit einer eigenen Wohnung - aber eben nur phasenweise.

Wie war das bei euch/euren Kindern etc.?

Viele Grüße,
die Klette Schruli

Inaktiver User
09.01.2007, 13:51
Hallo Schruli,

dann bleib' doch dort wohnen oder zwingt Dich jemand auszuziehen?

Natürlich ist ein eigener Haushalt eine tolle Sache, aber manchen fällt es schwer, alleine zu wohnen (mir zum Beispiel). Wenn Du ausziehen mußt, wäre eine WG vielleicht etwas für Dich oder Du ziehst irgendwann mit Deinen Schwestern zusammen - wer weiß.

Hast Du einen Freund? Wenn ja, wird sich das Thema "ausziehen" sicherlich irgendwann von alleine erledigen, nämlich dann, wenn Du mit ihm zusammenziehen willst.

So war es bei mir auch. Andere werden das sicherlich nicht so sehen, aber ich persönlich finde das nicht schlimm. Warum sich zu etwas zwingen, was man nicht will?

Pianoforte

Didi50
09.01.2007, 14:30
Hallo Schrulli,

ich bin mit meinen Eltern und meiner Schwester prima ausgekommen, aber mit 19 bin ich ausgezogen, gerne, endlich mein eigenes Reich, keiner merkt mehr wann ich mit wem heimkomme und ob und wann ich morgens an die Uni gehe!!!! Einfach SUPER!!!!

Meine Tochter ist genauso, sie freut sich schon drauf, dass sie zum Studium ausziehen kann (auch so in 1,5 Jahren, sie ist dann auch 19).

ABER unser SOHN:gegen die wand: tststs --- er ist jetzt 22 und noch immer hier. Er hat eine Einzimmer-Wohnung unterm Dach, seine Freunde in der Nähe, gefüllten Kühlschrank ein Stockwerk tiefer und eine Mutter (mich :smirksmile: ), die ihm die Wäsche wäscht.

Er bleibt hier! Ich rede zwar immer auf ihn ein, dass er ausziehen soll und uns mal eine Zeitlang nicht sehen. Will er nicht, er sagt, ich hab doch nichts gegen euch! Er hilft im Haushalt mit und wenn ich ihn zu stark dränge, dann richtet er mir mein Fahrrad, fährt die Autos zum Reifen wechseln und ist herzallerliebst.

Vielleicht muss ich ihm mal sagen: Du darfst nicht ausziehen, es bricht mir das Herz ... vielleicht geht er dann.

Also ich mag ihn ja wirklich gern, aber ich denke, er muss mal raus, bevor er mit einer Frau zusammenzieht. Meine zukünftige Schwiegertochter erwürgt mich sonst :freches grinsen:

Schruli
10.01.2007, 09:53
Hallo Schruli,

dann bleib' doch dort wohnen oder zwingt Dich jemand auszuziehen?

Wenn Du ausziehen mußt, wäre eine WG vielleicht etwas für Dich oder Du ziehst irgendwann mit Deinen Schwestern zusammen - wer weiß.

Hast Du einen Freund? Wenn ja, wird sich das Thema "ausziehen" sicherlich irgendwann von alleine erledigen, nämlich dann, wenn Du mit ihm zusammenziehen willst.


Hallo,

naja, mein Vater sagt mit 25 ist Schluss. Kann ich auch verstehen. Irgendwann muss man einfach ausziehen und ausserdem braucht meine kleine Schwester (11) mal ein "richtiges" Zimmer.
So langsam klappt es auch im Berufsleben besser bei mir, da wird es finanziell bald auch möglich sein (wieder eine Ausrede weniger) und Hausrat kaufe ich mir auch ab und an, damit man später nicht alles auf einmal anschaffen muss.

Nee, mit den Schwestern das ist nix. Die kleinste ist zu jung und mit der anderen hab ich desöfteren so meine Probleme, zudem ist sie momentan noch in der Berufsfindungsphase...:knatsch:
Ich glaub, ich bin kein WG-Typ (zumindest nicht mit Fremden).

Einen Freund hab ich, aber momentan weiss ich nicht genau wo das mit uns hinführt. Ausserdem will er nicht aufs Land ziehen und ich nicht in die Stadt. Ein Zwischending ist leider nicht wirklich möglich, da der Ort und der Stadtteil zwischen uns eher unangenehme Pflaster sind. Da würden wir beide nicht wohnen wollen. Allerdings würde eine gemeinsame Wohnung mit Freund oder einer guten Freundin den Auszug prinzipiell sicher etwas einfacher machen.

Yuli
10.01.2007, 10:26
Warte ab - vielleicht siehst du das, wenn es so weit ist, ganz anders und freust dich drauf in dein eigenes Reich zu ziehen!

TajMahal
10.01.2007, 10:30
Hi,

ok, ein blöder Kommentar ;-)

Gestern gelesen. Irgendwann brauchen auch Eltern ihre Freiheit! *g*

Grüßle
TM

Inaktiver User
10.01.2007, 10:35
Das ist wohl wirklich Mentalitätsfrage. Mein Mann ist auch erst mit 25 ausgezogen und fand das völlig normal und ok. Er sagt, dass er sich wünscht, dass unsere Kinder auch erst in dem Alter ausziehen und die erste Wohnung haben sie dann bestimmt, so hofft er, mit ihrem festen Freund/der festen Freundin zusammen.

Bei solchen Äußerungen fall ich fast tot um. Ich konnte es kaum erwarten mit 18 endlich auszuziehen und liebte meine ersten Wohnungen sehr. Ich fand es herrlich, dass ich machen konnte, was ich wollte und niemand es kommentierte. Ich rede auch sehr gerne und fand das Telefon einen guten Ersatz. Außerdem war ich fast permanent unterwegs oder hatte Besuch.

Nach einiger Zeit allein zog ich in meine erste WG. Es war eine klasse Erfahrung, aber ich merkte relativ schnell, dass ich kein WG-Typ bin. Anscheinend brauche ich doch viel Rückzugsmöglichkeiten bzw. im wahrsten Sinne des Worte Ruhe. Die dauernden Partys gingen mir auf den Geist, auch wenn ich das rückblickend gerne beschönige :freches grinsen:.

Ich finde für die persönliche Entwicklung eigene 4 Wände sehr wichtig, auch wenn ich es heute nicht sehr lange ohne meine jetzige Familie aushalte. Ich bin nach wie vor gerne alleine, sehr gerne sogar. Aber sobald ich die Kinder und den Mann mehr als einen Tag nicht sehe, laufe ich schon Amok.

Wenn ich mir vorstelle, dass unsere Kinder mit 25 noch zuhause wohnen bleiben wollen, hab ich für mich das Gefühl etwas falsch gemacht zu haben :ooooh: :peinlich:. Sprich: Die Kinder zu sehr an mich gebunden zu haben.

Nur Mut - es macht Spaß :blumengabe:!

Yana
10.01.2007, 10:38
ABER unser SOHN:gegen die wand: tststs --- er ist jetzt 22 und noch immer hier. Er hat eine Einzimmer-Wohnung unterm Dach, seine Freunde in der Nähe, gefüllten Kühlschrank ein Stockwerk tiefer und eine Mutter (mich :smirksmile: ), die ihm die Wäsche wäscht.

Vielleicht solltest du ihm nicht mehr die Wäsche waschen, sondern ganz im Gegenteil, den kompletten Haushalt machen lassen. Wetten, er zieht garantiert morgen aus :smirksmile: .

Edelherb
10.01.2007, 10:46
Ich glaub, ich bin kein WG-Typ (zumindest nicht mit Fremden).

Die sind dann ja schnell nicht mehr fremd. :freches grinsen:

Ich habe meine besten Erfahrungen mit Zufalls-WGs gemacht. Man beschnuppert sich ja vorher auch ein wenig und schaut, wie Dinge geregelt werden. Ansonsten habe ich wohl Glück gehabt.

Ich würde es an Deiner Stelle ausprobieren. WG ist nicht WG, da gibt es so viele Unterschiede in Größe und Chaos-Grad. Ich würde vielleicht nicht gerade mit Erstsemestern zusammen ziehen, die sich erstmal austoben. Aber wenn Du selbst schon ein paar Jahre älter bist und im Berufsleben, ist es leichter, in eine "gesetztere" WG zu kommen.

Ich selbst liebe meine Familie sehr, aber war nach dem Abitur heilfroh auszuziehen. Ein paar Jahre habe ich später auch mal alleine gewohnt, keine schlechte Erfahrung, aber auf Dauer nicht mein Ding. Ich bin dann mit einer Freundin zusammengezogen, in eine Wohnung, wo wir relativ abgetrennte Bereiche hatten, das war prima.

Grüße,
Edelherb

Inaktiver User
10.01.2007, 10:48
Hallo Schruli,

wenn du auf dem Land wohnen bleibst, dann sind deine Eltern ja nicht "aus der Welt".
Wenn du dann einsam bist, kannst du ja mal kurz bei ihnen vorbeifahren.

Und man gewöhnt sich ziemlich schnell dran, alles alleine bestimmen zu können. :smile:

Ansonsten kann WG-Leben auch ganz schön sein, wenn man mit den richtigen Leuten zusammen wohnt. Habe ich (studienbedingt) jahrelang gemacht und es war bis auf eine Ausnahme ziemlich nett. Aber auf dem Land wird's wahrscheinlich ziemlich schwierig sein, eine WG mit "normalen" Leuten zu finden.

Alles Liebe!
Laetitia

Schruli
10.01.2007, 10:55
Das mit den "normalen" Leuten auf dem Land musst du mir jetzt mal erklären :freches grinsen:

Naja, was heisst schon auf dem Land. Mein Freund sagt das halt immer so und ich bin schon dabei es zu übernehmen. Bis in die Stadt sind es mit dem Auto 15 - 20 Minuten.
Trotzdem würde ich super gerne in unserem Dorf wohnen bleiben. Es ist recht schön und es ist nicht so eng und laut wie in der Stadt, alles was man zum täglichen Leben braucht ist in 5 - 10 Minuten zu Fuß erreichbar und meine gesamte Verwandtschaft wohnt da. Allerdings gibt es natürlich nicht viel Auswahl was freie Wohnungen betrifft und die Preise sind auch nicht von schlechten Eltern.

Inaktiver User
10.01.2007, 11:04
naja, mein Vater sagt mit 25 ist Schluss. :ooooh: Oh, das haben meine Eltern nie gesagt. Aber, na ja, vielleicht muß man manchmal doch einen kleinen Schubs bekommen.

Wenn WGs nichts für Dich sind und Du nicht so genau weißt, wie das mit Deinem Freund wird, ist eine gemeinsame Wohnung mit einer Freundin vielleicht wirklich die beste Alternative. Gäbe es denn jemanden?

Inaktiver User
10.01.2007, 11:12
:freches grinsen: Meinte nicht, das auf dem Land keine normalen Leute wohnen, sondern, dass es schwierig werden könnte, eine nette WG zu finden. In Städten sind WGs ziemlich häufig und normal.
In dem Dorf, aus dem ich komme, gab's zumindest keine WG und das wäre ziemlich außergewöhnlich gewesen. (Großonkel hat mich immer gefragt, wie es denn so in meiner "Kommune" wäre. :freches grinsen: :freches grinsen:)

Dein Dorf hört sich ziemlich nett an (Dorf, aber nicht weit weg von der Stadt), da würde ich auch nicht weg wollen.

Laetitia

Inaktiver User
10.01.2007, 11:15
Liebe Schruli,

wir hatten das Thema gerade gestern Abend, als mein fast 17jähriger Pubi begeistert erzählte, der Vater eines seiner Freund habe schon eine 1-Zimmer-Wohnung für den Pubi, wenn dieser 18 würde.
Mein Großer (19) macht im Frühjahr sein Abi, dann will er vielleicht auf ein Work&Travel-Jahr nach Australien oder auch gleich in Ulm studieren, wo es halt sein gewünschtes Fach gibt.

Natürlich weiß ich, dass das schön ist und unterstütze es mit allen Kräften, aber es macht mich auch traurig. Ich bin alleinerziehend und wir leben sehr angenehm und freundlich miteinander und ich bin auch nicht gern allein und mag den Alltag mit meinen "Süßen":smile: , die ja jetzt ebeb schon "groß" sind, wie sie sagen.

Ich denke, wenn die Zeit dafür reif ist, werden wir getrennt wohnen und auch diesen Zustand schön finden - zumindest hoffe ich es - und das wünsche ich Dir auch von ganzem Herzen. Solange genießt Du eben noch die Zeit in und mit Deiner Familie:blumengabe: .

Ganz herzliche Grüße herbstblatt2

Didi50
10.01.2007, 16:28
@Basine

das hört sich an, wie bei uns!!! Ich hätte die Kücken auch nach dem Abi aus dem Nest gekippt. Lernt die Welt kennen!

kape
10.01.2007, 19:08
Hallo Schruli,

zu nachfolgendem Zitat möchte ich Dir eine kurze Geschichte erzählen.




Gestern gelesen. Irgendwann brauchen auch Eltern ihre Freiheit! *g*

TM

Ein Evang. und ein kath. Geistlicher treffen sich, sie kommen darauf zu sprechen, wann das Leben beginnt.
Natürlich sind sie sehr unterschiedlicher Meinung und streiten sich sehr unchristlich. Da kommt ein Rabbiner des Weges. Die beiden bitten ihn um Unterstützung bei dieser schwierigen Frage. Dieser meint:
" Das ist doch ganz einfach, das Leben beginnt, wenn die Kinder aus dem Haus sind, und der Hund gestorben ist!"

Denk doch mal darüber nach, ob Deine Eltern mit der gleichen Lust wie Du mit einem Erwachsenen (Dir) in einer WG wohnen ? Oder sitzt Du nie abends bis in die Puppen mit im Wohnzimmer..., bringst nie einfach so Freunde mit..., gehst nie an den Kühlschrank und nimmst Dir einfach, was Dir schmeckt...lässt nie Deine Schuhe im Eingang stehen...? usw.?

Ich sag Dir was, es war einfach paradiesisch, als unsere drei Kinder ausgezogen waren. Endlich konnte ich nach 22 Jahren wieder tun und lassen was mir/uns gefällt!!!!!!!:yeah: :yeah:
Kein Mensch, auf den ich/wir Rücksicht nehmen musste - das war Klasse, denn Kinder sind da manchmal einengender als es die eigenen Eltern sind! Wenn wir uns heute sehen ist es wunderbar - und telefonieren tun wir auch viel und oft.

Natürlich trauen sich Eltern selten, ihren Kindern zu sagen, dass es Zeit wird zu gehen: Man liebt sie doch. Aber reichen 20 und mehr Jahre denn nicht, dass sie das wissen und nun eigene Wege gehen können? Oder müssen Eltern es auf diesem Weg büßen, wenn sie es schön und gemütlich haben - weil sie dann ihre Kinder nicht mehr los werden?

Denk einfach darüber nach, wie lange Deine Eltern nun schon Basis-WG sind - und wie lange sie es noch sein müssen. Vielleicht hast Du dann ein wenig Mitleid mit den beiden braven Menschen :smirksmile: .

Mit freundlichem Gruß

kape

TajMahal
11.01.2007, 07:19
Hallo kape,

von mir war&#180;s ja nur ein flapsiger Einwurf.

Du hast das jetzt sehr schön beschrieben ;-)

Grüßle
TM

Schruli
11.01.2007, 14:22
Jetzt komm ich mir vor wie eine Hausbesetzerin :peinlich:

Amely
12.01.2007, 14:03
@schruli .. eine Freundin von mir hat sich jahrelang im Ausland rumgetrieben .. aber als sie zurückkam hat sie eine Ausbildung gemacht und ist erst mal in eine WG gezogen (Übergangslösung) .... vielleicht kannst Du ja auch übergangsweise in eine WG ziehen.Mein Sohn lebt seit über einem Jahr in einem Internat - das hat seinem Selbstbewusstsein sehr gut getan - er konnte immer schon sehr gut mit anderen Kinderen umgehen (die Sozialpädagogen loben ständig seine sozialen Fähigkeiten) - er ist übrigens wegen seiner minimalen Leistungsbereitschaft in der Schule ins Internat gekommen.Übrigens ist der dort auch so chaotisch wie zu Hause (lässt sich immer von anderen morgens wecken - packt immer alle Bücher für den Unterricht ein, hat keinen Stundenplan usw.)

Inaktiver User
12.01.2007, 14:50
Liebe Schruli,
wenn Deine Eltern es zufrieden sind und Dir noch Zeit bei sich geben und Du es auch bist - abgesehen davon, dass es zu einigen finanziellen Freiheiten auf anderen Gebieten führen kann - ist doch alles in Ordnung für euch.

Jeder Mensch ist anders und jede Familie auch und Einige können eben auch gut miteinander und vielleicht seid ihr ja so eine Familie.

Liebe Grüße herbstblatt2