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Inaktiver User
08.01.2007, 15:13
Angeregt durch einen Satz, den ich in einem Zeitungsartikel las, dachte ich an verschiedene "beste Freundschaften" zu gleichaltrigen Mädchen bzw. Frauen, die ich im Lauf der Jahre so hatte. Da fiel mir auf, dass ich auf der Suche nach einer "besten Freundin" wirklich ausnahmslos immer Teil einer Kleeblatt-Konstellation war, d.h. drei Mädchen/Frauen, die zunächst etwa "gleich gut" miteinander befreundet sind und irgendwand ist eine außen vor. Schon im Kindergarten habe ich das erste Kleeblatt dieser Art erlebt, und als Kind/Jugendliche war ich in der Regel diejenige, die schließlich außen vor war.

Nachdem ich nun darauf aufmerksam geworden bin, finde ich es erstaunlich und frage mich, was dahinter stecken könnte.

Auch bei meiner jüngsten engeren Freundschaft mit einer Arbeitskollegin gab es eine dritte Frau, die bereits gut mit meiner Freundin befreundet war, als ich mich mit ihr anzufreunden begann. Da war ihrerseits viel Eifersucht im Spiel, ich sah sie dagegen gar nicht als Konkurrenz oder so, es gab sie eben und sie war auch mit meiner Freundin befreundet. Es entwickelte sich dann aber rückblickend tatsächlich (automatisch?!) so, dass es zwei sich näher standen und eine außen vor blieb, diesmal aber nicht ich.

Tatsache ist, dass keine dieser "besten Freundschaften" aus meiner Sicht die Jahre überdauert hat. Teilweise ist noch ein Kontakt da, aber nicht in meinem Sinne einer engen Freundschaft zwischen Frauen. Wenn ich das alles so überdenke, habe ich den Eindruck, mich immer aufs Neue im selben Muster zu verfangen.

Was mache ich eigentlich verkehrt? Wo liegt mein Denkfehler?

sungirl2711
16.01.2007, 11:56
hallo annika,
das kleeblatt-freunde-dasein kenne ich auch, aber bei mir war es eigentlich in der vergangenheit eher so, dass es nur die freundin und ich waren, die eine freundschaft hatten (keine dritte person), aber es sich etwas launenhaft auf der anderen seite entwickelt hat. sie veränderten sich so schnell, dass ich nicht verstanden haben wie und wodurch das passiert und bevor ich mich versah, war ich oder sie weg. als wäre nichts wirklich wichtig gewesen in den letzten jahren und als hätte man keine gemeinsame basis aufgebaut. alles weg - vielleicht noch lockerer kontakt aber auch nicht mehr das, was ich mir unter einer guten/besten freundschaft vorstelle. ich habe in den letzten tagen viel darüber nachgedacht, da ich momentan krank zuhause bin und da hat man mal zeit über vieles in ruhe nachzudenken, was das problem ist bzw. wo mein denkfehler liegt. ich bin für vieles bereit in einer freundschaft, sie sollte nie einseitig sein und man muss sich immer alles sagen können .. ich finde, wenn beide mit derselben ernsthaftigkeit und dem interesse an der anderen person in dieser freundschaft leben, hält sie ein leben lang.
das wünsche ich mir wirklich von herzen, aber leider ist diese frau mir auch noch nicht begegnet.
ganz liebe grüße marie

Inaktiver User
16.01.2007, 13:08
Da fiel mir auf, dass ich auf der Suche nach einer "besten Freundin"

Auch bei meiner jüngsten engeren Freundschaft mit einer Arbeitskollegin gab es eine dritte Frau, die bereits gut mit meiner Freundin befreundet war, als ich mich mit ihr anzufreunden begann. Da war ihrerseits viel Eifersucht im Spiel, ich sah sie dagegen gar nicht als Konkurrenz oder so, es gab sie eben und sie war auch mit meiner Freundin befreundet.

Bist Du sicher, daß Du bei so Konstellationen wirklich nicht eifersüchtig bist ?

Mich wundert, daß Du von Anfang an so eine Wertung reinbringst ... "Beste Freundin" ist für mich eigentlich ein Begriff, der in die Schulzeit paßt ....

Meine "beste" Freundin ist für mich wie eine Schwester, sie kennt mich sehr gut, wir sind seit 25 Jahren Freundinnen - leider wohnt sie 600 km entfernt. Meine andere "beste" Freundin kenne ich seit ca. 8 Jahren, sie wohnt in meiner Stadt - sie kriegt mein aktuelles Leben am besten mit, wir kennen und lieben uns, aber kriegen alle 2 Jahre auch mal mächtig Krach mit 2 Monaten Sendepause ... Beide Frauen und beide Freundschaften sind überhaupt nicht miteinander vergleichbar.

Weiterhin X, die seit 9 Jahren vor allem berufliche Nöte mit mir teilt + mich gut berät, Y, die ich nur 1x/Jahr für 10 Tage sehe und deren unkonventionelle Art/Leben mir gefällt (10 Jahre), Z, die sehr anstrengend ist, aber ein liebes Mädel, die auch schon 23 Jahre meine Freundin ist .... Die Liste ist noch um einige Frauen erweiterbar.

Wenn die beiden erstgenannten Damen mir auch sicher am nächsten stehen, hat jede meiner Freundinnen ihren eigenen Wert in meinem Leben, ist ein wichtiger Bestandteil meiner "selbstgesuchten Familie" - ohne jede Wertung á la "beste Freundin".

Verstehst Du, was ich meine ?

Inaktiver User
18.01.2007, 20:01
Hallo Lorelei,

was du deine "selbstgesuchte Familie" beschreibt, lauter liebe Menschen, die jeder für sich ein mehr oder weniger großes Fenster in deinem Leben ausfüllen, habe ich bisher immer als "Bekannte" bzw. "Bekanntenkreis" gesehen (ich sollte eigentlich fast sagen, abgetan...). Nach meinem Motto "Lieber wenige gute Freunde als zahlreiche Bekannte" hatte ich an einem solchen "erweiterten Personenkreis" wenig Interesse und habe mich entsprechend wenig darum bemüht.

Deine 600km weit entfernte Freundin hätte ich bisher auch kaum als Freundin im Sinne meiner Auffassung gesehen (ich habe, Gott sei Dank, auch noch einen so alten, aber immer noch regelmäßigen Kontakt aus der Schulzeit), denn für meine "Ansprüche" reichte es nicht, regelmäßig zu telefonieren und sich nur selten persönlich zu sehen.
Tja, und es ist wohl tatsächlich der Superlatif, den du ansprichst, der es schwierig (wenn nicht sogar unmöglich, meiner Erfahrung nach) macht, eine "beste Freundschaft" zu einer einzelnen Person aufzubauen. Ich denke übrigens nicht, dass es ein Schulmädchenphänomen ist, das erwachsene Frauen automatisch andere Freundschaften pflegen.
Nachdem ich, angeregt durch eben diesen Satz in einem Artikel, in letzter Zeit sehr intensiv darüber nachgedacht habe, glaube ich, dass ich mich wirklich grundsätzlich umorientieren muss. Auch in der Unterscheidung Freunde-Bekannte steckt ja eine gewisse (Ab-) Wertung, die ich gerade schwer überdenke.

Danke für deine Denkanstöße.

Gruß,
Annika