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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst im Mittelpunkt zu stehen o.ä. - lang.....



Inaktiver User
06.01.2007, 20:47
Hallo ihr Lieben,
ich lese meistens nur die Beiträge und habe auch erst einen selbst geschrieben. Aber mittlerweile gibt es ein Problem, das mich doch sehr beschäftigt und ich brauche euren Rat. Also, das Problem das ich habe, ist, das es mir immer unangenehm ist, wenn ich im Mittelpunkt stehe, ich werde rot und weiß meistens nicht mehr genau was ich sagen soll und in meinem Kopf wird es wirr.

Das war nicht immer so, während meiner Ausbildung musste ich oft im Mittelpunkt stehen, zb bei Referaten oder Präsentationen. Ich denke, das ganze wurde bei mir durch eine unglückliche Beziehung ausgelöst, in der ich mein Selbstbewusstsein verloren habe (habe mich aufeinmal ohne Grund neben meinem Partner "klein" gefühlt, und er hat sich nicht großartig daran gestört).

Mittlerweile verlangt es aber mein Beruf, das ich mich gut präsentieren kann, sei es Repräsentation oder auch Präsentation in der Firma. Ihr könnt euch vorstellen, das ich jedesmal vor einer Präsentation Höllenqualen leide. An dem moment wo ich beginne, ist mein Kopf meistens total lehr, und ich spreche zittrig, da ich total nervös bin und mein Herz wie wild klopft. Nach ein paar Minuten geht es dann wieder.

Aber manchmal werde ich auch rot, und es ist mir unangenehm, wenn mich jemand in einer großen Runde etwas fragt, das ist auch privat so. Und ich weiß nicht, warum. Eigentlich ist ja nicht schlimmes dabei, aber ich weiß nicht mehr damit umzugehen. Ich versuche oft das ganze durch Konfrontation zu bessern, aber immer klappt das nicht.

Was kann ich tun, das ich souveräner werde und mich hinstellen kann und vor anderen reden kann, ohne Scheu. Oder das mir einfach nicht alles peinlich ist, wo es gar nichts peinlich zu sein gibt. Meistens fängt das ganze damit an, das ich Angst habe gleich rot zu werden, was dann auch passiert, und das zieht sich dann durch wie ein roter Faden.

Ich habe schon so Seminare zu Rhetorik usw. besucht, aber das hat bis jetzt noch nicht geholfen, weil ich auch während des Seminars Angst hatte rot zu werden und was falsches zu machen. Habt ihr brauchbare Tips für mich wie ich das in den Griff bekommen kann?

Vielen Dank an euch und ganz liebe Grüße,
Chilli

Lizzie64
06.01.2007, 21:02
liebe chilli,


ich habe mal ein paar absätze in deinen beitrag eingebaut, so ist er leichter zu lesen und die chance auf antworten erhöht sich :blumengabe:

Kybele
06.01.2007, 22:51
Hallo Chillie,

klingt ein bisschen nach dem klassischen Lampenfieber-Syndrom, was Du da beschreibst.:smile:

Ich glaube jedenfalls, dass es im Prinzip ganz natürlich ist, Scheu vor einer Rede umgeben von einer Menge Menschen zu haben und dabei auch noch rot zu werden. Prominente haben sich auch schon öffentlich dazu bekannt.:smirksmile:

Wie wäre es denn, wenn Du es mal mit progressiver Muskelentspannung oder Yoga versuchst?
Durch diese Entspannungsmethoden lernt man sich in der Regel ein gutes Stück selber besser kennen und bekommt ein Gefühl für Momente, wo es besonders "brenzlig" wird und wo nicht.

Liebe Grüße,

Kybele

Holly21
24.03.2008, 21:07
Also Tipps kann ich dir leider nicht geben, da ich genauso ratlos bin wie du! Auch ich werde bei Referaten etc. immer knalle rot, meine Stimme ist zittrig, mein Mund trocken, ich schwitze...eine furchtbare Situation und einfach nur zum Davonlaufen, aber genau das ist das falsche. Bei mir war es so schlimm, dass ich meine Ausbildung unterbrochen habe, weil ich einfach keine Kraft mehr hatte und die Angst vor Referaten etc. immer größer wurde, weil ich das ein oder andere Mal einfach nicht erschienen bin und eine schlechte Note, bzw. eine 6, in Kauf genommen habe.
Bei diversen Therapeuten muss man mit Wartezeiten von bis zu drei Monaten rechnen und bei dem einen, wo ich bisher zwei Termine hatte, fühle ich mich nicht sehr wohl und nicht wirklich verstanden.

Irgendwie ist es die starke Angst und Panik, die das Problem überhaupt erst aufkommen lässt. Mir wurde gesagt, dass es am besten sei, das Problem zu akzeptieren, sich selber einzugestehen, dass man in der Hinsicht nicht perfekt ist und dann ist es schon besser...na ja, leichter gesagt als getan. Ich habe bald mein nächstes Referat (meine Ausbildung habe ich zum Glück wieder aufgenommen) und vor diesem bestimmten Datum habe ich jetzt auch wieder ziemliche Panik und schiebe die Vorbereitungen ewig vor mir her, was es noch schlimmer macht!

Sorry, dass ich dir jetzt nicht wirklich weiterhelfen konnte, aber es ist doch ganz gut zu wissen, dass man nicht der/die Einzige mit diesem Problem ist. Manche haben ja auch Panik davor und schaffen es aber, es nicht so zu zeigen. Wir schaffen es nicht, aber es ist halt so und je mehr wir versuchen, dagegen anzukämpfen, desto schlimmer wird es!

Trotzdem alles Gute und Kopf hoch, lg

fraeulein_minza
24.03.2008, 22:42
Hallo Chilli,

ich kann Deine Gefühle gut nachvollziehen!

Dennoch habe ich festgestellt, dass ich es mit der Zeit lernen konnte mit der Stresssituation umzugehen! Zum einen denke ich, dass ich schlicht durch die Häufigkeit der anstehenden Vorträge/Präsentationen gelernt habe, dass nichts schlimmes passiert. Es ist nicht schlimm, wenn ich mal den Faden verliere - ich finde ihn wieder, es ist nicht schlimm, wenn meine Stimme mal kippt - ich brauche Wasser und das Publikum eine Denkpause,... :smirksmile:

Zum anderen haben mir ein paar schlaue Tips geholfen. Ich habe z.B. zu Beginn des Vortrags offen gesagt, dass ich aufgeregt bin... (nicht immer wortwörtlich und schon gar nicht verkniffen, sondern freundlich lächelnd mit Blickkontakt) und ich ernetete IMMER verständnisvolle Blicke und ein paar aufmunternde Zwinker, die es mir leichter machten. Ebendiese Einleitungen von Rednern finde ich als Zuhörerin übrigens meist sehr sympathisch und erfrischend bei sonst so trockenen Themen.

Ansonsten hilft mir bewusstes Atmen, ein paar Mal mehr auf's Klo rennen als nötig und wissen, dass ich gut vorbereitet bin und ich nur ein Mensch vor vielen anderen Menschen bin. Und dann hilft mir das Adrenalin und meine Lust am Schauspiel (ich spiele die erfolgreiche souveräne tadellose, rhetorisch geschickte Businessfrau) und tadaaaa... ich bin's! :smirksmile: Naja...

Im Privaten ist das wieder anders. Ich mag nicht sonderlich gern 'im Mittelpunkt stehen'. Aber ich habe eben eine andere Charakterstruktur, die ich auch ohne Scheinwerferlicht in Ordnung finde.

Ich wünsche Dir, dass Du schnell Deinen persönlichen effektiven Umgang mit diesen Dir unangenehmen Situationen findest!

LG :blumengabe: Minza