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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dringend Rat gesucht



Mactipp
06.01.2007, 08:45
Guten Morgen,
leider finde ich nicht das geeignete Forum, daher poste ich mal hier. Es berührt leider viele (traurige) Lebensbereiche.
Meine Schwester (38) lebte bis dato in Köln alleinerziehend mit einem sechsjährigen Sohn. Unterhalt und Hartz IV plus ein wenig Unterstützung meiner Eltern.Beginn letzten Jahres entwickelte sich bei Ihr eine Psychose. Ich spare mir jetzt die Details aller passierten Situationen. Wer weiß,zu was Menschen in Hochphasen von Psychosen fähig sind, kann sich dieses vorstellen.
Natürlich war sie durch die Auswirkungen der Krankheit komplett vom Leben überfordert. Ich halte entweder ihre ärztliche Betreuung für unzureichend oder sie nimmt die falschen Medikamente (wenn sie welche nimmt, was sie bejaht). Jedenfalls war keine Besserung erkennbar; sie zerstörte weiter ihr Eigentum und das ihres Sohnes; zerschnitt sämtliche Elektrokabel (selbst vom Herd!!!) etc.etc. Jedenfalls toppte sie das Verhalten, indem sie Ihren Sohn 14 Tage vor Weihnachten in ein Kinderheim brachte.Kontakte zum Jugendamt bestanden wohl schon, da die Erziehung sie seit langem überforderte.Meine Familie und ich waren entsetzt über diesen Umstand; Kontakte zum Kind sind unmöglich, das Jugendamt blockt alle Versuche ab.
Soweit, so schlecht blühte meine Schwester auf. Ihr ging es gut damit. Gesprächsversuche werden abgebrochen.Sie will über dieses Thema nicht reden. Nun kenne ich diese Krankheit aus eigener Erfahrung und weiß, daß man diese Menschen nicht erreicht. Man kann auch nicht an etwas appellieren, was nicht da ist (Vernunft).Es ist sehr schwierig.
Zu allem Unglück lernte sie in der Zeit auch noch einen Mann kennen, der nun beginnt, ihre Situation auszunutzen. Erstens gab sie ihm alles Geld, was sie noch hatte (Ihr Konto ist inzwischen von der Bank gesperrt). Zweitens teilte sie mir gestern mit, daß sie beabsichtige, für diesen Mann eine Spielhallenkonzession auf ihren Namen zu beantragen, da er aus der Vergangenheit die erforderliche Zuverlässigkeit nicht besitzt.
Sie hält alles, was sie macht für die besten Ideen in ihrem Leben (kennt man von manischen Leuten). Ich weiß nicht mehr weiter.Ich bin mir sicher, daß sie anders handeln würde ohne den Einfluß dieser Krankheit. Ich kenne Menschen, die haben ihre Verhalten und die Konsequenzen während psychotischen Phasen später bitter bereut. Sie gefährdet ihre Existenz und man kann nichts tun.
Tut mir leid, daß es so lang wurde, aber das ist wirklich die Kurzform.
Und nu?

Mama1990
06.01.2007, 08:51
Morgen Mactipp!

Das ist eine wirklich schwierige Situation. Deine Schwester weis echt nicht, was sie tut. Sie zerstört, wenn auch ungewollt, ihr Leben und das Leben ihres Kindes. Vielleicht solltet ihr sie entmündigen lassen und ,einer aus der Familie vielleicht , übernimmt die Vormundschaft für eine gewisse Zeit bis sie sich wieder gefangen hat und wieder Herr ihrer Selbst ist. Dann kann dieser Typ sie auch nicht mehr ausnutzen.

Im Moment weis ich echt nicht, was ich noch dazu sagen soll. Hoffe, das Dir das etwas weitergeholfen hat.

Gruß Mama1990

Inaktiver User
06.01.2007, 08:52
Das hört sich ja schlimm an!

Was kann man von behördlicher Seite tun? Sie irgendwie unter Vormundschaft stellen - und sei es nur für gewissen Bereiche ihres Lebens (z.B. dass sie nicht solche evt. unseriösen Verträge abschließen kann).

Was das Kind betrifft, so verstehe ich nicht, warum ihr als Familie da nicht einbezogen wurdet!? Bevor der Junge in ein Heim muss - noch 14 Tage vor Weihnachten - hätte er da nicht eher zu euch oder zu Großeltern gehen können? Wäre das nicht auch im Sinne des Jugendamtes?

Mactipp
06.01.2007, 08:59
Tja.....es wurde tatsächlich niemand gefragt oder informiert...unglaublich.Das mit der Entmündigung ist leider nicht so einfach., sonst könnten sich manche Menschen ungeliebter Personen ja einfach entledigen.Ich dachte auch schon daran, aber fand keine Hilfe. Meine Eltern sind in ständigem Kontakt mit dem Jugendamt, aber das ist nicht besonders kooperativ. Es will das Kind zur Ruhe kommen lassen. Wie es weitergeht, dazu äußern sie sich nicht.

JanaFreese
06.01.2007, 08:59
Hallo Mactipp,

Du solltest diesen Fall unbedingt dem Vormundschaftsgericht vortragen. Dieses wird dann ein Prüfung durch das zuständige Amt veranlassen. Das Verfahren für Köln wird im nachfolgenden Link eatailert erläutert.

*Link anklicken (http://www.stadt-koeln.de/bol/soziales/artikel/04273/index.html)*

Damit, die Angelegenheit laufen zu lassen ist offensichtlich niemandem gedient, zumal von einer Verschlimmerung der (sozialen) Situation auszugehen ist.


All the Best
Jana

Mama1990
06.01.2007, 09:21
Da bin ich ganz deiner Meinung. Aber das hatte ich ja schon geschrieben.

Gruß Michaela

Inaktiver User
12.01.2007, 13:36
Hallo Mactipp,

Deine Signatur ist ein Witz, oder?

Um die Bekloppten brauchen wir uns nicht sorgen....die normalen sind das Problem!

Ich meine, grade in diesem Zusammenhang.

nathaliethor

Dani
16.01.2007, 19:49
Die Schwester unter Betreuung zu stellen, da gehört allerhand zu und ist auch nicht einfach zu bewerkstelligen.

Sollte es tatsächlich so laufen, bekäme sie eventuell eine Person an die Seite gestellt vom Gericht, wenn sie euch nicht akzeptiert.

Damit hättet ihr jegliches Mitspracherecht aber verloren. Und aob das in eurem Sinne ist...

Und im Übrigen: So einfach bekommt man keine Spielhallenkonzession.

Und selbst wenn: Dann müsste man ordentlich Geld haben, um so ein Ding zu eröffnen. Und wenn ihr Garrid es jetzt schon nötig hat, ihre paar Kröten vom Konto abzuziehen, scheint er ja auch wohl nicht gerade im Geld zu schwimmen und ist ein armer loser.

Mama1990
20.01.2007, 11:30
Ich bin trotzdem für die Entmündigung deiner Schwester. Sie ist eine Gefahr für sich selbst und für andere Menschen. Auch wenn es Dir schwerfällt, es ist vielleicht der richtige Weg. Übernimm Du die Vormundschaft und kümmere Dich um deine Schwester.

Inaktiver User
10.06.2008, 07:15
@mactipp
...deine Schwester sollte an den Punkt kommen, an dem sie nicht mehr weiß, wie es weitergehen soll. Leider sind die Ansprüche in der Krankenversorgung und unsere Gesetze so gestaltet, dass erst eine Situation entstehen muß, wo die entsprechende Institution eingreifen und handeln darf. Und deine Schwester muss an einen Punkt kommen, an dem sie Hilfe zulassen würde. Sehr schwierig bei bipolaren Störungen. Du solltest aufpassen, dass du dich so abgrenzt, dass es nicht zu deinem problem wird, wenn es das nicht schon ist...

Margali62
11.06.2008, 09:11
Zu "Dani"
: "Die Schwester unter Betreuung zu stellen, da gehört allerhand zu und ist auch nicht einfach zu bewerkstelligen.

Sollte es tatsächlich so laufen, bekäme sie eventuell eine Person an die Seite gestellt vom Gericht, wenn sie euch nicht akzeptiert."

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Da ist Fingerspitzengefühl gefragt. Das Gericht ist immer froh, nicht selber einen Betreuer stellen zu müssen und wenn von der Familie sich einer anbietet wird der / die meistens genommen.