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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fahrstunden nach langer Fahrpause w Angst nach Unfall / München



Rotebete
18.09.2016, 17:33
Vor 15 Jahren hatte ich einen selbstverschuldeten Unfall mit (teurem) Blechschaden; ich war abgelenkt und verwechslelte Bremse und Gas - und das nach einem Jahr ausgiebiger Fahrpraxis und im nüchternen Zustand ;-). Diese kognitive Fehleistung schockte mich nachhaltig und ich bin seither nicht mehr am Steuer gesessen (musste es auch nie, weil ich immer in der City lebte und arbeitete). Jetzt wurmt mich natürlich, dass ich das Fahren damals nicht gleich wieder aufgenommen habe, und ich erwäge Auffrischungs-Fahrstunden zu nehmen. Besondere Herausforderungen sind für mich - seit in München ansässig - die Verkehrsdichte und Radfahrer, mit denen aus jedem Winkel und jeder Richtung (gerne auch ohne Licht) zu rechnen ist (so wie ich als junger Hüpfer ;-)).
Hat jemand von Euch mal Fahrangst gehabt und habt Ihr sie überwunden - oder nicht? Könnte mir jemand eine Fahrschule 'für Angsthasen' in München per PN empfehlen?

Ganz lieben Dank!

Daphnia
18.09.2016, 18:15
Hallo Rotebete,

zu München kann ich nichts sagen. Aber ich hatte 20 Jahre -auch ohne Unfall-Fahrangst. Ich habe sie teilweise immer noch und fahre nie auf Autobahnen.
Ich habe erst wieder angefangen,als es hieß,das Auto meiner Mutter würde sonst verkauft.

Ich komme inzwischen ganz gut zurecht.Ich habe im nahen Umkreis angefangen und diesen immer mehr erweitert.
Was mir sehr geholfen hat und immer noch hilft:Ich mache mir vor der Fahrt genau klar,wie die Strecke,wie der Straßenverlauf ist,wo ich abbiegen muss...
Das geht soweit,dass ich bei mehreren Fahrstreifen mich gleich auf der einordne,wo ich weiterfahren kann (also links,wenn in Kürze linksabbiegen ansteht, bei 2 in 1 gleich auf der bestehenden Spur).

Diese Klarheit bez Streckenverlauf hilft,sich ganz auf den Verkehr zu Konzentrieren (Radler!),da man nicht noch groß Schilder lesen muss. Und ich fahre ein Automatik-Auto.
Mit Auffrisch-Fahrstunden schaffst du das-nur Mut.
Daphnia

Inaktiver User
18.09.2016, 18:20
Es gibt Fahrschulen, die sich speziell auf Fahrschüler wie Dich ausgerichtet haben. Im Münchner Raum dürftest Du da durchaus die eine oder andere finden. Ansonsten gibt es eine überregional arbeitende Psychologin / Fahrlehrerin, die in Köln sitzt, soweit ich weiss. Dort kannst Du Seminare buchen, oder sie sogar zu Dir vor Ort kommen lassen, damit Ihr mit Deinem Auto übt. Der Spass kostet dann natürlich einiges.

Nocturna
18.09.2016, 21:40
Frag google nach „fahrschule münchen frauen“ oder nach „fahrschule münchen auffrischungskurs“. Da sollte etwas für dich dabei sein.

Wenn du dann wieder Fahrpraxis gewonnen hast, dann wäre vielleicht auch noch ein Fahrsicherheitstraining überlegenswert. Der ADAC und natürlich auch andere Autoclubs haben eine große Palette an Kursen im Angebot. Es gibt Kurse für nahezu alles: Basis, Aufbau, Kompakt, Intensiv, für junge Fahrer, Frauen, Generation Plus, Offroad, Wohnanhänger …

Ich habe mir wegen eines neuen Autos, das so ganz anders ist als meine bisher gefahrenen Fahrzeuge, einen Kurs beim ADAC gegönnt. Ich bin um einiges schlauer herausgekommen als ich reingegangen bin und so ging es allen Teilnehmern der Gruppe. Es macht tatsächlich einen Unterschied eine Gefahrenbremsung in der Theorie zu kennen (so schnell und fest wie möglich die Bremse zu treten) und es auch wirklich einmal zu tun. Ich wusste, dass Gefahrenbremsung trainiert wird und ich war willens es von Anfang an richtig zu tun. Tatsächlich hat es aber fast bei jedem Teilnehmer zwei, drei Anläufe gebraucht, bis jeder von uns so rabiat in die Eisen gestiegen ist, dass der Trainer zufrieden war und der kürzeste Bremsweg erreicht wurde.

Generell wird dabei noch auf Fragen und Wünsche der Teilnehmer eingegangen, man bekommt viele Tipps und das gänzlich ohne oberlehrerhaften Ton. Ich kann ein Sicherheitstraining nur wärmestens empfehlen, es macht Spaß und man zieht Nutzen daraus.

Inaktiver User
19.09.2016, 09:16
das einzige was Hilft wieder etwas Routine zu bekommen - ist fahren, fahren, fahren.

Ich bin gebürtige Münchnerin und wurde ins kalte Wasser geschmissen. Von 18 an täglich Autobahn und Innenstadt. Das prägte und machte mich zu einer guten Autofahrerin. Meine Mutter war mir da auch ein Vorbild. Immer zügig, nicht ängstlich, im Verkehr in München immer schön aufschliessen zum Vordermann, nicht zörgernd fahren - die anderen kennen da keine Gnade. Klingt doof, ist aber so. Der Verkehr in der Grossstadt darf nicht unterschätzt werden. Ausserdem (und ich bin in bisschen rumgekommen) fahren die Münchner besonders gut und auch gerne etwas schneller. (gebe aber zu, dass ich die letzten beiden Jahre nicht mehr in München wohne)

Also mein Rat an dich: fahr zu einer Zeit, wo wenig los ist, Sonntag früh, schau dir die Gegebenheiten an. Wo wird aus der geraden Bahn plötzlcih ein Rechtsabbieger, wo darf ich nicht mehr links. etcetc und wenn du das alles im Groben weisst, hast du schon gar nicht mehr soviel Angst vor unvorhergesehenen Sachen . Achja, gerne im Münchner Berufsverkehr: rechte Spur plötzlich nicht mehr fahrbar, da durch Postauto, Lieferwagen etc mit Warnblinker blockiert. Wenn du da nicht sofort reagiert, hast du im Berufsverkehr verloren.

Trau dich, du kannst das !

gruss
chrissi

Stefaniegabel
28.09.2016, 12:44
Hallo! Vielleicht muss es ja nicht gleich ein Kurs sein oder gar Fahrstunden. Schnapp dir doch einfach die Person deines Vertrauens und begib dich auf einen ADAC-Übungsplatz. Da kannst du für wenig Geld ein paar Stunden Anfahren, Autofahren und Einparken üben. Und wenn du dich sicher genug fühlst, einfach auf die Straße begeben!

Vielleicht macht es für dich auch Sinn erstmal in ruhigeren Ortschaften zu fahren?

Trau dich auf jeden Fall einfach! Mit jeder Fahrt wird es besser! :allesok: (http://www.gebrauchtwagenheld.de/das-perfekte-auto-fur-fahranfanger)

Raratonga
29.09.2016, 02:06
Ich rate sehr dringend zu Fahrstunden und nicht, es auf eigene Faust zu versuchen!

Vieles aus der Fahrstunde hast Du bestimmt schon vergessen!

Ich kenne jemanden der nach der Führerscheinprüfung erstmal 20 Jahre nicht fuhr weil er kein Auto hatte. Dann wurde es mit einem selber unerfahrenen Beifahrer wieder geübt, das Ergebnist war katastrophal: Falsche Lenkradhaltung, merkwürdige Kurventechnik, Einparken katastrophal und insgesamt sehr zögerlicher und unsicherer Fahrstil. Und das bei dem heutigen Verkehr, der immer schlimmer wird! Nein, da würde ich lieber Geld in Fahrstunden und auch so ein ADAC Sicherheitstraining investieren!

ereS
29.09.2016, 06:53
die verkehrswacht bietet auch oft sehr guenstige fahrsicherheitstrainings an

gzxaucjg
29.09.2016, 08:32
Rotebete, bist du in der Stadt viel mit dem Rad unterwegs? Mir gings vor zwei Jahren ähnlich wie dir - etwa 20 Jahre nicht mehr gefahren, mußte dann aber auf einmal mit Mietwagen durch die Gegend kurven und dafür Auffrischungsstunden nehmen. Ich hatte den Eindruck, es war relativ einfach, hauptsächlich deshalb, weil ich jeden Tag ausgiebig mit dem Rad durch München fahre und von daher eine Vorstellung habe, wie Straßenverkehr im rauhen Alltag funktioniert. Beim Fahren auf eigene Faust war ich zuerst etwas nervös, das hat sich aber dann recht schnell gelegt, als ich merkte, daß ich eben wegen dem langen Nicht-Auto-und-viel-Rad-Fahren aufmerksamer unterwegs war als viele andere Routineautofahrer.

Rotebete
09.10.2016, 08:54
gzxaucjg: so ist es, bin nur mit dem Rad hier unterwegs - danke dir fürs' Mut machen! aber sogar auf dem Rad erschrecken mich manchmal die Geister-Fahrradfahrer. - Und beim Gedanken, das Autofahren wiederaufzunehmen, kriege ich Angst, jemanden anzufahren .. obwohl mir das nie passiert ist. Kann ich mir nicht erklären.

gzxaucjg
09.10.2016, 15:01
Und beim Gedanken, das Autofahren wiederaufzunehmen, kriege ich Angst, jemanden anzufahren .. obwohl mir das nie passiert ist. Kann ich mir nicht erklären.
Hmhm, das war bei mir ähnlich, und ich habe gerade gemerkt, woran mich dieses Gefühl erinnert: Als es in den Neunzigern richtig losging mit der Computerei und in der Arbeit plötzlich Texte aller Art am PC geschrieben wurden, hatte ich manchmal so eine unterschwellige Angst von wegen "Vielleicht geht ja was schief und die mühsam formulierte doc-Datei verschwindet nach dem Speichern plötzlich auf Nimmerwiedersehen:ooooh:". Also so eine Art Angst vor unbekannter Technik, die einem als Black Box vorkommt und der man darum mißtraut.
Nocturna hatte ja Fahrsicherheitstraining vorgeschlagen, vielleicht wäre das tatsächlich was für dich? So von wegen konkrete Erfahrungen mit Reflexen, Vollbremsungen und Bremswegen sammeln; aktuelle Autos sind gerade in Bezug auf grundlegende Sicherheitsaspekte sehr weit fortgeschritten, habe ich den Eindruck.
Meine ersten Fahrten nach der Pause waren in ländlicher Einöde bei Hannover, das war sehr praktisch für den Wiedereinstieg und das Fahrgefühl-Wiederkriegen, und Autobahn war dann später bloß ein relativ kleiner Schritt.

Peter9
10.10.2016, 10:13
Jede Fahrschule wird, schon aus wirtschaftlichem Interesse, einen "Fahrschüler" im Verkehr unterstützen.
Ob es in diesem Fall die richtige ist, ist letztlich vom Fahrlehrer abhängig, der neben Dir sitzt und Mut macht.
Dann hört man eben dort auf und versucht eine andere. Es ist ja nicht mit einem Ausbildungsvertrag verbunden.

Ansonsten kenne ich auch das Gefühl einer unbestimmten Angst, aber vor einer Außenlandung, also einer Flugzeuglandung außerhalb des Flugplatzes.

Bis es mich dann einmal erwischte und ich mir blitzschnell einen Landeplatz suchen mußte und auch heil herunterkam. Seither ist diese Angst weg.

Wie man diese Angst allerdings beim Autofahren überwinden will, kann ich auch nicht sagen. Schießlich will man ja nicht mit Absicht in eine gefährliche Situation geraten, sondern sie vorher schon vermeiden.