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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ist euer Leben so, wie ihr es euch vorgestellt habt?



umberta
31.08.2016, 09:04
Ich bin ziemlich naiv an das Leben rangegangen, hatte viele Träume (auch im Studium noch), wie es werden würde, wenn ich dann mal erwachsen wäre :freches grinsen:. Langsam komme ich im Leben an und merke, dass einiges gut ist und war, anderes aber nicht so gelaufen ist, wie ich das gerne gehabt hätte, und immer mehr wird mir bewusst, dass manche Träume sich wahrscheinlich nicht mehr erfüllen werden. Im Moment ist es so ein schwebendes Gefühl zwischen der restlichen Verträumtheit und einem Ankommen im "richtigen" Leben und dem Versuch, das, was ist, anzunehmen und zu geniessen.

Wie ist es bei euch, sind vielleicht bei euch auch nicht alle Vorstellungen und Träume von früher in Erfüllung gegangen? Wie geht es euch damit? Habt ihr damit vielleicht schon gerechnet oder hat es euch kalt erwischt? Ich bin übrigens 34.

Spadina
31.08.2016, 09:25
Fast doppelt so alt, liest sich das hier wie "aufgegeben".

Gedanken von früher müssen mal ins up date.

Wer nichts wagt, ist schon gescheitert.

Was kann ich trotzdem tun, war und ist immer noch mein Lebensmotto.

Mir waren in dem Alter, alleinerziehend und finanziell eingeschränkt - und zusätzlich durch eine schwere Krankheit behindert, scheinbar auch die Türen zu.

Trotzdem habe ich stets vor Augen gehabt, was ich noch so alles anstellen will. Das tue ich seit fast 10 Jahren... Ohne diese Bilder vor Augen wäre das nichts geworden, nur Resignation.

Laß es nie dazu kommen. Das Leben ist immer bereit, eine Tür zu öffnen.

umberta
31.08.2016, 09:35
Spadina, ja, so fühle ich mich manchmal. Bei mir ist es halt leider im Moment so, dass ich für den einen grossen Wunsch aktiv nur sehr wenig tun kann. Meine normalen Strategien zur Wunscherfüllung - so wie du sie ja auch beschreibst, etwas wagen, mutig sein, war nie mein Problem - greifen da leider nicht. Und die Ressourcen, die dafür trotzdem draufgehen, fehlen an anderer Stelle.

Satc78
31.08.2016, 09:42
Als ich 30 wurde (8,5 Jahre liegt das zurück) war das für mich ein tolles Gefühl!

Ich sah nie so gut aus wie mit 30, war mit dem vermeintlich tollsten Mann der Welt zusammen und arbeitete in meinem Traumjob. Alles paletti und die Welt lag mir zu Füßen. Denn mit 30 stehen dir ja noch alle Optionen offen und die nervige Findungsphase der 20er liegt hinter dir. Ehrlich - ich empfand meinen 30. Geburtstag als befreiend und ich habe mich wahnsinnig auf meine 30er gefreut.

Heute hat mein Leben sich um 180° gedreht. Der tollste Mann der Welt entpuppte sich als der (für mich) falsche Mann, mein Traumjob ist noch immer mein Traumjob bezahlte aber leider kaum meine Rechnungen. Die tolle Stadt in der ich damals in einer WG lebte, wurde unfassbar teuer und das Aussehen hat sich auch nicht dauerhaft gehalten (schlappe 10 kg Gewichtszunahme :peinlich:).

Ich lebe jetzt in einem Vorort in einem schönen Haus mit einem Mann der mich liebt und den ich liebe. Mein Job bringt mir zu 80% der Zeit Spaß und bezahlt meine Rechnungen und einen Lebensstil, der mir gefällt. Meine Figur entspricht nicht mehr der von vor 8,5 Jahren, aber das empfinde ich nicht als belastend. Ich stehe zu mir und meinem Leben.

Und genau das ist es, was ich mir von meinem Leben erhofft habe. Also ja, mein Leben läuft im Großen und Ganzen so, wie ich es mir vorgestellt habe. Und entwickelt es sich in eine Richtung die mir nicht behagt, dann verändere ich was nötig ist, um wieder auf meinen Kurs zu kommen.

Träume und Wünsche habe ich noch immer und werde hoffentlich immer welche haben. Ich baue mir gerne Traumschlösser, träume vom obligaten Lottogewinn und ersinne mir was-wäre-wenn-Gebilde. Aber jetzt, heute und in diesem Moment möchte ich nichts in meinem Leben verändern (außer vielleicht mit einem Zauberstab die 10 kg verschwinden lassen....:zwinker:)!

Satc78
31.08.2016, 09:45
Spadina, ja, so fühle ich mich manchmal. Bei mir ist es halt leider im Moment so, dass ich für den einen grossen Wunsch aktiv nur sehr wenig tun kann. Meine normalen Strategien zur Wunscherfüllung - so wie du sie ja auch beschreibst, etwas wagen, mutig sein, war nie mein Problem - greifen da leider nicht. Und die Ressourcen, die dafür trotzdem draufgehen, fehlen an anderer Stelle.

Kannst du versuchen, den Wunsch für den Moment ruhen zu lassen? Oder ist es eine einmalige Chance?

Bae
31.08.2016, 09:47
ich kann nicht behaupten, ich hätte als Kind oder junge Frau eine klare Vorstellung gehabt von meinem Leben als Erwachsene. Eher eine Menge :wie?: :peinlich: :wie?: :wie?: :ooooh: :wie?: :wie?: :knatsch: :wie?:.

Doch inzwischen ist es sehr gut gekommen, und manche Dinge besser, als ich es mir auch nur vorstellen konnte; ich tue grösstenteils das, wozu ich gemeint bin; ich hab bescheidenen Wohlstand, in mancher Hinsicht, und überfliessenden Reichtum, in vielerlei Hinsicht (nicht finanziell, aber sonst); ich fühl mich gesetzt und geerdet, und dabei weiterhin neugierig und bereit für neue Abenteuer.

mein Vorgehen war, Chancen und gute Gelegenheiten zu ergreifen, wenn sie kommen, ohne gross daran zu denken, wohin sie führen. Wenn mich etwas interessiert, oder nur schon klingt, als ob es interessant sein könnte, und es ergibt sich die Gelegenheit - machen!

Wenn ich etwas bereue, dann nur jene Gelegenheiten, die ich vorbeigehen liess, nicht jene, die ich genutzt hatte und die sich dann als unangenehm oder schwierig herausstellten.

gruss, barbara

ilazumgeier
31.08.2016, 09:48
Ich bin ziemlich naiv an das Leben rangegangen, .

wer nicht? ich würde das selbst für verknöcherte Planer und Realisten behaupten. Leben ist Arrangieren mit dem Unvorhergesehenen und sei es die Ernüchterung, dass der Karriere- undoder Puppenhaustraum zwar realisiert wird, aber doch seltsam glanzlos bleibt, sich nicht automatisch ein Glücksgefühl einstellt.
Mein Leben verlief durchaus nicht nach Plan. Nach einigen Schwierigkeiten habe ich den Mann meiner Träume geheiratet, bin sehr spät noch Mutter geworden (war in meiner Planung nicht vorgesehen, da negativ assoziiert). Irgendwann habe ich erkannt, dass sich meine beruflichen Wünsche damit nicht vereinbaren lassen; ungefähr zeitgleich war die Partnerschaft eher anstrengend als beglückend. Immerhin funktionierte das Mutter-Sein nach einigen Anlauf-Schwierigkeiten sehr viel besser und befriedigender als erwartet. Die Beziehung kam langsam wieder aus dem Tief, bis ich meine beruflichen Ambitionen begraben konnte, hat es noch eine Weile gedauert.
Aber auch das ist gelungen, und als damit durch war, plötzlich und unerwartet, kriegte ich die Chance auf dem berühmten Silbertablett. Besser als ich es mir hätte ausdenken können. Knochenharte Sache, aber ich hab mich ziemlich gut geschlagen, arbeite - im Rahmen meiner Möglichkeiten - so erfolgreich, dass ich die Konditionen weitgehend selbst mitbestimme und mir aussuchen kann, ob ich etwas machen will oder nicht. Parallel hat sich die Familiensituation ähnlich schön entwickelt, fast ist es mir schon unheimlich, wie rund alles läuft. Wenn es etwas auszusetzen gibt: Meine Arbeit ist zwar nach wie vor basis-interessant, hat aber jeglichen Glanz verloren, ist oft belastende Routine. Wieder mal scheinen die Kirschen nebenan süßer.
Oder gilt die Spruchweisheit: Sei vorsichtig mit deinen Wünschen, sie könnten in Erfüllung gehen?

Inaktiver User
31.08.2016, 09:51
Bei mir ist es halt leider im Moment so, dass ich für den einen grossen Wunsch aktiv nur sehr wenig tun kann. Meine normalen Strategien zur Wunscherfüllung - so wie du sie ja auch beschreibst, etwas wagen, mutig sein, war nie mein Problem - greifen da leider nicht. Und die Ressourcen, die dafür trotzdem draufgehen, fehlen an anderer Stelle.

Das ist vielleicht ein wichtiger Punkt: Man muss auch wissen (bzw. lernen), wann man aufgeben muss.
Es ist einerseits natürlich wünschenswert, bis ins hohe Alter neugierig und aktiv zu bleiben, aber es gibt eben auch Träume, die man irgendwann aufgeben muss, weil total unwahrscheinlich geworden ist, dass man sie sich je wird erfüllen können bzw. weil Aufwand und Wirkung nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen.

Ich denke, es ist wichtig, regelmäßig die eigenen Ziele zu überprüfen und ggf. anzupassen, und es ist kein Versagen, wenn man seine Ziele verändert oder aufgibt und sich dafür neue sucht.

Inaktiver User
31.08.2016, 09:52
mein Vorgehen war, Chancen und gute Gelegenheiten zu ergreifen, wenn sie kommen, ohne gross daran zu denken, wohin sie führen. Wenn mich etwas interessiert, oder nur schon klingt, als ob es interessant sein könnte, und es ergibt sich die Gelegenheit - machen!

Wenn ich etwas bereue, dann nur jene Gelegenheiten, die ich vorbeigehen liess, nicht jene, die ich genutzt hatte und die sich dann als unangenehm oder schwierig herausstellten.


Ja.

wildwusel
31.08.2016, 10:37
Ich wußte immer, daß meine Vorstellungen total schräg und unrealistisch waren, und habe deswegen, rückblickend betrachtet, systematisch einen Weg eingschlagen, der in eine andere Richtung führte.

Komischerweise bin ich, abstrakt gesehen, ganz gut da rausgekomen, wo ich hin wollte. Ich bin unabhängig, arbeite in einer Branche, die mich interessiert, kommt mit dem Geld hin, habe viele Freunde, und viele Hobbies, denen ich nachgehe. Ich bin nur nicht die Person, die ich gerne hätte sein wollen.

Ich hatte aber bei jedem (wohl durchdachten und nicht nur ausgewählten, sondern mit Initiative und Engagement getanem) Schritt in Richtung "gefestigt und respektabel" existenzielle Sinnkrisen, weil ich mir Schritt für Schritt bewies, nicht so taff, gelassen, kreativ, flexibel, unkonventionell, durchsetzungsstark und furchtlos zu sein, wie ich gerne gewesen wäre.

Wenn du erlebst, daß es unwahrscheinlich ist, manche Sachen, die dir wichtig sind, noch zu tun oder zu bekommen, denk drüber nach, wie wichtig sie sind, was du dafür fallenlassen würdest, um ihnen nachzurennen, und dann, ob das klappen könnte, und dann, ob du das tun möchtest... und wann. Wenn du erlebst, daß du nicht die Person werden kannst die du werden wolltest... man kann sich sein Leben lang ändern, aber es gibt bessere und schlechtere Zeitpunkte dafür. Wenn du gerade nichts tun kannst, um deinem großen Wunsch näherzukommen, warte ab, bis sich etwas ändert, oder du veranlassen kannst, daß sich etwas ändert. Behalte die Möglichkeiten im Blick, damit du eine Chance ergreifen kannst, wenn sie vorbeikommt. (Das klingt jetzt, als gehörte es auf einen Glückskekszettel.)

Irgendwo angekommen zu sein heißt nicht, daß man nicht wieder aufbrechen kann.

wildwusel
31.08.2016, 10:40
wer nicht? ich würde das selbst für verknöcherte Planer und Realisten behaupten. Leben ist Arrangieren mit dem Unvorhergesehenen

"Leben ist das, was stattfindet, während man dabei ist, andere Pläne zu machen". :smirksmile:

Scooter2
31.08.2016, 10:47
Letzthin hab ich irgendwo gelesen:während wir Pläne machen,fällt das Leben hinter uns vom Stuhl vor Lachen:zwinker:

ich lebe nicht das Leben was ich mir ausgedacht/vorgestellt hatte vor Jahrzehnten;ich lebe mein Leben und lebe es so intensiv wie möglich.

umberta
31.08.2016, 10:58
Satc, deine Geschichte macht mir Hoffnung. Bezüglich meines Wunsches wäre ruhen lassen keine gute Idee, es geht um Kinderwunsch.

Barbara, das


mein Vorgehen war, Chancen und gute Gelegenheiten zu ergreifen, wenn sie kommen, ohne gross daran zu denken, wohin sie führen. Wenn mich etwas interessiert, oder nur schon klingt, als ob es interessant sein könnte, und es ergibt sich die Gelegenheit - machen!


klingt zwar gut, aber wenn ich überlege, wann mir das letzte Mal so etwas über den Weg gelaufen ist, kann ich mich gar nicht erinnern. Also so richtig lebensverändernde Sachen. Der Hundekauf war seit Jahren das letzte solche Ereignis. Ausser man rechnet den ziemlich unrealistischen Traum vom einsamen Haus in Kanada dazu?

Ilazumgeier, das ist toll, dass sich letztendlich alles zum Guten gewendet hat mit Kind und Beziehung. Klar ist nicht das Gras dann doch nicht so grün, das erwarte ich auch gar nicht. Das sehe ich ziemlich klar, je länger ein Wunsch unerfüllt bleibt, desto mehr idealisiert man ihn. Darum ja auch mein Versuch, mehr im Jetzt zu leben.

Vielleicht reizt dich bei der Arbeit aber auch einfach nur das Neue? Geht mir auch so, ich hasse es, wenn etwas zur Routine wird. Ich will immer nur Neues lernen und bin darin auch extrem gut. Mit der Arbeitswelt ist das beschränkt zu vereinbaren. Das spielt auch mit rein bei mir, dass ich mich in keinem Job bisher „richtig“ gefühlt habe.

Inaktiver User
31.08.2016, 10:59
Nein, ich lebe nicht das Leben, das ich mir als junges Mädchen vorgestellt habe. Zum Glück. :lachen:

Ich finde, das Leben ist überraschender, wilder, absurder, poetischer, grausamer, schöner und vor allem unendlich viel größer als die menschliche Fantasie.

Hätten sich meine Vorstellungen von damals erfüllt - und sie waren gewiss nicht das, was man im Allgemeinen unter konventionell versteht - würde es mir im Rückblick wie "Malen nach Zahlen" vorkommen - eben vorhersehbar.

Da male ich doch lieber über den Rand oder lasse hier und da mal etwas aus...

Spadina
31.08.2016, 11:05
deine Geschichte macht mir Hoffnung. Bezüglich meines Wunsches wäre ruhen lassen keine gute Idee, es geht um Kinderwunsch.


Oftmals wird man schwanger, wenn man es nicht so verkniffen nimmt. Drauf züchten und sich deshalb monatlich stets wieder zu enttäuschen, macht das Leben sauer.

Nicht verhüten, schon klar, aber dann einfach mal das Leben machen lassen...

umberta
31.08.2016, 11:08
Das ist vielleicht ein wichtiger Punkt: Man muss auch wissen (bzw. lernen), wann man aufgeben muss.
[…]
Ich denke, es ist wichtig, regelmäßig die eigenen Ziele zu überprüfen und ggf. anzupassen, und es ist kein Versagen, wenn man seine Ziele verändert oder aufgibt und sich dafür neue sucht.

Der Zeitpunkt zum Aufgeben ist für den Kinderwunsch noch nicht gekommen.

Beruflich – da dachte ich früher immer, klar, ich mach mich selbständig, wie meine Eltern. Inzwischen seh ich eher die Schattenseiten, in meinem Beruf rotieren die Selbständigen alle wie blöd und haben keine Zeit mehr für nix. Das möchte ich nicht, so wichtig ist mir meine Tätigkeit auch nicht, dass ich nur noch das machen möchte. Daher weiss ich im Moment nicht recht, was da mein Ziel sein sollte. Das muss ich aber vielleicht ja auch gar nicht wissen, oder? Ich hab ja noch ein paar Jährchen vor mir, vielleicht ergibt sich ja was?


Ich bin unabhängig, arbeite in einer Branche, die mich interessiert, kommt mit dem Geld hin, habe viele Freunde, und viele Hobbies, denen ich nachgehe. Ich bin nur nicht die Person, die ich gerne hätte sein wollen.

So ungefähr stelle ich mir das auch vor! +Familie noch. Einige Punkte treffen auf mich auch zu und dafür bin ich sehr dankbar. Mit anderen klappt es trotz Bemühungen einfach überhaupt nicht, und das seit Jahren. (Freunde)


ich lebe mein Leben und lebe es so intensiv wie möglich.

Volle Zustimmung! Insofern ist es auch ok, dass es in den letzten Jahren eher schlecht lief – immer noch besser (für mich persönlich!!), als wenn alles so dahinplätschert.


Hätten sich meine Vorstellungen von damals erfüllt - und sie waren gewiss nicht das, was man im Allgemeinen unter konventionell versteht - würde es mir im Rückblick wie "Malen nach Zahlen" vorkommen - eben vorhersehbar.
Da male ich doch lieber über den Rand oder lasse hier und da mal etwas aus...

:schild genau:

Satc78
31.08.2016, 11:11
Satc, deine Geschichte macht mir Hoffnung. Bezüglich meines Wunsches wäre ruhen lassen keine gute Idee, es geht um Kinderwunsch.

Diesen Wunsch solltest du wirklich nicht ruhen lassen. Ich kann dir zu dem Thema keinen Ratschlag geben, da ich nie einen ausreichend starken Kinderwunsch hatte. Aber vielleicht hilft es dir, wenn du dir vor Augen führst, dass du noch einige Jahre Zeit hast, um dir diesen Wunsch zu erfüllen.
Ich wünsche dir von Herzen, dass dein Wunsch nach einem Kind sich erfüllt :blumengabe:

umberta
31.08.2016, 11:13
Oftmals wird man schwanger, wenn man es nicht so verkniffen nimmt. Drauf züchten und sich deshalb monatlich stets wieder zu enttäuschen, macht das Leben sauer.

Nicht verhüten, schon klar, aber dann einfach mal das Leben machen lassen...

Genau wegen solchen Kommentaren habe ich anfangs gezögert, den Wunsch beim Namen zu nennen. Mit solchen Aussagen machst du es Kinderwunschfrauen noch schwerer, weil du implizierst, dass sie irgendwie noch selber schuld sind, weil sie zu verbissen sind. Gern auch von Frauen, die selber unkompliziert und schnell schwanger wurden. Es mag ja gut gemeint sein, stimmt aber auch medizinisch gesehen überhaupt nicht. Meine Entspannung macht die Spermien meines Mannes keinen Deut schneller.

umberta
31.08.2016, 11:14
Diesen Wunsch solltest du wirklich nicht ruhen lassen. Ich kann dir zu dem Thema keinen Ratschlag geben, da ich nie einen ausreichend starken Kinderwunsch hatte. Aber vielleicht hilft es dir, wenn du dir vor Augen führst, dass du noch einige Jahre Zeit hast, um dir diesen Wunsch zu erfüllen.
Ich wünsche dir von Herzen, dass dein Wunsch nach einem Kind sich erfüllt :blumengabe:

Danke - das ist ja mal eine Traumantwort :liebe:

Bae
31.08.2016, 11:18
Barbara, das klingt zwar gut, aber wenn ich überlege, wann mir das letzte Mal so etwas über den Weg gelaufen ist, kann ich mich gar nicht erinnern. Also so richtig lebensverändernde Sachen. Der Hundekauf war seit Jahren das letzte solche Ereignis. Ausser man rechnet den ziemlich unrealistischen Traum vom einsamen Haus in Kanada dazu?


Die meisten Dinge haben als kleine Veränderungen angefangen. Aus "ich mach jetzt ein Wochenende lang einen Kurs weil's mir gerade so völlig mies geht" ist gewachsen zu einer vollständigen Berufsausbildung in einem meiner Traumberufe. Aus "ich hab Bock auf Politik und schau mal bei den hiesigen Aktivisten vorbei" sind grosse Freundschaften und eigene Geschäftsräumlichkeiten entstanden. Unter anderem. meine Geschäftsräumlichkeiten sind übrigens deutlich cooler und schöner und interessanter und liebenswürdiger, als ich es mir überhaupt je hatte vorstellen können. :-)

Ich habe durchaus noch ein paar unerfüllte Träume, teilweise solche, die schon seit Jahrzehnten auf die Erfüllung warten - aber da all diese Träume es erfordern, dass ich Leute um mich habe, die ähnliches träumen und dasselbe wollen wie ich, und es sind eher exotische und ungewöhnliche Sachen... ich träum ich halt weiter. Vielleicht kommt's mal soweit. Vielleicht nicht. In der Zwischenzeit geht das Leben weiter.

Bei mir war's übrigens in den Dreissigern, wo sich alles so an seinen Platz zu finden begann. Wobei die Dreissiger bei mir auch eine Phase waren, wo viele Dinge NICHT funktionierten, alles anstrengend und langsam schien, und ich um jeden Millimeter neuen Boden kämpfen und arbeiten musste. Eine schwere Zeit! Inzwischen ist mehr Leichtigkeit da und vieles flutscht ganz von selbst. Mir ging es noch nie so gut wie jetzt.

gruss, barbara

Bae
31.08.2016, 11:21
Mit solchen Aussagen machst du es Kinderwunschfrauen noch schwerer, weil du implizierst, dass sie irgendwie noch selber schuld sind, weil sie zu verbissen sind. Gern auch von Frauen, die selber unkompliziert und schnell schwanger wurden.


Einen Kinderwunsch hatte ich ja nie, aber auch bei allen anderen Wünschen gilt: Verbissenheit bremst und blockiert. Das tun, was gerade heut getan werden muss oder getan werden will, und den Rest dem Leben oder dem Herrgott überlassen... dann können Wunder geschehen. :-) - in der Regel nicht so, wie ich mir das vorstelle, sondern anders, aber das spielt ja keine Rolle.

gruss, barbara

Veranoazul
31.08.2016, 11:29
Tja ist mein Leben so wie ich es mir mit Anfang 30 vorgestellt habe, NÖ!

Das macht aber nichts, den ich habe andere Entscheidungen für mein Leben treffen müssen als es mal meine Ziele waren, denn dass Leben macht was es will und ich auch.

Und ehrlich gesagt, ich gebe nichts aus meinem Leben zurück bisher, keine Glückseligkeit, keinen Kummer denn aus all diesem bin ich heute die, die ich bin und werde morgen vielleicht anders sein...

Ich habe falsche Entscheidungen getroffen, aber zu dem Zeitpunkt als ich sie traf fühlten sie sich richtig an, dann musste ich mit meinen Entscheidungen umgehen und das Bestmögliche daraus machen.

Glücklicherweise habe ich keine Glaskugel die mir sagt wenn Du dass machst, dann entwickelt sich Deine Zukunft so und so...
Viele tolle Sachen würde ich dann gar nicht eleben und wie will ich die geniessen wenn ich nicht auch schon unschöne Dinge gelebt hätte...

Mir wäre mein Leben dann zu langweilig....

wildwusel
31.08.2016, 11:33
umberta, ohne jetzt zu wissen, wie viel ihr schon gemacht *habt* -- sorry, wenn das total den wunden Punkt trifft, weil ihr schon alles versucht habt, was ihr bereit oder in der Lage seid, zu versuchen, dann ignoriere mich bitte --



in Sachen "Kinderwunsch" kann man heutzutage *viel* machen. Aber der Aufwand wird auch schnell immens. Unter der Annahme, daß ihr es derzeit noch ohne technische/medizinische Hilfe versucht, hast du einen "Eskalationsplan" -- also, was ihr ab wann tun werdet, wenn es nicht klappt, und wie weit ihr bereit seid zu gehen?

Das mußt du hier absolut nicht beantworten, das geht keinen etwas an, aber wenn du diese Überlegungen noch nicht angestellt oder noch nicht konkretisiert hast, würde es vielleicht helfen, das zu tun, um sich weniger vom Leben "hängengelassen" zu fühlen.

frangipani
31.08.2016, 11:34
Ich bin auch schon 20 Jahre älter als du und ich kann mich Wilhelminas Posting anschliessen!

Mein Leben ist heute absolut nicht so, wie ich es mir mit 30 vorgestellt habe. Oder zumindest nicht bewusst vorgestellt habe. Ich hab jetzt im Rückblick das Gefühl, dass dort unbewusst was steckte, was ich nicht nach oben liess.
Ich hatte mir mein Leben damals so vorgestellt, wie es mir von aussen gezeigt wurde, wie ich es mir vorzustellen hatte.

Ich hab dann mit 37 alles abgerissen. Woanders alles wieder aufgebaut und dann wurde es mir nach ein paar Jahren abgerissen. Inzwischen, nach 10 Jahren, fühle ich mich wohl in meinem Hemd. Von dem ich nicht weiss, wie es schlussendlich in 10/20/30 Jahren aussehen wird.

Ich hatte keinen Kinderwunsch, kann es aber sehr nachfühlen, da ich es in meinem Umfeld mitbekomme, wie stark so ein Wunsch ist. Ich drück euch die Daumen, dass es irgendwie einen Weg gibt, trotz der Umstände schwanger zu werden. :blume:

FrauDorothea
31.08.2016, 11:41
Genau wegen solchen Kommentaren habe ich anfangs gezögert, den Wunsch beim Namen zu nennen. Mit solchen Aussagen machst du es Kinderwunschfrauen noch schwerer, weil du implizierst, dass sie irgendwie noch selber schuld sind, weil sie zu verbissen sind. Gern auch von Frauen, die selber unkompliziert und schnell schwanger wurden. Es mag ja gut gemeint sein, stimmt aber auch medizinisch gesehen überhaupt nicht. Meine Entspannung macht die Spermien meines Mannes keinen Deut schneller.

Es ist aber manchmal auch echt was dran.
Ich hatte mit 25 eine schwere OP. Anschließend wurde mir gesagt auf natürlichen Wege werde ich nie schwanger werden können. Dann hab ich 5 Jahre gebraucht um mich damit abzufinden. Dann als ich 30 wurde, war ich soweit mir ein ein ausgefülltes Leben ohne Kinder vorzustellen. Und das was ich mir da vorstellte war schön, ausfüllend und abenteuerreich. Und dann wurde ich schwanger.

Was meine Vorstellungen vom Leben betreffen. Ich hab als Kind wenig davon geträumt wie mein Leben einmal aussehen wird. Ich wusste immer wie mein Leben verlaufen wird. Hatte ein genaues Bild. Zwar nicht detailiert, also ich wusste nicht das ich 2 mal heiraten werde um den Richtigen zu finden, aber ich wusste ich werde in einem Haus leben, mit Kind, Hund und Katze und das es uns finanziell und gesundheitlich gut gehen wird und das ich zufrieden sein werde.

Es war auch für mich sehr wichtig diese Gewissheit zu haben, denn ich hatte überhaupt keine guten Startbedingungen ins eigene Leben. Eltern beide suchtkrank, ich selbst war nie in der Lage zu lernen, war Milieugestört, wurde als 7 jährige nachts von der Polizei nach Hause gebracht usw.

Jaaaa,,,, wenn man so aufwächst hat man keine Träume. Nur Gewissheit. Immer. Und die hat mich nicht getrügt.

Veranoazul
31.08.2016, 11:47
Bezüglich meines Wunsches wäre ruhen lassen keine gute Idee, es geht um Kinderwunsch.



Hatte ich auch und ich habe ihn aufgrund der Erkrankung meines Mannes mit 33 fallen gelassen, ich hatte Glück der Wunsch war nicht so tief in mir drinn dass meine Gebärmutter Hormone erzeugt hätte ich muss unbedingt ein Kind bekommen damit ich glücklich werde.

Klar wäre es schön gewesen mit Kindern, aber gute 15 Jahre später kann ich offen sagen, ich bin auch so glücklich.

Ich habe das Glück dass ich nie damit gehadert habe, mich immer komplett gefühlt habe.

Du hast den Wunsch, dann tu das was Du möchtest ihn zu erfüllen, wichtig für mich war immer dass ich entschieden habe, werde ich es bereuen nicht alles versucht zu haben?

Ich musste nichts versuchen, ich war klar in meiner Entscheidung, ich wollte weder eine Samenspende, noch ein Kind aus irgendeinem Land adoptieren, vor allem wollte ich nicht einem Kind einen kranken Vater zumuten und mir war der Gedanke auch zu viel Kind und kranker Mann und Vollzeitjob und und und....

Mein Mann lebt glücklicherweise noch immer, er arbeitet, er macht Sport und alles ist gut... Klar könnte man sagen ach hätte ich doch...

Nein, alles richtig gewesen, dass mein Mann allen Statistiken die lange Nase zeigt, die Chance bestand nur zu 5% ist mein grosses Lebensglück, theoretisch müsste er seid 10 Jahren bereits nicht mehr da sein....

Ja und 2X sah es nicht gut aus, da gab es schon innerlichen Abschied... Aber der wollte noch bei mir bleiben, sagt er

Inaktiver User
31.08.2016, 11:50
Ich bin Anfang 40, passe also eigentlich nicht in diese Rubrik. Möchte aber trotzdem antworten.

Ich hatte als Kind sehr konkrete berufliche Vorstellungen und habe die dann auch verwirklicht und viele Jahre gelebt. Irgendwann wurde mir aber bewusst, dass die Rahmenbedingungen nicht wirklich zu mir passen/ich mich damit nicht mehr wohlfühle. Ich habe mich hingesetzt und meine "idealen Rahmenbedingungen" auf's Papier gebracht. Und wie es der "Zufall" so will, ergab sich wenige Monate danach genau diese Gelegenheit, die ich natürlich ergriffen habe. Den "Kindheitstraumjob" habe ich aus Zeitgründen erst mal komplett gestrichen, aber sobald ich mit meinen aktuellen Weiterbildungen fertig bin, werde ich das quasi als Nebenjob (oder vielleicht auch als Hobby, mal sehen) auch wieder aktivieren.

Was das Privatleben betrifft: Ich wollte nie heiraten und hab's natürlich auch nicht gemacht. Irgendwann hatte ich mich mal hingesetzt und eine "Zukunftsplanung" gemacht. Das erste Kind war dabei frühestens mit 30 geplant. Tja, ein paar Tage danach war ich schwanger (quasi ein "Unfall"). Heute bin ich sehr dankbar dafür, denn wer weiß, ob ich mich bewusst wirklich jemals für Kinder entschieden hätte. Ich bin sehr froh, dass ich genau zu diesem Zeitpunkt genau dieses Kind bekommen habe (und später dann das Geschwisterchen). Es hat Seiten in mir wachgerufen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie existieren. Und ich habe durch meine Kinder mindestens so viel gelernt wie sie von mir. Und das tue ich bis heute...

Also, es lief (zum Glück) nicht alles nach Plan, aber es lief alles genau richtig. :blume:

Bae
31.08.2016, 12:07
Ich habe mich hingesetzt und meine "idealen Rahmenbedingungen" auf's Papier gebracht.


ich mach das auch immer wieder mal; so alle zwei, drei Jahre vielleicht. In der Regel geht es um mittelfristige Ziele. Diese Manifestationen behalt ich auch auf, und stolpere gelegentlich beim Aufräumen drüber; ich stelle fest, dass ich meist so fünf Jahre danach die meisten (nicht alle) Ziele als "ist jetzt so" abhaken kann. Es ist auch hilfreich für mich, etwas aufzuschreiben, es dann geistig in den Brutkasten zu legen, und es dort zu vergessen. Brütende Eier soll man nicht stören...

Dinge erzwingen zu wollen war bei mir immer die beste Methode, es NICHT zu bekommen.

Hilfreich ist auch, dass ich immer mehrere Wünsche, mehrere Projekte haben; bei irgend einem von all diesen Dingen geht es immer vorwärts, und solange in irgend einem Lebensbereich eine Vorwärtsbewegung da ist, ist es gut.

gruss, barbara

Veranoazul
31.08.2016, 12:09
.

Hilfreich ist auch, dass ich immer mehrere Wünsche, mehrere Projekte haben; bei irgend einem von all diesen Dingen geht es immer vorwärts, und solange in irgend einem Lebensbereich eine Vorwärtsbewegung da ist, ist es gut.

gruss, barbara

Ist bei mir sehr ähnlich, Stillstand wäre für mich vergeudete Lebenszeit

Inaktiver User
31.08.2016, 12:17
Hilfreich ist auch, dass ich immer mehrere Wünsche, mehrere Projekte haben; bei irgend einem von all diesen Dingen geht es immer vorwärts, und solange in irgend einem Lebensbereich eine Vorwärtsbewegung da ist, ist es gut.

Diesbezüglich habe ich auch festgestellt: Wenn man in irgendeinem Bereich (egal, welchem) etwas verändert/bewegt/vorwärts bringt, dann kommen quasi automatisch auch die anderen Bereiche mit in's Rollen. Klingt jetzt esoterisch (und steht so ähnlich wohl auch in solchen Büchern), ist aber tatsächlich meine praktische Erfahrung. Kann aber natürlich auch Zufall sein. Wäre aber auch egal - hauptsache, es funktioniert. ;-)

Bae
31.08.2016, 12:22
Ist bei mir sehr ähnlich, Stillstand wäre für mich vergeudete Lebenszeit


so würde ich das nicht nennen, auch das Stillestehen hat seine Berechtigung und seine Qualitäten.

Einfach nicht ständig, immer und überall. So wie auch nicht ständig, immer und überall Action sein muss.

gruss, barbara

ereS
31.08.2016, 12:35
ich bin wesentlich aelter als 30 plus und muß im nachhinein sagen, das ich so wie ich heute lebe, mal leben werde, haette ich mir niemals vorstellen koennen

ich bin allerdings sehr zufrieden und mit mir im reinen, ich genieße mein leben

als junger mensch wollte ich nie kinder, sondern karriere machen, in einem ganz bestimmten beruf, der mir immer vor augen geschwebt hat
auch heute noch bekomme ich strahlende augen, wenn ich davon erzaehle

mich stoert es allerdings ueberhaupt nicht (mehr) das ich dies nicht mehr realisieren kann und werde

ich finde immer das maß der dinge ist die persoenliche zufriedenheit und nicht irgendwelche plaene, die sich oft als traeume herausstellen, oder aufgrund vieler umstaende ( die keiner vorher weiß ) dann doch nicht verwirklichen ließen.

Veranoazul
31.08.2016, 12:37
so würde ich das nicht nennen, auch das Stillestehen hat seine Berechtigung und seine Qualitäten.

Einfach nicht ständig, immer und überall. So wie auch nicht ständig, immer und überall Action sein muss.

gruss, barbara


Nö so meinte ich den Stillstand nicht, ausruhen, mal nix verfolgen ist mir auch ganz wichtig, ist doch sonst alles zu anstrengend. Aber ohne Zielverfolgung in meinem ureigenen Tempo, einfach nur 365Tage in den Tag leben wäre für mich Stillstand....

wildwusel
31.08.2016, 12:54
auch heute noch bekomme ich strahlende augen, wenn ich davon erzaehle

mich stoert es allerdings ueberhaupt nicht (mehr) das ich dies nicht mehr realisieren kann und werde

Manchmal ist das gute daran, einen Traum als Traum zu behalten, daß er sich nie an der Wirklichkeit abnutzt.
Der Job, den ich mache, wäre wesentlich mehr mein Traumjob, wenn er so ausgeführt würde, wie ich mir das im Studium vorstellt habe: In aller Ruhe und ungestört von Meetings, Telefonaten, dummen Fragen,und Kunden! :smirksmile:

umberta
31.08.2016, 13:22
Ui, so viele Beiträge, ich hoffe, ich vergesse niemanden, ich komm kaum hinterher!

Mir ging es noch nie so gut wie jetzt. :allesok:

Einen Kinderwunsch hatte ich ja nie, aber auch bei allen anderen Wünschen gilt: Verbissenheit bremst und blockiert. Das tun, was gerade heut getan werden muss oder getan werden will, und den Rest dem Leben oder dem Herrgott überlassen... dann können Wunder geschehen. :-) - in der Regel nicht so, wie ich mir das vorstelle, sondern anders, aber das spielt ja keine Rolle.
Auf Wunder warte ich nicht. Da versuche ich es lieber mit der modernen Medizin.

das Leben macht was es will und ich auch. :allesok: schöner Beitrag!
@wildwusel, wir machen alles, was es gibt, aber das ist halt auch leider keine Garantie. Ich hatte inzwischen auch eine Fehlgeburt. Mir einen „Endpunkt“ zu setzen im Sinne von x Behandlungen oder so, das kann ich im Moment (noch?) nicht. Ich würde mir vorwerfen, nicht alles probiert zu haben oder nicht lange genug. Aber die Vorstellung, das noch jahrelang zu machen, macht mir auch Angst. Zwickmühle…


Ich hab jetzt im Rückblick das Gefühl, dass dort unbewusst was steckte, was ich nicht nach oben liess.
Ich hatte mir mein Leben damals so vorgestellt, wie es mir von aussen gezeigt wurde, wie ich es mir vorzustellen hatte.
Genauso geht es mir auch! Bin gespannt, was es ist :smile: Danke für die Daumen!

Es ist aber manchmal auch echt was dran.
[…]
Jaaaa,,,, wenn man so aufwächst hat man keine Träume. Nur Gewissheit. Immer. Und die hat mich nicht getrügt.
:knatsch: und du denkst ernsthaft, deine Entspannung hat die Schwangerschaft bewirkt? Anekdoten beweisen gar nichts. Ich reagiere inzwischen auch sehr empfindlich auf so Pseudo-Wissenschaft. Die meisten Frauen SIND doch entspannt, bis es jahrelang einfach nicht klappt. Wie erklärst du dir das denn bitte?
Das mit deiner Gewissheit verstehe ich nicht ganz – du hattest halt Glück?

Klar wäre es schön gewesen mit Kindern, aber gute 15 Jahre später kann ich offen sagen, ich bin auch so glücklich.
Ich habe das Glück dass ich nie damit gehadert habe, mich immer komplett gefühlt habe.

Du hast den Wunsch, dann tu das was Du möchtest ihn zu erfüllen, wichtig für mich war immer dass ich entschieden habe, werde ich es bereuen nicht alles versucht zu haben?

Mögen tu ich die Behandlungen überhaupt nicht, aber ich muss wohl, sonst wird das nichts mit der Wunscherfüllung in dem Bereich.


Mein Mann lebt glücklicherweise noch immer, er arbeitet, er macht Sport und alles ist gut... Klar könnte man sagen ach hätte ich doch...
Das ist toll, dass dein Mann noch lebt! Alles Gute für euch! :blume:

Also, es lief (zum Glück) nicht alles nach Plan, aber es lief alles genau richtig. :blume:
Das ist ja wirklich super gelaufen (ohne Ironie), eine Zeit, wo deutlich etwas gefehlt hat, hattest du gar nicht?

Dinge erzwingen zu wollen war bei mir immer die beste Methode, es NICHT zu bekommen.
Beim unterstützten Kinderwunsch ist das hingegen statistisch gesehen die beste Methode, den Wunsch zu erfüllen. Bei meinen anderen Baustellen – bin ich mir auch nicht so sicher, ob Aktivität nicht doch sinnvoller ist als abwarten.


Hilfreich ist auch, dass ich immer mehrere Wünsche, mehrere Projekte haben; bei irgend einem von all diesen Dingen geht es immer vorwärts, und solange in irgend einem Lebensbereich eine Vorwärtsbewegung da ist, ist es gut.
Das ist schön formuliert, bei mir ist im Moment einfach überall Stillstand und ich bin sicher keine, die wenig Projekte am Laufen hat.

Diesbezüglich habe ich auch festgestellt: Wenn man in irgendeinem Bereich (egal, welchem) etwas verändert/bewegt/vorwärts bringt, dann kommen quasi automatisch auch die anderen Bereiche mit in's Rollen. Klingt jetzt esoterisch (und steht so ähnlich wohl auch in solchen Büchern), ist aber tatsächlich meine praktische Erfahrung. Kann aber natürlich auch Zufall sein. Wäre aber auch egal - hauptsache, es funktioniert. ;-)
Ist meiner neuesten Erfahrung nach Zufall. :niedergeschmettert:


ich bin wesentlich aelter als 30 plus und muß im nachhinein sagen, das ich so wie ich heute lebe, mal leben werde, haette ich mir niemals vorstellen koennen

ich bin allerdings sehr zufrieden und mit mir im reinen, ich genieße mein leben. :allesok:


Manchmal ist das gute daran, einen Traum als Traum zu behalten, daß er sich nie an der Wirklichkeit abnutzt.
Der Job, den ich mache, wäre wesentlich mehr mein Traumjob, wenn er so ausgeführt würde, wie ich mir das im Studium vorstellt habe: In aller Ruhe und ungestört von Meetings, Telefonaten, dummen Fragen,und Kunden! :smirksmile:
Oh ja, wenn einem dann die Realität in die Quere kommt :freches grinsen:

Glitzermieze
31.08.2016, 13:57
Das kann ich mit einem ganz klaren "Nein" beantworten.

Früher habe ich mir alles ganz anders vorgestellt, dachte ich bin mit Mitte zwanzig erwachsen, erfolgreich, verheiratet... also irgendwie im Erwachsensein "angekommen". Wie war das, das Leben fällt bei unseren Plänen lachend vom Stuhl ;-) ? Stimmt auffallend, denke ich. :freches grinsen:

Tja, aktuelle Bestandsaufnahme mit 35: Beruflich gerade in der Sackgasse, das stresst und macht auf Dauer echt unzufrieden, kann ich gerade aber nicht wirklich ändern. Aber: meine Lebensgrundlage ist gesichert, das ist etwas, worüber ich doch froh bin.
Meinen Nebenjob konnte ich etwas ausbauen, dort bekomme ich auch zum Teil Anerkennung, die im Hauptjob leider gänzlich fehlt.
Mein kleines Eigenheim ist in ca. 5-10 Jahren abbezahlt, das beruhigt mich.
Meinen Traummann habe ich leider erst mit 31 kennengelernt, war vorher lange allein, das hat mich sehr geprägt und auch leider sehr runtergezogen, jetzt versuche ich alles gemeinsam besonders zu genießen. Nächste Woche ist Hochzeit *freufreufreu*.
Baustelle in der Partnerschaft: Mein Mann und ich wohnen noch nicht zusammen, das wird noch ein großes Projekt :-)
Kinderwunsch: bei mir (noch) gar nicht vorhanden, mein Mann ist unschlüssig.
Da ich partnerschaftlich gerade alles nachhole, habe ich Angst, wenn ich mich dann richtig "erwachsen" fühle, könnte ein Kinderwunsch kommen, der dann leider nicht mehr realisiert werden kann. Das nagt auch etwas an mir, bin halt leider nicht mehr 20 oder 25 :-(

Umberta, ich wünsche Dir für die Erfüllung Deines Wunsches alles alles Gute :in den arm nehmen: Du siehst, kaum ein Leben läuft nach Plan, trotzdem kann es tolle, überraschende und positive Wendungen geben!

Ganz lieben Gruß!

Bae
31.08.2016, 14:01
Beim unterstützten Kinderwunsch ist das hingegen statistisch gesehen die beste Methode, den Wunsch zu erfüllen. Bei meinen anderen Baustellen – bin ich mir auch nicht so sicher, ob Aktivität nicht doch sinnvoller ist als abwarten.


Kommt darauf an.

Für mich hat es sich bewährt, die "tief hängenden Früchte zu pflücken", also das zu tun, was jetzt und hier gerade leicht geht und mich über den Rest nicht zu grämen.

Kunden zu finden ist immer so ein Thema; ich sorg natürlich dafür, dass man mich finden kann (Schaufenster, Website etc), aber alles, was nach aktiver Aquise aussieht, hat bei mir NIE funktioniert. Bei einem potenziellen Kunden erwähne ich mein Angebot ein ( in Zahlen: 1 ) Mal; entweder es interessiert, und gut; oder nicht, und auch gut. Probehalber hatte ich gelegentlich versucht, es zu erzwingen und etwas Druck aufzusetzen; da hatte ich schon mal jemanden überreden können, meine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, doch das dauerte nie lange und brachte nur Ärger mit sich. Mach ich nie mehr, lohnt sich nicht.

Dito wenn es darum geht, einen Mann kennen zu lernen: Ich bin nett, freundlich, zugänglich, offen; aber für da muss auch mal was von der Gegenseite kommen, nicht nur von mir.

Es gab mal eine Phase, wo ich dachte: wenn ich jetzt schwanger würde, wär es ok. Ich wurde nicht schwanger; auch gut.

Ich hatte mich schon sehr lange mit der Idee getragen, ein zweites Tattoo machen zu lassen; bis ich rein "zufällig" über die richtige Person stolperte. Ohne zu suchen. Inzwischen hab ich auch das dritte und vierte machen lassen und weitere geplant ^^

Wenn ich mich für etwas entschieden habe - eine Ausbildung, eine Beziehung, irgendwas - so tu ich natürlich, was ich muss, um es am Laufen zu halten. Ich besuche also zu den gegebenen Terminen die Ausbildung, ich halte Kontakt aufrecht mit dem Beziehungspartner, und so weiter. Aber wenn ich grad keinen Plan habe und nichts mich anspricht - mach ich nichts. und dränge auch nicht.

Ich halt einfach die Augen offen und gucke, was kommt.





Das ist schön formuliert, bei mir ist im Moment einfach überall Stillstand und ich bin sicher keine, die wenig Projekte am Laufen hat.

oh, irgendwas geht immer - wenn es sein muss, wieder mal die Sockenschublade aufräumen, oder einen Zopf backen... irgendwas. Egal wie klein es ist.



Oh ja, wenn einem dann die Realität in die Quere kommt :freches grinsen:

ich versuch zu surfen auf den Wellen, die kommen; und nicht den Wellen meine Idee aufzuzwängen, wie das Meer gefälligst zu sein habe.

für mich bewährt sich das sehr.

gruss, barbara

FrauDorothea
31.08.2016, 14:09
:knatsch: und du denkst ernsthaft, deine Entspannung hat die Schwangerschaft bewirkt? Anekdoten beweisen gar nichts. Ich reagiere inzwischen auch sehr empfindlich auf so Pseudo-Wissenschaft.

Nein, oh Entschuldige, so hatte ich es nicht gemeint.
Aber es hatte sich nun einmal genau so bei mir abgespielt. Und ja, höchstwahrscheinlich war es Glück.




Die meisten Frauen SIND doch entspannt, bis es jahrelang einfach nicht klappt. Wie erklärst du dir das denn bitte?

Das ist dann eben kein Glück.



Das mit deiner Gewissheit verstehe ich nicht ganz – du hattest halt Glück?

Ja, Glück. Mehr Glück wie andere. Ein Glückskind sozusagen. Du sagst es.:niedergeschmettert: (hat mit Lebenseinstellungen und das Leben so anzunehmen wie es ist nix zu tun.)

Inaktiver User
31.08.2016, 14:17
(Ich mache mal ein Zitat für Faule.)


Das ist ja wirklich super gelaufen (ohne Ironie), eine Zeit, wo deutlich etwas gefehlt hat, hattest du gar nicht?

Doch. Ich hatte eine sehr miese Kindheit (wie viele andere halt auch). Sowas wie Wärme/Geborgenheit/Liebe usw... kannte ich nicht. (Von anderen Problemen ganz zu schweigen.) Und ich denke jetzt rückblickend, das ist auch der Grund dafür, wieso mir nicht wirklich aufgefallen ist, dass mich mit meinem 1. Partner (und Vater meiner Kinder) wahrscheinlich irgendwas verbunden hat, aber Liebe war's nicht. Also, auf diese Beziehung hätte ich rückblickend einerseits verzichten können - andererseits hätte ich ohne genau diesen Mann eben auch nicht genau diese Kinder. Und darauf würde ich (wie gesagt) eben auch nicht verzichten wollen. Und durch meinen Ex habe ich auch sehr genau gelernt, was ich alles nicht will. Einerseits also durchaus verplemperte Jahre, andererseits eben auch wieder nicht...

Eine Sache gibt es noch. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich nach der Schulzeit nicht mit Sport aufgehört. Es gab nämlich eine Disziplin, in der ich spitzenmäßig war und ich denke, es hätte mir sehr gut getan, das weiterzuführen. Naja, es war mir damals eben nicht wichtig und vor einigen Jahren habe ich es wieder aufgenommen. Aber ich denke: Wenn eine Fee käme und sagte, ich könnte eine Entscheidung aus meinem Leben rückgängig machen/neu treffen, dann wäre es diese.

umberta
31.08.2016, 14:19
Umberta, ich wünsche Dir für die Erfüllung Deines Wunsches alles alles Gute :in den arm nehmen: Du siehst, kaum ein Leben läuft nach Plan, trotzdem kann es tolle, überraschende und positive Wendungen geben!

Danke Glitzermieze.


oh, irgendwas geht immer - wenn es sein muss, wieder mal die Sockenschublade aufräumen, oder einen Zopf backen... irgendwas. Egal wie klein es ist.

So kleine Sachen mach ich regelmässig. Leider haben die nix angestossen in den grösseren Bereichen. Aber mein Karma ist in der Beziehung sicher gut, einen Zopf habe ich zwar nicht gebacken, aber immerhin Rosinenbrötchen.

FrauDorothea, da haben wir uns wohl missverstanden. :blume: ich geh inzwischen ziemlich schnell auf die Palme bei gewissen Kommentaren…

FrauDorothea
31.08.2016, 14:20
I

ich versuch zu surfen auf den Wellen, die kommen; und nicht den Wellen meine Idee aufzuzwängen, wie das Meer gefälligst zu sein habe.

für mich bewährt sich das sehr.

gruss, barbara

Für mich hat sich genau diese Einstellung auch bewährt. Und genau diese Sicht macht Leben auch Lebenswert selbst dann, wenn sich Vorhaben nicht umsetzen oder verwirklichen lassen.

umberta
31.08.2016, 14:20
Mangostane, ach ja, die miese Kindheit hatte ich noch dazu. Bin noch am Aufarbeiten.

Satc78
31.08.2016, 15:23
... Und durch meinen Ex habe ich auch sehr genau gelernt, was ich alles nicht will. Einerseits also durchaus verplemperte Jahre, andererseits eben auch wieder nicht...

Eine Sache gibt es noch. Wenn ich die Zeit zurückdrehen könnte, hätte ich nach der Schulzeit nicht mit Sport aufgehört. Es gab nämlich eine Disziplin, in der ich spitzenmäßig war und ich denke, es hätte mir sehr gut getan, das weiterzuführen. Naja, es war mir damals eben nicht wichtig und vor einigen Jahren habe ich es wieder aufgenommen. Aber ich denke: Wenn eine Fee käme und sagte, ich könnte eine Entscheidung aus meinem Leben rückgängig machen/neu treffen, dann wäre es diese.

Parallelen gibt es in vielen Viten :smile:
Nachdem mein Ex mich betrogen und dann auch von mir getrennt hat bin ich durch eine sehr schwierige Zeit gegangen. Es hat mich 1 Jahr in meinen kostbaren 30ern gekostet, auch nur halbwegs wieder auf Kurs zu kommen. Weitere 1,5 Jahre, in denen ich innere Klausur gehalten habe und mich mit meinem Männerbild beschäftigt habe. Welchen Typ Mann möchte ich dauerhaft an meiner Seite haben? Wo liegen meine Werte in einer Beziehung? u.ä. Fragen habe ich mir gestellt. Nach dieser Zeit merkte ich, dass mein Blick auf Männer sich verändert hatte und ich endlich bereit war, mich auf einen guten Mann einzulassen. Das Glück/Schicksal/Amor/wer-auch-immer hat mir zur richtigen Zeit meinen Mann geschickt und ich war für ihn und unsere Beziehung bereit! :liebe:

Von meiner Fee würde ich mir wünschen, dass meine Mutter mich nicht aus dem Ballettunterricht genommen hätte. Ich war wirklich gut und die Lehrerin wollte mich fördern....meinen Eltern wurde das aber zu viel für ein kleines Mädchen und sie haben sich dafür entschieden, mich mehr Kind sein zu lassen. Sicherlich aus Elternsicht eine richtige Entscheidung, da ich eine tolle Kindheit hatte. Aber als ich Jahre später mit dem Tanzen wieder angefangen habe, war ich von der Figur her schon weit entwickelt und Busen und Po stören beim klassischen Tanz leider......ich war einfach zu alt, um professionell zu tanzen.

umberta
31.08.2016, 15:55
Ich möchte das Stichwort "Intensität" nochmal aufgreifen. Im Moment habe ich das Gefühl, mein Leben nicht intensiv genug zu nutzen und dass meine besten Jahre an mir vorbeiziehen. Nicht, dass ich nichts mache, aber ich schaffe es nicht, hier einen Freundeskreis aufzubauen, und mache das meiste eben allein oder mit dem Partner. Das finde ich so schade, aber all meine Bemühungen haben nicht geholfen, beziehungsweise sind einige nette Leute, mit denen es hätte klappen können, dann weggezogen. Hin und wieder gibt es mal einen Pärchen-Abend zu viert mit Bekannten, aber das bringt es auch nicht so recht.

Satc78
31.08.2016, 16:19
Ich möchte das Stichwort "Intensität" nochmal aufgreifen. Im Moment habe ich das Gefühl, mein Leben nicht intensiv genug zu nutzen und dass meine besten Jahre an mir vorbeiziehen. Nicht, dass ich nichts mache, aber ich schaffe es nicht, hier einen Freundeskreis aufzubauen, und mache das meiste eben allein oder mit dem Partner. Das finde ich so schade, aber all meine Bemühungen haben nicht geholfen, beziehungsweise sind einige nette Leute, mit denen es hätte klappen können, dann weggezogen. Hin und wieder gibt es mal einen Pärchen-Abend zu viert mit Bekannten, aber das bringt es auch nicht so recht.

Ob gute oder schlechte Jahre; sie ziehen doch alle an uns vorbei... Die guten Momente gilt es zu genießen und die schlechten auszuhalten.

Zum Thema Freundeskreis: Das scheint eine weitverbreitete Entwicklung in den 30ern zu sein, dass diese sich neu sortieren. Alte Freundschaften zerbrechen. Neue entstehen. Das Leben vieler meiner Freunde aus den 20ern hat sich so komplett in andere Richtungen entwickelt als es meine ist, dass wir uns im Moment einfach nicht viel zu sagen haben. Hast du denn eine Freundschaft, die dich seit vielen Jahren begleitet? Wenn dem so ist, dann würde ich mich auf diese konzentrieren und sie pflegen. Es kommen bestimmt wieder neue Menschen in dein Leben und sicherlich wird irgendwann auch wieder ein Freundeskreis entstehen. Immer offen bleiben für neue Einflüsse und Menschen, dann passiert es von ganz alleine.

umberta
31.08.2016, 16:42
Und bis dahin muss ich alleine feiern :niedergeschmettert: ja ok, Luxusproblem wohl. Ich wollte ja unbedingt in diese Stadt und habe es halt nie geschafft, hier dauerhaft Anschluss zu finden. Meine Schwester ist dorthin gezogen, wo alle Freunde waren, klar ist die jetzt oft unterwegs.

Ich bin sehr dankbar für meine zwei-drei alten Freundinnen. Die wohnen nur leider alle mehrere 100 km entfernt.

Was mich einfach erschreckt hat, war, als ich notfallmässig ins KH musste und vor Ort KEINEN hatte, den ich anrufen konnte. (Mann war auf Dienstreise). Versteht mich nicht falsch, ich suche nicht deswegen Freunde, um sie für Notlagen auszunutzen. Aber da ist mir meine Einsamkeit mal wieder krass bewusst geworden.

Und ich finde mein Leben immer viel intensiver, wenn ich was mit geliebten Menschen zusammen machen kann. Das ist einfach viel zu selten der Fall, weil die alle so weit weg sind. Ich würd sehr gerne zurück, aber mein Mann möchte seine Stelle hier nicht aufgeben und wer weiss, ob ich dort was finden würde.

Inaktiver User
31.08.2016, 16:44
Als ich 30 wurde (8,5 Jahre liegt das zurück) war das für mich ein tolles Gefühl!

Ich sah nie so gut aus wie mit 30, war mit dem vermeintlich tollsten Mann der Welt zusammen und arbeitete in meinem Traumjob. Alles paletti und die Welt lag mir zu Füßen. Denn mit 30 stehen dir ja noch alle Optionen offen und die nervige Findungsphase der 20er liegt hinter dir. Ehrlich - ich empfand meinen 30. Geburtstag als befreiend und ich habe mich wahnsinnig auf meine 30er gefreut.

Heute hat mein Leben sich um 180° gedreht. Der tollste Mann der Welt entpuppte sich als der (für mich) falsche Mann, mein Traumjob ist noch immer mein Traumjob bezahlte aber leider kaum meine Rechnungen. Die tolle Stadt in der ich damals in einer WG lebte, wurde unfassbar teuer und das Aussehen hat sich auch nicht dauerhaft gehalten (schlappe 10 kg Gewichtszunahme :peinlich:).

Ich lebe jetzt in einem Vorort in einem schönen Haus mit einem Mann der mich liebt und den ich liebe. Mein Job bringt mir zu 80% der Zeit Spaß und bezahlt meine Rechnungen und einen Lebensstil, der mir gefällt. Meine Figur entspricht nicht mehr der von vor 8,5 Jahren, aber das empfinde ich nicht als belastend. Ich stehe zu mir und meinem Leben.

Und genau das ist es, was ich mir von meinem Leben erhofft habe. Also ja, mein Leben läuft im Großen und Ganzen so, wie ich es mir vorgestellt habe. Und entwickelt es sich in eine Richtung die mir nicht behagt, dann verändere ich was nötig ist, um wieder auf meinen Kurs zu kommen.

Träume und Wünsche habe ich noch immer und werde hoffentlich immer welche haben. Ich baue mir gerne Traumschlösser, träume vom obligaten Lottogewinn und ersinne mir was-wäre-wenn-Gebilde. Aber jetzt, heute und in diesem Moment möchte ich nichts in meinem Leben verändern (außer vielleicht mit einem Zauberstab die 10 kg verschwinden lassen....:zwinker:)!

Wieso soll die Findungsphase in den 20 er vorbei sein?

Satc78
31.08.2016, 16:48
Umberta, du klingst so traurig....das tut mir richtig weh. :in den arm nehmen:

Kannst du dich vielleicht in einem Bereich der dir liegt ehrenamtlich engagieren? Oder dir eine Freizeitaktivität suchen, bei der du unter Menschen kommst?

Satc78
31.08.2016, 16:52
Wieso soll die Findungsphase in den 20 er vorbei sein?

Bei mir war es so, dass ich in meinen 20ern mich "gefunden" habe. Ich hatte eine Erkrankung, die mich zwang, mich mit mir auseinander zu setzen.
Diese Zeit nenne ich meine Findungsphase...:smile:

Aber ich gebe dir recht; eine Findungsphase muss nicht in den 20ern stattfinden. Die kann es jederzeit und in jedem Alter geben.

drafty
26.07.2018, 01:36
Mein Leben ist keineswegs so wie ich es mir vorgestellt habe. Es ist deutlich besser. Zugegeben, ich war nie wirklich pessimistisch, habe aber allerdings auf ziemlich niederem Niveau versucht, meine kleine Welt zu planen. Größere Vorhaben oder "Visionen" gab es dabei nicht. Es kam zu einem Bruch mit meinen Eltern und teilweise auch der näheren Verwandtschaft, an dem ich nicht ganz unschuldig war, der mir für meine Entwicklung aber sicher sehr gut getan hat. Inzwischen bin ich 30 und wir haben uns teilweise auch wieder ausgesöhnt, aber gewisse Dinge werden bleiben. Das ist wohl der Preis für die radikale Abnabelung.

Susisa
26.07.2018, 13:11
Schöner Strang! :blume:

"Man kann nicht alles haben, aber man kann [in einem gewissen Rahmen] haben, was man will."

Ich habe in meinen Dreißigern entdeckt, dass letztendlich fast alles eine Sache der inneren Einstellung ist, wie ICH mein Leben sehe.

Ich finde es faszinierend zu beobachten (fand ich schon immer), dass es z.B. Menschen mit viel X gibt, die unglücklich sind, und Leute mit wenig X die glücklich sind. Andersrum natürlich genauso und auch noch mal kreuz und quer vertauscht.

Ich habe in meinen Dreißigern auch entdeckt, wie wichtig es ist, unterscheiden zu lernen zwischen dem "Was will ich/was ist meins" und "Was willst Du/ Was ist Deins".

Wenn man das raus hat (zu wissen, was man wirklich will), dann ist der Rest eigentlich nur Staffage. (Wobei mir klar ist, dass vielleicht manche Leute nicht ganz so zielgerichtet drauf sind. Ist auch eine Charakterfrage.)

Wichtig ist auch zu wissen, wo die eigenen Einflussmöglichkeiten enden. (Ist auch Thema "Meins"/"Deins", wobei mit "Deins" hier auch doofe oder einfach nur Umstände gemeint sein können.)

Ich habe mir wenig vorgestellt in meinem Leben und tatsächlich ist von dem, was ich mir vorgestellt habe, alles eingetreten, aber ganz anders, als ich es erwartet habe. :smirksmile:

Momentan bin ich dabei, das, was ich habe, zu sehen, anzunehmen, zu schätzen, richtiggehend auszukosten --- und es mir dabei sehr gut gehen zu lassen. Ich lerne gerade ganz, ganz, ganz viel Akzeptanz. Das tut wahnsinnig gut. :blume::blume::blume:

Manchmal hätte ich Lust, mit dem Wissen von heute noch mal ganz neu zu starten (so ab Zeitpunkt Abitur). Aber nur mit dem Wissen von heute. :lachen: