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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Für mich der beste Film des Jahres...



Seven
30.12.2006, 20:58
...war "Das Parfüm".

Wie ein Maerchen,hat mich entführt in eine
andere Dimension.

Alles war sehr ausführlich bis ins Detail
inszeniert,gute Arbeit.

Bei dem Blödsinn den wir üblicherweise nur noch
vorgesetzt bekommen,war dieser Film für mich
ein Lichtblick.

Wünsche einen guten Rutsch!

Seven

WTurner
31.12.2006, 00:40
Mein persönliches Highlight war "Flug 93" über die Entführungen des 11.Septembers. Selten war ich nach einem Kinobesuch so aufgewühlt und erschüttert.

"Das Parfüm" hingegen hat mir gerade wegen der Buchvorlage überhaupt nicht gefallen. Kennst Du das Buch?

Seven
31.12.2006, 07:19
Guten Morgen Turner,

nein leider hatte ich keine Gelegenheit das Buch zu lesen.
Habe ich schon viel gehört,dass das Buch besser ist(ist
ja allgemein so).

Flug 93 hatte ich auch gesehen.
Wo manche Passagiere per handy nach hause angerufen
haben,das war doch der Film,oder?

Ich nehme an,Dich hat eher das Thema erschüttert,
als der Film?

Einen guten Rutsch!

Seven

Inaktiver User
31.12.2006, 08:19
Scoop
Wie im Himmel

WTurner
31.12.2006, 11:41
Ich nehme an,Dich hat eher das Thema erschüttert,
als der Film?


Jein, das Thema natürlich auch. Der quasi-dokumentarische, sehr puristische Stil hat mir besonders gefallen, die Arbeit mit Handkamera und in Echtzeit.

Die Menschen in den Flugzeugen wurden nicht verklärt, sie waren keine Helden, sondern von Angst getrieben. Ihr verzweifelter Versuch, eine nicht mehr kontrollierbare Situation wieder in den Griff zu kriegen, dazu die Parallelhandlung in den Towern, die das Gleiche wollten und doch nicht konnten, das war äußerst sensibel und zurückhaltend inszeniert. Vor allem die Machtlosigkeit des Bodenpersonals angesichts blinkender Lichter und wirrer Komeptenzen machte deutlich, wie hilflos und verwundbar eine moderne Gesellschaft ist.

Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie viele Regisseure mit Heroismus diesen Film gekapert hätten.

Seven
31.12.2006, 11:53
[Die Menschen in den Flugzeugen wurden nicht verklärt, sie waren keine Helden, sondern von Angst getrieben. Ihr verzweifelter Versuch, eine nicht mehr kontrollierbare Situation wieder in den Griff zu kriegen, dazu die Parallelhandlung in den Towern, die das Gleiche wollten und doch nicht konnten, das war äußerst sensibel und zurückhaltend inszeniert. Vor allem die Machtlosigkeit des Bodenpersonals angesichts blinkender Lichter und wirrer Komeptenzen machte deutlich, wie hilflos und verwundbar eine moderne Gesellschaft ist.

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Da hast Du recht.

WTurner
31.12.2006, 13:46
Da hast Du recht.

Ich tu mich sehr schwer mit recht haben bei Filmen. Es gibt nicht nur meine Sicht der Dinge, sondern auch die anderer Zuschauer und jedwede Rezeption beruht auf persönlichen Erfahrungen. Freue mich aber, wenn Du meine Meinung teilst. Dann dürfte der Film dir ja auch gut gefallen haben.

"Herr der Ringe" finde ich zwar beispielsweise gut, aber in seiner Bewertung maßlos überschätzt. Mittlerweile mag ich mehr und mehr kleine Filme, oft auch europäische oder ach so verschrieene Problemfilme.

"Snow Cake" hat mir gut gefallen oder auch "The Straight Story", der vor wenigen Tagen auf 3Sat lief. Ein wunderbar einfacher, langsamer und zu Herzen gehender Film über einen alten Mann, der sich mit seinem Bruder aussöhnen will und dazu auf eine lange Reise geht. Gut, dass ich den allein gesehen habe.

:smile:

Frenchie
31.12.2006, 13:55
"Snow Cake" hat mir gut gefallen oder auch "The Straight Story", der vor wenigen Tagen auf 3Sat lief. Ein wunderbar einfacher, langsamer und zu Herzen gehender Film über einen alten Mann, der sich mit seinem Bruder aussöhnen will und dazu auf eine lange Reise geht. Gut, dass ich den allein gesehen habe.

:smile:

The Straight Story gehört für mich zu den besten Filmen überhaupt. Ausserdem beruht er auf einer wahren Geschichte. Wer hätte gedacht, dass David Lynch so einen poetischen Film machen kann...

Frenchie

WTurner
31.12.2006, 14:11
Finde ich auch Frenchie. :blumengabe:

Allein die Szene, in denen die beiden alten Männer sich von ihren Kriegserinnerungen erzählen, da bekam ich einen Kloß im Hals. Es bedarf keines Spielbergs, der mir minutenlang vorführt, wie Glieder abgerissen und Menschen zerfetzt werden, um die Schrecken des Krieges zu verdeutlichen.

Ganz wunderbar auch, wie er den Zwillingen ihre Rechnung vorhält oder das Angebot ausschlägt, dass er mit dem Auto gefahren wird:"Sie sind ein netter Mensch, aber ich bin ein Dickkopf."

Ein herausragender Film mit herrlich melancholischer Musik.

Ansehen! :lachen:

Frenchie
31.12.2006, 14:19
Mir ging der mitten ins Herz weil mir klarer wurde woher die innere Einsamkeit meines Vaters rührte. Ich hatte das Gefühl meinem Vater in die Augen und ins Herz zu schauen.

Seither gehen mir die Blicke von alten Menschen aus diesen typisch wässrigen Augen immer unter die Haut.

Frenchie

WTurner
01.01.2007, 16:12
Das hast Du schön ausgedrückt. :blumengabe:

Wünsche dir ein frohes neues Jahr (den anderen natürlich auch)! :smirksmile:

pouletta
01.01.2007, 19:14
Hallo,
der Film war auch für mich ein Lichtblick, hatte mir gleich die CD mit der Filmmusik gekauft und später dann in Essen noch mal gesehen

Inaktiver User
01.01.2007, 22:15
... war "Fluch der Karibik 2" (kann es kaum erwarten, bis der 3. Teil endlich in die Kinos kommt) und an zweiter Stelle kommt "Das Parfum".
LG, Lillian :schneemann:

Kappuziner
01.01.2007, 22:20
war "Walk the line"...

wunderbar.

Inaktiver User
01.01.2007, 22:26
Für mich war der beste Film, den ich im vergangenen Jahr gesehen habe, Open hearts von Susanne Bier.
Selten hat mich ein Film so aufgewühlt und so lange in mir nachgewirkt, wie dieses kleine Meisterwerk. Voller Wahrheit, Traurigkeit und doch voller Zuversicht.

Gruss von Catgirl

Frenchie
01.01.2007, 22:30
war "Walk the line"...

wunderbar.
(http://www.youtube.com/watch?v=a3j016ou-jQ) Für Kappuziner! (http://www.youtube.com/watch?v=ELpk3NfqIg4&mode=related&search=)

:blumengabe:


Ich fand den Film auch sehr eindrücklich - unglaublich, wie gut die beiden Hauptdarsteller gespielt haben und ich hätte nie gedacht, dass ich jemals Johnny Cash-Fan werden kann...

Kappuziner
01.01.2007, 23:33
(http://www.youtube.com/watch?v=a3j016ou-jQ) Für Kappuziner! (http://www.youtube.com/watch?v=ELpk3NfqIg4&mode=related&search=)

:blumengabe:


Ich fand den Film auch sehr eindrücklich - unglaublich, wie gut die beiden Hauptdarsteller gespielt haben und ich hätte nie gedacht, dass ich jemals Johnny Cash-Fan werden kann...
Frenchie - Soulmate :blumengabe:

war es nicht wunderbar?
Der Heiratsantrag?
Und ja, die beiden Schauspieler - sie kamen ihm und ihr so nah...

Übrigens haben sie sich versprochen, so lange sie leben, sie werden immer "Ring of Fire" singen und dabei aneinander denken.

Was für eine große Liebe...

Gänsehaut-Kappuziner

Inaktiver User
01.01.2007, 23:39
Volver von Pedro Almodovar gefiel mir sehr gut:

http://www.clubcultura.com/clubcine/clubcineastas/almodovar/volverlapelicula/index.html

WTurner
01.01.2007, 23:43
@catgirl

Oh ja, ein beeindruckender Film. Aber so viel Schwere ertrage ich nicht immer. Ich habe ihn bisher nur einmal gesehen und scheue mich regelrecht, mich ihm wieder auszusetzen.

kastanie06
02.01.2007, 00:20
"Volver", "Scoop" und "Vitus"

kastanie06
02.01.2007, 00:21
Ach, ganz vergessen: Der wirklich beste war "Das Leben der anderen" !

Anitra
02.01.2007, 15:14
Für mich war der beste Film, den ich im vergangenen Jahr gesehen habe, Open hearts von Susanne Bier.
Selten hat mich ein Film so aufgewühlt und so lange in mir nachgewirkt, wie dieses kleine Meisterwerk. Voller Wahrheit, Traurigkeit und doch voller Zuversicht.

Gruss von Catgirl


Hallo Catgirl,

"Open hearts" von Susanne Bier gehört auch für mich zu den im besonderen Maße erwähnenswerten Filmen. Er hat mich stark beeindruckt (und natürlich besonders der wunderbare Mads Mikkelsen) und ich würde wie du in dem Film ein kleines Meisterwerk sehen - aber eben nur ein kleines. Mein Nachsatz soll den Film insgesamt keineswegs schmälern, sondern nur kategorisieren, selbstverständlich sind "kleine Meisterwerke" eben auch MEISTERwerke. Ich habe den Film leider nur im Fernsehen sehen können (würde aber jederzeit - hätte ich die Möglichkeit - dafür ins Kino gehen und ihn ein zweites Mal anschauen).

Wenn ich das gesamte abgelaufene Jahr 2006 heranziehe und mir überlege, was ich im KINO gesehen habe, so war der beste Film für mich

"Match Point" von Woody Allen.

Ähnlich stark beeindruckt haben mich

"München" von Steven Spielberg und

"Babel" von Alejandro González Iñárritu (erst vor wenigen Tagen gesehen)

dicht gefolgt von

"Die neue Welt" von Terrence Malick.

Liebe Grüße,
Anitra

Leeremick
02.01.2007, 16:32
Mir fällt es dieses Jahr richtig schwer meine "besten Filme 2006" zu benennen - letztes Jahr war das für mich ganz klar "Match Point"

Mal ein bißchen Statistik: in diesem Jahr sind (zumindest in Berlin) annähernd 500 Filme ins Kino gekommen - also mehr als das Jahr Tage hat. Davon habe ich wahrscheinlich so 100 gesehen und immer noch wichtige (leider auch "Flug93") verpasst - dabei den Überblick zu behalten, wenn man sich nicht viel notiert, ist sehr schwierig.

Ich möchte ein paar Filme erwähnen - die mich besonders beeindruckt, berührt und erschüttert haben:
Eine Rangfolge soll das aber noch nicht sein:

Departed - Unter Feinden
Der freie Wille mit Jürgen Vogel, obwohl das wahrhaftig keine angenehme Erfahrung wahr.
Workingman´s Death - ein sehr empfehlenswerter Dokumentarfilm über Arbeit. Darin habe ich Bilder gesehen, die ich nicht vergessen werde.

"München" habe ich mir vor kurzen nochmal angeschaut - für mich ist das tatsächlich der erste Spielberg, der mich richtig überzeugt hat und einer meiner besten Filme des Jahres

"Open Hearts" fand ich ebenfalls großartig - gehört aber für mich nicht in die Bestenliste 2006, auch wenn ich ihn erst in diesem Jahr gesehen habe.
Ebenfalls leider nur auf DVD gesehen, weil in Deutschland gar nicht ins Kino gekommen: "Gerry" von Gus van Sant - definitiv ein Kandidat für die "Top5" - aber auch der Film ist schon aus 2005.

In eine "top 10" oder "top 20" gehören noch: "Capote" "Sommer vorm Balkon" "Cache" "Wahre Lügen" "Requiem" "Sehnsucht" "In den Süden" "Little Miss Sunshine" "Das geheime Leben der Worte" "Grbavica"

Etwas enttäuscht war ich von 3 Filmen, deren Regissseure ich eigentlich schätze:
"Volver" - für mich wenig verständlich warum einer seiner harmlosesten und versöhnlichsten Filme der mit Abstand kommerziell erfolgreichste seiner Filme geworden ist.

"Lichter der Vorstadt" - ich liebe Kaurismäki und der Film hat wirklich wundervolle Bilder - aber für mich ist der Film zu erstarrt und ich hatte leider das Gefühl das alles schon oft und leider schon besser gesehen zu haben.

"Babel" - der Film ist toll inszeniert und sicherlich ein guter Film, aber mir war es doch zu überkonstruiert. Es ist anscheinend Inarritus Stilprinzip stets mehrere Geschichten miteinander zu verknüpfen, was ich eigentlich auch mag, aber hier finde ich, scheitert er an seinem eigenen Anspruch. Und obwohl Brad Pitt und Cate Blanchet toll spielen, schadet es imo dem Film hier diese Stars besetzt zu haben - weil dadurch zwangsläufig ein anderes Gewicht auf den Figuren liegt. Nichtsdestotrotz fand ich die mexikanische Episode herausragend. Die japanische hat mir in diesem Zusammenhang nicht gefallen. Ich bin gespannt, ob sich Inarritu mal daran versucht nur eine Geschichte zu erzählen.. Nichtsdestotrotz habe ich über diesen Film lang und kontrovers diskutiert und das ist immer ein gutes Zeichen.

Morgen werde ich noch den neuen Ken Loach Film ansehen "The Wind that shakes the Barley" und dann beginnt das Kinojahr 2007 :yeah:
Allergrößte Enttäuschung und der einzige Film, den ich nicht bis zum Ende angesehen habe: "Fluch der Karibik 2"

Hier ein link (http://www.insidekino.de/Oscar/OscarSeason2006.htm) zu wichtigen Nominierungen und Kritikerpreisen - allerdings sind einge der genannten Filme in Deutschland noch nicht im Kino zu sehen.
Liebe Grüße
Lee

Inaktiver User
02.01.2007, 17:38
Ich mochte " Volver " gerade deshalb, weil er so versöhnlich war..
Nicht mehr so schmerzvoll..

Viele schauen Almodovar Filme ( und auch andere, die man so gesehen haben "muss " ) heute nicht mehr " mit dem Herzen " sondern schon fast mit einer ausformulierten Kritik in der Tasche..das ist schade..
Seine Filme sind nicht mehr so spektakulär schrill..und besonders " Volver " für mich leiser..zärtlich leise und versöhnlich .

Nur, dass Penelope Cruz tatsächlich eine Poattrappe trug..das war ja wirklich ein starkes Stück..:lachen:

Leeremick
02.01.2007, 17:46
Viele schauen Almodovar Filme ( und auch andere ) heute nicht mehr " mit dem Herzen " sondern schon fast mit einer ausformulierten Kritik in der Tasche..das ist schade..
Seine Filme sind nicht mehr so spektakulär schrill..und besonders " Volver " für mich leiser..zärtlich leise und versöhnlich .


Ich bin kein Almodovar-Fan der ersten Stunde - der erste Film, der mir richtig gut gefallen hat, war "Mein blühendes Geheimnis", also als es weniger schrill wurde. Ich glaube nicht, dass ich "Volver" mit einer "ausformulierten Kritik in der Tasche" gesehen habe, im Gegenteil, ich habe mich sehr darauf gefreut. Ich finde ihn auch nicht schlecht, nur eben bei weitem nicht so gut, wie zB "Alles über meine Mutter"..

Kappuziner
02.01.2007, 18:04
Trotz des doofen Titels hat mir auch "Little Miss sunshine" sehr gut gefallen - ein wunderbares Roadmovie mit allem, was man so braucht - ich bin in wunderbarer Stimmung aus dem Kino gegangen - geht einem schön unter die Haut, der Film...

Inaktiver User
02.01.2007, 18:07
@ Leeremick

Nein, bei den Leuten mit der ausformulierten Kritik ..hatte ich andere vor Augen oder im Ohr.. Nervensägen, die schon während des Films kommentierten..:smile:

" Alles über meine Mutter " war fantastisch ja..und " Sprich mit ihr " gefiel mir auch sehr gut..

Anitra
02.01.2007, 21:45
Mir fällt es dieses Jahr richtig schwer meine "besten Filme 2006" zu benennen - letztes Jahr war das für mich ganz klar "Match Point"

Hallo Lee,

ich habe "Match Point" in das Jahr 2006 genommen, da ICH ihn tatsächlich erst Anfang 2006 gesehen habe. Du weißt ja, ich lebe in der Provinz und da kommt alles ein wenig später und oft auch gar nicht. :freches grinsen:




"Lichter der Vorstadt" - ich liebe Kaurismäki und der Film hat wirklich wundervolle Bilder - aber für mich ist der Film zu erstarrt und ich hatte leider das Gefühl das alles schon oft und leider schon besser gesehen zu haben.

Dieser Film hat mich nun überhaupt nicht überzeugt. Es ist ein typischer Kaurismäki, aber irgendwie läuft sich sein Stil tot. So empfinde ich es zumindest. Er hat seine Verlierertypen schon besser eingebracht. Ich werde den Film sicher bald vergessen.


"Babel" - der Film ist toll inszeniert und sicherlich ein guter Film, aber mir war es doch zu überkonstruiert. Es ist anscheinend Inarritus Stilprinzip stets mehrere Geschichten miteinander zu verknüpfen, was ich eigentlich auch mag, aber hier finde ich, scheitert er an seinem eigenen Anspruch. Und obwohl Brad Pitt und Cate Blanchet toll spielen, schadet es imo dem Film hier diese Stars besetzt zu haben - weil dadurch zwangsläufig ein anderes Gewicht auf den Figuren liegt. Nichtsdestotrotz fand ich die mexikanische Episode herausragend. Die japanische hat mir in diesem Zusammenhang nicht gefallen. Ich bin gespannt, ob sich Inarritu mal daran versucht nur eine Geschichte zu erzählen.. Nichtsdestotrotz habe ich über diesen Film lang und kontrovers diskutiert und das ist immer ein gutes Zeichen.

Mein Eindruck von "Babel" ist noch sehr neu, aber ich denke er wird eher noch im positiven Sinn wachsen. Brad Pitt und Cate Blanchet werden vom Regisseur nicht anders behandelt als die weniger bekannten Schauspieler oder gar die Laienschauspieler - und das finde ich sehr gut. Natürlich könnten beide durch x-beliebige andere Schauspieler ersetzt werden, aber da die Stars keinen anderen Stellenwert als der Rest der Schauspieler haben, ist dies für mich o.k. Im Gegensatz zu dir finde ich nicht, dass Iñárritu an seinem eigenen Anspruch scheitert. In meinen Augen scheitert er in "21 Gramm" mit diesem Anspruch. Die Verknüpfung der Geschichten bietet stets interessante Kontraste (z.B. die vor Schmerzen und Angst schreiende Cate Blanchet die ausgeblendet wird, um die "Stille" um das taubstumme japanische Mädchen einzublenden - ich könnte jetzt ziemlich viele andere Beispiele dazu bringen). Ich war am Anfang des Films etwas skeptisch, war aber dann bald so gebannt bei jeder einzelnen Sequenz und das ausnahmslos bis zum Schluss. Unter anderem haben mich ständig die atemberaubenden Bilder unterschiedlichster Art fasziniert.

Aber jetzt reicht es mal, sonst schreibe ich noch seitenlang weiter und schwärme von "Babel"......

Liebe Grüße,
Anitra

Inaktiver User
02.01.2007, 22:31
Hallo Lee! :smile:

Ich hatte die Frage auch eher so verstanden, dass der beste Film genannt werden sollte, den man im Jahr 2006 gesehen hat.
Du weisst ja, dass ich als Provinzpflanze immer hinterherhinke und selten einen Film im Produktionsjahr sehe. :smirksmile:

Match point möchte ich auch noch als ein filmisches Highlight des vergangenen Jahres nennen, ein Film, der mich von der ersten bis zur letzten Minute gefesselt hat. Interessant, dass hier wie in Open hearts auch der Aspekt des "Schicksals", des entscheidenden Moments, der Biographien und Lebensentwürfe umkrempelt, eine grosse Rolle spielt.


Ebenso hat mich Old boy von Park Chan-wook ( auch wenn er bereits 2003 gedreht wurde) schwer beeindruckt, besonders von seiner Optik und brillianten Kameraführung, wie auch von seinem schmerzhaftem Ende her.

Gruss von Catgirl

Leeremick
03.01.2007, 09:08
Hallo Lee! :smile:

Ich hatte die Frage auch eher so verstanden, dass der beste Film genannt werden sollte, den man im Jahr 2006 gesehen hat.
Du weisst ja, dass ich als Provinzpflanze immer hinterherhinke und selten einen Film im Produktionsjahr sehe. :smirksmile:


Liebe Anitra, liebes catgirl,

ich erstelle seit Jahren eine Liste der (für mich persönlich) besten Filme, die in dem jeweiligen Jahr ins Kino gekommen sind. Mitunter sehe ich ja auch Filme vor dem offiziellen Kinostart, aber auch die zähle ich erst im Erscheinungsjahr.:smirksmile:
Die Strangeröffnerin hat das sicher so gemeint, wie ihr es verstanden habt - es ist doch auch völlig egal. Für eine Vielseherin, wie ich es bin, ist es immer schön, zum Jahresende noch mal zu überlegen, was ich alles gesehen habe und was davon bleiben wird. Da das einige in meinem filmverrückten Bekanntenkreis so handhaben, haben wir für uns halt diese Regeln aufgestellt.



Ebenso hat mich Old boy von Park Chan-wook ( auch wenn er bereits 2003 gedreht wurde) schwer beeindruckt, besonders von seiner Optik und brillianten Kameraführung, wie auch von seinem schmerzhaftem Ende her.
- ja der wahr grandios! Ich habe ja schon erzählt, dass ich kürzlich "Lady Vengeance" gesehen habe - den dritten Teil von Park Chan-Wooks "Rache-Trilogie" - das wäre ein sehr würdiger Kandidat für den besten Film - kann ich aber leider nach meinen Regeln nicht machen, er kommt erst nächstes Jahr ins Kino!
@ Anitra - Babel ist die Diskussion auf jeden Fall wert - und ich finde interessant, was Du dazu sagst. Ich habe gestern den Film auch bereits gegen vehementere Kritiker, als ich es bin, verteidigt. Ich werde versuchen, Dir später ausführlicher zu antworten.

Liebe Grüße
Lee

Inaktiver User
03.01.2007, 09:56
Ich war im vergangenen Jahr nicht oft im Kino. Babel könnte ich mir wohl auch noch anschauen.
Im Sommer gefiel mir *Das Leben der Anderen* am besten und kürzlich *Departed*. Letzeres entgegen meinem sonstigen filmischen Vorlieben.
Mein *schönster* Film in diesem Jahr ist älteren Datums, aber ich hatte ihn vorher nicht gesehen und mir die DVD zu Weihnachten gewünscht. Es ist *Joy Luck Club*, nach *Töchter des Himmels* von Amy Tan.

tiffany

Inaktiver User
03.01.2007, 14:09
Klar, Lee, nach welchen Regeln wir hier werten, ist eigentlich völlig egal. Hauptsache, wir haben einen Grund, über gute Filme zu diskutieren. :smirksmile:

Grus von Catgirl

frauclooney66
03.01.2007, 14:44
Von den vielen Filmen, die ich mir in 2006 angesehen habe, beeindruckten mich besonders:

Das Leben der Anderen - erschütternd. @Lee - Danke für den Link mit den Nominierungen und Preisen. Scheint so, daß "unser" Film nach Volver die erfolgreichste deutsche Produktion war.

Walk the Line - bisher war Johnny Cash eben "nur" der Man in Black. June Carter kannte ich garnicht. Dank der hervorragenden Darstellung der beiden Hauptdarsteller ging ich ebenfalls singend und sehr bewegt aus dem Kino. Aber watt sach ich: JOAQUIN (mein Günstling No. 2)

Neulich im Fernsehen auf Premiere: Hotel Ruanda - ist zwar schon älter aber der Oskar ging absolut in Ordnung

Die netteste Liebesschmonzette: Ein gutes Jahr

Außerdem stimme ich Lee unbedingt zu: Der größte MIST im vergangenen Jahr war eindeutig "Fluch der Karibik". Die Story: wirr und viel zu konstruiert (aber es musste ja eine Fortsetzung her) und Johnny the Fantastic konnte leider allein diesmal die grauenhaften Leistungen seiner Kollegen Knightly und Bloom (beide wirkten völlig gelangweilt und desinteressiert) auffangen. Nee, ich glaube der 3te Teil geht an mir vorüber, obwohl da Yun-Fat Chow mitspielt... Und den finde ich ja wiederum auch sehr klassse.

Schau'n mer mal was 2007 so kinotechnisch bringt. Habe gestern das neue Jahr mit James Bond eingeläutet (war noch ein Nikolausgeschenk an Göga). Nun bin ich kein Fan des Spions und seiner Spitzenhöschen - aber dieser Bondfilm gefiel mir sogar halbwegs.

Inaktiver User
03.01.2007, 15:00
Für mich war 2006 ein lausiges Kino-Jahr mit wenig Highlights. Aber nachdem ich es jetzt noch einmal Revue passieren lasse, die Filmtitel noch einmal hier lese, ändere ich meine Meinung.
Es gab doch einige wirklich sehenswerte Filme - "Das Leben der Anderen", "Snow Cake" (weniger thematisch als schauspielerisch), "Der freie Wille" und nicht zuletzt "Match Point" zählen für mich auf jeden Fall auch dazu.
Bei "Fluch der Karibik" habe ich fast von Anfang bis Ende geschlafen... Dazu kann ich folglich nichts sagen.

Seven
03.01.2007, 15:17
Hi,

Babel hat mir gar nichts gegeben.
Für mich nur wieder ein Beweis von
lauer Filmemacherei.

Scoop fand ich doch ganz amüsant,aber
nur Woody Allen konnte diesen Film
rausreissen.

@frauclooney,

Hotel Ruanda ist ein wirklich guter und be-
eindruckender Film.Habe gar nicht mitgekriegt,
dass der einen Oskar bekommen hat.Verdient
aber auf alle Faelle.

Grüsse

Seven

Leeremick
03.01.2007, 15:37
Hi,


@frauclooney,

Hotel Ruanda ist ein wirklich guter und be-
eindruckender Film.Habe gar nicht mitgekriegt,
dass der einen Oskar bekommen hat.Verdient
aber auf alle Faelle.

- Frauclooney irrt hier leider - er war nominiert für "beste weibliche Nebenrolle" und "bestes Drehbuch" - der Oscar ging aber an andere Filme..

demelza
03.01.2007, 17:08
2006 ~~~~~~~ "Volver" von Pedro Almodovar

frauclooney66
04.01.2007, 08:08
- Frauclooney irrt hier leider - er war nominiert für "beste weibliche Nebenrolle" und "bestes Drehbuch" - der Oscar ging aber an andere Filme..
Eecht ? - diese Schweinebacken :nudelholz: Er hätte ihn mehr als verdient.
Danke für die Aufklärung Lee:blumengabe:

Leeremick
04.01.2007, 08:41
Eecht ? - diese Schweinebacken :nudelholz: Er hätte ihn mehr als verdient.
Danke für die Aufklärung Lee:blumengabe: -
tja ums "Verdienthaben" geht es bei den Oscars eben nicht allein. Übersehen hatte ich übrigens, dass auch Don Cheadle nominiert war für "beste männliche Hauptrolle" - und ich habe mich damals sehr geärgert, dass ihn Jamie Foxx für "Ray" bekommen hat.
Bestes Drehbuch ging an Charlie Kaufman für "Eternal Sunshine of the spotless mind - Vergiss mein nicht!" und Nebenrolle an Cate Blanchet für "Aviator"
Grüße von Lee

Inaktiver User
05.01.2007, 09:26
2006 ~~~~~~~ "Volver" von Pedro Almodovar


Dem schließe ich mich an, Volver ist wunderschön.

Ansonsten kann ich leider nicht so sehr mitreden hier, weil ich nicht sehr häufig ins Kino gehe und gute Filme meistens erst später für mich im TV entdecke.

Gefreut habe ich mich darüber, dass es die Kaurismäki-Filme nun auch endlich auf DVD gibt, wie auch andere gute ältere Filme. Für mich lohnt es sich da, immer mal wieder nachzuschauen, was da inzwischen so nachgekommen ist.

Ich hoffe, das war nun nicht zu sehr am Thema vorbei.

LG
gine

Inaktiver User
05.01.2007, 10:47
Dem schließe ich mich an, Volver ist wunderschön.

Ansonsten kann ich leider nicht so sehr mitreden hier, weil ich nicht sehr häufig ins Kino gehe und gute Filme meistens erst später für mich im TV entdecke.

Gefreut habe ich mich darüber, dass es die Kaurismäki-Filme nun auch endlich auf DVD gibt, wie auch andere gute ältere Filme. Für mich lohnt es sich da, immer mal wieder nachzuschauen, was da inzwischen so nachgekommen ist.

Ich hoffe, das war nun nicht zu sehr am Thema vorbei.

LG
gine

Gine

warum sollte es am Thema vorbei sein

wenn ich eloquente Kritiken über Filme lesen möchte, lese ich nicht Brionline.. da gibt es zig andere Quellen

( natürlich finde ich auch Leeremicks Erläuterungen interessant und wunderbar, damit das nicht wieder missverstanden wird )

aber es ist doch für mich eher spannend, persönliche Dinge zu lesen.. ein wenig " aus dem Bauch " oder Herzen heraus..die Mischung macht es doch..

ansonsten könnte es nämlich so enden, dass sich bald einige nur noch getrauen, Links zu " professionellen " Kritiken zu setzen..das wäre schade..fände ich..

Lolletta
06.03.2007, 14:04
Ach, ganz vergessen: Der wirklich beste war "Das Leben der anderen" !

Genau !!!!

Und jetzt läuft das wahre Leben an !
Sehr gute Vorschußlorbeeren. Mit " Zicke " Katja. Hat erst am Sonntag in der WAS ihr Interview zurückgezogen.

Werde ihn mir auf jeden Fall ansehen.

LG
Lolle :yeah:

Mechthild
08.03.2007, 09:33
Zwar erst kürzlich auf der Berlinale gelaufen, aber ich fand "Bordertown" ergreifend. Daß die Inszenierung typisch amerikanisch ist und J.Lo auch nach einem Überfall noch fantastisch aussieht.... geschenkt! Aber der Inhalt dieses Films hat mich sprachlos gemacht. Einfach unglaublich, was mit diesen Frauen passiert und niemanden interessiert es. Ich bin selten so fassungslos gewesen. Ich hatte vor einiger Zeit schonmal einen Artikel darüber gelesen, aber das in einem Film "präsentiert" zu bekommen, war dann noch was anderes.

http://www.mujeresdejuarez.org/
http://www.bordertown-film.de/

Kruina
10.03.2007, 00:29
Volver -wunderbar

wer früher stirbt,ist länge tot - total witzig und flott

Emmas Glück - nie kitschig,traurig und unter die Haut gehend

Knallhart

snowcake,auch sehr toll

liebe Grüsse
kruina

Leeremick
10.03.2007, 10:21
Ich habe auch einen Film vergessen: Die Zeit die bleibt (http://www.kino-zeit.de/filme/artikel/4745_die-zeit-die-bleibt--le-temps-qui-reste.html)von Francois Ozon. Ich bin nicht so ein Fan von Ozons "großen" Filmen "8 Frauen" und "Swimmingpool", aber seine kleinen Filme "Unter dem Sand" "5x2" und eben ganz besonders "Die Zeit die bleibt" schätze ich sehr. Kein anderer Film hat mich im letzten Jahr so berührt wie dieser.