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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : 19% MwSt schon heute ausweisen?



erdbeereis
28.12.2006, 20:03
Hallo
ich schreibe gerade einige Rechnungen und werde diese heute noch rausschicken. Da mein Zahlungsziel 10 Tage beträgt und die jeweiligen Firmen auch in diesem Jahr nicht mehr besetzt sind, werden sie auch erst im neuen Jahr bezahlt werden.
Dann gelten ja schon 19% Mehrwertsteuer. Kann ich das schon heute ausweisen oder muss ich noch 16% ausweisen, obwohl dann 19 fällig sind? Weiß das hier jemand?

sauerkirsche1
28.12.2006, 20:34
19 % sind heute dann fällig, wenn die Leistung erst im neuen Jahr erbracht wird. Wenn die Leistung bereits erbracht wurde, muss du 16 % MwSt berechnen, auch wenn sie erst im neuen Jahr bezahlen.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen.

erdbeereis
28.12.2006, 20:43
Danke sauerkirsche!
So sehe ich es eigentlich auch. Ich mache diese Umsatzsteuer aber erst in der Abrechnung 2007 geltend, also immer erst wenn das Geld eingeht. Nicht das das FA mir dann 3% nachberechnet, weil ich es dann hätte 2006 geltend machen müssen (was ich noch nie so gemacht habe)
Bin etwas verwirrt, aber ich mach das jetzt so, wie du es auch erklärst und es mir logisch erscheint.

sauerkirsche1
28.12.2006, 20:47
Nein, auf den Rechnungen die du geschrieben hast werden ja die 16 % MwSt ausgewiesen sein, dann musst du auch nur die 16 % ans FA abführen.

LG
sauerkirsche

Avocado
29.12.2006, 00:25
Huhu Erdbeereis, ich sehs wie die Vorrednerinnen ... ich hab auch noch ein paar Rechnungen hier liegen und werde die noch mit 16% berechnen. Die Arbeit ist ja 2006 getan worden zum 16%-Satz, auch wenn erst 2007 bezahlt wird. Ich werde dann für diese Rechnungen auch in einigen Wochen 16% UST ans Finanzamt abführen, auch wenn dann schon 19% gelten (weil für diese Rechnungen galt das ja noch nicht).
Das scheint mir das einzig Sinnvolle zu sein (aber das heißt ja nicht, dass es auch vom Finanzamt aus richtig ist ... *seufz*)

Patatipatata
29.12.2006, 00:57
hi,
in jeder Rechnung sind ja Liefer- und Leistungsdaten Pflicht. Liegen diese in 2006 und erfolgt auch noch die Rechnungsstellung in 2006, dann kann kein noch so böses FA (kenne ich eigentlich gar nicht, das meine ist immer sehr nett) 19% einziehen, sondern nur 16%. Ich bin aber gespannt, ob das doofe Elsterformular die unterschiedlichen Mehrwertsteuersätze im Januar berücksichtigen wird. Ich habe auch mehrere Rechnungen, die erst im nächsten Jahr bezahlt werden. Schau mer mal!

Pati

Igel224
29.12.2006, 11:07
Es gab ja früher schon mal Mehrwertsteuererhöhungen. In den Formulare des Jahres sind dann immer auch Zeilen für Umsätze zum alten Steuersatz ausgewiesen.
Rein rechtlich ist es so:
Es kommt darauf an, ob jemand nach vereinbarten Entgelten versteuert (=Regelfall, das heißt, die USt ist mit dem Satz fällig, der gilt, wenn die Leistung erbracht wird, nicht danach, wann bezahlt wird. Versteuert jemand nach vereinnahmten Entgelten (dazu muß Antrag beim FA gestellt werden, wenn die Voraussetzungen nach § 20 UStG erfüllt sind http://www.fm.nrw.de/cgi-bin/fm/custom/pub/content.cgi?lang=1&ticket=guest&oid=8328), dann versteuert er seine USt erst, wenn der Kunde bezahlt.

Beispiel vereinbarte Entgelte:
Leistung in 2006, Zahlung 2007 ==> 16% für Umsatzsteuererklärung in 2006, auf die Rechnungsstellung kommt es nicht an.

Beispiel vereinnahmte Entgelte:
Leistung in 2006, Zahlung 2007 ==> 19% für Umsatzsteuererklärung in 2007

Calimero
29.12.2006, 13:17
Dann müsste ja jeder, der in 2006 eine Rechnung schreibt und 2007 bezahlt wird, drei Prozent an das FA abführen die er garnicht erhalten hat.
Das kann nicht sein. Ich schreibe ein Rechnung über 5000€ am 1 dezember 2006, da ich ja nicht weiß, wann der Kunde bezahlt werden 16% ausgeworfen. Der Kunde zahlt am 3 Januar incl. 16% und ich muß rund 150€ ans FA abführen die ich nicht bekommen habe.
Dies gilt natürlcih nur für die Abrechnung nach vereinnahmten Entgelten.

erdbeereis
29.12.2006, 15:40
Beispiel vereinnahmte Entgelte:
Leistung in 2006, Zahlung 2007 ==> 19% für Umsatzsteuererklärung in 2007


Das kann nicht sein Igel! Dann zahlt mir der Kunde den Betrag auf der Rechnung (16%) und ich rechne dem FA 19% ab? Darum ging es doch gerade bei meiner Frage. Dann müsste ich ja alle Rechnungen, die ich 2006 stelle und die 2007 bezahlt werden und ich sie auch 2007 (also Umsatzsteuervoranmeldung 1.Vj 2007) abrechne, nochmal eine Nachforderung beim Kunden machen? Nö! Das kann wirklich nicht so sein.

Optimistin68
29.12.2006, 15:55
Hallo Ihr Lieben,

also, es ist definitiv so:

es gilt der Mwst.-Satz für das Jahr, in dem die Leistung erbracht wird, unabhängig davon, wann die Rechnung dazu erstellt und/ oder bezahlt wird.

Wenn Ihr also heute eine Rechnung schreibt für eine Leistung, die Ihr bereits erbracht habt, weist Ihr 16% aus. Diese 16% führt Ihr auch ans Finanzamt ab, auch wenn erst in 2007 bezahlt wird.

Wenn Ihr heute eine Vorkassen-Rechnung schreibt für eine Leistung, die in 2007 erbracht wird, weist Ihr 19% aus. Diese 19% führt Ihr auch ans Finanzamt ab, auch wenn Ihr das Geld noch in diesem Jahr erhaltet.

Das hat auch nichts damit zu tun, ob Ihr Ist- oder Soll-Versteuerer seid - Es kommt IMMER auf den Zeitpunkt der Lieferung/ Leistung an, nicht wann die Rechnung dazu geschrieben oder bezahlt wird - und auch nicht, wann Ihr die Umsatzsteuer bezahlt.

Aber das wichtigste ist ja, dass Ihr überhaupt Rechnungen schreiben könnt und der Umsatz stimmt, oder?

Viel Spaß und auch guten Erfolg für 2007,
Optimistin 68

Kraaf
29.12.2006, 15:58
Ja, ich lasse doch parallel gesonderte Buchungskonten für vereinnahmte Entgelte in 2007 führen: umsatzsteuerfrei, 16% und jetzt eben auch 19%. Und natürlich wird nur die (jeweils richtigerweise) vereinnahmte Umsatzsteuer abgeführt.

Sollte ich mich täuschen, weiss ich mal wieder, warum ich das Steuerbüro eigentlich so reich mache. :freches grinsen:

erdbeereis
29.12.2006, 16:00
Aber das wichtigste ist ja, dass Ihr überhaupt Rechnungen schreiben könnt und der Umsatz stimmt, oder?

Viel Spaß und auch guten Erfolg für 2007,
Optimistin 68


Danke Optimistin:blumengabe:
Ich wünsche dir und allen anderen hier ebenfalls viel Erfolg für das kommende Jahr!

Igel224
30.12.2006, 13:46
Für alle Besserwisser zum Nachlesen, nachdem ich die Fundstelle oben bereits zitiert habe, hätte auch jeder selbst nachlesen können, was nun auszugsweise aus dem Gesetztestext folgt:
§ 13 UStG Entstehung der Steuer
Abs. 1 Die Steuer entsteht
Nr. 1 für Lieferungen und sonstige Leistungen
a) bei der Berechnung der Steuer nach vereinbarten Entgelten (§ 16 Abs. 1 Satz 1) mit Ablauf des Voranmeldungszeitraums, in dem die Leistungen ausgeführt worden sind. ....(zu Teilleistungen... )
b) bei der Berechnung der Steuer nach vereinnahmten Entgelten (§ 20) mit Ablauf des Voranmeldungszeitraumes, in dem die Entgelte vereinnahmt worden sind,
c) ...

Wer von euch hat denn die Genehmigung vom FA und versteuert nach vereinnahmten Entgelten?

Für alle anderen Ungläubigen fragt Euer FA oder euern Steuerberater. Damit ist wohl klar, warum er mitunter einiges an Kohle verlangt.

erdbeereis
30.12.2006, 19:14
So, da Igel224 hier einige Verwirrung gestiftet hat, hier nochmals weitere Aufklärung oder entgültige Verwirrung?::wie?:

Grenz- und Zweifelsfälle

Mit Schreiben vom 11. August 2006 hat das Bundesfinanzministerium Stellung genommen zu besonders häufig gestellten Fragen. Hier die wichtigsten Antworten im Überblick:

1.

Für Einnahme-Überschussrechner und andere Unternehmer, die ihre Umsatzsteuern "nach vereinnahmten Entgelten" berechnen ("Ist-Versteuerung" gemäß Paragraf 20 UStG), gilt zwar grundsätzlich der Zahlungszeitpunkt. Die Umsatzsteuererhöhung ist davon jedoch nicht berührt: Für Ein- und Auszahlungen, die vor dem Jahresende 2006 eingehen und sich bereits auf Lieferungen und Leistungen des Jahres 2007 beziehen, gilt schon der höhere Umsatzsteuersatz. Im alten Jahr darf also bereits 19 Prozent Umsatzsteuer in Rechnung gestellt und ans Finanzamt abgeführt bzw. als Vorsteuer geltend gemacht werden. Umgekehrt fallen Zahlungsvorgänge im neuen Jahr, die sich noch auf Geschäfte des Jahres 2006 beziehen, auch noch unter den alten, niedrigeren Steuersatz von 16 Prozent.

Nachzulesen unter:

http://www.akademie.de/fuehrung-organisation/recht-und-finanzen/tipps/finanzwesen/16-oder-19-umsatzsteuer.html

Calimero
30.12.2006, 20:21
Sag ich doch! Erdbeereis hat recht.

Entscheidend ist das Leistungsdatum ,wenn das in 2006 liegt werden 16% fällig, dies gilt auch bei Rechnungsstellung in 2007!

aussenseiter
30.12.2006, 20:39
Was für ein Chaos, und da wundern sich die Politiker, wenn die Menschen schwarz arbeiten :cool:

erdbeereis
30.12.2006, 20:40
von Igel224:
"Wer von euch hat denn die Genehmigung vom FA und versteuert nach vereinnahmten Entgelten?"

Igel
um diese Frage ging es hier nicht.
Ich bin nun schon fast 11 Jahre selbstständig und rechne schon IMMER nach vereinnahmten Entgelten ab. Ich hatte die ersten Jahre sogar 2 Steuerberater (nicht gleichzeitig natürlich:freches grinsen: ) Keiner hat das jemals in Frage gestellt.
Das FA hat bei mir schon 2x eine Prüfung vorgenommen und das war nie ein Thema. Ich werde das auch weiterhin so machen und mir auch weiterhin einen Steuerberater sparen, solange sich meine Einnahmen in für mich überschaubaren Dimensionen bewegen:smirksmile: .

erdbeereis
30.12.2006, 20:42
Was für ein Chaos, und da wundern sich die Politiker, wenn die Menschen schwarz arbeiten :cool:

Ja, Aussenseiter. Das macht es um vieles einfacher.

aussenseiter
30.12.2006, 20:53
Mal ne blöde Frage eines Laien zum Thema MwSt: Was ist eigentlich mehr wert als was? :cool:

erdbeereis
30.12.2006, 21:04
hm, hab ich mal alles in einem Steuerkurs gelernt, aber kann es nicht mehr so genau erklären. Das kann hier sicherlich irgendwer besser, vielleicht Igel:freches grinsen: ?

Beispiel:
Ein Tischler verarbeitet rohes Holz zu Möbeln. Er kauft das Holz meinetwegen bei einem Holzfäller ein und verarbeitet es zu sagen wir einem Tisch? Das Ausgangsprodukt wurde sozusagen 'veredelt' und damit ein Mehrwert geschaffen.

Naja war etwas grob erklärt, aber hoffe es ist so einigermaßen verständlich.

aussenseiter
30.12.2006, 21:08
Und warum verdient der Staat daran? Wenn der Tischler seinen Tisch verkauft, kostet der ja entsprechend mehr als das Rohholz, dadurch steigen die Einnahmen des Tischlers, also zahlt er auch entsprechend höhere "normale" Steuern. Er wird also mehrfach abgezockt :cool:

erdbeereis
30.12.2006, 21:18
Und warum verdient der Staat daran? Wenn der Tischler seinen Tisch verkauft, kostet der ja entsprechend mehr als das Rohholz, dadurch steigen die Einnahmen des Tischlers, also zahlt er auch entsprechend höhere "normale" Steuern. Er wird also mehrfach abgezockt :cool:

So isses, Aussenseiter:gegen die wand:
Wir leben im modernen Feudalismus. Der Feudalherr (Staat) geht um und treibt beim Volke die Steuern ein, egal ob auf Salz, Zigaretten, Schnaps, Bier, Lohn, Versicherung, Rente und und...
Allerdings dürfte die Mehrwertsteuer dem Unternehmer keine Bauchschmerzen bereiten, denn diese erhöht ja nicht seinen Gewinn und mindert ihn auch nicht.

Igel224
31.12.2006, 12:51
:niedergeschmettert: Ups, ich habe doch nur den Gesetztestext zitiert. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn der BMF zu gunsten des Steuerpflichtigen den Gesetzestext "anders auslegt", ist doch nichts dagegen zu sagen oder?:jubel:

Aber jetzt sind ja alle Klarheiten beseitigt?:freches grinsen:

Allen hier eine guten Rutsch ins neue Jahr

Optimistin68
31.12.2006, 17:12
Hallo Igel,

Dein Zitat ist natürlich richtig, aber es bezieht sich nur auf den Zeitpunkt der Fälligkeit und nicht auf die Höhe. Diese berechnet sich immer nach dem Zeitpunkt der Leistung - Rechnungsdatum und Fälligkeit beim FA sind völlig wurscht!

Ich versteuere auch schon immer nach vereinnahmten Entgelten - war überhaupt kein Problem beim FA. Ist ja auch sinnig, denn sonst müsste ich ja die Mwst. bereits im Monat der Rechnungsstellung abführen, auch wenn ich vielleicht einen säumigen Kunden habe, der erst nach Monaten oder schlimmstenfalls auch nie zahlt.

Aber wie auch immer, ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Neue - und gönnt Euch ruhig mal nen Steuerworkshop; es ist immer gut, wenn man ungefähr weiß, was der Steuerberater da so verzapft... Bin übrigens mit meiner hochzufrieden.

Liebe Grüße,
Optimistin68

Inaktiver User
02.01.2007, 12:10
Das ist die so genannte IST und SOLL Besteuerung. Einzelkaufleute können in der Regel nach IST Besteuerung die Umsatzsteuer abführen, erst ab einem gewissen Umsatz müssen sie nach der SOLL Besteuerung abführen, dass bedeutet, die Umsatzsteuer wird mit Rechnungslegung fällig bzw. ist im laufenden Abrechnungszeitraum an das Finanzamt abzuführen. Natürlich darf mit der Vorsteuer verrechnet werden.

Nach meine Kenntnisstand müssen auch Einzelkaufleute mit mehr als 500 T€ Jahresumsatz SOLL besteuern. Aber da kommt eine gesonderte Mitteilung vom Finanzamt
V.G.

Igel224
02.01.2007, 13:08
Dein Zitat ist natürlich richtig, aber es bezieht sich nur auf den Zeitpunkt der Fälligkeit und nicht auf die Höhe. Diese berechnet sich immer nach dem Zeitpunkt der Leistung - Rechnungsdatum und Fälligkeit beim FA sind völlig wurscht!

nein, eben nicht siehe § 13 UStG, der Steuersatz richtet sich nach dem Zeitpunkt, in dem die Steuer entsteht. Im Zeitpunkt der Leistung nur bei denen die nach "Soll" (=vereinbarte Entgelte) versteuern. Wäre es anders, hätte es im Gesetz nicht verankert werden und der BMF das nicht extra in seinem Schreiben erwähnen müssen.



Ich versteuere auch schon immer nach vereinnahmten Entgelten - war überhaupt kein Problem beim FA. Ist ja auch sinnig, denn sonst müsste ich ja die Mwst. bereits im Monat der Rechnungsstellung abführen, auch wenn ich vielleicht einen säumigen Kunden habe, der erst nach Monaten oder schlimmstenfalls auch nie zahlt.
Es kann ja sein, dass das immer schon unzulässig war bzw. keinem je aufgefallen ist. :freches grinsen: Oder aber dass man deine damalige erste Steuererklärung als Antrag interpretiert hat, wenn die übrigen Voraussetzungen des § 20 UStG erfüllt waren. Denn auch das ist möglich. Es muss nicht immer alles ausdrücklich "beantragt" werden.



Aber wie auch immer, ...... - und gönnt Euch ruhig mal nen Steuerworkshop; es ist immer gut, wenn man ungefähr weiß, was der Steuerberater da so verzapft... Bin übrigens mit meiner hochzufrieden.
Da kann ich dir nur uneingeschränkt zustimmen.

Igel224
02.01.2007, 13:28
Das ist die so genannte IST und SOLL Besteuerung. Einzelkaufleute können in der Regel nach IST Besteuerung die Umsatzsteuer abführen, erst ab einem gewissen Umsatz müssen sie nach der SOLL Besteuerung abführen, dass bedeutet, die Umsatzsteuer wird mit Rechnungslegung fällig bzw. ist im laufenden Abrechnungszeitraum an das Finanzamt abzuführen. Natürlich darf mit der Vorsteuer verrechnet werden.

Nach meine Kenntnisstand müssen auch Einzelkaufleute mit mehr als 500 T€ Jahresumsatz SOLL besteuern. Aber da kommt eine gesonderte Mitteilung vom Finanzamt
V.G.
nein, leider nicht. Die Regel ist die Soll-Versteuerung also nach vereinbarten Entgelten. Das ergibt sich aus § 16 UStG. Da heisst es in Abs. 1 Satz 1 "Die Steuer ist, soweit nicht § 20 UStG gilt, nach vereinbarten Entgelten zu berechnen." In § 20 UStG (IST-Versteuerung) heisst es: Das FA kann auf Antrag gestatten, dass ein Unternehmer, dessen
1. Gesamtumsatz im vorangegangenen Kalenderjahr nicht mehr als 250.000 Euro*) betragen hat, oder
2. frei übersetzt aus dem Gesetztestext: der nicht zur Buchführung verpflichtet ist, oder
3. soweit er Umsätze als Freiberufler macht,
die Steuer nicht vereinbarten Entgelten, sondern nach vereinnahmten Entgelten berechnet.
*) bis 30.06.2006 125.000 Euro

Nur wer eines dieser Kriterien erfüllt, kann also mit Zustimmung des FA nach IST versteuern.

Die 500.000 Euro-Grenze gilt nur in den ehemaligen Ostgebieten, vgl. § 20 Abs. 2 UStG

Inaktiver User
02.01.2007, 13:34
Ich (Einzelkaufmann in ehemaligen und heutigen :freches grinsen: Ostgebiet) habe erst kürzlich eine Mitteilung bekommen, dass ich weiterhin nach IST, also vereinnahmten Entgelten abrechen darf. Ich liege aber im Umsatz weit über 500 T€ p.a.. Ob mein Steuerberater da was beantragt hat kann entzieht sich meiner Kenntnis.
V.G.

Inaktiver User
02.01.2007, 14:01
Lustig hier! :freches grinsen:
Steuerberater sind doch die, die für unverschämt viel Geld nicht mehr tun (und können müssen), als ein paar simple Knöpfe am PC zu drücken, oder? :erleuchtung:

Euch noch viel Spaß beim fröhlichen USt- Quiz,
Rezepfrei

Inaktiver User
02.01.2007, 15:46
Mein Steuerberater war und ist sein Geld wert, anderseits würde ich mir einen Neuen suchen.

Optimistin68
02.01.2007, 18:25
Wie auch immer, ich war gerade auf nem Steuervortrag, wo es u.a. um genau dieses Thema ging - dieser Steuerberater (nicht meiner) hat es genau so erklärt, wie ich es schon gesagt habe. Und es hat - nach seiner Aussage - definitiv immer und nur mit dem Zeitpunkt der Lieferung zu tun, egal ob Ist- oder Sollversteuerung. Meine Steuerberaterin sagte mir das auch. Vielleicht habe ich nun gerade zwei von den so vielen erwischt, die keine Ahnung haben - glaub ich aber ehrlich gesagt nicht.

Ich habe leider noch keine Umsätze über 500.000 € pro Jahr (ich arbeite dran) und darf deshalb selbstverständlich ist-versteuern - war und ist auch nicht falsch (auch sonst erfülle ich alle Kriterien).

Außerdem würde ja Igels (bzw. die ihrer Quellen) Auslegung zu in der Höhe unterschiedlich ausfallenden Steuerzahlungen führen - und das würde der Steuergerechtigkeit widersprechen - wobei die sowieso fraglich ist, wenn man sich mal die Steuerzahlungen großer Konzerne ansieht...

Ich wünsche Euch allen einen charmanten Abend - und eine dicke, fette Steuerrückzahlung :-)

Optimistin68

Inaktiver User
02.01.2007, 18:44
Na klar ist der Zeitpunkt der Leistungserbringung / Lieferung für Umsatzsteuer maßgebend. Das ist ja das charmante daran.

Diese Woche werden die Abgrenzungen für die Abschlussbilanz berechnet. Das hat nix mit Fälligkeit der Umsatzsteuer zu tun aber damit, welchem Wirtschaftjahr ich die Rechnungssumme zuschlage. Der Unternehmer entscheidet, wie viel Leistung er erbracht hat. Wenn es nicht gerade um gelieferte Stückzahlen geht, ist da erheblicher Spielraum / Bewertungsansätze vorhanden um Einnahmen / Erträge in das neue Jahr mitzunehmen und etwas zu schieben, unabhängig ob die Rechnung im alten Jahr gelegt oder gar beglichen wurde. :freches grinsen:
V.G.