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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fehlgeburt nach ICSI - suche Mutmachgeschichten



umberta
27.07.2016, 11:31
Nach zwei erfolglosen Inseminationen und einer erfolglosen ICSI hat es bei der zweiten ICSI endlich geklappt, aber die Freude war kurz, in der 8. SSW war in der Fruchthöhle nichts mehr zu sehen und ich hatte letzte Woche die Ausschabung. Leider hatten wir keine Kryos und müssen jetzt nochmal ganz von vorn anfangen.

Ich weiss, dass ich damit (leider, ich wünsche das niemandem) nicht allein dastehe, und würde mich über Geschichten von Frauen freuen, die das auch durchmachen mussten und dann doch noch ein Kind austragen durften. Macht mir Mut, dass es auch nach der Fehlgeburt noch klappen kann!

Wolkenschaf3
27.07.2016, 11:48
Ich hatte zwar keine Fehlgeburt nach einer ICSI abe rnach einer IUI.

Ich wurde einmal so schwanger mit 35 , hatte dann eine FG, dann 1,5 Jahre keine Schwangerschaft mehr.
Ursache ungeklärt
Dann schwange rsurch IUI mit fast 37 wieder Fehlgeburt. Dann noch zwei IUI, eine IVF, eine IVF mit Nullbefruchtung, dann Schwanger durch ICSI und Geburt meiner großen Tochter, ich war fast 39.
Mit 40 dann plötzlich auf normalem Weg nochmal schwanger und Geburt meiner zweiten Tochter vor 4,5 Monaten kurz vor meinem 41. Geburtstag

umberta
27.07.2016, 13:06
Liebe Wolkenschaf,

Wow, was für ein Krimi! Wie ging es dir damit?

Cariad
27.07.2016, 13:12
umberta, welche Gründe liegen denn bei euch vor für die Kinderwunschunterstützung?

Ich hatte vier Fehlgeburten, zwei davon nach natürlich entstandenen Schwangerschaften, zwei nach IUIs. Und danach - zwei gesunde Kinder (bei den Geburten war ich in ganz ähnlichem Alter wie Wolkenschaf :smirksmile:). Jede zweite Frau erlebt ein- oder mehrmals im Leben eine Fehlgeburt, viele davon bekommen danach noch gesunde Kinder.

umberta
27.07.2016, 13:32
Cariad,

vier, wie heftig. Fand man einen Grund? Toll, dass es dann geklappt hat!
Dass das so häufig verbreitet ist, war mir nicht bewusst. Wie kommt man denn dann auf die 10-15% Risiko, die ich überall lese?

Wir sind in Behandlung wegen schlechtem Spermiogramm. Bei mir wurde bisher nichts festgestellt. Die Frauenärztin damals, die uns an die Kiwu-Klinik überwiesen hat, meinte, es wäre nicht unmöglich, dass es irgenwann doch auf natürlichem Wege klappt. So lange wollte ich nicht warten und die Erfahrung mit den erfolglosen Behandlungen gibt mir recht, wie ich finde.

Cariad
27.07.2016, 13:45
Nein, ein Grund wurde nie gefunden. Das Spermiogramm war zeitweise nicht ganz optimal, aber inwiefern das auch verantwortlich für die Fehlgeburten gewesen sein könnte, weiß man nicht.

Die 10 - 15 % sind das ungefähre Fehlgeburtsrisiko pro Schwangerschaft. Viele Frauen werden im Leben ja mehrfach schwanger. :smirksmile: (Wobei meines Wissens das Risiko bei künstlichen Befruchtungen leicht erhöht ist - was umgekehrt daran liegen kann, dass bei Frauen, die künstliche Befruchtungen durchführen lassen, eben doch öfter noch andere unentdeckte Risikofaktoren vorliegen.)

Fühlst du dich in guten Händen bei eurer Kiwu-Klinik? Gönn dir dann und wann eine Pause von der Prozedur. Ich wünsche viel Glück! :blume:

Inaktiver User
27.07.2016, 13:56
Liebe Umberta,

ich gehöre eigentlich nicht hierher, weil ich nie Kinderwunschbehandlung in Anspruch nehmen musste. Dass ich Dir jetzt trotzdem schreibe, liegt an den ominösen 10-15% Fehlgeburtsrisiko, die Du nennst. Diese Zahl ist nämlich tatsächlich auf alle Schwangerschaften gerechnet zu niedrig:

Häufigkeit

Etwa 15 Prozent der medizinisch festgestellten Schwangerschaften enden als Fehlgeburt. Es gibt auch Schwangerschaften, die nur im Labor nachgewiesen werden können. Dabei zeigt sich die Erhöhung eines bestimmten Wertes (ß-hCG), klinisch gibt es jedoch noch keine Anzeichen. Zählt man diese Schwangerschaften dazu, liegt die Aborthäufigkeit bei circa 50 bis 70 Prozent. Quelle: http://www.netdoktor.de/krankheiten/fehlgeburt/

Bei Dir wurde ja aufgrund der Kinderwunschbehandlung frühzeitig getestet. So manche "natürlich" schwanger gewordene Frau wäre womöglich gar nicht beim Frauenarzt gewesen, sondern hätte gedacht "halt mal einmal keine Periode gehabt, kommt schon vor" - und wäre in die Fehlgeburtsstatistik gar nicht eingegangen.

Nun, da ich das niedergeschrieben habe, weiß ich nicht, ob es Dich beruhigen kann. Wenn schon das Schwangerwerden schwierig ist, hofft man sicher auf eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass eine einmal eingetretene Schwangerschaft hält.

Ich bin wie gesagt immer "natürlich" schwanger geworden, insgesamt 4 Mal. Davon zwei Fehlgeburten (beide MA) - aber ich habe auch zwei gesunde Kinder! Von diesen Kindern wissen alle, von den Fehlgeburten nur wenige. Man spricht meist ja nicht davon, daher haben Frauen nach Fehlgeburten manchmal das Gefühl, sie seien Einzelschicksale. Ich weiß z.B. nur noch von einer Kollegin, dass sie ebenfalls zwei Fehlgeburten und zwei intakte Schwangerschaften hatte, also auch eine Erfolgsquote von 50% hat.

Ich wünsche Dir alles Gute!

umberta
27.07.2016, 13:57
Hm, ich habe auch die Befürchtung, dass bei uns noch was unentdecktes vorliegt. Schon doof. Vielleicht gibt es in 100 Jahren gar keine Fehlgeburten mehr, weil man die Gründe erforscht hat? Das wär doch genial.

Irgendwie passt das in meinem Kopf nicht zusammen, du schriebst ja "eine oder mehrere" für jede 2. Frau, müsste dann der Wert nicht eher um die 50% liegen...? :wie?: stehe da grad auf dem Schlauch.

Unsere Klinik erscheint uns ziemlich chaotisch und wir haben da schon recht viel Pech gehabt, wenn man es aufsummiert. Daher und auch wegen den hohen Kosten (sind Selbstzahler) wollen wir für die nächste ICSI wechseln.

Eine Pause? Neee. Ich will so schnell wie möglich weitermachen! Die Wartezeit macht mich am meisten fertig und jünger werde ich ja auch nicht.

Inaktiver User
27.07.2016, 14:04
Was ich noch schreiben wollte: Die intakten Schwangerschaften sind bei mir immer im ersten Zyklus nach der Ausschabung entstanden (ich kam um die Ausschabungen leider nicht drumrum, ein natürlicher Abgang hat einfach nicht stattgefunden). Oft wird dann ja zu einer Pause von 3 Monaten geraten, mein FA hielt davon nichts und behielt jedenfalls in meinem Fall jeweils recht. Seine These war, dass von Vorteil sein kann, wenn der Körper quasi auf Schwangerschaft eingestellt ist. Vielleicht ist es bei Dir ja sogar auch so, dass eine natürliche Schwangerschaft jetzt sogar größere Chancen hat? Ich wünsche es Dir jedenfalls!

Cariad
27.07.2016, 14:08
Es gibt Frauen, die haben drei Kinder und irgendwann dazwischen eine FG - die haben dann eine FG-Quote von 25 %.
Es gibt Frauen, die haben ein Kind und drei FG - FG-Quote 75 %.
Es gibt Frauen, die haben x Fehlgeburten und nie ein Kind - FG-Quote 100 %.
Es gibt Frauen, die haben x Kinder und nie eine FG - FG-Quote 0 %.
Es gibt Frauen, die werden gewollt nie schwanger - FG-Quote 0%

Wenn du den Schnitt über alle Frauen nimmst, hat jede zweite Frau irgendwann eine FG. In diesen Schnitt kommen sowohl die Frauen, die davor oder danach Schwangerschaften ausgetragen haben, als auch die Frauen, die überhaupt nie schwanger waren. :smirksmile:

Darf ich fragen, wie alt du bist?

umberta
27.07.2016, 14:13
Tirami-Sue,

Ach so. Dann habe ich da im Kopf was vermischt, ich hatte noch in Erinnerung, dass in der 8. SSW (wo es mir passiert ist) das Risiko bei 15-20 % liegt. Da sind ja diese frühen Fälle gar nicht mehr dabei.

Auf natürlichem Wege ist das ja schon hart genug, wenn man sein Baby verliert! Es war mir wirklich nicht bewusst, welche Ausmasse das hat. Ich finde, das wird auch gar nicht so thematisiert in den Medien. Wenn da eine schwanger ist (zb. auch ungewollt) dann ist das so und basta. Höchstens durch Unfälle wird mal ganz tragisch ein Kind in der Schwangerschaft verloren.

Die 50% beruhigen mich leider nicht im Hinblick auf eine zukünftige Schwangerschaft, im Gegenteil :niedergeschmettert: Das ist ja noch schlimmer als gedacht, ich hatte mich immer damit beruhigt, dass es ja eher nicht passiert.

umberta
27.07.2016, 14:17
Cariad, eben 34 geworden.
Tirami-Sue, ah ja? Meine Ärztin empfahl, erst mal die Schleimhaut 1x ab- und aufbauen zu lassen. Vom Gefühl her würde ich aber auch gleich wieder loslegen! Bei unsrer Quote ist ja die "Gefahr" einer natürlichen Schwangerschaft eh so klein. Vielleicht lasse ichs drauf ankommen? Aber erst mal abwarten, die SS-Tests zeigen noch positiv :knatsch:

Cariad
27.07.2016, 14:20
Früher sagte man, man ist "guter Hoffnung". Vielleicht hilft dir dieser Gedanke? Eine Schwangerschaft ist erstmal eine optimistische Hoffnung auf ein Kind. Hoffnung ist was Gutes. :smile:

umberta
27.07.2016, 14:27
Hat dir dieser Gedanke damals geholfen, oder wie bist du durch diese schwierige Zeit gekommen? Ich versuche mich immer vom Hoffen abzuhalten, da sonst der Fall so tief ist. Nur nicht zu früh freuen.
Ich bin froh, dass ich hier ungestört jammern darf! Danke fürs Lesen und Mut machen :)

Cariad
27.07.2016, 14:35
Hat dir dieser Gedanke damals geholfen, oder wie bist du durch diese schwierige Zeit gekommen? Ich versuche mich immer vom Hoffen abzuhalten, da sonst der Fall so tief ist. Nur nicht zu früh freuen.
Ich bin froh, dass ich hier ungestört jammern darf! Danke fürs Lesen und Mut machen :)

Anfangs half mir weitermachen, ablenken, optimistisch bleiben. Nach der dritten FG bin ich durch ein tiefes Tal gegangen, es kamen damals noch ein paar andere Widrigkeiten dazu. Danach habe ich mich mit Resilienztraining befasst und per Coaching verschiedene alternative Lebenspläne abgeklopft. Ich wollte mir einfach sicher sein, dass mich eine weitere FG nicht wieder ins nächste Tal schleudert. Die vierte FG war dann schade, aber nicht mehr schlimm.

Die ersten Schwangerschaftswochen waren bei der ersten gesunden Schwangerschaft natürlich schon angstbesetzt, aber diese Angst habe ich akzeptiert und ich wusste, dass ich auch mit einem negativen Ergebnis würde umgehen können.

umberta
27.07.2016, 14:45
Tirami-Sue, hast du damals eigentlich eigenmächtig keine Pause nach der AS gemacht oder haben dir die Ärzte das OK gegeben?

umberta
27.07.2016, 16:22
Ich versuche mich immer vom Hoffen abzuhalten, da sonst der Fall so tief ist. Nur nicht zu früh freuen.


Dazu noch: was mir dagegen sehr hilft (ist aber vielleicht nur Haarspalterei bei der Wortwahl): Wünschen statt Hoffen. Beim Wunsch ist ja impliziert, dass er nicht erfüllt werden MUSS. Das gibt mir Demut. Hoffen hat bei mir so was krampfhaftes.
Meine Psychologin hat mir das geraten. Ich konnte aus den paar Behandlungen schon so manches rausziehen. Leider hat sie wie gesagt unmögliche Arbeitszeiten.

Frischling_
27.07.2016, 17:34
Umberta, da ich (Gott sei Dank) nie eine Fehlgeburt durchmachen musste, kann ich dir zum eigentlichen Thema nichts schreiben. Außer, dass es bei mir drei Jahre Kiwu-Klinik brauchte. Es ist ein langer, steiniger Weg. Ich drücke dich mal ganz feste!

Ich bin darüber gestolpert, dass eure Klinik chaotisch ist: Wurde denn aufgrund des schlechten Spermiogramms von euch BEIDEN ein Karyogramm gemacht? Nicht, dass eine Translokation übersehen wurde. Wenn du mehr dazu wissen willst, schreibe ich auch gerne mehr.

LG Frischling

Inaktiver User
27.07.2016, 19:02
Tirami-Sue, hast du damals eigentlich eigenmächtig keine Pause nach der AS gemacht oder haben dir die Ärzte das OK gegeben?

Die Ärzte im Krankenhaus, v.a. der Chefarzt, waren für die drei Monate Pause. Mein FA, den ich danach gefragt habe, meinte, nach 1x "normaler" Periode könnten wir wieder anfangen. Also wie Deine Ärzte. So haben wir es dann nach der ersten Ausschabung auch gemacht - ehrlich gesagt war mir vorher gar nicht nach Sex.

Mein Sohn ist dagegen ein "Unfall" :peinlich: und noch vor der nächsten Periodenblutung entstanden - ich habe damals zunächst gar nicht an eine Schwangerschaft gedacht, sondern vermutet, der Körper brauche eben länger für die Umstellung nach der Ausschabung, als die Blutung einfach nicht einsetzen wollte. Wir haben schlicht die Verhütung vergessen, weil das Thema Schwangerschaft irgendwie erst einmal abgehakt war.

Und falls sich das hier so liest, als ob ich mir nichts Dir nichts schwanger würde: Auf die erste Schwangerschaft warteten wir über ein Jahr, weil meine Schilddrüsenwerte völlig verrückt spielten. Auch die Schwangerschaft vor der zweiten Ausschabung ließ mehrere Monate auf sich warten. Sicher nichts im Vergleich zu vielen anderen, aber "sofort" bzw. sogar "ungeplant" schwanger wurde ich tatsächlich nur nach den Ausschabungen.

Inaktiver User
27.07.2016, 19:08
Die 50% beruhigen mich leider nicht im Hinblick auf eine zukünftige Schwangerschaft, im Gegenteil :niedergeschmettert: Das ist ja noch schlimmer als gedacht, ich hatte mich immer damit beruhigt, dass es ja eher nicht passiert.

Das hatte ich schon befürchtet und auch schon gedacht, hätte ich besser nichts geschrieben. Aber sieh es doch mal so: Fehlgeburten sind so häufig, eben auch bei völlig "gesunden" Paaren, dass die einmalige Fehlgeburt, die Dir widerfahren ist, rein gar kein Indiz dafür ist, dass an Deiner Befürchtung, bei Dir könnte "etwas nicht stimmen" dran ist. Und: In der Fehlgeburtsquote sind natürlich auch Frauen erfasst, die erst nach der dritten oder noch späteren den Weg in die Kinderwunschklinik finden und dort erfahren, weshalb die Schwangerschaften nie gehalten haben - also anders als Du nicht dahingehend untersucht wurden. Sie treiben also die Quote ebenso nach oben wie z.B. Frauen ü40, bei denen eben die FG-Quote höher ist als bei Frauen Deines Alters.

Wolkenschaf3
27.07.2016, 20:06
Die menschliche Fortpflanzung ist ein sehr Fehlerbehafteter Prozess. Es ist erstaunlich, dass wir es so trotzdem schaffen, den Planeten überzubevölkern.
Die meisten Fehlgeburten passieren weil der Embryo Chromosomenschäden hat und somit nicht lebensfähig ist.

Ich fand dass wenn man schwe schwanger wird neben der Trauer bei einer Fehlgeburt noch ein weiterer Aspekt dazukommt, die Angst dass diese Schwangerschaft vielleicht die letzte Chance war die jetzt dahin ist.

Mein Kinderwunschdoc meinte damals nicht unmittelbar nach der Ausschabung, eine Behandlung sondern einen Zyklus warten, damit die Bedingungen optimal sind. Natürlich könen man es aber trotzdem versuchen und wenn es dann klappt ist so eine Schwnagerschaft auch nicht unsicherer als andere.

Die Ansicht mit den 3 Monaten Pause ist ziemlcih veraltet

umberta
27.07.2016, 22:02
Umberta, da ich (Gott sei Dank) nie eine Fehlgeburt durchmachen musste, kann ich dir zum eigentlichen Thema nichts schreiben. Außer, dass es bei mir drei Jahre Kiwu-Klinik brauchte. Es ist ein langer, steiniger Weg. Ich drücke dich mal ganz feste!

Ich bin darüber gestolpert, dass eure Klinik chaotisch ist: Wurde denn aufgrund des schlechten Spermiogramms von euch BEIDEN ein Karyogramm gemacht? Nicht, dass eine Translokation übersehen wurde. Wenn du mehr dazu wissen willst, schreibe ich auch gerne mehr.

LG Frischling

:ooooh: ich weiss gar nicht, was ein Karyogramm ist... Bitte gern Details!


"sofort" bzw. sogar "ungeplant" schwanger wurde ich tatsächlich nur nach den Ausschabungen.

Wäre mal ein interessantes Thema für eine Studie! Ob der Zyklus danach sogar besser wäre als zu warten?


Das hatte ich schon befürchtet und auch schon gedacht, hätte ich besser nichts geschrieben. Aber sieh es doch mal so: Fehlgeburten sind so häufig, eben auch bei völlig "gesunden" Paaren, dass die einmalige Fehlgeburt, die Dir widerfahren ist, rein gar kein Indiz dafür ist, dass an Deiner Befürchtung, bei Dir könnte "etwas nicht stimmen" dran ist. Und: In der Fehlgeburtsquote sind natürlich auch Frauen erfasst, die erst nach der dritten oder noch späteren den Weg in die Kinderwunschklinik finden und dort erfahren, weshalb die Schwangerschaften nie gehalten haben - also anders als Du nicht dahingehend untersucht wurden. Sie treiben also die Quote ebenso nach oben wie z.B. Frauen ü40, bei denen eben die FG-Quote höher ist als bei Frauen Deines Alters.

Ja, stimmt, so muss man das sehen. Leider liest man ja auch immer wieder von Frauen, bei denen erst spät der Grund entdeckt wurde. Die zählen ja dann auch dazu. Danke fürs Mut machen!


Die menschliche Fortpflanzung ist ein sehr Fehlerbehafteter Prozess. Es ist erstaunlich, dass wir es so trotzdem schaffen, den Planeten überzubevölkern.
Die meisten Fehlgeburten passieren weil der Embryo Chromosomenschäden hat und somit nicht lebensfähig ist.

Ich fand dass wenn man schwe schwanger wird neben der Trauer bei einer Fehlgeburt noch ein weiterer Aspekt dazukommt, die Angst dass diese Schwangerschaft vielleicht die letzte Chance war die jetzt dahin ist.

Mein Kinderwunschdoc meinte damals nicht unmittelbar nach der Ausschabung, eine Behandlung sondern einen Zyklus warten, damit die Bedingungen optimal sind. Natürlich könen man es aber trotzdem versuchen und wenn es dann klappt ist so eine Schwnagerschaft auch nicht unsicherer als andere.

Die Ansicht mit den 3 Monaten Pause ist ziemlcih veraltet

Ja, echt erstaunlich, wo all die Kinder herkommen!!
Deinem zweiten Absatz stimme ich uneingeschränkt zu. Wenn man so lange drauf gewartet hat und dann endlich - ach nee, doch nicht. Ätsch.
Nicht zu verachten ist auch die Angst vor der nächsten Behandlung, die ja nötig sein wird, und vor dem nächsten Negativ, was es sicher auch noch mal geben wird. Nach all dem, was man investiert, finanziell, psychologisch und körperlich... ich war dieses Jahr schon zum zweiten Mal im Krankenhaus deswegen. Meine Mutter (vier gesunde Kinder) in ihrem ganzen Leben nur vier Mal, jeweils für die Geburten (die natürlich auch komplikationslos waren, jedenfalls soweit ich weiss).
Das mit dem einen Monat wurde mir auch gesagt, damit sich die Schleimhaut wieder schön aufbauen kann. Wenn es aber kein Problem ist, wenn man vorher schwanger wird, sehe ich auch da das Problem nicht. Wenn sich denn was einnisten mag? Aber das passiert bei uns ja eh nicht.

Ich kann es nur nochmal sagen: ich bin so froh, dass es das Internet und speziell dieses Forum hier gibt. Nicht auszudenken, wie es mir selbst vor 15 Jahren noch ergangen wäre. Ich hätte mich so allein gefühlt!

umberta
27.07.2016, 22:04
:ooooh: ich weiss gar nicht, was ein Karyogramm ist... Bitte gern Details!


Habe es ergoogelt. Nö. Wurde nie erwähnt.
Ich hab ja jetzt die Untersuchung des Embryos veranlasst. Das ist aber wohl was anderes. Oder sieht man das da auch?

Frischling_
27.07.2016, 22:27
Umberta, dann lass von euch beiden ein Karyogramm machen. Kostet etwa 200€ pro Person.

-Karyogramm: Du siehst daran, ob bei jedem von euch alle Chromosomen richtig verteilt sind. Wie ich mittlerweile weiß sind Translokationen (schau mal hier https://de.wikipedia.org/wiki/Translokation_(Genetik)) gar nicht so selten und können gerade bei Männern auch der Grund für ein schlechtes Spermiogramm sein. Genauso wie z.B. das Klinefelter-Syndrom (xxy). Von einer balancierten Translokation würdest du bzw. dein Partner nichts merken, sie würde aber Probleme bei der Zellteilung bereiten und eine typische Folge davon sind Fehlgeburten. Von daher sollte vor jeder IVF/ICSI sowas standardmäßig überprüft werden, weil sonst ganz anders behandelt werden muss. Leider wird nicht von allen KIWU-Kliniken standardmäßig vor IVF/ICSI ein Karyogramm gemacht. Etliche veranlassen dies erst nach 2-3 Fehlgeburten :gegen die wand: Dass ihr den Embryo untersuchen lasst, ist schon einmal gut, allerdings sollte auch bei euch eine Translokation meiner Meinung nach vor der nächsten ICSI ausgeschlossen werden.

-Blutgerinnung: sollte eine gute Klinik ebenfalls vor Behandlungsbeginn überprüfen (in dem Fall reicht es von dir).

Ich drücke dir natürlich die Daumen, dass nix gefunden wird (weil das die Behandlung noch aufwändiger machen würde also sie sowieso schon ist), aber sollte was gefunden werden, ist dies auch kein Weltuntergang. Man wüsste dann sogar eher warum es nicht klappt und wie man ansetzen muss. Ich selber bin ja ein Beispiel dafür.

Ich abonniere mal den Strang, dann sehe ich es, falls du noch Fragen hast.

LG Frischling

umberta
28.07.2016, 08:43
Liebe Frischling,

Danke für die ausführliche Info! Mann, das ärgert mich. Vor allem, weil es ja glaube ich nur eine Blutprobe braucht? Bei meinem Mann haben sie schon das Blut untersucht, ich weiss aber nicht mehr genau, was alles angeschaut wurde. Es sei alles gut gewesen. Er hat dann noch versucht, die Unterlagen zu bekommen, aber die gäbe man nicht heraus :wie?: Wir müssen da wohl nochmal nachbohren.
Das Beste ist ja, ich hatte meine Ärztin vor der letzten extra noch gefragt, ob es noch sinnvolle Untersuchungen zu machen gäbe, falls es nicht klappen sollte. Nein, gäbe es nicht. :gegen die wand:

Im Falle des Falles, was könnte man denn bei einer Translokation überhaupt machen? Das war also bei dir das Problem?

Ich werde auch für die neue Klinik meine Blutwerte noch mal neu untersuchen lassen. Sollte der TSH nicht unter 1 sein? Meiner war bei 1.5.

huppsi
28.07.2016, 09:09
Liebe Umberta,

zunächst einmal: Es tut mir sehr leid, was Du erleben musstest. Eine FG ist immer schlimm, aber nach einer Kiwu-Behandlung stelle ich es mir noch viel schlimmer vor, da man so für die SS gekämpft hat :niedergeschmettert:

Ich kann nicht für FG nach ICSI schreiben, denn ich wurde natürlich schwanger, aber ich hatte wie Du beim 1. Versuch ein "Windei", dh es wurde nie ein Embryo im US dargestellt. Bei mir wurde gewartet bis zur 10. Woche und dann eine Ausschabung gemacht, die ich persönlich als Erleichterung empfand, denn davor hatte ich 2,5 Wochen gewartet und gehofft....umsonst. Was mir damals half: solche Windei-SS passieren häufig bei Erstschwangerschaften. Warum weiß man nicht, aber es scheint wie eine Übung zu sein für den Körper. Und wenn da nie ein Embroy war, dann war es vermutlich eine Chromosomenstörung und nichts, was man beeinflussen könnte, der Gedanke half mir auch. Und: Dein Körper kann schwanger werden und vor allem: die SS halten. Und ja, bei ganz vielen Frauen klappt es direkt danach wieder! Uns wurde damals gesagt, wir können direkt wieder loslegen, ich wollte aber für mich aus rein psychischem Gründen 3 Monate abwarten. Danach hat es sofort wieder geklappt und ich hatte eine unproblematische SS.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du bald schwanger wirst und alles gut verläuft! Alles Gute :blume:

umberta
28.07.2016, 11:34
Liebe Huppsi,

Danke. Krass, das Warten muss ja hart gewesen sein. Als ich es erfahren habe, hab ich mir einen Tag später eine Zweitmeinung geholt (du kannst dir vorstellen, wie der Abend davor war...) und als es dann sicher war, sofort die Ausschabung abgemacht. Lieber ein Ende mit Schrecken, dachte ich mir. Ich glaube, bei natürlichen Schwangerschaften macht es vielleicht mehr Sinn zu warten, da der Arzt ja nicht 100% sicher sein kann, wann der Eisprung denn nun wirklich war. Bei ICSI weiss man es auf die Stunde genau, da bleibt keine Hoffnung, dass es sich eventuell noch entwickelt, in der 8. Woche muss man etwas sehen, sonst ist da nix.
Ach ja, vor allem in der Erstschwangerschaft? Das war mir neu. Wäre ja super, wenn mein Körper jetzt gelernt hätte, wie es geht!
Mit direkt wieder versuchen meinst du wirklich sofort oder die erste Blutung abwarten? Mir kann es gar nicht schnell genug gehen, ich sehe das so, wie es damals meine Reitlehrerin gesagt hat: Wenn du runterfällst, steig gleich wieder auf, sonst wird die Angst zu gross.

huppsi
28.07.2016, 11:51
Meine FA sagte damals wir müssen nicht warten. Das Gleiche sagten die Ärzte im KH. Die Schleimhaut wird doch sicher vor Transfer überprüft, oder?

Judy666
28.07.2016, 11:57
Liebe Umberta,

wenn dein Körper gleich wieder loslegen WILL, würde ich auch nicht unbedingt warten.

Ich hatte 2013 eine FG in der 11. Woche mit Ausschabung. Da meine Eier nicht so regelmäßig hüpfen und die Schwimmerchen von meinem Mann eher gemütlich sind, sind wir 2014 in die KiWu. 3 bezahlte IUIs - eine davon "erfolgreich", Abgang eine Woche nach dem positiven Bluttest.
Danach haben wir beschlossen, wir probierens jetzt noch einmal als Selbstzahler, danach machen wir Pause, bevor wir uns mit IVF/ICSI auseinander setzen.

Und direkt im Zyklus nach der 4. (erfolglosen) IUI bin ich spontan schwanger geworden. Meine Vermutung: in meinem Körper waren noch genug Hormone von der Stimulation.

Ich an deiner Stelle würde also wirklich "gleich wieder aufs Pferd steigen" :cool:

Viel Glück!!!

umberta
28.07.2016, 13:02
huppsi, einen Transfer könnte ich nicht machen, da müsste ich zuerst ab Zyklusanfang stimulieren und dann eine Punktion machen, wo die Eizellen gewonnen werden, die man dann befruchtet und transferiert. Wenn überhaupt, würden wir es natürlich versuchen, mit den sowieso entsprechend geringen Erfolgschancen.

Judy, toll, dass es dann geklappt hat. War es einfach nur Pech oder wurde eine Ursache für die zwei FG gefunden?

Judy666
28.07.2016, 13:36
Einfach nur Pech. Die erste war ein Missed Abort und die zweite (bzw. den Abgang) hätte ich ohne den frühen Bluttest ja gar nicht mitbekommen, sondern einfach meine Tage ein bisschen später bekommen - wie schon häufiger.

Was ich nur sicher weiß ist, dass mein Progesteronspiegel ein bisschen zu niedrig ist.

Frischling_
28.07.2016, 13:44
Umberta, das ist ja echt der Hammer, dass die Klinik euch die Unterlagen nicht aushändigen will. Man hat ja bei jeder medizinischen Behandlung Anspruch auf Kopien der Behandlungsunterlagen.
Ich habe mir immer alles aushändigen lassen, schon, um selber den Überblick zu behalten.
Aber ihr wechselt dann jetzt? Das halte ich für vernünftig! Würde aber trotzdem auf allen Unterlagen bestehen, damit die neue Klinik weiß, wie behandelt worden ist.

Ich selber habe keine Translokation, sondern einen anderen Gendefekt, aber beides führt dazu, dass man dann eine ICSI mit PKD (Polkörperdiagnostik) bzw. PID (Präimplantationsdiagnostik) macht. Wie gesagt, ich drücke dir die Daumen, dass beim Karyogramm alles in bester Ordnung ist, aber falls nicht, kann ich dir da gerne helfen (gibt mittlerweile auch ein anderes sehr aktives Forum für diese Spezialfragen).

Bei den Schilddrüsenwerten kenne ich mich nicht so aus, aber ja, es ist wichtig, dass die Schilddrüse korrekt arbeitet bzw. wenn man schon Medikamente nimmt diese perfekt eingestellt werden. Vielleicht kann dir ja jemand dazu noch etwas konkreteres schreiben? Es gibt hier ja etliche, die auch Probleme mit der Schilddrüse hatten. Ansonsten musst du dich selber nochmal durchs Internet lesen bzw. dich bei einem guten Endokrinologen vorstellen.

Ansonsten: Bei euch ist das "Problem" dein Mann, richtig? Ansonsten könntest du neben der Gerinnung auch noch deine Zuckerwerte (Zuckerbelastungstest) überprüfen lassen. Das macht man aber eigentlich nur, wenn ein Hinweis auf PCO besteht. Aber eigentlich würdest du dann überhaupt nicht schwanger werden, von daher würde ich so aus der Ferne denken, dass da nichts ist.

LG und "die Hoffnung nicht aufgeben"
Frischling

Frischling_
28.07.2016, 13:49
Ach so, lese ich gerade bei Judy:

Extrem wichtig ist es auch das E2 und Progesteron ab dem Bluttest zu überwachen. Bei Kryos muss man eigentlich immer massiv dazu spritzen/kleben/schlucken, damit die Schwangerschaft hält.

Weiß gerade nicht, ob es bei dir ein Frischversuch oder eine Kryo war?

Ich hatte bei meiner Kryo ab Bluttest 3x2 Progynova, 3x2 Utrogest und 1 Spritze Prolutex täglich. Bis zum Bluttest nur Progynova und Utrogest. Einer der beiden Werte (ich weiß leider schon nicht mehr ob E2 oder Progesteron) war nämlich am sehr niedrigen Limit und daher musste unbedingt das Prolutex dazu gespritzt werden. Sonst kommt es wohl zu Blutungen. Auch das wird von den Kiwus, wie ich weiß, sehr unterschiedlich gehandhabt.

umberta
28.07.2016, 13:58
Ja gell, schon krass? Naja mein Mann hat irgendwann einfach aufgeben müssen. Die waren eh aber auch sehr komisch da (gehört nicht direkt zur Kiwu-Klinik. Er bekam den Anruf, dass er zum Besprechen der Resultate einen Termin abmachen solle. Er hat dann gleich am Tel. gefragt, ob denn was nicht in Ordnung sei. Nein, es sei alles gut. Wozu denn dann der Termin? Ja, das wäre bei denen in der Praxis üblich. Ja klar, weil sie dann wieder eine Rechnung über 30 Minuten "Konsultation" stellen können!

Genauso in der Klinik: Beim Bluttest wird ja am Morgen Blut abgenommen und am Nachmittag hat man dann erst das Resultat. Nun wollten die, dass ich am gleichen Vormittag noch ein Gespräch mit der Ärztin mache, "um das weitere Vorgehen zu besprechen". Ich hab das dann auf den nächsten Tag verschoben - wogegen sie sich recht gewehrt haben! - und der Test war ja dann positiv und das Gespräch somit plötzlich unnötig. Hallo? Abgesehen von den Kosten wird da auch einfach unsere Zeit verschwendet, da sind wir ziemlich allergisch drauf. Lauter so kleine Sachen waren da... Mein Mann wurde immer misstraurischer. Er meinte, woher wissen wir denn, ob die wirklich ihr Bestes geben? Die verdienen ja mehr, wenn wir einen Versuch mehr brauchen...

Bei uns liegt es an den Spermien. Bzw. sage ich es gern andersrum: bei mir wurde bisher nichts gefunden. Es wurde zwar eine Gerinnungsstörung bei mir festgestellt (hatte nach der ersten Punktion innere Blutungen), aber die geht eher in die andere Richtung, also dass ich zu viel blute. Hat laut Ärztin keinen Einfluss.

PCO hätten sie ja mit als erstes testen müssen, das ist doch noch recht häufig der Grund. Ich weiss es nicht mehr genau, es wurde Blut abgenommen, aber was da alles getestet wurde? Hätte man ja auch auf den zahlreichen Ultraschallen sehen müssen, oder?
Schilddrüse: ich habe einfach mal drauf vertraut, dass die dort schon Bescheid wissen werden. Im Kinderwunschzentrum sollten die sich doch mit sowas auskennen? Aber inzwischen glaube ich da nicht mehr so dran. Nur schwierig, denn passenden Arzt zu finden, wo gibt's denn so spezialisierte beziehungsweise woher weiss man, ob die dann Ahnung haben?

PID: ist hier (Ausland) glaube ich nicht erlaubt. Vielleicht in Ö?

Inaktiver User
28.07.2016, 14:00
Zum TSH: Nimmst Du Schilddrüsenmedikamente? Wenn nicht, ist ein TSH von 1,5 völlig in Ordnung. Bei Schilddrüsenmedikation sollte er niedriger sein, insbesondere bei Kinderwunsch dann besser unter 1,0.

umberta
28.07.2016, 14:38
Frischling, hatte deinen letzten Post übersehen. Ich habe ab Transfer 3 Utrogest pro Tag genommen und bin dabei geblieben nach dem positiven Test. Was die im Blut alles gemessen haben, müsste ich nachschauen. Es war ein Frischversuch mit Blastozysten. Blutungen hatte ich aber keine.
Tiri: nein, ich nehme keine Schilddrüsenmedikamente. Das beruhigt mich, danke!

Frischling_
28.07.2016, 19:10
PID: ist hier glaube ich nicht erlaubt. Vielleicht in Ö?

Doch, PID ist in Deutschland unter bestimmten Bedinungen (z.B. tödliche Erkrankungen des Kindes, die auf Gendefekten beruhen und zum Tode des Kindes im Mutterleib bzw. unmittelbar nach der Geburt führen) erlaubt. Zuvor muss eine Ethik-Kommission eingeschaltet werden (je nach Bundesland ist das unterschiedlich geregelt). PKD ist "schon immer" erlaubt. Dafür braucht man auch keine Ethik-Kommission.

Ich wollte das nur mal richtig stellen, bevor hier mal jemand reinschaut, den es betrifft.

Viel Glück in der neuen Klinik! Das hört sich bei euch wirklich sehr nach Geldmacherei an.

LG Frischling

umberta
28.07.2016, 19:30
"Hier" ist halt nicht Deutschland, hätte ich dazuschreiben sollen.
Bei Ärzten ist das halt voll schwierig. Was ist wirklich notwendig? Andererseits hab ich ja extra nach zusätzlichen Untersuchungen gefragt, und sie hat verneint. Da hätte sie ja auch noch gut Geld machen können?

ereS
28.07.2016, 19:48
Hm, ich habe auch die Befürchtung, dass bei uns noch was unentdecktes vorliegt. Schon doof. Vielleicht gibt es in 100 Jahren gar keine Fehlgeburten mehr, weil man die Gründe erforscht hat? Das wär doch genial.

Irgendwie passt das in meinem Kopf nicht zusammen, du schriebst ja "eine oder mehrere" für jede 2. Frau, müsste dann der Wert nicht eher um die 50% liegen...? :wie?: stehe da grad auf dem Schlauch.

Unsere Klinik erscheint uns ziemlich chaotisch und wir haben da schon recht viel Pech gehabt, wenn man es aufsummiert. Daher und auch wegen den hohen Kosten (sind Selbstzahler) wollen wir für die nächste ICSI wechseln.

Eine Pause? Neee. Ich will so schnell wie möglich weitermachen! Die Wartezeit macht mich am meisten fertig und jünger werde ich ja auch nicht.

um himmels willen, das gibt und gab die natur noch nie her
selbst wenn man eine schwangerschaft halten koennte, kaemen dann ja unzaehlige nicht lebensfaehige kinder auf die welt
oder wie stellst du dir das vor ?

umberta
29.07.2016, 13:16
um himmels willen, das gibt und gab die natur noch nie her
selbst wenn man eine schwangerschaft halten koennte, kaemen dann ja unzaehlige nicht lebensfaehige kinder auf die welt
oder wie stellst du dir das vor ?

Das Argument macht für mich wenig Sinn. Dann müsstest du ja auch Pockenimpfungen, Antibiotika und Zahnbehandlungen ablehnen. Ich vertraue da lieber auf die Forschung als auf den guten Willen von Mutter Natur!

Spontan könnte ich mir folgende Varianten vorstellen:

a) ist jedoch unwahrscheinlich: dass man eben doch etwas gegen die schädlichen Genmutationen tun kann
b) wohl eher wahrscheinlich: dass man Methoden findet, die entsprechenden Schädigungen frühzeitig festzustellen und die Schwangerschaft abzubrechen (je früher, desto weniger traumatisch) bzw. gefährdete Paare erkennen und behandeln kann
c) auch möglich: dass man Ursachen findet und abstellt
D) gibt's ja immer wieder: eine Methode, mit der heute keiner rechnet, weil sie so ungewöhnlich und neu ist.

So absurd ist der Gedankengang übrigens nicht, man hat ja schon viele Dinge gefunden, die einer Schwangerschaft hinderlich sind oder die Frucht schädigen. Krankheiten sind ausgerottet worden oder können einfach behandelt werden.

edit: ich weiss nicht, ob du in meiner Situation schon mal warst, aber von aussen ist es halt auch immer leicht zu sagen, ist halt so, ist die Natur, Pech gehabt.

Inaktiver User
29.07.2016, 13:34
Spontan könnte ich mir folgende Varianten vorstellen:

a) ist jedoch unwahrscheinlich: dass man eben doch etwas gegen die schädlichen Genmutationen tun kann
b) wohl eher wahrscheinlich: dass man Methoden findet, die entsprechenden Schädigungen frühzeitig festzustellen und die Schwangerschaft abzubrechen (je früher, desto weniger traumatisch) bzw. gefährdete Paare erkennen und behandeln kann
c) auch möglich: dass man Ursachen findet und abstellt
D) gibt's ja immer wieder: eine Methode, mit der heute keiner rechnet, weil sie so ungewöhnlich und neu ist.



Liebe Umberta,

eine Fehlgeburt ist die Reaktion auf irgendeine Störung im System "Schwangerschaft" bzw. im werdenden Leben selbst. Die Natur macht hier genau das, was Du unter b) vorschlägst: Die Schädigung erkennen und die Schwangerschaft frühzeitig abbrechen. Bei einem Windei wie Du es hattest geht es um eine Einnistungsstörung, also konnte sich - aus diversen Gründen - die Fruchthöhle nicht so einnisten, dass sie versorgt werden konnte. Im Prinzip ist das der frühest mögliche Abbruch der Schwangerschaft überhaupt. Einen künstlichen Abbruch zu diesem frühen Zeitpunkt gibt es allenfalls in Form der "Pille danach".

Es gibt heute schon Methoden, die Einnistung und die Versorgung des Embryos in den ersten Wochen zu unterstützen. Diese wirst Du als KiWu-Patientin kennen, Utrogest z.B. Auch kann man bestimmte Risikofaktoren bei Müttern erkennen und behandeln, unter anderem Gelbkörperhormonschwäche, Schilddrüsenüber- und Unterfunktion, Gerinnungsstörung.

Es gibt tausende Gründe für Fehlgeburten. Man wird Fehlgeburten nie abschaffen können, selbst wenn man natürlich entstandene Schwangerschaften komplett verbieten würde (wer wollte/könnte das) und jeder Schwangerschaft eine PID vorlagern würde. Man sollte Fehlgeburten auch nicht abschaffen wollen, weil die meisten Fehlgeburten das Ergebnis einer von vorneherein fehlangelegten Schwangerschaft sind - sei es, dass das Kind nicht lebensfähig ist, sei es, dass die Versorgung durch die Plazenta nicht erfolgen kann etc. pp.

Eteterfon
29.07.2016, 13:47
Hallo Umberta,

da du Mutmach-Geschichten suchst, schreib ich dir meine auch noch. :smile:

Ich hatte eine FG bei IUI Nummer 6 (von 7), damals mit tollem hCG-Krimi. Schwanger war ich, aber es hielt nicht, Werte zu niedrig, wenn auch regelmäßig ansteigend. Bis es endlich abging, vergingen 14 Tage, das war echt verzichtbar. Das war vor vier Jahren. Danach nochmal eine IUI, aber wieder ohne Erfolg. Dann drei Monate Pause, ich konnte erstmal nicht mehr.

Für Anfang 2013 war dann IVF geplant, beantragt, genehmigt. Und kurz davor, als ich eigentlich nur noch auf die Mens wartete, um mit der Spritzerei zu beginnen, bin ich einfach so schwanger geworden. Mein Großer ist jetzt knapp 3. Er kam 3 Jahre nachdem wir angefangen hatten, es zu versuchen. Da war ich dann schon 37. Meine Kleine jetzt kam dann wupps einfach so im zweiten ÜZ und ist jetzt 7 Monate. Ich bin jetzt 40 und vor vier Jahren habe ich noch befürchtet, niemals Mama sein zu können. Schon gar nicht zweifache.

Bei uns war es ähnlich wie bei euch, Spermien eher faul, bei mir alles ok soweit wir wussten.

umberta
29.07.2016, 14:25
Leute, lasst mir doch meinen Wunsch, dass wenigstens in Zukunft alles besser wird. Was wissen wir schon? :heul:

Eteterfon, das ist ja genau meine Situation (wobei ich hoffentlich nicht noch drei Jahre warten muss...). Das macht total Mut!
Von Inseminationen hatte ich aber ziemlich schnell genug. Unsere Kasse zahlt eh nur drei und die Ärztin hat uns gleich gesagt, dass die Chancen klein sind (10% pro Versuch). An eine natürliche Zeugung kann ich gar nicht mehr glauben.

Inaktiver User
07.08.2016, 20:46
Ich kann zwar nix zum Thema Fehlgeburt sagen, aber zum Schilddrüsenwert.

Meiner wurde als ich in der 5. Woche war bei einer Routineuntersuchung gemessen und lag bei 3. Ich bin glücklicherweise im 2. ÜZ ohne Unterstützung schwanger geworden. Der Idealwert liegt bei kleiner 1 zum schwanger werden, wie hier schon geschrieben wurde.

Ich drück dir meine Daumen das es bei dir bald klappt. Ich wünsche es dir von ganzem Herzen.

umberta
08.08.2016, 06:37
Hundtass, es wurde hier geschrieben, nur mit Schilddrüsenmedikation unter 1. Ähnliches habe ich auch schon gelesen. Was denn nun?

Inaktiver User
08.08.2016, 09:37
Der Idealwert liegt bei kleiner 1. je nachdem wie dein Körper ist, kann das zu einem Wert werden, der das Zünglein an der Waage ist oder eben auch nicht.
Ich finde den Wert 1,5 bei dir sehr gut.
Ob das ein Wert ist, der für deinen Körper relevant ist, kann ich dir nicht sagen und vermutlich auch kein Arzt.
Ich wollte damit nur ausdrücken das es nicht für jede Frau relevant ist einen idealen Schilddrüsenwert zu haben um schwanger zu werden.

Mari-Lou
08.08.2016, 10:52
Hallo Umberta,
mir wurde im Rahmen der Kinderwunschbehandlung auch geraten, den TSH-Wert auf 1 (oder sogar etwas weniger) medikamentös abzusenken. Das wäre ein Schräubchen, an dem man drehen kann, um die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen.
Das muss aber jede selbst entscheiden, inwieweit sie bereit ist, in das hormonelle Gleichgewicht des Körpers einzugreifen. Ich selbst habe ein wenig Sorge, dass das Medikament meine Schilddrüse "faul" machen könnte und ich es nach der Schwangerschaft dann nicht wieder absetzen kann.
Mein Ausgangswert war übrigens ein TSH-Wert von 2,7. Damit hätte ich auch schwanger werden können, aber wohl nicht ganz so leicht.
LG Mari-Lou

Cariad
08.08.2016, 10:59
Zum Thema Schilddrüse: Mir wurde (nach zwei FG) in der Kiwu-Zeit auch niedrig dosiertes L-Thyroxin verschrieben, um den TSH-Wert zu "optimieren". Danach habe ich das Medikament wieder abgesetzt, und der letzte Test ergab, dass der Wert für eine Non-Kinderwunsch-Frau nicht behandlungsbedürftig ist.

umberta
08.08.2016, 11:21
Oh je, jetzt bin ich verunsichert. Ich hatte ja (im Nachhinein gesehen) auch Symptome von einer Unterfunktion (ständig müde und Verstopfung) während der kurzen Schwangerschaft, wobei das ja immer unspezifisch ist und auch von der SS und vom Kaffeentzug sein könnte. Leicht melancholisch/depressiv bin ich eh immer. Während der SS wurden meine Werte nie geprüft. Ist das sonst üblich?

Vielleicht sollte ich doch mal zum Endokrinologen? Schaden kanns ja nicht (ausser im Geldbeutel mal wieder... :heul:), man kann das ja niedrig dosieren. Probieren würde ich es, wenn es Sinn macht. Mich wundert es aber, dass das vom Zentrum nie angesprochen wurde, sollten die sowas banales nicht wissen?

Mari-Lou
08.08.2016, 11:57
Liebe Umberta,
schaden kann es nicht, ein Besuch beim Endokrinologen. Ist halt noch ein Zusatztermin. Extra bezahlen mußte ich das übrigens nicht.
Während einer Schwangerschaft werden die Schilddrüsenwerte auf jeden Fall geprüft, wenn man ein entsprechendes Medikament nimmt. Ansonsten ist das aber auf Nachfrage sicher auch möglich. Sollte bei Hinweis auf die entsprechende Symptomatik auch als Kassenleistung laufen.

Was wohl ebenfalls die Chancen auf eine Schwangerschaft reduziert, ist eine (beginnende) Insulinresistenz (haben sehr viele übergewichtige Menschen aber auch normalgewichtige Frauen mit einem PCO-Syndrom).
Falls das noch nicht abgeklärt wurde, wäre das vielleicht noch sinnvoll (Insulinresistenz wird über einen oralen Glucosetoleranztest festgestellt, PCO sieht man im Ultraschallbild der Eierstöcke).
Ich hoffe, ich trage nicht zu deiner Verunsicherung bei, aber mir ging es nach einer gewissen Kinderwunschzeit auch so,
dass ich lieber alles auf einmal abgeklärt habe wollte und nicht so scheibchenweise.
LG Mari-Lou

Cariad
08.08.2016, 12:02
Oh je, jetzt bin ich verunsichert. Ich hatte ja (im Nachhinein gesehen) auch Symptome von einer Unterfunktion (ständig müde und Verstopfung) während der kurzen Schwangerschaft, wobei das ja immer unspezifisch ist und auch von der SS und vom Kaffeentzug sein könnte. Leicht melancholisch/depressiv bin ich eh immer. Während der SS wurden meine Werte nie geprüft. Ist das sonst üblich?

Vielleicht sollte ich doch mal zum Endokrinologen? Schaden kanns ja nicht (ausser im Geldbeutel mal wieder... :heul:), man kann das ja niedrig dosieren. Probieren würde ich es, wenn es Sinn macht. Mich wundert es aber, dass das vom Zentrum nie angesprochen wurde, sollten die sowas banales nicht wissen?

Lass dich nicht kirre machen! Kinderwunschmedizin ist fast immer ein Fischen im Trüben mit einem guten Schuss Voodoo. :smirksmile:

Ich hatte zwei FG, bevor der TSH-Wert medikamentös eingestellt wurde, und zwei danach unter L-Thyroxin. Du musst dir das wirklich als kleines Stellschräubchen vorstellen, mit dem man den komplexen Prozess der Frühschwangerschaft minimal beeinflussen kann.

umberta
08.08.2016, 12:02
Liebe Marie-Lou,

Mir geht es genauso, ich gehe lieber einmal überflüssig zum Arzt, als dass ich es nochmal auf eine Fehlgeburt ankommen lasse! Das ist mir das Geld dann auch wert (falls ich es zahlen müsste). Ich werde die Kiwu-Ärztin auch auf jeden Fall nochmal drauf ansprechen.
Übergewichtig bin ich nicht, PCO habe ich auch nicht, das hätte man bei den x-tausend Ultraschallen, die ich dieses Jahr hatte, auch auf jeden Fall sehen müssen! Ich hatte überhaupt noch nie eine Zyste (soweit ich weiss, natürlich) und mein Zyklus kommt brav regelmässig.
Auf Zucker reagiere ich aber schon - habe mal eine Zeitlang ganz drauf verzichtet und es ging mir insgesamt besser. Hm.

umberta
08.08.2016, 13:24
So, das Internet sagt mir, der TSH sollte unter 2 mU/l liegen, besser um die 1. Meine 1.5 ist also ok.

Feeodora
09.08.2016, 09:49
Umberta, allein fürs Gewissen bin ich zu nem Endokrinologen. Ich wollte einfach für mich Gewissheit haben das alles in Ordnung ist, oder eben nicht. Überweisung gab es vom HA, Termin hab ich sehr zeitnah bekommen nachdem ich gesagt habe, dass es um unerfüllten Kiwu geht, gekostet hat das ganze nichts. Bei mir wurde Blut und die Schilddrüse gecheckt, außerdem der große Zuckertest gemacht, Zeitaufwand ca 2-3 Std, aber das war es mir wert. Herausgekommen ist zwar nix. Ob einen das beruhigt steht dann wieder auf einem anderen Stern.

Im übrigen sagt man der TSH basal soll unter 1 bei Frauen mit Schilddrüsenerkrankung und Kiwu sein. Ansonsten kann er auch darüber liegen.

Sasapi
09.08.2016, 10:01
Wobei gerade Müdigkeit in der Frühschwangerschaft sehr häufig ist...
Muss also nicht an der Schilddrüse liegen.

Feeodora
09.08.2016, 10:19
Ich vermute auch die geschilderten Symptome kommen von den Medis während der ICSI. Grade Progesteron nach der PU löst die oben genannten Symptome massiv aus. Im Grunde sind das ja alles Hormone die auch in der SS vermehrt ausgeschüttet werden. Dazu noch die seelische Belastung bei einer FG. Mach dich nicht verrückt Umberta, klär ab was man abklären lassen kann und dann sieht man weiter.

umberta
09.08.2016, 10:21
Danke!

Zwerg13
10.08.2016, 08:35
Umberta nur kurz zum Mut machen.
Hatte nie eine Fehlgeburt.

Aber eben auch Kiwu, insgesamt 5 Jahr. In der Klinik waren es knapp 2. Mit Ixci hat es dann geklappt und wir bekamen unsere zwei Mädels. Bei uns lag es auch am Spermiogramm.
Ein Jahr später wir haben nicht verhütet, da laut Kiwu eine natürliche Schwangerschaft mit den Werten nicht möglich ist, war ich erneut schwanger. Derzeit bin ich mit Nr. 4 Schwanger, hatte ganze 3 mal meine Periode und einmal GV in 2 Monaten (mein Mann war viel unterwegs) Lass dich also nicht verrückt machen, ich weiß in der Situation geht abschalten nicht wirklich. Ich konnte es zumindest nie. Aber nichts ist unmöglich und laut Statistik dürften die letzten beiden Schwangerschaften gar nicht passieren.

sputnik33
10.10.2016, 22:03
Also lavine, jetzt ärgere ich mich echt. Erstens ist Dein Posting hier, wo gleich 2 Frauen nach mehreren ICSIs 3 Kinder bei oder nach der Geburt verloren haben, absolut keine Mutmachgeschichte und außerdem schreibst Du hier in jedem Strang was anderes!
Einmal bist Du 45 Jahre und hast schon 2 Kinder und 3 Fehlgeburten, einmal warst Du gerade im Juni oder Juli und im Oktober jetzt schwanger mit FG. In einem anderen Strang wollte man Dir aufgrund von Myomen die Gebärmutter entfernen oder mit Hormonen behandeln. Und im nächsten Strang hat man bei Dir gerade aufgrund eines Borderline Ovarialtumors ein Ovar entfernt mit Lymphknoten und allem drum und dran. und Rezidivoperation. Gleichzeitig nimmst Du Utrogest und Dein Freund will aber noch keine Kinder.
Das passt doch alles hinten und vorn nicht zusammen! Was soll das hier???

umberta
11.10.2016, 07:56
Danke Zwerg und Melica!
Lavine, ich weiss jetzt nicht genau, was du mir mit diesen Horrorgeschichten sagen willst??
Sputnik :ooooh: (wie geht es dir übrigens?)

xanidae
11.10.2016, 17:44
Ich habe die Beiträge gelöscht. Wenn euch sowas auffällt, hilft es uns, wenn ihr die Beiträge mittels Meldebutton (rotes Dreieck mit Ausrufezeichen) meldet.

Danke

sputnik33
11.10.2016, 18:41
Danke Xanidae!
Das mit dem Melden wusste ich nicht. Ich hab nur leider momentan einfach zuviel Zeit zum Lesen, da ich Zuhause im Bett liege, und da fiel mir auf, dass die Beiträge hinten und vorne nicht zusammenpassten.

umberta
11.10.2016, 19:05
Im Bett? Oh je :blume:

Suziny_Pro
31.10.2016, 22:19
Hallo,
nach 4 Jahren KiWu und zuvor 2 frustranen ICSIs und 2 frustranen Kryos bin ich schließlich spontan schwanger geworden, nachdem wir KiWu-Pause einlegen wollten und uns endlich wieder um andere Dinge kümmern ;-)
Du bist zum Glück ja noch jung. Da ist die Wahrscheinlichkeit gegeben, dass es mit der Zeit, ob mit oder ohne Nachhilfe, noch klappen könnte.
Die Fehlgeburtsraten sind nach IVF/ICSI erstmal erhöht, die frühe Detektion der Schwangerschaft ist wie schon genannt, einer der Gründe, ein genetisch nicht intakter Embryo ein weiterer.
Wird denn ein PN-Scoring bei Euch gemacht, hier wird idR eine grobe Chromosomenfehlverteilung bereits aussortiert. (Das ist aber keine Garantie für genetische Intaktheit)

Es wurde nach 3 Fehlversuchen bei uns allerdings folgendes untersucht:
- Gebärmutterspiegelung zum Ausschluss von Verwachsungen und Septen (diese sind ein häufiger Abort-Grund)
- Immunologische Abklärung, u.a. bez. NK, NKT-Zellen und Partner-Antigen
- Thrombophiliestatus (zum Ausschluss zB Faktor V Mutation)
- Humangenetische Abklärung (hier wird u.a. das besagte Karyogramm gemacht)

Die gesetzliche Krankenkasse kommt (außer bei der Immunologie) für die Abklärungen auf.

Ganz wichtig: Auf sich als Paar gut achten, und genügend Zeit für andere Lebensbereiche nehmen! Bewusst Dinge unternehmen, die schwanger/mit Kind nicht gehen! Der KiWu hat die unangenehme Eigenschaft, andere Lebensbereiche auffressen zu wollen.

umberta
01.11.2016, 07:48
Liebe Suziny,

Danke für deinen Beitrag.
Nein, ein Scoring wird nicht gemacht. Es wurde mal was von Embryoscope erzählt, was die Klinik wohl demnächst installieren will, ist das das?
Meine Ärztin sagt jedes Mal, wie schön doch alles (Schleimhaut etc.) aussieht, um so frustrierender ist dann das Negativ. Inzwischen hatte ich eine biochemische Schwangerschaft, d.h. zwei Tage lang einen positiven Test :gegen die wand:

Schön, dass du mal die ganzen Untersuchungen nennst!
Gebärmutterspiegelung: hätte man denn bei der AS Verwachsungen auch sehen können? Oder wie wird das gemacht?
Eine Immunologische Abklärung hatten wir nicht, aber wäre dann nicht die Einnistung behindert? Das könnte man vielleicht mal in Angriff nehmen
Gerinnung wurde bei mir schon geprüft, muss morgen nochmal zur Kontrolle, ich neige eher zum Gegenteil, blute zu viel
Auch die humangenetische Abklärung haben wir nicht gemacht, dafür ist es vielleicht zu früh.

Leider wohnen wir nicht in D und daher zahlen wir alles fröhlich selber, zum Kotzen.

Und auf die Beziehung zu achten, das schaffe ich im Moment leider gar nicht. Ich bin schon froh, wenn ich mich am Morgen aus dem Bett quälen kann. Das wäre mal die Aufgabe meines Mannes, ich glaube, er realisiert es langsam.

Suziny_Pro
02.11.2016, 15:27
Wie furchtbar, alles selbst zahlen, Ihr Armen!! =O das ist ja extrafies!! Wir haben das jeweils nicht so genau wissen wollen und die Kosten verdrängt.

http://www.wunschkinder.net/theorie/behandlungen-methoden/pn-scoring/
halt eine Methode zur Erkennung von Chromosomenstörungen

Embryoscope wird das da sein:
http://www.kinderwunschzentrum-da.de/Embryoscope?id=276
den Anpreisetonfall weglassen - aber damit müsste eine derartige Analyse eigentlich ebenfalls möglich sein

wurde bei Euch denn bis zum Blastozystenstadium (Tag 5) kultiviert?
So kann man die viel versprechenden Embryonen auswählen und nur diese implantieren.

Ich kenne aber nur die Möglichkeiten in D, in anderen Ländern wird das Embr-Sch.§ ggf anders gehandhabt.

Hysteroskopie zB Uterus septus/subseptus - gerade letzerer kann subtil ausgeprägt sein. Sollte eigentlich im vag. Sono zu sehen sein, größere Septen auch bei der Abrasio.
Immunologie: Richtig, v.a. relevant Einnistungsproblem, ggf. auch bei rezid. Abort-Problem
Humangenetik: Ich denke, ist nach 3 Fehlversuchen schon indiziert, denn zB eine balancierte Translokation (auch des Ehemannes) kann eine Indikation für eine PID sein (wird in D von Ethikkommissionen idR akzeptiert).

Welche Zusatzleistungen sinnvoll sind, hängt allerdings von der entsprechenden Grunderkrankung/Subfertilitätsursache ab.

Weswegen bist Du denn so kaputt???
Wenn es seelisch ist angesichts all der Belastungen, würde ich erstmal _dringend_ (meinetwegen nachdem die Abklärungen abgehakt sind) weitere Behandlungen vertagen und Dich ganz arg um Dich selbst und Beziehung kümmern! Etliche KiWuZ vermitteln auch psychologische Unterstützung angesichts dieser Ausnahmesituation. Es kann auch sein, dass ein Wechsel des KiWuZ "psychologisch" für bessere Startbedingungen sorgt, a la alles neu und unbelastet.
Aber: Wenn Eure Beziehung zerbricht, bringt auch die schönste KiWuBehandlung nichts!! Passt unbedingt auf Euch auf! Das Seelische und die Paarkonflikte sind eigentlich die schwerwiegendsten, aber idR nicht angesprochenen Komplikation der KiWuBeh.
Gerade weil das Körperliche an den Frauen hängen bleibt (und frau daher auch mehr googled) fühlen sich die Männer oft hilflos oder außen vor, informationstechnisch von vornherein abgehängt oder versuchen gar im schlimmsten Fall sich auswärts abzulenken.
Mein Mann ist ein totaler Traumpartner, mit dem ich schon zuvor durch dick und dünn gegangen bin, aber "selbst wir" brauchten enorm viele Gespräche, es kostete Tränen und Toleranz. Wir hatten auch aktive Trauerphasen.
Es klingt wirklich so, als ob Du/Ihr erstmal eine Pause braucht und mal aus der KiWu-Schiene rauskommen solltet.
Das erscheint wohl erstmal unvorstellbar, aber mit etwas Zeitverzug zu sehen, dass auch ein anderes Leben möglich ist, war für mich unheimlich befreiend.
So viele Gründe fürs Kind relativieren sich dadurch.

Erstmal scheint der Kinderwunsch so normal: Es wird unterstellt, man sei ohne Kinder keine richtige Frau, oder als Paar keine richtige Familie, hätte nicht genügend Ja zueinander gesagt als Paar. Das Gefühl schwanger zu sein sei sooo toll, das müsse man doch erlebt haben (bullshit).
Gerade als Frau bekommt man dann noch von der Mitwelt doofe Unterstellungen und Fragen, weswegen man kein Kind hat.
(ich habe dann jeweils ganz brutal gesagt, dass wir keine kriegen können und auf die betretenen Gesichter hin nachgesetzt "darum sollte man solch intime Dinge auch besser nicht fragen").
Freunden und Familie gegenüber haben wir auch schnell das Problem offengelegt und Du glaubst nicht, von wie vielen ich dann gehört habe, dass sie (u.a.) - auch im KiWuZ sind -dass sie schon 3 Fehlgeburten hatten - dass man es auch schon 3J vergeblich versuche - etc. und jeweils mit dem Zusatz, wir seien die ersten, denen sie das offenbaren würden.
Diese Offenheit und daraufhin die Erfahrung, nicht allein zu sein, hat uns sehr geholfen und wir haben daher auch die nötige Rücksicht erfahren!

Aber, wenn momentan das Seelische Deine größte Baustelle ist, würde ich nochmal versuchen, dem Kinderwunsch seine Überfrachtung zu nehmen, so dass er Dich nicht derart besitzt.
Kinder sind erstmal eine narzisstische Bestätigung, versorgen einen scheinbar automatisch mit Lebenssinn (muss man sich dann nicht mehr selbst drum kümmern - allerdings nur bis zum empty nest syndrom), sie führen einen durchs Leben (indem sie einem die Zwänge diktieren: die größere Immobilie (unter deren Abzahlung man dann jahrzehntelang ächzt und anderes vernachlässigt), Auto mit Kinderwagen drin (mit dem man dann im Stau steht) , Nähe zur nächsten Schule, zu Ärzten etc (wohnen wo und wie man eigentlich nicht will), der Zwang zum kontinuierlichen Geldverdienen und sei es auf Kosten der eigenen Gesundheit - man will den Lütten ja eine Ausbildung finanzieren können...

Dann muss man sich noch um Kinder kontinuierlich Sorgen machen - wie ist die Nackentransparenz, trinken sie genug, warum schreits die ganze Zeit, sind sie etwa nicht intelligent genug für die heutigen Anforderungen, geraten sie an die falschen Freunde, versagen sie in der Schule, werden rotzige Teenager, ruinieren einem die Ehe, torpedieren einem künftige Beziehungen, geraten an den falschen Partner, Sohnemann und seine blöde Schnepfe aber auch! sie brechen den Kontakt ab, weil sie sich eingeengt fühlen, aber zahlen sollst Du noch... etc.

Du merkst, ich trage dick auf, aber es hat durchaus etwas, das Leben des ganzen sozialen Umfelds (warum nicht auch der eigenen Eltern) mit all ihren scheinbar "normalen" Lebensläufen auf diese Zwänge zu beleuchten. Dass Elternpaar X nicht das einzige ist, das seit Jahren keinen Sex mehr hat, werden sie Dir halt nicht auf die Nase binden. Dass Ehepaar Y sich an der Immobilie verhoben hat, und der Mann um sich zu betäuben fremdgeht, auch nicht. Die Scheidung von Ehepaar Z kommt auch nicht aus heiterem Himmel.

Mir hat es jedenfalls sehr geholfen, mich meiner/unserer Freiheiten bewusst zu werden und daraufhin spannende Pläne B zu schmieden, in denen wir als Paar im Mittelpunkt standen. Das mag Dir jetzt unvorstellbar vorkommen, aber mit ein paar Wochen und Monaten Abstand kann das schon ganz anders aussehen.
Dann ist man sogar auch für eventuelle künftige Versuche gestählt und hält besser durch (häufig machts einfach keine super extra Therapie sondern einfach nur die Menge). Dh. wenns später noch klappt mit Kindern, ists gut, aber halt kein Muss mehr!!

Und paradoxerweise: Nicht zu viel rumtreiben in Foren, lieber raus ins richtige Leben, echte Telefonate, echte Freundeskontakte!!
Ich bin gestern, da AU geschrieben aus Zufall/Langeweile hier reingestolpert und somit über Deine Geschichte und hab dafür eine Ausnahme gemacht, aber meine Erfahrung ist, dass Foren und KiWu ein sehr ungutes Team sind, da man sich immer mehr in dem Thema und in seinem Leid suhlt. Suche Dir ebenfalls Betroffene in real life - ich wette, in Deinem Freundeskreis gibt es diese schon, ohne dass Ihr voneinander wisst.
Ich wünsche Dir alles Liebe und vor allem wieder Energie und Sonnenschein!! Machs gut!

umberta
03.11.2016, 08:25
Tja, wir zahlen selber, da gibt’s leider keine andere Möglichkeit. Netterweise führt das dazu, dass ich eigentlich Vollzeit arbeiten muss, wenn ich noch was sparen will für Plan B. Was wiederum dazu führt, dass ich keine Zeit habe, zur Psychologin zu gehen, denn die Gute (die mir von der Kiwu vermittelt wurde) hat unmögliche Arbeitszeiten (9-14 Uhr), da sie selbst Kinder hat und nur TZ arbeitet. Ein ganz toller Teufelskreis also. Auch deswegen fühle ich mich wohl insgesamt erschöpft. Würde lieber auf 80% gehen und mehr Zeit für Hobbies haben. Das wäre zum Beispiel auch ein möglicher Plan B, aber der geht erst, wenn die Behandlungen rum sind.
„Plan B“ ist nett, aber hilft mir nicht so viel weiter, denn das liegt in weiter Ferne. Ich kann nicht einfach so aufgeben, solange noch was möglich ist. Denn die alternativen Lebenskonzepte und die Behandlungen schliessen sich gegenseitig aus. Und was in 5 Jahren ist, daran denke ich jetzt noch nicht.

Wegen zusätzlichen Abklärungen denke ich, dass wir nun erst mal noch die 1-2 Kryoversuche abwarten, die wir noch haben, und dann mal überlegen, was sinnvoll wäre. Entweder zusammen mit der Ärztin oder in einer anderen Klinik. Danke jedenfalls für die Infos!

Behandlungen vertagen? Bringt meiner Meinung nach nichts, da es das Problem nur aufschiebt. Ich hatte ja nach der FG eine Zwangspause von ein paar Monaten und nachdem das schreckliche Erlebnis verdaut war, ging es mir auch gut. Nur sobald dann wieder ein neues Negativ kommt, geht alles von vorne los. Jünger werde ich auch nicht. Abschliessen kann ich mit dem Wunsch so auch nicht, denn es bleibt ja möglich, dass es noch klappt, und weitere Behandlungen stehen bevor, vor denen ich dann eine ziemliche Angst aufbaue, je länger ich drauf warte.

Ich denke auch nicht, dass der Kinderwunsch mir von aussen aufgedrückt wurde. Warum muss man sich als Kinderwunschfrau überhaupt immer so rechtfertigen? Der Wunsch ist eben da und der ist auch nicht rational und somit auch nicht damit wegzuerklären, wie anstrengend Kinder sein können, oder mit Negativbeispielen. Viele Menschen wünschen sich einen Partner und denen legt man auch nicht eine Scheidungsstatistik vor. Mein „Grund“ für ein Kind ist, dass ich gern eins möchte.

Deine Reaktion auf blöde Fragen finde ich sehr cool :freches grinsen:

Mir persönlich hat das Forum sehr geholfen, denke ich. Ich missbrauche es als eine Art Tagebuch, wo ich ungefiltert meine Empfindungen loswerden kann, bei Menschen, die es nachvollziehen können. Und es hilft mir, mich mit dem Ganzen auseinanderzusetzen, wie zum Beispiel mit Hilfe von Beiträgen wie deinem. Ich weiss nicht, wie ich im echten Leben mit sowas umgehen könnte. Ich hätte Angst, dass ein Wettbewerb entsteht und man immer Angst hat, dass die anderen beim nächsten Treffen schon schwanger sind…

Dir auch ganz viel :Sonne: