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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kater attackiert Hund.



mamgi
26.04.2016, 09:56
Heute muß ich mich mit einem Riesenproblem an euch wenden und ich hoffe, dß es Userinnen gibt, die mit helfen können.

Es geht um meinen Kater und meinen Hund. Der Kater ist 8 J., ein Norwegischer Waldkater, kam als Welpe zu mir, der Hund, ein Shih-Tzu, ist 12 J., wurde ausgesetzt und wir haben ihn im Alter von 4 J. bei uns aufgenommen, als der Kater 8 Mon. alt war. Der Kater ist sehr dominant und der Boss über unsere Katzengruppe. (1 Kater, und eine Katzendame).

Die beiden haben sich nie sonderlich geliebt, aber sie haben sich akzeptiert und es gab soweit keine Probleme.

Nun plötzlich ist das ganze eskaliert. Der Hund hat sich am Lieblingsplatz des Katers zu schaffen gemacht, daraufhin hat der Kater ihn attackiert. Diese Situation haben wir noch in den Griff bekommen und konnten wieder Ruhe in unser Zusammenleben bringen. (Ich habe den Platz des Katers in den "1.Stock" geräumt). Nun ist es aber wieder passiert. Es ging hierbei um den Lieblingsplatz des Katers auf unserer Terrasse. Wir waren nur einen Moment unaufmerksam. Der Hund ging auf die Terrasse und hat sich am Platz des Katers zu schaffen gemacht und der hat ihn sofort attackiert. Das heißt, er springt auf ihn rauf und verprügelt ihn.

Momentan ist die Situation so, daß der Hund Angst vor dem Kater hat. Der Kater wiederum beobachtet den Hund, wartet nur auf eine "falsche" Reaktion von diesem, um ihn gleich wieder zu verprügeln. Ich habe den Eindruck, daß er ständig auf dem Sprung ist.

Ich habe mit dem Kater eine sehr innige Beziehung und ich denke, daß hier auch die Eifersucht mitspielt. Um den Hund kümmert sich nun mein Mann, und ich beschäftige mich intensiv mit dem Kater und versuche wieder Struktur in den Tag zu bringen.

Mittlerweile bin ich total angespannt und mit meinen Nerven fast am Ende. Das ständige Aufpassen, immer im Hinterkopf zu haben, daß es wieder passieren könnte, macht mich fertig.

Vielleicht kann mir eine von euch hier einen Ratschlag geben, mir irgendwie mit Tipps helfen, oder mir sagen, daß ich vllt. etwas falsch mache.

Fourthhandaccount
26.04.2016, 10:09
Du müsstest verhindern, dass der Hund an den Katerplatz geht. Er muss eine klare Ansage haben, dass die Katzenplätze/-kissen für ihn tabu sind.
Wenn aber bisher keine Probleme in der Richtung bestanden haben, würde ich den Kater untersuchen lassen. Oder denkst Du, dass es einen Vorfall gab, als die Tiere alleine waren?

mamgi
26.04.2016, 10:21
Daß der Hund nicht mehr an den Platz des Katers geht, haben wir schon gemacht.

Beim 1. Vorfall waren wir nicht dabei. Das heißt, daß es nur eine vermutung ist.

Katrer und Hund waren schon immer aufeinander eifersüchtig. Ich ha be aber immer versucht, meine Aufmerksamkeit und Zuneigung gerecht zu verteilen. Fast 8 Jahre lang hat es keine Probleme gegeben,

Im Februar war mein Mann im Krankenhaus, als er nach Hause kam ging es ihm psychisch (wegen seiner Herzerkrankung, die sich verschlimmert hat) nicht gut, mir natürlich auch nicht und ich war ziemlich nervös.
In dieser Zeit habe ich mich nicht so wie sonst üblich um die Tiere gekümmert.

Was mir Angst macht, ist die Tatsache, daß der Kater sich nicht mehr beruhigt. Er beobachtet den Hund, schlägt da bei zwischendurch auch mit dem Schwanz. Mir kommt es so vor, als wäre er kurz davor, ihn wieder zu attackieren.
Das ist es,was mich so fertig macht.

Feliway Stecker und Spray verwende ich übrigens schon.

Joker
26.04.2016, 11:28
Um das Problem etwas besser greifen zu können, fallen mir auf Anhieb ein paar Fragen ein. Hier mal, etwas unsortiert, wie sie mir in den Kopf kommen:

Hat es einen Grund, warum der Hund sich plötzlich an den Lieblingsplätzen des Katers zu schaffen macht? Nehme an, das ist was ganz neues?

Womit beschäftigt sich der Kater sonst so, wenn er nicht gerade den Hund beobachtet? Bzw. wie viel Zeit investiert der Kater jetzt in die Hundebeobachtung, im Vergleich zu vorher, und welche Aktivitäten vernachlässigt er dafür?

Lässt sich, als erste-Hilfe-Maßnahme, der Kater-Platz vor dem Hund sichern, z.B. durch ein Gitter o.ä., das der Kater, aber nicht der Hund passieren kann? Oder indem Du das Plätzchen etwas höher legst?

Hast Du eine Möglichkeit, die Tiere eine Weile komplett voneinander zu trennen, und anschließend nach der Auszeit die Vergesellschaftung neu aufzusetzen?


(Den Lieblingsplatz des Katers zu verlegen, war vielleicht nicht unbedingt eine gelungene "Lösung". Bei Katzen ist der Ort des Lieblingsplatzes imho von wesentlich höherer Bedeutung als das Möbelstück, Kissen,... , das sie dort besetzen. Kann es sein, dass Du ihm in seinen Augen evtl. sein Plätzchen zusätzlich gestört und die Situation für ihn noch verschlimmert hast, indem Du die "Unterlage" entfernt hast? )

Horus
26.04.2016, 11:34
(Den Lieblingsplatz des Katers zu verlegen, war vielleicht nicht unbedingt eine gelungene "Lösung". Bei Katzen ist der Ort des Lieblingsplatzes imho von wesentlich höherer Bedeutung als das Möbelstück, Kissen,... , das sie dort besetzen. Kann es sein, dass Du ihm in seinen Augen evtl. sein Plätzchen zusätzlich gestört und die Situation für ihn noch verschlimmert hast, indem Du die "Unterlage" entfernt hast? )

Das hab ich auch gedacht.
Nicht der Kater bzw. sein Lieblingsplatz muss verschoben werden, sondern der Hund muss vom Platz des Katers ferngehalten werden.

So zynisch es klingt: vielleicht muss der Hund ein paar Mal Ohrfeigen kassieren, damit er kapiert, dass er sich vom Kater und seinen Plätzen fernhalten soll. Aus irgendeinem Grund scheint der Kater seine dominante Stellung gefährdet zu sehen und will die jetzt mit Nachdruck wieder kenntlich machen. Vielleicht ist zwischen den beiden mehr vorgefallen als "nur" ein Versuch des Hundes, sich den Lieblingsplatz des Katers anzueignen.

mamgi
26.04.2016, 15:14
Es gibt keinen Grund, daß der Hund das plötzlich macht und der Kater so aggressiv darauf reagiert. Zumindest aus meiner Sicht nicht.

Der Kater klebt seither ständig an mir. Wenn wir abends alle gemeinsam im Wohnzimmer sind, wird der Hund beobachtet. Zwischendurch ist er ganz entspannt und hält sich auch in anderen Räumen auf. Den Katerplatz habe ich bereits höher gelegt. Das Absperren ist nicht so einfach, da wir in einer Wohnung leben, wo noch dazu alle Räume offen sind, außer den Schlafzimmern.

Wenn ich die Tiere komplett trennen würde müßte ich ein Katzennetz durch die Wohnung spannen. Mir würde das nicht so viel ausmachen. Allerdings weiß ich nicht, wie der Kater reagiert, wenn er aus einem Teil seines Reviers ausgesperrt ist.

Genau da liegt mein Proiblem, daß ich eben so unsicher bin, ob etwas richtig oder falsch ist.

Horus
26.04.2016, 15:34
gibt keinen Grund, daß der Hund das plötzlich macht und der Kater so aggressiv darauf reagiert.

Oh doch, für die Aggressivität des Katers gibt es einen Grund: der Hund hat das ( = sich am Katerlieblingsplatz zu schaffen machen) auf einmal gemacht. Offenbar vorher noch nicht. Vorher hat er diese Grenze respektiert. Die hat er jetzt überschritten und der Kater hat entsprechend darauf reagiert, weil er seine Intimsphäre, um das mal so zu nennen, verletzt sah und auch seine dominante Stellung. Und so lange er sich seiner Dominanz nicht wieder ganz sicher sein kann, so lange agiert er aggressiv.

Das heisst, ihr müsst den Hund daran hindern, die Stellung des Katers herauszufordern, in seine Intimsphäre einzudringen. Der Hund müsste die dominante Stellung des Katers wieder akzeptieren, so wie er das offenbar bisher jahrelang getan hat, was auch für alle funktioniert zu haben scheint. Dann kann sich auch der Kater wieder entspannen, weil er sich nicht mehr herausgefordert fühlt.

Warum nun der Hund sich plötzlich am Platz des Katers zu schaffen gemacht hat, das ist tatsächlich unklar. 12jährig ist schon eher alt, kann sein, dass er altersbedingte Verhaltensänderungen zeigt.

Joker
26.04.2016, 15:44
Wie wurden denn die beiden Situationen, in denen es zum Kampf kam, genau beendet? War es tatsächlich nötig, dem ein Ende zu setzen, sprich war es wirklich gefährlich für eins der Tiere? Wenn nicht, plädiere ich zumindest bei Kämpfen zwischen zwei Katzen dazu, die Tiere das alleine klären zu lassen. Je nach Größe und Charakter des Hundes, wäre das evtl. auch bei Katze - Hund möglich?

Wenn die Auseinandersetzung künstlich vom Menschen unterbrochen wird, besteht immer die Gefahr, dass der Konflikt nicht geklärt ist und weiter ungelöst in der Luft hängt, sich eher noch verfestigt, während das Problem durch den Kampf mit "natürlichem" Ende recht schnell geklärt worden wäre.

Mir fehlt allerdings die Hunde-Erfahrung, um sagen zu können, ob es tatsächlich ratsam ist, Hund - Katze - Kämpfe in manchen Situationen auch laufen zu lassen.

Unabhängig davon, weshalb genau der Kater mit dem Hund jetzt so überaus negative Verknüpfungen hat (das lässt sich wohl im Nachhinein nicht mehr klären), könntest Du versuchen, positive Dinge mit der Gegenwart des Hundes zu verknüpfen. Z.B. Leckerli, wenn der Hund ins Zimmer kommt, oder Bürsten, Spielen, was immer der Kater gerne mag, während Hund anwesend ist.

mamgi
26.04.2016, 16:46
@horus
Du hast recht mit dem, was du hier geschrieben hast. Wir haben mittlerweile auch klare Grenzen gesetzt und die müssen vom Hund eingehalten werden.

@joker
Der Hund ist alt, herzkrank und auf einem Auge blind. Außerdem ist er viel kleiner als der Kater. Der Kater hat ihn dermaßen heftig attackiert, daß wir Angst bekamen. Ich weiß schon, daß ich damit die Autorität des Katers untergraben habe, indem ich eingegriffen habe. Aber was hätte ich sonst tun sollen? Ich konnte dabei nicht zusehen.

Ich frage mich, ob man dem Kater nicht auch beibringen kann, daß ihm beim Hund Grenzen gesetzt sind und er ihn nicht angreifen darf. Aus welchem Grund auch immer.

Horus
26.04.2016, 17:14
Er hat ihn ja jahrelang nicht angegriffen. Nämlich so lange, wie der Hund seine (des Katers) dominante Stellung in allen Facetten akzeptiert hat. Die "Rangordnung" war klar, beide Tiere fühlten sich in ihrer Position sicher, es gab keine Unklarheiten und somit auch keine Verunsicherungen.

Irgendetwas hat bewirkt, dass der Hund die Stellung des Katers verletzt hat (durch "Übergriff" auf dessen Lieblingsplätze). Das hat beide verunsichert. Aus Sicht des Katers muss jetzt die Rangordnung wiederhergestellt werden.

WARUM das so ist (also warum der Hund plötzlich diesen "Übergriff" getan hat, ist die grosse Frage. Ich könnte mir vorstellen, dass es das Alter ist. Auch Hunde können im Alter schusselig werden und Verhaltensänderungen zeigen. Sie können sogar Demenz entwickeln.

Es kann zusätzlich sein, dass sich der körperliche Zustand des Hundes in den letzten Wochen verschlechtert hat (ev. für euch noch nicht merkbar) und der Kater das merkt. Körperliche Schwäche bei einem rangniederen Tier kann bei einem ranghohen Tier Aggressionen auslösen, so paradox das klingt.

Die Idee von Joker find ich gut:


könntest Du versuchen, positive Dinge mit der Gegenwart des Hundes zu verknüpfen. Z.B. Leckerli, wenn der Hund ins Zimmer kommt, oder Bürsten, Spielen, was immer der Kater gerne mag, während Hund anwesend ist.

mamgi
26.04.2016, 17:52
Ich denke, daß unsere familiäre Situation im februar vllt. ausschlaggebend war. Mann im Krankenhaus, in der Zeit danach hat er zu Hause regelmäßig Panikattacken gehabt, ich war natürlich dementsprechend nervös. In dieser Zeit habe ich mich weniger um die Tiere gekümmert. Ich konnte es einfach nicht.

Den Kater verwöhnen und mit dem Hund positives verbinden, damit habe ich schon begonnen.

Es ist so, daß wir unsere Tiere lieben. Sie wegzugeben, wohin auch immer, kommt für uns nicht infrage.

Ich war nur sehr unsicher, in dem was ich bisher getan habe, um die Situation zu bessern. Ihr habt mir mit euren Ratschlägen sehr geholfen. Ich sehe nun, daß ich doch einiges richtig gemacht habe und habe auch neue Anregungen bekommen. Vielen Dank.

Joker
26.04.2016, 19:30
@joker
Der Hund ist alt, herzkrank und auf einem Auge blind. Außerdem ist er viel kleiner als der Kater.

Klar, in so einem Fall ist laufen lassen natürlich keine Option. Das geht nur, wenn beide Tiere normal fit und auf der Höhe sind.



Ich frage mich, ob man dem Kater nicht auch beibringen kann, daß ihm beim Hund Grenzen gesetzt sind und er ihn nicht angreifen darf. Aus welchem Grund auch immer.

Da hätte ich eher weniger Hoffnung. Hunden ist leichter etwas beizubringen als Katzen... Evtl. wäre es möglich, dem Kater begreiflich zu machen, dass er nicht für das "Hundeproblem" zuständig ist, sondern es Eure Aufgabe ist, den Hund für ihn in die Schranken zu weisen. Sprich wenn der Hund sich Katers Platz nähert, nehmt Ihr den Hund direkt aus dem Schussfeld und blockt ihn vom Kater ab, bevor der Kater sich selber darum kümmern kann. Problem ist da natürlich, dass das schwer 24/7 umsetzbar ist.

mamgi
27.04.2016, 08:24
Ich habe gestern noch gepostet, aber mein Posting ist irgendwie verschwunden.

Ich denke, daß er Krankenhausaufenthalt meines Mannes, die tgl. Panikattacken die er danach zu Hause hatte und meine darausfolgende Nervosität und Fahrigkeit mit dazu beigetragen haben. In dieser Zeit ha be ich mich nicht so intensiv wie sonst um die Tiere gekümmert.

Nun versuchen wir wieder Struktur und Sicherheit in unseren Alltag zu bringen.

Ich bin nur sehr unsicher, ob das, was ich mache auch richtig ist. Ob es auch sonst noch etwas gibt, was ich tun kann.

Ihr habt mir mit euren Ratschlägen sehr geholfen. Nun bin ich ruhiger und sehe den Weg, den ich gehen muß klarer. Meine Ruhe wird sich sicher auch auf die Tiere auswirken.

Danke dafür. :blume::allesok:

Sternenfliegerin
27.04.2016, 09:10
Hallo,

auch ich würde raten, den Lieblingsplatz des Katers (wie anscheinend leider geschehen) nicht zugunsten des Hundes/der vermeintlichen Situationsentschärfung zu verlegen.

Das hat keine Katze gern bzw. macht es einfach nicht mit-
bei uns Menschen reagieren sie meist mit stoischem "Ungehorsam"
den Hund verprügelt er.

Meiner Meinung nach braucht der Kater seinen Lieblingsplatz wieder,
egal wo der war - diesen zu verlegen, um Ruhe reinzubringen ist kontraproduktiv, und der Hund braucht möglichst klare Stopps dort, sinnvollerweise durch Euch, sonst wie es ja geschieht durch den Kater.


Du könntest natürlich zusätzlich versuchen, dem Kater einen neuen, weiteren Lieblingsplatz anzubieten, eine neue Kuschelhöhle, ein nett gepolsterter Karton, es gibt ja auch Duftstoffe und Katzenminze, die da helfen können.


Viel Erfolg beim Schlichten. :blume: