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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Krankenversicherung bei Witwenrente???



inselhopper
22.12.2006, 10:29
Hallo,
ich frage für eine Bekannte, deren Fall etwas kompliziert ist.
Sie kam ca. 2000 aus Litauen und war hier nur kurz verheiratet. Der Mann starb 2001. Bis dahin war sie in der GKV über ihn mitversichert.

Dann bekam sie Witwenrente (klein), hatte aber keine KV mehr. Laut Krankenkasse kam eine freiwillige Weiterversicherung nicht in Betracht, weil die erforderlichen Wartezeiten für sie fehlten.

Mittlerweile bekommt sie große Witwenrente; gibt es jetzt eine Möglichkeit, sie irgendwo zu versichern? Ich ging eigentlich immer davon aus, daß man als Rentenbezieher automatisch auch krankenversichert ist.

VG
inselhoper

Igel224
25.12.2006, 13:27
Schau mal hier (http://www.deutsche-rentenversicherung-bund.de/lang_de/nn_4766/SharedDocs/de/Inhalt/Servicebereich2/Thema_20des_20Monats_20Archiv/juni06__kvdr__WerZahltBeitrag,templateId=renderPla in.html)

Inaktiver User
02.01.2007, 17:59
Hallo Inselhoper,

wenn sie Wintenrente bezieht ist Ihre Bekannte nicht undedingt Rentnerin. Sie dürfte also noch jünger als 60. Jahre sein. Somit kommt Sie auch nicht in der KV der Renter.

Sie nur drei Möglichkeiten:

1. arbeitslos melden, wenn überhaupt ein Anspruch verhanden ist.
2. einen Job über 400 € annehmen.
3. Wiederheirat, allerdings geht ihr dann die Witwenente verloren.

Gruß

Frank J. Kontz

mkr
02.01.2007, 20:16
Hier sind noch ein paar Informationen
*klick* (http://www.stmas.bayern.de/fibel/sf_w055.htm)

Inaktiver User
03.01.2007, 07:02
Hallo Inselhoper,

wenn sie Wintenrente bezieht ist Ihre Bekannte nicht undedingt Rentnerin. Sie dürfte also noch jünger als 60. Jahre sein. Somit kommt Sie auch nicht in der KV der Renter.
Sie hat nur drei Möglichkeiten:

1. arbeitslos melden, wenn überhaupt ein Anspruch verhanden ist.
2. einen Job über 400 € annehmen.

3. Wiederheirat, allerdings geht ihr dann die Witwenente verloren.

Gruß
Frank J. Kontz

Hallo Inselhoper, hallo Frank.

Wäre es nicht auch eine Möglichkeit, sich (in geringfügigem Umfang) selbständig zu machen und dann bei einer privaten KV den Versicherungsschutz zu beantragen?

Laut §§ 18a-18e, 114 Sozialgesetzbuch IV; §§ 97, 314, 314a Sozialgesetzbuch VI; § 65 Sozialgesetzbuch VII heißt es:

Liegt das monatliche Nettoeinkommen insgesamt unter dem jeweiligen Freibetrag, kommt es zu keiner Minderung der Rente. Dieser beträgt derzeit für die Erziehungsrente und die Witwen(r)rente 689,83 € (in den neuen Bundesländern 606,41 €) zuzüglich 146,33 € (in den neuen Bundesländern 128,63 €) für jedes Kind der bzw. des Rentenberechtigten, für die Waisenrente 459,89 € (in den neuen Bundesländern 404,27 €) zuzüglich 146,33 € (in den neuen Bundesländern 128,63 €) für jedes Kind der Waise. Übersteigt das monatliche Nettoeinkommen den Freibetrag, so werden 40 % des übersteigenden Betrages auf die Hinterbliebenenrente angerechnet. Bei einem entsprechend hohen Einkommen kann es zum vollen Ruhen der Rente kommen.

Bei Todesfällen vor dem 01.01.2002 sowie bei Ehepaaren, die vor dem 01.01.2002 geheiratet haben und bei denen mindestens einer der Ehegatten vor dem 02.01.1962 geboren ist, werden bestimmte Einkommensarten (z.B. Kapitaleinkünfte, Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Leistungen aus privaten Versicherungen) nicht als anrechenbares Einkommen berücksichtigt.

Aber hierzu könnten sicher die Rentenberater der deutschen Rentenversicherung weitere Auskunft geben, welche Grenzen hier im Detail zu beachten sind (Bitte schriftlich geben lassen).

Darüber hinaus wären bei einer privaten KV natürlich die Wartezeiten, die Gesundheitsprüfung (Gesundheitsfragen IMMER ehrlich beantworten) zu beachten und, daß Frauentarife in der PKV immer deutlich teuerer sind als die Tarife für Männer. Trotzdem dürfte mit zunehmendem Alter selbst eine teuere PKV besser sein als keine KV zu haben...

Gegebenenfalls kann hier ein Selbstbehalt-Tarif oder ein Tarif mit GKV-Analogen Leistungen helfen, die Beiträge nicht explodieren zu lassen.

Wenn die Witwenrente irgendwann in die Altersrente übergeht, stellen auch die privaten Krankenversicherungen i.d. Regel ein Tarifwerk zur Verfügung, das auch für Senioren den Versicherungsschutz noch bezahlbar macht (evtl. mit abgespeckten Leistungen).

Oder liege ich da vollkommen falsch?

lg. justii

Inaktiver User
03.01.2007, 09:35
Hallo Justii,

das ist eine kleine Möglichkeit. Aber ich habe in dieser Konstellation wenig Hoffnung auf eine Mitgliedschaft in einer KV.

Als Selbständige (auch ohne Gründungszuschuß) ist sie nicht pflichtversichert. Somit kann sie sich nur freiwillig in der GKV versichern. Dies ist aber bisher abgelehnt worden.

In der PKV hat sie etwas bessere Chancen, vorausgesetzt sie kann sich den Beitrag leisten und hat das 55. Lebensjahr noch noch vollendet.

Also einfach mal bei privaten KV anfragen. Ein kleiner Hoffnungsschimmer besteht.

Gruß

Frank J. Kontz