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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Parabene - wann tut sich endlich was?



ganda55
18.02.2016, 11:25
Gestern abend in der ARD kamen bei "Plusminus" (http://www.daserste.de/information/wirtschaft-boerse/plusminus/sendung/parabene-100.html) wieder mal Parabene zur Sprache. Angeblich sind sie in jedem vierten Hygiene- und Kosmetikprodukt enthalten, wirken wie weibliche Hormone und gelangen direkt und ziemlich schnell in den Blutkreislauf.

Sie stecken in Duschgels, Shampoo oder Zahnpasta. Dort werden Parabene als günstiges Konservierungsmittel eingesetzt. Dabei stehen sie schon lange im Verdacht, in den Hormonhaushalt einzugreifen. Schon vor zwei Jahren sollte die EU-Kommission Kriterien für hormonell wirksame Substanzen vorlegen. Doch bislang liegen sie nicht vor. . Welche Folgen die Verwendung parabenhaltiger Produkte haben kann, das zeigt ein Versuch von Plusminus.


Dabei ging es nicht um die Wirkung (leider wird sie nirgends erwähnt), sondern nur um die Belastung.

Doch nach dem Versuch haben die Probanden zum Teil extreme Spitzenwerte. Ein Tester beispielsweise hat vorher nichts im Urin, aber anschließend einen sehr hohen Wert. Ein anderer Proband fängt schon beim doppelten des Durchschnitts an und geht dann sogar auf das Einhundertfache des Durchschnitts.

Also wir den Testpersonen die Werte zeigen, sind sie schockiert, dass sich schon nach zwei Tagen ein solcher Anstieg bemerkbar macht.

Das Problem ist schon lange bekannt. Dänemark hat Parabene in Produkten für Kinder unter acht Jahren verboten.

Die EU reagiert aber nicht.

Untätige Behörden?

Eigentlich hätte die EU-Kommission schon vor zwei Jahren Kriterien für hormonell wirksame Chemikalien vorlegen müssen, damit man diese endlich regulieren kann. Doch bislang liegen sie nicht vor. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof nach einer Klage Schwedens festgestellt, dass die Untätigkeit der Kommission ein klarer Rechtsbruch sei.

Trotzdem tut sich in punkto Kriterien weiterhin nichts. Der mündige Verbraucher muss deshalb wohl selbst eine Lösung finden, und auf parabenfreie Kosmetikprodukte beim Einkauf achten.

... oder bis dahin weiter das Versuchskaninchen für gewinnmaximierungsorientierte Hersteller geben.

Inaktiver User
21.02.2016, 13:42
Ärgerlich, wie so vieles in der Art, aber da muss sich soweit tatsächlich jeder selbst in Mündigkeit üben.
Was vermutest du denn, weswegen jene Behörden untätig bleiben?

Ich für meinen Teil kaufe schon seit Jahren keine Kosmetika mehr in den üblichen Supermärkten und Drogerien. In vielen Fällen traue ich auch der Deklarationspflicht nicht mehr. Ausnahme bisher: das Mandelgesichtsöl von Weleda, das angeblich nur drei oder vier Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs hat.
Sollten die daran etwas ändern (oder das Misstrauen zu groß werden), wird das durch reines Distelöl ersetzt. Sehr ergiebig und super geeignet zur Hautpflege.

Ansonsten werden Haare und Körper nur noch mit Produkten vom Naturseifehersteller gewaschen.
Deo verwende ich auch seit Jahren nicht mehr und habe bisher weder Kommentare kassiert noch gerümpfte Nasen oder größeren Abstand von Mitmenschen bemerkt, obwohl ich sportlich sehr aktiv bin.

Abschreckend finde ich nicht nur Parabene und sonstige dubiose Zutaten. Das geht doch schon mit der Verpackung los, in der es steckt: Plastikbehälter, deren Inhaltstoffe nicht nur der Umwelt, sondern ebenfalls unserem Hormonhaushalt schaden.

Gute Haut und angenehmer Körpergeruch haben neben Hygiene in vernünftigem Maße vor allem geeignete Ernährung und eine entsprechende Lebensweise zur Grundlage. Diverse Mittelchen und Gewohnheiten, die wir dank täglicher Bearbeitung durch die Medien unbedingt meinen zu brauchen, sind da hingegen wenig zuträglich.

Sollten irgendwann genug Menschen diese Erkenntnis teilen und entsprechend mit den Füßen abstimmen, wird sich das Parabenproblem neben vielen anderen möglicherweise in Wohlgefallen auflösen.

Inaktiver User
21.02.2016, 20:42
Sollten irgendwann genug Menschen diese Erkenntnis teilen und entsprechend mit den Füßen abstimmen, wird sich das Parabenproblem neben vielen anderen möglicherweise in Wohlgefallen auflösen.

Hier fehlt es noch an Aufklärung! Reportagen, die sich mit solchen Themen beschäftigen, werden leider erst spät am Abend gesendet.

einzigARTig
21.02.2016, 21:56
Mit der Codecheck-App kann man gleich im Laden rausfinden, ob Parabene oder andere schädliche Stoffe in Kosmetika sind:

Beschreibung

Wissen, was wirklich drin ist! Mit Codecheck.info erfährst du in wenigen Sekunden, ob dein Produkt bedenkliche Inhaltsstoffe hat. Sind im Duschgel Konservierungsstoffe, Parabene oder Silikone? Wie viel Zucker hat der Drink? Scanne einfach den Barcode und schon bist du bestens informiert.

Wer kein Smartphone hat, kann aber auch zuhause sein Produkt checken.
Einfach mal bei "Codecheck" nachlesen. Ich hab grad nicht in Erinnerung wie das geht.

Das ändert natürlich noch nichts an den Bestimmungen.
Aber wenn man nur Naturkosmetik kauft, ist man auf der sicheren Seite, was schädliche Zusatzstoffe angeht.
Man muss ja keine konventionelle Kosmetik verwenden.

einzigARTig
22.02.2016, 12:13
Das Thema scheint hier wohl nicht so viele Leute zu interessieren...

Inaktiver User
22.02.2016, 23:07
Das Thema scheint hier wohl nicht so viele Leute zu interessieren...

Ich habe mir lange auch keine Gedanken darüber gemacht. Das Bewusstsein dafür fehlt. Das liegt an der bereits erwähnten fehlenden Aufklärung und zum Anderen wohl auch daran, dass sovieles in verschiedenen Produkten enthalten ist, was da eigentlich nicht hingehört und die Verbraucher es leid sind sich damit zu beschäftigen.
Ich habe ehrlich gesagt auch keine große Lust dazu überall aufpassen zu müssen (Lebensmittel, Kleidung, Kosmetik, Putzmittel ectr. ectr.), weil die Behörden ihren Job nicht machen.

Saruma
23.02.2016, 11:51
Das Thema scheint hier wohl nicht so viele Leute zu interessieren... Evtl. liegt es auch am nicht ganz so populaeren Unterforum? Ich habe gesehen, dass die Sendung im Brustkrebsforum erwaehnt wird. Im Kosmetik-Forum wuerde das Thema auch ganz gut aufgehoben sein.

Dass bei den Leuten eine gewisse Uebermuedung gegenueber dieser Art Nachrichten/Warnungen besteht, halte ich allerdings ebenso fuer moeglich.

schubidu
23.02.2016, 16:16
Mich interessiert das Thema sehr, habe die Reportage auch gesehen.

In meiner geliebten Florena-Handcreme sind leider auch Parabene :niedergeschmettert:, habe gestern deswegen eine der Hausmarke von dm gekauft ohne Parabene. Mal sehen, ob die was taugt.

*seufz*

Leider gefallen mir viele Naturkosmetikprodukte von Konsistzenz und Geruch nicht 100%ig, einiges habe ich aber fürs Gesicht von Weleda.

ganda55
25.02.2016, 17:35
Das Thema scheint hier wohl nicht so viele Leute zu interessieren...
Das kann daran liegen, dass nirgends gesagt wird, was Parabene auslösen. Ich habe keine Langzeitstudien dazu gefunden.
In der Sendung wurde auch nur der rasante Anstieg im Urin getestet. Unbestritten ist, dass sie sich im Gewebe ansammeln.

Wer mag, kann sich mal diesen alten Spiegel-Artikel (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/bund-studie-viele-kosmetika-enthalten-hormonell-wirksame-stoffe-a-912768.html) durchlesen (vom Juli 2013). Da geht's um eine damals aktuelle BUND-Studie und das Urteil des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) dazu. Das BfR weist auf die Unterscheidung zwischen "hormonell (endokrin) aktiven Substanzen" und "endokrinen Disruptoren" hin. Dabei sollen die aktiven Substanzen ziemlich ungefährlich sein, die Disruptoren weniger. 2 Paraben-Typen gehörten nur zu den Substanzen, 2 andere Typen werden als nicht so unbedenklich gesehen.

Methyl- und Ethylparabene, die laut BUND-Studie mit am häufigsten in Kosmetik vorkommen, seien demnach als unproblematisch anzusehen, so der Toxikologe. Sie werden laut Platzek auch in Lebensmitteln verwendet. "Im Zusammenhang mit Parabenen erinnern sich viele Verbraucher an eine Studie, die angeblich einen Zusammenhang zwischen den Substanzen und Brustkrebs belegt", sagt Platzek. Das BfR fand jedoch erhebliche Schwächen in der Untersuchung und "sieht einen wissenschaftlichen Nachweis für einen Zusammenhang zwischen parabenhaltigen Deodorants und Brustkrebserkrankungen durch die Untersuchungen nicht als gegeben".

Für Butyl- und Propylparabene schlagen das BfR und das Scientific Committee on Consumer Safety der EU (SCCS) jedoch strengere Grenzwerte vor. "Kinder müssen hier nach aktuellem Kenntnisstand besser geschützt werden", sagt Platzek. In welchen Mengen Propylparaben, das laut BUND-Studie in 18 Prozent der Pflegeprodukte vorkommt, verwendet wurde, lässt sich aus der Untersuchung jedoch nicht entnehmen. "Ohne dass man die Dosis kennt, lässt sich die Gefahr unmöglich abschätzen", so der Toxikologe. "Das einzelne Produkt macht uns nicht krank, wohl aber die Summe der Belastung durch die Vielzahl der Quellen", schreibt auch der BUND.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat endokrine Disruptoren in einem Bericht von Ende 2012 als globale Bedrohung bezeichnet. Seit einigen Jahrzehnten beobachtet die WHO, dass gesundheitliche Beschwerden zunehmen, die mit dem Hormonsystem zusammenhängen. Dazu zählt etwa, dass die Spermienqualität junger Männer in vielen Staaten Europas nachlässt. Zudem kommen in den USA und Europa Mädchen im Durchschnitt immer früher in die Pubertät. Auch die Zahl der Brust-, Prostata-, Schilddrüsen oder Hodenkrebsfälle steigt. Dass hormonähnliche Stoffe und nicht andere Faktoren dafür verantwortlich sind, lässt sich wissenschaftlich jedoch kaum nachweisen.

Wie ist das jetzt einzuschätzen? Nimm es oder lass es?

Prim
04.06.2016, 13:55
Der mündige Verbraucher muss deshalb wohl selbst eine Lösung finden, und auf parabenfreie Kosmetikprodukte beim Einkauf achten.

Genau so ist es! Natürlich tut die lobbyverseuchte EU nichts :grmpf:, das wundert mich überhaupt nicht. Infolgedessen können nur wir, die Konsumenten, etwas tun, nämlich den Schrott nicht kaufen!

Ich schwöre seit etwa 4 Jahren schon ausschließlich auf Naturkosmetik und selbstgemachte Naturpflege.