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Miriam68
21.12.2006, 13:58
Hallo zusammen

Steh ich eigentlich mit meiner Furcht vorm neuen Jahr alleine da?

Zum Hintergrund:
Mein Jahr 2006 war sehr schwierig. Einersteits hat meine Schwester im September mit 44 Jahren den Kampf gegen den Lungenkrebs verloren. Das Jahr war aber auch ohne diesen Verlust schwierig. Ich war die meiste Zeit bei einer Arbeitsstelle, wo's mir sehr schlecht erging (zum Glück hab ich inzwischen was Besseres gefunden).

Sprich: Ich traure und bin kaputt. Die leichten Seiten des Lebens - von denen hab ich 2006 kaum was mitgekriegt.

Ich hätts gerne wieder mal anders. Ich möchte mein Leben wieder geniessen können. Ich hoffe, dass 2007 etwas einfacher wird, dami tich wieder meine alte Fröhlichkeit wiederkriege.

Und ich habe grosse Angst, es nicht zu schaffen, nicht aus dem Loch zu kommen ...

Ich brauch wohl einfach Geduld, oder?

Liebe Grüsse

Miriam68

ness
21.12.2006, 14:47
hey.
du stehst überhaupt ned alleine da. voriges jahr um diese zeit hat mein lieber opi den befund gekriegt, dass er wieder krebskrank is. heuer is er dann gestorben. nun is mein anderer opi sehr schwach und kränkelnd....man erwartet schon pausenlos wieder irgend eine schlechte nachricht.

aber ich glaub auch, so wie du selber sagst, dass du mehr geduld haben mußt. der körper und der geist brauchen wohl zeit, um zu ruhe kommen zu können. und heilen zu können. wieder gesund werden zu können. ned umsonst spricht man vom "trauer- JAHR".
und wenn es für dich auch beruflich eher mies war, dann hast du ja noch zusätzlich eine belastung gehabt!!!

laßt uns hoffen, dass das nächste jahr besser wird. dass wir genug kraft und geduld aufbringen können...für neue herausforderungen.

alles liebe dir
ness
:kerze:

Miriam68
21.12.2006, 17:44
Hallo Ness

Danke ...

Du hast ja ganz schön was zu bewältigen! Ich wünsche Dir ganz viel Kraft ...

Liebe Grüsse

Miriam

Tahnee
21.12.2006, 20:45
Tröste Dich, ich kann dieses Jahr, zumindest was meine Person betrifft, in die Tonne treten. Hoffentlich wird's nächstes Jahr besser.

Miriam68
22.12.2006, 07:45
Tröste Dich, ich kann dieses Jahr, zumindest was meine Person betrifft, in die Tonne treten. Hoffentlich wird's nächstes Jahr besser.

Tahnee, ich helf Dir treten .... lass uns hoffen, dass 2007 besser wird als 2006 !!!!

Tahnee
22.12.2006, 07:46
Tahnee, ich helf Dir treten .... lass uns hoffen, dass 2007 besser wird als 2006 !!!!

Tja, die Hoffnung stirbt zuletzt, oder?

Miriam68
22.12.2006, 08:13
Tja, die Hoffnung stirbt zuletzt, oder?

:blumengabe:

Ich denke, dies ist die einzig richtige Einstellung, um mit solch schwierigen Zeiten fertigzuwerden.

Es ist, als ob ich mich dauernd an den eigenen Haaren ausm Sumpf ziehen muss. Ich denke, wenn Du auch so ein K***jahr hattest, kennst Du das.

Was soll ich sagen? Diese Uebung stärkt den Oberarm, und wenn alles wieder rosiger aussieht, können wir uns über die neuen mentalen Muckis freuen :kerze:

lindenblatt
28.12.2006, 03:03
Liebe Miriam68,

ich hab mal am Silvesterabend nach einem Horrorjahr Folgendes gemacht: einen Brief an das neue Jahr geschrieben und ohne Absender, aber mit Briefmarke in einen Briefkasten gesteckt, also "abgeschickt". Als ich den Brief einwarf, dachte ich zwar für einen Moment: Jetzt bist du wohl völlig meschugge geworden, aber dann war ich froh, es getan zu haben. Ich habe geschrieben: "Liebes neues Jahr!", danach alles erzählt, was mir im alten passiert war, und der Schluss ging ungefähr so: "Ich möchte so gern, dass du von Anfang an meine Chance bist, wieder ein lebensfroher Mensch zu werden. Dafür will ich auch gern etwas tun: Ich will versuchen, mich wieder einem Hobby zuzuwenden, anderen Menschen wieder mehr zu vertrauen und mir immer bewusst zu machen, dass es mein einziges Leben ist, das ich mit meiner Traurigkeit nicht wegwerfen darf. Ich will mich an dem erfreuen, was mir Gutes geblieben ist, und in den schlimmen Ereignissen des vergangenen Jahres den Sinn suchen. Wozu fordern sie mich auf? Was ist die Erfahrung daraus?..." und so weiter. Abschließend habe ich "das neue Jahr gebeten", freundlich zu mir zu sein und mir beim Wieder-froh-Werden zu helfen. Unterschrieben habe ich nur mit dem Anfangsbuchstaben meines Vornamens. (Das neue Jahr würde schon wissen, von wem der Brief kommt...)

Die Post konnte mir den Brief also aufgrund des fehlenden Absenders nicht zurückschicken. Wo er letztlich gelandet ist - keine Ahnung. Darüber hab ich auch nicht nachgedacht. (Und sollte er bei den Mitarbeitern eines Postamtes für Heiterkeit, Betroffenheit, Rührung oder sonstwas gesorgt haben - mir war´s wurscht.) Für mich ist er beim neuen Jahr angekommen, so wie ich es auf den Umschlag geschrieben hatte: "An das Jahr soundso".

Das neue Jahr ist besser geworden. Ich hab´mich ganz oft daran erinnert gefühlt, dass ich nun auch tun muss, was ich versprochen hatte, damit mir das neue Jahr "helfen" kann. Natürlich sind nicht sofort eitel Glück und Freude ausgebrochen, es gab weiterhin dunkle Stunden, aber längst nicht mehr so viele, und so mancher Augenblick wäre schlimmer ausgefallen, wenn ich mich nicht an meinen Brief erinnert und nicht angefangen hätte, auf das neue Jahr als Chance für einen allmählichen Wandel in meinem Leben (und wieder auf mich selbst) zu vertrauen.

Klingt vielleicht alles ein bisschen naiv oder gar kindisch. Man braucht (neben der Geduld) viel Phantasie dazu. Aber die hatte (und habe) ich. Und du bestimmt auch. Und außerdem: Da ich von diesem Brief heute und dir zum ersten Mal erzähle, war er mein Geheimnis und hat sozusagen als harmloses Mittel den guten Zweck geheiligt.

Wenn dir das nicht zu absurd vorkommt - probier´s doch mal.

Übrigens: Falls du gläubig bist, schreib doch so einen Brief an Gott und leg ihn an einen guten Platz in der Kirche. Da ich Atheistin bin, musste ich meinen Brief anders auf seinen Weg bringen :smirksmile: .

Auf jeden Fall alles Liebe und viel Glück für 2007!!! :kerze:

Es grüßt dich
lindenblatt

ness
28.12.2006, 12:27
hey Lindenblatt

die idee is genial gut finde ich!!!!

alles liebe für euch, das neue jahr rückt näher...

ness

prinzessin01979
28.12.2006, 13:02
Ich finde die idee von lindenblatt auch schön.
Ansonsten kann ich mich nur anschließen, ich habe auch angst vor dem neuen jahr...
Ich verlor meinen kleinen 16- jährigen bruder markus dieses jahr im august. Und das neue jahr macht mir einfach nur angst...

Hatte ich sonst immer erwartungen an das neue jahr und hoffnung das einiges besser wird, was im vergangenen jahr, vielleicht nicht so gut lief, stehe ich jetzt mit angst, dem neuen jahr gegenüber...

Es wird einen 1. geburtstag von markus geben, wo er nicht mehr bei uns sein wird, sein 1. todestag, wieder ein weihnachten ohne ihn und die ungewissheit, ob mir noch viele schmerzen der trauer bevorstehen werden... auch die sorge um meine eltern wird wohl noch sehr lange andauern, wie sie den tod meines brüderchen weiter verkraften werden.

In allem... wäre ich froh, wenn dieses jahr 2007 schon wieder vorrüber wäre.

Lg,
Melissa

Inaktiver User
28.12.2006, 17:08
Lindenblatt,
das ist eine wunderbare Idee !
Ich glaube, dass werde ich auch machen, ich trau 2007 noch nicht so ganz über den Weg.

Aber die Wünsche konkret benennen, das kann wirklich helfen !
Mich fragte jemand vor einem dreiviertel Jahr, wie denn der Job beschaffen sein müsste, den ich mir wünsche...
Ich zählte auf: Stundenzahl, maximale Entfernung mit dem Rad, kein Telefon, Stundenlohn um die 7 € netto, am liebsten allein arbeiten, leise Umgebung, kein Leistungs- oder Zeit-Druck

Man sagte mir: DAS GIBT ES NICHT

Kurze Zeit später HATTE ich einen Job, der so war und ich habe ihn immer noch !

Giselle
28.12.2006, 22:19
Hallo an Euch alle,

hier ist noch so jemand, der ein ziemlich beschissenes Jahr hinter sich hat. Im Juli ist meine liebe Oma an Krebs gestorben, letzten Montag meine Schwiegermutter, mein Opa hatte einen Schlaganfall, mein Papa war innerhalb von zwölf Wochen dreimal im Krankenhaus, meine Tante hatte zwei Abgänge und von meinem Ärger auf der Arbeit will ich gar nichts weiter erzählen.

Liebe Miriam, ich weiß nicht, ob Du Dich noch an mich erinnerst, ich hatte Dir in Deinem Thread zum Tod Deiner Schwester ein paar Mal geschrieben. Genau wie Du habe ich auch eine ziemliche Angst vor dem neuen Jahr. Ich fühle mich momentan innerlich richtig "wund" und wünsche mir auch nichts mehr, als mein Leben endlich mal wieder genießen zu können.

Ich wünsche uns allen, dass wir 2007 wieder ein Stück unserer Leichtigkeit zurückbekommen und aus unserem Loch rauskommen.

Die Idee von lindenblatt finde ich übrigens auch sehr schön...

Liebe Grüße
Giselle

ness
29.12.2006, 08:02
Liebe Giselle!!!

oh, das tut mir leid, das dein jahr auch so extrem besch... war!!!
ich schließ mich deinem wunsch von herzen an!!!

ach ja: dein spruch is wunderschön....und mit tränen in den augen muss ich wohl auch ein wenig lächeln..

ness

Miriam68
29.12.2006, 09:55
Hallo Ihr Lieben!

In Kürze (hab grad viel zu tun):
Super Idee, Lindenblatt.

Im melde mich detaillierter, wenn wieder Ruhe einkehrt.

Liebe Grüsse

Miram68

Miriam68
29.12.2006, 11:06
Uff, jetzt hab ich etwas Zeit! :-)

Giselle,
Doch, ich erinner mich an Dich. Bei Euch hat auch der Krebs zugeschlagen ... Scheisskrankheit. Sorry.


Ich fühle mich momentan innerlich richtig "wund" und wünsche mir auch nichts mehr, als mein Leben endlich mal wieder genießen zu können.

Gut ausgedrückt. Geht mir auch so. Auch ich wünsch uns im Jahr 2007 das Vertrauen und die Lebensfreude zurück.

Warum Vertrauen? Ich trau momentan dem Glück nicht. So fand ich beispielsweise mitten in der schlimmsten Zeit ne neue Stelle. Unterschrieben hab ich den neuen Vertrag nur, weil mich der Stellenvermittler beinahe dazu gezwungen hat. Ich hatte ein schlechtes Gefühl. Aber ich war in diesem Moment nicht realistisch und hatte allem gegenüber ein schlechtes Gefühl.

Ich denke, mit dem Vertrauen kommt auch der Instinkt zurück. Hoffentlich.

Lavendelmond,

Aber die Wünsche konkret benennen, das kann wirklich helfen !

Stimmt. War bei mir beim Stellensuchen auch so. Ich hatte zwar nicht viel Zeit, um mir lange und bewusst meine Wunschstelle zu formulieren, aber in der Eile enstand ein kurzer, aber sehr intensiver Gedanke, wie sie aussehen sollte.

Für 2007 habe ich vor, einen anderen, schwierigen Lebensbereich anzupacken. Ich geh heute und morgen sogar an ein Seminar, es geht dort um das Verinnerlichen von Wünschen (genauer gesagt: Wünsche nicht nur im Kopf formulieren, sondern von ganzem Herzen und mit Gefühl). Ich bin gespannt.

Melissa,
Oje, das tut mir leid :-( Mein Beileid. Ich kann mir genau vorstellen, wie's Dir ging und geht. Im Januar hat - hätte - meine Schwester Geburtstag. Im September Todestag.


Lindenblatt,

Beim Lesen Deiner Idee ist's mir grad kalt den Rücken heruntergelaufen, so sehr hat sie mich angesprochen. Das wär vielleicht wirklich was für mich. Zeit habe ich am 31. jede Menge. Bin dann am Arbeiten, die Arbeit besteht zum grössten Teil darin, einige Drucker zu bewachen. Dazwischen ist viel Wartezeit.
Danke für Deinen offenen Bericht!


Ich wünsche uns allen einen nicht allzu traurigen Rutsch und ein hoffnungsvolles Jahr 2007 !!!

Liebe Grüsse

Miriam68

Inaktiver User
29.12.2006, 11:17
hallo miriam und alle anderen !

ich finde es sehr tröstlich, von euch zu lesen. ich bin mir fast sicher, dass das jahr 2007 für mich ein schwieriges wird. auch mein vater ist schwer an krebs erkrankt und ich habe nicht viel hoffnung ... ich habe in diesem jahr durch mißverständnisse und dumme geschehnisse eine ganz gute freundin aus meinem leben verabschiedet, es gibt keinen kontakt mehr, und langjähriger enge freunde, die mir ebenso ganz wichtig waren, haben leider auch keine zeit mehr für freundschaft ... alles in allem fühle ich mich recht hilflos und alleine. zwar habe ich meine familie, aber ich habe angst davor, wie es meine kleinen kinder aufnehmen, wenn ihr lieber opa nicht mehr gesund wird.
es wird wohl alles eher sehr schwierig.
aber zum glück, die hoffnung lebt !
und wer weiß, das leben hält doch immer wieder auch positive überraschungen bereit - für die will ich mein herz offen halten - und das macht mir dann doch wieder mut !

ich wünsche euch allen einen schönen rutsch mit hoffnung im herzen, damit uns das leben ganz unerwartet ein jahr lang beschenken kann mit schönen dingen, auch wenn es nur kleinigkeiten sind - die auch kraft geben mögen !

liebe grüße ...

ness
29.12.2006, 11:21
hey

na, du arbeitest doch eh sehr an der verbesserung deiner situation!!!!
mit seminarbesuch und so!!!
find ich ja toll!
und die idee mag ich auch ausprobieren. denk ich.
dann wissen wir ja, was wir alle am 31.12. machen!!!
:smile:

alles liebe!!!
ness

Miriam68
29.12.2006, 14:07
Am_Strand

Schöner Name! :-)

Klingt nicht einfach, was da auf Dich zukommt.
Das Krebs furchtbar ist, müssen wir wohl hier nicht mehr diskutieren. Wegen Deinen Freundschaften ... wer weiss! Plötzlich
regelt sich das eine oder andere von allein ... hab ich schon oft erlebt.
Ich wünsch Dir jedenfalls viel Glück und auch viel, viel Kraft!

Ness,

ja, war ein glücklicher Zufall. War bei der Kosmetikerin, um mir was Gutes zu tun, diese erzählte mir von dem Seminar, und da war noch ein Platz frei. :-)

Giselle
29.12.2006, 20:02
Liebe Giselle!!!

oh, das tut mir leid, das dein jahr auch so extrem besch... war!!!
ich schließ mich deinem wunsch von herzen an!!!

ach ja: dein spruch is wunderschön....und mit tränen in den augen muss ich wohl auch ein wenig lächeln..

ness

Danke für Deine Zeilen, liebe ness!

Ich weiß auch nicht, dieses Jahr kam wirklich ein Hammer nach dem anderen und immer wenn ich dachte, schlimmer kann es nicht mehr werden, wurde es trotzdem noch schlimmer. Aber Du hast ja auch so einiges hinter Dir und ich wünsche Dir ganz viel Kraft!
Der Spruch gefällt mir auch sehr gut, ich habe ihn mal in der Zeitung gelesen, als es mir ganz schlecht ging und irgendwie kam es mir vor wie ein Wink des Schicksals! Irgendwie hilft er mir manchmal, auch wenn es natürlich nicht so leicht ist, ihn umzusetzen...


Liebe Miriam,

das mit dem Vertrauen geht mir genau wie Dir - ich trau dem Glück momentan auch nicht und hinterfrage irgendwie alles! Bestimmt hast Du recht und mit dem Vertrauen kommt auch der Instinkt zurück!
Das mit dem Seminar hört sich doch vielversprechend an, ich bin mal gespannt, was Du darüber berichten wirst!

Liebe Am_strand,

ich kann Deine Gedanken so gut nachvollziehen und möchte Dir ganz viel Kraft wünschen. Ich habe das alles heuer zweimal durchgemacht und weiß, wovor Du Dich fürchtest. Ich drücke Euch ganz fest die Daumen, dass es Dein Vater schafft! Gib die Hoffnung nicht auf!

Euch allen die besten Wünsche und ich werde an Silvester bestimmt an Euch denken!

Giselle

Kybele
29.12.2006, 22:30
Hallo zusammen

Steh ich eigentlich mit meiner Furcht vorm neuen Jahr alleine da?

Zum Hintergrund:
Mein Jahr 2006 war sehr schwierig. Einersteits hat meine Schwester im September mit 44 Jahren den Kampf gegen den Lungenkrebs verloren. Das Jahr war aber auch ohne diesen Verlust schwierig. Ich war die meiste Zeit bei einer Arbeitsstelle, wo's mir sehr schlecht erging (zum Glück hab ich inzwischen was Besseres gefunden).

Sprich: Ich traure und bin kaputt. Die leichten Seiten des Lebens - von denen hab ich 2006 kaum was mitgekriegt.

Ich hätts gerne wieder mal anders. Ich möchte mein Leben wieder geniessen können. Ich hoffe, dass 2007 etwas einfacher wird, dami tich wieder meine alte Fröhlichkeit wiederkriege.

Und ich habe grosse Angst, es nicht zu schaffen, nicht aus dem Loch zu kommen ...

Ich brauch wohl einfach Geduld, oder?

Liebe Grüsse

Miriam68

*michauchindiegardederpechvögel2006einreih*

Liebe Miriam,

wie Du hier ja schon ein paarmal rückgemeldet bekamst - Du stehst mit Deiner Situation keineswegs alleine da!
Und ich kann auch sehr gut verstehen, dass Du dem neuen Jahr mit gemischten Gefühlen und Skepsis entgegensiehst. Mir geht es da nicht anders...
Zwar hatte ich dieses Jahr auch eine erfreuliche Sache zu verbuchen (erfolgreicher Abschluss meines Studiums):smile: , danach wurde mein Leben aber komplett durcheinandergewirbelt. Fast würde ich sagen: Es ist alles schiefgelaufen!:knatsch: :niedergeschmettert:
Konkret: Kurz vor Examensende einen ganz lieben Menschen durch einen tragischen Unglücksfall verloren, Selbstmordversuch eines Teenagers, tatsächlicher Suizid eines Bekannten, Minijob verloren, Bewerbungen geschrieben und nur Absagen bekommen... Du siehst, auch ich hatte einen ganz schönen Brocken zu verdauen; immer wenn ich das Gefühl hatte, jetzt geht es wieder ein bisschen aufwärts kam schon der nächste Hammer! Ich würde im allgemeinen aber auch sagen, dass ich mich in diesem Jahr stärker zurückgezogen habe als sonst (getreu meiner Jahrestarotkarte "Der Eremit" eben, die ich Anfang des Jahres nicht ganz verstanden habe. Dafür jetzt aber um so mehr!). Vieles war irgendwo im sich auflösen inbegriffen.

Bestimmt werde ich auch zu Beginn des neuen Jahres ein paar Dinge noch nicht so ganz abschütteln können, sprich: Es werden bestimmt noch einmal ein paar unangenehme Erinnerungen geweckt werden. Da wir uns in spiritueller Hinsicht aber sowieso dann noch in der "Zeit zwischen den Zeiten" befinden, sind Prozesse in Richtung Verarbeitung des alten Jahres wohl nur normal und natürlich. Das kann man nicht alles mit dem 31.12. abschütteln.

Hast Du denn irgendwelche konkreten Pläne oder Vorhaben für 2007? Oft hilft es ja schon, sich vorab schon einmal Gedanken darüber zu machen, was man mit einem neuen Jahr anfangen will...Zumindest geht es mir so. :smile:

Herzliche Grüße, auch an die anderen lieben Schreiberlinge, besonders Lindenblatts Idee hat mir sehr gut gefallen!:smile: :blumengabe:

Guten Rutsch!

Kybele

lindenblatt
30.12.2006, 02:03
Ihr Lieben!

Ich wünsche euch von Herzen ein GUTES neues Jahr und zünde ein Licht für euch an: :kerze:

GUT kann ein Jahr schon beginnen, wenn wir es schaffen, am 1. Januar 2007 die Hoffnung und die Kraft in uns aufzuspüren, die wir alle in uns tragen - auch wenn sie verschwunden scheinen.

Hoffnung worauf?

Darauf, dass wir uns später an diesen Moment erinnern und den Problemen mit allem Mut die Stirn bieten. Ob wir sie nun (gleich) lösen können oder nicht.
Hoffnung darauf, dass wir unseren schwerkranken Nächsten von unserer Kraft abgeben, ihnen etwas Schönes zeigen, ihnen einen wunderbaren Augenblick bereiten und unsere eigene Verzweiflung für diesen einen Moment überwinden können.
Hoffnung darauf, dass es uns gelingen möge, in einsamen Stunden mit uns selbst ins Gespräch zu kommen; uns nach unserem Potenzial zum Leben zu befragen; uns selbst Lebensmut zuzusprechen; uns Freude zu bereiten.
Hoffnung darauf, dass wir in der Lage sein werden, in persönlichen Krisen den Sinn zu erkennen: Was soll ich daraus lernen?
Und Hoffnung darauf, dass wir in der Schnelligkeit des Alltags nichts übersehen, was uns wie ein kleines Wunder vorkommt, das wir bestaunen können.

Lasst uns all das versuchen!

Dann werden wir die Antwort des neuen Jahres auf unsere Briefe zwar nicht durch den Postboten bekommen - aber bekommen werden wir sie! Auch auf "nur" gedachte Briefe! Wartet nur ab!

Euer Lindenblatt

lindenblatt
30.12.2006, 02:48
Hier hab ich noch was für euch:




Gebet zum Jahreswechsel

Antoine de Saint-Exupéry

HERR,
ich bitte nicht um Wunder und Visionen,
sondern um Kraft für den Alltag.
Mach´ mich erfinderisch,
damit ich mich im täglichen Vielerlei nicht verliere.
Lass mich die Zeit richtig einteilen
und herausfinden,
was erst- und was zweitrangig ist.
Ich bitte um Zucht und Maß,
dass ich nicht durch das Leben rutsche,
sondern auf Lichtblicke und Höhpunkte achte
sowie mir Zeit
für Besinnung, Erholung und kulturellen Genuss nehme.
Träume helfen nicht weiter,
weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun.
Schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
dass im Leben nicht alles glattgehen kann,
dass Schwierigkeiten und Niederlagen,
Misserfolge und Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind,
durch die wir wachsen und reifen.
Schick´ mir im rechten Augenblick
jemanden, der den Mut hat,
mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Viele Probleme lösen sich dadurch,
dass man nichts tut.
Gib, dass ich warten kann.
Schenk´ mir wahre Freunde und lass mich
diese Freundschaft wie eine zarte Pflanze pflegen.
Mach´ aus mir einen Menschen,
der einem Schiff mit Tiefgang gleicht,
um auch die zu erreichen, die "unten" sind.
Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich wünsche,
sondern das, was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.
AMEN.


Seid lieb gegerüßt! :blumengabe:
lindenblatt

frangipani
30.12.2006, 07:19
Hallo Lindenblatt

danke fuer den Hinweis auf diesen Strang in meinem Posting unter "gluecklich leben" - ich werde deinen Tip mit dem Brief aufgreifen, ob Briefkasten oder Flaschenpost, das ueberlege ich mir noch ;-)
Danke auch fuer das Gedicht.

Euch allen hier liebe Gruesse und alles Gute fuer 2007

frangipani

Miriam68
31.12.2006, 20:37
Ihr Lieben,

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch.

Ich mach's mir mit einer Freundin, die ebenso ein schwieriges Jahr hatte, mit Champagner und Knabberzeug vorm TV bequem, und wir lassen uns mit Dumpquatsch zudröhnen.

Ich hab dem Jahr 2007 einen Brief geschrieben und abgeschickt. Danke nochmals für diese wundervolle Idee, lindenblatt!

Liebe Grüsse

Miriam68

Inaktiver User
31.12.2006, 20:39
Liebe miriam68 und Ihr Anderen,

auch ich habe Angst vor dem nächsten Jahr, aber auch ein Stück Hoffnung, Feuer und Zuversicht.

Seid ganz lieb virtuell umarmt herbstblatt2

Inaktiver User
31.12.2006, 22:19
Ich hab dem Jahr 2007 einen Brief geschrieben und abgeschickt. Danke nochmals für diese wundervolle Idee, lindenblatt!

Liebe Grüsse

Miriam68


Liebe Miriam,
das habe ich vorhin auch gemacht.
War überrascht, wie viele echte Wünsche ich habe.
Abgeschickt habe ich ihn noch nicht ...

Ich möchte Lindenblatt auch danken
und wünsche allen hier
dass sie gut und so schmerzlos wie möglich ins Neue Jahr kommen
:blumengabe:

Inaktiver User
31.12.2006, 22:25
eben gefunden

unsere Wunschpost-Fee (http://www.elfenstaub.at/webbilder/email.jpg)

Miriam68
01.01.2007, 01:50
eben gefunden

unsere Wunschpost-Fee (http://www.elfenstaub.at/webbilder/email.jpg)

So süss! Danke und gut nacht!

prinzessin01979
01.01.2007, 03:35
@ Lavendelmond

Danke für die Wunschpostfee! :blumengabe:

Auch ich, habe noch kurz nach halb 12 einen brief an das neue jahr geschrieben u. siehe da, danach regte sich so etwas wie hoffnung in mir, für 2007. Zwar nur ganz sacht und leicht, aber immerhin.. Dank der idee von lindenblatt. :blumengabe:

Entlich liegt weihnachten und silvester hinter uns.

Ich wünsche Euch allen alles Liebe, viel Kraft und ein lebbares neues Jahr 2007! :kerze:

Lg,
Melissa

lindenblatt
01.01.2007, 05:11
Hallo, Ihr Lieben,

nun ist es da, das neue Jahr...- herzlich willkommen :blumengabe: !

Ich freue mich so, dass so viele Briefe auf die Reise gegangen sind und dass sich beim Schreiben ein wenig Erleichterung, Klarheit und Hoffnung eingestellt haben!

Mögen alle Briefwünsche in Erfüllung gehen - ja, ALLE! Ende der Bescheidenheit!!! :krone auf:

Und wisst Ihr was? Ich hab nach langer Zeit auch wieder so einen Brief geschrieben. Das neue Jahr müsste ihn schon haben...


:kerze:


VIEL GLÜCK !!!

Schlaft gut und habt einen schönen Neujahrstag,
lindenblatt :kuss:

Inaktiver User
01.01.2007, 13:36
c

Mögen alle Briefwünsche in Erfüllung gehen - ja, ALLE! Ende der Bescheidenheit!!! :krone auf:





:erleuchtung:

:fluestertuete:Lindenblatt ! Danke für das Ende der Bescheidenheit !!:blumengabe:
Da hast du aber auch sowas von Recht!
Warum sich immer mit "wenig" zufriedengeben?
Wenn das Universum (oder Gottes Hände...oder der Engel mit dem Füllhorn) uns doch so viel mehr geben kann und will !

Ich hatte mal einen Traum.
Ich war in einem Pralinen-Laden.
Nur vom Feinsten.
Viele verschiedene Schachteln.
Der Verkäufer (ein Typ aus 1001 Nacht) forderte mich freundlich auf, eine Schachtel Pralinen zu wählen.
Ich nahm die, die direkt vor mir im Regal lag.
Nicht groß, nicht klein, was nettes aber nichts besonderes.

Der Mann aus 1001 Nacht lächelte und gab mir von oben vom Wandregal eine viel größere schönere Schachtel und meinte lächelnd, die wäre angemessener

Oh ja :kuss:
Lieber Engel mit dem Füllhorn.... gib mir 2007 bitte eine große Schachtel Pralinen, prächtig und bunt

eine Praline namens Erfolg für mein Buch
eine Praline namens Kraft und Gesundheit
eine Praline namens Freude und Spaß
eine Praline namens Antworten auf drängende Fragen
eine Praline namens gute Nachrichten

und eine Überraschungspraline

und: eine Praline zum Verschenken für Bedürftige, die immer wieder in der Schachtel "nachwächst"

Miriam68
01.01.2007, 16:43
Mögen alle Briefwünsche in Erfüllung gehen - ja, ALLE! Ende der Bescheidenheit!!! :krone auf:

Und wisst Ihr was? Ich hab nach langer Zeit auch wieder so einen Brief geschrieben. Das neue Jahr müsste ihn schon haben...


Sehr gut, ich wünsche Dir dasselbe!

Heisst es nicht, dass der Traum der Neujahrsnacht in Erfüllung geht? Erstmals seit Jahren kann ich mich dieses Mal daran erinnern. Ich lernte nen Mann kennen. Eigentlich ein unauffälliger Typ, aber mit einem Körperbau, dass mir der Kieferladen runterknallte (Im Traum natürlich).

Was soll ich sagen, das passt zumindest zu einem meiner Neujahrswünsche. :smirksmile:

Vielleicht wollte mir der Traum auch sagen: Ab ins Fitnesscenter, Miriam? Von dort komm ich gerade ... :freches grinsen:


Lavendelmond:

Schöner Traum! :blumengabe:

amaruschka
01.01.2007, 19:41
Hallo Ihr Lieben, trotz aller Trauer, die ihr tragen müsst, tat es mir gut, bei euch zu lesen. Diese für mich neue Angst vor demn neuen Jahr wurde mir in den letzten Tagen immer bewusster und ich konnte sie gar nicht so richtig zuordnen. Sonst bin ich auch meist mit vielen Träumen und Hoffnungen ins neue Jahr gegangen. Vielleicht liegt es daran, dass ich jetzt in der Lebensmitte bin (42) und sich die schmerzlichen Erfahrungen häufen und so manche Träume sich langsam verabschieden.
Es hat sich viel von dem erfüllt, was ich mir wünsche, aber es sind auch viele Dinge geschehen, die ihr gut kennt und die soviel Kraft kosten.

Besonders die Begegnung mit dem Tod verändert so vieles. Meine Mutter ist im Oktober 2005 unerwartet gestorben und im Juli letzten Jahres hatte ich eine Fehlgeburt. Gestern Nacht sah ich zwischen all den Raketen am Himmel die Gesicher der Menschen, die nicht mehr hier sind und spürte eine so tiefe Sehnsucht nach ihrer Nähe. Vielleicht hilft es mir, wenn ich demütiger und dankbarer auf alles blicke, was mir geschenkt wird und wurde.

Das mit dem Brief an das neue Jahr ist eine schöne Idee. Vielleicht mache ich das noch und streue meine kleinen Hoffnungssamen auf das noch frische Feld des neuen Jahres.

@Lavendelmond: Wie schön, dass du deine Wunscharbeit gefunden hast. Im Sommer habe ich in deinem Strang ja mitgelesen und diese Entwicklung ist ein wunderbares Hoffnungszeichen. Möge es nur das erste von vielen sein.
Ich wünsche mir übrigens auch eine Praline für "mein Buch". Habe schon länger damit angefangen und würde es im neuen Jahr gerne auf die Welt bringen. Hast du woanders dazu geschrieben? Würde mich interessieren.

@ Miriam: Oh je, hoffentlich gehen nicht alle Träume der Neujahrsnacht in Erfüllung. Ich träumte, dass mein Mann schwul ist... Das wäre nicht gerade mein größter Wunsch.

Danke euch allen. Es tut immer gut zu merken, dass man mit seinen Gefühlen und Gedanken nicht allein ist.
LG und einen schönen ersten Abend in diesem neuen Jahr
Amaruschka

lindenblatt
01.01.2007, 23:49
Der Mann aus 1001 Nacht lächelte und gab mir von oben vom Wandregal eine viel größere schönere Schachtel und meinte lächelnd, die wäre angemessener

Oh ja :kuss:
Lieber Engel mit dem Füllhorn.... gib mir 2007 bitte eine große Schachtel Pralinen, prächtig und bunt

eine Praline namens Erfolg für mein Buch
eine Praline namens Kraft und Gesundheit
eine Praline namens Freude und Spaß
eine Praline namens Antworten auf drängende Fragen
eine Praline namens gute Nachrichten

und eine Überraschungspraline

und: eine Praline zum Verschenken für Bedürftige, die immer wieder in der Schachtel "nachwächst"


So ist´s recht, Lavendelmond! Für alle deine Wünsche: glückliche Realisierung (...und zwar ein bisschen flott, stimmt´s?) !!!


Lieben Gruß, lindenblatt

lindenblatt
02.01.2007, 00:09
Heisst es nicht, dass der Traum der Neujahrsnacht in Erfüllung geht? Erstmals seit Jahren kann ich mich dieses Mal daran erinnern. Ich lernte nen Mann kennen. Eigentlich ein unauffälliger Typ, aber mit einem Körperbau, dass mir der Kieferladen runterknallte (Im Traum natürlich).


Klar, Miriam68, gehen die Wünsche aus der Neujahrsnacht in Erfüllung!!
Vielleicht kommt der Unscheinbare, aber Knackige schon bald um die Ecke, denn - das gilt auch für Lavendelmond und alle anderen Wünschenden! - der Engel mit dem Füllhorn und seine Mitstreiter sind bereits dabei, alle Wünsche einzusammeln. Und wie es sich für eine gute (hier: himmlische) Füllhorn-Wünscheerfüllungs-Behörde gehört, werden die eingesammelten Wünsche nicht erst in dicken Ordnern in verstaubte Regale gestellt, sondern unverzüglich ihrer Verwirklichung zugeführt.
Aber das Beste: Unbescheidene Mädels mögen die Engel am liebsten... :fg engel:

Also, ab morgen schön die Augen aufmachen...(pass aber auf, dass es kein übrig gebliebener :nikolaus: ist, der sich bei dir nur über Frühling, Sommer und Herbst retten will)!

Viel Glück,
lindenblatt

Inaktiver User
02.01.2007, 07:41
So ist´s recht, Lavendelmond! Für alle deine Wünsche: glückliche Realisierung (...und zwar ein bisschen flott, stimmt´s?) !!!


Lieben Gruß, lindenblatt




Lindenblatt, du Geniale :blumengabe:
Schau dir mal meine neue Signatur an :cool:

Lillian2207
02.01.2007, 11:38
Hallo Ihr Lieben!

Ich hatte auch so furchtbare Angst vor dem Jahreswechsel. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, was das neue Jahr mir schönes bringen könnte! Zusätzlich habe ich durch die Ereignisse im letzten Jahr entsätzliche Angst, noch einen meiner Lieben zu verlieren! Außerdem hatte ich vor dieser großen Leere in meinem Herzen Angst, die sich im neuen Jahr ausbreitet. Die Leere, ohne meinen Schatz zu sein, keinen Umzug in eine neue Stadt und keine neuen Freunde... All das bleibt mir verwährt!

Mir fielen auch auf Anhieb keine Wünsche ein, die ich an das neue Jahr hätte. Was soll ich mir denn wünschen??? Vielleicht noch mehr Kraft, mehr Stärke.... vielleicht etwas mehr Gelassenheit und weniger Angst?! Jedes Jahr am ersten Januar hatte ich dieses Gefühl von Umbruch. Ein neues Jahr = neue Gefühle, Ereignisse, Chancen. Dieses Jahr wurde ich morgens wach und ich hatte nichts davon. Nur Einsamkeit.

Hätte ich vorher von der Idee mit dem Brief gelesen, hätte ich auch einen geschrieben. Früher habe ich immer Wünsche an das Universum geschrieben (wie in dem gleichnamigen Buch beschrieben) und in einer Kiste im Abstellraum gesammelt.Viel davon ist wirklich in Erfüllung gegangen, sogar ganz konkrete Wünsche.

Einen Wunsch habe ich doch, vielleicht nicht für dieses Jahr aber doch für mich irgendwann: Ich möchte André niemals vergessen, aber ich möchte auch wieder eine Chance bekommen glücklich zu werden. Auch wenn das bedeuten soll, einen anderen Mann in mein Leben zu lassen. Denn eins habe ich in den letzten acht Monaten gelernt: Ich bin ganz schlecht im "Alleinesein". Ich möchte nicht den Rest meines Lebens alleine sein!!!!

Liebe Grüße an Euch alle! Wir haben den Rutsch ins neue Jahr geschafft :-) Ich wünsche Euch wie Lavendelmond, dass sich ganz viel von den Wünschen erfüllt!!!!

Lillian

Miriam68
02.01.2007, 13:09
@amaruschka

*grins*
Ich kann mir vorstellen, dass ein schwuler Ehemann alles Andere als erwünscht ist.

@lindenblatt

Gut gesagt ;-) Ich werde in nächster Zeit die Augen offen halten, meinen Röntgenblick aktivieren und bei den Unscheinbaren auf den Körperbau achten *grins*

@Lillian

Keiner kann vor Dir verlangen, nach dem Tod Deines Partners lebenslänglich allein sein zu müssen. Früher oder später bist Du sicher wieder soweit, einen neuen Mann in Dein Leben zu lassen. :-)

Anais
02.01.2007, 16:15
Sprich: Ich traure und bin kaputt. Die leichten Seiten des Lebens - von denen hab ich 2006 kaum was mitgekriegt.

Ich hätts gerne wieder mal anders. Ich möchte mein Leben wieder geniessen können. Ich hoffe, dass 2007 etwas einfacher wird, dami tich wieder meine alte Fröhlichkeit wiederkriege.

Und ich habe grosse Angst, es nicht zu schaffen, nicht aus dem Loch zu kommen

Liebe Miriam, da können wir uns die Hand reichen.

Das letzte Jahr war auch für mich von Anfang bis Ende von Problemen, Trauer und Unglücksnachrichten gekennzeichnet.

Erst saß ich nach einem größeren Umzug, den ich völlig allein bewältigen mußte, mehrere Monate im totalen Chaos,
die Krisen in meiner 3-jährigen Fernbeziehung mit einem Engländer eklatierten im März in einer Auflösung der Verlobung und setzten sich in bösartigen Angriffen und Beschimpfungen von seiner Seite aus bis jetzt fort,
Ende April verstarb mein Vater nach einem vier Wochen langen Überlebenskampf nach einer schwierigen OP im Krankenhaus (wobei ich nicht um die Ecke, sondern seit 15 Jahren weit weg im Ausland wohne),
zwischendurch versagte immer mal wieder mein Auto und mußte über mehrere Wochen für teures Geld repariert werden und dann
wurde mein süßer 12-jähriger Vierbeiner schwer krank. Die letzte OP Anfang November hatte ihn schwer mitgenommen, schweren Herzens mußte ich nun eine Entscheidung treffen und werde am Freitag den letzten Gang zum Tierarzt mit ihm antreten.:heul:
Ich weiß noch nicht, woher ich dafür die Kraft nehmen soll ...
Kein schöner Anfang für das Neue Jahr, trotzdem leite ich aus all dem Elend die Hoffnung ab, irgendwann wieder aus dem riesigen Loch der Depressionen herauszukommen und den Weg in ein fröhlicheres, unbeschwerteres Leben zurückfinden zu können, mir selber Stück für Stück wieder näher zu kommen, mehr auf meine eigenen Bedürfnisse zu achten und auch für sie einzustehen.

In diesem Sinne wünsche ich auch allen anderen hier ein glücklicheres und hoffnungsvolles Neues Jahr.:kerze:

Liebe Grüße,
Anais

amaruschka
02.01.2007, 17:12
Liebe Lavendelmond, du hast mich auf eine Idee gebracht. Mir wurde klar, dass ich nicht mehr klein und hilflos dasitzen möchte und auf die Erfüllung meiner Wünsche warten. Ein bisschen Frechheit und ausprobieren möchte ich mir in diesem Jahr auch mal zugestehen. Die Trauer ist ein Teil von mir, und die Angst - aber Mut und Wildheit sind auch noch da. Die will ich über all dem nicht vergessen...
Also gibt es bei mir auch mal eine neue Signatur und ein neues Bild. Tut richtig gut!
Wilde Grüße
Amaruschka

Miriam68
02.01.2007, 17:22
Also gibt es bei mir auch mal eine neue Signatur und ein neues Bild. Tut richtig gut!
Amaruschka

Gute Wahl! :-)


Anais,

Da hat die Pechmarie fleissig ihr Pech über Dein Haupt verschüttet 2006 .. tut mir leid!
Wenn ich daran denke, dass mit meinen beiden Vierbeinern (zwei süsse Katzenmädchen) was passieren würde ... nein, da denke ich lieber nicht dran.


Was mir immer wieder hilft, wenn ich nur noch heulen könnte: Erstmal heulen. Das beruhigt. Und mir sagen: Jede Wolke hat einen Rand. Jede. Auch Deine!

hildchen
02.01.2007, 22:13
Für mich war der Jahreswechsel auch mit gemischten Gefühlen zuende gegangen.Auf der einen Seite die Hoffnung,das dieses Jahr ohne verluste zuende ende geht.Und auf der anderen Seite der gedanke das dies das erste von vielen Jahren ist die ohne meine freundin beginnen.Ich habe sie im november verloren,und wir hätten eigendlich zusammen den Jahreswechsel gefeiert.Daher war das gefühl um so mulmiger das ich bei einer anderen Freundin gefeiert habe.Eigendlich wollte ich alleine mit meiner Familie feiern,weil ich es blöd fand jetzt bei jemand anderem zu feiern.Aber irgendwie hatte mich meine für mich ist,wenn ich nicht,zuhause sitze und grüble.Trotzdem war es irgendwie komisch.Um 0 Uhr habe ich dann eine besonders schöne rakete in den Himmel geschickt.mit einem Brief am Stiel befestigt.ich habe ihr ein paar zeilen geschrieben.Und das selbe habe ich auch für meinen Onkel gemacht denn den habe ich auch im Nov. wegen dem fiesen Krebs verloren.Ich wusste auch nicht ob ich meiner Tante und den Eltern von meiner Freundin Neujahrsgrüsse bringen sollte,denn es ist einfach noch zu frisch.Die Zeit heilt vielleicht die Wunden,aber der Jahreswechsel noch nicht.Ich hatte gehofft,das ich damit in diesem Jahr schon etwas leichter umgehen kann.Aber das braucht wohl noch.

lindenblatt
05.01.2007, 06:47
Hey, Lavendelmond,

konnte ein Weilchen nicht hier sein und komme jetzt aus dem Staunen nicht heraus:


Lindenblatt, du Geniale :blumengabe:
Schau dir mal meine neue Signatur an :cool:

:schild ...uups:

Zuviel der Ehre... (Autogramme bitte an der Abendkasse:freches grinsen:) - aber schön...


:schild genau:: Das müssen wir einfach verinnerlichen und dürfen uns nicht immer wieder zu etwas Anderem belabern lassen. Aber keine Sorge, wir machen das schon!!!


Alles Liebe,

linde

lindenblatt
05.01.2007, 06:59
@Amaruschka, Lilian, Anais, hildchen - ihr Lieben !

Lasst nicht zu sehr den Kopf hängen:
Es gibt sie noch, die kleinen (und großen) Wunder!!! :zauberer:

Wünsche euch und uns allen ganz viele davon - oder besser: lieber wenige, aber die richtigen!

Und an alle:
Lasst uns doch auch weiterhin immer mal hier zusammenkommen und Freud und Leid 2007 teilen - was haltet ihr davon? Würde mich sehr freuen!! :lachen:


:kuss:
linde

Kybele
05.01.2007, 17:43
@Amaruschka, Lilian, Anais, hildchen - ihr Lieben !

Lasst nicht zu sehr den Kopf hängen:
Es gibt sie noch, die kleinen (und großen) Wunder!!! :zauberer:

Wünsche euch und uns allen ganz viele davon - oder besser: lieber wenige, aber die richtigen!

Und an alle:
Lasst uns doch auch weiterhin immer mal hier zusammenkommen und Freud und Leid 2007 teilen - was haltet ihr davon? Würde mich sehr freuen!! :lachen:


:kuss:
linde


Halte ich für eine tolle Idee, Lindenblatt!:smile:

Und wenn ich gleich als erste was dazu beitragen darf - ich für meinen Teil bin sehr gut ins neue Jahr gestartet, war heute morgen gemütlich mit einer Freundin frühstücken (wir haben dabei eine sehr nette Bekanntschaft gemacht und Telefonnummern ausgetauscht!) und sehen uns morgen schon wieder...:krone auf:
Auch freue ich mich auf die heiligen drei Könige, die im Laufe des morgigen Tages auch mal bei mir vorbeischauen werden um den Neujahrssegen zu geben.:smile: Und mit Yoga hab ich gleich zum 1. Januar auch angefangen und bis jetzt fleißig durchgehalten!

Liebe Grüße,

Kybele

lindenblatt
06.01.2007, 02:11
Zitat Kybele:
ich für meinen Teil bin sehr gut ins neue Jahr gestartet, war heute morgen gemütlich mit einer Freundin frühstücken (wir haben dabei eine sehr nette Bekanntschaft gemacht und Telefonnummern ausgetauscht!) und sehen uns morgen schon wieder...:krone auf:

Na, dann: VIEL GLÜCK!!! :allesok:

Zitat Kybele:
Und mit Yoga hab ich gleich zum 1. Januar auch angefangen und bis jetzt fleißig durchgehalten!


Toll!!! Bewundere dich! :blumengabe: Müsste bewegungstechnisch auch was tun für Leib und Seele. Aber ich bin sooo ein Sportmuffel (inbegriffen sogar Yoga)...


Liebe Grüße vom lindenblatt - und bis bald!

Kybele
06.01.2007, 13:11
Na dann könnte der heutige Tag vielleicht sogar etwas für Dich sein, Lindenblatt! :smirksmile:

In meinem Mondkalender steht zumindest als besonderer Tipp:

"Gesundheit sollten Sie heute mal wieder ganz groß schreiben. Stellen Sie sich vielleicht fürs neue Jahr ein halbstündiges Workout-Programm zusammen mit Elementen von Yoga, Atemübungen, Trampolinspringen und ähnlichem."

Des weiteren:

Der Löwe-Mond gibt Rückendeckung, wenn Sie heute Ihr volles Potential ausfahren und zur Abwechslung mal nicht ihre Wohnung, sondern Ihre Talente blank putzen, sodass sie in die Welt strahlen.

Das Wort zum Samstag!:freches grinsen:
Aber solltest Du's heute nicht schaffen - morgen ist auch noch ein günstiger Tag für gute Vorsatzbildung...:smirksmile: :smile:

Liebe Grüße und noch ein schönes WE,

Kybele :blumengabe:

amaruschka
06.01.2007, 13:52
Liebe Lindenblatt, das ist eine schöne Idee! Habe gerade mal dein Profil angeschaut und mich sehr wohl mit dir gefühlt. Und mit dir Kybele ging es mir genauso. Komme übrigens urspünglich aus Frankfurt, lebe jetzt aber seit 10 Jahren glücklich im wilden Süden. Eine sehr wohltuende Energie für mich hier unten, wenn ich auch immer wieder die Großstadt ihre Buntheit als Ausgleich brauche. Euch und die anderen öfter hier zu treffen ist eine gute Aussicht für das neue Jahr.

Bin auch gut gestartet und zum Glück sind meine drei ersten Neujahrsdepressionstage vorbei und ich schaue wieder gelassener ins Leben und bin bereit loszulassen und mich auf das einzustellen, was kommt. (Passt zu deinem Motto, Lindenblatt)

Den Tag habe ich mit Yoga angefangen (mache es seit ein paar Jahren sporadisch) und hoffe, dass ich meine Frequenz von 2-3 mal pro Woche 20 Minuten etwas steigern kann.

Sehr erfreulich ist, dass mein Mann ein neues Jobangebot bekommen hat, das vieles für uns verbessern kann. Nach ein paar Jahren finanzieller Durststrecke ist das eine richtig gute Aussicht und ein wunderbares Geschenk für dieses Jahr. Da kann ich ja diesen Tag nutzen zur "Vorsatzbildung", wie Kybele es so schön schreibt.
Schönes Wochenende noch und liebe Grüße
Amaruschka

Kybele
06.01.2007, 22:07
Liebe Lindenblatt, das ist eine schöne Idee! Habe gerade mal dein Profil angeschaut und mich sehr wohl mit dir gefühlt. Und mit dir Kybele ging es mir genauso. Komme übrigens urspünglich aus Frankfurt, lebe jetzt aber seit 10 Jahren glücklich im wilden Süden. Eine sehr wohltuende Energie für mich hier unten, wenn ich auch immer wieder die Großstadt ihre Buntheit als Ausgleich brauche. Euch und die anderen öfter hier zu treffen ist eine gute Aussicht für das neue Jahr.

Bin auch gut gestartet und zum Glück sind meine drei ersten Neujahrsdepressionstage vorbei und ich schaue wieder gelassener ins Leben und bin bereit loszulassen und mich auf das einzustellen, was kommt. (Passt zu deinem Motto, Lindenblatt)

Den Tag habe ich mit Yoga angefangen (mache es seit ein paar Jahren sporadisch) und hoffe, dass ich meine Frequenz von 2-3 mal pro Woche 20 Minuten etwas steigern kann.

Sehr erfreulich ist, dass mein Mann ein neues Jobangebot bekommen hat, das vieles für uns verbessern kann. Nach ein paar Jahren finanzieller Durststrecke ist das eine richtig gute Aussicht und ein wunderbares Geschenk für dieses Jahr. Da kann ich ja diesen Tag nutzen zur "Vorsatzbildung", wie Kybele es so schön schreibt.
Schönes Wochenende noch und liebe Grüße
Amaruschka

...und ich hoffe, Dir ist die "Vorsatzbildung" heute auch gut gelungen, Amaruschka!:smirksmile:

Vielen lieben Dank für Deine lieben Zeilen, ich freue mich, dass es auch bei Dir jetzt so langsam wieder aufwärts zu gehen scheint!:smile: Toll, dass Dein Mann einen neuen Job antreten kann; das ist auf jeden Fall ein gutes Gefühl und beruhigt ungemein.:Sonne:

Liebe Grüße in den wilden Süden,

Kybele

lindenblatt
07.01.2007, 01:41
Liebe Kybele, liebe Amaruschka! ::kuss:

Es ist so schön zu lesen, wie optimistisch und voller Tatendrang ihr das neue Jahr in Angriff nehmt!! (Grün - die Farbe der Hoffnung!)

Kann ich da nachstehen?! Nee! Da ich es nun aber gleich mit ZWEI bewegungsfreudigen :yeah: Forumsfreundinnen zu tun habe, will ich euch künftig nicht immer meine Trägheit beichten müssen :peinlich: . Und darum: Tipps aus dem Mondkalender sollte man nicht ignorieren, schon gar nicht, wenn sie so herzlich empfohlen werden wie von dir, Kybele. Vor etwas etwa einem Jahr habe ich mir in einem Anfall von Tollkühnheit einen - stellt euch vor!! - Crosstrainer gekauft. Ein halbes Jahr - für mich schon der Waaahnsinn!! - habe ich tapfer darauf herumgehampelt. Dann hab ich ihn erst mal auf den Balkon gestellt, es war Sommer und ich wollte nun bei Licht, Luft und Sonne weitermachen. Genauso gut hätte ich ihn aber auch gleich in den Keller bringen können. Auf dem Balkon hat er immer nur gestört, also ab mit ihm in die hinterste Ecke, was zum Abdecken drauf = aus den Augen, aus dem Sinn. Da er, wie neulich gesehen, nicht verrostet und auch sonst ganz "der Alte" ist, werde ich ihn - ich gelobe es! - jetzt wieder in die Wohnung holen und das Herumgehampel fortsetzen. :allesok: <-- Das soll ein Indianerehrenwort sein... :freches grinsen:

Amaruschka, ganz viel Glück für deinen Mann (und dich!) mit seinem neuen Job, da geht doch gleich die :Sonne: auf!!

Ich fühle mich mit euch auch sehr wohl. Es ist so beruhigend zu wissen, dass man hier so etwas wie ein "Fallnetz" hat, das immer fest gespannt ist, um alle aufzufangen, denen mal der Boden unter den Füßen wegzurutschen droht - sollte uns das wirklich mal passieren, dann brauchen wir uns nur an den PC zu setzen und die Streicheleinheiten kommen prompt :wangenkuss:. Wunderbar!!

Ich wünsche euch einen frohgemuten Start in die zweite Woche des neuen Jahres, bis bald mit mit ganz lieben Grüßen :blumengabe: linde

Muschelhaus
07.01.2007, 08:19
Guten Morgen,
ich lese seit einiger Zeit in diesem Strang mit und möchte euch nun einen lieben Gruß dalassen. Auch bei mir hat das neue Jahr mit vielen Ängsten und Unsicherheiten angefangen - aber obwohl das neue Jahr erste eine Woche "alt" ist, habe ich schon einige schöne Erlebnisse gehat. Die Arbeitswoche war recht stressig, aber die Abende waren mit Überraschungsbesuch, Einkaufsbummel mit einer Freundin und Stammtisch schon sehr aktiv. Mein Vater ist aus seinem Weihnachtsurlaub zurückgekommen, ihm geht es offentlichlich auch etwas besser - und gestern abend war ich in dem Musical "We will rock you " Da war ich nun zum 2x. Bei der Premiere war ich auch dabei, aber nun bin ich als Überraschung nochmal dazu eingeladen worden und es war wunderbar.
Soviel positve Energie habe ich seit Wochen, seit Monaten nicht mehr bekommen und nun sehe ich voller Zuversicht in die nächste Zeit.
Ich wünsche euch allen einen schönen Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Herzliche Grüße Muschelhaus

Miriam68
07.01.2007, 12:30
Schöne Idee, Lindenblatt.

Noch schöner wär's ohne Bauchweh! Tja, manche Dinge ändern sich nicht, beispielsweise die Mens-Beschwerden ... :gegen die wand:

Ich hab aber trotzdem meinen beiden Brieffreundinnen geschrieben. Jetzt wird die Katze ausgiebig gekrault, und danach geht's ins Fitnesscenter. Ein wenig Bewegung kann nie schaden! :yeah:

Ach ja ...

Willkommen, Muschelhaus, hildchen und die, die ich vergessen hab! :peinlich:

Meine Neujahrsängste hab ich noch. Ja, leider. Aber: ich stell sie fest. Ich schnapp sie und werf sie weg. Immer, wenn ich sie erwische. Gut, momentan kämpf ich gegen Aengste und PMS. Das ist ein wenig viel ... naja, auch das geht vorüber.

Kybele
07.01.2007, 20:00
Liebe Kybele, liebe Amaruschka! ::kuss:

Es ist so schön zu lesen, wie optimistisch und voller Tatendrang ihr das neue Jahr in Angriff nehmt!! (Grün - die Farbe der Hoffnung!)

Kann ich da nachstehen?! Nee! Da ich es nun aber gleich mit ZWEI bewegungsfreudigen :yeah: Forumsfreundinnen zu tun habe, will ich euch künftig nicht immer meine Trägheit beichten müssen :peinlich: . Und darum: Tipps aus dem Mondkalender sollte man nicht ignorieren, schon gar nicht, wenn sie so herzlich empfohlen werden wie von dir, Kybele. Vor etwas etwa einem Jahr habe ich mir in einem Anfall von Tollkühnheit einen - stellt euch vor!! - Crosstrainer gekauft. Ein halbes Jahr - für mich schon der Waaahnsinn!! - habe ich tapfer darauf herumgehampelt. Dann hab ich ihn erst mal auf den Balkon gestellt, es war Sommer und ich wollte nun bei Licht, Luft und Sonne weitermachen. Genauso gut hätte ich ihn aber auch gleich in den Keller bringen können. Auf dem Balkon hat er immer nur gestört, also ab mit ihm in die hinterste Ecke, was zum Abdecken drauf = aus den Augen, aus dem Sinn. Da er, wie neulich gesehen, nicht verrostet und auch sonst ganz "der Alte" ist, werde ich ihn - ich gelobe es! - jetzt wieder in die Wohnung holen und das Herumgehampel fortsetzen. :allesok: <-- Das soll ein Indianerehrenwort sein... :freches grinsen:

Finde ich toll!:smile:

Werde ab und an mal nachfragen, was die Herumhampelei macht...:smirksmile: :freches grinsen:
Meinem Yoga gehts nach wie vor gut, heute hab ich sogar noch eine weitere Übung zu meinem Übungsprogramm hinzugenommen. Und ich bekomme Power, von Tag zu Tag mehr!:yeah:
Fitnesstechnisch hat das neue Jahr wirklich sehr gut angefangen...:smile:

Ich fühle mich mit euch auch sehr wohl. Es ist so beruhigend zu wissen, dass man hier so etwas wie ein "Fallnetz" hat, das immer fest gespannt ist, um alle aufzufangen, denen mal der Boden unter den Füßen wegzurutschen droht - sollte uns das wirklich mal passieren, dann brauchen wir uns nur an den PC zu setzen und die Streicheleinheiten kommen prompt :wangenkuss:. Wunderbar!!

Wie wahr, wie wahr, Lindenblatt!:smile:
Ich genieße das virtuelle "Umsorgtwerden" :smirksmile: auf BriCom auch sehr. Wie ein Pflänzchen, das regelmäßig gegossen wird, damit es prächtig wachsen und gedeihen kann.:blumengabe: :Sonne:

Ich wünsche euch einen frohgemuten Start in die zweite Woche des neuen Jahres, bis bald mit mit ganz lieben Grüßen :blumengabe: linde

Ich gehe auf jeden Fall weiterhin optimistisch ans neue Jahr heran!:freches grinsen:

Ganz viel Kraft und Energie,

Kybele

Kybele
07.01.2007, 20:04
Schöne Idee, Lindenblatt.

Noch schöner wär's ohne Bauchweh! Tja, manche Dinge ändern sich nicht, beispielsweise die Mens-Beschwerden ... :gegen die wand:

Ich hab aber trotzdem meinen beiden Brieffreundinnen geschrieben. Jetzt wird die Katze ausgiebig gekrault, und danach geht's ins Fitnesscenter. Ein wenig Bewegung kann nie schaden! :yeah:

Ach ja ...

Willkommen, Muschelhaus, hildchen und die, die ich vergessen hab! :peinlich:

Meine Neujahrsängste hab ich noch. Ja, leider. Aber: ich stell sie fest. Ich schnapp sie und werf sie weg. Immer, wenn ich sie erwische. Gut, momentan kämpf ich gegen Aengste und PMS. Das ist ein wenig viel ... naja, auch das geht vorüber.

Och Du Ärmste, Leidensgenossin!:ooooh:
Lass Dich mal ganz feste drücken!!!

Bin auch PMS'lerin und kenne dieses hormonelle Auf und Ab an den Tagen vor den Tagen...:knatsch: :unterwerf:

Hab gerade ein ganz tolles Buch zu dem Thema gelesen, das ich Dir weiterempfehlen kann. Frag einfach, wenn Dich der Titel interessiert, ja?:smile:

Liebe Grüße und gute Besserung auch für "Altjahres-Wehwehchen":smirksmile:,

Kybele

lindenblatt
07.01.2007, 22:25
Soviel positve Energie habe ich seit Wochen, seit Monaten nicht mehr bekommen und nun sehe ich voller Zuversicht in die nächste Zeit.

Liebe Muschelhaus,

schön, dass du auch hier bist! Ich kenne dich ja schon aus einem "Weihnachten"-Strang, in dem du von deinem Kummer um deine verstorbene Mutter und von der Sorge um deinen Vater berichtet hattest. Umso mehr freue ich mich für dich, dass du nun diesen Satz (Zitat) schreiben kannst!! :blumengabe:

Komm doch einfach wieder hierher, das wäre toll!


Lass dich in deiner Zuversicht nicht beirren und sei sehr lieb gegrüßt vom

lindenblatt

lindenblatt
07.01.2007, 22:54
Noch schöner wär's ohne Bauchweh! Tja, manche Dinge ändern sich nicht, beispielsweise die Mens-Beschwerden ... :gegen die wand:

Liebe Miriam68,

gute Besserung für dich!!
Das war bei mir auch immer so, richtig krank fühlt man sich da. Aber dann hat eine Gebärmutter-OP das Ganze deutlich früher beendet, als die Natur es getan hätte. Vielleicht klingt es komisch für dich, aber ich habe meine Gebärmutter nicht eine Sekunde lang vermisst (Familienplanung war schon lange abgeschlossen)! War heilfroh! Das war jetzt aber trotzdem kein "Behandlungstipp"...:freches grinsen:, die OP war schon auch ziemlich heftig und muss ja nicht sein, wenn´s nicht unbedingt nötig ist. Ansonsten fallen mir zur Schmerzlinderung Wärmflasche und leichte Selbstmassage der Bauchdecke ein, es soll aber gegen PMS gute homöopathische Mittel geben, die ich aber aus damaliger Unwissenhait nie ausprobiert habe. Frag doch mal in der Apotheke danach.


Meine Neujahrsängste hab ich noch. Ja, leider. Aber: ich stell sie fest. Ich schnapp sie und werf sie weg. Immer, wenn ich sie erwische.

Klasse!! Das Schnappen und Wegwerfen von Angst ist ein schönes Bild, danke! :blumengabe:
Ich neige generell zu Ängsten, es braucht nicht viel, um bei mir welche zu erzeugen, und manchmal überfallen sie mich auch ohne erkennbaren Grund. Ich hab zwar schon ein ganze Arsenal psychotherapeutischer Ideen, sie außer Kraft zu setzen, mit mehr oder (eher) weniger Erfolg angewandt. Aber nun werde ich mir immer mit ganzer Kraft vorstellen, wie ich heranschwirrende Ängste schnappe und flugs der Mülltonne übergebe. Da können die 2007-er sich schon mal frisch machen...:freches grinsen:


Alles Liebe,
lindenblatt

lindenblatt
07.01.2007, 23:37
Hallo, Ihr Lieben!

Eine Freundin hat mir etwas Hübsches geschickt, hier ist es für euch:


Wie man Liebe installiert


Anruf bei einer Service-Hotline:

Anrufer:
Hallo, ich hab hier ein neues Programm, das würde ich gern auf meinem persönlichen System installieren. Es heißt LIEBE. Was soll ich denn da als erstes machen?

Hotline:
Auf Ihrer Festplatte gibt es eine Partition, die heißt HERZ. Haben Sie die?

Anrufer:
Ach so, das ist der Trick! Ich hab's immer auf der Hauptpartition KOPF versucht. Na gut, ich probier das mal ... Mist, HERZ ist aber ziemlich voll!

Hotline:
Machen Sie mal den Task-Manager auf und gucken unter "Prozesse". Was läuft denn da so?

Anrufer:
Oh je, Alte_Verletzungen.exe, Groll.com, Geiz.com, Ablehnung.exe und lauter so Zeug. Vor allem Hass.exe - boah, das krallt sich fast den ganzen Speicher!

Hotline:
Kein Problem. LIEBE wird vieles davon automatisch aus Ihrem Betriebssystem raushauen. Manches bleibt zwar im Hintergrund aktiv, wird aber keine anderen Programme mehr stören. Alte_Verletzungen.exe und Geiz.com müssen Sie aber vor der Installation selber vollständig löschen.

Anrufer:
Nein! Das ist ein ganz wichtiges gutes altes Stück! Das hat mich Jahrzehnte gekostet, all die Komponenten dafür zu sammeln! Muss das wirklich raus?

Hotline:
Ja, das ist unumgänglich. Gehen Sie ins Startmenü und suchen Sie Zubehör/Verzeihung. Das lassen Sie so oft laufen, bis Geiz.com und die Alten_Verletzungen vollständig raus sind.

Anrufer:
Na gut, wenn's sein muss. LIEBE ist mir einfach so sehr empfohlen worden, das Ding will ich unbedingt hier laufen haben! So, geschafft ... He! Da steht jetzt: "ERROR 490 - Programm läuft nicht auf internen Komponenten". Was soll denn das?

Hotline:
Nichts Schlimmes, ist ein altbekanntes Problem. Es bedeutet, dass LIEBE für externe HERZEN konfiguriert ist, aber auf Ihrem eigenen ist es noch nicht gelaufen. Das ist eine von diesen ganz komplizierten Sachen. Ich sag's mal so: Sie müssen zunächst Ihr eigenes Gerät lieben, bevor es andere lieben kann.

Anrufer:
Hä?

Hotline:
Können Sie den Ordner Selbstakzeptanz finden?

Anrufer:
Ja, hab ich.

Hotline:
Wunderbar. Klicken Sie auf die folgenden Dateien und kopieren Sie die in den Ordner MEINHERZ, und zwar: Selbstvergebung.doc, Selbstschätzung.doc und Güte.txt. Außerdem bitte Selbstbeurteilung.exe aus allen Ordnern löschen und dann den Papierkorb leeren, sonst kommen die immer wieder zurück.

Anrufer:
LIEBE installiert sich jetzt ganz von selbst. Ist das gut so?

Hotline:
Ja, so gehört das. Nun sollte eine Nachricht auftauchen, dass sich LIEBE immer wieder neu lädt, so lange Ihre HERZ-Festplatte läuft. Sehen Sie diese Nachricht?

Anrufer:
Seh ich. Ist die Installation nun abgeschlossen?

Hotline:
Ja, aber denken Sie dran, dass Sie bis jetzt nur die Basisversion
installiert haben. Sie müssen sich nun mit anderen HERZEN vernetzen, damit Sie an die Upgrades rankommen.

Anrufer:
Ok. Klasse! Mein HERZ lädt gerade eine wunderschöne Melodie. Auf meinem Bildschirm läuft Lächeln.mpg. Wärme.exe, Friede.exe, Zufriedenheit.doc und lauter so Sachen breiten sich gerade im Speicher aus. Fühlt sich gut an!

Hotline:
Fein. Damit ist LIEBE installiert und läuft. Von diesem Punkt an sollten Sie gut alleine weiterkommen.

Anrufer:
Jetzt brauchen Sie sicher meine Kontonummer wegen der Abbuchung.

Hotline (lacht):
Nein, LIEBE ist Freeware. Geben Sie das Programm bitte an jeden weiter, den Sie treffen, mit allen Komponenten. Die Leute werden es dann ihrerseits weiterverbreiten, und ich wette, dass Sie dann von denen eine Menge ganz feiner neuer Module zurückbekommen.

Anrufer:
Gebongt, will ich gern machen. Vielen Dank für Ihre Hilfe.
*************************************************

Schön, nicht wahr?

Wünsche euch also viel Liebe im Seelenspeicher!!!

:kuss: linde

Miriam68
08.01.2007, 08:24
Lindenblatt,

Der Dialog über "Liebe": Spitzenmässig. Danke! :blumengabe:

Bauchflasche: Ich weiss was Besseres. Hab heute erstens frei (Ueberzeitkompensation), und zweitens sitzt ne liebe, kuschelige, pelzige Katze auf meinem Schoss und schnurrt. Das ist das Schönste, was es gibt, wenn der Bauch zwickt! :yeah:

Ich stell mir beim Wegwerfen meiner Aengste auch immer ne Mülltonne vor, und zwar so eine richtig Altmodische aus Blech mit schönem, altmodischen Deckel! :freches grinsen:

Kybele,

danke fürs Mitgefühl! :blumengabe: Kannst Du mir den Buchtitel mal zustellen? Danke!

lindenblatt
09.01.2007, 03:57
Hallo Miriam68,

ja, klar, eine Wärm-/Bauchflasche mit vier Beinen, kuscheligem Fell und Kraulbedürfnis ist das Optimale, verstehe ich gut. :lachen:

Ich hoffe, es geht dir wieder besser!!:blumengabe:

Solche Mülltonnen, wie du sie beschreibst, gibt es bei uns in Berlin zum Teil noch. (Natürlich nicht am Bundeskanzleramt, wo ANGELA sie täglich sehen müsste...)


lindenblatt

lindenblatt
10.01.2007, 00:24
:fluestertuete: Haaallooo,

kommt denn hier gar niemand mehr her ??? :ooooh:

Grüße euch,
linde :blumengabe:

Kybele
10.01.2007, 00:26
:fluestertuete: Haaallooo,

kommt denn hier gar niemand mehr her ??? :ooooh:

Grüße euch,
linde :blumengabe:

Doch Lindchen, ich bin gerade da, sehe aber, dass Du Dich wieder ausgeloggt hast. Schaaaade!:niedergeschmettert: :knatsch:

Kybele
10.01.2007, 12:16
...aber ich würd' mich auch freuen, wenn ihr euch mal wieder blicken lasst!:smirksmile: :smile:
Ihr lebt doch alle noch. Oder?:krone auf:

Muschelhaus
10.01.2007, 15:19
Hallo,
ja mir geht´s momentan gut und ich nutze nun die Sonnenstrahlen und milden Temperaturen um noch einen ausgiebigen Spaziergang zu machen.
Ich wünsche euch allen einen schönen Tag
herzliche Grüße Muschelhaus

Kybele
10.01.2007, 19:06
Ich hatte heute auch einen schönen Tag! :smile:

Viel Yoga, für einen VHS-Kurs angemeldet, ein Geschenk für ne Freundin gekauft, nen alten Arbeitskollegen getroffen und mich toll mit ihm unterhalten! Heute abend guck ich noch den 2. Teil von "Afrika mon amour" und danach noch "Lichter".

Miriam68
10.01.2007, 19:26
Lindenblatt,

Bin auch noch da! :kuss:

Wie war mein Tag? Im Grunde gut, und dennoch ... heul ...

Ich hab, obwohl ich noch in der Probezeit bin (arbeite seit bald 3 Monaten in einer neuen Firma) ne Lohnerhöhung gekriegt. Was mich fast vom Hocker gehauen hat. Was ich spontan meiner Schwester erzählen wollte. Was ja nicht mehr geht ... da trat ich schon mal näher ans Wasser heran.
Ich holte nach der Arbeit mein Auto (das ich von meiner Schwester geerbt hab) ab. Der Key, um die Musikanlage zu benutzen, musste neu gesetzt werden. Auf meinem Heimweg von der Garage lief dann eine CD von Mike Oldfield, die noch von meiner Schwester stammte.

Dammbruch ...

amaruschka
10.01.2007, 19:40
Hallo Ihr Lieben, ist ja toll, dass ihr so fleißig schreibt. Die Liebesinstallation hat mir ausgesprochen gut gefallen und liebe Kybele, ich habe in einem anderen Strang deinen Text fürs Selbstbewusstsein gelesen. War wie für mich geschrieben. Werde ihn wohl öfter lesen...

Leider hänge ich ein bisschen durch. In meinem Bauch rumort es, mein Busen tut weh, ich wiege zwei Kilo mehr - und das schon 10 Tage bevor meine Tage kommen. Meine Gedanken sind mehr als dunkel umwölkt. Da ich im Juli eine Fehlgeburt in der 8. Woche hatte, bin ich bei diesem monatlichen Ereignis gerade sehr dünnhäutig. Gerade jetzt, wo es bald soweit wäre, denke ich oft, wie groß mein Bauch wäre und bald ein Baby kommen würde. Eigentlich komme ich ganz gut damit zurecht, aber ich muss wohl akzeptieren, dass die Trauer sich immer mal wieder ihren Weg bahnt.

Am Montag habe ich dann noch ganz hoffnungsvoll bei einer Hospizgruppe angerufen, bei der ich mich wegen ehrenamtlicher Mitarbeit informieren wollte. Ich bekam die Auskunft, dass sie gerade die Bewerbungsgepräche abgeschlossen hätten. Dazu muss ich sagen, dass ich eine therapeutische Ausbildung mache und es sehr schwer ist, als Praktikantin oder kostenlose Mitarbeiterin irgendwo unterzukommen. Ich habe schon viel probiert, da es ein großer Traum von mir ist, irgendwann therapeutisch zu arbeiten. Und ich bekomme auch viele gute Rückmeldungen. Aber so richtig voran komme ich nicht. Da war die Woche für mich gelaufen. Mein lebenserfahrener Teil hat mir zwar gesagt, dass sich schon irgendwo eine Tür auftun wird. Aber meine Neujahrsängste klopften auch schon kräftig an.
Es kam mir alles so sinnlos vor und die Gedanken, dass ich sowieso nichts kann und bin, machten sich munter in meinem Kopf breit. (Ist aber in dieser hormonellen Phase bei mir immer ziemlich heftig).

Eben gerade kam ein Anruf von der Hospizgruppe und ich wurde für nächste Woche doch noch zu einem Gespräch eingeladen. Jetzt geht es mir wieder besser und die weise Frau in mir und um mich lächelt milde...

Heute habe ich aber auch schon so dafür gesorgt, dass es mir gut geht. Habe meine fünfjährige Sonnenscheintochter an die warme Hand genommen und bin mit ihr an den Bodensee gefahren. (Brauche nur eine halbe Stunde). Meine kleine Sonne warf Steine ins Wasser und die große schien freundlich und still auf den ruhigen, glatten See. Das weite Wasser verströmte einen Hauch der Unendlichkeit um uns herum und ich konnte meine Mitte wieder spüren. Gut wenn man ein bisschen weiß, was einem gut tut!

Euch allen einen schönen Abend und gute Träume
Amaruschka

lindenblatt
11.01.2007, 01:28
:blumengabe:
Ihr Lieben,

ach, ist das nicht wunderbar, wie besiegbar Neujahrsängste doch sind?
Nicht immer leicht besiegbar, aber doch - besiegbar!
Ich freue mich so, wieder von euch zu lesen, und was ihr schreibt, ist das ganze bunte Leben: mit dunklen Momenten der Trauer, mit Zweifeln, zwiespältigen Hoffnungen - und zugleich mit viel Freude an den kleinen Wundern, dem Mut, sie anzunehmen, sie zu genießen; sogar schon mit dem einen oder anderen erfüllten Wunsch (Lohnerhöhung, Praktikumsplatz,...). :yeah:

Und auch ich kann berichten: Dass ich mich über schöne neue Kontakte in der BriCom freue (ganz besonders über den mit euch) und glücklich bin über die liebevolle Beziehung zwischen meinem Mann und mir - darüber, wie wir nach schwierigen Jahren, die wir miteinander hatten, im Grunde zusammen erwachsen geworden sind (spät - aber immerhin :smirksmile: ), wie wir neue Achtung vor- und neue Liebe füreinander aufbauen konnten - darüber, dass sich die Mühen gelohnt und wir nicht aufgegeben haben.
Und dass wir viel dabei gelernt haben - über uns selbst, über den Anderen, über das Leben zu zweit. (Obwohl wir mit 17,5 Ehejahren ja weiß Gott nicht zu den Jungvermählten gehören - jedenfalls nicht der Zahl nach ... :lachen: )

Ich finde, Mädels, wir machen das gut!!! :krone auf: Meint ihr nicht auch?
Wartet nur ab: Wenn 2007 sich dem Ende zuneigt, werden wir unserem Strang eine neue Überschrift geben können: "Wie man Neujahrsangst überwindet!" - oder so ähnlich.
Wir sollten so positive Prognosen auch gar nicht scheuen! Zwar heißt es ja oft: Nicht zu früh freuen! Noch ist nicht aller Tage Abend! usw. Aber ich finde: Über etwas Gutes kann man sich gar nicht früh genug freuen, und jeder Tag hat schließlich seinen eigenen Abend, an dem wir jede gespürte und überwundene Angst, jedes Stück empfundene und verarbeitete Trauer und jede erfüllte Hoffnung mit einem dicken roten Ausrufezeichen in den Kalender eintragen können (und sollten). Stimmt&#180;s? Denn wer fühlt, verdrängt nicht. Und wer Gefühlen der Trauer und der Angst etwas entgegenzusetzen weiß - genau wie ihr das hier so schön beschreibt -, hat jeden Tag für sich entschieden, an dem das gelungen ist.

Lasst uns immer wieder hier zusammenkommen, uns gegenseitig bestärken und füreinander da sein, falls das neue Jahr mal schlechte Laune haben sollte. (Was wir auch ihm hin und wieder durchaus zubilligen wollen, nicht wahr? Aber nur hin und wieder, und es sollten keine Wutausbrüche dabei sein, denn dann geht es dem neuen Jahr mit vereinter Kraft gleich an den Kragen!!) Soll heißen: Bei aller berechtigter Zuversicht doch nie mit dem "Pflichtgefühl" im Nacken, uns gegeseitig Glücksmeldungen "abliefern" zu "müssen". Denn einer der Sätze, die so oft gesagt werden, stimmt ja wirklich: Was uns nicht umbringt, macht uns stark! Und dafür werden wir hier miteinander schon sorgen... :allesok:

Aber eine Frage habe ich heute noch: Warum scheint offenbar überall die Sonne - nur nicht hier in Berlin??? :knatsch: :zwinker:

Und, sagt mal: Zwitschern dort, wo ihr wohnt, auch die Vögel am Morgen schon so laut? Habe auch gelesen, dass in unserem Nachbarbundesland Brandenburg, wo sich allherbstlich unzählige Kraniche zum Weiterflug sammeln, wegen der milden Witterung außergewöhnlich viele einfach dageblieben und nicht weitergezogen sind.
Hoffentlich wird es nicht noch mal so richtig kalt...!

Wir jedenfalls ziehen auch nicht weiter, sondern versammeln uns immer wieder HIER - ja?

Schön, dass es euch gibt!:kuss:


Liebe Grüße für euch von
eurer linde

Miriam68
12.01.2007, 13:00
Hallo Lindenblatt

Wie immer hast Du einen wunderschönen und wahren Text verfasst.

Ich freue mich sehr, euch alle hier kennengelernt zu haben.

Mir geht's - wie soll ich sagen - seltsam. Ich kann weder gut noch schlecht sagen. Seit dem emotionalen Abend gestern (erst die Lohnerhöhung, dass die Musik im Auto, das Weinen) bin ich irgendwie anders drauf. Ich mache nach wie vor meine Stimmungsschwankungen durch, aber ich lasse mich eher darin treiben als davor. Klar - im Büro heul ich nicht los (obwohls mir vor lauter Rührung beim Lohngespräch fast passiert wär), aber ich habe das Gefühl, dass ich eine meiner vielen Schalen abgelegt habe.

Für den Moment ist der Abstand zwischen mir und meinen Mitmenschen ein wenig kleiner als sonst ...

Amaruschka, fürs Gespräch im hospitz wünsche ich Dir viel Glück!

Liebe Grüsse an alle

Miriam68

lindenblatt
12.01.2007, 17:12
...aber ich habe das Gefühl, dass ich eine meiner vielen Schalen abgelegt habe.

Für den Moment ist der Abstand zwischen mir und meinen Mitmenschen ein wenig kleiner als sonst ...

Liebe Miriam,

ich kenne das auch: Wenn eine (Schutz-)Schale bröckelt, fühlt man sich irritiert, genau so, wie du es beschreibst. Und ein geringer gewordener Abstand zu den Mitmenschen kann sich erst einmal recht befremdlich anfühlen, nicht wahr?

Meinst du denn, du wirst dich mit dem Zustand, eine Schale weniger zu haben, anfreunden und wohlfühlen können? Oder hättest du sie lieber zurück?
(Ich habe mir diese Frage immer nur zwiespältig beantworten können. Bin gespannt, wie du das für dich siehst.)

Aber nun habt erst einmal ein schönes Wochenende mit viel Zeit zum Sich-Besinnen und Sich-Wohlfühlen!! :blumengabe: :Sonne: :lachen:


Sehr lieb grüßt euch
eure :kuss: linde

Miriam68
12.01.2007, 21:43
Liebe Miriam,

ich kenne das auch: Wenn eine (Schutz-)Schale bröckelt, fühlt man sich irritiert, genau so, wie du es beschreibst. Und ein geringer gewordener Abstand zu den Mitmenschen kann sich erst einmal recht befremdlich anfühlen, nicht wahr?

Meinst du denn, du wirst dich mit dem Zustand, eine Schale weniger zu haben, anfreunden und wohlfühlen können? Oder hättest du sie lieber zurück?
(Ich habe mir diese Frage immer nur zwiespältig beantworten können. Bin gespannt, wie du das für dich siehst.)

Aber nun habt erst einmal ein schönes Wochenende mit viel Zeit zum Sich-Besinnen und Sich-Wohlfühlen!! :blumengabe: :Sonne: :lachen:


Sehr lieb grüßt euch
eure :kuss: linde

Hallo Linde

Du wirfst hier interessante Gedanken in den Raum.

Im privaten Umfeld, unter guten Freunden, da brauch ich die Schutzschale nicht. Bei der Arbeit ... da muss ich wirklich sagen: Kommt aufs Umfeld an.
Mit der Extraschale weniger war ich zwar ein wenig irritiert ... ich bin sonst während der Arbeit sehr zurückhaltend. Man merkt mir meine Launen nicht so an.

Gerade heute war ich wirklich dünnhäutig - nicht im Sinne von überempfindlich, sondern eher ... das Pokerface blieb daheim. Das Echo war - positiv! Ein Beispiel:
Ich hatte scheussliches Kopfweh. Am Nachmittag beschloss ich dann, in die Apotheke zu gehen und mir Kopfwehtabletten zu kaufen. Ich ging - oder eher: schlich - gesenkten Kopfes durchs Büro (normalerweise schreite ich eher forsch durchs Zeug), da öffnete die eine Kollegin bereits ihr Pult, um ihre Kopfwehtabletten hervorzukramen. Ich blieb stehen, da öffnete der gegenübersitzene Kollege seine Schublade, holte diverse Tabletten raus und fing auf und fing an, die Packungsbeilagen zu lesen.

Hätte der Stolz über den Schmerz gesiegt ... hätte ich mich zusammengerissen und wär an den Beiden vorbeistolziert, das wär denen doch nicht aufgefallen.

Ich wills mal so sagen: Um die richtigen Leute herum find ich's mit dünnerer Schale menschlicher.

Generell kann ich sagen: Ich wünsche mir soviel Selbstbewusstsein, dass ich die Schale immer weniger brauche. Das Aufrechterhalten eines Schutzschildes verbraucht halt schon viel Energie ...

Ich wünsche Dir - und auch allen anderen hier - ein wunderschönes und erholsamses Wochenende!

Liebe Grüsse

Miriam

lindenblatt
13.01.2007, 01:07
Hallo Miriam,

was du über dein durch Schalen entstandenes "Image" ("eher forsch") bei anderen, weniger vertrauten Menschen schreibst, kommt mir sehr bekannt vor! Nur war meines sozusagen umgekehrt. Viele Jahre lang galt ich als IMMER fröhlich, STETS zuversichtlich, STÄNDIG aufgeschlossen für Andere und PAUSENLOS unverwüstlich fleißig. Denn so habe ich mich verhalten. Bis eines fürchterlichen Tages Körper und Seele nicht mehr mitgespielt, sondern mir diese, natürlich unbewusste, Maske (= auch eine Schutzschale) unsanft (Depressionen, nicht mehr gegessen und geschlafen, Panikattacken) heruntergerissen und mich völlig außer Gefecht gesetzt haben. Der nun notwendige Weg der Selbsterkenntnis per Therapie war lang und schmerzlich. Heftige Kindheitstraumen ( "Liebe" nur für unbedingten Gehorsam und hohe, fehlerfreie Leistung) mussten verarbeitet, Illusionen über Bord geworfen und "das wahre Ich" erkannt werden. Am Ende Ende wusste ich, dass Fröhlichkeit, Zuversicht, Hilfsbereitschaft und Fleiß tatsächlich zu meinem Wesen gehören, aber nicht ausschließlich. Ich kam aus dem Staunen nicht heraus, als mir klar wurde, dass auch ich durchaus widerspruchsbereit, störrisch und manchmal faul, ablehnend und richtig mies gelaunt sein kann. Und konnte mich mit diesem neuen, realistischen und jetzt auch angreifbaren "Ich" lange überhaupt nicht anfreunden. In die Tonne hätte ich mich treten mögen. Nochmals lange hat es gedauert, bis ich mich dann immer öfter auch so - unterschiedlich, authentisch - verhalten und die neuen Reaktionen auf mich ertragen konnte.


Ich wills mal so sagen: Um die richtigen Leute herum find ich's mit dünnerer Schale menschlicher.


Genau so sehe ich das inzwischen auch! Das Leben zeigt sich dann so, wie es ist: vielseitig, im wahrsten Sinne des Wortes. Der Umgang mit anderen Menschen wird interessanter. Und was man dabei erlebt, kann zu wichtigen Lebenserfahrungen werden.


Generell kann ich sagen: Ich wünsche mir soviel Selbstbewusstsein, dass ich die Schale immer weniger brauche. Das Aufrechterhalten eines Schutzschildes verbraucht halt schon viel Energie ...

Mehr Selbstbewusstsein (der Ausgangspunkt lag im Minusbereich, war nicht mal null) habe ich erst bekommen, als ich anfing, mich anders zu verhalten. Aber auch nur MEHR, nicht so viel und so ausgeprägt wie gewünscht; oft mangelt es mir immer noch daran.

Das mit der Energie ist sowas von wahr! Eine Psychologin hat mir mal gesagt: "Wenn Sie die Energie, die Sie all die Jahre für das Aufrechterhalten Ihrer früheren Außenwirkung aufwenden mussten, für sinnvolle Ziele hätten einsetzen können... - stellen Sie sich mal vor, wie anders dann Ihr Leben verlaufen wäre." Ich hab mir das dann zwar lieber nicht in allen Einzelheiten vorgestellt, aber ich wusste und weiß, wie Recht sie hatte.


Herzlich grüßt dich
Linde

Muschelhaus
13.01.2007, 08:43
Guten Morgen,
auch ich habe jahrelang eine bzw. meherere Rollen "gespielt", war dabei nicht mehr ich selbst, war nahe daran mich selbst zu zerstören, bin vor mir und meinen Problemen im wahrsten Sinne davon gelaufen, auch da habe ich mir und allen anderen etwas vorgemacht und allen gesagt, ich trainiere für einen Marathon -
bis es zum Zusammenbruch kam. Zuerst kam der körperliche Zusammenbruch und dann der psychische. Auf diesem langen und harten Weg bin ich immer noch, habe inzwischen viele alte Verhaltensmuster abgelegt, viel über mich und mein Leben gelernt, vor allem, es so zu akzepieren, wie ich lebe:

Daher finde ich diese Aussage der Psychologin :
"Wenn Sie die Energie, die Sie all die Jahre für das Aufrechterhalten Ihrer früheren Außenwirkung aufwenden mussten, für sinnvolle Ziele hätten einsetzen können... - stellen Sie sich mal vor, wie anders dann Ihr Leben verlaufen wäre." Ich hab mir das dann zwar lieber nicht in allen Einzelheiten vorgestellt, aber ich wusste und weiß, wie Recht sie hatte.

Mir hat der Psychologe mal gesagt, "wenn und aber, hätte und würde* nützt gar nichts, auch "richtig oder falsch" ist oft der falsche Ansatz. Handeln, etwas tun, etwas ändern das ist besser als grübeln oder abwägen, denn wenn man es nicht probiert, wird man nie erfahren, was das Leben noch für uns bereit hat.

Ich habe heute ein Zitat von Sokrates und wünsche euch allen ein schönes Wochenende.

"Bedenke stets, dass alles vergänglich ist, dann wirst du im Glück nicht zu fröhlich und im Leid nicht zu traurig sein.

Eure Muschelhaus

Miriam68
13.01.2007, 09:55
Muschelhaus und Lindenblatt,

Darf ich euch einen Knuddel durchschicken? :kuss:

Lindenblatt,

Das mit der Depression, das kenn ich.
Den Erfolgszwang gab's in meiner Familie nicht. Aber bei uns beobchtete ich Ereignisse, die mich dazu zwangen, der Liebe gegenüber sehr, sehr misstrauisch zu sein. Ich traute den Männern nicht über den Weg (... sie wollen alle nur das Eine),
und auch vielen Frauen nicht (die wollen nur eins: besser sein als ich).
Viele Vorurteile über Männer konnte ich im Beruf abbauen: Ich arbeite in einer Männerdomäne, und Gespräche mit Kollegen brachten Interessantes ans Tageslicht.
Dennoch - die Schale blieb, machte mich scheu und unsicher ...
Irgendwann wurde wohl die Schale blickdicht, und ich sah das Schöne im Leben, die kleinen Dinge, die Freude machen, nicht mehr.
Bis mich eine Depression zwang, sie stückchenweise abzulegen.

Meine Therapeutin gab mir den Rat: Zwing Dich, immer wieder die schönen Dinge anzusehen: Blumen, Sonnenuntergang, Sterne - was auch immer.
Und sie sagte mir folgenden Satz: "Wie kannst Du von jemandem erwarten, dass er Dich liebt, wenn Du es nicht selbst tust".

Einer meiner Knackpunkte ist: Nicht geliebt, nicht gemocht, nicht beachtet zu werden. (Liegt's an meinem Sternzeichen Löwe???) Dies nicht nur auf Männer bezogen, sondern ganz allgemein. Aus einem Kollegen, der nicht mit mir spricht, wird nach vielen miesen inneren Dialogen in meinem Kopf: "Was hat er bloss gegen mich?"
Wenn ich jedoch mich selber beobachte, sehe ich oft eine Frau, die mit ernstem Gesicht durch die Gegend marschiert und dabei wohl oft unahbar und manchmal arrogant wirkt.
Also wie eine Person, die ich auch nicht umbedingt angsprechen würde.
Und dabei lauf ich oft so rum, weil ich mich unsicher fühle ...

Du, Lindenblatt, warst wohl das Gegenteil.

Das Gute liegt wohl - wie so oft - in der Mitte! Immer gemocht, angsprochen zu werden, immer die Fleissige zu sein ... das kann, wie ich bei Freundinnen immer wieder beobachte, zu sehr, sehr viel Stress führen. Beide Haltungen - sowohl die freundliche als auch die unnahbare - haben ihre Vorteile.

Authenzität führte bei Dir dazu, das Du lerntest, Deinen Unmut zu zeigen, und bei mir führt sie hoffentlich dazu, dass ich mal eine Schwäche oder Unsicherheit nach Aussen trage.
Wenn man authentisch ist, strahlt man aus, wie man ist. Wenn man dann auch noch so richtig selbstbewusst ist, kann man auch mit den Konsequenzen davon leben.


auch ich habe jahrelang eine bzw. meherere Rollen "gespielt", war dabei nicht mehr ich selbst, war nahe daran mich selbst zu zerstören, bin vor mir und meinen Problemen im wahrsten Sinne davon gelaufen, auch da habe ich mir und allen anderen etwas vorgemacht und allen gesagt, ich trainiere für einen Marathon -
bis es zum Zusammenbruch kam. Zuerst kam der körperliche Zusammenbruch und dann der psychische. Auf diesem langen und harten Weg bin ich immer noch, habe inzwischen viele alte Verhaltensmuster abgelegt, viel über mich und mein Leben gelernt, vor allem, es so zu akzepieren, wie ich lebe:


Ich wünsche Dir, dass Du auf diesem Weg bleiben kannst. ich bin auf demselben Weg.

Mir kommen zu Euren Geschichten folgende Sprüche in den Sinn:

"Ein steifer Gegenwind schafft ein interessantes Profil"

und

"Nur wer gegen den Strom schwimmt, findet die Quelle"

In diesem Sinne wünsch ich Euch allen einen schönen Samstagmorgen.

Schön, dass es diese virtuelle Ecke gibt, in der man was über sich und andere lernen kann! :blumengabe:

amaruschka
13.01.2007, 16:59
Hallo Ihr Lieben, ja, da haben sich wohl die richtigen getroffen. Ich hatte auch ein paar Jahre starke Depressionen. Nach einer von mir gewollten Trennung fiel ich in ein Loch. Mir ging es total schlecht und mein Freund, der die Trennung nicht wollte, hatte nach vier Wochen die nächsten Beziehung. Das traf bei mir natürlich ins Schwarze. Meine Glaubenssätze, dass mich sowieso keiner will und mag, wurden bestätigt.

Was für mich der größte Lernschritt in den letzten Jahren war: Die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen und nicht als Opfer liegenbleiben. War gar nicht so leicht. Aber heute habe ich so viel von dem bekommen, was ich mir gewünscht habe.
Woran es bei mir noch sehr fehlt, ist grundlegendes Vertrauen. Egal ob in der Beziehung zu meinem Mann oder im Beruf, es genügt eine Kleinigkeit und ich verliere den Boden unter den Füßen.

Im Büro habe ich auch gerad eine gute Lektion zu lernen. Eine Kollegin, mit der ich schon lange arbeite, ist immer distanziert. Zwar freundlich, aber es kommt keine Nähe auf. Ich habe gemerkt, dass mich das total verunsichert. Das alte Thema, von allen gemocht werden zu wollen, klopft mal wieder an. Aber diesmal habe ich wenigstens schon sagen können: Gut dass ich die Möglichkeit habe, durch diese Situation an mir zu arbeiten. Ich kann durch diese Kollegin lernen, noch mehr bei mir zu bleiben und mich mehr auf mein Selbstbewusstsein verlassen. Ich kann lernen, mein Befinden nicht von der Reaktion eines anderen Menschen abhängig zu machen. Klingt so leicht, ist aber noch ein ganz schön großer Schritt. Dieses schwache Selbstbewusstsein macht mich oft sehr traurig. Gerade in beruflichen Dingen steht es mir so im Weg. Immer wieder die Angst, dass ich im Grund nichts kann und bin, obwohl eigentlich alles gut läuft. Ein Fehler genügt und ich muss mir selbst zureden wie einem kranken Gaul.

Im Moment kommt da manchmal meine Neujahrsangst hoch und fragt sich, ob das je anders wird. Gestern musste ich viel weinen, habe an meine Mutter gedacht, die nicht mehr da ist. Bei ihr hat sich diese Angst vor dem Leben leider nicht aufgelöst. Sie ist letztendlich darin steckengeblieben und gestorben. Das tut mir weh und macht mir auch manchmal Angst, obwohl ich weiß, dass mein Weg ein anderer ist.

Liebe Miriam, danke für deine guten Wünsche! Ich bin gespannt, wie das Gespräch am Mittwoch verläuft und lasse es euch wissen.
Ich war sehr berührt, als ich las, dass du deine Schwester verloren hast. Ich habe auch eine Schwester, an der ich sehr hänge (wir sind zweieiige Zwillinge) und kann nur ahnen, was das heißt. Ich drücke dich auf diesem Weg ganz fest und wünsche dir, dass die vielen schönen Erinnerungen, die du sicher mit ihr hast, dich durch die Zeiten der Trauer tragen.

Einen schönen Samstag Abend und einen hoffentlich sonnigen Sonntag wünscht euch
Amaruschka

lindenblatt
14.01.2007, 02:26
Hallo Muschelhaus!


Daher finde ich diese Aussage der Psychologin :
"Wenn Sie die Energie, die Sie all die Jahre für das Aufrechterhalten Ihrer früheren Außenwirkung aufwenden mussten, für sinnvolle Ziele hätten einsetzen können... - stellen Sie sich mal vor, wie anders dann Ihr Leben verlaufen wäre." Ich hab mir das dann zwar lieber nicht in allen Einzelheiten vorgestellt, aber ich wusste und weiß, wie Recht sie hatte.

Mir hat der Psychologe mal gesagt, "wenn und aber, hätte und würde* nützt gar nichts, auch "richtig oder falsch" ist oft der falsche Ansatz. Handeln, etwas tun, etwas ändern das ist besser als grübeln oder abwägen, denn wenn man es nicht probiert, wird man nie erfahren, was das Leben noch für uns bereit hat.
Als die Psychologin mir das gesagt hat, war das nicht mehr schlimm, da war mir das schon lange klar. Sie kannte mich zu dem Zeitpunkt schon lange und wollte mir nur noch mal deutlich machen, wie sehr ich aufpassen muss, dass nicht wieder so viel Energie für das Falsche draufgeht. Mir ist der Satz auch tatsächlich oft in den Sinn gekommen - sozusagen als Achtungszeichen. Nicht immer konnte und kann er Rückfälle in alte Verhaltensmuster verhindern, aber er ist dann wie eine blinkende rote Lampe: "Achtung, Achtung - sinnloser Energieeinsatz!"

Ich hab zum Beispiel aufgehört, mir im Fernsehen politische Magzine ("Monitor", "Panorama") anzusehen, obwohl ich ein politisch interessierter Mensch bin. Aber ich ärgere mich beim Anschauen dieser Sendungen oft so sehr über Dinge, die da berichtet werden, dass meine "rote Lampe" dann immer wie wild Dauerblinkzeichen gibt. Und ja, sie hat Recht. Ich kann das alles nicht ändern. Also ist es Kraft- und Zeitverschwendung, sich damit in allen Einzelheiten zu befassen. Lieber etwas Schönes fotografieren in der Zeit! Dazu fällt mir auch ein ganz passendes Sprichwort ein, aber leider nicht vollständig, ich suche es nacher und schreibe es euch. Das Zitat, dass du uns aufgeschrieben hast, liebe(s) Muschelhaus, gefällt mir sehr gut!

Und nun schlaf schön, Muschelhaus!

linde :blumengabe:

lindenblatt
14.01.2007, 03:02
Hallo Amaruschka!



Was für mich der größte Lernschritt in den letzten Jahren war: Die Verantwortung für mein Leben zu übernehmen und nicht als Opfer liegenbleiben. War gar nicht so leicht. Aber heute habe ich so viel von dem bekommen, was ich mir gewünscht habe.

Ja, genau darum ging es bei mir auch. Und ich hab auch Jahre gebraucht, bis ich das begriffen hatte. Und dann brauchte ich mich auch nicht mehr darüber zu wundern, wieso ich vorher immer an die falschen Männer geraten war. Das Einzige, womit mich ein Mann anzog wie einen Magneten, war, dass er mein Leben regelte. Selten in meinem Sinn, sondern fast immer ausschließlich in seinem, aber ich ließ das geschehen, weil ich eben auch nicht in der Lage war, eigenverantwortlich zu handeln. Ich war nur immer so verzweifelt, weil ich mich wie ein Kind gefühlt habe, obwohl ich nach Lebensjahren längst erwachsen war. Ich hab an diesen Männern gehangen wie eine Klette. Nur damit ich nicht allein sein, meine eigenen Entscheidungen treffen und mich mit den Konsequenzen auseinandersetzen muss.

Es liegt bei mir zwar noch so manches im Argen, aber allein sein und selbst entscheiden kann ich heute gut. Ich finde es wichtig, gut allein sein zu können. Als mein Mann vor ein paar Jahren einen Herzinfarkt hatte, im Krankenhaus war und ich nicht wusste, was aus ihm werden würde (zum Glück hat er es mit einer Bypass-OP überstanden), habe ich diese schwierige Situation bewusst allein bewältigt: die Angst ertragen, ihn täglich besucht und ihm Mut gemacht, den Kontakt zu seiner und meiner Familie gehalten, viel für ihn erledigt und organisiert usw. Für mich war das eine riesige Leistung, ich war richtig stolz auf mich.
Aber es war ein großes und hartes Stück Arbeit, das zu lernen.

Was ich immer noch nicht kann, ist Auto fahren. Ich habe zwar einen Führerschein (wieder auf "Hochleistungsart" erworben, parallel zu einer schwierigen Umschulung, da wollte ich mir und allen beweisen, dass ich alles auf einmal schaffe), kriege aber beim Fahren eine solche Angst, dass ich alles nur noch verschwommen sehe - ausgesprochen fatal im Straßenverkehr!! Das wurmt mich gewaltig und ich halte schon Ausschau nach einer geeigneten Fahrschule (möglichst eine für "Angsthasen", so etwas gibt´s wirklich, aber leider nicht überall).


Amaruschka, zu dieser Stunde träumst du bestimmt gerade etwas Schönes!?


Jedenfalls wünscht dir das

linde

lindenblatt
14.01.2007, 03:27
Hallo Miriam!


Meine Therapeutin gab mir den Rat: Zwing Dich, immer wieder die schönen Dinge anzusehen: Blumen, Sonnenuntergang, Sterne - was auch immer.


Ja, die kleinen Dinge zu sehen, das wirkt tatsächlich Wunder! Das war auch für mich eine psychotherapeutische "Hausufgabe" und klappt inzwischen wieder ganz gut. Im Zuge des ständigen Ausschauhaltens nach herzerfrischenden Kleinigkeiten habe ich das Fotografieren für mich entdeckt. Mittlerweile nehme ich meine Kamera schon auf den Weg zum Einkaufen mit, weil ich so oft etwas sehe, was ich sofort im Bild festhalten muss: ein bizarres Wolkengebilde, interessantes Tageslicht, in dem auf einmal alles ganz anders aussieht (besonders im September ist das so) und was es da sonst noch alles zu entdecken gibt. Zum Beispiel jetzt kürzlich drei verschieden farbige, zusammengebundene Luftballons (bestimmt noch von Silvester), die sich ganz oben an einem Ast eines der dicken, alten Bäume hinter unserem Haus verfangen hatten. Nicht einmal Sturm "Franz" hat sie heruntergefegt bekommen. Dabei war durch ihn bei uns die Hölle los: Halbe Dächer flogen durch die Gegend, abgestellte Motorräder wurden umgerissen und schlidderten über Bürgersteige, Bäume kippten in parkende Autos und ständig heulten die Feuerwehrsirenen. Nur die drei Luftballons - die sind bis heute geblieben, wo sie am Neujahrstag schon waren. Nur einer hat etwas Luft eingebüßt im Sturm seines aufregenden Lebens. :lachen: Und da musste ich natürlich meine Kamera in Stellung bringen und die Ballons samt Ast auf dem Speicherchip verewigen. Fotografieren macht mir wirklich ungeheuren Spaß, die Motive springen mich förmlich schon von selbst an. Auch als Kind hatte ich einen Blick für das Kleine, Schöne, aber dann ist er mir für viele Jahre abhanden gekommen. Erst seit Kurzem ist er wieder da. Und der Anblick so eines kleinen Wunders rettet mir manchmal einen halben Tag - mindestens! :lachen:

Träume voller Wunder, liebe Miriam, wünscht dir

linde

lindenblatt
14.01.2007, 03:41
Ihr Lieben,

hier ist noch das versprochene Zitat:


Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut,
Dinge zu ändern, die ich ändern kann,
und die Weisheit,
das eine vom anderen zu unterscheiden.

Friedrich Christoph Oetinger (1702 - 1782), schwäbischer Theologe

Und lieben Dank auch für eure Zitate, hab mir alle aufgeschrieben! :blumengabe:

eure linde

Miriam68
14.01.2007, 18:44
Hallo Linde,

Klingt schön mit den bunten Ballons!

Ich bin heute spazieren gegangen. Zu meinem Lieblingsweg gehört auch ein steiler Pfad, der zum See runterführt. Die Aussicht ist immer grandios, und heute, wo das Wetter so wechselhaft war bei uns, sah der See einfach wunderschön aus!

Eins, das ich schon seit Jahren schätze: Meine Wohnung ist alt. Wirklich steinalt. Die Küche stammt etwa aus den Sechzigern, die Böden sind noch älter, es ist alles sehr einfach, aber ... ich seh auf den See!

Das hat schon einige Male meine Stimmung angehoben!

lindenblatt
15.01.2007, 00:33
Hallo Miriam!


Eins, das ich schon seit Jahren schätze: Meine Wohnung ist alt. Wirklich steinalt. Die Küche stammt etwa aus den Sechzigern, die Böden sind noch älter, es ist alles sehr einfach, aber ... ich seh auf den See!
Das hat schon einige Male meine Stimmung angehoben!

Das ist ein richtig tolles, symbolhaftes Bild dafür, welche viel größere Wirkung Natürlich-Schönes haben kann, das man nicht kaufen kann, als alles produzierte Schöne, das es für Geld gibt.
Ich seh´ deine Küche richtig vor mir...

Als ich mich mal unter Anleitung in einer Gruppe mit Autogenem Training beschäftigt habe, hat uns der Psychologe aufgefordert, uns ein "Ruhebild" vorzustellen, mit dem wir die Selbstsuggestion gewissermaßen illustrieren können. Das Bild von deiner "einfachen" Küche mit dem wunderbaren Blick auf den See wäre dafür optimal!

Da möchte ich doch am liebsten gleich mal mit meinem Fotoapparat vorbeikommen... :lachen:


Lieben Gruß,
linde

lindenblatt
15.01.2007, 00:37
Liebe Amaruschka,

kräftigstes Daumendrücken für Mittwoch !!! :allesok:


...verspricht mit lieben Grüßen
linde

Inaktiver User
15.01.2007, 08:30
Und ja, sie hat Recht. Ich kann das alles nicht ändern. Also ist es Kraft- und Zeitverschwendung, sich damit in allen Einzelheiten zu befassen. Lieber etwas Schönes fotografieren in der Zeit!

das ist etwas, worin ich mich auch übe
immer und immer wieder aufs Neue, damit es sich verfestigt

wenn ich die Wahl habe (und die hat man eigentlich immer?!), dann will ich auch lieber das Schöne sehen und in mich aufnehmen

das heißt nicht, dass ich grundsätzlich "wegsehen" würde.... das heißt, dass ich das ausblende, worauf ich ja doch keinen Einfluss habe


Wißt ihr, ich lese die ganze Zeit hier im Strang mit, und es tut mir gut

ich danke euch allen für eure Offenheit und Verletzlichkeit, die sich darin offenbart - ihr seid seelenvolle, warme Menschenseelen und eine Wohltat
:blumengabe::blumengabe::blumengabe:
:kuss:

Miriam68
15.01.2007, 13:32
das ist etwas, worin ich mich auch übe
immer und immer wieder aufs Neue, damit es sich verfestigt


Mach ich auch so.
Bis mein Hirn mal irgendwann automatisch zuerst das Gute sieht.
Neue Bahnen kann das Gehirn auch bei erwachsenen Menschen bilden. Es geht zwar langsamer als bei Kindern, aber - es geht.

Zu diesem Thema empfehle ich übrigens das Buch "Die Glücksformel". Den Autor habe ich leider vergessen.

(Und trotz allem: Heute hatte ich zwei linke Füsse, um damit aufzustehen. Habe schlechte Laune. Morgen ist erstmals Geburtstag meiner Schwester ohne sie ... )

amaruschka
15.01.2007, 14:22
@ Lavendelmond: Schön, dass du noch bei uns bist! Ich begegne dir immer so gern.

@ Lindenblatt: Diesen "Gelassenheitsspruch" liebe ich auch sehr. Klingt so einfach, aber ist eine große Herausforderung. Am liebsten möchte ich immer alles ganz schnell ändern. Mir fehlt die Geduld und vor allen Dingen das Vertrauen. Aber hin und wieder kommt es jetzt so langsam. Das erste Mal ist mir dieser Spruch vor 12 Jahren begegnet, als ich wegen meiner Depressionen in eine psychosomatische Klinik gegangen bin. In einer Gruppe dort ging es viel um diesen Spruch und er hat mich in all den Jahren immer wieder begleitet.

Heute früh habe ich in einem Meditationsbuch gelesen (und nach einer Woche Pause wegen meiner Tage endlich wieder Yoga gemacht), das auch noch aus dieser Zeit stammt. Es ist schon ziemlich zerfleddert und hat mich durch schwere Zeiten begleitet. Es ist von Melody Beattie und heißt "KRAFT ZUM LOASLASSEN".
Und der Text heute, knüpfte an Gedanken an, die mir gestern schon durch den Kopf gingen. Es ging um das Thema "Gute Gefühle". Mir wurde gestern klar, dass ich jetzt, wo eigentlich alles so ziemlich rund läuft und keine größere Katastrophe in Sicht ist, eine innere Leere spüre. Und statt dieser Leere könnte da ja auch Glück und Zufriedenheit sein. Aber ich habe so viele Jahre Angst und Traurigkeit gespürt, dass ich mit den guten Gefühlen noch gar nicht so wirklich zurecht komme.

In dem Text stand: Wir müssen uns keine Sorgen machen, wenn wir gute Gefühle erleben. Wir müssen sie nicht durch unsere Angst vertreiben. Wir brauchen unser Glücksgefühl nicht zu sabotieren. Gelegentlich tun wir es dennoch, um uns wieder auf vertrautes, wenn auch weniger angenehmes Terrain zu begeben. Wir dürfen uns wohl fühlen. Wir müssen nicht unsere Gefühle analysieren, beurteilen oder rechtfertigen. Wir brauchen unser Wohlgefühl weder durch eigene noch durch fremde negative Gedanken verderben lassen.

Das ist etwas, worüber ich noch nachdenken und -fühlen möchte. Und hat auch mit meiner Neujahrsangst zu tun. Immer wieder kriecht in mir die Angst hoch: Was ist, wenn das alles hier in diesem Leben, auf dieser Erde keinen Sinn hat? Gerade im Angesicht von Leid und Tod finde ich diese Frage so schwer auszuhalten. Dann habe ich auf nichts mehr Lust, fange an zu suchen, was mir dieses Sinngefühl geben könnte. Dabei liegt es doch schon vor meinen Füßen. Und ich kann es so oft nicht nehmen und fühle mich lieber weiter schlecht.

Aber nach diesem Text habe ich mir vorgenommen, im Büro meine positiven Energien zu nutzen und nicht wie so oft, über alles nörgeln, was nicht so super ist. Und es hat geklappt. Ich habe mit einer netten Kollegin über den tollen Blick von unserem Büro gesprochen (wir können bei guter Sicht die Berge sehen) und mich mit ihr über dieses Geschenk gefreut.


@ Miriam: Das hatte ich das letzte Mal ganz vergessen: Ich bin Jungfrau und habe mich in deiner Beschreibung ziemlich gut wiedererkannt. Diese inneren Dialoge... ganz schön mühsam. Also liegt es nicht nur am Sternzeichen :)
Der Blick aus deiner Küche gefällt mir gut. Lag heute der Nebel über dem See und ließ seine Schwaden vorüberziehen?
Morgen werde ich fest an dich denken. Ich hoffe, du hast Menschen, die diesen Tag mit dir verbringen.


Euch allen liebe und gut gefühlte Grüße
Amaruschka

lindenblatt
15.01.2007, 16:07
@ Lavendelmond: Schön, dass du noch bei uns bist! Ich begegne dir immer so gern.
Liebe Lavendelmond, Da kann ich Amaruschka nur von Herzen zustimmen! :blumengabe: :kuss:


Liebe Amaruschka,
lieben Dank für alles, was du geschrieben hast!
Ich könnte dir jetzt nur "auf die Schnelle" antworten, was ich auf keinen Fall möchte. Melde mich wieder heute Abend! :kuss:


Liebe Miriam,
werde auch in Gedanken bei dir sein! :kuss:



Es ist so schön, dass wir uns diese Ecke hier eingerichtet haben...

eure linde

lindenblatt
15.01.2007, 16:12
Liebe Miriam,

für deine Schwester :kerze:

... und für dich :kerze:



linde

Miriam68
15.01.2007, 21:06
Ach, ihr seid alle so Schätze! :kuss:

Heut war ein Tag zum Abhaken. Nach ner schlechten Nacht mit dem linken Fuss auf, viel zu früh. Dann ins Fitnesscenter. Dann zur Arbeit, wo heute fast alle irgendwie gesponnen haben. Viel Zähne zusammenbeissen war angesagt - ich schankte dauernd zwischen losheulen wollen und losbrüllen wollen.

Dann ins Bauchtanzen wie jeden Montag - und das war die eine Stunde, wo ich fröhlich war. in den ganz schlimmen Zeiten war und ist das Bauchtanzen immer mein Fixpunkt, wo es mir gut geht.

Jetzt daheim, immer noch mit trauriger Grundstimmung und Kloss im Hals, und so liebe Antworten von Euch ...

:kuss: :kuss: :kuss: :kuss: :kuss: :kuss:

Morgen ist für mich ein ganz normaler Arbeitstag. Freinehmen geht nicht - bin in einer wichtigen Projektphase. Am Abend geh ich heim - ich habe das Bedürfnis, allein zu sein. Ich werde mich aber sicher bei meiner Mutter und meinem Neffen melden.
Ich werde aber morgen zur Feier des Tages was anziehen, was meiner Schwester gefallen hätte, was, weiss ich noch nicht. Am Abend werde ich mir Blumen kaufen, diese in eine schöne Vase stellen, eine Kerze anzünden und ihre Lieblingsmusik hören.

Und wenn's dann weint, dann weint's dann.

:kerze::kerze::kerze::kerze::kerze::kerze::kerze:: kerze::kerze:

Inkognita
15.01.2007, 21:11
Hallo,
ich lese auch schon seit Beginn hier im Strang ‚heimlich’ mit…Mir war der Titel aufgefallen, wohl auch, weil ich in den letzten beiden Jahren durch eine Trennung viele Veränderungen erlebt habe und ich mir für das neue Jahr so viel vorgenommen habe wovon ich glaube, das ich es noch ‚erledigen’ oder besser gesagt angehen müsse. Und natürlich gibt es immer wieder Zweifel und Ängste in mir, Grübeleien, ob ich das auch wirklich schaffe…Aber ich will und werde es zumindest versuchen – das steht fest.
Was ich aber eigentlich sagen wollte: auch mir ist euer offenes und sehr herzliches Verhältnis untereinander als sehr wohltuend aufgefallen und dafür gibt’s heute einfach mal ein Sträußchen Blümchen für jede :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

Und hier noch eine Geschichte :
„Über das Glück...
Ein Geschäftsmann kam zum Meister und wollte von ihm wissen, was das Geheimnis eines erfolgreichen Lebens sei.
Sagte der Meister: "Mach jeden Tag einen Menschen glücklich!"
Und er fügte nach einer Weile hinzu: "... selbst wenn dieser Mensch du selbst bist."
Und noch ein wenig später sagte er: "Vor allem, wenn dieser Mensch du selbst bist."
Der Verfasser ist mir unbekannt, aber die Geschichte gefällt mir sehr.

lg Inko

Miriam68
15.01.2007, 21:24
Hallo Inkognita

Danke für die Geschichte und die Blumen!

:blumengabe:

lindenblatt
16.01.2007, 14:12
Liebe Amaruschka!


Es ging um das Thema "Gute Gefühle". Mir wurde gestern klar, dass ich jetzt, wo eigentlich alles so ziemlich rund läuft und keine größere Katastrophe in Sicht ist, eine innere Leere spüre. Und statt dieser Leere könnte da ja auch Glück und Zufriedenheit sein. Aber ich habe so viele Jahre Angst und Traurigkeit gespürt, dass ich mit den guten Gefühlen noch gar nicht so wirklich zurecht komme.
So ging es mir auch, als nach langer Therapie einiges Schlimme aus meinem Vorleben (vor allem der Kindheit) aufgearbeitet schien und nun eigentlich und endlich wieder postive, konstruktive Gedanken hätten Einzug halten können/sollen. Es herrschte erschreckende Leere! Da habe ich sogar nicht mal längeren Sonnenschein ertragen können, hab, sozusagen, so gleißender Heiterkeit nicht über den Weg getraut (das geht mir manchmal heute noch so). Bis dann wieder Zuversicht und überhaupt Positiv-Zukunftsorientiertes in mein Gefühlsleben einzogen, hat es noch einmal eine ganze Weile gedauert - und es ging auch nur schrittweise. Eine längere Psychotherapie ist aber auch, wie ich verblüfft feststellen konnte, Anstoß für weitreichende Nachfolgewirkungen. Da war ein Stein ins Rollen gekommen, der zwar manchmal an dem einen oder anderen Hindernis hängen blieb, aber insgesamt nicht mehr aufzuhalten war. Wie schon an anderer Stelle geschrieben: Einige Probleme hat er auch "erfolgreich" umrollt, aber meine gedankliche Herangehensweise an nahezu alle Themen, mit denen ich mich beschäftigen muss oder möchte, ist eine ganz andere geworden. Im Grunde hat sich mein ganzes Weltbild verändert, was auch dringend nötig war, wenn ich nicht weiterhin als das hilflose Kind durchs Leben gehen wollte.


Wir brauchen unser Wohlgefühl weder durch eigene noch durch fremde negative Gedanken verderben lassen.
Ganz genau!!! Vielleicht steht da auch, dass man sich besser nicht mit destruktiv denkenden Menschen umgeben sollte. Das habe ich in ähnlichen Büchern oft gelesen. Besser wäre das wirklich! Nur leider schwer zu machen. Und dennoch - wenn ich mit Menschen, die ich nicht einfach aus meinem Leben verbannen kann und/oder möchte, spreche und sie mir dann wieder nur ihren unreflektierten, oft aggressiv angehauchten Rundum-Pessimismus überhelfen wollen, gelingt es mir immer besser, ihnen klar zu machen, dass ich das nicht will. Aber ich begründe das immer noch viel zu viel. Das ärgert mich und steht auf meiner inneren Liste "Unbedingt ändern!" ziemlich weit oben... :cool: :smirksmile:


Immer wieder kriecht in mir die Angst hoch: Was ist, wenn das alles hier in diesem Leben, auf dieser Erde keinen Sinn hat? Gerade im Angesicht von Leid und Tod finde ich diese Frage so schwer auszuhalten. Dann habe ich auf nichts mehr Lust, fange an zu suchen, was mir dieses Sinngefühl geben könnte. Dabei liegt es doch schon vor meinen Füßen. Und ich kann es so oft nicht nehmen und fühle mich lieber weiter schlecht.
"Lieber" stimmt gewiss nicht, Amaruschka. Aber ich verstehe schon, was du meinst. Du schreibst "Gerade im Angesicht von Leid und Tod..." - wie könnte es auch anders sein. Du wirst es wissen, wenn auch nicht so recht glauben können: Das bleibt nicht für immer so. Denn die profane symbolhafte Feststellung, dass jeder Nacht auch wieder ein Tag folgt, ist ja tatsächlich wahr. "Nur" dass es Situationen gibt, in denen die Nacht endlos zu sein scheint. Aber ewig kann und wird sie nicht andauern...:Sonne:


Aber nach diesem Text habe ich mir vorgenommen, im Büro meine positiven Energien zu nutzen und nicht wie so oft, über alles nörgeln, was nicht so super ist. Und es hat geklappt. Ich habe mit einer netten Kollegin über den tollen Blick von unserem Büro gesprochen (wir können bei guter Sicht die Berge sehen) und mich mit ihr über dieses Geschenk gefreut.
Ganz toll, liebe Amaruschka :krone auf: , das sind die Schritte, die ich oben meine. Und dieser, den du hier beschreibst, ist sogar ein ziemlich großer, finde ich! :kuss:
Sei nicht zu unduldsam mit dir und vertrau auf deine immer größer werdende "Schrittlänge" - notfalls ist sogar auch bewusster Zweckoptimismus, solange er nicht zum alles verdrängenden Mechanismus wird, manchmal gar nicht schlecht. :lachen:

Nochmals alles Gute für morgen!!!

Ganz liebe Grüße vom
lindenblatt :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:

lindenblatt
16.01.2007, 14:15
Liebe Miriam,

wie war denn dein Tag, und wie geht es dir? :kuss:


Liebe Grüße! :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:
lindenblatt

lindenblatt
16.01.2007, 14:21
Liebe Inkognita,

eine schöne Geschichte - und sehr, sehr wahr! Danke auch von mir, auch für den Blumenstrauß. Sehr lieb von dir! :kuss:

Guck doch immer wieder mal hier rein, bist immer herzlich willkommen! :smile:


Einen schönen Tag und lieben Gruß,
lindenblatt

P.S.: Immer wieder aufs Neue berührt mich deine wunderschöne Sigantur!

Miriam68
16.01.2007, 19:53
Liebe Miriam,

wie war denn dein Tag, und wie geht es dir? :kuss:


Liebe Grüße! :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:
lindenblatt

Liebes Lindenblatt
Danke fürs Fragen.

Ich hatte wieder ne unruhige Nacht, erwachte viel zu früh und ging deswegen vor der Arbeit ins Fitnesscenter. Ich fühlte mich heute die ganze Zeit melancholisch und war sehr unkonzentriert, ich musste sehr aufpassen, dass keine Fehler passierten.
Was ungünstig war - vor allem am Nachmittag wurde es sehr unruhig, und ich wurde nur so knapp mit meinen Tageszielen fertig.
Was aber dennoch schön war: meine beiden fürsorglichen Arbeitskollegen (diejenigen, die vor kurzem so grosszügig mit den Kopfwehtabletten waren) waren wiederum sehr nett zu mir.
Gerade heutzutage, wo so oft gemobbt, hintergangen und schlecht geredet wird, ist es Gold wert, Kollegen zu haben, denen es nicht egal ist, wie's einem geht.

Vorm Heimgehen sah ich schnell meine beste Freundin - sie war zufälligerweise in der Gegend.

Jetzt bin ich daheim, bald mach ich mir was zu essen. Ich habe mir einen Strauss goldgelber Rosen besorgt, später werde ich eine Kerze dazustellen.

Wie soll ich's formulieren? Ich bin traurig, ja - aber es geht mir nicht schlecht dabei. Weil ich mich nicht einsam fühle, weil es Menschen gibt, die's interessiert, wie's mir geht (ja, da bist auch Du gemeint, und alle andern in diesem Strang :blumengabe: ).

Ergibt das einen Sinn? :wie?:

:blumengabe:

Inaktiver User
16.01.2007, 21:42
Ergibt das einen Sinn? :wie?:

:blumengabe:



Ja :kuss:

lindenblatt
17.01.2007, 00:37
Ich bin traurig, ja - aber es geht mir nicht schlecht dabei. Weil ich mich nicht einsam fühle, weil es Menschen gibt, die's interessiert, wie's mir geht (ja, da bist auch Du gemeint, und alle andern in diesem Strang :blumengabe: )
Ergibt das einen Sinn?
Kann mich nur von ganzem Herzen Lavendelmond anschließen:
Ja!!!

Ich finde, du hast den Tag sehr gut ausbalanciert... :blumengabe:

Schlaf giut, liebe Miriam,
und ein lieber Gruß von
linde

Muschelhaus
17.01.2007, 09:12
Guten Morgen,
danke für eure wunderbaren Beiträge :blumengabe:
Auch bei mir kommen die Ängste wieder hoch, habe heute nacht
Albträume gehabt und meine Angst um meinen Vater wird immer schlimmer und ich kann ihm nicht helfen, ihn nicht aus seiner Trauer herausziehen. Er lebt nur noch in der Vergangenheit, geht täglich 3-4 mal zum Friedhof, will meiner Mutter nah sein, will bei ihr sein -
und hat sonst an nichts mehr Interesse. Wie lange wird das noch so weitegehen ?
Mein Leben ist auch aus den Fugen geraten, meine Baustellen werden nicht weniger, die Löcher sind mal mehr mal weniger da.

Liebe Grüße und bis bald Muschelhaus

Miriam68
17.01.2007, 20:53
Hallo Muschelhaus

Mir geht's momentan ähnlich. Ich kämpfe sehr darum, mich nicht wieder von meinen alten Aengsten wegschwemmen zu lassen.

Du machst selber eine schwierige Zeit durch und sollst auch noch Deinen Vater stützen .... oje ...

Ich kann Dir nur wünschen, dass irgendwann mal die Baustellen weg sind ... :blumengabe:

Liebe Grüsse

Miriam

lindenblatt
18.01.2007, 01:28
Liebe Muschelhaus! :blumengabe:


Er lebt nur noch in der Vergangenheit, geht täglich 3-4 mal zum Friedhof, will meiner Mutter nah sein, will bei ihr sein -
und hat sonst an nichts mehr Interesse. Wie lange wird das noch so weitegehen ?

Wie es aussieht, kann das noch dauern. Aber er braucht diese Zeit. Ich denke, sein momentanes In-der-Vergangenheit-Leben, seine Gänge zum Friedhof usw. sind sein Weg, sich mit seinem Schmerz auseinanderzusetzen. Vielleicht würde es dir helfen, wenn du das Verhalten deines Vaters als die persönliche Äußerung seiner Trauer annehmen, darüber nicht mehr so erschrocken sein könntest.

Psychologen, die sich theoretisch mit dem Gefühl der Trauer und therapeutisch mit trauernden Menschen beschäftigen, gehen von mehreren Trauerphasen aus, die zusammen mindestens ein Jahr dauern. Manchmal länger.
Muschelhaus, gib ihm, gib ebenso dir die Zeit, die so etwas braucht. Hab Geduld.

Könnt ihr denn auch gemeinsam trauern? Oder sind eure Wege dafür zu unterschiedlich? Es wäre gut, wenn ihr euch gegenseitig (unter)stützen könntet.
Sollte das aber nicht möglich sein, dann zeig ihm dein Verständnis, erzähle ihm, wie du dich mit deinem Schmerz auseinandersetzt, wie es dir dabei geht und wie du dein Leben zurzeit empfindest.
Vielleicht kannst du so in eurer Trauer Gemeinsamkeit herstellen, Verbindungen schaffen, die deinem Vater und dir ein wenig Erleichterung bringen.

Das wünsche ich dir und deinem Vater von ganzem Herzen! :wangenkuss:

Mit lieben, mitfühlenden Grüßen
linde

lindenblatt
18.01.2007, 01:55
In dem Bedürfnis, euch beizustehen...


Trost

Rainer Maria Rilke


Wenn uns etwas fortgenomen wird,
womit wir tief und wunderbar
zusammenhängen,
so ist viel von
uns selber genommen.
Gott aber will, dass wir
uns wiederfinden,
reicher um alles
Verlorene
und vermehrt um
jenen unendlichen Schmerz.

:kerze:


...von eurer
linde

Miriam68
18.01.2007, 16:35
Danke, Lindenblatt!

lindenblatt
20.01.2007, 01:07
Hallo, Ihr Lieben,

habt ihr alle den Sturm gute überstanden?

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende! (Gönnt euch etwas Gutes!) :entspann: :blumengabe:



Eure Linde

Miriam68
20.01.2007, 01:10
Hallo Lindenblatt

Ich für mich: Ja. Aber die Schweiz war ja auch nicht so stark betroffen wie Deutschland. Hauptsächlich hat mich der Sturm auf meinen Schlaf ausgewirkt ... ich fürchte mich vor starkem Wind und kann dann nie gut schlafen. Zudem hat's mich fast von der Autobahnbrücke geweht ... :ooooh:

Auch ich wünsche Euch ein schönes Wochenende! Ich freu mich tierisch darauf, nix zu tun. Ich lass morgen mein übliches Samstagsputzprogramm sausen, weil meine Woche dermassen anstrengend war, dass ich kaum noch meinen Namen weiss.

Aber ... zumindest bei der Arbeit habe ich sämtliche zu erledigenden Dinge vom Tisch und kann mich am Montag auf einen gut organisierten Arbeitsbereich freuen. :blumengabe:

Liebe Grüsse ihr Lieben

Miriam68

lindenblatt
20.01.2007, 01:11
Liebe Amaruschka,

wie war es denn bei dem Vorstellungsgespräch?

Hat das Daumendrücken geholfen?



Lieben Gruß,

Linde

lindenblatt
20.01.2007, 01:25
Hallo Miriam!


Hauptsächlich hat mich der Sturm auf meinen Schlaf ausgewirkt ... Auf meinen auch. Ich schlaf eh schon so schlecht, da hat mir das "Gejaule" da draußen noch den Rest gegeben. Insgesamt fand ich es hier (Berlin) aber nicht so dramatisch wie angekündigt. Woanders muss es dagegen heiß hergegangen sein. Und am Dienstag soll ja nun der Winter anfangen... (Meinetwegen muss er sich keine Umstände mehr machen :lachen:, wenn erst mal Dezember vorbei ist, kann ich auf Winter gut verzichten.) Aber solltest du in oder nahe den Schweizer Bergen wohnen, ist er dort bestimmt schon lange da...?


Ich lass morgen mein übliches Samstagsputzprogramm sausen Jawoll, genau richtig! :blumengabe:


kann mich am Montag auf einen gut organisierten Arbeitsbereich freuen Super, da klappt das Entspannen gleich noch mal so gut.

Na dann: maximale Erholung!!! :blumengabe:


Grüße dich lieb,
Linde

Miriam68
21.01.2007, 20:42
Hi Lindenblatt

Danke für Deine Wünsche. Maximale Erholung hatte ich zwar nicht, dafür maximalen Spass. War schon wieder tanzen und hatte nen lustigen Abend. Erst frühmorgens ging ich schlafen.

Wie war Dein Wochenende?

Ich wünsche Dir - und allen andern hier - eine ruhige Nacht und einen guten Wochenstart.

:blumengabe:

lindenblatt
22.01.2007, 00:29
Grüß dich, Miriam!

Ich freue mich für dich über dein "durchtanztes" Wochenende :yeah: ! Schlafen kannst du ja in späteren Lebensabschnitten noch genug :smirksmile: .

Ach ja, tanzen würde ich auch gern mal wieder. Bedauerlicherweise habe ich einen zwar lieben, aber eben doch Tanzmuffel zum Mann und in meinem kleinen Freundeskreis leider niemanden, der mich in ein entsprecheneds "Etablissement" begleiten würde.

Hab schon überlegt, ob ich nicht ersatzweise hin und wieder mit meinem alten Teddy eine Sohle aufs häusliche Laminat legen sollte...:ooooh: :freches grinsen:


Auch dir einen guten Wochenbeginn
und lieben Gruß von

linde

amaruschka
22.01.2007, 20:20
Liebes Lindenblatt, liebe Miriam, danke fürs Daumendrücken. Das Gespräch lief soweit gut. Es waren vier Vorstände da, die über ihre Arbeit erzählt haben und von mir wissen wollten, wer ich bin und warum ich die Arbeit machen will. Als sie hörten, dass ich eine therapeutische Ausbildung mache, waren sie etwas verhalten und meinten, dass es oft schwierig wäre, wenn Menschen langfristig in einem solchen Bereich hauptberuflich arbeiten wollen und die Hospizarbeit vielleicht doch nur eine Durchgangsstation wäre. Das gab mir das Gefühl, ich müsse sie von mir überzeugen und setzte mich etwas unter Druck. Aber das ist wahrscheinlich mal wieder mein persönliches Ding.

Dummerweise beginnt die einjährige Ausbildung am nächsten Wochenende. Da habe ich gerade wieder Fortbildung in meiner therapeutischen Ausbildung. Ich empfand es als Zeichen, dass es vielleicht doch nicht der richtige Zeitpunkt oder Weg ist. Denn wenn ich etwas mache, möchte ich es schon ganz tun und nicht gleich mit Kompromissen starten. Deshalb werde ich meine Entscheidung auf ein Jahr verschieben, wenn meine Ausbildung abgeschlossen ist. Bin schon ein bisschen traurig, dass hier erst mal Stillstand herrscht. Und versuche, mich in Vertrauen und Geduld zu üben und nicht in einem Gefühl der Stagnation hängen zu bleiben.

Am Freitag hatte ich einen wunderschönen Abend. Ich war mit Freunden bei einer tollen Veranstaltung. Walter Sittler (einer meiner Lieblingsschauspieler) rezitierte Erich Kästner "Als ich ein kleiner Junge war". Im Hintergrund wurde immer wieder Cafehausmusik gespielt und wir tauchten ab in eine andere Zeit und sahen die Welt mit den Augen eines Kindes. Sehr berührend.

Zum Thema Tanzen: Ich habe meinem Mann letzen Jahr einen Disco Fox Kurs mit mir zusammen geschenkt. Er tanzt nämlich gerne, aber wir zwei zusammen haben es noch nie so richtig hingekriegt. Hat uns als Paar sehr gut getan und ich hoffe, dass wir dieses Jahr noch einen Salsa Kurs machen können. Beim Tanzen spüre ich immer meine Kraft, die sonst so schnell versickert und die Lebensfreude kann so richtig raus.

Jetzt bin ich mal gespannt, wann der Schnee hier kommt. Schließe mich Miriam an: Meinetwegen braucht sich der Winter keine Umstände mehr machen.
Bis bald - Amaruschka

lindenblatt
22.01.2007, 21:40
Liebe Amaruschka,

danke für deine Nachricht über dein Vorstellungsgespräch!

Ich finde deine Entscheidung richtig. Manchmal ist es sinnvoll, eins nach dem anderen zu erledigen, um sich nicht unter Druck zu setzen. Und ist das Eine bewältigt, macht das ein gutes Gefühl für das Nächste. Ein Jahr ist doch eine gute Zeit, finde ich: Keine zu lange bis zur Inangriffnahme der nächsten beruflichen Etappe, aber lang genug, um die Ausbildung abzuschließen und "nebenbei" Gefühle und Gedanken weiter stabilisieren zu können. Für mein Empfinden daher: Stagnation nicht zu befürchten!
Und dass das Gespräch insgesamt positiv verlaufen ist, macht Mut für die Zukunft. Amaruschka, das sieht doch alles richtig gut aus, findest du nicht?

Den Abend, den du beschrieben hast, stelle ich mir toll vor. Von schönen Erlebnissen wie diesem kann man eine ganze Weile zehren, nicht wahr?

Genauso wie von eurem Tanzkurs!
Sogar meinen tanzmuffeligen Mann habe ich vor ein paar Jahren dazu bewegen können. Es war für uns eine vor allem lustige (wenn auch für ihn nicht wirklich erfolgreiche :freches grinsen: :zwinker: ) Zeit, an die ich gern zurückdenke. Am Ende meinte mein Mann, der Kurs habe ihm bestätigt, dass er motorische Probleme habe und darum seine Beine einfach nicht "koordinieren" könne. Und ehrlich gesagt: In der Tat - seine Tanzversuche sahen genau so aus :lachen: !

Der Schnee ist für Berlin schon wieder "abgesagt". Es wird kälter werden, aber ohne Schnee. Kein Problem - soll mir recht sein!


Sei ganz lieb gegrüßt, Amaruschka!

linde

Miriam68
23.01.2007, 18:46
Amaruschka,

Ich sehs ähnlich wie Lindenblatt. Vielleicht ist das wirklich ein Zeichen dafür, eins ums Andere zu machen.
Wer weiss, was sich für Dich für Türen öffnen, wenn Du Deine Ausbildung geschafft hast! Ein Jahr ist ja nicht so lang.

Sicher ne gute Idee, so ein Paartanzkurs! Tanzen kann tatsächlich Energie freisetzen, geht mir auch so. Ich bin halt eher die Solotänzerin!


Leute zum Tanzen finden ... das wird schwierig. Ich bin 38 und mag am liebsten Techno. Reisst mir den Kopf nicht ab, aber mit Paartanzen kann ich herzlich wenig anfangen, und die 80er und 90er- Jahre- Musik an den Ü30-Parties ... naja ... die hab ich halt schon in meiner Teeniezeit gehört.

Vielleicht brauch ich neue Tanzkollegen? Bin eh Mitglied in einem Kontaktportal, da kann ich mir ja nicht nur Männer suchen, sondern auch Ausgehfreunde! :-)

lindenblatt
24.01.2007, 03:01
Hallo Miriam!


Leute zum Tanzen finden ... das wird schwierig. Ich bin 38 und mag am liebsten Techno. Reisst mir den Kopf nicht ab, aber mit Paartanzen kann ich herzlich wenig anfangen, und die 80er und 90er- Jahre- Musik an den Ü30-Parties ... naja ... die hab ich halt schon in meiner Teeniezeit gehört.

Ich tanze lieber zu zweit, gerne auch die "ollen" Standardtänze. Die hat mir mein Vater beigebracht, der wunderbar tanzen konnte und toll aussah dabei. War überhaupt ein gut aussehender, eleganter Mann. Ich war immer stolz, wenn ich mit ihm tanzen durfte. Er war Lektor in einem Verlag und hat mich, als ich so 17/18 war, manchmal zu den Verlagsfeiern mitgenommen, da haben wir dann losgelegt. Es gibt noch einige Fotos davon, auf denen ich in extra kerzengerader Körperhaltung und "fein gemacht" mit ihm durch den Saal schwebe. Hat Spaß gemacht. Aber nun ist mein Vater auch schon ein paar Jahre nicht mehr bei uns...


Vielleicht brauch ich neue Tanzkollegen? Bin eh Mitglied in einem Kontaktportal, da kann ich mir ja nicht nur Männer suchen, sondern auch Ausgehfreunde! :-) Wenn das wirklich geht - probier´s doch mal! :smile:

Und sonst, Miriam? Wie geht´s dir so?


Lieben Gruß,
linde

amaruschka
24.01.2007, 10:14
Hallo ihr Lieben, bei uns ist es weiß, weiß, weiß... und meine Tochter ist krank, muss ein bisschen gehütet und umsorgt werden. Aber mir ist im Moment auch eher nach Rückzug und bei mir sein. Das kommt manchmal so über micht.

Habe gerade im Trauerform zwei schöne Sätze gelesen:

"Du kannst nicht immer alles in Ordnung bringen, ganz gleich, wie sehr du es dir wünschen magst."

*Howard M. Halpern*

&#187;Weißt du, womit das Glück anfängt? Damit, dass man keine Angst mehr hat.&#171;

(&#187;Das Buch von allen Dingen&#171; von Guus Kuijer)

Die haben mich sehr berührt. Wie oft möchte ich so gerne, dass alles in Ordnung kommt. Aber leider wissen wir ja, dass das eben nicht geht. Das zu akzeptieren, ist ein Weg mit vielen Schritten...
Und bei dem zweiten Spruch wurde ich sehr traurig. Meine Angst begleitet mich schon so lange, vielleicht war sie immer schon in mir. Und manchmal finde ich es so anstrengend, mich selber an die Hand zu nehmen und Vertrauen zu üben. Aber ich habe mir vorgenommen, dass ich heute etwas für mein (angeschlagenes) Vertrauen tue. Mal sehen, was mir einfällt.
Liebe Grüße aus dem Schnee
Amaruschka

Pummel
24.01.2007, 10:59
Amaruschka, die 'Sätze' sind gut. Steure noch einen bei:

'Angst fressen Seele auf'

Ebenso schöne Schneegrüße - Pummel

ness
24.01.2007, 11:01
hey Amaruschka!
bin gespannt, was du heut für dich tun wirst! berichte davon!

viel sonne euch allen durch die schneeflocken hindurch!
:Sonne:
ness

Miriam68
24.01.2007, 19:33
Lindenblatt:

Es geht mir mittelprächtig. Die Frühdienstwoche (jeden Tag um 6:10 ausm Haus) tut mir gar nicht gut ... bin zu sehr Abendmensch, um mich daran zu gewöhnen. Der Januar war noch nie mein Monat. Die Tage sind kalt und der Frühling weit weg ... :regen:

Wie geht's Dir denn?

Amaruschka:

Wie recht Deine Sprüche doch haben. Und wie schwierig sie einzuhalten sind ... diese Aengste ... sie sind hartnäckig.

Ich hoffe, Du konnest Deinem angeschlagenen Vertrauen ein paar Streicheleinheiten geben!

amaruschka
24.01.2007, 21:34
Liebe Miriam, oh je, so früh aus dem Haus. Da bin ich auch ganz schlecht drin. Bin zwar keine Langschläferin, aber sooooo früh... Igitt.

Der zweite Spruch hat mich eher traurig gemacht, weil ich schon so lange an meiner Angst arbeite. Im Moment ist da eher die "Neujahrsangst", die mir leise aber stetig sagt, dass das Glück nie so richtig kommt, weil die Angst immer da sein wird. Es ist nicht so schlimm, wie es schon war. Sie ist nur klein und überschaubar. Aber es kostet trotzdem so viel Kraft, mit ihr zu leben. Ich hoffe, dass Januar und Februar schnell vorübergehen und der Frühling neue Energie bringt.
Gute Nacht
Amaruschka

lindenblatt
25.01.2007, 04:51
Hallo Amaruschka, hallo Miriam!


Ich hoffe, dass Januar und Februar schnell vorübergehen und der Frühling neue Energie bringt.


Der Januar war noch nie mein Monat. Die Tage sind kalt und der Frühling weit weg ...
:schild genau: Ja, so geht es mir auch! Jedes Mal aufs Neue kriege ich im Januar so Anwandlungen, mich verkriechen zu wollen wie die Schnecke in ihr Haus. An manchen Tagen fühle ich mich wie gelähmt. Und dann richtet sich meine ganze Sehnsucht auf den Frühling, der mir hoffentlich wieder Beine machen wird...

Und nun habe ich meine Nase aber doch mal aus dem Fenster gesteckt, und da es bei uns (Berlin) nicht geschneit hat, konnte von weit her so ein ganz leiser Hauch zu mir
herüberwehen...hmmm....lieblich...pastellfarben und...frisch....; ich hab ihn für euch eingefangen:

Der Frühling

Es kommt der neue Tag aus fernen Höhn herunter,
Der Morgen, der erwacht ist aus den Dämmerungen,
Er lacht die Menschheit an, geschmückt und munter,
von Freuden ist die Menschheit sanft durchdrungen.

Ein neues Leben will der Zukunft sich enthüllen,
Mit Blüten scheint, dem Zeichen froher Tage,
Das große Tal, die Erde, sich zu füllen,
Entfernt dagegen ist zur Frühlingszeit die Klage.

(Friedrich Hölderlin)

In weniger als zwei Monaten ist er leibhaftig da....:blumengabe:

Liebe Grüße,
eure linde

lindenblatt
25.01.2007, 10:54
Hallo, ihr Lieben!

Dreimal dürft ihr raten, was ich gesehen habe, als ich heute Morgen aus dem Fenster geschaut habe ...naaa???
Genau - den Rohstoff für :schneemann: !!! :heul:

Aber wir haben ja den Hauch von Frühling zum Glück hier festgehalten! :lachen:


Lieben Gruß und allen einen schönen Tag,

linde

Miriam68
25.01.2007, 18:30
Linde,

Danke fürs Gedicht. Schööön! :blumengabe:


Garfield hat mal gesagt: Der Januar ist der Montag unter den Monaten! Recht hat er! :cool:

kleinermuck
26.01.2007, 17:20
Mal wieder falsch. Trotzdem lieben Gruß!

kleinermuck

lindenblatt
26.01.2007, 17:24
Grüß dich, Miriam!



Garfield hat mal gesagt: Der Januar ist der Montag unter den Monaten! Recht hat er! :cool:

Ein hübscher Vergleich. Dann müsste der Dezember der Sonntag sein...? All die Festtage - kommt hin. Aber entspannend...:ooooh: :wie?: Na ja, hab mir ja vorgenommen, mir den ganzen Familienstress nicht wieder dermaßen überhelfen zu lassen wie (auch) beim letzten Mal. Und dann rufe ich am nächsten 1.12. einfach aus: "Achtung, Achtung, an die Familie: Für mich ist jetzt 31 Tage Sonntag! Basta!!!" :entspann: :cool:
Hab ja noch...schnell mal rechnen...genau 308 Tage Zeit zum Üben! :freches grinsen:

Übrigens: Es hört bei uns inzwischen gar nicht mehr auf zu schneien. Und da muss ich sagen: Ein ganz klein wenig von dem Zauber eines zünftigen Schneetreibens erfasst mich nun doch... :smile:

Wünsche euch ein ruhig-gemütliches oder fröhlich-turbulentes, in jedem Fall aber SCHÖNES WOCHENENDE ! :kuss:

Eure linde

Miriam68
28.01.2007, 17:09
Ihr Lieben,

Das Wochenende ist schon fast wieder vorbei. Ich hoffe, ihr konntet es geniessen!

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
29.01.2007, 05:05
Hallo Miriam,

wie war denn das Wochenende für dich? (Klingst in deinem letzten Posting irgendwie ein wenig niedergeschlagen...??)

Meins war absolut "unspektakulär", kurzer Geburtagsbesuch bei Verwandten, sonst nichts. Dafür Gemütlichkeit zu Hause. Das Wetter hier ist genau das, bei dem man den allseits bekannten Hund nicht vor die Tür jagt (nass, kalter und schneidender Wind, Schnee taut - puuh, ganz grau).
Bin aber gar nicht so traurig drum, neige von jeher sehr zur Stubenhockerei.

Kann nur wieder mal nicht schlafen und geistere deshalb noch hier herum.

Euch allen einen guten Wochenbeginn! :allesok:

Liebe Grüße,
linde :blumengabe:

amaruschka
29.01.2007, 19:54
Hallo Ihr Lieben, mein WE war zum Glück gut. Gestern hatten mein Mann und ich Tochterfrei und sind nach Bregenz in eine Kunstaustellung gegangen und dann noch am Bodensee spazieren. Anschließend haben wir unseren Ofen angeschmissen und ich bin lesend auf dem Sofa eingedöst... Kann es etwas Schöneres geben? Nein!

Dafür war die letzte Woche mit alten Ängsten angereichert. Immer wieder stehe ich mir selber mit meiner Angst im Weg, habe das Gefühl, dass ich eigentlich nichts kann und verliere die Hoffnung, dass sich für meine therapeutische Ausbildung auch ein Weg in eine berufliche Umsetzung findet. Es hat mich traurig gemacht, dass die alte Angst sich mir wieder so in den Weg stellt. Viele alte Erlebnisse, die sehr schmerzlich und angsterfüllt waren, kamen wieder hoch, zogen wie graue Wolken an mir vorbei und ich wollte mich nur noch wie ein Kätzchen zusammen rollen, unter eine Decke kriechen und schlafen. So gelähmt habe ich mich zeitweise gefühlt. Es sind zwar überschaubare Momente, aber gerade für mein berufliches Weiterkommen sind das doch große Hürden, vor denen ich in solchen Phasen sehr kraftlos stehe.

Heute habe ich überlegt, was es noch für Methoden gibt, um dieser Versagensangst/Lebensangst noch mehr auf die Schliche zu kommen. Eine Freundin hat letzte Woche ganz begeistert von einer Kinesiologin erzählt, die ihr bei ihren Panikattacken sehr geholfen hat. Aber ich weiß noch nicht, ob ich diese Form der Angst, die immer wieder mal auftaucht, akzeptieren sollte, oder weiter nach einem Weg suchen, auf dem ich sie weniger bedrohlich erleben kann.

Meine Signatur habe ich wieder geändert. Mir ist gerade gar nicht wild und gefährlich leben. Eben eher so nach "Kätzchen am warmen Ofen sein dürfen". Ich glaube, mein alter Spruch passt irgendwie schon ganz gut zu mir. Das ist ein großer Trost für mich, zu wissen, dass immer alles anders sein wird und ich in keiner Angst mehr steckenbleibe.

@Miriam Wollte noch was zum Tanzen sagen. Ich finde Paartanz auch meist eher "iiihhh". Und die Tanzschule war genauso, wie man sich das so vorstellt: Tapeten aus den siebzigern, lappige Gardinen an verschmierten Fenstern - der Charme einer Bahnhofshalle. Aber Salsa ist für mich eine wunderbare Ausnahme. Da macht auch das Paartanzen alles warm ums Herz und ich hoffe, dass der Disco Fox nur ein sanfter Einstieg in dieses eigentliche Thema war ;).

Der Schnee schmilzt hier so langsam und heute abend hat sich sogar die Sonne am orangerosa getupften Abendhimmel blicken lassen.
LG Amaruschka

Miriam68
29.01.2007, 20:27
Lindenblatt,

Dir kann man nichts vormachen, was? :smirksmile: War am Wochenende mehr oder weniger Bett- bzw Sofalägrig. Hatte eine leicht fiebrige Erkältung, und schon ein bisschen Fieber haut mich ziemlich um. War aber andererseits schön, einfach mal nur rumzuhängen.

Und - was soll ich sagen - ich hab typische Januarstimmung. Wenn ich mich zurückerinnere, war's immer der Januar, der mich niederdrückte, nie der November.
Da bin ich oft melancholisch, hinterfrage viel, so nach dem Motto "Kann's denn das schon gewesen sein".

Aber bald ist Februar und die Tage werden länger! :yeah:


Amaruschka,

Zum Thema "Tanzen": Da hab ich halt noch ein paar Erlebnisse in mir drin stecken, die ich wohl nie verdaut hab. Ich war noch nie eine beliebte Tanzpartnerin der Männerwelt. Die Meisten fanden mich schlichtweg zu gross! Das mit dem Führen lassen ist auch so ein Thema ... das klappt bei mir irgendwie nicht. An Veranstaltungen, wo getanzt ist, versuch ich immer, ganz unsichtbar auszusehen, um nicht in die Verlegenheit zu geraten, dass ich einen möglichen Tanzpartner abschrecke, nur weil ich aufstehe. Ich weiss, muss nicht passieren - steckt aber in mir drin, dieses Gefühl. Deswegen habe ich mich auf Einzeltänze verlagert.

lindenblatt
30.01.2007, 02:38
Liebe Amaruschka,

das klingt ja wunderbar, wie du dein Wochenende beschreibst! Es ist von allem Guten etwas dabei: Zeit (für euch selbst), Genuss der Natur (Bodensee), ...und der Kultur (Ausstellung), sanfte Bewegung im Freien (Spaziergang) und Entspannung zu Hause mit angeheiztem Ofen, einem Buch und kleinem Schläfchen - einfach optimal!!! :blumengabe:
Wenn mein Mann und ich mal ich so ein Wochenende hinbekommen, dann wirkt es wie ein Miniurlaub noch ein Weilchen in mir nach. Ich wünsche dir, dass das für dich auch so ist!

Ich weiß im Moment nicht, ob du von dir schon einmal etwas darüber geschrieben hast: Aber nachdem ich auch auf eine sehr belastende (und noch nicht beendete) "Angstkarriere" (auch vor allem Versagensangst) zurückblicke, bei deren Bewältigung mir erst eine lange Psychotherapie (Tiefenanalyse) spürbar helfen konnte, denke ich fast, das wäre auch etwas für dich. Sie muss ja bei Weitem (und würde ganz sicher) nicht so lange dauern wie bei mir. Ich hab sie fatalerweise erst angefangen, als ich vor lauter Angst irgendwann nicht mehr arbeiten konnte. Und gerade mit Blick auf deine Ausbildung und deine darauf bezogenen Ängste wäre sie vielleicht sinnvoll. Besonders auch als größere Sicherheit vermittelndes "Auffangnetz" während der Ausbildung. Und überhaupt - damit sich deine Ängste nicht verfestigen und dein Leben nicht womöglich immer raumgreifender beeinträchtigen können.

Als sehr effektiv wurde mir auch eine Verhaltenstherapie empfohlen, aber vor der habe ich mich nach der jahrelangen Analyse - leider - gedrückt. Immer wieder überlege ich, ob ich sie noch machen will - dass ich sie wohl noch machen muss, scheint klar zu sein.

Über Kinesiologie hört man ganz Unterschiedliches. Gerade gestern habe ich irgendwo hier in der Bricom gelesen, dass kinesiologische Verfahren bei jemandem deutlich spürbar emotionale Blockaden gelöst haben. (Ein Mann erwähnte das in einem anderen Zusammenhang, schrieb nichts Näheres.) Aber auch von völliger Erfolglosigkeit berichten Betroffene immer wieder. Einen Versuch ist es sicherlich wert, aber das Risiko, dass es nicht hilft, vielleicht zu hoch?

Amaruschka, es scheint mir recht häufig, dass dich Ängste befallen. Und da denke ich, dass du diesen Kreislauf möglichst rasch (und eher psychotherapeutisch?) zu stoppen versuchen solltest. Was meinst du? :kuss:


Liebe Miriam,

dachte ich&#180;s doch! Aber um ehrlich zu sein: Dass es "nur" eine, wenn auch heftige, Erkältung war, die dir zu schaffen gemacht hast, habe ich "lieber" gelesen, als wenn es schlimme emotionale Probleme gewesen wären. Denn so kann ich dir nun sehr zuversichtlich baldiges und vollständiges Wieder-gesund-Werden wünschen - was ich hiermit tue :blumengabe: :kuss: (<- wie bei einem richtigen Krankenbesuch, :lachen: , fehlt nur noch der Obstkorb!)
Den Januarblues kenne ich, wie schon mal geschrieben, auch sehr gut. Auch jetzt wieder (bei mir hat er starken Abkapselungs- und noch gesteigerten Stubenhockerdrang zur Folge) , kann dich also sehr gut verstehen. Wenn es erst mal Februar ist, fällt das Warten auf den Frühling gleich nicht mehr ganz so schwer, das finde ich auch. Und wir haben heute schon den 30.01. !!! Darum: nicht verzagen!!! :Sonne:

Gönnt euch jeden Tag etwas Gutes. Muss überhaupt nichts Spektakuläres sein und gar nichts kosten. Manchmal hilft vielleicht schon ein kleines, schönes Lied...:smile:


Ales Liebe für euch!
Eure Linde

lindenblatt
30.01.2007, 02:57
Bestimmt reihum bekannt, aber doch immer wieder eine neue Herausforderung:


Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat. :lachen:

(Sébastien-Roch Nicolas de Chamfort)



Tschüss,
linde

Miriam68
30.01.2007, 06:20
Danke, Lindenblatt! :blumengabe:

Der Januar ... zäh wie Leder ... wird zum glück bald dem Februar weichen!

Gut beschrieben, Amaruschka. Entschuldige, habe Deinen Beitrag erst jetzt gesehen. Das Kätzchen-am-Ofen-Gefühl, das kenn ich auch. Wenn die alten Aengste sich wieder melden, und man denkt: LERN ich es eigentlich mal?
Ich habe ne liebe Freundin, die leidet unter einer ähnlichen Versagensangst wie Du. Sie ist klug und hat ne gute Auffassungsgabe. Egal, welcher Ausbildung sie nachgeht: Sie hat dauernd das Gefühl, es nicht zu können.
Manchmal auch in der Anwendung. Schnell - viel zu Schnell, wie ich manchmal finde - wird die Miriam gefragt, weil sie sich wieder was nicht zutraut. Und wenn ich dann mal keine Zeit hab oder nicht erreichbar bin, stellt sich oft heraus: geht ja.
Sie muss es nur noch glauben. Du auch, übrigens.

Aber ist ja bei meiner "Tanzangst" nichts Anderes. Tief in mir drin bin ich immer noch der unbeliebte Teenager.

... aber weisst Du was? Seien wir doch einmal nett zu uns. Behandeln wir uns doch einfach mal wie unsere besten Freunde. Spielen wir doch mal ein Weilchen "Kätzchen am Ofen". Und wenn sich das Kätzchen lang genug entspannt hat, darf es aufstehen, sich recken und strecken, und wieder ab durch die Mitte! :blumengabe:

Ich bin für Fortschritt und dafür, an sich zu arbeiten, alte Aengste loszuwerden etc. Aber: Ich bin auch dafür, sich zwischendurch mal in die Höhle zurückziehen zu dürfen wie ein verwundeter Löwe. Ich finde nicht, dass man 60 minuten die Stunde, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr immer zu 100% anstfrei, glücklich und fortschreitend sein muss. Tage, zäh wie Leder, gehören genauso dazu wie Tage, leicht wie eine Feder. :blumengabe:

Inaktiver User
30.01.2007, 08:15
es ist so schön, bei euch einfach nur mitzulesen, so klein wie ein Mäuslein - lauschend, offen für Empfindungen, mitfühlend, mitschwingend... die eigenen Ängste fühlend, die Leichtigkeit herbeisehnend, aber auch die lederzähen Zeiten wertschätzend

:blumengabe:

lindenblatt
30.01.2007, 10:48
Liebe Lavendelmond, du "kleines Mäuslein"!

Ich freue mich sehr, dass du immer wieder einmal hier herein schaust! :blumengabe:


lauschend, offen für Empfindungen, mitfühlend, mitschwingend... die eigenen Ängste fühlend, die Leichtigkeit herbeisehnend, aber auch die lederzähen Zeiten wertschätzend Wie wunderschön und anrührend du das geschrieben hast...!!!:kuss:

Alles Liebe für deinen Tag und bis zum nächsten "Wiederlesen" wünscht dir

linde
:smile:

lindenblatt
30.01.2007, 12:34
Liebe Miriam!


Ich bin auch dafür, sich zwischendurch mal in die Höhle zurückziehen zu dürfen wie ein verwundeter Löwe. Ich finde nicht, dass man 60 minuten die Stunde, 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 52 Wochen im Jahr immer zu 100% anstfrei, glücklich und fortschreitend sein muss. Tage, zäh wie Leder, gehören genauso dazu wie Tage, leicht wie eine Feder. :blumengabe:

Da gebe ich dir sowas von Recht!! :blumengabe:

Zumal ich finde, dass das - dies zu können und zu wollen - eine wunderbare Fähigkeit ist, die viel mehr - vielleicht sogar überhaupt erst - menschliche Stärke und Größe offenbart als pausenlos praktizierter Perfektionismus.
Schlimm ist nur, dass in der öffentlichen Meinung im Allgemeinen genau das Gegenteil als erstrebens- und anerkennenswert gilt.

Aber so eine Rund-um-die-Uhr-Perfektionistin war ich auch. Wie ein Hamster in einem sich immer schneller drehenden Laufrad hab ich da "gelebt". Viele Jahre lang. Und hab geglaubt, nur durch makellose Höchstleistung zum einen meine Versagensangst überwinden und zum anderen erfahren zu können, was ich "wert" sei. Ob ich überhaupt etwas wert sei, sogar.

Die in meinem beruflichen (und verhängnisvollerweise von Kindheit an auch meinem familiären) Umfeld vorherrschenden Dogmen waren bestens geeignet, mich in diesem Irrglauben zu bestätigen. Sehr lang und schmerzlich war dann auch der Weg, den ich gehen musste, bis ich einigermaßen begriffen hatte, wie wenig in Wahrheit "die Leistung" etwas mit Menschsein - mit Ich-Sein - zu tun hat. Je klarer mir das wurde, desto deutlicher spürbar wurde eine völlige Leere in mir: Lange vermochte ich absolut nichts in mir zu entdecken, was mir wertvoll genug erschienen wäre, es nun an die Stelle dieses aberwitzigen Leistungswahns zu setzen. Nichts von mir hatte bis dahin irgendwo - am wenigsten in meinem Elternhaus - auch nur annähernd dieselbe Wertschätzung gefunden wie das fehlerfreie und umgehende Erfüllen der Erwartungen Anderer (bzw. die Illusion davon).

In meinem beruflichen Umfeld (Schule - bin bzw. war Lehrerin) galt zum Beispiel der als höchst unzulänglich, der zu Hause blieb, wenn er krank war. Wie oft habe ich in Erkältungszeiten erlebt, dass morgens jemand in die Runde rief: "Nicht anfassen, bin eine Bazillenschleuder!" und für sein (ja eigentlich verantwortungsloses) Dennoch-Erscheinen bewundert wurde. Im Grunde war das die Norm.

Gerade noch akzeptiert wurde (körperliches!) Kranksein, wenn die Anzeichen dafür so offensichtlich geworden waren, dass nun aber auch die Argwöhnischsten nicht mehr umhin konnten zu finden, dass der Kranke wohl tatsächlich zu krank sei zum Arbeiten.
Jene Krankheitszustände aber, die man niemandem - jedenfalls lange nicht - ansieht, galten aus Sicht der Meisten als alles Mögliche, nur nicht als Abwesenheits- und Behandlungsgrund.

Mit diesen Erfahrungen im Hinterkopf hab ich schließlich (notgedrungen und spät, aber immerhin) angefangen, mit professioneller Hilfe andere Vorstellungen für mich zu entwickeln. Über weite Strecken gegen den mehr oder weniger heftigen Widerstand von Menschen in meiner Umgebung.
Zwar bin ich aus diesem (obwohl niemals endenden) Kampf schließlich mit einem nahezu vollständig veränderten Bild von mir selbst, von Anderen und von dem, was mir im Leben wichtig ist, hervorgegangen, aber auch ziemlich gerupft (wegen der vielen Federn, die ich lassen musste :lachen: ).

Jedenfalls sind alle diese Erfahrungen und Erkenntnisse Grund genug für mich, aus einem ganz anderen Blickwinkel auf die Welt zu schauen. Immer wieder nach den kleinen Wundern zu stöbern, glücklich zu sein über jedes entdeckte und es, sozusagen, als unbezahlbare Kostbarkeit in meine ideelle Schatulle mit der Aufschrift "Meine Schätze" zu legen (...in der ich dann an manchem wunderlosen Januartag kramen kann).

Na ja, das war ein kleiner "Ausflug" in meine Biografie.
Miriam, da hast du was ausgelöst mit deiner oben zitierten Feststellung...
Aber danke dafür! :blumengabe: Man kann sich das gar nicht oft genug bewusst machen.

Dir, Miriam, und euch allen wünsche ich für heute und jeden neuen Tag so ein kleines Wunder! :zauberer:


Deine / Eure Linde

amaruschka
30.01.2007, 15:23
Liebe Linde, tja, ich habe in den letzen 12 Jahren schon viel Therapie gemacht. Unter anderem war ich drei Monate in einer psychosomatischen Klinik, habe drei Familienaufstellungen gemacht, zwei Gesprächstherapien und noch ein paar andere Sachen. Wenn ich mal in Prozent schätze, sind 80% meiner Angst dadurch besser geworden. Aber diese restlichen 20% schleichen sich leider immer wieder ein. Gerade was das Berufliche angeht. Letztes Jahr hatte ich noch mal mit einer Therapie angefangen. Aber da habe ich gemerkt, dass ich durch meine Erfahrungen und meine Ausbildung damit nicht mehr weiterkomme. Deshalb suche ich jetzt noch nach anderen Möglichkeiten.

Wahrscheinlich ist es einfach so, dass durch meine Familiengeschichte (Mutter war oft suizidgefährdet, depressiv, borderline) und meine eigene Lebensgeschichte (Missbrauch und Vergewaltigung) tief in mir etwas so verängstigt wurde, dass dieser Rest Angst bleibt. Tut mir übrigens leid, wenn ich hier so viel über meine Angst schreibe und von den anderen Teilen in mir nicht so viel durchleuchtet. Liegt aber wirklich auch am Januar...
Ich habe durch meine Therapie schon so viele Schritte machen dürfen und will auch nicht undankbar sein. Habe einen guten Job, einen lieben Mann, eine wunderbare Tochter, schöne Wohnung, viele liebe Freunde und kriege meinen Alltag gut hin.
Vielleicht wäre es gut, die Angst einfach als kleinen Teil meines Lebens zu sehen, der einfach dazugehört und auch da sein will. Und darüber nicht all die anderen schönen und starken zu vergessen, die unter diesem Gefühl so schnell verblassen.

Zum Glück scheint ja heute die Sonne und ich habe das Gefühl, dass meine Träume ihre zarten grünen Spitzen auch langsam wieder durch den kalten Boden des Alltags schieben und ihn freundlicher werden lassen.
LG Amaruschka

teichmuschel
30.01.2007, 18:16
Zum Thema "Tanzen": Da hab ich halt noch ein paar Erlebnisse in mir drin stecken, die ich wohl nie verdaut hab. Ich war noch nie eine beliebte Tanzpartnerin der Männerwelt. Die Meisten fanden mich schlichtweg zu gross! Das mit dem Führen lassen ist auch so ein Thema ... das klappt bei mir irgendwie nicht. An Veranstaltungen, wo getanzt ist, versuch ich immer, ganz unsichtbar auszusehen, um nicht in die Verlegenheit zu geraten, dass ich einen möglichen Tanzpartner abschrecke, nur weil ich aufstehe. Ich weiss, muss nicht passieren - steckt aber in mir drin, dieses Gefühl. Deswegen habe ich mich auf Einzeltänze verlagert.[/QUOTE]

Hallo Mirian,

ich kann das gut nachfühlen. Ich bin 1,83 m groß und selbst beim Tanzen (wenn denn mal ein Tanzpartner da war) wollte ich mich nie führen lassen. Musste immer das Kommando übernehmen.
Mich hat mal so ein Sch...Kerl stehen lassen, nachdem er mich zum Tanzen aufgefordert hat und dann registriert hat wie groß ich bin. War damals so ca. 19 Jahre alt und mein Selbstbewußtsein hatte extrem darunter gelitten. Mittlerweile ist es so, falls ich mal zum Tanzen gehe, dass ich die Männer - wenn denn einer fragt - auf meine Länge hinweise. Und die denen das nichts ausmacht - auch wenn sie kleiner sind - mit denen kann man sich dann auch prima unterhalten, denn die haben keine "Minderwertigkeitskomplexe". Auf die Anderen kann frau gut verzichten. Denn wer will schon so einen kleinen Wadenbeißer?
Und wie Du schon sagst: Frau kann auch alleine gut tanzen.

Liebe Grüße
Teichmuschel

lindenblatt
30.01.2007, 19:45
Liebe Amaruschka!


ich habe in den letzen 12 Jahren schon viel Therapie gemacht. Unter anderem war ich drei Monate in einer psychosomatischen Klinik, habe drei Familienaufstellungen gemacht, zwei Gesprächstherapien und noch ein paar andere Sachen. (...) Letztes Jahr hatte ich noch mal mit einer Therapie angefangen. Aber da habe ich gemerkt, dass ich durch meine Erfahrungen und meine Ausbildung damit nicht mehr weiterkomme. Deshalb suche ich jetzt noch nach anderen Möglichkeiten. Das kann ich bei dieser Vorgeschichte nur zu gut verstehen. Ich wünsche dir sehr, dass du eine wirklich gute, hilfreiche Therapieform findest. Solltest du es mit Kinesiologie versuchen, dann schreib doch bitte Näheres darüber.


Wenn ich mal in Prozent schätze, sind 80% meiner Angst dadurch besser geworden. Aber diese restlichen 20% schleichen sich leider immer wieder ein. Gerade was das Berufliche angeht.So ungefähr schätze ich das Verhältnis von gebesserten und noch vorhandenen Ängsten bei mir auch ein. Und auch bei mir sind diese 20 % im berufliche Bereich angesiedelt. Mehrere Versuche, wieder zu arbeiten (wenn auch nicht in meinem eigentlichen Beruf, da ginge überhaupt nichts mehr) sind daran gescheitert. Das wirft mühsam Erreichtes gleich wieder um Längen zurück.

Wahrscheinlich ist es einfach so, dass durch meine Familiengeschichte (Mutter war oft suizidgefährdet, depressiv, borderline) und meine eigene Lebensgeschichte (Missbrauch und Vergewaltigung) tief in mir etwas so verängstigt wurde, dass dieser Rest Angst bleibt.Das ist furchtbar! Und genau das wird es auch sein, das dich nicht wirklich angstfrei werden lässt. Und da gibt es auch wieder Parallelen zu meiner Geschichte. Missbrauch ja (nicht mein Vater), Vergewaltigung nein. Ersteres hat schon gereicht, um mich für mein ganzes Leben zu verunsichern. Wie tief muss die Angst da erst in dir eingegraben sein. Meine Mutter auch depressiv, geäußert hat sich das in Dominanz und Aggressivität und völlig überzogenen Forderungen an mich. Vater klug und belesen, ein kulurvoller Mensch, aber nicht im Entferntesten in der Lage, Position zu beziehen. Entweder (meistens) hat er sich auf die Seite meiner Mutter geschlagen (vor der auf seine Weise auch er sich gefürchtet hat) oder weggesehen.


Tut mir übrigens leid, wenn ich hier so viel über meine Angst schreibe und von den anderen Teilen in mir nicht so viel durchleuchtet.Wenn es dir um deiner selbst willen leid tut (weil du gern auch andere Seiten von dir zeigen würdest, aber das nicht immer kannst), könnte ich das gut verstehen. Aber ansonsten braucht es dir nicht leid zu tun. Dafür haben wir uns doch hier zusammengefunden: Um uns von den dunklen Zimmern in unserem Lebenshaus erzählen zu können, ohne Unverständnis befürchten zu müssen, und um uns gegenseitig auch in die hellen Räume zu begleiten, die man sich nicht immer bewusst machen kann. Aber manchmal klappt es ja doch:


Habe einen guten Job, einen lieben Mann, eine wunderbare Tochter, schöne Wohnung, viele liebe Freunde und kriege meinen Alltag gut hin.
Vielleicht wäre es gut, die Angst einfach als kleinen Teil meines Lebens zu sehen, der einfach dazugehört und auch da sein will. Und darüber nicht all die anderen schönen und starken zu vergessen, die unter diesem Gefühl so schnell verblassen.
Zum Glück scheint ja heute die Sonne und ich habe das Gefühl, dass meine Träume ihre zarten grünen Spitzen auch langsam wieder durch den kalten Boden des Alltags schieben und ihn freundlicher werden lassen.

Genau - das sind sie, die hellen Räume, und bei näherer Betrachtung sind einige sogar richtig lichtdurchflutet...stimmt´s, Amaruschka? :blumengabe:

Zum Schluss möchte ich dir noch sagen, dass mein Posting, auf das du dich beziehst, um Gottes Willen nicht als Belehrung oder Ähnliches gemeint war. Hoffentlich hast du es nicht so aufgefasst!!?? (Bin doch selbst nur ein "angsthäsiges" Menschenkind :lachen: )

Ganz liebe Grüße,
linde

amaruschka
30.01.2007, 19:47
Heul, habe gerade sooo viel geschrieben. Jetzt ist es einfach weg...

Liebe Miriam, das mit dem Tanzen ist schon so eine Sache. Mein Mann konnte mich auch nicht so richtig "in den Griff" kriegen. Das gemeinsame Tanzen klappte deshalb nicht, obwohl wir beide gut und gerne tanzen. Letztes Jahr Fastnacht hat er dann stundenlang mit einer anderen Frau getanzt. grrrr... Sie schrieb ihm einige Monate lang seeehr nette SMS. Ich beschloss daraufhin, dass ich, statt Opfer zu sein, lieber aktiv werde und habe den Tanzkurzs im Herbst gebucht. Und siehe da: Unter fachkundiger Anleitung haben wir es geschafft und Spaß gehabt. Und freuen uns auf den ersten gemeinsamen Auftritt. Das ist so ein Erlebnis, wo ich spüre, dass ich meiner Angst, nicht gut genug zu sein und kein Glück verdient zu haben, entgegentreten kann und neue Lösungen finde.

Ich glaube auch, dass ich trotzdem noch das maunzende Kätzchen in mir pflegen muss, dass seine Zeit am Ofen braucht.
Im Außen bekomme ich oft die Rückmeldung, dass ich sehr selbstbewusst und klar wirke. Und es gab auch schon viele Erfahrungen, in denen ich die Löwin in mir spüre. Aber wenn ich das Kätzchen maunzen höre, ist die Löwin völlig verschwunden und ich habe das Gefühl, dass sie nur in meiner Einbildung existiert hat. Ich muss die beiden mal miteinander bekannt machen, damit sich die Löwenmama um das Kätzchen kümmern kann...

Liebe Linde, ich habe dein Posting nicht als Belehrung empfunden. Ich bin sehr berührt, dass du auch mit ähnlich schwierigen Erfahrungen durchs Leben gehst und drück dich mal ganz fest. Da hat man schon viel an sich zu arbeiten...
Für mich wäre Verhaltenstherapie übrigens keine Alternative. Sie kann sicher in akuten Situationen hilfreich sein. Aber ich glaube für mich, dass es mehr um eine "spirituelle" Ebene bei mir geht. Lavendelmond hat in einem anderen Forum ein bisschen was dazu geschrieben. ( Gelle Lavendelmond, das mit dem Radix, habe ich mit Spannung gelesen!) Es geht immer wieder darum, in seine Mitte zu kommen und für mich geht das nur, wenn ich auch eine spirituelle Ebene in meinem Leben habe. Das war auch Tenor in der Klinik, in der ich drei wunderbare Monate verbringen durfte. Da sind der klassischen Therapie einfach Grenzen gesetzt und man muss sich selber auf den Weg nach dem nächsten Puzzlestück machen und seiner inneren Stimme folgen. Und ich versuche deshalb im Moment auch wieder mehr Kontakt zu "meiner höheren Macht" aufzunehmen und mich ein Stück führen zu lassen.

Jetzt packe ich meinen Koffer -muss für drei Tage auf eine Messe und hoffe, dass die Löwin in mir oft und laut brüllt. Dem Kätzchen wird das dort sonst alles eine Nummer zu viel.
LG Amaruschka

Miriam68
30.01.2007, 20:35
Ihr Lieben,

Danke für Eure Beiträge.

Amaruschka,

Sag bloss, du bist auch Löwin? Dann sind wir ja Löwenschwestern, sozusgen! Momentan bin ich eher ein Kätzchen als eine Löwin ...
Das mit der Aussenwirkung hör ich oft. Selbstbewusst, nicht auf den Mund gefallen, manchmal etwas reserviert (je nach Tageslaune). Was solls! Die Menschen, die's was angeht, wissen, wie's in mir aussieht, und gute Menschenkenner merken, dass auch grosse starke Menschen ein Anlehnungsbedürftnis haben (auch im übertragenen Sinn gemeint).

Ich wünsch Dir noch viel Löwenmut bei der Messe! :freches grinsen:

Teichmuschel,

Danke für diesen Bericht! Es tut gut zu wissen, dass ich mit solchen Dingen nicht allein dastehe. Zum Glück kann ich meine Tanzwut auch allein ausleben! Gute Idee mit der Offenheit gegenüber allfälligen Tanzpartnern, werde ich auch mal so versuchen.

... Wadenbeisser? :freches grinsen:


Lindenblatt,

Ui, da hab ich wohl grad ein gutes Thema angesprochen mit dem Perfektionismus!
Ich kenne viele Familien und habe viele Freunde und Freundinnen, die zu kleinen Perfektionisten erzogen wurden und jetzt schwer daran zu beissen haben.
Da muss ich meinen Eltern wirklich ein Kränzchen winden! Vor allem meiner Mutter.
Perfektionismus wurde in meinem Zuhause nicht sehr gross geschrieben. Klar, dass es in der Schule klappte, war wichtig. Es mussten aber nicht lauter Sechsen sein (in der Schweiz ist die 6 die beste Note). Klar, auch in unserem Haushalt hatte alles seinen Platz. Aber wenn da halt mal etwas Staub war oder was herumlag ... kein Drama, solang's nicht zu viel war. Weder Mama noch Papa waren Arbeitssüchtige. Beide haben ihre Arbeit gemacht aber mein Vater beispielsweise hat auf gewisse Karriereschritte verzichtet, weil sie ihn zu sehr von der Familie entfernt hätten.
Die Wohnung konnte im Chaos versinken ... wenn meine Mutter nach dem Mittagessen müde war, liess sie sich nicht ihr Mittagsschläfchen nehmen. (Eine Gewohnheit, die ich in Ferien oder an Wochenenden desöftern aufleben lasse!)
Wenn ich in pupertärer Wut heimkam, fast grusslos ins Zimmer verschwand, die Tür hinter mir zuknallend, staunte meine Mutter und schüttelte den Kopf, und der Vater erklärte: Lass sie, sie wird wieder rauskommen, wenn der Anfall vorbei ist. Es hat jetzt keinen Sinn.

Recht hatte er!

lindenblatt
30.01.2007, 21:03
Liebe Amaruschka!


Heul, habe gerade sooo viel geschrieben. Jetzt ist es einfach weg...
Da haste bestimmt das Kreuzchen vergessen...? Ging mir auch schon so, auch langer Text einfach futsch, sehr ärgerlich...:knatsch:

Was du mit "spiritueller Ebene" meinst, davon habe ich eine Vorstellung. In einer Gruppentherapie (eigentlich unerträglich für mich) hat uns das eine Psychologin mit eher unkonventienellem Therapieansatz nahe gebracht, worauf tief in mir drinnen plötzlich ein mir bis dahin unbekanntes Glöckchen erklang - leise zwar und nur kurz, aber vernehmlich. Leider habe ich danach nicht so recht gewusst, wie ich es nochmals zum Läuten bringen könnte. Vielleicht kannst du mir nach deiner Rückkehr von der Messe einen (z.B. Buch-?)Tipp geben, wie ich daran anknüpfen kann. Würde mich gern wieder darauf einlassen.

Löwin und Kätzchen - ein auch mir bekanntes Pärchen. Hätte sie auch gern gleichberechtigter beieinander. Wobei ich bestätigen kann: Wenn mir etwas ganz, ganz heftig gegen den Strich geht, zieht das Kätzchen schon mal den Schwanz ein und sich selbst besser zurück. Und dann lass ich auch einfach mal kurz die Löwin raus. (Manchmal wird mir aber auch erst hinterher bewusst, welche Krallen sich da gezeigt haben... :ooooh: )


Letztes Jahr Fastnacht hat er dann stundenlang mit einer anderen Frau getanzt. grrrr... Sie schrieb ihm einige Monate lang seeehr nette SMS. Ich beschloss daraufhin, dass ich, statt Opfer zu sein, lieber aktiv werde und habe den Tanzkurzs im Herbst gebucht.Wow! Alle Achtung! Da waren Löwin und Kätzchen aber prima Hand in Hand unterwegs! :lachen:

Dir, Amaruschka, gute Reise und eine interessante Messe, euch allen noch einen schönen Abend und eine gute Nacht!

Eure Linde

lindenblatt
30.01.2007, 21:58
Liebe Miriam!


Perfektionismus wurde in meinem Zuhause nicht sehr gross geschrieben. Klar, dass es in der Schule klappte, war wichtig. Es mussten aber nicht lauter Sechsen sein (in der Schweiz ist die 6 die beste Note).Was für tolle Eltern! Davon waren meine Lichtjahre entfernt. Einmal, kurz vor den Winterzeugnissen, war ich hingefallen und hatte schlimme Schmerzen in der Hüfte (die sich bis heute manchmal noch melden). In Mathematik, die alles andere als meine Spezialstrecke war, stand noch eine Klassenarbeit an. Da mussten mich auf Anordnung meiner Mutter, weil ich wegen der Schmerzen nicht laufen konnte, Klassenkameradinnen mit dem Schlitten zur Schule ziehen, damit ich die Arbeit mitschreiben und so noch etwas für meine Zeugnisnote tun konnte. Es ist auch nie einer mit mir zum Arzt gegangen, um die Hüfte untersuchen und behandeln zu lassen. Hätte ja sein können, dass er mich krankschreibt...
Wenn mir solche Erinnerungen kommen, könnte ich noch heute vor Wut senkrecht durch die Decke fahren! :nudelholz:

Und die Pubertät, die glücklicherweise für dich - deinen toleranten Eltern sei Dank! - in deinem Zuhause so wunderbar entspannt abgelaufen ist, die hab ich als den blanken Horror erlebt. Aber davon erzähle ich vielleicht später mal, sonst springt hier noch ein ganzes Löwenrudel aus mir heraus und direkt in dieses Posting hinein, das will ich euch nicht zumuten :smile: (und mir auch nicht).
Manchmal kann ich mich jedenfalls nicht genug darüber wundern, dass ich mit meiner Mutter auch nur ein einziges Wort sprechen kann. Aber den Kontakt zu ihr (und meinem Vater) abzubrechen - das hätte ich nie geschafft und ziemlich sicher auch nicht ertragen. - Puuuh, schnell abschütteln, das alles... und an die hellen Räume denken...:Sonne:

Denn trotz allem, aber eben erst nach all den erzählten therapeutischen Klimmzügen, bin ich inzwischen lange nicht mehr so unzufrieden mit meinem Leben wie früher. Ein Ausspruch von Gottfried Keller beschreibt ungefähr, was ich damit meine: "Am Ende ist uns wohler, wenn wir nicht zu zu viel von der Welt wollen und das, was sie uns freiwillig gibt, als gelegentlichen Fund betrachten." So komme ich ganz gut zurecht. Und vielleicht ist ja auch schon Zufriedenheit so etwas wie Glücklichsein...


Schlaf schön, Miriam, und liebe Grüße,
Linde

Inaktiver User
31.01.2007, 07:46
Amaruschka :blumengabe:
Das freut mich aber, dass das "Radix-Thema" dich so anspricht.
Ich denke, das ist auch enorm wichtig, dass man zurückgeht bis zu den Wurzeln und sich die Basis betrachtet.
Ohne festes Fundament kein sicheres (Lebens-)Haus!

Wenn ich so zurückblicke auf mein Leben, dann sehe ich, dass ich einfach dazu bestimmt bin, "zuhause zu sein", und nicht für Geld zu arbeiten. Es hat mir nichts Gutes gebracht, nach außen zu streben.

Mein Leben findet vor allem im Inneren statt. Von dort aus kann ich viel bewirken, das wird mir oft erst im Rückblick klar, wieviel -guten- Einfluß ich genommen habe auf andere, ohne es im fraglichen Moment zu merken.

Ich bin schon immer sehr sensibel gewesen, und durch die Krankheit und den frühen Abschied von meinem Jüngsten hat sich diese Feinfühligkeit noch potenziert.
Ich brauche ganz elementar Ruhe und Abgeschiedenheit, Reizarmut etc.
Und wenn ich diese "Schutzhülle" habe, dann finde ich auch leichter in meine Mitte und erfahre meine Stärke, die nicht im Körper sitzt, sondern in Seele und Geist.
Und davon profitiert dann auch mein geplagter Körper.

Hier geht es für uns alle wohl auch um Authentizität? Darum, ganz ehrlich das zu leben, was echt ist in uns, und nicht das zu leben, wovon wir glauben, dass "die anderen"/"die Welt" von uns augenscheinlich erwarten.

Man kann sein eigenes Sein ("So-Sein") nicht leugnen, ohne krank zu werden.

Und noch eines, speziell an die "mißbrauchten" Geschöpfe Gottes:
Es ist nicht eure Schuld! (vielleicht sind nicht mal die Täter "schuld", aber es ist ihre TAT, die sie zu VERANTWORTEN haben werden!)

Ihr seid wertvoll, liebenswert und habt alles Recht der Welt GLÜCK zu empfinden und zu empfangen

Euer Verstand wird das wissen, aber ihr müsst es f.ü.h.l.e.n - und dann kann es wahr werden, das Glück

Nur das gefühlte kann von der Körper-Geist-Seele-Einheit auch für wahr genommen werden.



Laßt uns sein wie die Bäume
Fest verwurzelt in der Erde, dort Nahrung und Wasser findend
und
unsere Arme der Sonne und dem Himmel entgegenrecken, vom Winde liebkost


so :zwinker: nach diesem kleinen poetischen Exkurs über Bäume sage ich für heute "tschüss"
und gehe erstmal mit dem Hund vor die Tür

:blumengabe::blumengabe::blumengabe::blumengabe:

lindenblatt
31.01.2007, 19:21
Liebe Lavendelmond!

Wirklich interessant, deine Gedanken, erkenne mich in vielen
selbst. Zum Beispiel darin:

Mein Leben findet vor allem im Inneren
statt.
Und ganz klar hier:

Ich brauche ganz elementar Ruhe und Abgeschiedenheit, Reizarmut etc.
Und wenn ich diese "Schutzhülle" habe, dann finde ich auch leichter in meine Mitte und erfahre meine Stärke, die nicht im Körper sitzt, sondern in Seele und Geist.
Und davon profitiert dann auch mein geplagter Körper.Genauso ist es, Lavendelmond. (Wenn auch nicht immer leicht, das nach außen hin durchzusetzen...)

Unbedingt kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, dass...
...Man...sein eigenes Sein ("So-Sein") nicht leugnen (kann), ohne krank zu werden.


Da gibt es nichts hinzuzufügen.
Aber es überrascht mich, wie sehr das Zitierte auch auf mich zutrifft.

Danke, liebe Lavendelmond, für all diese Überlegungen. :blumengabe:

Liebe Grüße an dich und euch alle,
eure Linde

Miriam68
02.02.2007, 07:10
Hallo ihr Lieben

Also erstens hoffe ich, dass ihr die Woche gut durchbebracht hat!

Zweitens eine Frage: Was hat es mit diesem Radix auf sich? Es kommt mir aus der Astrologie bekannt vor.

Auch ich brauche zwischendurch meine Ruhe - um nicht immer die Gefühle meiner Mitmenschen mitkriegen zu müssen und wieder mich selbst zu sein und MEINEN Platz im Universum wiederzufinden.

"Typisch für jemanden, der seinen Geburtsplaneten im 12. Haus hat", meinte dazu mal eine Astrologin.

Inaktiver User
02.02.2007, 07:34
Miriam, hallo :-)
An Astrologie habe ich bei der Strang-Titel-Gebung nicht gedacht.

"Radix- die Wurzel" .......back to the roots .....an-die-Wurzeln-gehen........

dort, wo alles begann...... der "Ort"/der Zustand, an dem der Mensch in seiner Mitte ist und genesen kann - und nicht im Außen ausschließlich an den Symptomen herumdoktorn... das ist das, was ich versuche und wofür ich Weggefährten suchte im Strang

scheint aber ein schwieriges (zu schwieriges Thema/Unterfangen ?) zu sein, der Strang ist alsbald eingeschlafen
schade...

Miriam, was du schreibst "um nicht immer die Gefühle meiner Mitmenschen mitkriegen zu müssen..." das ist auch eines meiner Probleme, es fällt mir schwer, mich mit meiner Wahrnehmung aus anderen rauszuhalten, ich fühle zu viel mit ohne das zu wollen.
Das ist angenehm, wenn ich mit starken, fröhlichen Menschen zusammen bin - aber leider ist das eher selten der Fall.

Ich bin jetzt ja viel mit meiner kranken alten Mutter zusammen, und manchmal möchte ich schon die Flucht ergreifen, sobald sie den ersten Satz gesagt hat.
Das, was von ihr an "Gefühlen" ausgeht, trifft mich wie prickelnde kleine Strahlen, momentan hat sie wieder eine gereizte Phase (KH-Aufenthalt steht bevor) - und ich wünschte, ich hätte eine Art Schutzschild.

Momentan ist mir sogar der normal laute Fernseher zu laut und eine Stressquelle.

Vielleicht liebe ich deswegen so sehr unseren Garten?
Pflanzen sind extrem leise und "ausgeglichen" in ihrer Ausstrahlung ;-)
sehr erholsam, die zerren nicht innerlich an mir

Miriam68
03.02.2007, 10:06
Lavendelmond,

Auf "Radix" bin ich nur gekommen, weil hier das "Radix-Thema" erwähnt wurde.

Deine Ausführung dazu ist interessant. Zurück zur Wurzel ...

Eins versteh ich jedoch nicht: Welcher Strang ist denn eingeschlafen? Ging's ums "Zurück zur Wurzel"?

Meine "Wurzel" ist das Lachen und die Fröhlichkeit - hab ich zusammen mit meiner Therapeutin rausgefunden - damals vor mehr als 10 Jahren, als es mir ziemlich schlecht ging.

Kürzlich machte ich bei einem Seminar über Mentaltraining mit. Dort gab ich u.a. als ziel an: "Ich will meine Fröhlichkeit wiederhaben". Da meinte die Seminarleiterin: Du lacht doch schon jetzt mehr als alle Anderen. Manchmal lache ich und finde was witzig, aber - es muss wieder bis ins Innere dringen, das Lachen.
Das tut's zurzeit zu selten, mein Lachen.
Es darf auch gern ein inneres Lächeln sein.



es fällt mir schwer, mich mit meiner Wahrnehmung aus anderen rauszuhalten, ich fühle zu viel mit ohne das zu wollen.


Genau. Wie kann man lernen, Empathie besser zu steuern?
Andererseits kann diese Eigenheit nützlich sein, wie ich kürzlich erfahren habe.
Ich hab mich am Mittwoch mit einem wichtigen Arbeitskollegen zerstritten. Ein Wort gab das Andere, am Ende gifteten wir uns ziemlich laut an. Danach hatte ich ein mieses Gefühl und wusste: Ich muss das nochmals in aller Ruhe mit ihm besprechen.
Genau das Mitfühlen seiner Wahrnehmung sagte mir - nebst der Selbstwahrnehmung - gestern Vormittag, dass nun der richtige
Zeitpunkt gekommen war, um den Vorfall zu klären. Dieses Gespräch bereitete ich nicht vor - im richtigen Moment kommen mir auch die richtigen Worte in den sinn, und ich habe die nötige Ruhe, um das Gegenüber ausreden zu lassen.

Unser "Mitfühlen" ist nicht nur unangenehm!


Das, was von ihr an "Gefühlen" ausgeht, trifft mich wie prickelnde kleine Strahlen, momentan hat sie wieder eine gereizte Phase (KH-Aufenthalt steht bevor) - und ich wünschte, ich hätte eine Art Schutzschild.


Das hast Du gut geschrieben, so empfinde ich das auch.
Zum Thema "Schutzschild" weiss ich folgende Uebung (ich schreib sie absichtlich hier rein und nicht als PN, andere können vielleicht auch davon profitieren).

Mach die Augen zu. Stell Dir vor, wie alles, wie weisses Licht in Deinen Körper eindringt, sich verteilt und alles Dunkle vertreibt. Wenn Dein ganzer Körper in dieses Licht getaucht ist, stell Dir vor, wie das Licht langsam einen Schutzschild um Deinen Körper aufbaut. Dieser Schutzschild kann wie eine zweite Haut sein, aber auch wie ein "Licht-Ei" um Deinen Körper herum. Wenn der Schutzschild vervollständig ist - stell Dir vor, wie Pfeile, die darauf zufliegen, einfach abprallen.

Wenn Du diese Uebung immer wieder durchspielst, wird es Dir leichter fallen, mit den Pfeilen Deiner Mama umzugehen.


Lindenblatt,

Oje, Deine Kindheitserinnerung macht sogar mich wütend. :knatsch:
Ich habe übrigens keine Angst vor Löwenrudeln, kannst ruhig von der Pupertät berichten.
Es geht hier ja um (Neujahrs-)änste, und ich denke, dass die Wurzel dieser Aengste meist in der Vergangenheit, sehr oft in Kindheit und Jugend liegt.


Und vielleicht ist ja auch schon Zufriedenheit so etwas wie Glücklichsein...



Hm! Kann gut sein. Ich überlege gerade: Was ist Zufriedenheit? Was ist Glück? Wo ist der Unterschied?
Ich definiers mal so: Nach einer anstrengenden Woche, in der ich vieles geschafft habe, geh ich zufrieden heim. Ich öffne die Türe, meine beiden Katzen begrüssen mich, schauen mich mit grossen, goldenen Augen an, kommen meiner Hand entgegen. Das ist Glück.

Inaktiver User
03.02.2007, 10:35
@Miriam:

es geht um diesen Strang (klick) (http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=48659)

Was du zur Empathie geschrieben hast, teile ich, bin derselben Meinung. Sehr wertvolle Eigenschaft, aber es wäre schön, wenn man lernen könnte, das zu steuern.

Vor allem in Häusern mit vielen Menschen kann es mich mit voller Wucht treffen.
Vor einem Jahr habe ich eine Bewerbung in einem (wie ich jetzt weiß, schlechtem) Altenheim abgegeben. Das erste Gefühl war ein Fluchtimpuls, ich denke mal, viele der Alten haben im Bewußtsein oder Unterbewußtsein den Wunsch gehabt, dort auf schnellstem Wege rauszukommen.
Diese "empathische Information" vom Seelenkollektiv dort, hat mich nach viertägiger Tätigkeit dort dazu bewogen, meine Beobachtungen im Küchenbereich ans Gesundheits-Amt weiterzugeben - und in der Tat ist mittlerweile die Küche geschlossen, das Essen kommt von außerhalb und die Verträge der Krankenkasse zur Pflege wurden auch gekündigt. (stand in der Zeitung)
Da war schon seit längerem einiges im Argen.


Die Übung mit dem Schutzschild kenne ich, aber ich habe sie nicht eingeübt, irgendwie glaub ich nicht daran. Keine Ahnung, warum nicht. Vielleicht ist es mir auch einfach zu mühsam, ich kann mich seit einiger Zeit so schlecht konzentrieren und mir bildlich was vorstellen. Ich möchte immerzu schlafen...

Miriam68
03.02.2007, 10:56
Lavendelmond,

Ja, diese Uebung erfordert Konzentration.

Was macht Dich so müde? Die Pfeile der Mama? Die Jahreszeit? :blumengabe:

Inaktiver User
03.02.2007, 12:16
Lavendelmond,

Ja, diese Uebung erfordert Konzentration.

Was macht Dich so müde? Die Pfeile der Mama? Die Jahreszeit? :blumengabe:


:smirksmile: die letzten 20 Jahre

und die Tatsache, dass ich nächste Woche meine Mutter an genau denselben Ort (Neurochirurgie) bringe, wo ich vor 6 Jahren wochenlang um das Leben unseres Jüngsten bangte - Ironie des Schicksals, dass auch sie einen Shunt bekommt wie er (aller Wahrscheinlichkeit nach)..... warum neigt Geschichte dazu, sich zu wiederholen??

meine Mutter hat jegliches Interesse an sich selber verloren, hat alle Verantwortung auf mich gelegt ( und ich trage sie selbstverständlich als Tochter, das ist nicht die Frage) - aber ich selber bin immer noch im eigenen Heilungsprozess begriffen

meine Energie reicht nur noch knapp für mich und meinen Alltag, und doch muss ich noch Energie in die Mutter investieren
das ist ein wenig wie ein schwarzes Loch......!

sie rechnet damit, nicht mehr zurückzukommen aus dem KH, aber nicht dorthin zu gehen, wäre garantiert ihr qualvoll langsames Ende
soooo schwer ist der Eingriff nicht !
aber sie ist geschwächt durch mehrere Grund-Krankheiten

tja :wie?:

Vorahnungen meiner Mutter?
Oder "nur" depressive Ängste?

ICH rechne durchaus zu 95% damit, dass sie gebessert zurückkommt; ich meine, die Chancen stehen gut

Alles, das alles, macht mich müde. Meinen Job am Abend habe ich jetzt aufgeben müssen, die Mutter und die Winterkälte haben mir den Rest gegeben.... der Arzt sagt, ich soll Rente einreichen; bekomme ich aber nicht, habe nicht 36 Monate R-Beiträge in den letzten 5 Jahren beisammen. Flötschepiepen, sagt der Niedersachse dazu. Nix, nada, nothing.

Miriam68
03.02.2007, 12:23
Ach Lavendelmond,

Ist alles ein bissel viel bei Dir. Ich schick Dir mal einen Knuddel! :blumengabe: Und wünsche Dir, dass die Op3rtion Deiner Mutter gelingt, sodass sie wieder zuversichtlicher werden kann und Dir ein wenig Last abgenommen wird.

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
04.02.2007, 01:22
Liebe Lavendelmond!

Auch von mir ein liebes, kräftiges Knuddeln für dich! :wangenkuss:

Ich habe auch mal erlebt, wie kräftezehrend das ist, wenn man in eigener problematischer Situation noch Verantwortung für einen anderen Menschen übernehmen muss. Kann dich gut verstehen!

Gibt es vielleicht jamanden in deinem Umfeld, denn du dir als Helfer/in vorstellen könntest? Der/die dich von dem einen oder anderen Zusammensein mit deiner Mutter entlasten und es für dich übernehmen könnte? Vielleicht denkst du jetzt, dass du, wenn es so jemanden gäbe, ihn längst um Hilfe gebeten hättest. Aber - denn auch das kenne ich aus eigenem Erleben - manchmal ist man in diesem fatalen Trott so gefangen (vor allem nach längerer Zeit), dass man schon gar nicht mehr darüber nachdenkt, ob es vielleicht tatsächlich so einen potenziellen Helfer gibt.
Vielleicht hast du eine Idee - ich wünsche es dir!

Und wenn du, sobald deine Mutter aus dem Krankenhaus entlassen ist, mal für ein paar Tage wegfährst? An einen angenehmen, stillen Ort, an dem du die Seele baumeln lassen, deine Gedanken ordnen und dich wieder auf dich selbst besinnen kannst?

Würde dir so gerne helfen... :blumengabe:


Lieben Gruß,
linde

lindenblatt
04.02.2007, 02:00
Liebe Miriam!

Gestern bekam ich eine Mail von einem alten Freund. Wir schreiben uns öfter, erzählen uns von unserem Alltag usw.
Seine gestrige Nachricht endete mit der Frage: "Was ist für dich eigentlich Glück?" :ooooh:

Da habe ich dann auch von meiner Idee, dass Zufriedenheit wohl (auch schon) Glück für mich ist, geschrieben. Ich meine damit Zufriedenheit im weiteren Sinne. Vielleicht könnte man stattdessen auch von "Demut" sprechen. Dankbarkeit für das Gute, das mir nach übelsten Lebensphasen am Ende doch geblieben ist.
Das ist bei Weitem nicht alles, was in früheren, unbeschwerteren Jahren zu meinem Traum vom GLÜCK gehört hat. Aber einiges davon ist, allen Widrigkeiten zum Trotz, doch Wirklichkeit. Und ich hab im Ergebnis schwerer Zeiten auch etwas gewonnen: den Blick für kleine Glücksmomente, zum Beispiel. Auch etwas nicht verloren, was durchaus für immer hätte verloren gehen können: meine Neigung zur Lebensfreude, zur Heiterkeit.

Das alles zusammen - das Gebliebene, das Nicht-Verlorene und das Gewonnene - sagt mir oft: Sei zufrieden mit allem, was du jetzt, in diesem Moment, dein Eigen nennen kannst, sei dankbar. Und also bin ich es. Das ist auch gar kein Zweckoptimismus, sondern tiefe Überzeugung. Ich spüre sie längst nicht immer, aber ich weiß (jetzt endlich), dass sie da ist. Man könnte es die Überzeugung vom berechtigten Zufriedensein-Können nennen. Und die macht mich glücklich. Es ist kein himmelhoch jauchzendes Glücksgefühl, sondern ein stilles, besinnliches. Aber es ist eins.

Ich gebe zu: eine etwas komplizierte Glücksauffassung, vielleicht. Aber dass sie und wie sie sich entwickelt hat, war ja auch reichlich kompliziert und beschwerlich. Jedenfalls nicht leicht genug, als dass ich jetzt einfach so sagen könnte: Bin glücklich.

Ach ja...was für ein Thema...!! :smirksmile:

Dir, Miriam, und euch allen einen schönen Sonntag mit recht vielen Glücksmomenten! :blumengabe:

Lieben Gruß,
linde

Miriam68
04.02.2007, 19:00
Liebe Linde


Gestern bekam ich eine Mail von einem alten Freund. Wir schreiben uns öfter, erzählen uns von unserem Alltag usw.
Seine gestrige Nachricht endete mit der Frage: "Was ist für dich eigentlich Glück?"

Tja - Thema getroffen, wie der Hammer den Nagel auf den Kopf trifft, würd ich da sagen! :ooooh:

Demut ... die Zufriedenheit, dass etwas geblieben ist ... schöner Gedanke.

Ich habe mir mit dieser Haltung vor mehr als zehn Jahren durch eine schwere Zeit geholfen. Ich war depressiv und die Behandlung zog sich trotz Fortschritten lange hin.
Irgendwann hab ich zu mir gesagt: Der Sonnenauf- und Untergang ist immer schön. Egal, wie es den Menschen geht. Also geniesst man ihn am besten, wann immer man kann.

Dankbarkeit ... ja. Ich kenne sie. Manchmal sind es nur so ganz kleine Momente, die mich tiefe Dankbarkeit und Zufriedenheit empfinden lassen. Das kann heissen: Nach langem Tag müde in die Federn kriechen und sich über die frisch gewaschene, noch knisternde Bettwäsche freuen. Beim Einschlafen den Regen und ein gelegentliches Motorrad hören. Sich kurz vorm Eintauchen ins Traumland schnell fragen, wo die Leute denn alle hinwollen, es ist doch so gemütlich hier ...
... ist das nun Zufriedenheit? Oder eher stilles Glück? Ich weiss es nicht.

Ich kenne noch eine andere Art der Zufriedenheit: Etwas Schwieriges, was man sich vorgenommen hat, geschafft zu haben. Wie zum Beispiel ein schwieriges Projekt, einen Marathon (ist nur ein Beispiel, ich bin keine Läuferin), eine Seeüberquerung , einen Vortrag). Das löst dann bei mir eine euphorischere Art der Zufriedenheit aus. Ist das dann Glück?

Und dann gibt's noch das Glück wie in "Glück gehabt, dass ich noch rechtzeitig bremsen konnte". Das Glück, das einem aus einer schwierigen oder gefährlichen Situation gerettet hat.

Und schliesslich noch: Glück in der Liebe und Glück im Spiel.

Das wäre dann also Glück als Gegenteil zu Pech?

Oh je, jetzt wird's mir doch etwas zu kompliziert!

wie auch immer: Ic hhoffe, Dein Sonntag war glücklich und zufrieden!

Liebe Grüsse

Miriam

lindenblatt
05.02.2007, 01:23
Liebe Miriam,

ich danke dir sehr für deine interessanten Zeilen!! :kuss:

Vor ein paar Stunden hatte ich schon eine fix und fertige Antwort für dich. Aber dann habe ich Blödi beim letzten Durchlesen etwas gegessen (:knatsch: ), bin beim Hantieren auf die falsche Taste geraten ( :gegen die wand: ), und alles war futsch... :heul:

Ob ich es morgen schaffe, kann ich noch nicht sagen, aber spätestens übermorgen schreibe ich dir und werde beim Abschicken dann auch größte Vorsicht walten lassen! :lachen:


Ic hhoffe, Dein Sonntag war glücklich und zufrieden!
Das wünsche ich sehr herzlich auch dir (gleich auch schon für den morgigen Montag)! :blumengabe:

Liebe Grüße,
Linde

Miriam68
05.02.2007, 20:53
... nimms nicht tragisch, Lindenblatt! (Sagt ein Schussel zum anderen Schussel) :blumengabe:

lindenblatt
07.02.2007, 21:16
Liebe Miriam,

gesenkten Hauptes schleiche ich heran: Hab mich verspätet und bitte herzlich um Entschuldigung :blumengabe: !
Und zu allem Überfluss hab ich mich auch noch woanders in der Bricomm verplaudert (obwohl - Plaudern war das nicht, eher ziemlich ärgerlich, aber egal), bin sehr froh, jetzt wieder hier zu sein: aus der zermürbenden Stadt zurückgekehrt aufs ruhige Land...mit Bächlein...mit winziger Kirche...mit rauchenden Schornsteinen auf den roten Dächern kleiner Häuser... mit Wäldchen zum Pilzesammeln und Sich-aufs-Moos-Legen... (Ich glaube, ich hatte Heimweh...)

Hier war unser Thema DAS GLÜCK...:Sonne:

Einer deiner Gedanken in deinem letzten Beitrag war:

Ich war depressiv und die Behandlung zog sich trotz Fortschritten lange hin.
Irgendwann hab ich zu mir gesagt: Der Sonnenauf- und Untergang ist immer schön. Egal, wie es den Menschen geht. Also geniesst man ihn am besten, wann immer man kann.Die Schauspielerin Hannelore Elsner hat mal, nachdem sie für ihre Hauptrolle in dem Film "Die Unberührbare" einen Preis bekommen hatte, (sinngemäß) gesagt, sie bedanke sich bei allen Menschen, die ihr Liebe geschenkt, aber ebenso auch bei jenen, die ihr Schmerzen zugefügt hätten. Allein mit den Erfahrungen von Liebe hätte sie diese Rolle niemals ausfüllen können.
Und so, liebe Miriam, haben du und ich wohl auch unsere schweren Zeiten "gebraucht", um differenzierter und umfassender - tiefer - ins Leben hineinspüren zu können. Man wird sensibler dabei und neuer Schmerz tut "weher" dadurch. Aber man wird auch offener für all diese kleinen Zeichen von Glück:

Manchmal sind es nur so ganz kleine Momente, die mich tiefe Dankbarkeit und Zufriedenheit empfinden lassen. Das kann heissen: Nach langem Tag müde in die Federn kriechen und sich über die frisch gewaschene, noch knisternde Bettwäsche freuen. Beim Einschlafen den Regen und ein gelegentliches Motorrad hören. Sich kurz vorm Eintauchen ins Traumland schnell fragen, wo die Leute denn alle hinwollen, es ist doch so gemütlich hier ...
... ist das nun Zufriedenheit? Oder eher stilles Glück? Ich weiss es nicht.Genau diesen Moment liebe ich auch so sehr. Als "Kyrill" und sein Vorgänger (wie hieß der noch? ach, egal) über uns hinwegfegten, habe ich - entgegen allen Warnungen - zum Schlafengehen extra das Fenster angeklappt und es dann richtig genossen, von draußen das wilde Tosen und Brausen zu hören und, eingekuschelt in meine Bettdecke, mich dabei umso geborgener zu fühlen. Aber ob mit oder ohne Orkan: Das sind so Momente, in denen man ganz bei sich sein kann, zwar eingebettet (im wahrsten Sinne des Wortes) in einen "Gesamtzusammenhang" vielfältigen Lebens und doch - ganz für und bei sich. Nicht wahr?

... ist das nun Zufriedenheit? Oder eher stilles Glück? Ich weiss es nicht.Ich empfinde das dem Glück näher als der Zufriedenheit, aber vielleicht ist es auch ganz wurscht, wie wir das nennen. Auf jeden Fall ist es ein wunderbares Gefühl mit einem ganz eigenen Zauber. Ach doch: stilles Glück ist eigentlich ein sehr schönes Wort dafür...

Ich kenne noch eine andere Art der Zufriedenheit: Etwas Schwieriges, was man sich vorgenommen hat, geschafft zu haben. Wie zum Beispiel ein schwieriges Projekt, einen Marathon (ist nur ein Beispiel, ich bin keine Läuferin), eine Seeüberquerung , einen Vortrag). Das löst dann bei mir eine euphorischere Art der Zufriedenheit aus. Ist das dann Glück?Eine im Rahmen meiner Möglichkeiten besondere Leistung vollbracht zu haben, macht mich meist "nur" euphorisch zufrieden. Da klopf ich mir auch schon mal selbst auf die Schulter und denk mir dabei: Na siehste...geht doch. Wenn ich aber dafür nicht "nur" (bisher wenig erprobte oder gar ungeahnte) Fähigkeiten mobilisieren, sondern auch noch größere Ängste überwinden musste, kann ein Glücksgefühl daraus werden. Das ist dann so ein Gefühl glücklicher Erschöpfung: Die durchlebte und schließlich bewältigte Angst fällt ab, alle Kraft scheint aufgebraucht und eine Riesenerleichterung stellt sich ein. Ein eher seltenes, aber intensives Wohlgefühl ist das dann.
Und dann gibt's noch das Glück wie in "Glück gehabt, dass ich noch rechtzeitig bremsen konnte". Das Glück, das einem aus einer schwierigen oder gefährlichen Situation gerettet hat. Ja, genau, Miriam. Das sind die "An-einen-Schutzengel-glaub"-Momente. Je nachdem, wie groß die reale Gefahr war, kann das gehabte Glück (und spätere Glücksgefühl) da schon sehr beachtlich sein.

Und schliesslich noch: Glück in der Liebe und Glück im Spiel.
:lachen:
Das wäre dann also Glück als Gegenteil zu Pech?Beim Spiel auf jeden Fall! Und Glück in der Liebe...ergibt Glücksgefühl pur! Stimmt´s?

Aber dann gibt es ja auch noch so Situationen, von denen man hinterher sagt: "Mann, da hab ich aber wirklich Schwein gehabt!" :freches grinsen:
Meist ist das dann ja irgendwie mit so einer klammheimlichen Freude verbunden: Eine nicht sehr glaubwürdige Ausrede wurde wider Erwarten akzeptiert? Die Politesse hat nach gaaanz schuldbewusstem Bitten das Knöllchen wieder abgemacht? Der Chef hat die kleine Pausenverlängerung nicht bemerkt? :yeah: Was soll man da denken, außer: Schwein gehabt!!
Muss ja auch mal sein, oder?

Macht Spaß, so über das Glück zu fabulieren, Miriam, nicht wahr? Vielleicht fällt uns ja noch mehr dazu ein. Macht ja vielleich sogar gleich ein bisschen glücklich...??

Wenigstens Zufriedenheit, nötigenfalls gehöriges "Schwein" und bestenfalls so richtig Glück wünscht dir bis zum Wiederschreiben mit lieben Grüßen

Linde

Miriam68
08.02.2007, 22:59
Hallo Linde,

Danke für den ausführlichen Beitrag! :blumengabe: Interessant!

Für heute in Kürze (da ich hundemüde bin und erst grad nen Hexenschuss losgeworden bin) ein höchstpersönliches Glücksgefühl, das ich heute hatte:
Ging zum Arzt, weil zwei Hexenschüsse in 1,5 Monaten = nicht normal. HAb mir schon Sorgen gemacht, auch meine Mama und die beste Freundin waren unruhig (Hintergrund: Bei meiner Schwester ging das Elend vor einem Jahr mit Rückenschmerzen los ... grund waren damals Metastasen, die die Knochen angriffen). Arzt erstellte Röntgenbild, und schon war die Erklärung für meinen empfindlcihen Rücken gefunden: kleiner Haltungsschaden, ein bisschen Abnutzung, ein Lendenwirbel zuviel (wo gibts denn sowas!), Abstand zwischen unterstem Wirbel und Becken zu klein.

Alles nicht witzig, aber: Ich wusste innert 10 Minuten, dass nichts Ernstes dahintersteckt.
Auch das löste eine Art von Glücksgefühl aus ... ich empfinde das Gefühl, wenn einem ein Felsen von der Brust fällt, auch als Glück.

Ich wünsche allen eine gute Nacht!

lindenblatt
08.02.2007, 23:30
Liebe Miriam,

muss mich - ausnahmsweise! - mal selbst zitieren,...

Wenigstens Zufriedenheit, nötigenfalls gehöriges "Schwein" und bestenfalls so richtig Glück wünscht dir bis zum Wiederschreiben...
...weil:

Ich wusste innert 10 Minuten, dass nichts Ernstes dahintersteckt.
Auch das löste eine Art von Glücksgefühl aus ... ich empfinde das Gefühl, wenn einem ein Felsen von der Brust fällt, auch als Glück.

Siehste: Wunsch erfüllt!

Aber im Ernst: Freue mich mit dir über die schnelle und befreiende Diagnose! :blumengabe:

Schlaf schön (erholsam, vor allem) und lieben Gruß,
Linde

Und allen, die heute noch hier vorbei-(besser: hinein)-schauen, auch eine gute Nacht! :schlaf gut:

Miriam68
09.02.2007, 22:39
Linde,
Danke, hat gewirkt. Hab geschlafen wie ein Murmeltier und war heute effizient wie schon lange nicht mehr.

Hey, eine Neujahrsangst wär mal besiegt: Krankheit. Mein Rückenweh ist einfach nur Rückenweh und nichts Schlimmes.



Und so, liebe Miriam, haben du und ich wohl auch unsere schweren Zeiten "gebraucht", um differenzierter und umfassender - tiefer - ins Leben hineinspüren zu können. Man wird sensibler dabei und neuer Schmerz tut "weher" dadurch. Aber man wird auch offener für all diese kleinen Zeichen von Glück


Stimmt. Ich merke: Ich nehme gewisse Dinge nicht mehr als selbstverständlich hin. Wie Gesundheit: Früher hätte ich bei der Diagnose "Arthrose" ein Riesenproblem gekriegt. Jetzt sag ich: Gottseidank nichts Schlimmes!

Habe kürzlich meine erste schwierige Hürde im neuen Job hinter mich gebracht. in Kürze: Streit mit einem Arbeitskollegen (Grund -was denn sonst - ein Missverstänfdnis). Man konnte hinterher nochmals in Ruhe darüber reden. Die Spannung ist weg, man kann jetzt viel besser als zuvor zusammenarbeiten.

Was sagt mir diese Geschichte unter anderem? Zum Beispiel: Meine direkte Art ist nicht immer schlecht. In diesem Fall trug er wohl zur Luftreinigung bei. In anderen Fällen mag ruhig bleiben sicher besser sein. Aber eine gewisse Impulsivität gehört zu mir.

Mein nächstes Thema ist gegeben: Selbstakzeptanz. Der Anfang ist gemacht! :blumengabe:

Ich habe eine Frage an Dich, Linde, und allen Andern hier:

Wie geht's inzwischen Euren Neujahrsängsten?

Mamchen
10.02.2007, 03:14
Doch Lindenblatt ich hab gerade bemerkt das ich eine PN bekommen hab :erleuchtung: .
Und nun hab ich auch endlich den Weg hierher gefunden :yeah:
aber die halbe Stunde ist leider schon um .
Mamchen

lindenblatt
10.02.2007, 03:19
Liebe Miriam!

Du schreibst über deine Direktheit, die bei deinem Streit mit deinem Kollegen die Atmosphäre verbessert hat. Ich finde: Ein Problem direkt anzusprechen ist immer das Beste. Aber das musste ich erst lernen und bin noch nicht fertig damit. In meiner Famile (Eltern, Schwester) ist das von jeher alles andere als selbstverständlich. Verärgerungen, Missverständnisse werden regelmäßig unter den Teppich gekehrt. HARMONIE heißt das angebliche Zauberwort - nur gründlich falsch verstanden.
Finde es deshalb interessant, hier mal wieder (von dir) bestätigt zu bekommen, dass der direkte Weg tatsächlich der beste ist.

Bezüglich Neujahrsangst (aktueller Stand) schreibe ich morgen, okay?

Lieben Gruß,
Linde

lindenblatt
10.02.2007, 03:20
Hallo Mamchen, bin hier!!!!!

Hänge noch ein halbes Stündchen dran!

Ich schicke das jetzt erst mal ab, damit du weißt, dass ich da bin.


Linde

Mamchen
10.02.2007, 03:20
Hallo Lindenblatt .

:ooooh: das ja n Ding . Hab gerade einen Beitrag von dir gelesen wo du geschrieben hast ob den überhaupt keiner mehr kommt ....... und auf den hab ich geantwortet :wie?: aber nu ist der gar nicht mehr da ? :peinlich:
sollte vielleicht doch besser versuchen zu schlafen .
Mamchen

lindenblatt
10.02.2007, 03:21
Mamchen biste noch da???

Linde

lindenblatt
10.02.2007, 03:22
Mamchen, schreib mal genauer, wie es dir geht!

Linde

Mamchen
10.02.2007, 03:22
ja bin ich !!!

Mamchen
10.02.2007, 03:25
ach Linde wo soll ich da anfangen .
Ich bin unendlich traurig und weine mich seit 4 Tagen wieder in den Schlaf . Am 14.02 . wäre der Stichtag für Rafael gewesen und ich hab das Gefühl ich krieg erst jetzt so langsam die volle Packung .

Mamchen
10.02.2007, 03:26
Tagsüber geht es aber wenn dann alle anderen schlafen geht es bei mir los mit dem Grübeln und den Tränen etc...

Mamchen
10.02.2007, 03:29
Bist du nun noch da ?

lindenblatt
10.02.2007, 03:33
Bin da, schreibe jetzt Antwort!

Mamchen
10.02.2007, 03:35
ok .

lindenblatt
10.02.2007, 03:36
Ach, liebe Mamchen, das kann ich so gut verstehen.

Und besonders, weil es auf den Tag zugeht, vor dem du dich so fürchtest.

Du hattest geschrieben, dass du deinem Mann deine Trauer nicht zeigen willst. Wie geht er denn mit seiner Trauer um?

Linde

Mamchen
10.02.2007, 03:41
Überhaupt nicht ! Er hat bis heute nicht geweint . Was mich irgendwie erschüttert . 4 Tage vor der Frühgeburt ist unser Kater überfahren worden und da hat er gweint wie ein kleiner Junge . Er redet nicht und überhaupt ist es für keinen ein Thema mehr ,zumindest kommt es mir so vor . Und darum lass ich auch alle im glauben ich bin ok .

Mamchen
10.02.2007, 03:44
Obwohl es ja eindeutig ist das irgendwas mit mir nicht stimmt .
Bin seit dem jede Nacht schlaflos und kann eigentlich erst schlafen wenn es draussen wieder hell wird . Warum weiß ich auch nicht .

Mamchen
10.02.2007, 03:52
So liebes Lindenblatt , ich werde jetzt einen Versuch starten
muss wieder früh hoch denn unsere kleinste hat Schlafbesuch .
Man wird das wieder ein dicke Augen hab Tag .:gegen die wand:
Ich wünsche dir eine (restliche ) Gute Nacht und Danke für dein offenes Ohr bzw offene Augen :wangenkuss: :schlaf gut:
Mamchen

lindenblatt
10.02.2007, 03:52
gelöscht

lindenblatt
10.02.2007, 04:08
Liebe Mamchen,

ich könnte mir vorstellen, dass dein Mann vielleicht seine ganze Trauer in sich hinein frisst. Ich glaube, du hast an anderer Stelle schon mal geschrieben, dass er recht verschlossen ist. (Oder irre ich mich?) Es könnte sein, dass er Angst vor der Trauer hat, dass er deshalb seine eigene verdrängt und auch dich nicht darauf anspricht.

Was meist du: Ob du mal auf ihn zugehst? Ihm sagst, wie du dich fühlst, dass es dir gerade jetzt so schlecht geht und dass du dir seine Unterstützung wünschst? Sag ihm das am besten ganz ohne Vorwurf, manche Menschen verdrängen einen großen Schmerz und man denkt dann leicht, dass sie nichts fühlen. Vielleicht ist er sogar erleichtert, wenn du mit ihm darüber sprichst.

Mamchen, das würde ich auf jeden Fall versuchen. Es wäre so wichtig, dass ihr die Last gemeinsam tragt. Und in all dem Unglück könnte das sogar etwas zusätzlich Verbindendes für euch beide haben.

Was denkst du, würde dein Mann dir zuhören und mit dir darüber sprechen?

Hoffentlich kannst du noch ein paar Stunden schlafen!!

Ich drück dich! :kuss: :blumengabe:

Linde

lindenblatt
10.02.2007, 04:31
@alle:Hallo, ihr Lieben ! :blumengabe:

Bitte verzeiht das Durcheinander, das hier entstanden ist. Aber Mamchen ging es gar nicht gut und da wollte ich mich mit ihr hier im Strang treffen. Hat aber alles nicht gleich so geklappt.

Tut mir leid, dass jetzt deshalb überall grüne (Linden-)Blätter am Rand hängen.
(An den Bäumen wären sie mir wesentlich lieber!! :lachen:)

Danke für euer Verständnis! :kuss:

Einen schönen Sonntag wünscht euch allen
eure Linde

Inaktiver User
10.02.2007, 09:29
GRÜN war von Kindesbeinen an meine Lieblingsfarbe ;-)


@Mamchen:
Ich kenne dich noch nicht, weiß nicht, was dein Kummer ist, aber sei uns hier herzlich willkommen !!!

Miriam68
10.02.2007, 16:56
Das wollt ich auch grad sagen ...

Hallo mamchen! Willkommen hier bei uns. Hier ist immer jemand da, der Dir zuhört und der Dich versteht! :blumengabe:

lindenblatt
10.02.2007, 20:08
GRÜN war von Kindesbeinen an meine Lieblingsfarbe ;-)
*freu!* :lachen:

Für dich, Lavendelmond:


Grüne Donauebene

Grün ist überall. Grün branden die Felder.
Nur die Straße ist ein weißer Strich
Quer durchs Grün. Aber herrlich,
Herrlich grün lodern die Wälder.

Die Lerche sirrt. Der Himmel ist blau,
Sonst überall ist nur Grün.
Ein kochendes Grün, ein erzgrünes Glühn
Flirrend darin eine Bauernfrau

Mit weißem Kopftuch, und ihr rotes Gesicht
Trieft flammend vom unendlichen Licht.

(George Britting)

Lieben Gruß,
Linde

Inaktiver User
10.02.2007, 21:26
oh, das ist aber ein schönes und kraftvolles Gedicht

DANKE !!!!

ich kann das alles förmlich vor meinem geistigen Auge sehen

lindenblatt
11.02.2007, 00:33
Hallo Lavendelmond,

und schon wieder: *freu* ! :yeah:

Dann wünsch ich dir - wider jede jahreszeitliche Gegebenheit - ein wunderbar grünes Restwochenende! :lachen:

Tschüss,
Linde

Mamchen
11.02.2007, 00:51
Hallo ihr lieben ,

danke erstmal für eure lieben Willkommensgrüße
Miriam68 und Lavendelmond :smile: .
Ist ein echt gutes Gefühl sich über den Tag zu retten weil man (ich ) im Kopf hat das man sich hier mal Luft machen kann bzw erhört wird mit dem Schmerz der einen gerade so beherrscht .
:ooooh: ich wollt das eigentlich ganz anders schreiben aber bin gerade ein wenig beduselt :ooooh: ja hab so 2.3.4.5. Sekt getrunken weil so ganz spontan eine liebe Freundin von mir vorbei gekommen ist ( die wohnt eigentlich so 30-40 Automin.von mir entfernt ). :Sonne: . Das hat mich doch echt gefreut °!!! :smile:
Gut geht es mir heute trotzdem noch nicht :knatsch: aber wie ich halt so bin Kopf hoch und durch ...nur nichts anmerken lassen :gegen die wand:
Um vielleicht ein wenig zu verstehen ........
ich war 06 nach 8 Jahren nochmal schwanger weil ich nochmal so richtig doll ein Baby wollt .
In der 24 SSW hatte ich durch eine Infektion ( keiner weiß welche ) eine Frühgeburt . Dieses ganze hick hack in den KH lass ich jetzt mal aus .....
Laut FA und Hebamme ein Mädchen ..beim Ultraschall wurden mir die Schamlippen genaustens gezeigt :ooooh:
Fand ich zwar auch schön aber über einen Jungen hätt ich mich wohl ein tickchen mehr gefreut auch weil es für meinen Mann der erste nach 2 Mädels gewesen wäre . Wir sind eine Patchwork Familie . Er eine ich einen wir eine :smile:
Die Ärzte sagten mir das mein Baby die Geburt wohl nicht überlebt da es doch mit 24 Wochen noch sehr früh ist .
Doch mein Baby hat es allen gezeigt und hat es doch geschafft und sogar ohne Lungenfunktion mehrmals versucht zu schreien so als ob es sagen wollt HEY HELFT MIR ICH WILL LEBEN !!! Die Ärzte ( hab ich hinterher erfahren ) waren erst der Meinung nicht zu helfen aber da diese HILFERUFE da waren haben sie es doch getan ! Es war MEIN SOHN der da um Hilfe gerufen hat und er hat gekämpft wie kein anderer !!
Der Chefarzt hat mir Mut gemacht das es zwar wenige Extrem-Frühchen gibt die es schaffen aber er strahlt sowas aus wie Hey ich kann das ich will das und ich schaff das ( wörtlich der Chefarzt ) . Ich hatte Hoffnung und auch sehr sehr große Angst .
Mein Sohn Rafael hat 7 Tage gekämpft und ist dann in/auf meinem Arm eingeschlafen .Er hatte einen ( durch Medikamente ) Perforierten Darm und so ging der Inhalt seines Darmes in ihn hinein statt nach draussen , hinzu kamen in der Nacht dann noch starke Hirnblutungen die wohl bei Extrem-Frühchen sehr häufig vorkommen (laut Arzt ) und die schwerste Behinderungen mit sich bringen . Um ihm weiteres leiden zu ersparen (er wog gerade mal 500 gr.) wurden in meinem beisein die Schläuche zur Beatmung gezogen und er ist wie schon geschrieben in meinem Arm eingeschlafen ( mein Mann stand neben mir ) .
Ich kann seit dem nicht mehr verünftig schlafen und nun kommt auch noch der errechnete Stichtag auf mich zu 14.02.07
was mir doch sehr zu schaffen macht . Es ist doch auch der Tag der Liebe und ich weiß nicht wie ich das überstehen soll .
Ok ich werde ganz nach meinem Muster wieder alles in mir haben und nach aussen Stark sein aber ich sterbe innerlich .
Ich hab das alles nicht im geringsten verarbeitet ich hab ja noch nicht mal damit angefangen . Ich suche wie eine irre nen Psychologen aber keiner hat Zeit oder sieht wie ernst es doch ist . Bin froh hier ein wenig offen sein zu können . So nun kann ich vor lauter Wasser im Auge gerade nicht mehr ordentlich gucken und mach mal schluß . Wollt euch auch nur einen Einblick geben

Mamchen

Miriam68
11.02.2007, 01:05
Hallo Mamchen

Nur in Kürze (bin Hundemüde und geh gleich schlafen):

Ich geb Dir mal ne Rose :blumengabe: und eine Umarmung. Es tut mir unendlich leid, dass Du das durchmachen musstest und musst ...

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
11.02.2007, 03:44
Liebe Mamchen,

wie gut, dass du dich entschlossen hast, hier zu schreiben! Auch von mir noch mal ein kleines Blümchen für dich: :blumengabe: !!

Ich hab deine Geschichte bisher auch nur in groben Zügen gekannt und nun hier zum ersten Mal in voller Tragweite erfahren.
Und es berührt mich sehr, was du schreibst!

Aber, Mamchen, es ist nicht gut, wenn du so ausschließlich nach innen trauerst. Für manche Menschen ist das in Ordnung, Trauer hat so viele Gesichter wie die Trauernden selbst. Aber du leidest doch darunter, dass du dich mit deinem Schmerz so allein fühlst, nicht wahr? Was deinen Mann betrifft: Ich habe schon öfter gehört, dass Frau und Mann, nachdem sie einen so schweren Verlust erlitten hatten, einfach nicht zueinander finden und die Trauer teilen konnten. Das ist ganz merkwürdig. Frauen und Männer gehen ja oft generell ganz unterschiedlich mit Gefühlen um, vielleicht ist das der Grund.

Wenn es deinem Mann nun partout nicht möglich ist, sich dir zu öffnen, könntest du mal überlegen, ob dir vielleicht eine Selbsthilfegruppe helfen würde. (Natürlich nicht anstelle deines Schreibens hier, sondern parallel dazu, ist ja klar...) Ich weiß, dass es Selbsthilfegruppen für Eltern, die ihr Kind verloren haben, gibt. Es existiert sogar ein, wie ich meine, bundesweit tätiger Verein mit dem Namen "Verwaiste Eltern" (so ungefähr), der überall Hilfen anbietet. Vielleicht auch bei dir in der Nähe. Aber auch unabhängig davon gibt es Möglichkeiten der Unterstützung:
kirchliche und sozial-psychologische Beratungsstellen usw. Ganz verschiedene Formen der Trauerhilfe haben sich in den letzten Jahren entwickelt.

Was meinst du, Mamchen: Könntest du dir so etwas für dich vorstellen?

Und ansonsten: Schreib auf jeden Fall weiter hier, ja? Wir helfen dir, so gut es auf diesem Wege geht!


Bis zum Wiederschreiben alles Liebe!

Linde

lindenblatt
11.02.2007, 04:00
Hallo Mamchen,

ich noch mal.

Hier schicke ich dir einen Link zu Google mit Anlaufstellen des Vereins "Verwaiste Eltern e.V." im ganzen Bundesgebiet. Bestimmt gibt es auch eine in dem Bundesland, in dem du wohnst.
Kannst es dir ja mal anschauen und dir einen Eindruck verschaffen.

http://www.google.de/search?sourceid=navclient-ff&ie=UTF-8&rls=GGGL,GGGL:2006-29,GGGL:de&q=Verwaiste+Eltern+e.V.

Ach ja - was ich auch noch raten möchte: Geh doch wegen deiner Schlafschwierigkeiten zu einem Arzt. Vielleicht erst mal zum Hausarzt. Das Schlafdefizit wird sonst immer größer und frisst so viel Kraft. Und du hast ja wegen der Kinder bestimmt kaum Gelegenheit, morgens auszuschlafen oder dich tagüber mal hinzulegen.
Der Arzt verschreibt (oder empfiehlt) dir sicher ein Schlafmittel, das dir hilft - vorübergehend, bis dein Körper sich wieder an einen normalen Schlafrhythmus gewöhnt hat.

Liebe Grüße von
Linde

Inaktiver User
11.02.2007, 10:03
Liebes Mamchen,
dein kleiner Liebling hatte ein sehr, sehr kurzes Leben, aber es war ein Leben in Liebe und Geborgenheit. Er war hochwillkommen und innigst geliebt und er durfte in deinen Armen zurück in den Himmel gehen und auch der Papa war dabei.
Es war ein "gutes Leben" sozusagen.
Ich hoffe, du verstehst was ich meine und sagen möchte. Nicht jedes lebende Kind hat dieses Glück, so bedingungslos geliebt zu werden.
Leider war durch die zu frühe Geburt der Körper nicht in der Lage, der Seele ein Heim zu geben, das für ein ganzes volles Leben gereicht hätte. Da kann man nichts machen, da sind wir Menschen hilflos.

Es tut mir so unendlich Leid für euch !

Deine Not ist groß, sehr groß.
Bitte verschließe sie nicht in deinem Inneren. Sei nicht nach außen stark, wo du doch längst innerlich zerbrochen bist. Sei authentisch ! Du darfst jetzt schwach und elend sein, das ist einfach die Wahrheit derzeit.
Nimm nicht zuviel Rücksicht auf andere. Ich habe damals diesen Fehler gemacht und habe einen hohen Preis gezahlt dafür. Ich wünschte, ich hätte wenigstens 1x einen leibhaftigen Menschen gehabt, der mich gehalten hätte und meine Klageschreie ertragen hätte.
Aber da war niemand, ich verschloß es in mir, gestattete mir nur durch geschriebene Worte meinen Gefühlen "draußen" Raum zu geben und verschwieg auch noch das Schlimmste, bis zum heutigen Tage.

Mach nicht denselben Fehler.

Hier ist Raum für dich und deine Trauer. Schreibe, schreibe, schreibe.... so viel du magst und es brauchst.
Hier sind genug Menschen (ich schreibe jetzt extra nicht "UserInnen"), die inzwischen wieder stark genug sind, das zu ertragen, mit-zu-tragen.
Und suche bitte weiterhin nach einem Psychologen oder vielleicht besser noch nach einem Trauerbegleiter aus einem Hospiz.

ich habe noch einen Link für dich:

Schmetterlingsflüstern-Forum (http://www.schmetterlingsfluestern.de/)

dort sind Eltern, die ihre lieben Kinder im Baby- u. Kleinkindalter verloren

vielleicht hilft es dir, dort auch zu lesen und zu schreiben ?
ich kenne die Inhaberin dieser Website persönlich, das ist eine ganz wunderbare, warmherzige Frau

lindenblatt
11.02.2007, 16:30
Liebe Mamchen,

den Link von Lavendelmond habe ich eben mal angeklickt, weil: "Schmetterlingsflüstern" ist ein so schönes Wort und hat mich neugierig gemacht.

Es ist ein ganz wunderbares Forum! Es gibt darin auch ein Unterthema mit Beiträgen über und von trauernde/n Väter/n. Das wird bestimmt auch für dich aufschlussreich sein.

Vor allem aber findest du dort die Geschichten von Müttern und ihrem Schmerz um ihr Liebstes, ihr Kind...

Ich kann Lavendelmond nur zustimmen: Sich zu äußern - auch und vielleicht besonders schreibend - kann helfen, Schlimmes zu überstehen, ohne Gefühle verleugnen zu müssen. Ich selbst habe das auch schon - mehrfach - erfahren; in meinem Fall waren es Briefe (z. B. an mich selbst, nur scheinbar abgeschickt auch "an" das neue Jahr, vor dem ich Angst hatte, "an" einen Menschen, der mich sehr verletzt hatte usw. Ich glaube, ich würde auch "an" einen Menschen schreiben, den ich über alles geliebt habe, nachdem er für immer von dieser Erde gegangen ist und mich im Schmerz zurückgelassen hat...).

Und deshalb, Mamchen, auch von mir noch einmal die Ermunterung: Schreibe - hier und überall, wo es dir gut tut!

Hier, liebe Mamchen, hab ich noch etwas für dich:


Wenn Du bei Nacht in den Himmel schaust

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust,
wird es dir sein, als lachten alle Sterne,
weil ich auf einem von ihnen wohne,
weil ich auf einem von ihnen lache,
du allein wirst Sterne haben, die lachen können.
Wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer),
wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.
Du wirst immer mein Freund sein, und deine Freunde werden erstaunt sein,
wenn sie sehen, daß du den Himmel anblickst und lachst.

Antoine de Saint-Exupéry,
"Der kleine Prinz"


An deiner Seite
Linde

lindenblatt
11.02.2007, 23:03
Liebe Miriam,

ich möchte dir noch auf deine Frage nach den Neujahrsängsten schreiben:

Vor diesem Jahr hatte ich nicht so große Angst wie vor manchem anderen, früheren. Keine spezielle, jedenfalls. Aber ich hab latent ein gewisses Maß an Angst in mir. Nicht mehr so intensiv, das habe ich mit der Therapie immerhin geschafft. Aber doch auch noch nicht auf Durchschnittsgröße verkleinert. Das ist wie so ein Bodensatz aus Angst; er ist immer da, immer auch spürbar, aber er drängt nicht mehr so oft an die Oberfläche. Ich kämpfe gegen ihn an - mit allem, was mir zur Verfügung steht: mit Fantasie und allen Sinnen. Lange war das erfolglos und hat mich einfach nur viel Kraft gekostet. Kräftezehrend ist es noch immer, aber inzwischen macht es sogar auch Spaß: Seit ich die kleinen "Angstdämpfer", nach denen ich immer suche, manchmal sogar finde.

Auch bemühe ich mich, die mir verbliebene Angst als einen Teil von mir zu akzeptieren. Aber das fällt mir schwerer, als nach "Antikörpern" zu suchen. Dazu hat sie mir in meinem Leben schon zu viel Ärger gemacht, diese verflixte Angst, als dass mir diese Akzeptanz wirklich gelingen könnte. Eine Therapeutin hat mir mal geraten, sie mir gar zum Freund zu machen. Zwar konnte ich verstehen, was sie meint, aber Freundschaft mit diesem alten Störenfried kriege ich erst recht nicht auf die Reihe. Lieber suche ich unaufhörlich nach bunten Luftballons an kahlen Ästen. Und schreibe hier - auch wenn das Wort "Angst" nicht so oft darin vorkommt. Sondern umso öfter die Luftballons und solche Sachen.
So ist mein Erzählen über derlei Entdeckungen manchmal wie Pfeifen im dunklen Wald.

Aber du, liebe Miriam, wie hat sich denn bei dir das Neujahrsangstgefühl entwickelt? Kannst du schon einen "Zwischenstand" beschreiben?

Ich hoffe, du hattest ein schönes Wochenende und kannst mit neuer Energie in die kommende Woche starten! :smile:

Lieben Gruß,
Linde

Mamchen
12.02.2007, 21:00
Hallo und DANKE für eure lieben Worte .:smile:
Danke auch für eure Tips .
Das Schmetterlingsflüstern Forum kannte ich auch schon eigentlich hab ich schon richtig viele Foren gefunden aber ich bin dann eher mit den Geschichten der anderen beschäftigt und fühle mit denen statt mich dann auch mal auf meine Geschichte einzulassen :knatsch:
Naja einmal hab ich´s versucht beim LaLeLu Forum und hab da auch Sternenpost an Rafael geschrieben was mir für den Moment auch sehr half aber es kam wie es immer irgendwie kommt ( bei mir )
die beiden die das Forum geleitet haben haben sich wohl verkracht ( wurde per e-mail mitgeteilt ) und dann hat eine das wohl neu aufgebaut aber ich hab kein Passwort mehr und die Persönlichen Seiten und die Seite für die Sternenpost gibt es nicht mehr .War wieder so´n Erlebnis für mich wo ich dachte ok soll nicht sein . Und ehrlich ....seit dem hab ich es erst wieder hier versucht und das auch nur weil ich ja kurzzeitig ein ganz anderes Problem hatte wie (du weißt Linde ) Naja ich fühl mich hier auch wohl und verstanden . DANKE euch nochmal !!!

Mamchen
12.02.2007, 21:22
Es gibt auch etwas was ich gern noch erzählen möchte :lachen:
Ich hab gestern ein kleines -großes Gespräch mit meiner kleinsten ( 8.j ) gehabt( sie hatte was ausgefressen :zwinker: ) und daraus entwickelte sich ein Gespräch auch mit den beiden Großen wobei sich rausstellte das sie alle noch sehr zu knabbern haben , cih hatte das Gefühl die haben das schon ein Stück weit vergessen manchmal ist das bei KIndern ja so aber das war ein FEHLGEFÜHL .Wir haben uns danach alle in den Arm genommen und zusammen geweint und wollen jetzt am Mittwoch gemeinsam auf den Friedhof gehen ( ich wollt ja eigentlich allein weil ich niemanden belasten wollte ).Es tut mir zwar weh das meine Kinder auch noch drunter leiden aber ich freue mich das wir das jetzt wieder gemeinsam tun und nicht jeder für sich .Ich glaube das hilft uns allen . Oder ? Seh ich das falsch ? Nee ich glaub das ist das beste was wir machen können !!!
Ich hab auch nicht mehr soviel Angst davor zum Friedhof zu gehen weil ich das mit meinen Kindern tu ( mein Mann kommt auch mit ) irgendwie freu ich mich drauf ( auch wenn sich das jetzt doof anhört )aber es ist irgendwie ein Gefühl der Sicherheit für mich das wir als Familie unseren Rafael an diesem bestimmten Tag ,,besuchen ,, . Da greift das Sprichwort ;Gemeinsam sind wir stark .
Mamchen ..der es ein wenig besser geht .
Mamchen

lindenblatt
13.02.2007, 06:02
Liebe Mamchen,

kann gerade nicht schlafen, hab den PC angemacht und deine beiden Nachrichten entdeckt.

Schreibe dir "morgen", also im Laufe dieses Tages, noch mal und Näheres, aber dein Erlebnis mit den Kindern finde ich ganz, ganz wichtig. Es ist ein GUTES Erlebnis, ich bin froh, dass du es hattest!

Und mach dir keine Sorgen, dass du sie mit deinem Schmerz belasten könntest: Ganz sicher brauchen sie eure Geminsamkeit genau wie du, um mit dem Kummer fertig zu werden. Es ist ja nicht nur DEIN Kummer, sondern es ist einer der ganzen Familie. Es ist schön, Mamchen, dass ihr anfangt, ihn nun gemeinsam zu tragen, das ist ein ganz großer Schritt nach vorne!!!

Bis später, drück dich...:wangenkuss:

Linde

************************************************** ******

Hallo Mamchen,

da bin ich wieder und schreibe hier einfach weiter, sonst hängen wieder überall zwar diesmal keine grünen Lindenblätter, dafür aber viele Wolken am Himmel... :smirksmile: ...obwohl sich ja hinter denen tapfer die Sonne hervorkämpft... so wie auch bei dir....:kuss:

Ja, ich kann nur noch einmal sagen, dass ich finde, dass du und deine Kinder einen guten Moment miteinander erlebt habt. (Eigentlich einen schönen, aber um dieses Wort wirklich gebrauchen zu können, ist der Anlass zu traurig...).
Und wenn ihr diese innige Verbundenheit auch weiterhin zulassen könnt, dann werden sich eure Kinder an diese Zeit später einmal mit dem Gedanken erinnern: Es war eine schwere, eine traurige Zeit. Aber wir waren füreinander da! Und das Letztgenannte wird das Wichtigste für sie sein.

Und was das gleich ausmacht: Wie gut doch das Teilen von Gefühlen den Schmerz ein wenig lindern und neuen Mut geben kann, nicht wahr?
Nicht so fern liegt da die Überlegung, ob das nicht vielleicht auch mit deinem Mann möglich wäre... , denn wie du ganz richtig schreibst:
Gemeinsam sind wir stark - was meinst du, Mamchen (in Bezug auf deinen Mann)?


Mamchen ..der es ein wenig besser geht Und das ist eine ganz besonders gute Nachricht, die ich von Herzen gerne lese !!! :blumengabe:

Mit sehr lieben Grüßen und bis morgen,
Linde

Miriam68
13.02.2007, 22:04
Lindenblatt,

Es ist wohl eine kluge Idee, einige Aengste einfach zu akzeptieren. Erstens macht es die Meisterung der Aengste einfacher, und zweitens: Der Perfektion kann man ein Leben lang nachjagen, man wird sie nie erreichen.

Ich sage das so leicht: Auch ich habe Aengste, die ich nicht akzeptieren will.

Vielleicht kann man sich auch zu sehr um seine Aengste kümmern - so sehr, dass man vergisst, worin man gut ist? Vielleicht ist ein möglicher Umgang mit der Angst, sich den Dingen zuwenden, bei denen man sich wohl fühlt? Um sich dann wieder mit der Angst auseinanderzusetzen, wenn man aufgetankt hat.

Das Blöde daran ist: Die Angst ist nicht planbar . Themen und Auslöser melden sich nicht eine Woche im Voraus an. Die stehen dann einfach da, und man muss sich darum kümmern.

Zu meinem Neujahrsgefühl:

Erstmal fühlt sich das Jahr nicht mehr so neu an. Bei der Arbeit bin ich nicht mehr die "Neue", obwohl ich erst 4 Monate dort bin. Die Leute kennen mich, ich bin ihnen inzwischen ein Begriff (zumindest einigen). Privat ... da hatte ich halt einen Januar, der voller Bremsklötze war. Ein Trauerschub um den Geburtstag meiner Schwester herum, Rückenbeschwerden.
Aber zumindest ein bisschen Fröhlichkeit klopfte heute bei mir an, trotz viel, viel Arbeit.
Und die Träume, die Ziele - die gibt's auch noch.

Das ist doch schon mal was! Solange ich Träume habe, geht's mir nicht schlecht.



Mamchen,

Schön, dass Du Dich hier wohl fühlst!
Ich schrieb auch mal in so einem Forum mit, wo sich die Admins verkracht hatten: am Thema vorbei wurde beschuldigt und verteidigt, das ging mir ziemlich auf den Wecker!

Es ist so schön zu hören, dass Du mit Deinen Kindern so offen reden konntest - auch schön für die Kinder, dass sie ihre Sorgen offenlegen durften. Ich wünsche Euch morgen einen Friedhofbesuch, der Euch guttut und Euch vielleicht auch zusammenschweisst.

Wie Du richtig schriebst:

Gemeinsam seid ihr stark!


Ich wünsche Euch allen einen schönen Abend und einen guten Mittwoch!

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
14.02.2007, 02:11
Liebe Mamchen,

diese Kerze :kerze: zünde ich heute an für euren kleinen Rafael.

Und diese :kerze: für dich, deinen Mann, eure Kinder sowie für euer Zusammenstehen und Miteinander-verbunden-Sein an diesem Tag.


Bin in Gedanken bei dir.


Linde

Mamchen
14.02.2007, 18:57
Danke liebes Lindenblatt .
bin ziemlich kaputt schreib darum nur wenig jetzt.
Der Tag verlief ziemlich ruhig heut , waren alle auf dem Friedhof und haben Blumen und Bilder und Lichter hingestellt .
Hätte nicht gedacht das es so ,,friedlich,, läuft.
Meine kleine sagte vorhin zu mir das es ihr jetzt wo wir alle bei Rafael waren besser geht und sie hat recht mir geht es auch so . Aber ich denke die anspannung der letzten Tage macht mich gerade ein wenig müde .
Bis später ihr lieben
Mamchen

Mamchen
14.02.2007, 23:07
so nun bin ich zwar noch immer müde aber schlafen kann ich trotzdem nicht :gegen die wand:

Lindenblatt .. ich danke dir erstmal für deine Kerzen , ich muss gestehen das ich geweint hab als ich diese gesehen hab weil mich das doch echt berührt hat .
Meinem Mann hab ich das auch sofort gezeigt und auch er fand das Prima .:blumengabe: DANKE !!!:kuss:

Miriam68 ....
Es war/ist mir auch immer sehr wichtig gewesen das meine Kiddy´s über alles mit mir reden können ( mir fehlte das als Kind )
und das klappt auch echt ganz toll .
Nur im Bezug auf Rafael klappte es nicht so die letzten Wochen ,
warscheinlich wollten sie mich nciht belasten und andersrum genauso . Aber nun haben wir es ja geschafft :yeah:
und ich denke das werden wir auch weiter tun .
:smile:
Ich wünsch euch nen schönen Abend/ Nacht .
Bis zur nächsten Nachricht :smile: freu mich drauf .

Mamchen

lindenblatt
15.02.2007, 01:57
@all: Hallo, ihr Lieben!

Bevor ich dir, liebe Mamchen, und dir, liebe Miriam, antworte, muss ich euch unbedingt etwas GANZ SCHÖNES zeigen, das ich vor ein paar Minuten beim Stöbern in der Bricomm in einem Strang von Ende 2005 gefunden habe. Guckt euch das doch bitte mal an...

(Es gibt noch viele freie Kerzen, die ihr euch aussuchen könnt - für wen oder für welchen Wunsch, welches Anliegen auch immer....und ihr könnt immer wieder eine neue anzünden...)

http://www.gratefulness.org/candles/enter.cfm?l=GER&amp;s=f


Eure Linde

lindenblatt
15.02.2007, 02:47
Liebe Miriam!

Vielleicht kann man sich auch zu sehr um seine Aengste kümmern - so sehr, dass man vergisst, worin man gut ist? Vielleicht ist ein möglicher Umgang mit der Angst, sich den Dingen zuwenden, bei denen man sich wohl fühlt? Um sich dann wieder mit der Angst auseinanderzusetzen, wenn man aufgetankt hat.Ja, die Gefahr, dass man (nur noch) um seine Ängste kreist wie eine Wespe um das Marmeladenglas ist nicht von der Hand zu weisen, ich habe diesen Zustand selbst lange und intensiv erlebt. Und ohne Therapie würde ich das wahrscheinlich heute noch tun.
Aber je mehr ich darüber gelernt habe, woher diese Ängste kommen und welche Funktion sie für mich haben, umso mehr hat sich mein Blick auf sie verändert. Am meisten geholfen hat mir dabei die Fantasie. Mir ist im Laufe meiner Kindheit nachhaltig so viel von mir selbst genommen worden - nur eins hat keiner bekommen: meine Fantasie. Im Gegenteil: Je "weniger" meine Persönlichkeit wurde, umso größer und lebendiger ist meine Fantasie geworden. Und die hat mir viel später geholfen, mir Ängste bildlich - als Gestalten - vorzustellen. Wie Feinde, die ich mir ganz genau ansehen und deren Schwachpunkte ich erkennen muss, um sie besiegen zu können. Von da an habe ich den Kampf mit ihnen aufgenommen. Anders als zuvor, besser gerüstet. Und dabei habe ich dann nach und nach nie vermutete Stärken an mir entdeckt.

Das alles ist erst ein paar Jahre her - kurz im Vergleich zu den Jahrzehnten der Hilflosigkeit. Und das ist alles auch (noch) ziemlich störanfällig. Und restlos aufarbeiten werde ich das Ganze wohl nie können. (Ich hab auch tatsächlich nicht immer Lust zum Kämpfen und Aufarbeiten.) Aber ich spüre, es geht immer weiter...

Das Blöde daran ist: Die Angst ist nicht planbar . Themen und Auslöser melden sich nicht eine Woche im Voraus an. Die stehen dann einfach da, und man muss sich darum kümmern.
So ein paar "Vorbten" kenne ich inzwischen, die ich früher nie dafür gehalten hätte. Aber es gibt auf jeden Fall auch bei mir noch die richtige überfallartige Attacke, die schon an sich Angst macht. Eindeutig seltener als früher, aber doch schon noch... Und da geht dann auch bei mir nichts mehr - ich weiß dann nur, dass es irgendwann wieder vorbei ist.

Erstmal fühlt sich das Jahr nicht mehr so neu an. Bei der Arbeit bin ich nicht mehr die "Neue", obwohl ich erst 4 Monate dort bin. Die Leute kennen mich, ich bin ihnen inzwischen ein Begriff (zumindest einigen). Privat ... da hatte ich halt einen Januar, der voller Bremsklötze war. Ein Trauerschub um den Geburtstag meiner Schwester herum, Rückenbeschwerden. Mit deiner erfreulichen beruflichen Situation ist ein nicht unwichtiger Teil deines Lebens schon mal ziemlich in Ordnung, das ist klasse, Miriam! :lachen:
Und das Andere, die Trauer um deine Schwester, das wird noch Zeit brauchen. Als schreibfreudiges Wesen, das ich bin, würde ich dir am liebsten schon wieder raten: Schreib doch deiner Schwester Briefe (egal, was du hinterher damit machst). Aber andererseits weiß auch ich, dass man nicht immer alle Gefühle formulieren kann. Aber schreib auf jeden Fall HIER! Und ALLES, wenn du magst und kannst, was du für deine Schwester und um ihr Nicht-mehr-da-Sein fühlst. Du weißt doch: Hier ist die Welt noch in Ordnung (das ist jedenfalls mein Bild von diesem Strang). :smile:

Aber zumindest ein bisschen Fröhlichkeit klopfte heute bei mir an, Es ist schön und enorm wichtig, dass du dieses Klopfen hörst und die Fröhlichkeit zu dir herein lässt! Das freut mich sehr für dich!!

Und die Träume, die Ziele - die gibt's auch noch. (...) Solange ich Träume habe, geht's mir nicht schlecht.
Ja, genau, Miriam, da hast du vollkommen Recht... :wangenkuss:
************************************************** ************************

Ein Licht für dich und deine Schwester: :kerze: , es soll dir gute, helle Gedanken von mir bringen.
(Und klick auch mal den Link an...)


Bis zum Wiederschreiben alles Liebe für dich :blumengabe: ,
Linde

lindenblatt
15.02.2007, 03:02
Liebe Mamchen,

das kann ich mir ganz genau vorstellen: dass du nach diesem Tag erschöpft warst, aber nicht schlafen konntest. Kein Wunder. Es war ein aufwühlender Kraftakt, den du gestern bewältigen musstest.

ABER NICHT ALLEIN - und darüber freue ich mich von ganzem Herzen mit dir! Dass ihr es geschafft habt, diesen Tag gemeinsam als Familie zu begehen, das ist einfach toll, und darauf könnt ihr stolz sein! :krone auf: :blumengabe:

Bestimmt hast du aus dem gestrigen Tag ein großes Stück Gewissheit mitgenommen, dass du in deiner Familie mit deinem Schmerz nie wieder allein sein wirst. Und wenn du deinem Mann etwas zeigst in diesem Strang und er sich das ansieht - das heißt doch, dass er offener geworden ist für für deine Gefühle, Mamchen, meinst du nicht auch?

Viele ganz liebe Grüße und bis bald,
Linde

Miriam68
15.02.2007, 06:29
Guten Morgen,
Dieses Mal melde ich mich vor der Arbeit :-)

Mamchen,
Dass Du mit Deinen Kindern über alles (auch über Rafael) reden kannst, ebnet den Weg in einen vertrauensvollen Umgang miteinander.
Gerade später, wenn Pupertät und damit zusammenhängende Sorgen und Nöte anklopfen, hast Du gute Chancen, dass Deine Kinder damit zu Dir kommen - und dies ist sehr, sehr wichtig.

Gut gemacht! :blumengabe:

Ich hoffe, der Besuch beim Friedhof war schön. Klingt vielleicht komisch ... aber manchmal empfinde ich Friedhofsbesuche als beruhigend. Nochmals in liebevollerweise an die gegangene Person denken ... das kann einem richtig friedlich stimmen.


Lindenblatt,

Erstmal danke für den Link. So schön! :blumengabe:

Interessant, was Du über die Fantasie schreibst - ist bei mir genauso. Ohne meine Traum- und Fantasiewelten wäre ich an manchen Tagen wohl draufgegangen, die hab ich mir selten nehmen lassen.


Jahrzehnten der Hilflosigkeit. Und das ist alles auch (noch) ziemlich störanfällig. Und restlos aufarbeiten werde ich das Ganze wohl nie können. (Ich hab auch tatsächlich nicht immer Lust zum Kämpfen und Aufarbeiten.

Ich persönlich glaube: Wenn die Seele wieder einen Brosamen (oder einen Brocken) aufarbeiten will, dann meldet sie sich in irgeneiner Art und Weise. Man muss nicht immer alles aufs Mal tun, und auch nicht immer sofort und kopfgesteuert - sondern in dem Tempo und Rhythmus, dem man ertragen kann.

Gut, dass Du Die Angstvorboten inzwischen besser kennst - ist bei mir auch so. Bei frühem Erkennen steigt die Chance, dass die Angst nicht ausufert.

Danke für das Licht für meine Schwester! Ich denke vermehrt an sie - der Winter war für mich irgendwie immer ihre Jahreszeit (auch wegen dem Geburtstag im Januar). Bin auch, wenn's um Krebs geht, immer noch sehr, sehr empfindlich. Habe kürzlich von einem bekannten Schauspieler gelesen, der sich in der Schweiz aufhält, um seine kranke Schwester zu unterstützen - da wuchs schon wieder ein Kloss in meinem Hals. Ich weiss ja haargenau, wie sich das anfühlt.

Ein Geschwister ist ja jemand, den man lange kennt. Ein älteres Geschwister ist aussser den Eltern die einzige Person, die von Geburt an für einem da war. Angst um meine Schwester zu haben, war für mich erschütternd - sie war meine grosse Schwester, mein Vorbild, manchmal eine Nervensäge, meist von mir bewundert, sie war erwachsen, als ich noch ein Kind war (unser Altersabstand war mit 6 Jahren eher gross) - in meinem Weltbild wurde so jemand wie sie nicht einfach krank und starb.
Doch, sie werden krank, und manchmal sterben sie. Das war schon bei meinem Vater so.

Du meine Güte, wieviel Kummer und Schmerz muss diese Scheisskrankheit (entschuldigung) denn noch auslösen?
Aber was soll man sagen? Krebs ist nun mal, soviel ich weiss, die häufigste Todesursache der Menschen. Und Lungenkrebs steht bei den Frauen inzwischen schon an zweiter Stelle.

So, und nun beruhige ich mich wieder und schaue vorwärts. Ich werd's meiner Mutter nachmachen und hoffentlich ein langes, gesundes Leben haben.
Sonst bleibt ja für meinen armen Neffen, der jetzt weder Eltern noch Geschwister hat, ja gar niemand mehr übrig! :smile:

Ich wünsche Euch , Linde und Mamchen, und allen, die hier mitlesen,noch einen guten Morgen und einen schönen Tag! :blumengabe:

lindenblatt
15.02.2007, 12:14
Liebe Miriam!


Ich persönlich glaube: Wenn die Seele wieder einen Brosamen (oder einen Brocken) aufarbeiten will, dann meldet sie sich in irgeneiner Art und Weise. Man muss nicht immer alles aufs Mal tun, und auch nicht immer sofort und kopfgesteuert - sondern in dem Tempo und Rhythmus, dem man ertragen kann. Genau so ist es, Miriam. Ich spüre das, wenn die Aufarbeitungspozesse in Kopf und Seele wieder mal allzu intensiv waren. Denn wenn da einmal etwas in Geng gekommen ist, arbeitet es quasi immerzu. Darum habe ich oft ein so starkes Bedürfnis nach Ruhe und Abgeschiedenheit. Wenn ich irgendwo sein muss, wo ich mich nicht zurückziehen kann, ist das ganz schlimm für mich. Ich berücksichtige das sogar, soweit nur irgend möglich, bei der Auswahl unserer Urlaubsquartiere.

Ein Geschwister ist ja jemand, den man lange kennt. Ein älteres Geschwister ist aussser den Eltern die einzige Person, die von Geburt an für einem da war. Ich habe auch eine Schwester, bei uns bin ich "die Große" (9 Jahre). Ich habe sie, sozusagen, zum Geburtstag bekommen. Es war wirklich (fast) so. Meine Eltern waren mit mir aus einem kleinen Ort in die Großstadt gezogen, wo ich mich lange nicht einleben konnte und eine Zeit lang regelrecht krank war deswegen. In dieser Zeit begann ich mir inständig eine Schwester zu wünschen. Auf gar keinen Fall wollte ich einen Bruder! Meine Eltern wollten ohnehin noch ein Kind und so bekam ich kurz nach meinem 9. Geburtstag tatsächlich eine Schwester. (Dass es ein Bruder werden könnte, kam mir völlig absurd vor.) Von da an war für mich in der großen Stadt alles anders. Darum, liebe Melanie, verstehe ich dich so gut und kann mehr als nur erahnen, was du fühlst. :wangenkuss:


Du meine Güte, wieviel Kummer und Schmerz muss diese Scheisskrankheit (entschuldigung) denn noch auslösen?Ja, genau! Und ich glaube nicht daran, dass für die Krebsforschung nicht ausreichend Geld da ist. Es ist schon da - nur nicht dort, wo es hingehört.

Darf ich dich fragen, liebe Miriam, wo dein Neffe jetzt lebt?
(Bitte scheue dich nicht es mir zu sagen, wenn dir etwas, was ich schreibe, nicht gut tut - solche Fragen, zum Beispiel, oder das Erzählen über meine Schwester).

Hab einen schönen Tag, Miriam ... jeder, der jetzt vergeht, bringt uns dem Frühling näher...:smile:

Ich drück dich ganz lieb,
Linde

Mamchen
15.02.2007, 23:36
Huhu ihr lieben .:smile:
Also wieder erstmal ein großes DANKE an Lindenblatt für den wirklich tollen Link . Hab garnicht erst weiter gelesen sondern gleich mal nachgesehen :zwinker:
und hab gleich eine Kerze für meinen Sohn angezündet !
Das ist wirklich irgendwie beruhigend ( das anzünden ) es gibt mir das Gefühl nicht einfach ,,nur,, an ihn zu denken sondern etwas tun zu können !

Zu dir liebe Miriam68 ,das mit der Pupertät läuft schon :schild ...uups: naja ist noch am Anfang aber immerhin .
Naja die großen sind ja auch schon 13 j. ( mein Sohn) und 12 j,naja noch 10 Tage dann ist meine Tochter auch 13 j.
Bei der kleinen dauert es wohl noch und ich glaube das ist auch gut so denn das ist unsere wildeste !:freches grinsen:

Ich lese ja bei euch beiden mit :ooooh: :zwinker: und lese immer von Ängsten ???!!!
Weiß nun leider garnicht worum es da geht ! Mögt ihr mir ein wenig erzählen auch wenn ihr das wohl untereinander schon getan habt ? Sind es solche Ängste wie sich Gedanken über schlimme Krankheiten machen die da kommen könnten oder was wäre wenn jetzt ein Feuer ausbricht wenn ich schlafe ? Soetwas kenne ich nämlich von mir !:knatsch:

Ich wünsch euch einen schönen Abend und folgend eine gute Nacht :blumengabe: :blumengabe:
Mamchen

Mamchen
16.02.2007, 00:01
Ähm nu hab ich mal gestöbert hier und bin über deinen Einstieg Lindenblatt gestolpert:yeah:
Schön das alles gut ging mit deinem Gnubbel und noch schöner das du weiter hier geblieben bist !!!
Aber das du gelernte Deutschlehrerin bist hat mich erschreckt :ooooh: :zwinker: . Mein Mann lacht immer über meine Komma´s die an völlig falschen Plätzen sind :freches grinsen: und nun hoffe ich doch das du nicht auch an deinem Rechner vor lauter lachen vom Stuhl kippst :zwinker: . Ich vermeide es zwar meist überhaupt Komma´s zu setzen aber eben nicht immer :peinlich: :zwinker: :freches grinsen:
Egal !!! Hauptsache du verstehst was ich meine :zwinker:

Mamchen

lindenblatt
16.02.2007, 01:50
Liebe Mamchen,

ja, der Gnubbel damals hat mich ganz schön in Angst und Schrecken versetzt. :ooooh: Aber da musste ich doch wenigstens mal wieder zur Frauenärztin gehen; zu Ärzten gehe ich nämlich leider immer erst, wenn es sich absolut nicht mehr vermeiden lässt. :knatsch:

Aber das du gelernte Deutschlehrerin bist hat mich erschreckt :schild ...uups:... Nee, Mamchen, da mach dir ma bloß keen Kopp, wie die Berlinerin sagt. Jeder von uns hat seine Stärken und Schwächen.

Hauptsache du verstehst was ich meine:schild genau: Dass wir uns verstehen, ist alles, was zählt! Und ich finde: Wir verstehen uns prima! :kuss:

...und lese immer von Ängsten ???!!!
Ja, das ist sozusagen die dunkle Seite in meinem Leben. Ich bin in meiner Kindheit zu einem sehr ängstlichen Menschen gemacht worden. Und später hatte ich dann nicht nur vor bestimmten Dingen Angst, sondern eigentlich überall und immer. Vor allem vor anderen Menschen. Trotzdem bin ich Lehrerin geworden, das wollte ich unbedingt. Ich habe diese Arbeit sehr geliebt. Erst viel später habe ich gemerkt, wie viel Kraft ich aufbringen musste, um in diesem Beruf - einem Beruf voller Menschen! - nicht nur täglich meine Angst zu überwinden, sondern mir auch noch Respekt zu verschaffen. Das ist mir zwar viele Jahre lang gelungen, aber eines Tages kam der totale Zusammenbruch. Von da an konnte ich den Beruf nicht mehr ausüben. Und seitdem bin ich am Lernen: das Leben ohne übermäßige Angst, sozusagen. Da bin nun ich die Schülerin, hab auch wirklich schon ein gutes Stück geschafft, aber "Hausaufgaben machen" muss ich immer noch jede Menge. Viel lerne ich auch von Anderen (da gucke ich ab ... wie ein Kind in der Schule :lachen: ) - von dir zum Beispiel, Mamchen.

Übrigens: Es ist so schön zu "sehen" (in deinen Zeilen und Worten), wie gut es dir wieder geht, das freut mich janz dolle (wie wieder die Berlinerin sagt) !!! :wangenkuss:

Auch dir eine gute Nacht, träum was Schönes ...:zauberer: ... und viele liebe Grüße!
Linde

Miriam68
16.02.2007, 07:13
Darf ich dich fragen, liebe Miriam, wo dein Neffe jetzt lebt?

Hallo Linde

In Kürze (muss nachher gleich zur Arbeit):
Mein Neffe lebte bei meiner Schwester und ihrem Freund. Freund und Neffe sind noch zusammen in dieser Wohnung. Freund zieht bald aus, und Neffe ist dabei, seine Weltreisepläne zu konkretisieren. Der geht jetzt erstmal nach China, Kung-Fu lernen, dann weiter nach Australien und Neuseeland.
Ich finds toll, dass dieser clevere junge Mann den Mut beweist, diesen Schritt macht und die Welt entdeckenk geht! :yeah:

Hallo Mamchen,

Ich hab diesen Strang wegen meinen Aengsten angefangen. Hatte ein Horror-2006 und war gegen Ende Jahr ängstlich - hatte Angst vor dem, was mir das Jahr 2007 vor die Nase setzt. Zudem war ich Ende Jahr an einem Seminar (Mentaltraining). Da ging es unter anderem drum, raruszufinden, was man so für Ziele hat - Ziele und Herzenswünsche. Und bei mir kristallisierte sich raus: Aengste loswerden. Bei mir: die Angst, nicht gemocht und angenommen zu werden, die Angst, für immer allein sein zu müssen (ich bin mehr oder weniger Dauersingle).




Ich gehe gerne später, wenn ich wieder Zeit hab (heute abend oder morgen) auf Eure Beiträge ein. Jetzt überreich ich erstmal ne virtuelle Rose :blumengabe: und wünsch Euch einen guten Tag!

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
17.02.2007, 06:35
Liebe Miriam!


Der geht jetzt erstmal nach China, Kung-Fu lernen, dann weiter nach Australien und Neuseeland.
Ich finds toll, dass dieser clevere junge Mann den Mut beweist, diesen Schritt macht und die Welt entdeckenk geht! :yeah: Ja, das ist wunderbar! Du magst ihn sehr, nicht wahr? Ich wünsche deinem Neffen eine gute Reise, viele interessante Eindrücke, unvergessliche Erlebnisse, wertvolle Erfahrungen und auf all seinen Wegen durch die Welt viel Glück! :smile:


... und euch allen ein sehr schönes Wochenende!

Linde

Miriam68
18.02.2007, 00:10
Ihr Lieben, ich hoffe, Euch geht es gut.

Hallo Lindenblatt!

Ja, ich mag meinen Neffen sehr. Er erinnert mich an mich selber, als ich 21 war. Auch ich verlor früh ein Elternteil, auch ich plante in seinem Alter meine erste grosse Reise. Mich interessiert, was aus ihm wird, und ich wünsche ihm nur das Beste!

Hallo Mamchen!

Zum Thema "Pupertät": Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass die wildesten Kinder nicht umbedingt die scheusslichsten Pupertäten durchleben. Meine Schwester war ein wildes Kind, ihre Pupertät war vergleichsweise harmlos. ich war ein braves, liebes Kind mit guten Noten, dann wurde ich 12, und das Chaos brach aus ...
:freches grinsen: :blumengabe:




Ach ja, Wochenende! Ich bin müde, sollte mich eigentlich schlafen legen. Ich will aber nicht. ich lese hier lieber Stränge durch, schreibe, arbeite momentan Erinnerungen auf, denke übers Leben nach, daran, ob ich wirklich, wirklich zufrieden bin.

Darf ich mal eine Frage in die Runde stellen:

Wenn ihr Euch vorstellt, dass Euer leben die nächsten 20, 30, 40 Jahre so verläuft wie jetzt gerade, erfüllt Euch dieser Gedanke mit Zufriedenheit oder mit Entsetzen?

Ich stelle bei mir immer wieder fest, dass es Letzteres ist ... und ich kämpfe dagegen an, indem ich versuche, mir den Alltag zu verschönern, indem ich aufpasse, dass meine Arbeitszeit nicht überborded, indem ich Freundschaften plege .. .und trotz allem habe ich in letzterzeit oft das Gefühl von "Das kanns doch nicht gewesen sein".

Nun, ich bin 38, werde im Sommer 39. Ich hatte letztes Jahr ein einschneidendes Erlebnis. Vielleicht klopft ja bei mir sowas wie Midlife-Crisis an?`

Ich wünsche mir den Mut, wenigstens eingie meiner Ideen und Idealen realisieren zu können - ich will keine der Menschen werden, die sich mit 70 sagen: Hätte ich doch nur.

Ich wünsche Euch eine gute Nacht und einen schönen Sonntag!

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
18.02.2007, 03:09
Wenn ihr Euch vorstellt, dass Euer leben die nächsten 20, 30, 40 Jahre so verläuft wie jetzt gerade, erfüllt Euch dieser Gedanke mit Zufriedenheit oder mit werden, die sich mit 70 sagen: Hätte ich doch nur.
Liebe Miriam,

gerade eben hatte ich schon meine ganze Antwort an dich fertig, und als ich einige Textstellen löschen wollte, hab ich versehentlich gleich mein ganzes Geschreibsel vernichtet ... :ooooh: :grmpf: :pc kaputt:
Na dann - alles auf Anfang: :smirksmile:

An die berühmte Midlifecrisis glaube ich nicht so recht. Die Frage nach Lebenserfülltheit hat, glaube ich, weniger mit einem bestimmten Alter zu tun als mehr mit den konkreten Lebensumständen und den gamachten Erfahrungen. Beides kann auch viel früher oder viel später zum Wunsch nach Neuorientierung führen. Ich kenne Menschen, die ihre Lebensmitte längst hinter sich hatten und plötzlich noch mal ihr ganzes Leben umgekrempelt haben. Fast immer nach einem einschneidenden Ereignis (meist überwundene schwere Krankheit oder Tod des Partners). Und so denke ich, dass auch bei dir der Abschied von deiner Schwester und die Trauer um sie viel mit deinen Lebensfragen zu tun haben. Wenn man etwas erleben muss, was so schmerzlich die Endlichkeit auch des eigenen Lebens sichtbar macht, ergeben sich daraus fast zwangsläufig solche existenziellen Fragen. Überhaupt ist das sehr oft die Folge tiefer Lebenskrisen. Ihr Sinn sogar, wahrscheinlich. Sie spülen schlagartig an die Oberfläche, was für uns auf der Tagesordnung steht und uns bis dahin nicht wirklich bewusst war: in irgend einer Hinsicht unser Leben zu verändern, ihm eine neue Richtung zu geben. Das ist, glaube ich, das, was man immer "die Chance in der Krise" nennt. Am besten ist es, wenn man dann mutig genug ist, tief in sich hineinzuschauen, sich "dort" genau umzusehen und zu überlegen, welche Botschaft sich da offenbart.

Ich schreibe das in der tiefen Überzeugung, dass es so ist, fürchte mich selbst aber vor diesem Blick nach ganz tief drinnen, nach den dort verborgenen Botschaften an mich und mein Leben. Klar, ich bin , wie gesagt, im Wesentlichen zufrieden, manchmal sogar richtig glücklich und dankbar, dass mein jetziges Leben kein Vergleich mehr zu meinem früheren ist. Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, habe ich schon auch den dringenden Verdacht, dass ich auf diesem "Stand der Dinge" inzwischen allzu sehr verharre. Ich hab mich darin eingerichtet und mich gut damit arrangiert. Aber manchmal klopft eben doch der eine oder andere unerfüllte Lebenstraum an die Tür zu meinem Bewusstsein. Aber weil ich weiß, dass ich noch einmal sehr viel Mut, viel Glauben an mich selbst und Risikobereitschaft - also alles, was immer noch keine Selbstverständlichkeiten für mich sind - aufbringen müsste, scheue ich davor zurück, diesen "Botschaften" entschlossen ins Auge zu sehen. Ich hab das Genannte ja tatsächlich schon einmal in mir "produziert" - als es mir dermaßen schlecht ging, dass ich dringendst dazu gezwungen war. Aber so schlecht geht es mir nicht mehr, und darum ist auch der unbedingte Zwang nicht da, das Ruder noch einmal herum zu reißen. Ich fürchte mich davor zu scheitern (die alten Versagensängste) und damit dann nicht fertig zu werden. Die Angst vor der Angst also. Aber im Grunde meines Herzens weiß ich, dass das auch für mich noch nicht alles gewesen sein kann (und darf ...). Mal sehen, ob, wie und wann ich das für mich in die Reihe kriege ... ich arbeite daran ... - denn einer wie der hier: :zauberer: wird mir das nicht abnehmen, da bin ich mir (leider) sicher.

Oje, :ooooh: , das ist ja jetzt ein Roman geworden - sorry :blumengabe: !!

Auch dir, liebe Miriam, einen schönen Sonntag und ganz liebe Grüße,

Linde

Miriam68
20.02.2007, 19:50
Hallo Linde

Ach ja, die Tücken der Technik. Nicht ärgern! :blumengabe:


Die Frage nach Lebenserfülltheit hat, glaube ich, weniger mit einem bestimmten Alter zu tun als mehr mit den konkreten Lebensumständen und den gamachten Erfahrungen.

Hm ... seh ich nicht ganz so. Es ist sicher wahr, dass einschneidende Erfahrungen uns dazu bringen, unser Leben aus einer gewissen Distanz zu betrachten und zu hinterfragen.
Ich denke aber, dass dieses Hinterfragen durchaus einen biologischen Ursprung haben kann, zum Beispiel bei der Menopause. Ich kann mir vorstellen, dass die hormonelle Umstellung einiges bewirken kann.
Gut - bei vielen Frauen, die in die Menopause kommen, fällt dies mit anderen Ereignissen (zB das Flüggewerden der Kinder) zusammen. DA ist es am Ende wohl schwierig zu erahnen, WARUM man seinem eigenen Leben so kritisch gegenübersteht.


Und so denke ich, dass auch bei dir der Abschied von deiner Schwester und die Trauer um sie viel mit deinen Lebensfragen zu tun haben.

Da hast Du sicher recht. Ich hab's ja früher schon erlebt: Etwa ein Jahr nach dem Tod meines Vaters (er starb, als ich 19 war), reiste ich für ein halbes Jahr mutterseelenallein nach Australien. Mein Neffe, 21 Jährig, hat nun endlich den Mut gefasst, seine Weltreise anzutreten. Gut möglich, dass er, wenn meine Schwester noch leben würde, diesen Plan nie konkretisiert hätte.
Er spürt jetzt richtig (und sagt mir das auch): Ich habe genau ein Leben, und wer weiss, wie lange ich noch die Freiheit und den Mut hab, sowas zu machen.


Aber wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, habe ich schon auch den dringenden Verdacht, dass ich auf diesem "Stand der Dinge" inzwischen allzu sehr verharre.

Das hast Du gut geschrieben - mir gings jahrelang auch so.
Was soll ich sagen - der Schock über Krankheit und Tod hat mir letztes Jahr keine Energie gelassen,um den Schutzschild um mein Innerstes und meinen Instinkt aufrecht zu erhalten. Gewisse Dinge wurden mit so einer Kraft an die Oberfläche gespült, dass ich gar nicht mehr anders konnte, als mich danach zu richten.

Ich wünsche Dir den Mut, diesen Blick zu riskieren! Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir sagst, dass dieser Blick ein Abenteuer ist, ein Ausgraben eines Schatzes, den man vor vielen Jahren vergraben hat?
Natürlich, bei einem Blick nach innen kann viel Schwieriges freigelegt werden - diese Erfahrung musste ich vor 10 JAhren machen, als ich mich wegen Depression behandeln liess. Aber weisst Du was? Im ganzen alten Müll verstecken sich auch viele, viele schöne, spannende und interessante Dinge.



Aber so schlecht geht es mir nicht mehr, und darum ist auch der unbedingte Zwang nicht da, das Ruder noch einmal herum zu reißen.

Wieder ein Vorschlag von mir: Fang im Kleinen an. Ich nehm meine Schwester als Beispiel: Sie hat immer gern gegärtnert, hat's aber für 20 Jahre nicht mehr gemacht - immer im Stress, nie Zeit (oder aber auch Angst davor, zu Ueberstunden einfach mal "nein" zu sagen). Durch ihre Erkrankung und Krankschreibung entdeckte sie etwas: Zeit. Weisse, herrliche, unverplante Flecken im Kalender. Viel konnte sie nicht mehr gärtnern (dazu wurde sie bald zu schwach), aber die wenigen Momente bei den Pflanzenkisten auf der Terrasse hat sie sehr genossen.

Wie gesagt: manchmal muss nicht das ganze Leben herumgerissen werden. Oft ist's schon ein Zuckerchen fürs Gemüt, wenn man vergessene Lieblingsbeschäftigungen wieder hervorholt.

Beispiel bei mir: Schreiben und Zeichnen. Viel Zeit hab ich nichit, aber ich stehl sie mir zusammen. Egal, wie das Endprodukt wird - mir macht es Freude, mich erfüllen diese Dinge.
Und mein Leben muss ich dafür nicht herumreissen!

Verstehst Du, was ich sagen will? :blumengabe:

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
20.02.2007, 23:41
Liebe Miriam!


Die Frage nach Lebenserfülltheit hat, glaube ich, weniger mit einem bestimmten Alter zu tun als mehr mit den konkreten Lebensumständen und den gamachten Erfahrungen.

Hm ... seh ich nicht ganz so. Es ist sicher wahr, dass einschneidende Erfahrungen uns dazu bringen, unser Leben aus einer gewissen Distanz zu betrachten und zu hinterfragen.
Ich denke aber, dass dieses Hinterfragen durchaus einen biologischen Ursprung haben kann, zum Beispiel bei der Menopause. Ja, das ist richtig. Wobei ja gerade die Menopause von manchen Frauen als Krise empfunden wird. Aber wie auch immer - es stimmt schon, dass es Lebensaltersstufen gibt, die relativ unabhängig von den äußeren Umständen eher dazu anregen, Bilanz zu ziehen, als andere.

Etwa ein Jahr nach dem Tod meines Vaters (er starb, als ich 19 war), reiste ich für ein halbes Jahr mutterseelenallein nach Australien. Das finde ich sehr beeindruckend! Ich kann mir sehr gut vorstellen, in einer weiteren für mich kritischen Lebenslage Ähnliches zu tun. Mehr noch: Vielleicht würde ich das sogar als die hilfreichste Variante ansehen, mich mit der Situation auseinanderzusetzen. Erklärend muss ich hinzufügen, dass sehr schmerzvolle und/oder stark angstbesetzte Umstände mich früher immer erst einmal lange gelähmt haben: genau für den Zeitraum, in dem so ein Aus- bzw. Aufbruch zu einem ganz anderen Ort am sinnvollsten gewesen wäre. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass das im Wiederholungsfall anders wäre. Miriam, mich würde interessieren: Was hat diese Reise damals bei dir bewirkt? Hat sie dich in irgend einer Weise verändert?

Ich wünsche Dir den Mut, diesen Blick zu riskieren! Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir sagst, dass dieser Blick ein Abenteuer ist, ein Ausgraben eines Schatzes, den man vor vielen Jahren vergraben hat? (...) Im ganzen alten Müll verstecken sich auch viele, viele schöne, spannende und interessante Dinge.
Ich habe das ja auch schon ein Mal hinter mir. Als Depressionen, Angstzustände und Panikattacken aus mir ein einziges Bündel Elend gemacht hatten, habe ich mich ausgiebig auf diese Reise in mein Innerstes und in meine Vergangenheit begeben (müssen). Auf drei relativ kurze, erfolglose Gruppentherapien folgten 5 Jahre intensiver analytischer Einzelgesprächstherapie. Und in der Tat: Jede Menge Müll kam da zum Vorschein. Aber ich hatte einen guten Therapeuten, der mich auf seine eher trockene, kühle Art - mit der ich anfangs große Schwierigkeiten hatte - sehr konstruktiv durch diesen ganzen Kindheitsschlamassel und seine Folgen für mein weiteres Leben geführt hat. Nach einiger Zeit war es dann so, dass ich mitten in einer Sitzung mit einem ziemlich bedrückenden Thema über irgend ein Detail plötzlich herzhaft lachen musste und das als sehr befreiend empfunden habe. Von da an blieb der Humor ein Bestandteil der Therapie und wurde mir zu einem wertvoller Helfer auf meinem "Selbstfindungstripp", der diese Therapie im besten Sinne war. Manchmal hab ich gleichzeitig geheult und gelacht. Das mag paradox klingen und lässt sich auch nur schwer erklären, aber es war so und so war es gut. Am Ende der Therapie hatte ich wahnsinnig viel gelernt: zum Beispiel über untaugliche Verhaltensmuster, falsche Erwartungen an andere Menschen und überhaupt an das Leben, über den sinnvollen Umgang mit verlorenen Illusionen und, vor allem, über eigenständiges und eigenverantwortliches Leben-Können. Und mit dem Abschluss der Therapie war das nicht etwa zu Ende. An jedem weiteren Tag sind mir neue "Lichter aufgegangen". So hat sich schließlich ein regelrechter Fundus an Einsichten und Erkenntnissen entwickelt. Der mir aber nicht mehr reicht, irgendwie ahne ich: Da fehlt noch was. Aber in noch tiefere Tiefen traue ich mich vorläufig nicht hinab. Das meinte ich, als ich schrieb:
...fürchte mich selbst aber vor diesem Blick nach ganz tief drinnen, nach den dort verborgenen Botschaften an mich und mein Leben.Denn es ist so: Durch die Therapie habe ICH mich stark verändert, aber - im Vergleich dazu - nur wenig mein Leben. Und da hab ich einfach "Schiss" (sorry, aber so ist es), genauer drauf zu schauen, weil ich dann unter Umständen Teile meines Lebens verändern müsste, mit denen ich (scheinbar?) momentan ganz gut leben kann, was ja aber durchaus ein Trugschluss sein könnte. Genauer kann ich das nicht beschreiben, das sind nur so vage Ahnungen, aber die reichen mir schon, um stutzig zu werden.
Andererseits sage ich mir: So sensibilisiert und reflektiert, wie ich seit der Therapie lebe, werden eventuell notwendige Lebensveränderungen zum richtigen Zeitpunkt wahrscheinlich wie von selbst ihr Recht fordern.
Ach ja, fast vergessen: Neue Freude an einigen (bis dahin tatsächlich immer nehr abhanden gekommenen) Lieblingsbeschäftigungen hat die Therapie bei mir auch geweckt. Ich schreibe ein bisschen, seit Kurzem auch hier im BriComm-Schreiberlingforum (Wörterbörse II - vielleicht wäre das auch etwas für dich?) und fotografiere gern und viel. Dazu hatte ich früher gar nicht die Nerven und innere Ruhe.

Miriam, ich finde unseren Gedankenaustausch sehr interessant und bin immer schon auf die Fortsetzung gespannt! :blumengabe:
Aber meine ist diesmal so lang geworden, dass ich dich herzlich um Entschuldigung und Nachsicht bitte. :unterwerf:

Liebe Grüße,

Linde :smile:

Mamchen
21.02.2007, 00:44
:smile: Hallo ihr zwei
wollt nur kurz mal melden das es mir gut geht . Lese zwar bei euch mit aber kann da nicht wirklich etwas zu sagen .Und bevor da irgendetwaskommt :zwinker: lass ich es lieber !
Lieben Gruß
Mamchen

Miriam68
21.02.2007, 19:54
Hallo Mamchen,
Schön, von Dir zu hören, dass es Dir gut geht. Danke für den Gruss! :blumengabe:

Hallo Lindenblatt,

Ich melde mich gerne detaillierter, sobald ich wieder mag, wahrscheinlich am Wochenende. Arbeite momentan 10-Stunden-Tage (am Computer! Bäh!) und hab auch abends viel los, da bring ich das Hirn nicht zusammen! Sorry! :blumengabe:

Liebe Grüsse an Alle

Miriam68

lindenblatt
22.02.2007, 05:31
Liebe Mamchen,

freue mich auch sehr über deine Nachricht und dein gutes Befinden! :yeah:
Bitte erzähl doch mal - wenn du magst -, wie dein Alltag so läuft. Du hast mal geschrieben, dass du ein Kind in eure Familie mitgebracht hast und dein Mann auch eins, und dann habt ihr noch ein gemeinsames (ist das so richtig?). Und alle drei verstehen sich scheinbar gut, nicht wahr? Da würde mich interessieren: Wie ist euch das denn gelungen - oder war es von Anfang an so? :blumengabe:


Liebe Miriam,

alles klar! :blumengabe:

Aber dein Arbeitspensum klingt richtig besorgniserregend ... :niedergeschmettert:


Alles Liebe euch beiden! :kuss:
Linde

teichmuschel
22.02.2007, 08:56
Hallo Miriam, hallo Linde,

ich lese gerne Eure Zeilen und finde es schön wie ihr Euch und Euer Leben mit allen Schwierigkeiten und Ängsten beschreiben könnt. Nach dem Tod meiner Mutter fingen bei mir Ängst an, wegen meiner "Gesundheit". Ich hatte plötzlich Angst genauso schnell zu sterben wie meine Mutter, von "jetzt auf nachher". Ich bin dann auch zur ärztlichen Untersuchung, die mir bestätigte, dass organisch soweit alles i. O. ist. Trotzdem habe ich nach wie vor öfters ein mulmiges Gefühl und achte immer wieder auf meinen Herzschlag. Weiterhin kam plötzlich hinzu, dass ich mich nicht mehr traute alleine irgendwo hin zu gehen. Ich fing an, wieder wie ein Kind die Wege ängstlich alleine zu gehen. Musste mich z. B. zwingen alleine ins Schwimmbad zu gehen. Verstehen konnte und kann ich diese Gefühle bis heute nicht, auch wenn es mir wieder besser geht. Ich hielt mich immer für eine Frau die mit beiden Beinen im Leben steht und alles meistern kann.
Bei mir hat der Tod meiner Mutter eine, ich will mal sagen, Sinnkrise ausgelöst. Mit Anfang 40 fing dies eigentlich schon an, aber nicht in diesem "überbordenen" Maße. Auch das Auseinandersetzten mit der eigenen Vergänglichkeit beschäftigt mich stark.
So wie Miriam schon sagte: War's das wirklich. Was möchte ich ändern, was noch "reißen" in meinem Leben.
Viel weiter bin ich in meinen Gedankengängen noch nicht gekommen, ich weiß nur, dass ich mich weiterhin damit beschäftigen muss, wenn ich wieder eine innere Ausgeglichenheit finden will. Ich glaube mir wäre schon geholfen, wenn ich meine Zweifel, Ängste, Unsicherheiten so beschreiben könnte, wie ihr das tut.

Liebe Grüße
Teichmuschel

lindenblatt
22.02.2007, 23:36
Hallo, liebe Teichmuschel,

ich verstehe sehr gut, dass dich der Abschied von deiner Mutter stark aus dem Gleichgewicht gebracht hat! Lass dich erst einmal ganz lieb drücken. :wangenkuss:

Ein so einschneidendes Ereignis zerstört mit einem Schlag die Schutzhüllen, die wie alle uns (der eine mehr, der andere weniger) im Laufe seines Lebens unbewusst zulegen, um zum Beispiel Ängste, die wir in uns tragen, daran zu hindern, dass sie plötzlich unser Verhalten bestimmen. Ängste können sehr lange in der Seele "schlafen". Man spürt sie wohl manchmal ein wenig, aber nicht so, dass sie uns in unserem Alltag einschränken. Aber dann passiert plötzlich etwas, das uns schockiert, und unsere Emotionen geraten sozusagen außer Rand und Band. Das, was wir unsere "Kontrollmechanismen" nennen, funktioniert auf einmal nicht mehr.
Unsere Gefühle sind dann wie ein Meer bei starkem Sturm, sie schlagen hohe Wellen und bilden gefährliche Strudel. Es ensteht ein einziges Gefühlschaos, das unseren verborgenen Ängsten Tür und Tor öffnet. Sie - die Ängste - "verhalten" sich dann ungefähr so wie gesuchte Verbrecher: In einem ruhigen Dorf, in dem um sie herum alles geordnet und überschaubar abläuft, würden sie eher entdeckt werden als im Gewühl einer Großstadt, wo sie besser ihr Unwesen treiben können.

So gesehen ist es erst einmal nicht verwunderlich, dass angesichts des Verlustes eines geliebten Menschen Ängste auftauchen, die wir so an uns nicht gekannt haben. Oder: sehr lange nicht mehr gekannt haben. Ein Satz, den du gschrieben hast, könnte bedeuten, dass dir deine Ängste, die du beschreibst, schon einmal begegnet sind:
Ich fing an, wieder wie ein Kind die Wege ängstlich alleine zu gehen.Und wenn sie nun, nach so langer Zeit, mit ganzer Wucht wieder da sind und dir ja doch offensichtlich schwer zu schaffen machen, wäre es vielleicht gut, wenn du dir das etwas genauer ansehen würdest (auch wenn es dir jetzt etwas besser geht - ich will dir nicht noch zusätzlich Angst machen, aber sie könnten wiederkommen). Ich finde es ein wenig bedenklich, wenn so starke Ängste hochkommen, dass man sich wieder wie ein ängstliches Kind fühlt (das hab ich ja auch so erlebt). Da sollte man ruhig mal auf Spurensuche gehen. Versuch dich doch mal zu erinnern, wie das damals war, wenn du als Kind solche Ängste hattest: Warst du generell ein ängstliches Kind, oder war das nur in ganz bestimmten Situationen so? Und wenn Letzteres: in welchen? Und was hatten sie gemeinsam? Warst du vielleicht ein besonders behütetes und umsorgtes Kind? Wenn ja, dann könnte das erklären, warum diese Kindheitsängste gerade jetzt wieder aufgetaucht sind, als du deine Mutter verloren hattest.

Liebe Teichmuschel, auch dass dich seit dem Abschied von deiner Mutter die Frage nach dem Sinn des Lebens besonders beschäftigt, ist nur allzu verständlich. Eine Zeit, in der man trauert, ist, wie ich finde, einer Krise sehr ähnlich: In beiden Fällen wird so deutlich wie selten, dass alles, was unser Dasein ausmacht, begrent ist und so sinnvoll wie möglich genutzt sein will. Ich finde, dass man solche Fragen ruhig zulassen sollte, oft entwickeln sich im Laufe der Zeit ganz neue Antworten darauf. Nicht umsonst heißt es, dass jede Krise zugleich auch eine Chance ist. Hab Geduld mit dir, Teichmuschel. Es gibt Wunden, die nie ganz verheilen - und der endgültige Abschied von der Mutter gehört ganz sicher dazu -, aber der Schmerz wird allmählich nachlassen. Manchmal dauert das sehr lange, aber so sind wir Menschen von der Natur eingerichtet: Wir müssen immer wieder aufs Neue unsere Gefühle und unsere Gedanken ordnen und so gut es geht in Einklang bringen. Und je höher die Wellen schlagen,
umo mehr Zeit brauchen wir dafür. Vertan ist diese Zeit, so lange sie auch dauern mag, nie. Immer lernen wir etwas. Wirklich immer - davon bin ich inzwischen fest überzeugt.

Ich möchte dich, liebe Teichmuschel, gern einladen, öfter hier zu schreiben und dich an unseren "Gesprächen" zu beteiligen. :blumengabe:
Hier kann jeder ganz unbesorgt erzählen, was ihn beschäftigt und bedrückt. Vielleicht kann das auch dich zumindest etwas erleichtern - und dir vielleicht sogar ein Stück weiterhelfen.

Viele liebe Grüße :kuss: ,
Linde

Miriam68
23.02.2007, 06:39
Hallo Lindenblatt

... jetzt hab ich ein wenig Zeit und kann auf Deinen Beitrag eingehen! :yeah:


Vielleicht würde ich das sogar als die hilfreichste Variante ansehen, mich mit der Situation auseinanderzusetzen

... stimmt. Es kann aber auch eine Flucht sein (hab ich schon mal so erlebt).
Bei meiner ersten Australienreise war's keine Flucht, sondern es war eher ein Wegwollen - weg von all den Menschen, die mir in mein Leben reingeredet haben. Ich wollte einfach mal alles von vorne bis hinten alleine erleben und entscheiden,um mich selber besser kennenzulernen. Und somit hatte ich auch die Gelegenheit, bei der Auseinandersetzungen mit meinem Leben bei Null anzufangen.


Miriam, mich würde interessieren: Was hat diese Reise damals bei dir bewirkt? Hat sie dich in irgend einer Weise verändert?


Ja! Ich wurde entscheidungsfreudiger, entdeckte Neues an mir: Beispielsweise veränderte sich Banales wie zB mein Geschmack in in Sachen Kleidern und Musik. Weil ich mit einem neuen Land und neuen Menschen in Berührung kam, lernte ich natürlich auch neue Stilrichtungen kennen, die ich ausprobieren konnte.
Ich baute auch meine (damals noch immense) Schüchternheit ab. Wenn man mutteseelenallein unterwegs ist und Gesprächspartner haben möchte, muss man aus sich herausgehen! Dies war für mich ein grosser Schritt in die richtige Richtung.
Dann lernte ich auch noch, dass ich noch viel an mir zu tun hab, dass mein Selbstbewusstsein ausbaufähig ist ... selbstbewusst wurde ich aber erst später.

Ach *seufz*, und amsonsten war dies einfach die schönste Zeit in meinem Leben! *fernweh-krieg*


Aber ich hatte einen guten Therapeuten, der mich auf seine eher trockene, kühle Art - mit der ich anfangs große Schwierigkeiten hatte - sehr konstruktiv durch diesen ganzen Kindheitsschlamassel und seine Folgen für mein weiteres Leben geführt hat. Nach einiger Zeit war es dann so, dass ich mitten in einer Sitzung mit einem ziemlich bedrückenden Thema über irgend ein Detail plötzlich herzhaft lachen musste und das als sehr befreiend empfunden habe.

Schön, dass Du einen guten Therapeuten gefunden hattest. Das mit dem Lachen kenne ich: So einen Lachanfall hatte ich auch während meiner Therapie!


So hat sich schließlich ein regelrechter Fundus an Einsichten und Erkenntnissen entwickelt. Der mir aber nicht mehr reicht, irgendwie ahne ich: Da fehlt noch was.

Musst ja nicht gerade jetzt sofort anfangen, weiterzustochern - vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif?


Durch die Therapie habe ICH mich stark verändert, aber - im Vergleich dazu - nur wenig mein Leben. Und da hab ich einfach "Schiss" (sorry, aber so ist es), genauer drauf zu schauen, weil ich dann unter Umständen Teile meines Lebens verändern müsste, mit denen ich (scheinbar?) momentan ganz gut leben kann, was ja aber durchaus ein Trugschluss sein könnte. Genauer kann ich das nicht beschreiben, das sind nur so vage Ahnungen, aber die reichen mir schon, um stutzig zu werden.


Liebes Lindenblatt, das kenn ich. Einige Verhaltensweisen habe ich ändern können. Aber ein grosser Brocken (Bei mir ists der Beruf) steht auch bei mir noch aus ...

Kein Problem hab ich übrigens mit der Länge Deines Beitrages. Ich bin eine fleissige und schnelle Leserin! Ach ja, das Schreiberling-Forum ... das ist zeitlich fast nicht mehr machbar. Dies hier ist mehr oder weniger der einzige Strang, in dem ich regelmässig schreibe. Weisst du - ich arbeite in der Informatik, und nach einem Tag am Computer mag ich diese Kiste am Abend nicht mehr so lange vor mir sehen! :blumengabe:
Meine Arbeitszeit uferte diese Woche tatsächlich aus - aber Besserung ist in Sicht! Nächste Woche kompensiere ich an Donnestag und Freitag meine Ueberzeit! :yeah:



Hallo Teichmuschel

Ich kann mir die Angst vor Krankheit und Tod gut vorstellen . Als ich nach dem Tod meiner Schwester Rückenweh bekam (Kreuzprobleme), kriegte ichi so einen Schreck, denn bei ihr waren die ersten Krebssymptome ... Rückenweh. Erst, als mir ein Arzt genau sagen konnte, wo bei mir das Problem sass, war ich beruhigt.

Auf meinen Herzschlag hören ... das tat ich nach dem Tod meines Vaters auch. Zudem kam damals noch die Angst dazu, dasss meine Mama gleich hinterherstirbt ... scheusslich.

Ob's das schon gewesen sein kann ...? Interessante Frage.

Vielleicht magst Du eines Tages mal mehr darüber schreiben? Hier findest Du interessierte Leserinnen und Gesprächspartner.

Und nunwünsche ich Euch einen guten Tag!

Liebe Grüsse

Miriam68

Mamchen
23.02.2007, 11:25
Hallo ihr , hallo Lindenblatt
Puh du wolltest etwas über meinen Tagesablauf wissen und nun hab ich schon wieder ein neues Problem an der Backe :ooooh:
Das hört wohl alles NIE auf .
Die leibliche Mutter meiner Tochter meldete sich heute NACH Jahren und will ihr BESUCHSRECHT wieder aufnehmen .
:grmpf: :grmpf: :gegen die wand:
Dazu muss man wissen das wir Jahre gekämpft haben dafür das Sie sich Zuverlässig kümmert und es nie geschafft haben .
Sie rief an , machte einen Termin aus ( mit meiner Tochter ) und sagte den dann kurz vorher wieder ab . Das ging wirklich Jahre !!!
Davor klappte es so lala also unregelmäßig war meine Tochter auch übers WE bei ihr und kam immer total down wieder zurück (da war sie 5 J ) es hat jedesmal eine Woche gedauert bis sie wieder ok war . Das schlief dann ein weil Die ,,Mutter ,, immer wieder absagte und nicht wollte .Am Telefon meiner Tochter aber immer wieder ihre ach so große Liebe beteuerte .
Das letzte mal sehen ( 2002 )lief so ab das sie mal wieder nach 1 1/2 Jahren einen Termin ausmachte ( ich hab drum gebeten ) und den einen Abend davor wieder absagte wir sie aber am nächsten Tag angerufen haben und ihr angeboten haben das weil sie ja nicht komen kann wir ihr ire Tochter bringen würden .
Das wollte sie auf -keinen -fall !!! Ihre Wohnung wäre nicht aufgeräumt etc . Wir haben ihr dann gesagt das wir in 4 Std. da sind und die Zeit hätte sie dann ja um aufzuräumen .
Als wir da waren machte sie erst nicht auf und nach einem Anruf von uns dann doch aber nur um zu sagen das es bei ihr jetzt nicht geht . ( Hallo :ooooh: sie hat ihr Kind seit 1,5 Jahren nicht gesehen ) Wir wollten ja nicht mit rein !!!
Es eskalierte im Treppenhaus dann weil sie wieder anfing der Tochter zu erzählen wie sehr sie sie doch lieben würde und das Papa ja schuld wäre etc. ( sie hat sich getrennt von Tochter und Mann und hat sogar auf´s Sorgerecht verzichtet )Ich hab dann die Kinder ( wir waren ja alle 5 da ) an die Hand btw.auf den Arm genommen und bin richtung Ausgang gegangen .Die Mutter hat meinen Mann dann wütend anspucken wollen und hat meine Tochter ( ihre) getroffen . MItten im Gesicht !
Und der Schlüssel den sie dann noch geworfen hat hat auch wieder meine (ihre ) Tochter getroffen .
Wir sind dann alle (5)zum Auto gelaufen und meine Tochter wollte nur noch nach hause ! Seit dem kein Kontakt mehr !
Kein Anruf kein Brief nichts ! Und heute das !!!:grmpf:
Ein Brief an meine Tochter die Morgen Geburtstag hat ( :yeah: 13 J ) in dem 100 Euro für sie sind und einen Brief an meinen Mann . Sie möchte wieder Kontakt weil sie ja wieder Gesund ist und auch keine Psychosen mehr zu erwarten sind ( sie hatte eine und war auch in der Geschlossenen ) und möchte die Erlaubnis in unser Haus kommen zu dürfen weil sie ihr Besuchsrecht wieder aufnehmen möchte !:wie?: :ooooh:
Telefonisch können wir sie leider aber nicht erreichen (nur sms) weil **** ihre Aussage **** die Strahlen vom Telefon nicht gut für ihre verschleppte Schädelfraktur sind !:wie?:

Ich hab ,ich bin so aufgewühlt !Durcheinander etc UND MEGA WÜTEND .
Hier kommt auch keine Ruhe rein .:knatsch:
Meine Tochter sagt zwar immer sie will sie nicht sehen ( in Gesprächen zwischendurch , was wäre wenn ... ) aber was wenn doch ? Ich würde mich für sie freuen wenn der Kontakt nie eingeschlafen wäre und es diese ganzen Vorfälle nicht gegeben hätte unter denen sie auch heute noch leidet ( suchen eine kompetente Psychologin ) aber so ?!
Das mit den Telefon-Strahlen hört sich nicht wirklich gesund an oder ?! und was wenn das auch wieder nur so ein Strohfeuer ihrer ,,Mutter,, ist ?! Ach man , ich frag mich immer was der Liebe Gott mit mir vor hat wenn ich mal sterbe ,wenn er mich jetzt ständig vor solche Aufgaben stellt .Ich schreibe euch das es mir gerade ein wenig besser geht nach dem Tod meines Sohnes und ein paar Tage später kommt wieder was neues :heul:

Mamchen

lindenblatt
23.02.2007, 18:14
Och nee - das gibt´s doch nicht - schon wieder der ganze Text weg!!! :gegen die wand: Mann! Wie bekloppt bin ich eigentlich!?!?!? :wie?:

Na ja , dann also wieder mal alles von vorn:

Liebe Mamchen,

kann deinen Ärger und deine Irritation gut verstehen!!

Natürlich ist eine Psychose eine schwere Krankheit, sie ist für die Betroffenen sehr schlimm - nicht viel weniger aber auch für die Menschen in deren Umgebung. Und gerade für Kinder ist so etwas vollkommen unbegreiflich. Da kann es wirklich nur darum gehen, sie zu schützen.

Die leibliche Mutter eurer Tochter scheint sich immer dann zu melden, wenn sie glaubt, dasse es ihr gerade wieder etwas besser geht, nicht wahr? Ich kann mir schon vorstellen, dass sie sich manchmal nach ihrem Kind sehnt und dass dann sicher auch sehr schmerzlich für sie ist. Aber es hilft ja nichts: Die Möglichkeiten, die sie hatte, sind alle schiefgegangen, und da steht nun das Wohlergehen ihrer/eurer Tochter im Vordergrund, das geht ja gar nicht anders.
Was wollt ihr nun machen? Ganz ehrlich, Mamchen: Ich würde diesen Besuch nach so langer Zeit und mit der Befürchtung, dass die Behauptung der Frau, dass sie wieder gesund sei, nicht stimmt, nicht erlauben. Jedenfalls, ihre Bemerkung, dass sie ihren Kopf der Strahlenbelastung durch das Telefon nicht aussetzen kann, spricht dafür, dass sie die Psychose eben nicht überwunden hat, meiner Meinung nach.
Mamchen, was denkst du: Ob ihr euch mal ans Jugendamt wendet und dort das Umgangrecht dieser Frau mit ihrem Kind genau regeln lasst? Ich könnte mir sogar vorstellen, dass das von einer ärztlichen Beurteilung des psychischen Zustandes abhängig gemacht wird. Dann hättet ihr etwas in der Hand, wonach sich auch die Frau richten muss.
Wie war denn ihr Zustand zum Zeitpunkt der Scheidung, und wie ist denn da das Umgangsrecht geregelt worden?
Schon allein deshalb, weil eurer Tochter ja auch die früheren Besuche bei ihrer leiblichen Mutter nicht gutgetan haben, besteht bestimmt die Möglichkeit, eine aktuelle Regelung zu treffen.

Ich hätte dir so sehr eine längere Ruhephase gewünscht! Es tut mir leid, dass du dich schon wieder mit einem ernsten Problem auseinandersetzen musst. Andererseits bin ich mir sicher: Du hast schon so vieles gemeistert und zusammen mit deinem Mann wirst du auch das in den Griff bekommen. Lass dich nicht unterkriegen!!

Macht euch doch morgen, wenn eure Kleine Geburtstag hat, erst einmal einen richtig schönen Tag - und danach könntet ihr überlegen, wie ihr das Problem lösen wollt.
Schreib dich bitte, wie es weitergeht, ja?

Und nun für eure Tochter - zwar unbekannterweise, aber von Herzen - alles Liebe zum Geburtstag :blumengabe: , euch allen eine schöne Feier :Sonne: :zauberer: :lachen: und liebe Grüße von

Linde

lindenblatt
23.02.2007, 19:03
Liebe Miriam!

Mit großem Interesse habe ich gelesen, was du über die Folgen deiner Australienreise für deine persönliche Entwicklung geschrieben hast:
Ich wurde entscheidungsfreudiger, entdeckte Neues an mir: Beispielsweise veränderte sich Banales wie zB mein Geschmack in in Sachen Kleidern und Musik. Weil ich mit einem neuen Land und neuen Menschen in Berührung kam, lernte ich natürlich auch neue Stilrichtungen kennen, die ich ausprobieren konnte. Ich baute auch meine (damals noch immense) Schüchternheit ab. Wenn man mutteseelenallein unterwegs ist und Gesprächspartner haben möchte, muss man aus sich herausgehen! Dies war für mich ein grosser Schritt in die richtige Richtung. Dann lernte ich auch noch, dass ich noch viel an mir zu tun hab, dass mein Selbstbewusstsein ausbaufähig ist ... selbstbewusst wurde ich aber erst später.
Ich finde das deshalb so interessant, weil genau das - das Weggehen von denen, die einem ins Leben reinreden - für mich in genau demselben Alter haargenau so wichtig gewesen wäre! Und, Miriam: Was für einen Mut du da bewiesen hast!!!
Wenn ich davon nur die Hälfte hätte aufbringen und weit weg von den "Reinquatschern" all das hätte lernen können, was du von dir geschrieben hast, wären mir höchstwahrscheinlich ganze Berge späterer Probleme erspart geblieben. Aber so hat meine Mutter in meinem Leben noch herumgefuhrwerkt, als ich schon über 30 war und längst selbst ein Kind hatte. Der Vater war meine Jugendliebe, er war genauso unreif wie ich, wir haben zwar geheiratet, aber die Ehe hat - das war schon fast logisch - nicht gehalten.

Ich glaube, für mich war diese frühe Familiengründung (mit 19!) tatsächlich eine (unbewusste) Flucht - raus aus dem Elternhaus mit dem selbst hilflosen Vater, der mit mir offenbar nicht viel anfangen konnte, und vor allem weg von meiner dominanten, extrem intoleranten und mich völlig vereinnahmenden Mutter. Aber eine ungünstigere Form von Flucht hätte es gar nicht sein können! Ich war vollkommen überfordert, zumal auch mein Studium gerade angefangen hatte und anderes Chaotische mehr ... Das war also alles andere als eine bewusste Entscheidung für ein eigenständiges Leben gewesen, sondern eben wirklich nur eine kopflose Flucht ohne Hand und Fuß. Als diese "Kinderehe" (etwas Anderes war das nämlich nicht) sehr bald ins Wanken geriet und als ich schließlich geschieden war, habe ich den Einmischungen meiner Mutter vor lauter Hilflosigkeit praktisch Tür und Tor geöffnet. Und so habe ich mir jede Chance genommen, erst einmal auf mich selbst zu schauen, mir Vorstellungen von meinem Leben zu machen und so etwas wie einen Plan zu entwickeln. Ich hab es zwar nicht besser gewusst damals, aber es ist nun mal so: Zum Einmischen und Bevormunden gehört immer auch (oder genauer: vor allem) derjenige, der das mit sich geschehen lässt. Und so ist es gekommen, dass ich erst (durch die Therapie) erwachsen geworden bin, als ich es an Lebensjahren längst war.

Ach *seufz*, und amsonsten war dies einfach die schönste Zeit in meinem Leben! *fernweh-krieg*
Das glaube ich dir gerne, Miriam. Es ist ein großes Glück, dass du dir diese Erfahrung ermöglicht hast. Ich komme darüber aus dem Staunen gar nicht heraus: Wo hast du dafür nur den Mut hergenommen??

Liebes Lindenblatt, das kenn ich. Einige Verhaltensweisen habe ich ändern können. Aber ein grosser Brocken (Bei mir ists der Beruf) steht auch bei mir noch aus ... Bei mir auch!! Auch die Arbeit! Und - obwohl das vergleichsweise weniger wichtig ist - das Autofahren. Ich habe zwar einen Führerschein, kriege aber, sobald ich hinter dem Lenkrad sitze, sofort derartige Panik, dass ich die Pedale nicht mehr unterscheiden kann, es ist einfach schrecklich! :heul: Ich will das aber auch nicht so lassen. Zwar kann ich mich von meinem Mann fahrebn lassen, aber es ärgert mich schon gewaltig, dass ich es nicht selbst kann.

:schild ...uups: - liebe Miriam, muss erst mal unterbrechen, hab glatt die Zeit vergessen, dabei kommt jetzt gleich Besuch. Schreibe später noch ein paar Zeilen. Bitte entschuldige! :blumengabe:

Jetzt erst mal tschüss, bis nachher,

Linde

lindenblatt
24.02.2007, 01:48
Liebe Miriam,

hier bin ich noch mal - ganz kurz diesmal :smirksmile: .

Musst ja nicht gerade jetzt sofort anfangen, weiterzustochern - vielleicht ist die Zeit einfach noch nicht reif?
So denke ich auch. Was kommen muss - das kommt schon. Erzwingen lässt sich ja eh nichts.

Kein Problem hab ich übrigens mit der Länge Deines Beitrages. Ich bin eine fleissige und schnelle Leserin!Das lese ich wirklich mit Erleichterung, denn ich will dich auf keinen Fall "zutexten" - danke! :blumengabe:

Meine Arbeitszeit uferte diese Woche tatsächlich aus - aber Besserung ist in Sicht! Nächste Woche kompensiere ich an Donnestag und Freitag meine Ueberzeit!Das ist schön und freut mich für dich! :lachen:

Dir, Miriam, sowie Mamchen und Teichmuschel und allen, die hier vielleicht einen Blick reinwerfen, wünsche ich ein wunderschönes, geruhsames Wochenende! :kuss:

Linde

Miriam68
24.02.2007, 18:22
Hallo Mamchen!


Die leibliche Mutter meiner Tochter meldete sich heute NACH Jahren und will ihr BESUCHSRECHT wieder aufnehmen .


Das ist jetzt aber ein Witz, oder ?!


Ich würde mich für sie freuen wenn der Kontakt nie eingeschlafen wäre und es diese ganzen Vorfälle nicht gegeben hätte unter denen sie auch heute noch leidet ( suchen eine kompetente Psychologin ) aber so ?!


Darf ich ehrlich sein? So eine Mutter tut doch Deiner Tochter überhaupt nicht gut ... das wäre doch, wie Salz auf die Wunde zu streuen. Dass ihr eine gute Psychologin sucht, halte ich für eine ausgezeichnete IDee. Je früher Eure Tocher alte Wunden aufarbeiten und heilen kann, desto besser.


Jedenfalls, ihre Bemerkung, dass sie ihren Kopf der Strahlenbelastung durch das Telefon nicht aussetzen kann, spricht dafür, dass sie die Psychose eben nicht überwunden hat, meiner Meinung nach.


Kommt mir auch so vor .
Sag mal, gibt es eine Chance, ihr den Kontakt zu verbieten - Eurer Tochter zuliebe, damit da endlich Ruhe reinkommt?`



Hallo Lindenblatt


Wo hast du dafür nur den Mut hergenommen??


Ich bin vielleicht ein wenig "vorbelastet": Meine Eltern waren beide reiselustige Menschen. Meine Mama ist in den Fünfzigern von Spanien in die Schweiz gekommen - ohne irgendwen zu kennen oder auch nur ein Wort Deutsch zu können. Auch mein Vater interessierte sich für fremde Länder, und wir waren oft im Ausland. Für mich wahr's also nicht gewöhnungsbedürftig, ins Ausland zu gehen. Angsteinflössend war bloss die Entfernung und die Zeitdauer.
Weisst Du, die Reisevorbereitugnen (Flug suchen, Famile suchen, Englischschule suchen, fürs Visum sorgen ...) haben mich dermassen beschäftigt, dass ich kaum Zeit hatte, Panik zu entwickeln. Erst als ich im Flieger sass, dachte ich: "Mensch, was TUST du da eigentlich? Du spinnst doch!" Aber da war's zu spät, und die vielen neuen Eindrücke haben dann die Angst rasch verdrängt.


Und - obwohl das vergleichsweise weniger wichtig ist - das Autofahren. Ich habe zwar einen Führerschein, kriege aber, sobald ich hinter dem Lenkrad sitze, sofort derartige Panik, dass ich die Pedale nicht mehr unterscheiden kann, es ist einfach schrecklich!

Ein bisschen kenn ich das - nach einem schlimmen Unfall (Totalschaden - mir hat's zum glück nichts gemacht) bin ich etwa ein Jahr lang äusserst ungern Auto gefahren,und bei starkem Regen oder gar Schnee (beim Unfall war Aquaplaning beteiligt) vermied ich das Fahren, wenn's irgendwie ging, und wenn ich doch musste, kriegte ich richtig Kopfschmerzen vor lauter Verspannung.

Ich hab mal gehört oder gelesen, dass es spezielle Fahrkurse für Fahrängstliche gibt? Vielleicht gibt's ja sowas in Deiner Nähe? Das wär doch ne prima Art und Weise, Dich diese Angst zu stellen. Als Belohnung winkt dann ein Stück Unabhängigkeit! :yeah:

Weisst Du, ich war die meiste Zeit meines Lebens allein (Partnerlos) und nur auf mich selber angewiesen. Bei mir war das Motto daher immer: Entweder Miriam tut's oder keiner tut's. Dies zwang mich desöftern, Aengste zu überwinden.

Eigentlich halte ich mich nicht für besonders Mutig. Ich habe auch heute noch viele Aengste. Nur: Ich habe mittlerweile Uebung darin, die Aengste zu aktzeptieren, zur Seite zu packen - und mein Ding trotzdem durchzuziehen, egal, ob mein Herz klopft oder meine Hände schweissnass sind.

Beispiel Fluganst: nach einem schlimmen Flug vor einigen Jahren entwickelte ich jeweils vorm Fliegen Tage im Voraus Schlafstörungen und Schweissausbrüche. Am Tag des Abfluges musste ich mich mit Bier beruhigen (das ich eigentlich nicht leiden kann). Da sagte ich mir: "Ich weigere mich, mir von dieser Angst die Ferien verderben zu lassen".
Also bin ich immer und immer wieder ins Flugzeug gegessen. Auf irgendeinem Flug bemerkte eine Flugbegleiterin, wie's um mich stand, und erklärte mir haarklein, wie diese "Luftlöcher", vor denen ich mich so fürchtete, enstehen. Auf meine Frage hin, woher sie das so genau wisse, erzählte sie mir, dass sie früher unter Flugangst gelitten habe, aber umbdingt hatte Flugbegleiterin werden wollen. Deswegen habe sie sich informiert, und das Wissen habe ihr nach und nach die Angst genommen.

Ich war schwer beeindruckt, und dieses Erlebnis hat mich geprägt!
Mir hat's geholfen zu wissen, dass ich mit der Flugangst nicht alleine dastand -und dass es eine Chance gab, diese zu überwinden.
Weisst Du, die andern Menschen kochen mit demselben Wasser wie Du und ich. Viele, viele Menschen kennen Angst und Panik ganz genau, es wird halt nicht so viel darüber gesprochen.
Nur dies zu wissen kann Dir helfen, den Druck zu überwinden, und mit den Aengsten liebevoller umzugehen. So haben die Aegnste eine Chance, Aengste zu werden, die man mit Willenskraft kontrollieren kann. Denn (wie ich finde:) Angst + Druck = Panik.


glaube, für mich war diese frühe Familiengründung (mit 19!) tatsächlich eine (unbewusste) Flucht - raus aus dem Elternhaus mit dem selbst hilflosen Vater, der mit mir offenbar nicht viel anfangen konnte, und vor allem weg von meiner dominanten, extrem intoleranten und mich völlig vereinnahmenden Mutter.

kann ich irgendwie nachvollziehen ... Manchmal will man nur noch weg ...
Mich hat ironischerwiese meine Hauptangst - die von Männern - davon abgehalten, einen Freund zu haben (geschweige denn, mit einem Mann zusammenzuziehen). Es gab Zeiten, in denen ich lieber ohne Anschnallen einen Flug nach Amerika auf dem Flügel verbracht hätte, als einen Mann in meine Wohnung zu lassen.


Das war also alles andere als eine bewusste Entscheidung für ein eigenständiges Leben gewesen, sondern eben wirklich nur eine kopflose Flucht ohne Hand und Fuß.

Ach Lindenblatt, sei nicht so streng zu Dir! DAs geht doch vielen so. Mit 20 ist man oft einfach noch nicht wirklich reif, selbstsicher und selbständig.
Ich kenne etliche Frauen meines Alters, die mit um die 20 herum zu ihren damaligen Freunden gezogen sind, um der Enge des Daheims zu entkommen. Dabei mutierten viele davon von unternehmugnslustigen Kolleginnen zu Hausmütterchen, die es als selbverständlich ansahen, nebst ihrem 100%-Job auch noch den Haushalt zu schmeissen. :nudelholz:
Nichts gegen Leute, die das so wollen, aber mit Frauen, die monatelang über die vielen zu bügelnden Hemden schimpfen und es trotzdem tun, obwohl ihnen beim Unterlassen keiner mit dem Tod droht, hatte ich damals schon so meine Probleme.

Die meisten dieser Beziehungen sind früher oder später in die Brüche gegangen - und viele dieser Frauen bemerkten später, dass sie damals eine Riesenschiss vorm Alleinsein gehabt hatten und es ihnen nicht in den Sinn gekommen wäre, alleine in eine Wohnung (oder WG) zu ziehen).

Ich war damals übrigens kein bisschen weniger ängstlich als meine Freundinnen, die Aengste waren bloss anders gelagert. Ich hatte Panik vor zu viel Nähe, vor emotionaler Abhängigkeit, davon, dass einem ein Mann (seelisch) wehtut, dass man mich nicht schätzt ... das war für mich ein Grund, Beziehungen zu meiden. Ich hielt die Frauen, die es wagten, mit ihrem Partner zusammenzuziehen oder gar eine Familie zu gründen, für todesmutig, sie bewunderten mich für meine alleinige weiter Reise.

Reste dieser Aengste stecken immer noch in mir drin - aber sie quälen mich eigentlich nur, wenn ich grad verliebt bin (und das ist jetzt Jahre her).

Heute bleib ich gemütlich daheim - die Woche war anstrengend genug! Nur ich und meine Miezen! :smile:

ich wünsch Euch allen einen schönen Samstag und Sonntag!

teichmuschel
24.02.2007, 19:59
Liebe Linde,

vielen Dank für Deine Worte. Ach, ich wünschte ich könnte mich so schön ausdrücken.
Also, ich war kein risikobereits Kind. (War nie diejenige die am schnellsten Rollschuh gelaufen ist oder den steilsten Hang mit dem Schlitten runter gefahren ist).
An was ich mich erinnern kann, ist dass ich von Klein auf immer sehr an meiner Mutter gehangen habe. Und dies hat sich nicht verändert. Es ist eher noch enger geworden als meine Vater starb. Da war ich 13 Jahre alt. Die Angst, dass meine Mutter mich ebenfalls "verlassen" könnte war immer da. Und es hat zu dieser Zeit auch keine Großeltern gegeben oder sonst irgendwelche Verwandte zu denen ich/wir (ich habe noch 2 Geschwister) eine nähere Beziehung hatten. Meine Mutter hat eigenlich immer alles gemanagt, gearbeitet, Häuschen bezahlt und dann auch noch Zeit für die Nöte ihrer Kinder gehabt.
Zu dem Zeitpunkt als mein Vater starb, hat sich niemand die "Mühe" gemacht oder auch die Zeit gehabt sich mit den Kindern über diesen Verlust zu unterhalten. Ich weiß nicht einmal wie und wann meine Mutter um ihn getrauert hat. Ich denke abends, wenn sie alleine war. Im nachhinein wäre es viel besser gewesen, mich an ihrer Trauer teilhaben zu lassen. Ich denke, dass sich damals vieles in mir verschlossen hat und nun mit dem Tod meiner Mutter an die Oberfläche gekommen ist.
Liebe Linde, wenn Du mir vor 6 Monate gesagt hättest, dass jede Krise eine Chance bedeutet hätte ich nur den Kopf geschüttelt und gedacht: "Die weiß ja gar nicht wovon sie spricht. Meine Mutter ist tot, wo soll denn da für mich eine neue Chance liegen". (Entschuldige bitte).
Aber da nun seit dem Tod meiner Mutter doch einige Monate ins Land gezogen sind bin auch ich mittlerweile davon überzeugt, dass dies der Wahrheit entspricht und wenn ich weiterhin bei Euch mitlese und schreibe und weiterhin den Mut und die Neugierde habe bei mir im Innersten nachzuforschen, werde ich meine neuen Chancen auch entdecken. Denke ich bin schon auf dem Weg dazu.
Nochmals lieben Dank.



Das mit der Geduld ist so eine Sache. Die habe ich meistens nicht.
Ich kann immer nur beten:
Lieber Gott gib mir Geduld - aber sofort :)

Liebe Miriam,

Zitat:
Dabei mutierten viele davon von unternehmugnslustigen Kolleginnen zu Hausmütterchen, die es als selbverständlich ansahen, nebst ihrem 100%-Job auch noch den Haushalt zu schmeissen.
Nichts gegen Leute, die das so wollen, aber mit Frauen, die monatelang über die vielen zu bügelnden Hemden schimpfen und es trotzdem tun, obwohl ihnen beim Unterlassen keiner mit dem Tod droht, hatte ich damals schon so meine Probleme.

Ohne weitere Worte - einfach herrlich - !!!

Für Deine Reisen die Du alleine unternimmst zolle ich Dir hiermit meinen größten Respekt. Ich hätte mich das nie getraut.

Alleine gelebt habe ich von meinem 23. bis zu meinem 27. Lebensjahr und diese Zeit und die Erfahrungen möchte ich nicht missen. Mein Leben hat sich anders entwickelt als ich es mir mit so ca. 16 Jahren vorgestellt hatte. Ich dachte immer das ich heiraten würde, eine Familie mit den dazugehörigen Kindern haben würde usw.
Mit Anfang 20 kam dann so das Gefühl auf, du findest ja doch keinen (bist ja von Deiner Körperlänge viel zu groß und die Männer haben Angst vor Dir - wollen ja immer kleinere Frauen haben, damit sie sie beschützen können - wovor auch immer???). Dann bin ich ausgezogen in eine eigene kleine Wohnung, bin mit einer Freundin in Urlaub gefahren, habe den Job gewechselt und dann irgendwann festgestellt: Mädel - Du kannst alleine leben und dein Leben gestalten - und diese Erfahrung möchte ich nicht missen.
Mit 27 Jahren habe ich dann meinen jetzigen Lebensgefährten kennengelernt.
Im Nachhinein bin ich froh erst - sagen wir mal - so spät einen Partner kennengelernt zu haben. Ansonsten wäre ich aus dem Elternhaus raus und rein in die nächste Abhängigkeit. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dies in "die Hose" gegangen wäre, da ich schon ganz gerne ein unabhängiger Mensch bin. Ich hätte mich nie so entwickelt wie ich heute bin. So hatte ich ein paar Jahre mir ein einigermaßen gesundes Selbstbewußtsein (auch wenn dieses z. Zt. ein wenig leidet) anzutrainieren (ein besseres Wort fällt mir momentan nicht ein).

Zum Schluss: Ich hatte heute ein sehr schönes Erlebnis. Bin mit unserem Hund spazieren gegangen. Plötzlich wurde es richtig schwarz am Himmel und es fing das Regnen an. Gleichzeitig schien in meinem Rücken die Sonne. Ich habe heute den schönsten und perfektesten Regenbogen (in doppelter Ausführung) meines Lebens gesehen und mich wahnsinnig darüber gefreut.

Euch Beiden sowie allen anderen wünsche ich noch ein schönes Rest-Wochenende.
Ich werde heute abend meine Couch bemühen, mit Hündchen und 2 Katzen.

Liebe Grüße
Teichmuschel



Du kannst dein Leben nicht verlängern - nur vertiefen. Nicht dem Leben mehr Jahre, aber den Jahren mehr Leben geben. Zähle das Leben nicht nach Tagen und Jahren. Zähle die Stunden, da der Engel dich berührte.

lindenblatt
25.02.2007, 00:02
Liebe Miriam, liebe Teichmuschel,

ich schreibe gleich an euch beide - wir haben ja so ziemlich dasselbe Thema "am Wickel".

Dann bist du, Miriam, also eine "halbe" Spanierin? So etwas beeindruckt mich immer.
Vielleicht deshalb, weil ich den größten Teil meines bisherigen Lebens in der damaligen DDR verbracht habe: Da war es schon etwas schwieriger, eine "halbe" Ausländerin zu sein. :lachen: Eher war es möglich, eine "ganze" zu sein, sofern man aus Ländern stammte, die von der DDR unterstützt wurden.
Während ich in Leipzig (an einer eher kleinen Pädagogischen Hochschule) studierte, habe ich eine Zeit lang in einem Studentenwohnheim der Karl-Marx-Uni gewohnt, deren Studentenschaft man schon damals durchaus als international bezeichnen konnte. Eine meiner Kommilitoninnen hatte eine Beziehung mit einem Malinesen (dessen Hautfarbe übrigens zu meinem großen Erstaunen so dunkel war, wie ich es nie für möglich gehalten hätte und es auch bis heute nur ganz selten gesehen habe). Er studierte an der K.-M.-U. Biochemie und erzählte eines Tages, Leipzig sei bereits sein dritter Studienort; zuvor sei er an der Sorbonne in Paris und an der Uni Heidelberg gewesen: :ooooh: ! Das Wort "Heidelberg" kannte ich damals nur aus einem alten Schlager mit dem Titel "Memories of Heidelberg", den ich als 11- oder 12-Jährige wegen seines romantischen Inhalts (zwei werden versehentlich im Heidelberger Schloss eingesperrt und des nächtens verlieben sie sich ineinander) so schön gefunden hatte, und Paris war für mich der Inbegriff des Unerreichbaren schlechthin. (Inzwischen bin ich mit meinem Mann dort gewesen, und es war zu meiner übergroßen Begeisterung genauso wunderbar, wie ich es mir vorgestellt hatte.) Kurzum - und um auf unseren Ausgangspunkt zurückzukommen - ein wirkliches räumliches "Abhauen" hätte sich in verdammt engen Grenzen bewegt. Aber wenn ich zur Zeit meines Studiums nicht schon Mann und Kind gehabt und nicht - genau wie du, Teichmuschel, geschrieben hast - auf diese Weise tatsächlich nahtlos in die nächste (emotionale) Abhängigkeit gerutscht wäre, hätte ich zum Beispiel gut in Leipzig bleiben können, wo ich es sehr schön fand. Denn große räumliche Ferne muss ja nicht unbedingt die Voraussetzung sein, um selbstständig zu werden (obwohl sie sicher ein stark unterstützender Umstand ist - du hast das ja sehr anschaulich beschrieben, Miriam). Weiter schreibst du:
Weisst Du, ich war die meiste Zeit meines Lebens allein (Partnerlos) und nur auf mich selber angewiesen. Bei mir war das Motto daher immer: Entweder Miriam tut's oder keiner tut's. Dies zwang mich desöftern, Aengste zu überwinden.Nach meiner Scheidung war ich ja dann auch allein, mit meiner Tochter zwar, aber ohne Partner. Und da war ich ein einziges hilfloses Etwas - wirklich. Noch heute ist es mir ein Rätsel, wie ich es in dieser ganzen Zeit (und noch viel länger) überhaupt geschafft habe, dem Lehrerberuf ordentlich nachzugehen - mit dieser immensen Angst vor Menschen. Na ja - kaum war ich nach der Schule zu Hause, hab ich mich in meiner Wohnung verkrochen und die einzigen Signale aus der "Außenwelt", die ich dann noch - gezwungenermaßen, wie ich damals meinte - zu mir habe vordringen lassen, waren die Vorwürfe und Kommandos meiner Mutter. Heute bin ich (obwohl mein Mann und ich uns gut verstehen) ausgesprchen gern mal allein und genieße jeden Tag, an dem das hin und wieder möglich ist, und ich weiß genau, ich könnte es, wenn nötig, auch für immer sein. Furchtloses Allein-sein-Können betrachte ich für mich als einen großen Gewinn.

Übrigens, Miriam, hast du denn herausfinden können, woher bei dir die Angst vor Nähe (und demzufolge vor Partnerschaft) gekommen ist?

Teichmuschel, du schreibst:
Also, ich war kein risikobereits Kind. (War nie diejenige die am schnellsten Rollschuh gelaufen ist oder den steilsten Hang mit dem Schlitten runter gefahren ist). Ja, das war ich weiß Gott auch nicht. Besonders risikobereit bin ich auch jetzt nicht, aber eben auch nicht mehr so voller Angst wie früher - ein großer Fortschritt. Hervorgerufen durch eine - ja, so muss ich das wohl nennen - schwere Lebenskrise vor einigen Jahren, in deren Folge ich mich in meinem Denken und Empfinden dermaßen verändert habe, dass ich das mit der Krise und der Chance auf diesem Weg wirklich begriffen habe. Vorher hatte ich das auch eher für einen vielleicht schlauen, aber nicht mich betreffenden Spruch gehalten. Aber geht es dir nicht auch so, dass du diese Erkenntnis (Krise = Chance) für eine ganz wichtige Entdeckung hältst?

Miriam -
Ich hab mal gehört oder gelesen, dass es spezielle Fahrkurse für Fahrängstliche gibt? Vielleicht gibt's ja sowas in Deiner Nähe? - von diesen Fahrschulen habe ich auch gehört (sie heißen "Fahrschule für Angsthasen" :lachen:) und gerade vor ein paar Tagen danach gegoogelt. In Berlin und Umland gibt es sie offenbar nicht, aber ich werde das Jahr 2007 nicht beenden, ohne eine Möglichkeit gefunden zu haben, mich fahrtauglich zu machen bzw. machen zu lassen.
Als Belohnung winkt dann ein Stück Unabhängigkeit! :yeah: Ganz genau!! Ich will also gar nicht unbedingt Auto fahren können, aber ich will die Gewissheit haben, dass ich es selbstständig und angstfrei könnte, sobald ich es wollte oder müsste.

Teichmuschel -
Das mit der Geduld ist so eine Sache. Die habe ich meistens nicht. Ich kann immer nur beten:Lieber Gott gib mir Geduld - aber sofort :):freches grinsen: So geht es mir auch! Und da denke ich mir oft: Angsthasen sollten besser nicht gar so ungeduldig sein! :erleuchtung: :lachen:
Denn, Miriam, du hast vollkommen Recht, wenn du (am Beispiel deiner Flugangst) schreibst, dass das Überwinden von Angst am effektivsten durch Training erreicht werden kann. Das werde ich nun also demnächst in einem Fahrschulauto praktizieren. Und da dürfte Geduld gefragt sein. :niedergeschmettert:

Teichmuschel, so ein Regenbogen ist wirklich etwas Wunderbares! Erlebnisse dieser Art können mir auch einen ganzen Tag schöner machen. Und dir ja auch, Miriam, stimmt´s?

Und nun, ihr zwei Lieben, wünsche ich euch mit euren insgesamt 3 Kätzchen und 1 Hündchen einen obergemütlichen Kuschelsonntag! Lasst es euch richtig gutgehen und

seid lieb gegrüßt von
Linde :kuss:

Mamchen
25.02.2007, 20:13
Hallo Lindenblatt ,Hallo Miriam68
Ja also das ist wirklich kein Scherz .:gegen die wand:
Leider !!!
Also mein Mann und ich waren uns einig das wir das nicht ÜBERHAUPT NICHT wollen aber haben unserer Tochter die Wahl gelassen .
Wir haben mit ihr über unsere Ängste dabei gesprochen und unsere Gefühle offengelegt .Die Entscheidung haben wir ihr überlassen ob sie ihre Mutter sehen will oder nicht (naja mein Mann hat schon zu mir gesagt das er es verbietet wenn sie ja sagt aber sie sollte halt das Gefühl haben das sie entscheiden kann ) Ist zwar irgendwie gemein aber zu ihrem besten !!!
Sie hat sich glücklicherweise dazu entschieden ihr ,,nur,, zu schreiben und sich nicht treffen zu wollen .:yeah:
Damit können wir auch alle leben .
Ich denke das wir nun erstmal alles andere auf uns zu kommen lassen können !:smile:

Das mit der Psychose ist wirklich eine blöde Sache aber sie war auch nie wirklich an Heilung interessiert. ( hat Drogen konsumiert hat immer behauptet sie wäre gesund etc ) nur wenn es nützlich war hat sie das für sich genutzt. ( Hat Frührente beantragt und war damit erfolgreich ) So kann sie sich vorm Unterhalt für die Tochter drücken uns muss nicht arbeiten .) Waren früher schon ihre Aussagen -wenn ich zahlen soll dann mach ich eben auf krank !
Naja soll sie .
Wollen nur hoffen das sie sich mit dem Brief ihrer Tochter zufrieden gibt und nicht doch hier irgendwann einfach auftaucht .
So den Geburtstag haben wir auch gut gemeistert , waren lecker essen und heute waren die Familie und ein paar Freunde da .
Dir liebe Linde soll ich einen lieben Gruß bestellen ,sie hat sich sehr ( gestrahlt wie die Sonne ) über deinen lieben Geburtstagsgruß gefreut .
Euch allen enen restlichen schönen Sonntag und eine schöne Woche.:blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:
Eure Mamchen

lindenblatt
26.02.2007, 00:10
Liebe Mamchen!

Wir haben mit ihr über unsere Ängste dabei gesprochen und unsere Gefühle offengelegt .Die Entscheidung haben wir ihr überlassen ob sie ihre Mutter sehen will oder nicht ( ... ) Sie hat sich glücklicherweise dazu entschieden ihr ,,nur,, zu schreiben und sich nicht treffen zu wollen .:yeah:
Damit können wir auch alle leben .
Ich denke das wir nun erstmal alles andere auf uns zu kommen lassen können !:smile: Ich finde, dass es eine sehr gute Idee war, mit eurer Tochter ganz offen über diese Sache zu sprechen. Sehr oft ist das der beste Weg, einem Kind zu zeigen, dass es ernst genommen wird. Und mit dieser Gewissheit im Herzen treffen Kinder meist ganz erstaunliche, vernünftige Entscheidungen - so wie jetzt eure Tochter.
Und wieder habt ihr gemeinsam eine gute Lösung herbeigeführt - super! :blumengabe:

Auch freue ich mich sehr für euch, dass ihr einen so schönen Tag hattet. Und ganz lieben Dank für den Gruß vom Geburtstagskind!

Mamchen, da kannst du doch nun guten Mutes in die neue Woche starten, stimmt´s? Solltest du mit der Sonne um die Wette strahlen, dann drücke ich dir die Daumen für den Sieg! :Sonne: :lachen:
(Ich würde das ja auch gern mal versuchen, aber für Berlin ist ab morgen schon wieder regnerisches, kühles Wetter vorausgesagt - null Sonne ... :niedergeschmettert: )

Sei lieb gegrüßt und schlaf gut,

Linde

Mamchen
26.02.2007, 00:25
Danke für deine immer sooooo lieben Worte !!! Liebes Lindenblatt :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe: :blumengabe:
Was würd ich nur ohne dich machen ?????:zwinker:
Tja das mit dem Wetter ist hier in good old Hamburg auch nicht anders :heul:
Warte schon sehnsüchtig auf den Frühling damit ich im Garten loslegen kann !!!!:zwinker: Da freu ich mich wirklich drauf.:schild genau:
Ich finde es auch gaaaanz toll wie meine süße reagiert hat .
Sie hat aber auch wirklich lang genug die Spielchen ihrer Mutter mitgemacht :grmpf:
Aber das ist ja auch nicht einfach !!! Es schlagen da immer zwei Herzen in ihrer Brust ! Was ich auch wirklich verstehen kann . Sie sagte das sie angst hat eine chance zu verpassen falls ihre Mom sich wirklich geändert haben sollte .Aber das ist wohl mehr wunschdenken !:knatsch:
Ich würd es ihr sooo sehr wünschen aber ich glaub nicht dran .
Dafür ist der Brief nicht ,,gesund,, genug geschrieben !!!
Naja mal abwarten was noch so kommt, bzw ob überhaupt etwas kommt .
Werd dich auf dem laufenden halten !!!
Mamchen

teichmuschel
26.02.2007, 08:36
Liebe Linde,

ich hoffe schon, irgendwann aus dieser Krise gestärkt hervorzugehen und sei es nur zu wissen, dass ich Schicksalsschläge wie diese meistern kann.
Ich tue mir z. B. unheimlich schwer andere Menschen um Hilfe zu bitten, funktioniert auch bei meiner besten Freundin nur ganz schlecht.
Und wenn ich mal um Hilfe "rufe" kann diesen Ruf eigentlich niemand verstehen. Für mich ist dieser klar forumuliert, aber es muss mich jemand schon verdammt gut kennen, um diesen als solchen zu interpretieren.
Immer bin ich der Meinung, dass ich das selbst meistern kann, auch wenn alles über mir zusammenbricht. Ich will einfach nicht auf die Hilfe anderer angewiesen sein. Andererseits bin ich ja hier in diesem Forum gelandet und hole mir Hilfe, da ich eingesehen habe, dass ich alleine aus dieser Situation nicht herauskomme und ich den Zuspruch anderer bzw. wie diese fühlen brauche.
Für mich ist es äußerst schwierig so richtig meine Gefühle und Wünsche zu äußern.
Ich habe in jungen Jahren häufig die Arbeitsstelle gewechselt, mir immer wieder neue Herausforderungen gesucht. Dies ist nun 1. nicht mehr möglich, da wir selbständig sind und 2. spricht mein Alter mittlerweile dagegen. Nun bin ich auf der Suche was mich wirklich zufrieden und glücklich macht. Wenn ich hier fündig werde bin ich ein ganzes Stück weiter. Es müssen nicht die großen Dinge sein, aber ich weiß auch momentan noch nicht wo die kleinen Dinge sind.

Mit der "räumlichen" Trennung hast Du schon recht. Hier zählen nicht unbedingt die km. Aber bei mir wäre es gut gewesen, wenn ich in jungen Jahren mal in die weite Welt gekommen wäre. Der Tod meiner Mutter wäre dann genauso "schlimm" gewesen, aber vielleicht wären diese "Verlassenheitsgefühle" nicht so übermächtig. Wer weiß ?

Du merkst liebe Linde, so wirr und durcheinander wie ich manchmal schreibe so wirr und durcheinander ist z. Zt. mein Innerstes.

Ich wünsche Dir eine schöne Woche und uns allen einen baldigen Frühlingsanfang
Teichmuschel

lindenblatt
26.02.2007, 15:01
Liebe Teichmuschel!

ich hoffe schon, irgendwann aus dieser Krise gestärkt hervorzugehen und sei es nur zu wissen, dass ich Schicksalsschläge wie diese meistern kann.Das kann ich nur zu gut verstehen, ich hab das für mich auch feststellen müssen und schließlich können. Und ich finde, dass diese Erkenntnis wie ein kostbarer Schatz ist, den man aus dem tiefen Meer der eigenen Seele gehoben hat.

Ich tue mir z. B. unheimlich schwer andere Menschen um Hilfe zu bitten, funktioniert auch bei meiner besten Freundin nur ganz schlecht. Das geht mir auch so, auch heute noch. Es hat bei mir damit zu tun, dass ich von meiner Mutter wohl viel Hilfe bekommen habe, die aber eine Art von Hilfe war - immer vorwurfsvoll und demütigend -, die mich jedes einzelne Mal als völlige Versagerin hat dastehen lassen. Daraufhin hab ich mich für viele Jahre auch so gefühlt. Und, wie gesagt, bis heute hängt mir das an.
Schwer um Hilfe bitten können hat aber auch einen Vorteil: Man macht zwangsläufig vieles selbst. Wirklich gut ist es trotzdem nicht, man überfordert sich dadurch oft, so wie du es auch geschrieben hast.

Andererseits bin ich ja hier in diesem Forum gelandet und hole mir Hilfe, da ich eingesehen habe, dass ich alleine aus dieser Situation nicht herauskomme und ich den Zuspruch anderer bzw. wie diese fühlen brauche.Und das hast du auch ganz richtig gemacht! Wobei mir da gleich noch ein Grund einfällt, warum die Bitte um Hilfe oft so schwerfällt: Vielleicht scheuen wir die Nähe, die sich aus erhaltener Hilfe oft ergibt. Die Nähe zu den Helfern meine ich. Es ist ja nicht auszuschließen, dass der Helfende die Erwartung an uns richtet, in Kontakt zu bleiben. Es könnten Anrufe kommen, Einladungen ausgesprochen werden oder sonst irgendwelche Formen einer zwischenmenschlichen Beziehung gewünscht werden. Und so könnte es eine gewisse generelle Scheu vor anderen Menschen, vor Beziehungen mit ihnen, vor Erwartungen von ihnen usw. sein, die da auch noch dahintersteckt. Die Scheu, jemandem unter Umständen sagen zu müssen: Danke, dass du mir geholfen hast, aber mehr will ich nicht von dir. Das wäre legitim, denn nicht aus jeder Hilfe muss gleich eine hautnahe Freundschaft fürs Leben hervorgehen. Aber das zu sagen ist schwer, wenn man Scheu vor anderen Menschen hat. Das werde ich mir für mich auch mal durch den Kopf gehen lassen.

Nun bin ich auf der Suche was mich wirklich zufrieden und glücklich macht. Wenn ich hier fündig werde bin ich ein ganzes Stück weiter. Es müssen nicht die großen Dinge sein, aber ich weiß auch momentan noch nicht wo die kleinen Dinge sind.Liebe Teichmuschel, man kann hier tatsächlich Freude und sogar Glücksmomente erleben. So ist das bei mir mit diesem Strang hier. Der ist für mich wie eine Insel im Alltagsbrei, eine Zufluchtsstätte, sozusagen. Hier mit anderen Menschen Gedanken über interessante Themen auszutauschen, Gefühle kennenzulernen und die eigenen zu formulieren, Beistand zu finden und zu geben - das ist wirklich etwas sehr Schönes. Aber wir sollten bedenken: Das reale Leben ist es nicht, dort ist es schwerer, das Glück zu finden. Das sollte man nicht aus den Augen verlieren.

Mit der "räumlichen" Trennung hast Du schon recht. Hier zählen nicht unbedingt die km. Aber bei mir wäre es gut gewesen, wenn ich in jungen Jahren mal in die weite Welt gekommen wäre. Der Tod meiner Mutter wäre dann genauso "schlimm" gewesen, aber vielleicht wären diese "Verlassenheitsgefühle" nicht so übermächtig. Ja, in die weite Welt hinaus zu ziehen - um vielleicht ein Hans im Glück zu werden - , das hätte mir auch sehr, sehr gutgetan. Man hätte wenigstens herausfinden können, wie man eigenständig nach dem Glück suchen kann, und das wäre fürs Leben schon "die halbe Miete" gewesen. Aber es war nicht so: Suchen wir unser Glück also JETZT, liebe Teichmuschel, in dem, was wir haben, was uns geblieben ist!!

Du merkst liebe Linde, so wirr und durcheinander wie ich manchmal schreibe so wirr und durcheinander ist z. Zt. mein Innerstes.Du hast das überhaupt nicht wirr und durcheinander geschrieben! Und vielleicht siehst du ja auch dein Innerstes wirrer, als es wirklich ist? Das ist, wenn man durch ein Tal geht, nicht verwunderlich. Wichtig ist nur, dass man weiß: Der Weg auf den nächsten sonnenbeschienenen Berg ist noch da und wird es immer sein - im Moment fallen nur die Schatten der Felswände, zwischen denen wir durch das Tal gehen müssen, darauf... :wangenkuss:

Ja, liebe Teichmuschel, den Frühling sehne ich auch herbei - inständig! Aber bald ist er da, und dann sollst du mal sehen, wie er die Schatten vertreibt, den letzten Schnee fortwischt und neue Wege sichtbar macht! Da kann es dann sogar Spaß machen, noch ein bisschen durch das Tal zu spazieren, noch ein wenig Kraft zu schöpfen, bevor man sich an den Aufsteig macht!

Übrigens: Eine BriComm-Schreiberin, der ich manchmal im "Gedicht-desTages"-Strang begegne, hat eine schöne Signatur: "Mitten im Winter habe ich erfahren, dass es einen unbesiegbaren Sommer in mir gibt" (Camus). Wunderbar, nicht wahr?

Alles Liebe,
Linde :kuss:

Miriam68
26.02.2007, 20:57
Hallo Ihr Lieben

Hab momentan beruflich und privat recht viel um die Ohren und leider nicht so viel Zeit, um richtig gut auf Eure Beiträge einzugehen. Wenn die Fasnacht durch ist (das ist in meiner Wohngegend erst am Mittwoch der Fall), bessert's wieder, versprochen! :blumengabe:

ich wünsche Euch allen einen guten Wochenstart!

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
26.02.2007, 23:39
Liebe Miriam,

danke fürs Bescheidsagen! :blumengabe:

Was passiert bei euch in der Fasnacht?

Immer schön eins nach dem andern (und vor allem: nicht zu viel arbeiten!), du weißt ja, wir sind immer hier. :smile:


Bis bald und alles Liebe,

Linde

Mamchen
27.02.2007, 02:18
Hallo ihr
so meine Tochter hat nun ihren Brief fertig und ich war/bin echt von den Socken was sie so geschrieben hat . :ooooh:
Sie schreibt ihrer Mutter ua. das sie mit 13 j zu alt ist um käuflich zu sein (100 Eur ) . Wau !
Mein Mann hat auch einen kleinen Brief an sie mit beigelegt und die beiden Briefe heute inkl. der 100 Eur.an sie abgeschickt .
Bin ja echt gespannt ob und wenn ja was denn da zurück kommt .
Hoffe ja das es respektiert wird das unsere Tochter nicht will !
Na warten wir mal ab .
Lieben Gruß an euch :blumengabe:
Mamchen

lindenblatt
27.02.2007, 02:57
Liebe Mamchen,

ja - wirklich erstaunlich, was eure Tochter da geschrieben hat!! Manchmal beneide ich Kinder um ihre ganz ureigenen, unverfälschten Gedanken und Gefühle. Kinder sagen rundheraus und unbekümmert, was sie denken und fühlen - wenn man sie lässt. Und ihr lasst sie - das ist wunderbar! :blumengabe:

Was mich interessieren würde: Wie hat sich eure Tochter gefühlt, als der Brief abgeschickt war? Hast du dazu eine Aussage von ihr, oder hast du ihr eine bestimmte Befindlichkeit angemerkt?

Und nun wollen wir hoffen, dass die lebliche Mutter das Anliegen ihres Kindes respektiert, ich wünsche es euch!


Lieben Gruß und einen schönen Dienstag!

Linde

teichmuschel
27.02.2007, 08:31
Guten Morgen liebe Linde,

ich habe mir nochmals das mit dem um Hilfe bitten durch den Kopf gehen lassen. Es ist bei mir so, dass ich gerne immer eine "ausgeglichene Bilanz" hätte. Wobei es mir viel leichter fällt jemanden etwas zu geben als zu nehmen. Ich habe beim Nehmen immer das Gefühl in der "Schuld" zu stehen und z. B., wenn mich dann diese Person ebenfalls um einen Gefallen bittet nicht nein sagen zu können. Nicht weil ich nicht will, sondern weil ich zu diesem Zeitpunkt vielleicht keine Zeit habe. Also würde ich alles daran setzen diese Bilanz wieder auszugleichen, auch wenn ich mich selbst damit enorm unter Druck setzen würde. Und das ist mir das ganze nicht wert.
Ich hatte schon mit meinem Therapeuten darüber gesprochen und er meinte ich müsste da mal meinen Stolz beiseite legen.
Na ja, ich weiß nicht.
Außerdem meinte er dann ich wäre doch auch zu ihm gekommen, um Hilfe für meine Probleme zu holen. Und da rutsche mir dann so ganz spontan heraus:
Ja schon, aber sie betreiben das als Dienstleistung. Sie bekommen Kohle von mir, damit sie sich alles anhören. (Er hat da schon ein wenig komisch geguckt). Wobei ich mich bei ihm wirklich sehr gut aufgehoben fühle.
Wäre er ein Freund von mir würde ich ihn nach seinem Feierarbend bestimmt nicht vollquatschen. Da würde ich denken, er hört sich schon den ganzen Tag so viel Sch... an, da will er am Abend bestimmt seine Ruhe.
Eine Bekannte mit der ich gestern telefonierte fragte mich jedoch, ob ich schon einmal darüber nachgedacht hätte, dass es anderen vielleicht einfach Freude machen würde, wenn ich sie mal um einen Gefallen, Gespräch oder Hilfe bitte. (Sollte ich mal drüber nachdenken !!)
Diese Bekannte (fast schon Freundin) ist Trauerbegleiterin (bei Eltern deren Kindern todkrank sind). Sie betreut diese Eltern vor dem Tod der Kinder und lange Zeit hinterher. Ich habe allergrößten Respekt vor ihr.
Wenn ich mit ihr rede (hier haben wir es schon - meistens ruft sie mich an - ich melde mich nur bei ihr wenn es mir gut geht) kann sie immer so schön nach meiner Mutter fragen und Erinnerungen in mir wecken, die ich sonst ganz verzweifelt versuche zu finden.
Ich bin dann gestern abend ins Bett und musste ne' Stunde lang erst einmal weinen. Aber ich habe festgestellt, das Weinen hat sich verändert. Es ist nicht mehr so verzweifelt, zerreißend und alles umschlingend. Es war mehr ein "trauriges" Weinen. Das betrachte ich für mich als einen großen Fortschritt in der Verarbeitung der Trauer um meine Mutter.

So, nun ist es wieder fürchterlich lang geworden.

Alles liebe und einen schönen Tag wünscht Dir liebe Linde und allen anderen
Teichmuschel

lindenblatt
27.02.2007, 10:42
Hallo, liebeTeichmuschel, guten Morgen,

zuerst kurz etwas zum Ende deiner Nachricht:
So, nun ist es wieder fürchterlich lang geworden.:lachen: Oje, Teichmuschel, da hab ich bei meinen Geschreibseln noch ganz andere Längen drauf ... :freches grinsen: Soll heißen: Um meinetwillen brauchst du dir da überhaupt keine Gedanken zu machen! :smile:

Aber nun der Reihe nach: Was du über das Motiv deines Nicht-um-Hilfe-bitten-Könnens schreibst, trifft auf mich auch zu. Das gehört mit in die "Rubrik": Angst vor dem eventuellen Ablehnen(müssen) von Erwartungen, die der "Helfer" ggf. an uns haben könnte. Genau wie du schreibst: nicht aus geringerer Hilfsbereitschaft. Aber aus der Sorge heraus, unter Umständen auch mal jemanden enttäuschen zu müssen. So wie das auch mit dem Ablehnen von Freundschaftsangeboten wäre.
Mit "Stolz" hat das, finde ich, gerade nichts zu tun. Eher mit dem Gegenteil. Stolz ist meiner Meinung nach ja nur ein anderes Wort für ein ausgeprägtes Selbstbewustsein, mit dem jemand konsequent seine Persönlichkeit wahrt. Das scheint mir aber nicht der Grund für unsere Besorgnis, Erwartungen ggf. enttäuschen zu müssen, zu sein. Sondern, ganz einfach eigentlich: Wir fürchten a) uns nicht behaupten zu können: Man könnte versuchen, uns trotz unseres "Nein" zu überreden, und damit Erfolg haben -> wir würden uns also abstrampeln, die Erwartung wie gewünscht zu erfüllen. Und zwar, weil wir b) um einen möglichen Verlust an Zuneigung füchten. Könnten wir das (hin und wieder) in Kauf nehmen, bräuchten wir uns diese Sorgen nicht zu machen: Dann würden wir eine Erwartung eben auch mal ablehnen, obwohl uns der Mensch, der sie an uns richtet, vielleicht auch schon mal geholfen hat.

Ich denke wirklich, liebe Teichmuschel, dass hinter all den Vermutungen zu der Frage "Warum Hilfe nicht erbitten/annehmen können?" die Furcht vor dem Verlust an Zuneigung steckt (sozusagen als tiefste und letzte Wahrheit).
Bei mir hätte das seine Ursache darin, dass ich mit dem Grundsatz "Zuneigung, wenn überhaupt, nur als Belohnung für erfüllte Erwartungen" aufgewachsen bin. Und den hat auch meine lange Therapie nicht restlos ausmerzen können. Obwohl ich mich schon "gebssert" habe, ich kann eine zu meinen "Ungunsten" "unausgeglichene Hilfebilanz", wenn sie denn mal sein muss, besser in Kauf nehmen als früher. Aber insgesamt gibt es mit dem Drang, Erwartungen von Anderen möglichst nicht unerfüllt zu lassen (d. h. also: mit dem gelegentlichen Neinsagen), schon noch Probleme bei mir. (Das Hilfe-Thema steht da ja eigentlich nur stellvertretend für Erwartungen aller möglichen Art.)

An dem Rat deiner Bekannten ist etwas dran. Ich habe dazu "umgekehrte" Erfahrungen: Eine Freundin von uns scheint das Problem, nicht um Hilfe bitten zu können, auch zu haben. Ich hätte ihr schon machmal helfen können und habe es ihr angeboten, aber sie wollte nicht (obwohl sie weiß, dass ich sie hinterher mit absolut nichts bedrängen würde). Ich hätte ihr mit etwas helfen können, was mir sehr viel leichter fällt als ihr und mir sogar Spaß macht. Aber sie will das eben nicht. Und da dachte ich: Ihr geht es wohl auch so. Denn zu anderen potenziellen Helfern in unserem Freundeskreis verhält sie sich genauso.

Du schreibst, deine Bekannte ist Trauerbegleiterin: Es ist schön, Teichmuschel, dass du mit ihr eine warmherzige "Fachfrau" in der Nähe hast. Und ich freue mich sehr mit dir darüber, dass dein Weinen um deine Mutter ein wenig seinen Schrecken zu verlieren beginnt - dass es vielleicht sogar anfängt, befreiende Wirkungen zu haben. Ich wünsche dir von Herzen, dass es so sein möge!

Hab auch du einen angenehmen Tag, liebe Teichmuschel, und sei sehr herzlich gegrüßt von

Linde


P.S.: Nun kannst du sehen, wie lang meine Nachricht wieder geworden ist. Ich kenne das schon von mir: Kann mich einfach schlecht kurz fassen ... :lachen:

teichmuschel
27.02.2007, 16:33
Liebe Linde,

zunächst einmal die wichtigste Frage. Wie krieg ich das mit dem Zitat (und farbig hinterlegt) hin? Danke.

Angst vor dem Verlust von Zuneigung habe ich eigentlich nicht. Ich habe einen sehr kleinen engen Freundeskreis und den schon seit Ewigkeiten und einen etwas größeren Bekanntenkreis.
Das Gefühl unbedingt "gemocht" zu werden hatte ich früher mal. Aber heute denke ich: "Wenn mich jemand nicht mag, dann mag er mich eben nicht. Und ich werde einen Teufel tun ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Das ist mir dann einfach nicht wichtig, denn ich weiß, dass die Menschen mich mögen auf die ich Wert lege.
In die Situation NEIN zu sagen werde ich wohl diesen Sommer kommen. Wir haben vor etlichen Jahren einen neuen Nachbarn bekommen. Dieser hat dann (als angebliche Nachbarschaftshilfe) einfach unseren Rasen gemäht (obwohl ich das nicht wollte) und Laub beseite geräumt usw. Ich hab ihm mehrfach gesagt, er solle dies nicht tun, aber er dann immer in seiner loyalen Art: Ach lass mal ich mach das gerne . Dann fing es an, dass er für 3 Wochen im Sommer in Urlaub fuhr und wir seinen Schäferhund versorgten und mit ihm spazieren gingen. (Macht man ja dann, weil er schließlich ja auch unseren Rasen mäht). Letztes Jahre gipfelte es darin, dass der Nachbar 6 Wochen in Urlaub gefahren ist. (1 Tag vor der Abreise hat er uns gesagt, dass er dann wegfährt). Und falls wir in den 6 Wochen mal nicht hier wären sollten wir halt in der Nachbarschaft fragen wer sich um den Hund kümmern kann. Einfach eine Unverschämtheit !! Hab ich damals aber nicht gesagt. Hinzu kommt, dass ich nach dem Tod meiner Mutter einfach nicht in der Lage war auch noch einen fremden Hund mit zu versorgen.
Dieses Jahr werde ich ihm sagen - egal wann er damit ankommt - dass ich mich höchstens 2 Wochen um den Hund kümmern werde, für die restl. Zeit soll er jemanden anderen beauftragen.
Das ist diese Sch...ß Abhängigkeit die ich meine. Ich werde in etwas gedrängt was ich nicht will. Und anstatt von vornherein ein klares "NEIN" zu sagen lässt man es geschehen, da man ja ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis möchte. Ich wollte seine Hilfe - die ja alles andere als uneigennützig war - nie !! Ich wußte genau, dass der Schuss nach hinten losgeht. (Irgendwie muss ich mich immer aufregen, wenn ich darüber nachdenke).
Und solche Erfahrungen macht man ja häufiger. Und deswegen ist es mir immer recht wenn ich alleine klarkomme.
Dass ich nicht bei meinen Freunden um Hilfe bitten kann - daran sollte ich arbeiten. Ist ja auch ein Vertrauensbeweis und ich weiß, dass hier nie gegenseitige Abrechnungen stattfinden.

Nun hatte ich heute noch ein anderes Erlebnis. War bei einem Arzt mit Akupunktur-Erfahrung, da ich sehr unter Verspannung im Halsbereich leide und diese auch durch Massagen bisher nicht besser wurden. Ich schilderte ihm also mein Leiden und auch, dass dieses mit dem Tod meiner Mutter zusammenhängt. Darauf hin fragte er mich, ob denn die Trauer um meine Mutter über eine normale Trauer hinausgehe ???????
Meine Antwort: Bitte definieren Sie mir den Ausdruck "normale" Trauer.
Daraufhin Schweigen und das wars. Warum sind die Menschen nur so gedankenlos?

So, das musste ich nun loswerden.

Einen wunderschönen Abend und eine liebevolle Umarmung
Birgit

lindenblatt
28.02.2007, 00:20
Liebe Teichmuschel,

das mit dem Zitieren auf farbigem Hintergrund geht so: Du klickst rechts unten am Rand des Beitrags, auf den du antworten möchtest, auf "Zitieren". Daraufhin öffnet sich das Schreibfenster, wie du es ja schon kennst. Das betreffende Posting ist sichtbar. Wenn du daraus jetzt eine Textpassage zitieren willst, dann markierst du sie zuerst. Anschließend klickst du oben in der Symbolleiste des Fensters (unter der "Titel"-Zeile) auf das Symbol ganz rechts, das wie ein kleines beschriebens Blatt Papier (ohne den "Briefumschlag") aussieht. (Noch ein Hinweis zum besseres Finden: Es ist das Symbol unter den beiden nach rechts bzw. nach links geneigten roten Pfeilen. Der nach rechts gebogene Pfeil zeigt genau darauf.) Dieses "Blatt Papier" erzeugt, nach dem Draufklicken, das eingerahmte, farbig unterlegte Zitat. Das erkennst du daran, dass jetzt am Anfang der zu zitierenden Textpassage das eingeklammerte Wort Quote zu sehen ist, ebenso am Ende des Zitats, nur hier noch mit einem Schrägstrich. Und das war´s schon. Du kannst jetzt noch innerhalb des fertigen Zitats alle möglichen Funktionen aus der Symbolleiste anwenden: Unterstrich, Fettdruck, Schriftfarbe usw., so wie du es aus deinem Textverarbeitungsprogramm kennst.

Ach ja, noch etwas: Wenn sich das Schreibfenster geöffnet hat, erscheint also der ganze Beitrag, auf den du antworten möchtest. Und der ist sozusagen schon vorzitiert: Das erkennst du ganz oben links, am Anfang des Beitrags an dem eingeklammerten Wort "Quote" mit = und dem Nick des Schreibers und ganz am Ende wieder an dem "Klammer, Schrägstrich,`Quote´, Klammer". Und wenn du nun aus der Mitte des Beitrags zitieren willst, machst du es wie oben beschrieben, kannst dann aber die am Anfang schon vorhandene Zitatkennzeichnung - Beispiel: [QUOTE=lindenblatt] - gleich nutzen. Dazu entfernst du allen überflüssigen Text und ziehst die zu zitierende Stelle bis ganz nach oben. Du musst dann nur darauf achten, dass am Ende des Zitats wieder das eingeklammerte "Quote mit dem Schrägstrich" erscheint. Auweia, hoffentlich habe ich dich jetzt nicht völlig verwirrt!?? :wie?:
Zum Schluss auf "Vorschau" klicken, damit du sehen kannst, welche überflüssigen Teile aus dem Ursprungsbeitrag du noch entfernen musst, damit am Ende nur dein geschriebener Text und das Zitat im Strang sichtbar sind.

Am besten, du versuchst es einfach, und dann kommst du fast zwangsläufig darauf, was du als Nächstes tun musst. Ich bin ein ausgesprochener PC-Depp und habe das Zitieren zu meinem größten Erstaunen nach einigen Versuchen in den Griff bekommen. Ansonsten frag mich einfach noch mal, vielleicht kann ich dir dann noch einen Hinweis geben (und so tun, als hätte ich den Megadurchblick ... :krone auf: :lachen: ).

Auf alles Andere, was du geschrieben hast, antworte ich dir gesondert. Spätestens morgen Abend - versprochen! :blumengabe:

Und nun schlaf erst mal schön, Teichmuschel, und starte morgen früh frohen Mutes in den neuen Tag! :wangenkuss:

Lieb grüßt dich
Linde

Muschelhaus
28.02.2007, 08:18
Guten Morgen ihr Lieben,

ich lese die ganze Zeit eure wunderbaren Beiträge mit, mir fehlt
aber die Kraft, näher darauf einzugehen.
Seit letzten Donnerstag hat mich mit voller Wucht die Grippe gepackt, zunächst mit Halsschmerzen und Stimme ging weg, dann kam Fieber und Gliederschmerzen und heftiger Hustem der sich nicht wirklich lösen will hinzu. Habe das ganze Wochenende nur im Bett bzw. auf der Couch verbracht und bin seit Montag krankgeschrieben. allmählich wird es ein wenig besser.
Meine große Neujahrsangst um meinen Vater ist geblieben, seine Seele leidet, stirbt scheinbar jeden Tag ein bißchen mehr. Wir telefonieren jeden Tag, aber sehen uns z.zt. nicht, mein Vater hat schon immer große Angst vor Krankheiten und nun will er sich nicht anstecken, weil er dann niemanden hat, der ihm hilft, meine Hilfe will er nicht annehmen, und weil er dann nicht mehr zum Friedhof gehen kann.

Eine Entscheidung treffen, NEIN sagen, das muß ich in meiner Herzensangelegenheit und es ist sooo schwer, ich habe das Gefühl, ich schaffe es nicht - und die Angst vor dem ALLEINE-SEIN ist ein ganz schlechter Ratgeber.

So, nun wünsche ich uns allen einen schönen Tag, trotz unserer Ängste und Traurigkeit in unseren Herzen.

Alles Liebe Muschelhaus

teichmuschel
28.02.2007, 16:05
Liebe Linde,

vielen Dank für die Nachhilfe. Kaum spricht frau drüber - schon klappts!:yeah:
,
markierst du sie zuerst.

Teichmuschel

lindenblatt
28.02.2007, 20:29
Lebe Muschelhaus,

ich mache jetzt erst mal einen Krankenbesuch bei dir, bringe dir ein Blümchen mit und wünsche dir baldige gute Besserung! :blumengabe:

Aber es geht dir ja nicht nur körperlich nicht gut. Auch seelisch, wie es aussieht, nicht wahr? Das ist so schade, denn im Januar klangst du noch so zuversichtlich! Ich nehme dich in Gedanken in den Arm, denn ich glaube, das kannst du brauchen ... :wangenkuss:

Deine Sorge um deinen Vater kann ich sehr gut verstehen. Aber, liebe Muschelhaus, ein wenig innere Abgrenzung scheint Not zu tun. Natürlich ist es dir ein Bedürfnis, deinem Vater zu helfen, das soll auch so sein. Nur: Du hast deine Mutter ebenso verloren wie dein Vater seine Frau, und wenn du seine Trauer so intensiv mitträgst und sie dir zusätzlich zu deiner eigenen aufbürdest, dann ergibt das eine allzu schwere Last. Das befürchte ich jedenfalls! Biete ihm doch, wenn du wieder gesund bist, an, einmal etwas Schönes gemeinsam zu unternehmen. Ganz bewusst und gezielt ausgewählt: etwas, das ihm Freude machen könnte. Und dir ebenso. Und vielleicht solltet ihr, falls eine solche Unternehmung zustande kommt, versuchen, wieder einmal zusammen zu lachen. So könnte ein Erlebnis daraus werden, das seine Verzweiflung für einige Stunden unterbricht. Natürlich ginge es nicht etwa darum, eure Trauer "abzuschalten". Aber vielleicht könnt ihr dem dunklen Gefühl der Trauer - so paradox das klingen mag - einen Farbtupfer geben. Vielleicht gelingt es euch, in dem abgrundtiefen Meer der Traurigkeit eine kleine Insel zu finden, auf der ihr gemeinsam für ein paar Stunden verweilen, ausruhen und euch die Gewissheit verschaffen könnt: Trauer ist schlimme und sie ist notwendig - aber sie ist nicht sein und euer ganzes Leben.

Und, liebe Muschelhaus, sollte dein Vater das nicht wollen, dann nimm nicht den Kampf gegen die Windmühlenflügel seiner Resignation auf. Das kannst du nicht leisten, ohne deine eigene Perspektive auf seelische "Heilung" aufzugeben. Denn diese Perspektive brauchst du!

Zuletzt schreibst du:
Eine Entscheidung treffen, NEIN sagen, das muß ich in meiner Herzensangelegenheit und es ist sooo schwer, ich habe das Gefühl, ich schaffe es nicht - und die Angst vor dem ALLEINE-SEIN ist ein ganz schlechter Ratgeber. Mit dem unterstrichenen Satz hast du vollkommen Recht, das ist auch eine meiner bisher wichtigsten Erfahrungen. Aber was ist das für eine Herzensangelegenheit? Wenn du uns davon erzählen magst - dann tue es ruhig, vielleicht können wir dir ein wenig Unterstützung geben.


Nochmals beste Genesungswünsche für dich - und zwar für Leib und Seele :Sonne: - und ganz liebe Grüße,

Linde

lindenblatt
28.02.2007, 21:49
Liebe Teichmuschel!

Kaum spricht frau drüber - schon klappts! Siehste! Dann waren meine Erklärungen doch nicht so verworren wie befürchtet, das freut mich. :lachen:

In deiner vorigen Nachricht beschreibst du die Situation mit deinem Nachbarn, seiner unaufgeforderten Dienstleistung und seiner Erwartung der Hundebeaufsichtigung. Ja, das ist ein klassisches Beispiel - lehrbuchreif, geradezu! - zum Thema Nein sagen.
Du schreibst:
Und anstatt von vornherein ein klares "NEIN" zu sagen lässt man es geschehen, da man ja ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis möchte.Das ist es schon, was ich meine, wenn ich als Grund für das Nicht-nein-sagen-Können die Sorge um den Verlust von Zuneigung vermute. Ich hätte mich in dieser Situation höchstwahrscheinlich auch erst mal so verhalten wie du. Anstatt in Kauf zu nehmen, dass das nachbarschaftliche Verhältnis dann eben nicht gut ist, hätte ich auch gute Miene zum bösen Spiel gemacht. Ebenso wie du: auch nicht unbegrenzt, aber viel zu lange. Das Wort "Zuneigung" trifft hier nicht ganz zu, höchstens im weitesten Sinne. Die Formulierung "sich nicht unbeliebt machen wollen" (indem man vermeidet, für nicht hilfsbereit gehalten zu werden) trifft es eher. Und es ist sehr gut, dass du deinem Nachbarn diesmal eine klare Ansage machen willst.

Zu meiner "Ehrenrettung" ( :lachen: ) kann ich sagen, dass es mich bei Fremden (!) kaum noch kümmert, was sie von mir denken. Vor einiger Zeit musste meine betagte Schwiegermutter, die in einer anderen Stadt allein lebt, ins Krankenhaus. Da ich zu diesem Zeitpunkt mehr Zeit hatte als mein Mann, habe ich mich in den Zug gesetzt und bin hingefahren, um ihr bei den nötigen Vorbereitungen zu helfen und sie hinzubringen. Im Krankenhaus angekommen, stellten wir fest, dass die behandelnde Ärztin vergessen hatte, meiner Schwiegermutter die Einweisung auszuhändigen. Daraufhin wollte man ihr die Aufnahme verweigern. Sie hatte aber starke Schmerzen und musste operiert werden. Und da habe ich dann in wirklich harten Auseinandersetzungen mit dem zuständigen Oberarzt dafür gesorgt, dass sie auch ohne den Schein bleiben konnte. Meine Schweigermutter sagte anschließend zu mir: "Nur gut, dass du so resolut bist!" Da habe ich geguckt wie ein Auto, denn wenn ich in meinem Leben eines NICHT war, dann - resolut. Da ist mir dann erst mal selbst bewusst geworden, wie ich AUCH sein kann. Und diese Erfahrung hat mich gleich für ein paar weitere Gelegenheiten, bei denen Durchsetzungsvermögen gefragt war, mit dem nötigen Mut ausgestattet.

Schwerer fällt mir das im Familienkreis. Da kennt man mich von jeher als "die ganz Liebe". Es ist schon so, dass ich sehr "lieb" sein kann und es auch wirklich gerne bin, wenn es angebracht ist. Aber dass ich eben auch anders sein kann, das ist in meiner Familie bisher noch nicht so richtig zur Geltung gekommen. Dass ich nicht mehr, wie früher, die Doofe bin, mit der man alles machen und die man ohne Zögern um alles bitten kann, das haben sie nun auch schon gemerkt. Aber dass ich mich richtig heftig auseinandersetzen kann, das ahnen sie bestenfalls. Nur mein Mann - der weiß das inzwischen ... :freches grinsen:
Und - sieh mal an - er akzeptiert es auch. (Zwar nicht sofort, aber so nach und nach hat er es gecheckt.) Und das Beste ist: Seit ich ihm gegenüber, wenn nötig, meine Bedürfnisse behaupte, geht er ganz anders mit mir um - mit vollem Respekt. Daran hat es früher nämlich ein wenig gehapert, aber schuld daran war ich selbst. Das ist nun nicht mehr so, und das rechne ich mir wirklich als persönliche Leistung an. :krone auf:

Du schreibst über dein Erlebnis mit dem Heilpraktiker:
Darauf hin fragte er mich, ob denn die Trauer um meine Mutter über eine normale Trauer hinausgehe ???????
Ich kann mir da bei ihm folgende Überlegung vorstellen: Vielleicht vermutet er, dass deine Verspannungen mit deinem derzeitigen seelischen Zustand zusammenhängen. Das heißt: Möglicherweise geht er davon aus, dass deine Trauer sich in körperlichen Beschwerden zu äußern beginnt, so dass er dir sagen wollte, dass du das für dich als eine Art "Alarmsignal" sehen sollst. Sollte das seine "Botschaft" gewesen sein, hat er sie in äußerst taktloser Form ausgesprochen.
Meine Vermutung, dass er das gemeint haben könnte, ergibt sich aus einem Fall, den ich aus meiner Verwandtschaft kenne: Meine zuvor stets kerngesunde Tante hatte ihren Mann verloren. Nach einiger Zeit bekam sie solche Rückenschmerzen, dass sie sich kaum noch bewegen konnte. Es folgten ergebnislose Arztbesuche und schließlich auch eine Konsultation bei einer Heilpraktikerin, die zugleich Psychologin war. Zuerst hat sie den Rücken behandelt - wieder ohne Erfolg. Aber dann hat sie sich psychologisch der Trauer meiner Tante angenommen, die Rückenbehandlung lief parallel dazu weiter. Erst da trat Besserung ein! Meine Tante hatte durch diese psychologische Trauerbegleitung eine solche Entlastung erfahren, dass sich das auch gleich körperlich ausgewirkt hat. Diese Geschichte ist mir beim Lesen deines Erlebnisses eingefallen.

Nachdem ich mir eben mal mein bisher Geschriebenes angesehen habe, kann ich nur sagen: :schild ...uups: - lang, länger, am längsten! :ooooh: Hoffentlich habe ich dich nicht zugetextet!!? :niedergeschmettert: :blumengabe:


Jetzt wünsche ich dir noch einen schönen Abend, liebe Teichmuschel, und grüße dich sehr herzlich! :smile:

Linde

Miriam68
01.03.2007, 16:27
Hallo Ihr Lieben

Ich bin wieder da! :yeah:

Muschelhaus:
Erstmal wünsche ich Dir gute, gute Besserung. Pass auf Dich auf, so gut es geht!

Ich glaube, manchmal sind Krankheiten kein Zufall. So hat Dich Deine Grippe auf die Couch gezwungen, Dich dazu gebracht, innezuhalten. Wie damals mein Hexenschuss auch.

Ich finde Lindenblatts Vorschlag, mit dem Vater was zu unternehmen, wenn Du wieder gesund bist, übrigens gut - so weisst Du, dass Du was für ihn tust, wenn Du wieder kannst, und brauchst Dir kein Gewissen zu machen, und er hat was zum sich drauf freuen.


Angst vor dem ALLEINE-SEIN ist ein ganz schlechter Ratgeber.


So ist es.
Hat diese Angst mit Deinem Vater zu tun oder mit einer anderen Baustelle in Deinem Leben? (Wenn ich das überhaupt fragen darf - brauchst nur zu antworten, wenn Du wirklich magst).


Teichmuschel:

Zum Glück kannst Du jetzt so richtig "traurig" weinen - ich kenn diese Entwicklung auch


Dass ich nicht bei meinen Freunden um Hilfe bitten kann - daran sollte ich arbeiten. Ist ja auch ein Vertrauensbeweis und ich weiß, dass hier nie gegenseitige Abrechnungen stattfinden.


Das solltest Du umbedingt tun!
Von wegen "Abrechnung": Hilfe gibt es in vielerlei Formen. Ich habe eine gute Freundin, die nicht Auto fährt, und da spiele ich oft Taxi. Dafür kommt sie gut mit Kindern klar, da hole ich mir manchmal Tipps im Umgang mit meinem Patenkind, zudem hab ich mich bei Liebes- und anderem Kummer oft bei ihr ausgeweint.


Mit Anfang 20 kam dann so das Gefühl auf, du findest ja doch keinen (bist ja von Deiner Körperlänge viel zu groß und die Männer haben Angst vor Dir - wollen ja immer kleinere Frauen haben, damit sie sie beschützen können - wovor auch immer???).

Oh, DAS kenn ich. Bin mit 1.80 auch nicht gerade zierlich und zart. Wie gross bist Du denn?



Hallo Mamchen

Ui! Deine Tochter hat aber Rückgrat. Hut ab! :blumengabe:

Lindenblatt, du gute Seele,

Erstmal: Meine Fasnacht lief so ab. ich ging am Sonntag mit meinem Patenkind an den kleinen Dorfsumzug. Er war total fasziniert und ist nächstes Jahr sicher wieder dabei! Am Dienstag war Maskenball. Ich ging als Teufel und meine Kollegion als Hexe verkleidet. Dort wird getanzt, gegessen, getrunken, es gibt eine Maskenprämierung, und die Guggenmusiken spielen (Sorry, hab keine Ahnung, ob "Guggenmusik" überhaupt hochdeutsch ist! :freches grinsen: )


Dann bist du, Miriam, also eine "halbe" Spanierin? So etwas beeindruckt mich immer.

Nicht ganz. Meine Mutter ist halb Spanierin, halb Französin. Ich bin demzufolge zu einem Viertel spanisch, einem Viertel Französisch, zu nicht ganz ner Hälfte Schweizerin, und zu einem Quentchen sogar noch Münchnerin! :freches grinsen:

Also nie ziemliche Promenadenmischung! :yeah:


Das werde ich nun also demnächst in einem Fahrschulauto praktizieren. Und da dürfte Geduld gefragt sein.


Find ich richtig gut, dass Du Dich traust! Es gibt einen Trick, damit die Geduld geduldig bleibt: Setz Dich nicht unter Druck. Sieh jede Fahrstunde für sich allein an, nimm Dir nicht vor: Bis Dann-und-dann hab ich's. Geh einfach hin, absolviere deine Fahrstunden, konzentrier Dich - und freue Dich über die kleinen und grossen Fortschritte, die Du sicher machen willst.



Vergiss nicht (Geht an Alle hier): Einer der besten Wege, um sich selber zu frustrieren, ist es, die Messlatte von Beginn weg so hoch zu legen, dass man gar nicht rankommen kann. Auch ein Stabhochspringer legt seine Latte nur allmählich höher, um sich in immer weitere Höhen trauen zu können.

Und vergesst nicht: Bei einem Rückschlag steht man wieder auf und versuchts wieder. Was uns bisweilen schwer fällt. Aber stellt Euch vor, wir wären als Baby schon so leicht zu verzagen gewesen - wir hätten nie laufen gelernt, denn dazu gehört es, etwa ein Dutzendmal oder noch mehr hinzufallen. Und die Babys hindert's nicht am Laufenlernen!

Benehmen wir uns also, wenn's ums Lernen geht, wie die Babys, die Rückschläge hinnehmen und sich über ihre Fortschritte freuen können! :yeah:


Ich habe heute was Tolles gemacht: Endlich Dachboden und Keller ausgemistet und das ganze Zeug in die Kehrichtverbrennung gegeben. Ich weiss, hört sich nicht Glamourös an, aber: Mir tut's gut, alten Müll wegzuwerfen!


Kürzlich kam in mir ein Verdacht aus:
Leide ich an Beziehungsangst? Ich HÄTTE gerne wieder einen Freund. Aber ... wo geh ich mit meinen ganzen Freiheiten hin, aber Dir geht's doch gut alleine, das sind so gedanken, wenn's mal bei einem Mann ein bissel konreter wird. Es passiert mir oft, dass ich spüre, dass sich ein Mann so langsam in mich verliebt und in mir drin höchstens ein Gefühl von Flüchten-Wollen einstellt.
Wovor ich mich genau fürchte, weiss ich allerdings nicht. Die Körperlichkeit macht mir keine Angst, Streit auch nicht - aber zuviel Nähe, dass der Andere immer weiss, wo ich bin und was ich tue, meine "kleinen, eigenen Eckchen" nicht mehr zu haben ... das lässt mir sogar jetzt den Hals zuschnüren.


Hm ...! Ein Gedanke, der sich lohnt, weiterzudenken ...


Ich wünsche Euch allen einen angstfreien Abend!

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
01.03.2007, 23:13
Liebe Miriam,

wie schön, dich wieder zu lesen! :jubel:

Erstmal: Meine Fasnacht lief so ab. ich ging am Sonntag mit meinem Patenkind an den kleinen Dorfsumzug. Er war total fasziniert und ist nächstes Jahr sicher wieder dabei! Am Dienstag war Maskenball. Ich ging als Teufel und meine Kollegion als Hexe verkleidet. Dort wird getanzt, gegessen, getrunkenDas klingt ja toll!! Als Teufel bist du also gegangen ... so, so ... :freches grinsen:
Ob es damit wohl eine besondere Bewandtnis hat ... :freches grinsen: :smirksmile: ???
Guggenmusik??? Hört sich lustig an, was sind denn das für Klänge? :lachen:
Es freut mich so sehr für dich, dass du ein paar so fröhliche Tage hattest! :yeah:
Meine Mutter ist halb Spanierin, halb Französin. Ich bin demzufolge zu einem Viertel spanisch, einem Viertel Französisch, zu nicht ganz ner Hälfte Schweizerin, und zu einem Quentchen sogar noch Münchnerin! :freches grinsen:
Also nie ziemliche Promenadenmischung! :yeah:
Also, nee!!! :ooooh: Promenadenmischung!?!?!? Multikulturelle Wurzeln nenne ich das und finde das ganz toll! Ich dagegen bin einfach nur ein halbes Landei :freches grinsen: (wir stammen aus einer ländlichen Gegend), und wenn meine Eltern nicht mit mir, als ich 9 Jahre alt war, nach Berlin gezogen wären, wäre ich ein ganzes! Aber weil ich nun schon sooo lange hier wohne, betrachte ich mich einfach als halbe Berlinerin. (Insgeheim sogar als ganze! Ich liebe Berlin!)
Find ich richtig gut, dass Du Dich traust! Es gibt einen Trick, damit die Geduld geduldig bleibt: Setz Dich nicht unter Druck. Sieh jede Fahrstunde für sich allein an, nimm Dir nicht vor: Bis Dann-und-dann hab ich's. Geh einfach hin, absolviere deine Fahrstunden, konzentrier Dich - und freue Dich über die kleinen und grossen Fortschritte, die Du sicher machen willst.Oje, Miriam, immer aufs Schlimme ... :zahnschmerzen: Mein Mut, den ich hier kürzlich so volltönend verkündet habe, ist schon wieder geschrumpft :niedergeschmettert: . Aber deine Ratschläge, wie man sich so manches selbst etwas leichter machen kann, sind goldrichtig! Geduld haben, Messlatte nicht zu hoch, den Erfolg des Augenblicks genießen, und sei er noch so klein, unbekümmert wie ein Baby sein und nicht verzagen - das werde ich mir in der nächsten Zeit "einverleiben", bis es "sitzt". Vielleicht fahre ich auch erst mal ein paar Runden unter der Obhut meiner Freundin, das hat sie mir schon vorgeschlagen. Mein Mann eignet sich leider weniger gut zum Fahrlehrer ... *seufz* , aber das scheint bei Männern weit verbreitet zu sein. :knatsch:

Ich habe heute was Tolles gemacht: Endlich Dachboden und Keller ausgemistet und das ganze Zeug in die Kehrichtverbrennung gegeben. Ich weiss, hört sich nicht Glamourös an, aber: Mir tut's gut, alten Müll wegzuwerfen!Miriam, das ist ist wirklich was TOLLES! Denn Dachböden und Keller usw. entrümpeln heißt auch: Seele entrümpeln. Gerade neulich habe ich gelesen, dass der Entschluss, sich von alten Sachen zu trennen, nicht im Kopf entsteht, sondern sozusagen direkt in der Seele, die damit zum Ausdruck bringt, dass sie sich in einer Phase der Befreiung und Entlastung befindet! Klingt doch prima, nicht wahr? :yeah:

Kürzlich kam in mir ein Verdacht aus:
Leide ich an Beziehungsangst? Ich HÄTTE gerne wieder einen Freund. Aber ... wo geh ich mit meinen ganzen Freiheiten hin, aber Dir geht's doch gut alleine, das sind so gedanken, wenn's mal bei einem Mann ein bissel konreter wird. Es passiert mir oft, dass ich spüre, dass sich ein Mann so langsam in mich verliebt und in mir drin höchstens ein Gefühl von Flüchten-Wollen einstellt.
Wovor ich mich genau fürchte, weiss ich allerdings nicht. Die Körperlichkeit macht mir keine Angst, Streit auch nicht - aber zuviel Nähe, dass der Andere immer weiss, wo ich bin und was ich tue, meine "kleinen, eigenen Eckchen" nicht mehr zu haben ... das lässt mir sogar jetzt den Hals zuschnüren. Da kann ich dich restlos verstehen!! Ich bin zwar verheiratet, aber nach meiner Therapie hatte ich ich diese Gefühle, die du beschreibst, plötzlich auch - und zwar so intensiv, dass ich gar nicht wusste, wie ich damit umgehen sollte. Zwar wusste ich genau, dass das nichts mit meinem Mann zu tun hat, sondern damit, dass ich durch die Therapie quasi zu meinem "eigentlichen" Wesen vorgedrungen war, aber ich stand diesem Drang nach Autonomie (den ich vorher nie hatte!!) ziemlich ratlos gegenüber.. :wie?: Nach längerem Grübeln bin ich schließlich auf die Idee gekommen, mir in unserer zum Glück ausreichend großen Wohnung einen Rückzugsraum einzurichten. Unsere Tochter war da schon aus dem Haus, und so habe ich nun ein Zimmer, in dem ich mich aufhalte, sobald mir nach Alleinsein ist. Manchmal bin ich stundenlang da drin und einfach nicht zu sprechen :lachen:, da denke ich nach, höre Musik, schreibe am PC, lese usw. Mein Mann hat dafür zum Glück Verständnis (es bleibt ihm ja auch gar nichts anderes übrig ... :freches grinsen:)

Und was dich betrifft, liebe Miriam, denke ich so: Wenn deine Zufriedenheit mit deinem Leben als Single größer ist als der Wunsch nach Zweisamkeit, dann gib Ersterem unbesorgt den Vorzug. DENN: Das schließt ja nicht aus, dass du trotzdem jemanden kennen lernen und mit ihm auch Zweisamkeit leben kannst - du musst ja nicht mit mit ihm zusammen wohnen. Ich kenne ein (inzwischen sogar verheiratetes!) Paar, das im selben Haus, aber in getrennten Wohnungen lebt und damit sehr glücklich ist. Und es ist den beiden völlig egal, was andere Leute darüber denken. Ich hab sie immer dafür bewundert, dass sie so konsequent ein vielleicht ungewöhnliches, aber für sie richtiges Modell leben und sich so ihr gemeinsames Glück sichern.
Wie klingt das denn für dich?

Ihr Lieben alle: Heute ist der 1. März - klingt das nicht schon wie ein kleines Frühlingslied in den Ohren?? :yeah:

Dir, liebe Miriam, und euch allen schöne Träume vom Frühling, von größtmöglicher Freiheit, von Mut und Zuversicht und vielen anderen schönen Dingen ... :zauberer:

... wünscht euch
Linde

lindenblatt
01.03.2007, 23:17
Miriam, jedes Mal, wenn ich dein Benutzerbild sehe, muss ich erst mal herzlich lachen, es ist so witzig!! Das wollte ich dir schon lange mal schreiben!

Linde

Miriam68
01.03.2007, 23:44
Hallo Lindenblatt

Na, auch noch auf? :blumengabe:

Diese Version des Zusammenseins mit eigenen Wohnungen - das klingt gut fur mich.

Der Autonomie-Drang scheint in der Familie zu liegen: Meine Eltern waren beide so, und auch meine Schwester. Wir alle hatten immer unsere liebe Mühe mit dem zu-sehr-binden.

Meine Eltern haben dies wohl so gut auf die Reihe gekriegt, weil sie beide gleich gestrickt waren!

Ach ja, Berlin ... da war ich mal. Als ich noch ganz, ganz jung war. Ich musste bzw durfte für zwei Wochen hin, im Jahr 1989. Eine Woche, nachdem ich wieder zurück in Zürich war, rissen sie die Mauer nieder, und ich war so sauer, dass ich diese Riesenstimmung verpasst hatte.

Wie soll ich Guggenmusik erklären? Am besten via einem Beispiel:
Seegumper (http://www.youtube.com/watch?v=giSqo6CFaRA)
Sowas kennt man doch in D auch? Wie sagt man das auf Hochdeutsch?


Vielleicht fahre ich auch erst mal ein paar Runden unter der Obhut meiner Freundin, das hat sie mir schon vorgeschlagen. Mein Mann eignet sich leider weniger gut zum Fahrlehrer ... *seufz*

Gute Idee, erst mit Deiner Freundin zu fahren. Denn - Männer wissen in gewissen Dingen immer alles besser und gehen so allen auf den Keks.
Wie mein Vater beim Fussballschauen ... was der immer alles besser wusste. Aber besser machen? Neeee! :blumengabe: Den Männern mitteilen, dass sie uns doch zeigen sollen, wie sie es besser können? Uuuuuh, gefährlich! :freches grinsen:

Die Männer, die kochen mit dem selben Wasser wie wir Frauen. Auch bei ihnen kocht das Wasser bei 100 Grad (Jaja, ein paar männliche Schlauberger würden jetzt noch anmerken, dass je nach Luftdruck das Wasser schon unter 100 Grad kocht), aber ... sie sprechen öfter und lauter darüber. Das seh ich im Berufsleben immer wieder!
Aber wehe, man erwischt sie! :freches grinsen:



Gerade neulich habe ich gelesen, dass der Entschluss, sich von alten Sachen zu trennen, nicht im Kopf entsteht, sondern sozusagen direkt in der Seele, die damit zum Ausdruck bringt, dass sie sich in einer Phase der Befreiung und Entlastung befindet! Klingt doch prima, nicht wahr?

Klingt toll! Ja, bei mir entsteht der Wunsch nach Entrümpeln von innen heraus. Schon lange dachte ich: Der Plunder muss raus, und endlich konnte ich mir dafür Zeit nehmen. Eine entlastete Seele? Klingt wunderbar! :blumengabe:


Nach längerem Grübeln bin ich schließlich auf die Idee gekommen, mir in unserer zum Glück ausreichend großen Wohnung einen Rückzugsraum einzurichten.

Dies halte ich für eine klasse Idee! :blumengabe:
Wie soll ich sagen ... wenn man gelernt hat, mit seinem "inneren Teufel" zurechtzukommen, klappt's auch mit dem Alleinsein besser, man will's sogar. Ging mir während und nach meiner Therapie vor gut 10 Jahren auch so.

Es ist interessant: Bei der Therapie ging es unter anderem darum, mich zu öffnen. Davor war ich extrem scheu, hatte Angst davor, meinen Mitmenschen in die Augen zu sehen, sehnte mich dabei so nach Gesellschaft ... jetzt flackert die Schüchternheit nur noch in bestimmten Momenten hoch, mein Bekanntenkreis ist recht gross geworden, ich gehe mehr unter die Leute - und sehne mich manchmal umso stärker nach Stille und Alleinsein.

Was soll ich sagen? Ich bin die Tochter meiner Eltern, und so ein kleiner Eremit steckt in uns allen drin ... zumindest in meiner Familie.

Lindenblatt und alle Andern,

Ich wünsche euch eine ruhige, erholsame Nacht mit angenehmen,schönen Träumen!

Liebe Grüsse

Miriam68

teichmuschel
02.03.2007, 08:49
Guten Morgen liebe Linde, liebe Miriam,

das mit dem Entrümpeln hört sich gut an. Für mich muss ich leider sagen, dass ich das wohl sehr schwer hinbekomme, da ich an all dem alten Zeug irgendwie hänge. Aber frau weiß nie was noch so kommt und was sie überkommt.

Ich habe das Glück mit meinem Partner in einem sehr großen Haus zu leben (nur beim Putzen find ich das nicht so gut, aber da muss frau Kompromisse machen). Wir haben 180 m² Wohnfläche zur Verfügung. Das kommt daher, dass die Mutter von meinem LG sowie deren 2 Geschwister in den 70er Jahren das Haus zusammen gebaut haben um hier eine Alter-WG zu gründen (waren alle 3 verwitwet), was ich bis heute eine geniale Idee finde. So haben die 3 hier zusammen gelebt bis dann als letzte die Mutter meines LG 1993 gestorben ist. So hat jeder die Möglichkeit sich auch einmal zurückzuziehen und ganz für sich zu sein. Außerdem ist mein LG beruflich sehr viel unterwegs, so dass ich öfters alleine zu Hause bin, was ich dann auch sehr genießen kann und er braucht den Abstand genauso, freut sich auf seine Reisen und es ist dann schön, wenn er wieder nach Hause kommt.

Liebe Miriam, Du fragst nach meiner Länge: 1,83 m - wenn ich die Frisur plattdrücke.

Zitat:
Den Männern mitteilen, dass sie uns doch zeigen sollen, wie sie es besser können? Uuuuuh, gefährlich!

Ja, aber was denn: Die Frauen sind Fußballweltmeister geworden, jawohl :yeah: können besser zuhören - genau - und sind mittlerweile geübt mit dem, von den Männern so schwierig dargstellten, Umgang mit der Bohrmaschine. :freches grinsen:

Für mich ist es immer schön zu wissen: Ich habe jemanden an meiner Seite der mir die benötigten Dübellöcher bohrt, aber ich weiß auch, wenn er nicht da ist muss ich nicht warten bis er kommt, sondern kann das auch ganz alleine.

Euch einen schönen Tag und hoffentlich einen Spaziergang heute nachmittag ohne Regenschirm sondern mit :Sonne:
Teichmuschel

lindenblatt
02.03.2007, 23:33
Hallo Miriam und Teichmuschel, ihr Lieben!

Na, auch noch auf?
Miriam, das könntest du mich in einer beliebigen Nacht auch ein paar Stunden später noch fragen und die Antwort wäre wahrscheinlich ein klares Ja! :lachen: Eine Nachteule bin ich schon immer, aber mittlerweile tigere ich nach einem ersten Kurzschlaf manchmal bis zum Morgengrauen in der Wohnung herum. Doch das ist ein Kapitel für sich.

Der Autonomie-Drang scheint in der Familie zu liegenIn meiner Familie ist genau das Gegenteil der Fall. Alle hatten und haben Schwierigkeiten mit dem Alleinsein. Meine Eltern, die überhaupt nicht zueinander gepasst haben - nicht mal im Sinne von: Gegensätze ziehen sich an - waren trotzdem mehr als 50 Jahre unzufrieden verheiratet. Bei beiden dürfte die Angst vor dem Alleinsein das hauptsächliche Bindeglied gewesen sein. Seit ich nun immer mal ausspreche, dass ich nicht nur allein sein kann, sondern es gelegentlich sogar brauche, gelte ich in dieser Hinsicht als Familienexot. Was mir nun aber wirklich sowas von wurscht ist ... :freches grinsen:

das mit dem Entrümpeln hört sich gut an. Für mich muss ich leider sagen, dass ich das wohl sehr schwer hinbekomme, da ich an all dem alten Zeug irgendwie hänge. Aber frau weiß nie was noch so kommt und was sie überkommt.
Teichmuschel, ich kann auch über längere Zeit eine große Sammlerin sein und vermeintlich Nützliches wie eindeutig Unnützes in erstaunlicher Menge anhäufen. Aber immer wieder kommt irgendwann der Moment des großen Ausmistens. Da kriege ich einen wahnsinnigen Rappel und schmeiße dann manchmal sogar Dinge weg, die mir später fehlen. Aber egal - nach so einer Aktion fühle ich mich immer wie neugeboren. Nur: Bis es wieder einmal so weit ist, das dauert ... - wobei Miriams Tatkraft mir Lust gemacht hat, demnächst auch die dicke Rolle mit den Müllsäcken zu zücken!

Du bist also auch eine gute "Solistin". Da können wir drei uns glücklich schätzen, dass das bei uns so ist, finde ich. Mit Grausen denke ich an Zeiten zurück, in denen ich wie eine Klette an anderen Menschen hing, nur um nicht allein sein zu müssen. Manchmal sogar an Menschen, die mich schlecht behandelt haben. Das war der Preis für´s Nicht-allein-sein-Können - ein viel zu hoher Preis, den ich nie mehr zahlen würde. Ich glaube, dass sehr viele zwischenmenschliche Probleme daraus entstehen, dass jemand nicht allein sein kann.

Übrigens: Eine liebe Mitleserin unserer Postings hat mir einen Link zur Website einer Fahrschule für Angsthasen in Berlin geschickt. Es gibt so etwas also doch auch hier. Ich hab mich schon dort umgesehen und viel Ermutigendes gelesen. Das werde ich jetzt also "in meinem Kopf bewegen", wie meine Lieblingstante immer sagt, wenn sie eine fällige Entscheidung noch etwas reifen lassen will. Ich weiß: Allzu lange sollte ich sie nicht aufschieben. Aber mich gedanklich darauf einstellen, dass das Thema "Fahrschule" wieder auf meiner Tagesordnung steht, muss ich mich noch. Ich hatte mich, wie ich jetzt merke, doch schon ziemlich davon verabschiedet.

So, ihr Lieben, der Freitag neigt sich dem Ende zu, und ich wünsche euch ein wunderschönes - freudvolles, erholsames, anregendes, lebhaftes oder ruhiges, ganz nach Bedarf - Wochenende mit viel :Sonne: ! Zumindest im Herzen!

Es grüßt euch sehr herzlich

Linde

Miriam68
04.03.2007, 18:16
Hallo Teichmuschel!

Ja, das Entrümpeln hat soooo gut getan. Hin und wieder mach ich das wirklich, wirklich gern!

Ich hab's früh lernen müssen, das Ausmisten. Als ich 19 war und noch daheim wohnte, starb mein Vater. Gleichzeitig ging die Wohnungsmiete hoch, und ich und meine Mama mussten notfallmässig in der kleinen Wohnung meiner Schwester unterkommen.
Da war nix mit Mitnehmen von viel Krempel, weil einfach kein Platz da war!
Mein Vater ist so ein richtiger Hamster gewesen. Unglaublich, was er alls für Zeut angesammelt hat! Und ich und Mama mussten alles, alles wegschmeissen ... das hat einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Wir - meine Mama und ich - haben daraus gelernt: Nur behalten, was man wirklich, wirklich braucht. Klar, ich schmeiss nicht gleich alles weg, was älter als ein Jahr ist. Alte, schöne Briefe und Emails behalt ich, Tagebücher, Zeichnungen und solche Sachen auch. Aber damit hat es sich!


Liebe Miriam, Du fragst nach meiner Länge: 1,83 m - wenn ich die Frisur plattdrücke.

Boah. Du bist ja 3 cm grösser als ich! *zeter* :freches grinsen:


und sind mittlerweile geübt mit dem, von den Männern so schwierig dargstellten, Umgang mit der Bohrmaschine

Naja, ich bin's nicht. In Sachen "Handwerken" hab ich zwei ganz, ganz linke Hände. Dafür macht mir aufm Computer kaum einer was vor - asuser vielleicht ein Arbeitskollege! :freches grinsen:


Hallo Lindenblatt


aber mittlerweile tigere ich nach einem ersten Kurzschlaf manchmal bis zum Morgengrauen

Das kenn ich manchmal auch. Vor allem, wenn ich mich in was vertiefe, bei dem ich Zeit und Raum vergesse ... Plötzlich ist's halb 4 früh, und ich wundere mich, wo die Zeit geblieben ist.

Wenn ich nicht schlafen kann oder nicht wieder einschlafen, dann steh ich auch eher auf, geh aufs Sofa, kraule die Katzen und lese etwas. Momentan plagt mich zum Glück diese Art von Schlafstörung nicht.


Seit ich nun immer mal ausspreche, dass ich nicht nur allein sein kann, sondern es gelegentlich sogar brauche, gelte ich in dieser Hinsicht als Familienexot. Was mir nun aber wirklich sowas von wurscht ist ...

Recht hast Du! In dieser Hinsicht finde ich Dich sehr mutig. Eigenheiten zu leben und anzunehmen, die nicht zum Rest der Familie passen, kann sehr schwierig sein.
War bei mir auch so! Nicht im Hinblick aufs gerne-allein-sein (wir waren alle so), sondern eher, wenn's darum geht, laut und deutlich sein Recht zu verteidigen, dabei gehört zu werden, aufzufallen und sich sogar unbeliebt zu machen.
Meine Mutter war zwar früher auch so ne direkte, widerborstige Person wie ich, hatte dies aber während der Ehe unterdrückt (und diese Eigenschaft nach dem Tod meines Vaters wiedererlernt). Vater und Schwester waren irgendwie immer so dienstfertig. Gegen einen Höhergestellten laut und deutlich zu werden, das stand bei ihnen nicht zur Diskussion.
Ich mit meiner impulsiven (und früher jähzornigen) Art galt in meiner Familie immer als ein wenig seltsam, was mich lange Zeit bedrückte.
Erst seit kurzer Zeit arbeite ich daran, meine kantige, unsanfte (und bei vielen Menschen als unweiblich geltende) Seite zu akzeptieren und auch zu schätzen.
Was soll ich auch machen? Diese Seite ist nicht zu unterdrücken - da macht mein Temperament nicht mit. Zudem hat sie sich in vielen Lebenssituationen (immer dann, wann es galt, sich zu behaupten oder zu verteidigen) als sehr nützlich erwiesen.



Mit Grausen denke ich an Zeiten zurück, in denen ich wie eine Klette an anderen Menschen hing, nur um nicht allein sein zu müssen. Manchmal sogar an Menschen, die mich schlecht behandelt haben.

Ich find's so gut und toll, dass Du das Alleinsein schätzen gelernt hast! So bist Du nie mehr auf falsche Menschen, die nicht gut für Dich sind, angewiesen. :blumengabe:


Aber mich gedanklich darauf einstellen, dass das Thema "Fahrschule" wieder auf meiner Tagesordnung steht, muss ich mich noch. Ich hatte mich, wie ich jetzt merke, doch schon ziemlich davon verabschiedet.


Prima! Wie gut, dass wir das Thema hier angesprochen haben.
Manche Dinge müssen halt ein wenig länger reifen, bis man sich ranwagen kann. Das ist doch okay so, vor allem bei Dingen, die einem ängstigen.

Nach einer heftigen Flugangstattacke vor vielen Jahren (ich hatte mich an meinen mir fremden Sitznachbar festgeklammert und er musste mir beruhigend über den Kopf streichelt! Peinlich!!!) hat's auch eine Weile gedauert, bis ich mich wieder mit dem Gedanken anfreuden konnte, in ein Flugzeug zu steigen, um in die Ferien zu fliegen. Bis dahin bin ich sehr gerne Zug und Auto gefahren. Warum wohl? :smirksmile:

Lindenblatt, Du siehst, auch Menschen, die (wie ich) mutig, stark und laut wirken (gemäss meinem Bekannenkreis wirk ich wirklich so), können ängstlich sein und sogar an irrationalen, lähmenden Angstattacken leiden. Du stehst also mit den Aengsten wirklich nicht alleine da.


Mädels, es ist schön, hier mit Euch zu plaudern! ich hatte gestern ein Blind Date (war eher ein Frosch als ein Märchenprinz, aber was solls), und heute habe ich einen wunderschönen Spaziergang dem See entlang gemacht und dabei das glitzernde Wasser bewundert, in dem sich der blaue Himmel spiegelte. Es war soooo schön!

Ich könnte jeden Tag so spazierengehen, plaudern, schreiben, zwischendurch was Gutes essen. Dennoch geht's morgen wieder los mit arbeiten (und zwar mit Frühdienst! Um 7 im Büro sein! Heul!), da es mit dem Euromillions-Jackpot nun doch nicht geklappt hat :knatsch:. Naja.
Immerhin ist bei uns die Arbeitsathmosphäre angenehm und die Umgebung schön - es könnte echt viel schlimmer sein! :smile:

Ich hoffe, auch Ihr konntet einen schönen Sonntag geniessen, und wünsch Euch einen schönen Wochenendausklang!

Liebe Grüsse

Miriam68

lindenblatt
04.03.2007, 22:39
NEIN - NEIN - NEIN!!! Warum SCHON WIEDER??? :gegen die wand: :pc kaputt: :heul: Also: Das, liebe Miriam, was du hier unten siehst, ist der jämmerliche Rest eines langen Textes, den ich gerade geschrieben hatte. Ich hab wieder beim Löschen von Textpassagen nicht aufgepasst. Kann mir jemand sagen. warum ich so ein Depp bin???!!! Haut mich!!!

Aber wenigstens diesen Rest will ich dir senden. Morgen schreibe ich auch alles andere noch mal. Bitte nicht böse sein, dass hier jetzt nur noch ein paar dürre Wörter stehen. Aber sie kommen von Herzen! :kuss:



Liebe Miriam,

danke für deine liebe Nachricht! :blumengabe:

Ich freue mich SEHR, dass du ein so schönes Wochenende hattest und es dir gut geht, du wirkst richtig eins mit die selbst - wunderbar!


Mädels, es ist schön, hier mit Euch zu plaudern! :schild genau: :jubel: :kuss:

In diesem Sinne, liebe Miriam, wünsche ich dir, dass du dir deine frohe Stimmung auch beim Start in den Montag und während der ganzen Woche nicht verderben lässt! Dafür alles Liebe!!! :Sonne:


Linde

lindenblatt
06.03.2007, 04:46
Liebe Miriam,

nach endlich überwundenem Schock über den wieder mal verschwundenen Text :smirksmile: sitzt die Nachteule nun wieder auf ihrem Ast (äh ... Stuhl) und legt los!

Recht hast Du! In dieser Hinsicht finde ich Dich sehr mutig. Eigenheiten zu leben und anzunehmen, die nicht zum
Rest der Familie passen, kann sehr schwierig sein. Ja, genau, und am meisten merke ich das immer dann, wenn "meine Lieben" alles daran setzen, um mich zu etwas zu überreden, was ich eigentlich nicht will. Beispiel: meine Geburtstage. Die will ich eigentlich nicht mehr feiern. Nicht wegen des Älterwerdens, sondern weil mir mein Geburtstag generell schon lange nicht mehr so wichtig ist. Aber nachdem ich vor vielen Jahren angefangen habe, meine Geburtstagsfeier als Familienbrunch zu gestalten, den alle toll finden und für den ich einen ganzen Tag lang in der Küche stehe (was außer mir niemand tut, wohlgemerkt!), quengeln sie immer schon lange vorher, dass ich es doch wieder so machen soll. Und da setzt dann regelmäßig der gewisse Sprachfehler ein, und statt des gewollten Nein kommt das gesollte Ja aus meinem Mund. Na ja - ich sag mir dann immer, dass ich mich ja auch mal zu einem Kompromiss herablassen kann ... :freches grinsen: , und wenn dann alle da sind und sich hoch zufrieden an meinem Brunchbuffet tummeln, bin ich wieder versöhnlich gestimmt. Und es gibt da auch noch so manche andere Situation, in der ich auf einmal die oben genannten Wörter verwechsle. Aber im Großen und Ganzen habe ich mir in meiner Familie in den letzten Jahren doch Respekt verschafft, und da fällt gelegentliches Nachgeben nicht so schwer.
Liebe Miriam, mit Erstaunen habe ich gelesen:
Erst seit kurzer Zeit arbeite ich daran, meine kantige, unsanfte (und bei vielen Menschen als unweiblich geltende) Seite zu akzeptieren und auch zu schätzen.So hast du hier auf mich noch nie gewirkt! Im Gegenteil! Ich finde es sehr schön und absolut richtig, dass du das, was andere an dir kritisieren, für dich positiver sehen willst, denn es ist so wichtig, dass man sich mag. Aber nicht alles, was andere an uns zu entdecken glauben, muss stimmen. Und außerdem:
Diese Seite ist nicht zu unterdrücken - da macht mein Temperament nicht mit. Zudem hat sie sich in vielen Lebenssituationen (immer dann, wann es galt, sich zu behaupten oder zu verteidigen) als sehr nützlich erwiesen.Jawoll, Miriam! :schild genau: !!!

Worüber ich in deiner letzten Nachricht richtig herzlich lachen musste, war meine bildliche Vorstellung von dieser Situation:

ich hatte mich an meinen mir fremden Sitznachbar festgeklammert und er musste mir beruhigend über den Kopf streichelt!Siehste, so peinlich, wie du das empfunden hast, war es gar nicht. Da hattest du einen netten Menschen erwischt, der deine Angst verstanden hat. Aber dann schreibst du ja davon, dass du anschließend deine Flugangst auch eine ganze Weile nicht überwinden konntest - so wie ich meine Fahrangst. Und darum werde ich mir mit der Fahrschule auch die Zeit lassen, die ich brauche. Klingt vielleicht ein bisschen nach einer Ausrede dafür, dass ich mich eigentlich drücken will. Ist es aber nicht, denn inzwischen kenne ich mich ja einigermaßen. Und so weiß ich, dass ich eines nicht sehr fernen Tages gleich morgens sagen werde: Heute ist es genau richtig, heute gehe ich es an! Das ist in letzter Zeit mit mehreren Situationen, vor denen ich früher Angst hatte, so gewesen. Hat alles ein bisschen gedauert, aber dann ging es plötzlich ran an den Speck. Und darauf vertraue ich jetzt. Erzwingen lässt sich eh nichts.

ich hatte gestern ein Blind Date (war eher ein Frosch als ein MärchenprinzDas mit dem Blind Date finde nun wieder ich sehr, sehr mutig. Aber toll finde ich es auch! Und es war ein Frosch, schreibst du? Hast du ihn denn gar nicht an die Wand geworfen??? :freches grinsen: :freches grinsen: Willst du ihn denn noch mal treffen? Dann könntest du das ja nachholen ... :freches grinsen: :smirksmile:

Ansonsten kann ich nur wiederholen, was schon in meinem gezwungenermaßen stark gekürzten letzten Posting steht: nämlich, dass ich mich ganz doll darüber freue, wie fröhlich du klingst! SUPER!!! :lachen: :Sonne: Das musst du mit Zähnen und Klauen gegen alle Angriffe - sowohl von außen als eventuell auch aus deinem Inneren - verteidigen!!!


Und nun wird die Nachteule sich mal zurückziehen, bevor der Morgen graut (dauert nicht mehr lange), denn das ist keine gute Zeit für Nachteulen!

Ich wünsche dir einen schönen Dienstag mit vielen Frühlingsvorboten und der dazu passenden, lebensfrohen Stimmung! :kuss:

Viele liebe Grüße,
Linde

Miriam68
06.03.2007, 11:32
Hallo Lindenblatt

Nur kurz (da ich bei der Arbeit bin):

- Zu den Ecken und Kanten: Hier musste ich mich von Familie UND
Gesellschaft abgrenzen. Ich kenne noch so viele Leute, die
finden: Frau darf Haare auf den Zähnen haben, aber sie hat das
nicht zu zeigen. Frau darf recht haben, soll aber dem Manne
das Gefühl geben, ein Held zu sein. Brüllender Mann =
willensstarker, temperamentvoller Kerl. Brüllende Frau =
hysterische Zicke, die sich nicht im Griff hat.

Es ist eine ganz, ganz grosse Hilfe, wenn's einem egal wird, was Andere über einem denken!

- zu den Fahrstunden: Nur Mut, das wird schon! Alles zu seiner
Zeit, das machst Du schon richtig.

- Zum netten Sitznachbarn: Es hat sich um einen angehenden
Kinderarzt gehandelt und er hat sich damals ein gutes Zeugnis
ausgestellt!

- Zum Blind Date: Ne, ich werd mich nicht mehr mit ihm treffen.
Denn: kürzlich motzte ich über Zeitmangel. Dieser Zustand wird
bestimmt nicht besser, wenn man seine Zeit für Dinge ver-
plant, die man ganz und gar nicht will.

Ach, und das mit den aufgeschatzen Einladungen, bei denen mein Mund plötzlich "Ja" sagt, ich mich zuerst ärgere, und die dann dennnoch nett sind, das kenn ich bestens!!!

Liebe Grüsse

Miriam68, die jetzt wieder arbeiten muss

lindenblatt
06.03.2007, 22:52
Liebe Miriam,

vielen Dank, dass du mir trotz deiner vielen Arbeit schon geantwortet hast. :blumengabe:

Du schreibst von den in der Gesellschaft (und in deiner Familie) immer noch weit verbreiteten Mann-Frau-Rollenbildern - ein sehr weites Feld! Aber ich muss sagen: So merkwürdig es in unserer Familie manchmal zugeht - wir Frauen jenseits der Generation meiner Mutter haben uns bei unseren Männern ganz gut Respekt verschafft. Obwohl ich relativieren muss: Meine Schwester hat beim zweiten Anlauf einen gefunden, der von vornherein gemacht hat, was sie sagt, und das tut er nach wie vor :freches grinsen: . Aber so meine ich das auch nicht mit dem Respekt. (Und ich würde auch keinen Mann wollen, der sich so verhält. Den könnte ich gar nicht ernst nehmen, was mir bei meinem Schwager auch tatsächlich schwerfällt. Da könnte ich mir auch gleich ein Schoßhündchen anschaffen :freches grinsen: :freches grinsen: )
Nein - mit "Respekt verschaffen" meine ich, dass einer nicht des anderen Dödel ist, in keiner Hinsicht. Dass der eine die Schwächen des anderen nicht ausnutzt, dass man sich auf gleicher Augenhöhe begegnet. Das kannten mein Mann und ich beide von unseren Eltern nicht, so dass es für mich schwer war, mich auf diese Position überhaupt erst zu begeben, und für meinen Mann war es nicht leicht, umzudenken. Aber dann haben wir es doch geschafft, und so wie es jetzt ist, verstehen wir uns gut. Und wirklich: Das Brüllen, zum Beispiel beim Streiten, hat sich damit auch ( so gut wie :smirksmile: ) erledigt. Das konnten wir früher nämlich beide sehr gut.


Zum Blind Date: Ne, ich werd mich nicht mehr mit ihm treffen. Denn: kürzlich motzte ich über Zeitmangel. Dieser Zustand wird
bestimmt nicht besser, wenn man seine Zeit für Dinge ver-
plant, die man ganz und gar nicht will.Aber versucht hast du es!!! :smirksmile: :lachen: Vielleicht ist da bei dir in deinem tiefsten Innern eine Stelle, die dir hin und wieder sagt, dass es zu zweit vielleicht doch ganz nett sein könnte ... ? :smile:
(Arbeite nicht sooo viel, Miriam, es gibt doch so viel Schönes im Leben ... :wangenkuss: )

Einen schönen Frühlingsmittwoch wünscht dir mit lieben Grüßen

Linde

lindenblatt
06.03.2007, 22:54
Miriam, ich möchte dir noch sagen: Lass dir ruhig Zeit mit dem Antworten, wenn du davon so wenig hast. Ich kann das gut verstehen! :blumengabe:

Linde

Miriam68
07.03.2007, 10:46
Hallo Linde

Ja, das mit der Rollenverteilung zwischen Mann und Frau ... da kann man stundenlang darüber reden.
Es gibt bzw gab in meiner Familie Themen, bei denen die Rollenverteilung sehr gerecht war: So wares selbstverständlich, dass meine Mama arbeitete und somit etwas für unser Budget beisteuerte.
Die grossen Lebensmitteleinkäufe wurden von Papa erledigt, ebenso war er fürs Saugen und fürs Fentsterputzen zuständig. Zudem machte er die Früchte ein (wir hatten einen grossen Birnenbaum hinterm Haus), mein Vater machte das allerbeste Birnenkompott weit und breit!
Zudem hielt er uns Töchter dazu an, finanzielle Unabhänigkeit zu erreichen, zudem war er immer sehr stolz, wenn wir in in "Karriererelevanten" Schulfächern gute Noten nach Hause brachten. So hat es ihn beispielsweise nie gestört, dass ich in den eher "weiblich angehauchten" Fächern wie Blattgestaltung
und Schönschreiben eine absolute Flasche war. Solange Mathe, Deutsch und Fremdsprachen gut klappten, war ihm der Rest egal.

Andererseits hatte vor allem mein Vater sehr feste Vorstellungen darüber, wie sich Mädchen und Frauen zu verhalten haben. Lautstark und öffentlich eine dem Herr im Haus widersprechende Meinung zu vertreten, war nicht gerne gesehen. Zudem war unser Vater sehr streng, was Dinge wie Ausgehen, Schminken etc. anging.
Meine Schwester blieb eher ruhig und machte ihr Ding hintenrum und eckte somit lange Zeit nie an (bis sie mal erwischt wurde, der Krach danach war fürchterlich). Ich ging eher mit dem Kopf durch die Wand, mit dem Ergebnis, dass ich mich ca einmal Wöchendlich (oder noch mehr) mit meinem Vater fetzte.

Zudem spielten - zumindest unterschwellig - Aeusserlichkeiten schon eine Rolle. Und da unterschied ich mich stark von meiner Schwester. Sie war von uns beiden eher die kleine (naja, gut, mittelgrosse) zierliche Dunkelhaarige und entsprach im Grunde genau dem Frauentyp meines Vaters. Ich war eher der helle Typ,
wuchs meinen Vater bereits mit 13 Jahren über den Kopf und machte im Gegensatz zu meiner Schwester eine lange Phase der Hässlichkeit durch (viel zu dünn, ungelenk, Akne, alle Kleider warn mir immer zu kurz).
Ergegnis: In den Augen meines Vaters galt ich als klug (denn mit Mathe, Fremdsprachen etc hatte ich nie Probleme) und meine Schwester als hübsch, er hat uns also wunderbar in Schubladen verpackt.

Dies hat mich lange verfolgt. Ich dachte lange: Mein Vater hält mich für klug, aber nicht für hübsch.
Einerseits hatte ich nie Lernprobleme und hab mich wohl noch keine Sekunde meines Lebens für dumm gehalten, ich hatte auch nie Prüfungs- oder Versagensangst, was Schule und Beruf anging. Aber ... dafür hielt ich mich wirklich lange Zeit für hässlich und unweiblich, auch als ich über 20 wurde. Sprüche von Männer-
bekanntschaften (wie "Du würdest mir schon gefallen, wenn Du nicht so gross wärst" oder "Musst Du immer so laut und burschikos auftreten und das letzte Wort haben") fütterten natürlich meinen Komplex.

Diesen loszuwerden, hat lange gedauert, und Reste sind immer noch vorhanden. Sie spielen allerdings nur noch eine untergeordnete Rolle, d.h. ich versuche, mich von gelegentlichen Minderwertigkeitsgefühlen nicht nicht steuern zu lassen.

<QUOTE>"Respekt verschaffen" meine ich, dass einer nicht des anderen
Dödel ist, in keiner Hinsicht. Dass der eine die Schwächen des anderen nicht ausnutzt, dass man sich auf gleicher Augenhöhe begegnet."</QUOTE>

Seh ich auch so! Einen Menschen, der zu allem ja und amen sagt, kann ich nicht ernst nehmen, da ich mir
nicht vorstellen kann, dass jemand immer zu 100% meiner Meinung ist.

Andererseits finde ich, dass man gelegntlich auch mal was stehenlassen können muss. Jedes Bisschen aus-
zudiskutieren kann dazu führen, dass jeder Gesprächsfluss und jede Lockerheit zerstört wird (habe ich
kürzlich an einem Date erlebt).

<QUOTE>Vielleicht ist da bei dir in deinem tiefsten Innern eine Stelle, die dir hin und wieder sagt, dass es zu zweit vielleicht doch ganz nett sein könnte ..."</QUOTE>

Da ist sicher so. Nur bin ich auch mit meinen stolzen 38 noch keinem Mann begegnet, der mich auf Dauer dazu gebracht hat, nicht doch lieber meinem eigenen Kram nachzugehen zu wollen ...
Vielleicht kann es zum Problem werden, wenn man keinen Mann braucht, sondern bloss einen will?

<QUOTE>Arbeite nicht sooo viel, Miriam, es gibt doch so viel Schönes im Leben ..."</QUOTE>

Da hab ich leider keine Wahl. In meinem Bereich gibt's leider nur wenige Teilzeitstellen ... und unterm Strich bezahlt mir halt die Arbeit meine Rechnungen! Auch in Zeiten, wo's keine Ueberzeit hagelt, komm ich halt erst um 6 oder halb 7 heim, und wenn man da noch ein bissel was daheim zu erledigen hat und noch zwei liebe Tierchen zu versorgen hat, und regelmäsig Sport treibt (Muss ich wegen meinen Rückenbeschwerden), bleibt nicht mehr soviel Zeit übrig. Und bis in alle Nacht aufbleiben .. da muss ich aufpassen, sonst bin ich gegens Wochenende hin dermassen müde, dass ich nichts mehr vom Wochenende habe und nur noch schlafe. Denn Aufstehen muss ich ja, ob ich geschlafen hab oder nicht ...

Hach, wär das schön, die Arbeit mal für längere Zeit auf der Seite zu lassen! Da gibt's nur eins: Fleissig sparen, vielleicht wird's mal ja was.

Liebe Grüsse & schönen Tag wünscht

Miriam