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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Elternzeit oder Teilzeit?



Beatus
21.12.2006, 12:40
Hallo!

Ich würde gerne ein paar Meinungen/Entscheidungshilfen zu meinem Problem hören.

Unser Baby kommt im Juni auf die Welt. Ich habe nach meinem Studium einen Job gefunden der sehr interessant ist und möchte ihn ungern aufgeben, zumal ich auch erst 1 1/2 Jahre da arbeite.
Jedoch ist jetzt schon klar, dass ich nur noch Teilzeit einsteigen kann und werde, da der Job 1 1/2 Std. Fahrzeit (einfach) entfernt ist.

Wir überlegen nun, ob ich direkt nach der MSF mit einer 3-Tage Woche (+evtl. 1 Tage von zuhause arbeiten) wieder anfange könnte. Ich würde dann 1x pro Woche an meinem Arbeitsort übernachten. Mein Mann würde 4-5 Monate Elternzeit nehmen. Dannach würden wir eine Tagesmutter suchen. Mein Mann arbeitet Schicht, so dass er an meinen 3 Arbeitstagen für 1-2 Tage für das Kind sorgen könnte.

Bei Arbeitskollegen, Freunden und Familie bin ich mit dieser Überlegung auf viel Unverständnis gestoßen. Der "Rabenmutter-Vorwurf" stand schon häufig im Raum.

Die andere Möglichkeit wäre, dass ich nach der MSF 1-2 Jahre Elternzeit nehme. Eine Rückkehr an meinen Arbeitsplatz halte ich für unwahrscheinlich, da die Stelle dann anderweitig vergeben wird. In meinem Gebiet sind interssante Stellen sehr rar und ich habe große Angst, dass ich dann beruflich nicht mehr auf die Füße komme.

Sind hier im Forum berufstätige Mütter die gleich nach der MSF wieder gearbeitet haben? Wie habt ihr die Doppelbelastung und die Trennung von eurem Kind verkraftet?

Freue mich über Anregungen und Meinungen

LG Beatus

Murmel06
21.12.2006, 13:21
Hallo Beatus,

ich glaube, wenn Dir der Job wichtig ist, solltest Du auf jeden Fall versuchen, ihn weiter in Teilzeit wie beschrieben auszuüben.

Lass Dich nicht von Meinungen anderer verunsichern. Soweit ich weiss, fängt mit den Kinderkriegen die Zeit der Verunsicherung an - ständig sagt einem jemand, wie man seine Kinder zu erziehen hat, ob man sie impfen lassen muß und soll, was sie essen müssen/sollen.... Gerade Frauen untereinander machen sich da gerne Druck.

Ganz wichtig aber ist, auf sich selbst zu hören - wenn Du Deinem Kind zuliebe Deinen interessanten Job riskierst, bist Du nur unzufrieden, und das merkt ein Kind ja auch.

Stressig wird es wahrscheinlich, aber wenn man dafür zufrieden ist, ist das auch gut für die Umwelt und Dein Kind.

LG Murmel

Inaktiver User
21.12.2006, 13:47
Hallo Beatus,

ich hatte eine ähnliche Konstellation - mein Arbeitsplatz ist auch 1,5 Stunden entfernt. Ich hatte eigentlich vor der Geburt auch geplant, dann wieder Teilzeit einzusteigen, mein Mann arbeitet auch Schicht. Allerdings ist mein Vertrag befristet, d.h. ich hätte nur noch vier Monate dort gearbeitet und dann wäre auf jeden Fall Schluss gewesen. Eigentlich wollte ich trotzdem wieder einsteigen, wenn mein Baby sechs Monate alt ist. Habe es letztendlich doch nicht gemacht, da ich es mir sehr kompliziert vorstelle. Ich hätte auch manchmal dort übernachten müssen, und irgendwie kann ich mir noch nicht vorstellen, mein Baby bis spät in der Nacht (bis dann mein Mann heimkommt) bei einer Tagesmutter zu lassen.
ob ich mit meiner Entscheidung nicht an meinen Arbeitsplatz zurückzukehren glücklich werde, weiß ich allerdings nicht, das wird sich zeigen!
Gleich nach dem Mutterschutz wieder einzusteigen und dann einmal in der woche dort zu übernachten stelle ich mir schwierig vor, v.a. wenn Du stillst! Ich glaube, ich würde mal bei Deinem Arbeitgeber nachfragen, wie lange Du aussetzen kannst, ohne dass Dein Job anderweitig vergeben wird. So einfach darf er das glaube ich gar nicht. Du hast doch gesetzlichen Anspruch auf eine gleichwertige Tätigkeit oder irre ich mich da?
Auf jeden Fall würde ich den Job auch nicht sausen lassen, wenn er Dir wirklich Spaß macht und es schwierig ist, was Gleichwertiges zu finden.
Viel Glück
cat

Inaktiver User
21.12.2006, 13:56
Hallo Beatus,

ich habe mit Teilzeit in der Elternzeit angefangen, als mein Sohn 7 Monate alt war, weil es sonst beruflich auch schwierig geworden wäre und habe es nicht bereut, obwohl es sehr anstrendend ist. Vor seiner Geburt wollte ich eigentlich gern gleich wieder arbeiten, war aber dann sehr froh, die erste Zeit mit ihm erleben zu können. Die Kleinen verändern sich so schnell in dieser Zeit, und es war schön, das mitzuerleben. Ich wollte auch gern 6 Monate voll stillen, das wäre organisatorisch nicht gegangen, wenn ich schon gearbeitet hätte.

Rechtlich gesehen hast Du bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag in Schwangerschaft, Mutterschutz und Elternzeit Kündigungsschutz und danach - zumindest für 3 Monate - Anspruch auf Deinen Arbeitsplatz (nach einem Jahr Elternzeit auf die Gleiche oder eine gleichwertige Stelle, bei längerer Elternzeit zumindest Anspruch auf einen anderen Arbeitsplatz). Vielleicht kannst Du mit Deinem Arbeitgeber eine Lösung finden, ohne das Du gleich die Stelle ganz verlierst, denn ich denke, gerade die ersten Monate sind für die Mutter-Kind-Beziehung ganz wichtig, und wenn Du nicht nur ein paar Stunden am Tag weg bist, sondern auch gleich über Nacht, ist das sicher nicht so einfach, weder für das Kind noch für Dich.
Aber das kommt auch auf Dein Kind an und das ist, glaub ich, das eigentliche Problem.

Leider kann man das eben nicht planen oder vorher wissen, weder wie das Kind so "drauf ist" noch wie man sich selber in der Situation fühlt, ob man die Trennung dann überhaupt will, ob es organisatorisch funktioniert, ob der Vater mit dem Kind allein klar kommt. Letzteres hat bei uns z.B. nicht so geklappt, wie wir uns das vorher vorgestellt haben. Für den Arbeitgeber muss man sich aber vorher verbindlich festlegen. Von zu Hause arbeiten hat bei mir z.B. auch nicht geklappt, da ich ein sehr lebhaftes Kind mit einem geringen Tag-Schlafbedürfnis habe :smirksmile: , bei meiner Freundin dagegen klappt das sehr gut, da die Kleine 3 Stunden Mittagsschlaf macht.

Alles Gute und eine problemlose Schwangerschaft !
LG honigbienchen

Missmoneypenny
21.12.2006, 13:59
Hallo Beatus,

ich bin zwar (noch) keine Mutter, aber ich würde Dir folgenden Rat geben: Versuch Dich nicht allzuviel bequatschen zu lassen von anderen! Triff gemeinsam mit Deinem Mann eine Entscheidung mit der ihr beide leben könnt und mit der ihr glücklich seid. Ich glaub, das Wichtigste ist, dass Du Dich mit Deiner Entscheidung wohl fühlst, das spürt auch Dein Kind und Deine Maus wird sich bei einer ausgeglichenen zufriedenen Mutter pudelwohl fühlen!

Liebe Grüße und alles Gute!

Emmmma
21.12.2006, 14:50
Hallo Beatus,

ich kann Murmel nur zustimmen. Gewoehn dich schon mal daran, dass du ab jetzt jede Entscheidung 1000 mal rechtfertigen musst, es aber niemandem Recht machen wirst. Daher solltest du das machen, was fuer dich und deine Familie das richtige ist.

Ich bin zur Zeit mit meinem dritten Kind schwanger und bin bei den ersten beiden direkt nach dem Mutterschutz (ich lebe in den USA, MuSchu gibt es hier nicht, aber ich habe mich zeitlich so etwa an den MuSchu gehalten) wieder eingestiegen. Meine Situation ist aber so, dass mein Mann und ich quasi selbststaendig sind, mit einer Handvoll Angestellter. Das Buero ist also sehr uebersichtlich und ich habe die Kinder die ersten Monate mitgenommen. So konnte ich tagsueber z.B. stillen. Diese Moeglichkeit hat natuerlich nicht jeder, ist mir schon klar...

Aber glaub mir, unsere "Arrangements" (bis heute) haben immer viel Anlass zu "Diskussionen" gegeben, vor allem mit der deutschen Verwandtschaft, auch mit deutschen Freunden.

Natuerlich war und ist es phasenweise bei uns sehr stressig, aber mein Mann und ich sind sehr zufrieden, ich habe einen Job der sehr interessant und abwechslungsreich ist, wir haben zwei ganz suesse, lebhafte, neugierige Kinder und wir freuen uns jetzt alle 4 auf das neue Geschwisterchen.

Ich wunesche dir, dass du den fuer euch richtigen Weg findest und dass ihr selbstbewusst hinter eurer Entscheidung (fuer was auch immer) stehen koennt.

Alles Gute,
emmmma

Beatus
21.12.2006, 16:34
Hallo!

Danke für eure Beiträge und Meinungen.

@Urmel: kann nur zustimmen, dass besonders nicht arbeitende Mütter oft Druck ausüben. Männer dagegen sehen das recht locker. Mich nervt jetzt schon manchmal dieses ständige Gerede über Verhalten in der Schwangerschaft und Kindererziehung sobald man sagt, dass Nachwuchs unterwegs ist.

@cat: du hattest wohl ähnliche Gedanken und Überlegungen wie ich. Gesetzlichen Anspruch hätte ich schon auf einen ähnlichen Arbeitsplatz, aber aufgrund meines Fachgebietes kommt nur diese eine Stelle in der Firma für mich in Frage. Möchte mich mit meinem Arbeitgeber auch ungern vor Gericht treffen...
Wie lange bist du denn schon in Elternzeit und vermisst du die Arbeit?

@Missmoneypenny
Sicher muss ich diese Entscheidung alleine treffen. Ich weiß auch, dass mein Mann jede Entscheidung mit mir trägt. Allerdings bin ich jetzt schon seit Wochen am hin und her überlegen und komme auf kein Ergebnis.

@Emma
Du machst Mut....4 Kinder und berufstätig. Mit Sicherheit ist hier die Selbständigkeit von Vorteil.

Inaktiver User
21.12.2006, 17:12
Hallo Beatus!

Mein Baby ist jetzt 4,5 Monate alt. Im Moment vermisse ich die Arbeit nicht. Was mich allerdings ziemlich nervt, ist die Unsicherheit, weil ich ja keine Arbeit habe, zu der ich zurückkehren kann. Aber die hätte ich bei meiner alten Stelle ziemlich schnell auch gehabt, weil es keine Chance auf Verlängerung der Stelle gab. Ich möchte aber auf jeden Fall wieder arbeiten, im Moment denke ich, so wenn mein Kind etwa ein Jahr alt ist.
Ich meinte ja nicht, dass Du Dich mit dem Chef vor Gericht treffen sollst. Ich würde das Gespräch mit ihm suchen, ihm sagen, dass Du auf jeden Fall gerne weiter dort arbeiten möchtest, die Kinderbetreuungssituation aber nicht ganz einfach ist, und wie lange sie auf Dich maximal verzichten könnten. Wie wäre das?
Liebe Grüße cat

Schussel
22.12.2006, 10:01
Hallo Beatus!
Wenn Du es Dir vorstellen kannst, dann laß die anderen reden. Wenn Du nicht Vollzeitmama bist, bist Du immer eine Rabenmutter (komischerweise ist noch keiner auf die Idee gekommen meinen Mann als Rabenvater zu bezeichnen, und der ist täglich 15 Stunden außer Haus:freches grinsen: ).
Ich kann es mir nur für Dich etwas schwierig vorstellen, da man am Anfang schon sehr an den kleinen Würmchen hängt, und sich nicht vorstellen kann, von ihnen getrennt zu sein. So ab etwa 6 Monaten wird es besser. Versuche doch durch aufgesparten Urlaub, die Mutterschutzfrist von 8 Wochen noch um einige Wochen zu verlängern.
So wie es bei Euch aussieht, wird das Baby doch hauptsächlich von den Eltern betreut. Und es ist doch zu begrüßen, wenn Männer sich genauso verantwortlich fühlen.
Ich werde nach etwa 15 Monaten wieder arbeiten gehen. Und selbst da stoße ich auf Unverständnis, da erwartet wurde, daß ich mit 2 Kindern und einen verdienenden Mann doch einige Jahre zu Hause bleiben könnte:ooooh: .
Ach ja, meine Kleine ist jetzt 5,5 Monate alt und ich fange langsam an mich zu langweilen.:entspann:
Gruß, Schussel

zuckerschnecke
22.12.2006, 10:15
Hallo Beatus,
Elternzeit und Teilzeit schließen sich nicht aus. Ganz im Gegenteil. Du kannst Elternzeit nehmen - würde ich auf jeden Fall machen, wegen des Kündigungsschutzes - und arbeiten. Begrenzt ist das innerhalb der Elternzeit auf 75% Deiner bisherigen Arbeitszeit. Ganz klarer Vorteil ist, dass Du weiterhin die Stelle besetzen kannst, die die vorher hattest.
Urlaub an den MuSchu zu hängen ist sicher nicht schlecht. Folgendes muss jedoch dabei berücksichtigt werden. Wenn Du vorher Vollzeit gearbeitet hast und dann auf z.B. 50% reduzierst, reduziert sich der angelaufene Urlaub (also der, den Du während Deiner Vollzeit "erarbeitet hast") auch auf 50%. Nach dem gesunden Menschenverstand ist das nicht logisch; aber was nutzt es Dir? Ich hatte genau dieses Problem und konnte es nur lösen, weil ich im Vorfeld die Urlaubsübertragung abgesprochen und vereinbart hatte. Derjenige war dann zum entscheidenen Zeitpunkt nicht mehr im Hause, so dass ich auf unsere schriftliche Vereinbarung zurückgreifen konnte. Bei der versuchten Urlaubskürzung hat sich sich mein AG auf ein Urteil aus den 60er Jahren berufen. Ich könnte mir zwar vorstellen, dass heute ein anderes Urteil gesprochen würde. Einen entsprechendes Urteil konnte ich jedoch nicht finden.
Ich gehe übrigens mit Zwillingen (jetzt 1 Jahr) seit Mai wieder arbeiten und es klappt sehr gut.

Zuckerschnecke

Schussel
22.12.2006, 16:23
@Zuckerschnecke: Ich habe Urlaub direkt im Anschluß an meinen Mutterschutz genommen und erst im Anschluß Elternzeit. Dies hat den Vorteil, daß man auch während des Urlaubes nicht nur Teilzeit bezahlt wird bzw. nicht nur die Hälfte des Urlaubes bekommt.

Schussel
22.12.2006, 16:23
@Zuckerschnecke: Ich habe Urlaub direkt im Anschluß an meinen Mutterschutz genommen und erst im Anschluß daran Elternzeit. Dies hat den Vorteil, daß man auch während des Urlaubes nicht nur Teilzeit bezahlt wird bzw. nicht nur die Hälfte des Urlaubes bekommt.

Jo68
22.12.2006, 16:56
Hallo Schussel,

erstmal Glückwunsch zu dem Mann!!! Ich finde es einfach klasse, wenn endlich auch mal die Väter Elternzeit nehmen und lass Dir bloß nicht einreden, dass Dich das zur Rabenmutter macht. Ich habe außerdem nie begriffen, warum so viele Leute es verwerflich finden, wenn sich auch mal der eigene Vater um die Kinder kümmert. Also lasst Euch bloß nicht von traditionellen Vorstellungen der Umwelt verunsichern - Es geht darum, was für Euch die beste Variante ist, und ich finde, es klingt so, als hättet Ihr das alles gut durchdacht, wenn es zu Euch passt, dann macht es so!

Übrigens ist es wirklich furchtbar, dass alle Welt glaubt, einem reinreden zu müssen. Ich muss mir im Moment vor allem anhören, was man alles für ein Baby kaufen muss oder auf gar keinen Fall kaufen sollte und welche Namen die richtigen sind und solche Sachen. Inzwischen schalte ich einfach auf Durchzug bei all den "tollen Tipps".

Liebe Grüße

Jo

zuckerschnecke
22.12.2006, 18:49
Hallo Schussel,
da hast Du natürlich absolut recht. Für mich war diese Variante durch meine getroffene Absprache jedoch nicht relevant. Bei einer erneuten Schwangerschaft würde ich es genauso machen wie Du; dann hat man die Diskussionen nicht. Letztendlich habe ich den Urlaub ja auf Vollzeitberechnung bekommen.

LG, Zuckerschnecke

Schussel
25.12.2006, 21:06
Hallo Jo!
Danke für die Glückwünsche zu meinem Mann. Aber Du hast mich anscheinend verwechselt.:smirksmile: Mein Mann nimmt keine Elternzeit. Er ist jeden Tag 15 Stunden außer Haus.
Hast Du eigentlich schon Namen für Eure Zwillinge?
Gruß, Schussel

Jo68
26.12.2006, 21:54
Hui, Schussel, da war ich durch vorweihnachtlichen Stress wohl schwer verwirrt - Ich meinte natürlich Beatus! (Bin mir aber sicher, dass Dein Göga ebenfalls klasse ist :zwinker:)

Die Namensfrage ist (obwohl ich inzwischen in der 35. Woche bin und es langsam akut wird ...) immer noch schwierig. Das Dumme ist, dass wir offen darüber geredet haben und natürlich gefällt kein Name allen, so dass wir jetzt völlig durcheinander sind ... Gerade heute meinte der werdende Vater aber, wir sollten auf gar niemanden hören, außer auf unseren Geschmack. Recht hat er!! Ach und Elternzeit nimmt er auch nicht, aber da er sowieso nicht vor 14-15 Uhr arbeiten geht, können wir uns die Arbeit trotzdem gut aufteilen (im Moment bedeutet das, dass er das Meiste macht :freches grinsen:, anders geht's mit dem Bauch auch nicht ...).

Liebe Grüße
Jo

lov100
27.12.2006, 10:09
Hei,

kann mich den anderen nur anschließen, sobald man die Schwangerschaft bekannt gibt, bekommt man von allen Seiten "gutgemeinte" Ratschläge.

Ist zwar interessant die wissen, was andere darüber denken, aber letztendlich muß jeder seinen eigenen Weg gehen.

Ich denke, daß es wichtig ist, daß die Mutter mit der Ihrer Situation zufrieden ist, das mag zu Hause aber auch mit einer Teilzeitstelle sein, jeder Mensch ist da anders, aber merken tut das ein Kind unter Garantie.

Mein Sohn wird im März geboren und ich plane ein Jahr auszusetzen und dann wieder in Teilzeit auch gerne von zu Hause wieder anzufangen.

Ich kann mir mich als dauerhaft Vollzeitmutter nicht vorstellen, dazu macht mir der Job zu viel Spaß und zudem brauchte ich auch die Bestätigung, die er mir gibt.

Ich überlege derzeit wie ich es machen werden nur ein Jahr Elternzeit beantragen, dann muß ich aber wieder anfangen oder doch lieber zwei Jahre und schon vorher den Teilzeitvertrag für März 08 aushandeln. Bisher hat sich mein Chef sehr cooperariv gezeigt. Ich werde die Zeit zwischen den Feiertage nutzen um mir eine gute Strategie zurecht zu legen für die anstehenden Gespräche.

Wenn man bereits einige Zeit für die Firma gearbeitet hat, stellt das erworbene Wissen auch für den AG ein Kaptial dar, was er ungern verliehre möchte, daher sollte auch er zu Zugeständnissen bereit sein.

vickylotta
28.12.2006, 20:50
Hallo,

ich habe nach 11 Monaten wieder angefangen, in meinem alten Job zu arbeiten, habe allerdings auch zur Sicherheit 3 Jahre Elternzeit genommen, um nicht gekündigt werden zu können. Das alles war vorher bereits so mit meiner Chefin besprochen und es hat auch alles geklappt. Ich arbeite jetzt seit fast einem Jahr wieder 20 Stunden (1/2 Stelle) Für die 3 Tage haben wir eine tolle Tagesmutter gefunden und alles ist gut.
Ich denke, dass es auf jeden Fall super wichtig ist, als Familie eine gute Lösung zu finden, und nicht darauf zu hören, was wer von außen denkt, Hauptsache, man selbst bekommt es gut hin und ist zufrieden, dann geht es dem Kind auch gut damit.
Ich selbst fand es so für mich total gut, das knappe Jahr zu Hause war toll und wichtig, aber danach war es auch Zeit, wieder arbeiten zu gehen und bis heute denke ich, dass das genau die richtige Mischung ist und niemand zu kurz kommt!
Wie wir es dann nach den 3 Jahren Elternzeit machen wollen, wissen wir noch nicht, vielleicht kann ich dann ja auch wieder mehr arbeiten oder mein alter Vertrag ist eben futsch und meine halbe Stelle wird dann vertraglich geregelt, aber das sehen wir dann!


Ich wünsche Dir eine schöne Schwangerschaft und gute Entscheidungen im neuen Jahr!!!!

vickylotta

EllaElle
30.03.2010, 13:36
Hallo Beatus.

Unter bestimmten Voraussetzungen besteht während der Elternzeit ein Anspruch auf eine Teilzeittätigkeit gegenüber der Arbeitgeberseite.

- Teilzeitarbeit von bis zu 30 Stunden die Woche während der Elternzeit

Die zulässige Teilzeitarbeit während der Elternzeit darf 30 Wochenstunden nicht übersteigen. Insgesamt können die Eltern bei gleichzeitiger Elternzeit also 60 Stunden arbeiten, wenn beide je 30 Stunden erwerbstätig sind. Väter und Mütter sind also nicht mehr gezwungen, ihre Erwerbstätigkeit zu unterbrechen, und können trotzdem die Betreuung ihres Kindes selbst übernehmen.

Über die Verringerung der Arbeitszeit sollen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber innerhalb von vier Wochen einigen. Ist eine Einigung nicht möglich, besteht ein Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit während der Elternzeit, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

Der Arbeitgeber beschäftigt, unabhängig von der Anzahl der Personen in der Berufsbildung, in der Regel mehr als 15 Arbeitnehmer;
Das Arbeitsverhältnis des Arbeitnehmers in demselben Betrieb oder Unternehmen besteht ohne Unterbrechung länger als sechs Monate;
Die vertraglich vereinbarte regelmäßige Arbeitszeit soll für mindestens drei Monate auf einen Umfang zwischen 15 und 30 Wochenstunden verringert werden;
Dem Anspruch stehen keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen;
Der Anspruch wurde dem Arbeitgeber sieben Wochen vorher schriftlich mitgeteilt.
Falls der Arbeitgeber die beanspruchte Verringerung der Arbeitszeit ablehnen will, muss er dies innerhalb von vier Wochen mit schriftlicher Begründung tun. Soweit der Arbeitgeber der Verringerung der Arbeitszeit nicht oder nicht rechtzeitig zustimmt, können die Eltern vor dem Arbeitsgericht klagen.

Die Verringerung der Arbeitszeit kann während der Gesamtdauer der Elternzeit höchstens zweimal von jedem Elternteil beansprucht werden. Eine erstmalige Verringerung der Arbeitszeit liegt bereits vor, wenn z.B. aus einer Vollzeittätigkeit in Elternzeit gegangen und eine Teilzeittätigkeit beantragt und genehmigt wird. Wird die Antragsfrist von acht Wochen versäumt, muss der Antrag nachgeholt und der Termin für den Beginn der veränderten Arbeitszeit entsprechend verschoben werden.

Wird bereits vor der Elternzeit eine Teilzeitbeschäftigung bis zur zulässigen Grenze von 30 Wochenstunden ausgeübt, kann diese Teilzeitbeschäftigung ohne einen Antrag unverändert fortgesetzt werden.

Gruß, Ella

Symphonie
30.03.2010, 13:37
nur kurze Anmeldung falls sich keiner meldet: Der Thread ist von 2006
Die Infos sind aber sicher für die ein oder andere Schwangere interessant:blumengabe:

Inaktiver User
13.04.2010, 15:17
Hallo,

ich bin auf diesen Thread hier gestoßen, weil ich zurzeit auch viel über das Thema "Familie und Beruf im Einklang" lese und auch finde, dass es sehr aktuell ist und ma schauen wollte , was in diesem Forum so dazu geschrieben wird.

Die Modelle der Elternzeit (für Mann und Frau) find ich ja ganz ok aber wäre es nicht besser Familie und Job zu vereinen ?!

Ich hab da was interessantes über ein sogenanntes " Work-Life-Balance" Modell gelesen. Dabei geht es darum, dass ein Arbeitgeber durch verschiedene familienunterstützende Angebote es dem tatkräftigen Arbeitnehmer leichter macht, den Entschluss zu fassen eine Familie zu gründen und nicht dadurch auf die Karriere verzichten zu müssen.
In der Politik wird das "Karriere-bewusstsein" , besonders der modernen Frau als Grund für den Geburtenrückgang benannt.

Und ich finde mit der Work-Life-Balance könnte dem doch entgegengewirkt werden, weil dadurch ein attraktives Angebot zum "Kinder-kriegen" für "Karriere-Menschen" geschaffen wird.

Wenn es ein besseres Angebot der Familien- bzw Kinderbetreuung im Berufsalltag gibt, werden z.b auch hochqualifizierte Frauen wieder mehr Kinder bekommen wollen, denke ich. Für jede Frau, aber auch Mann ist es wichtig für das Kind da zu sein und die Entwicklung, gerade in den jungen Jahren so gut wie möglich mitzubekommen und zu erleben oder nicht?
Jedoch möchten viele Menschen in der heutigen Zeit nicht ihren Job dadurch verlieren, wie ich das hier in den vorigen Beiträgen auch rausgelesen habe. Genau deshalb muss doch eine bessere Work-Life-Balance geschaffen werden, um das "Kinder-kriegen-und-erziehen" wieder attraktiver zu machen, insbesondere für die "Karrieremenschen". Ich denke, dass die Familie und der Beruf in Einklang zu gebracht werden muss. Mit dem richtigen Angebot (z.B. flexiblen Arbeitszeiten, längere Pausen und Aufenthaltsräume mit Kinderbetreuung) kann die Balance zwischen Familie und Beruf möglicherweise besser hergestellt werden.

Mich würde dazu einfach ma eure Meinung interessieren, was ihr von der " Work-Life-Balance" haltet und ob es hier Menschen gibt, die auch schon zwischen der Entscheidung Beruf oder Familie standen und sich dann aufgrund verschiedener Faktoren erstma für den Beruf entschieden haben ?

Findet ihr die Unternehmen in Deutschland schon familienfreundlich oder wie steht ihr dazu?


Mit freundlichen Grüßen!