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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kleine Fragen an die mamis und papis (und werdenden)



moonlight312
20.12.2006, 18:00
Eine kleine frage an diejenigen unter euch die ihre schwangerschaft geplannt hatten und euch vor dem "üben bewusst dafür entschieden haben dass sie ein kind wollen ...

wie sehr habt ihr vorher darüber nachgedacht, wie sehr ein kind euer leben beeinflussen wird, wie sehr es sich verändern wird und vll. auch was ihr alles mit kind (erstmal) nicht mehr - so leicht -machen könnt? Und ob der zeitpunkt jetzt gut ist, oder vielleicht doch erst in ein paar jahren ?

habt ihr euch sorgen darüber gemacht, ob ihr vielleicht keine guten eltern werden könnt oder wart ihr die ganzen zeit eher "ach das klappt schon, ich kann gut mit kindern umgehen * oder so ?

und da wir ja so viele schwangere zur zeit haben - zweifelt ihr manchmal an euren wunsch und habt ihr angst vor der zeit nach der schwangershcaft ?

ich weiss viele fragen und vll. auch recht privat, gern auch per PN

nosmoking
20.12.2006, 20:05
Unser Baby war geplant. Es war die Ueberlegung, dass es den richtigen Zeitpunkt in unseren Leben nicht geben wuerde, und wir waren doch schon recht alt, also wurde es das mal Zeit.

Einige grosse Reisen sind jetzt erstmal nicht drin, wir waeren gerne nach Peru oder Sued-Indien gefahren, aber das ist mit dem Zwerg nun nicht ideal. Aber wir sind vorher viel gereist, also ist das nicht besonders stoerend.
Genauso ist das jetzt mit dem Ausgehen, das sich durch einen Babysitter dann gewaltig verteuert. Machen wir jetzt auch deutlich seltener.
Beides war uns schon vorher klar und wir haben auch darueber nachgedacht, waren uns dann aber einig, dass uns ein Baby das alles wert sein wuerde (und so ist es auch).

Als ich dann schwanger wurde, war mir zunaechst doch mulmig ums Herz und ich habe mich gefragt, ob das nun die richtige Entscheidung war. Meine Gynaekologin hat mir dann erklaert, dass das voellig normale Gefuehle seien. Zum Glueck sind 9 Monate eine recht lange Zeit, um sich an so einen Zwerg zu gewoehnen.

Gute Eltern...was versteht man darunter?
Als berufstaetige Mutter wird frau wohl immer ein schlechtes Gewissen haben.

Gruss, Nosmo

Inaktiver User
21.12.2006, 11:16
Liebe Moonlight,

mein Freund und ich üben seit zwei Monaten. Die Entscheidung, ob wir Kinder haben wollen, haben wir schon vor längerer Zeit mit JA beantwortet. Den Zeitpunkt, nun richtig anzufangen, haben wir gewählt mit dem Wissen, dass es den "richtigen Zeitpunkt" sowieso nicht gibt und nie geben wird.
Ich bin mit 25 Jahren noch recht jung, mein Freund ist jedoch schon Anfang 40. Da wir beide nicht wollen, dass er so ein richtig alter Vater wird, haben wir irgendwann gesagt: jetzt - da auch die weiteren Lebensumstände eh nicht planbar sind.

Uns ist bewußt, dass ein Kind das Leben radikal verändern wird. Auf was wir dann verzichten müßten, haben wir jedoch nicht vordergründig im Kopf. Sicherlich sind dann keine langen Abenteuerurlaube mehr drin, auch mit Aus- und Durchschlafen ist es dann Essig, für die Beziehung wird es ein Härtetest sein und finanziell ist diese Entscheidung auch nicht zu unterschätzen - aber für uns ist ein Kind doch in erster Linie eine Bereicherung und auch ein Zeichen unserer Liebe und Verbundenheit. Ich bin gespannt darauf, wie so eine Mischung aus ihm und mir wohl sein wird. Und ich freue mich darauf, die Welt wieder mehr aus Kinderperspektive betrachten zu können. Und ich freue mich auf die Schwangerschaft.

Ob wir gute Eltern werden? Mmmmh, das weiß man doch eigentlich immer erst hinterher. Aber wir beide werden unser bestes geben, dessen bin ich mir sicher. Es ist eine riesige Herausforderung, die ich gern bereit bin einzugehen. Und in vielen Situationen wird dann wohl eh der Bauch entscheiden, was zu tun ist. Und sicher werden wir Fehler machen. Aber vieles werden wir hoffentlich auch richtig machen!

An meinem Kinderwunsch sind mir noch nie Zweifel gekommen, höchstens am Zeitpunkt und der gesellschaftlichen Situation. Aber wenn ich mir dann wiederum vorstelle, wie und wo auf der Welt andere Mütter ihre Kinder großziehen, dann will ich mich nicht beschweren, denn wir haben es gut hier. Du merkst, ich sehe die Dinge eher positiv. Leben bedeutet nun mal eben Veränderung und an diesen Veränderungen kann und wird man wachsen.

Ich hoffe, dir damit weitergeholfen zu haben.

Liebe Grüße, Adbine

Tigerente
21.12.2006, 12:06
Ich hatte vorher Zweifel. Als ich dann schwanger war, gar keine mehr. Ich habe mich oft gefragt, ob ich diese Veränderung meines Lebens will. Jetzt, wo ich den Kleinen habe, sehe ich, dass ich die Veränderung gar nicht so radikal empfinde - allerdings habe ich auch ein pflegeleichtes Kind. Nur die ersten 3-4 Wochen waren hart - jetzt genieße ich. Und freue mich trotzdem auch wieder auf's Arbeiten (im Januar geht's Teilzeit wieder los). Da habe ich auch kein schlechtes Gewissen.

Hm, ich würde fast gerne mehr schreiben - aber auch das ist eine Veränderung des Alltags - keine Endlossessions mehr in der Bricom.

Marie_128
21.12.2006, 12:12
Hallo Moonlight,

ein Kind verändert das Leben radikal. Das ist einfach so. Ausgehen, Städtereisen, spontane Dinge sind nur mit Planung zu verwirklichen. Dessen sollte man sich bewußt sein.

Wenn man sich nur schwer mit dem Gedanken anfreunden kann, dass der Gang zu Italiener nicht mehr so ohne weiteres zu machen ist, dann sollte man vielleicht tatsächlich nochmal nachdenken ob man wirklich schon ein Kind möchte.

Aber ... dieser Verzicht ist ja nicht für immer, sondern "nur" für ein paar Jahre und in diesen Jahren bekommt man dafür einiges anderes "geschenkt". Man kann die Entwicklung von so einem kleinem Würmchen miterleben und man erfährt eine wirklich einmalige Liebe und wird von seinem Kind bedingungslos wiedergeliebt. Das wiegt vieles, für mich sogar fast alles auf !!!

Enorm wichtig finde ich auch, dass man sich sehr bewußt macht, dass die Paarbeziehung nicht mehr so einfach läuft, sondern dass man sich hier auch sehr anstrengen muß und sich trotz allem Streß und Schlafentzug immer wieder Zeit füreinander nimmt und miteinander spricht. Und einfach einander wieder zuhört. Unsere Männer brauchen halt auch immer wieder ein paar (seelische) Streicheleinheiten :freches grinsen: . Als Frau muß man schon ein bissle darauf achten sich nicht im Muttersein zu verlieren ... was wirklich nicht immer ganz einfach ist.

Ob man eine gute Mutter wird, ich glaube das fragt sich jede Schwangere. Für mich selber hab ich diese Frage so beantwortet ...

Ich bin meinem Kind die beste Mutter, die ich sein kann. Was immer auch in meiner Macht steht werde ich für das Kleine tun. Aber ich bin nunmal auch nur ein Mensch und werde Fehler machen, das kann ich einfach nicht verhindern. Unsere Welt ist nunmal leider nicht perfekt, das muß leider auch mein Baby irgendwann lernen.

Oder flapsiger ausgedrückt ... ich kann nur entscheiden WESHALB mein Kind als Erwachsener in eine Therapie muß und nicht OB :freches grinsen:

LG
Marie

moonlight312
25.12.2006, 09:23
vielen lieben dank für eure antworten.. !!!