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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Impfen



Tongtong
20.12.2006, 14:45
hallo zusammen,

mir schwirrt im moment gerade der schädel. ich versuche seit ein paar tagen, informationen zum thema impfen zusammenzutragen, da bei meinem sohn demnächst die u6 ansteht und ich das thema da ansprechen möchte.

mein sohn ist 10 monate alt. als das thema das erste mal anstand, hatte ich mich nicht soo ausgiebig mit befasst. wir haben uns vom arzt beraten lassen und es wurde eine fünffach-impfung. ich habe mich im nachgang schlau gemacht und bin mit der entscheidung eigentlich zufrieden, vor allem was tetanus und keuchhusten angeht. ob man noch impfungen gegen polio braucht... mmh

nun würden bald impfungen gegen masern, röteln, mumps und windpocken anstehen.
masern halte ich aufgrund der wohl möglichen komplikationen für absolut erforderlich. bei mumps und windpocken bin ich ein wenig im zweifel, da es sich eigentlich um „normale“ kinderkrankheiten handelt. hier wird es doch eher kritisch, wenn sich diese krankheiten ins jugend- oder erwachsenenalter verschieben (nachlassende immunität nach impfung?)

mein hauptproblem ist aber, dass es mir bislang nicht möglich war, an wertfreie informationen zu kommen. es gibt entweder die gruppe der impfbefürworter (zu denen ich mich eigentlich zählen würde..) oder die der impfgegner. und irgendwie hat man das gefühl, dass doch eigentlich jeder gute gründe hat. das macht mich ganz kirre.

wie habt ihr eure kinder impfen lassen oder was habt ihr vor? warum oder warum nicht gegen hepatitis b oder pneumokokken, mmr etc.?

ich würde mich freuen, wenn wir das ganze ohne dieses schubladendenken für/wider impfen diskutieren könnten, denn die wahreit liegt wahrscheinlich irgendwo dazwischen???

für web- oder literaturtipps wäre ich übrigens auch dankbar.

ganz liebe grüße
tong tong

Laborschnecke
20.12.2006, 15:55
Hallo Tongtong,
ich bin zwar keine Mutter, aber Deine Meinung zur Impf-Diskussion teile ich auch.
Zu Mumps ist mir nur eingefallen, dass bei Komplikationen u.a. auch Infertilität bei Jungen Folge sein kann. Und das ist das am wenigsten bedrohliche.
Die Immunität nach Impfung soll Jahrzehnte anhalten. Ich selbst habe mich mit 25 noch einmal gegen Mumps impfen lassen- allerdings wollte ich da nur gegen Röteln geimpft werden (wegen eventuell eintretender ungeplanter Schwangerschaft riet mir meine Ärztin dazu), damals hat man mir diesen Dreifachimpfstoff gegen Mumps, Masern und Röteln gegeben (Ist das MMR?). Den halte ich für sinnvoll.

Gegen Windpocken kann man impfen? Wußte ich gar nicht. Mein Großvater hat die Windpocken dreimal gehabt....
Ich selbst bin als Kind auch wie empfohlen gegen Masern geimpft worden- ich habe sie trotzdem ziemlich schlimm gehabt.

HepatitisB-Virus wird über Blut übertragen, also auch sexuell. Ich habe gerade bei "Netdoktor" gelesen dass die Impfung für Kinder Standard ist- *staun* ich wurde nur gegen HVB geimpft, weil ich im Krankenhaus mit Patientenblut zu tun hatte.

Pneumokokken, auch da wird die Impfung für alle Kinder empfohlen. Das finde ich ertaunlich, weil immer wieder geschrieben wird, das Kinder damit im Normalfall zurecht kommen, wenn sie nicht gerade eine Abwehrschwäche haben. Allerdings hat man die Pneumokokken wohl auf der Haut- eine solche Infektion kann also schnell mal passieren.
Da aber der Impfstoff zuverlässig ist, würde ich meinem Kind eine solche Erkrankung lieber ersparen als die Impfung- ist ja auch Stress für die Eltern.

Ich gebe zu, das ist mehr ein Denkanstoss als ein Ratschlag. Aber ich bin selbst sehr gespannt auf weitere Antworten.

Man wird wohl nicht verhindern können, dass Kinder mal krank werden....
Laborschnecke

xanidae
20.12.2006, 17:16
impfen ist glaubenssache.

ich bin absoluter impfbefürworter und impfe gegen alles was möglich ist. auch im krankheitsfalle würde ich jedes medikament geben, dass möglich ist. für mich ist das impfen eine art präventivmedikament.

als ich mit meinem 2. sohn zur u4 war, kam ein mädchen ins wartezimmer, dass ca. 2 minuten später von der leicht panischen arzthelferin ins quarantänezimmer umgeleitet wurde: verdacht auf masern. da ist mir das herz in die hose gerutscht, da eine masernerkrankung gerade bei säuglingen schwerwiegend sein kann. vor diesem erlebnis war ich eher tolerant und dachte, jeder soll machen was er will, danach bin ich militanter geworden in meiner impfhaltung - es ist ein emotionales thema.

zu den windpocken, ich hatte diese selbst zweimal. das erste mal war wohl 'harmlos' (d. h. 3 wochen), beim zweiten mal 6 wochen krank, mit schlimmsten schmerzen und pusteln.

nosmoking
20.12.2006, 17:45
Es gab in der "Zeit" (www.zeit.de) vor einigen Wochen eine Serie zur Kindergesundheit, da war auch ein recht guter Artikel ueber's Impfen dabei.

Auf jeden Fall impfen sollte man gegen Tetanus, Hemophilus influenzae B, Roeteln bei Maedchen bzw. Frauen, Masern.

Polio und Diphterie wuerde ich auch machen lassen, da beides zwar seltene, aber echt graessliche Krankheiten sind.

Mumps kann recht unangenehme Folgeschaeden haben wie Hirnhautentzuendung oft mit daraus resultierender Taubheit oder eine Hodenentzuendung mit Unfurchtbarkeit.

Pneumokokken koennen zwar selten, aber dennoch bei Kindern eine unangenehme Hirnhautentzuendung verursachen, daher habe ich mein Baby dagegen impfen lassen.
Ebenso die Schluckimpfung gegen Rotaviren, denn die machen eine echt fiese Magendarmentzuendung, die viele Kleinkinder ins Krankenhaus bringt wegen Dehydrierung.

Eine Impfung gegen Meningokokken halte ich fuer ueberfluessig bei normalen Babys, ebenso Hepatitis B.

Keuchhusten hat zwar nur sehr selten Folgeschaeden, ist aber eine unangenehme Krankheit, daher habe ich das bei meinem Baby auch machen lassen. Varicella? weiss ich noch nicht.

Gruss, Nosmo

Inaktiver User
20.12.2006, 18:06
ich fände z.b. röteln bei jungs auch wichtig.

wer möchte denn mit seinem söhnchen eine schwangere anzustecken riskieren?


habe (noch) keine kinder, aber seit 15 jahren hunde. und dort haben sich die impfgegner auch immer mehr zusammengerottet. ich impfe trotzdem gegen alles, was möglich ist, und entwurme viermal im jahr. :smirksmile:

Willauch
20.12.2006, 19:30
Huhu Tongtong,

nur kurz ein Literaturtip von mir:

Martin Hirte: Pro und Contra impfen.

Hat mir ganz gut weitergeholfen.

Liebe Grüße von willauch

Tongtong
20.12.2006, 19:42
danke euch schonmal für eure meinungen. weiss jemand, wie es sich damit verhält, dass ein geimpftes kind "träger" ist? wir hatten den fall mit keuchhusten im bekanntenkreis. kind ist gegen keuchhusten geimpft, die krankheit ist natürlich nicht ausgebrochen, der kleine hat aber seinen vater angesteckt.... :ooooh:

dass man windpocken zweimal bekommen kann, wusste ich garnicht autsch..

das mit der hirnhautentzündung ist anscheinend bei vielen krankheiten das fiese riskio (anscheinend nicht nur bei masern). mein schwager hatte das als kind nach einer mumps-erkrankung ganz heftig.

vor masern hatte ich als mäxchen noch mini war auch ziemliche angst. ist halt sch..., wenn man die kleinen einerseits noch nicht impfen kann, sie sich aber bereits anstecken können. hab auch immer paranoia bekommen, wenn ein kind zu nahe an den kinderwagen ran ist...

bei pneumokokken habe ich gelesen (seiter der impfgegner is klar :freches grinsen:), dass es ca. 90 verschiedene Typen von erregern gibt. gegen sieben wird geimpft, aber die vier häufigsten sollen wohl fehlen, da der impfstoff in den usa entwickelt wurde und dort andere typen für die erkrankungen verantwortlich sind (quelle: www.impfschaden.info)

dass man kinder gegen hep. b impft, finde ich auch etwas verwunderlich, da die immunität bis ins jugendliche alter (dann wenn es "interessant" werden könnte) schon wieder abgenommen haben soll.

danke willauch für den buchtipp, werd gleich mal bei amazon nachschauen. wie hast du greta impfen lassen?

Tigerente
20.12.2006, 19:50
Hallo Tongtong, das mit dem Keuchhusten muss Zufall gewesen sein - bei Impfung mit Totimpfstoffen kann man eigentlich niemanden anstecken. Wie's bei Lebendimpfstoffen (Masern etc.) ist, weiß ich nicht.

Ich hab' mir zur Impffrage auch viele Gedanken gemacht - wir haben sogar jetzt nur 4-fach geimpft, d.h. Keuchhusten, Diphterie, Polio und Tetanus. Hib ist inzwischen eine sehr seltene Krankheit, und da der Impfstoff im Verdacht steht mit einem Anstieg von kindlichem Diabetes zu tun zu haben (die Frage ist wohl nicht abschließend geklärt, ob der Verdacht nun stimmt oder nicht) und wir in beiden Familien Diabetes haben, haben wir uns da für das Impfschmarotzertum entschieden und das nicht geimpft. Hepatitis B fanden wir für ein Baby auch Quatsch.

Über die Kinderkrankheiten müssen wir noch nachdenken, wobei wir Windpocken auf keinen Fall impfen werden.

Gruß, Tigerente

Tahnee
20.12.2006, 19:59
Ich habe auch nur Polio, Tetanus, Diphtherie + Keuchhusten gemacht. Hepatitis B bei Babay ist echt blödsinnig. Röteln bei Mädchen vor der Pubertät muss auch nicht sein.

Sonnensterne
20.12.2006, 20:52
Hallo,

das Buch kann ich auch nur empfehlen!!!

Gruß
Sonnensterne

Tongtong
20.12.2006, 21:05
so, buch ist bestellt. die rezensionen klangen recht vielversprechend...

Loewenzaehnchen
20.12.2006, 21:14
Hi,
ich habe einige Antworten nur so überflogen, aber zum Thema Windpocken fällt mir noch ein, dass die sich im Erwachsenenalter als Gürtelrose wiedermelden können, und das ist selbst in milder Ausprägung kein Spass. Das spricht in meinen Augen sehr dafür Windpocken im Kinder-/Jugendalter zu vermeiden (abgesehen davon das Windpocken ja auch übel genug sind).

N.

Tahnee
20.12.2006, 21:20
Loewenzaehnchen, okay Windpocken jucken ordentlich. Aber wenn man schnell reagiert und vom Kinderarzt schnell die Lotion besorgt gg. den Juckreiz und das Austrocknen der Bläschen geht das doch schnell vorbei.

Tongtong
20.12.2006, 21:23
hallo löwenzähnchen,

diese sogenannte zweiterkrankung der windpocken soll wohl aber leider (achtung wieder info von impfgegnern... ich krieg die krise..) eher durch das impfen verursacht werden. sprich die kinder kriegen keine windpocken mehr sondern im erwachsenenalter gürtelrose.

nun gut, ich warte mal auf mein buch :buch lesen:

AnnaK
20.12.2006, 21:59
Huhu Tongtong,

wie wir uns in Sachen Windpocken verhalten werden, wissen wir noch nicht. Unsere Kinderärztin argumentiert für die Windpockenimpfung mit einem recht neu entdeckten Zusammenhang von Windpocken und kindlichen Schlaganfällen. Eben beim Googeln fand ich u.a. diesen Artikel dazu:
Windpocken-Schlaganfall-Zusammenhang (http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/79787/index.html)

Mir ist die Korrelation einerseits (noch) zu niedrig bzw. zu wenig erforscht. Andererseits frage ich mich, ob wir dieses Risisko nicht ausschließen sollten...

LG, Anna

Loewenzaehnchen
20.12.2006, 22:31
Ich hatte Windpocken und Gürtelrose, an die Windpocken kann ich mich noch sehr gut erinnern, weil ich schon etwas älter war. Ja, das kann man auch durchstehen, man kann ja auch mal eine Weile krank sein und Schmerzen haben, das muss man ja nicht unbedingt immer vermeiden. Das gleiche gilt sicher auch für eine Gürtelrose, zugegeben. Und mir war nicht bewusst, dass man Gürtelrose auch nach der Impfung bekommen kann (aber da das wohl attenuierte Viren sind, macht es ja Sinn). Also entschuldige ich mich für den unqualifizierten Kommentar
(Wahrscheinlich ist meine Gürtelrosen-Erinnerung noch zu frisch)

Insgesamt tendiere ich auch mehr dazu, nur dagegen zu impfen wo bleibende Schäden entstehen können oder die Sache lebensbedrohlich wird (für einen selbst und andere, Stichwort "Durchimpfung der Bevölkerung")

N.

Inaktiver User
20.12.2006, 23:30
Hallo an Alle,

meine Tochter ist 6 Jahre alt und mein Sohn 4.
Sie haben die Grundimmunisierungen natürlich längst hinter sich -
aber auch ich habe mich mit diesem Thema ausführlich beschäftigt und habe damals (natürlich) auf den Kinderarzt "gehört" und habe den neuesten "angesagtesten" Impfstoff geben lassen - das war 2000/2001 HEXAVAC (6-fach)
bei meiner Tochter - und mein Sohn wurde 2002/2003 mit INFANRIX (ebenfalls 6-fach) geimpft.

Schon vor ein paar Tagen habe ich durch Zufall erfahren, daß HEXAVAC im September 2005 die Zulassung entzogen wurde!
Zwar wohl offiziell mit der Begründung, daß der Hepatitis B-Schutz
bei Impfung mit Hexavac nicht ausreichend sei, aber einige Stimmen behaupten, daß dieser Impfstoff schon bei der Zulassung problematisch war. Jedenfalls gab es offiziell 5 Todesfälle (4 in Deutschland, 1 Österreich) innerhalb 24 h nach Impfung mit Hexavac.....bei allen Kindern wurde ein Hirnödem festgestellt.
Das schockiert mich (im Nachhinein) wirklich sehr.....

Und ich bin wirklich "für" das Impfen und habe mich eben damals von den Argumenten für die 6-fach-Impung überzeugen lassen.
Ich konnte zum Glück bei beiden Kindern bei keiner Impfung (auch MMR) irgendeine Reaktion feststellen - weder lokal noch systemisch.
Aber wenn ich darüber nachdenke......da wird einem doch ganz anders.....
Du willst dein Kind "schützen" - und läßt ihm den Tod spritzen...
Ja - das Risiko ist gering, aber wenn man dieser 1 Fall von 400.000ist, hilft einem das auch nicht weiter.

Liebe Grüße

Willauch
21.12.2006, 09:22
@Tongtong:
Wir haben zwischen 4- und 5-fach Impfung geschwankt. Letzendlich wurde es die 5-fach. Die aber auch erst als Greta ein halbes Jahr alt war. Mit drei Monaten war uns echt zu früh. Mit den nächsten Impfungen haben wir uns noch garnicht beschäftigt. Erst mal diese gut hinkriegen.

Alles liebe dir!

willauch

P.S. Schön mal wieder was von dir zu lesen:smile: .

Tigerente
21.12.2006, 11:34
Schmachtende und ihr Anderen,

ja, das ist das Problem. Eine Impfung ist ein aktiv eingegangenes Risiko, eine Krankheit ein passiv eingegangenes, wie es so schön heißt. Dh. man kann sich wohl eher damit abfinden, wenn dem Kind durch Krankheit was passiert als wenn es durch die Impfung geschieht, mit der man das ja vermeiden wollte. Dummerweise ist das Krankheitsrisiko höher als das Impfrisiko, weshalb die Abwägung so schwer ist.

Ich gehöre ja nicht zu denen, die (wie die echten Impfgegner) in der Pharmaindustrie alles Böse dieser Welt sehen. Aber als Privatversicherte sehe ich, was Impfstoffe kosten, und welch riesiges finanzielles Interesse dahinter stehen kann, dass ein Impfung von der STIKO empfohlen wird - dann zahlt das nämlich für alle in Deutschland geborenen Babies die Krankenkasse. Für den Impfstoff nur für unsere 4-fach Grundimmunisierung (insgesamt 4 Impfungen) kommen da schon mal lockere 200 Euronen zusammen.

Schlichtweg erpresserisch finde ich z.B. die Praxis, gewisse Einzelimpfstoffe vom Markt zu nehmen, um zur Benutzung von Mehrfachimpfstoffen zu zwingen. So gibt es keinen einzelnen Mumps oder Röteln-Impfstoff mehr, soweit ich weiß. Man muss also, wenn man Masern impfen will, entweder MMR impfen oder muss hoffen, dass das Kind bis zur Pubertät (wo's dann wirklich gefährlich werden kann) Mumps und Röteln bekommt, wenn man vorher nur Masern impfen will. Was wegen der hohen Durchimpfungsrate aber nicht unbedingt gewährleistet ist.

Oh, muss Schluss machen, mein Kind nölt rum.

Viele Grüße, Tigerente

Yuli
27.12.2006, 20:48
Wir haben unsere Tochter gegen alles geimpft, was von der STIKO empfohlen wird. Mir fehlt das wissenschaftliche Hintergrundwissen, um selber in die Materie wirklich einzusteigen - ich gehe einfach mal davon aus, dass die Experten der STIKO schon wissen, was sie tun. Klar, finanzielle Interessen der Pharmaindustrie sind gegeben - aber auch Impfgegner und -Kritiker haben ein finanzielles Interesse an der Diskussion, schliesslich geht es um den Verkauf ihrer Bücher etc. Was mir auch zu denken gegeben hat, ist die Tatsache dass die WHO den Impfstatus in D teilweise als bedenklich betrachtet, und vor einer Weile kam es ja auch in NRW zu einem Masernausbruch. Interessanterweise finden sich unter den Impfgegner viele "wissenschaftskritische" Akademiker - in manchen Kreisen scheint es fast zum guten Ton zu gehören gegen Impfungen zu sein.

Tigerente
28.12.2006, 10:36
Hallo Yuli, eine Frage: kannst Du mir dafür (WHO betrachtet Impfstatus als bedenklich) mal 'ne Quelle angeben? Das hat Julla auch mal zitiert, ich habe eben mal danach gegoogelt und konnte nichts finden. Mich würde mal interessieren, was die im Detail sagen/schreiben.
Ich häng' ja immer zwischen Baum und Borke, finde Impfungen nicht generell verdammenswert wie meine Schwägerin und meine Schwiegermutter, aber glaube auch nicht ans blinde Befolgen der Empfehlungen der STIKO. Insofern sammel ich immer Infos aus allen Lagern für meine Meinungsbildung.

Viele Grüße, Tigerente

sri
28.12.2006, 17:59
Hallo,
ich empfehle die Seiten des Robert-Koch-Instituts, dort gibt es mehrere Artikel, z.B, über Durchimpfung von Schulanfängern etc.
http://www.rki.de/cln_006/nn_389374/DE/Content/Infekt/Impfen/impfen__node.html__nnn=true
Falls der Links nicht gehen sollt, einfach Robert-Koch-Institut googeln und Unterpunkt Impfen anklicken.
Gruß,
Sri

Tigerente
28.12.2006, 19:33
@sri: vielen Dank. Genau die hatte ich auch gefunden. Da lese ich aber was von Durchimpfungsraten von 90 % bei Schulkindern, was mir jetzt nicht so niedrig vorkommt, und in einem Artikel über Impfgegner stand da, in Deutschland sei deren Zahl im Vergleich zu anderen Ländern gering.
Deshalb interessiert mich wirklich die Quelle zu der WHO-Aussage, die ich nun schon zum zweiten Mal höre. Wobei ich mich frage, ob sich die nicht auf Erwachsene bezieht, denn da scheint die Impfmüdigkeit wohl größer zu sein. Sobald kein Kinderarzt im Rahmen der Us mehr darauf achtet, vergessen manchmal selbst die größten Impfbefürworter, dass man manche Sachen im Erwachsenenalter auch mal auffrischen sollte.

xanidae
29.12.2006, 09:05
soweit ich mich an einen artikel in der zeit erinnere, ging es wohl darum, dass die erstimpfung wohl von einem großteil der kinder erhalten wird, die zwei/drittimpfung aber von einem viel geringeren teil. d. h. kinder mit nur einer masernimpfung können sehr wohl an masern erkranken. das gleiche gilt für erwachsene.

zahlen hab ich nicht im kopf.

Yuli
01.01.2007, 18:06
Tigerente, ich weiß leider nicht mehr, wo ich das gelesen habe - das war nicht im Internet, sondern ein Artikel, ich glaube in irgendeinem Wartezimmer... Aufhänger war diese Maserngeschichte in NRW. Aber beim googlen bin ich auf den Wikipedia-Artikel zum Impfen gestossen, den fand ich ganz informativ: http://de.wikipedia.org/wiki/Impfung

Tigerente
02.01.2007, 08:48
Hallo Yuli,

schade! Hätte ich gerne mal so direkt als Pressemeldung o.ä. von der WHO gehabt. Denn in Zeitschriften etc. wird auch gerne falsch zitiert, was das Impfen angeht. Ich bin wirklich nicht der typische Impfverweigerer, aber wenn man mal anfängt, genau hinzuschauen, sieht man deutlich, wie alle Seiten (Befürworter und Gegner) gerne die Wahrheiten verdrehen. Da wird dann in einer Broschüre, gesponsort von der Pharmaindustrie, aufgelistet, wieviele Maserntodesfälle es pro Jahr gibt, aber verschwiegen, dass 99,9% davon in den Entwicklungsländern geschehen. Umgekehrt behaupten Impfkritiker teilweise, Mumps sei eine völlig harmlose Kinderkrankheit, bei der es nie Komplikationen gibt - mein Mann ist seinerzeit an einer mit Mumps zusammenhängenden Hirnhautentzündung fast gestorben. Und das trotz bester medizinischer Betreuung in der Kinderklinik einer Uniklinik, die einen sehr guten Ruf hat. (Naja, mit schlechterer Betreuung wär er vermutlich draufgegangen.) Ich finde es so schwer, in diesem Sumpf der Fehlinformation von allen Seiten eine vernünftige Entscheidung zu treffen.
Ich würde mir wünschen, ich könnte wie Du mich einfach dafür entscheiden, der STIKO zu glauben. Wobei ich zugeben musss, dass ich, wenn ich wie Du in Indien wohnen würde, vielleicht teilweise auch anders entschieden hätte, was das Impfen angeht.

Viele Grüße, Tigerente

Yuli
03.01.2007, 02:25
Tigerente, wenn ich in Deutschland leben würde, würde ich einige der Impfungen wahrscheinlich auch hinterfragen. Aber ich frage mich, nach welchen Kriterien man als Laie entscheiden soll, welche Impfung eventuell weniger wichtig ist? Dazu fehlen mir nicht nur sachliche Informatiionen, sondern auch das Hintergrundwissen - ich bin Ökonomin, keine Medizinerin.
Das Argument, dass viele Krankheiten heute nicht mehr so oft auftauchen, zählt ja nicht - das ist ja nur passiert, weil die Durchimpfungsraten hoch genug sind.
Gruss, Yuli

Victoria3000
03.01.2007, 07:56
Ich habe auf die Schnelle auch nur folgendes gefunden:

Impfprofil D:
http://www.who.int/vaccines/globalsummary/immunization/countryprofileresult.cfm?C='deu'

Artikel zum Thema Impfschutz (Masern):
http://www.euro.who.int/PressRoom/pressnotes/20060518_1
http://www.dw-world.de/dw/article/0,2144,2025964,00.html

VG

v3000

Tigerente
05.01.2007, 21:08
Ja, Yuli, das Argument, dass es die Krankheiten fast nicht mehr gibt, das zählt wirklich nicht. Wenn wir uns entschließen sollten, MMR z. B. nicht zu impfen, dann rechnen wir damit, dass unser Kind die Krankheiten auch bekommt. Ich denke, das muss man sich vorher überlegen.
Eine Ausnahme war für mich Hepatitis B, da das bei den hiesigen Hygienebedingungen ja wirklich fast nur über Geschlechtsverkehr übertragen wird. Und da wird meinem Sohn dann in angemessenem Alter eingebleut, dass er gefälligst Kondome zu benutzen hat, da das auch vor AIDS schützt, wogegen man ja nun nicht impfen kann.

Ich habe halt versucht, mich so gut wie möglich zu informieren. Natürlich bin ich medizinischer Laie, aber wenn man in den verschiedensten Quellen nachliest, festigt sich irgendwann ein Bild.
Und ich schaue mir halt schon auch an, wie viele Fälle es von gewissen Krankheiten in D überhaupt gibt. Wenn dann die Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind vom Auto überfahren wird, 20mal so hoch ist, dann überlege ich mir schon, ob ich dagegen impfen muss. (Also bei Krankheiten, wo die Wahrscheinlichkeit schon vor Einführung der Impfung so gering war.)

Yuli
09.01.2007, 06:13
Die Notwendigkeit der Hep B Impfung war mir auch nicht so ganz klar, aber anscheinend ist es so, dass man durch die Impfung im Saeuglingsalter lebenslang einen besseren Schutz hat. Und das Risiko einer Uebertragung durch unsaubere medizinische Instrumente ist anscheinend auch in D nicht zu unterschaetzen. Ich habe beim Robert Koch Institut ein ganz interessantes Dokument (http://www.rki.de/cln_006/nn_225576/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2006/46__06,templateId=raw,property=publicationFile.pdf/46_06) gefunden.

Yuli
09.01.2007, 06:18
Oh, sorry, der Link ist zu lang und ich weiss nicht, wie ich ihn umwandeln kann. Und in das "Aendern"-Feld komme ich auch nicht mehr rein. Hm, wenn es dich interessiert, Tigerente, guck mal auf www.rki.de nach "Epidemilologisches Bulletin", Nr. 46 vom september 2006.

xanidae
09.01.2007, 08:08
auch ich kann den beitrag nicht mehr ändern, aber du kannst die links verknüpfen, in dem du z. b. das wort link schreibst, es markierst und auf die erdkugel klickst, da erscheint dann ein feld, wo du deinen link eingeben kannst. so gibts keine überlänge.