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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ernährungsumstellung bei Allergiegefährdung



Janie33
19.12.2006, 09:48
Hallo Ihr Lieben,

ich habe früher gern unter " Wir wollen, bekommen ..." geschrieben, aber diesen Strang gibt es wohl nicht mehr? Seit der Geburt meiner Kleinen im Juli habe ich es leider nicht mehr geschafft, dabei zu bleiben. Einen lieben Gruß jedenfalls an alle die mich noch kennen!

Aber nun zu meinem Thema:

Meine kleine Emilia wurde am 09.07.06 geboren und ist daher jetzt gut 5 Monate alt. Da wir von der Seite des Vaters ein Allergierisiko mitbringen (Heuschnupfen) habe ich Emilia bis jetzt ausschließlich gestillt und mit HA-Nahrung zugefüttert.

Jetzt habe ich aber immer mehr den Eindruck, dass ihr diese Nahrung nicht mehr reicht, da sie tagsüber alle drei Stunden wieder Hunger hat und in der Nacht leider auch nicht mehr durchschläft. Etwa seit dem 4. Monat hat Emilia es eigentlich gut geschafft in der Nacht von 7 bis 7 zu schlafen, das einzige Problem war hin und wieder ihr fehlender Nuckel und sobald der wieder im Mündchen steckte, schlief sie sofort wieder ein.

Dies ist jetzt nicht mehr so, sie wacht gegen drei Uhr auf und weint ausdauernd und lässt sich nur sehr schwer wieder beruhigen. Ich vermute, dass sie Hunger hat, da ich andere Ursachen, Zahnen etc., ausschliessen möchte. Ich möchte ihr aber nachts ungern wieder ein Fläschen geben, da sie sich dann wieder an diese Unterbrechung gewöhnt.

Nun weiß ich aber, dass man bei Allergierisiko vor dem 7. Lebensmonat nicht mit Breichen zufüttern soll. In anderen Ländern wird allerdings schon sehr früh zugefüttert und auch recht vielfältig verschiedene Lebensmittel ohne das in diesen Ländern verstärkt Allergien auftreten.

Daher jetzt meine Fragen:

Wer hat Erfahrung mit der Ernährungsumstellung bei allergiegeährdeten Kindern?

Kann ich jetzt schon mit den Breichen beginnen und muss das zwingend mit dem Mittagsbrei starten?

Kann ich nicht auch mit dem Abendbrei beginnen, damit Emilia wieder gut schlafen kann?

Und was muss ich beachten. Dürfen die Breie z.B. keine Folgemilch enthalten und glutenfrei sein?

Ach es wäre schön, wenn jemand ein paar Tips für mich hat.

Bis dahin liebe Grüße

Tigerente
19.12.2006, 10:36
Hallo Janie,

schön von Dir zu hören. Unser Lasse ist ja genau 4 Wochen jünger als Deine Emilia (Glückwunsch noch), und ich plane (wegen Arbeitsbeginn) auch ca. 2 Wochen vor Ende der besagten 6 Monate das Zufüttern zu beginnen (trotz Allergiegefährdung). Ich denke, so eng darf man das nicht sehen. Wir merken schon jetzt, dass Lasse uns sehr interessiert beim Essen zusieht, und als wir (wegen Problemen mit der Flasche) jetzt mal mit Muttermilch per Löffel rumprobiert haben, hat er sehr interessiert das Mäulchen aufgesperrt.
Ich denke, probier's ruhig. Ich glaube aber, man sollte wohl tatsächlich mit Gemüse anfangen, da das wohl leichter verdaulich ist als der Abendbrei, und sich die Verdauung erst noch umstellen muss bei den Würmchen. Sonst ist Emilia vielleicht satt, aber schreit wegen Bauchweh in der Nacht.
Mehr kann ich dazu nicht sagen, da wir eben erst in ca. 3-4 Wochen damit anfangen werden - und dann wohl mit den klassischen Möhrchen.

Viele Grüße, Tigerente

Inaktiver User
19.12.2006, 12:40
Hallo Janie,

wenn nur noch zwei Wochen fehlen, dann würd ich mir keinen Kopf machen. Meine Tipps:
- mit Mittagsbrei anfangen (meinem Kind hat die Umstellung ganz schön zu schaffen gemacht - Blähungen, Verstopfungen etc., das willst du bestimmt nicht nachts haben)
- mit nur einer Gemüsesorte anfangen (mein Sohn hat Karotte überhaupt nicht vertragen, ich hab dann Pastinake und Kürbis gegeben)
- mindestens ein-bis zwei Wochen nur eine Sorte geben und dann immer nur eine Zutat pro Woche dazu geben - so kriegst du leicht mit, ob das Kind was nicht verträgt
- auch später möglichst Breie mit wenig verschiedenen Zutaten füttern.
Viel Glück bei den ersten Versuchen
Honigbienchen

Sanofi
19.12.2006, 12:44
Hallo Janie!

Unser Sohn ist jetzt 15 Monate, von der Seite meines Mannes hat er auch ein erhöhtes Allergierisiko mitbekommen (er hat Heuschnupfen und sein Bruder Neurodermitis). Ich habe 6 Monate voll gestillt und dann ganz normal mit dem Mittagsbrei angefangen, später dann nachmittags. Kurz nach dem Abendbrei, den ich mit Vollmilch angerührt habe, hat er am Oberarm Ausschlag bekommen, sowohl KiA als auch Hautarzt stellte Neurodermitis fest. Dann habe ich den Brei mit HA-Milch angerührt, da war der Ausschlag wieder weg. (Rat der Hebamme) Der KiA empfahl mir, mit der Beikost wieder von vorn anzufangen, d.h. mit Möhrchen und dann schrittweise Neues einzuführen, um zu sehen, auf was er reagiert. Fakt ist bei Neurodermitis auch, dass es auch unabhängig von der Nahrung durch andere Sachen ausgelöst werden kann. Also habe ich das nicht gemacht, auch andere Kinder in der Krabbelgruppe hatten solchen Ausschlag, allerdings war es bei denen kein ND. Seit Manuel ein Jahr ist, bekommt er normale H-Vollmilch und verträgt sie auch – der Ausschlag ist weg, er hat nur manchmal leicht trockene Haut!

Ob Nicht-mehr-durchschlafen und Hunger zusammenhängen, weiß ich nicht. Meiner hat erst mit 9 Monaten mehr als 6 Stunden am Stück geschlafen, vorher wollte er nachts alle 3 Stunden an die Brust (ich habe nie ein Nuckel, weder Sauger noch Flasche an ihn reingekriegt). Bei einer Bekannten hat der Sohn mit 2 Wochen durchgeschlafen, allerdings nur, bis sie angefangen hat zuzufüttern. Seitdem gibt’s jede Nacht Zirkus.

Ach ja, irgendwas stand da auch in einem Artikel in ELTERN (wg. Allergien und Essen).

LG
Sanofi

Inaktiver User
19.12.2006, 13:23
Hallo Janie,

schön von dir zu hören!

Ich würde auch eher dazu raten, mit dem Mittagsbrei zu beginnen. Bei uns war/ist es so, dass Jonathan mit dem Abendbrei die meisten Probleme hat. Also diese alte "Weisheit", dass man abends Brei füttern soll, damit die Kinder besser schlafen, ist bei uns voll "in die Hose" (oder eher eben nicht in die Hose...) gegangen. Jonathan hatte zum Teil starke Blähungen und unsere Nächte waren insgesamt viel unruhiger. Es hat eine Zeit lang gedauert, bis wir draufgekommen sind, dass es am Essen liegt. Das Problem ist auch noch nicht ganz gelöst.
Die Vorgehensweise für die Beikost hat Honigbienchen ja schon beschrieben. Bei uns war Karotte auch nicht so der Renner, am liebsten isst Jonathan Kürbis. (Und der veursacht im Gegensatz zu Karotte auch keine Verstopfung.)
Liebe Grüße und viel Erfolg mit der Beikost! :freches grinsen:
Norea

Janie33
19.12.2006, 14:28
Danke ihr Lieben,

ich werde es wohl so machen, wie ihr beschrieben habt, also erst Mittagsbrei etc.

Um unsere Kleine schon mal an den Löffel zu gewöhnen, will ich ihr zwischendurch immer mal wieder ein Löffelchen allergenarmes Obst anbieten. Was meint Ihr ?

Viele liebe Grüße

Tongtong
19.12.2006, 22:24
hallo janie,

ich würde nicht unebdingt mit "süß" anfangen, dann könnstest du möglicherweise probleme bekommen, den mittagsbrei an den mann (äh die frau :freches grinsen:) zu bekommen.

dafür hat der mensch zu sehr die vorliebe für süßes (fruchtwasser, mumi..)

an den löffel gewöhnen sich die kleinen ja auch beim mittagsbrei.

viel erfolg,
liebe grüße tong tong

Tongtong
19.12.2006, 22:26
ach so und nochmal zum thema durchschlafen. das hat absolut nix mit beikost zu tun. sicherlich ist es wichtig, dass die kinder tagsüber satt werden, damit sie sich nachts nicht melden.

aber selbst wenn sie nachts keinen hunger haben... zum durchschlafen (vor allem alleine wieder einschlafen) gehört noch viel mehr. dafür brauchen die kleinen zeit.

Tigerente
20.12.2006, 10:15
Wieso behaupten eigentlich immer alle, MuMi wäre süß? Ich habe aus Neugier neulich mal bei mir probiert - und dachte, dass nach dieser Plörre ein ungewürzter Karottenbrei vermutlich tatsächlich eine kulinarische Sensation für die Kleinen sein muss. (Nebenbei gesagt - ich stehe gar nicht so auf besonders süß, insofern kann's daran nicht gelegen haben, dass ich die Milch nicht süß fand.)

Tahnee
20.12.2006, 10:22
Hallo,

Meine Lütte war/ist durch ihren Vater auch allergiegefährdet und ich habe über 11 Monate voll gestillt und erst dann mit zufüttern angefangen. Dann allerdings auch mit Pastinake und Kürbis. Ging sehr gut.

Mit süss würde ich auch nicht unbedingt angefangen.

Tahnee

Tongtong
20.12.2006, 13:34
@tigerente: also meine mumi war süß :wie?: ansonsten schmeckts wirklich nach rein gaaanix. aber den kleinen mundets und das ist die hausptsache

Inaktiver User
22.12.2006, 12:51
@ Tigerente, TongTong: Bei Mumi kommt es ja auch darauf an, was Mami gegessen hat. Wenn Tigerente also nicht so besonders viel Süßes isst, schmeckt ihre Mumi vielleicht wirklich weniger süß.
@ Janie: Aus meiner Erfahrung kann ich nur sagen, sei vorsichtig mit Obst! Gerade bei einem allergiegefährdeten Kind würde ich (auch allergenarmes) Obst erst nach ein paar Beikostwochen einführen.
Ich glaube auch nicht, dass es notwendig ist, die Kleinen extra an den Löffel zu gewöhnen. Irgendwann haben sie es heraußen und das dauert einfach. (Bei uns hat es über einen Monat gedauert. Beim nächsten Kind würde ich in dem Fall Beikostpausen einlegen und es nach zwei, drei Wochen wieder versuchen. So eine Fütterung kostet ziemlich viele Nerven, wenn das Kind noch nicht so richtig will.)
lg Norea

MarieHelen
22.12.2006, 20:18
Hey Janie,

einen ganz lieben Gruß auch von mir!!!

Ole ist von beiden Seiten allergiegefährdet, aber ich habe reinen Gewissens nach knapp sechs Monaten mit Beikost angefangen; klappte gut :-). Dazu wurde ja auch alles geschrieben!

Obst würde ich auch erst später auf den Speiseplan setzen; aber wenn Du gern den Löffel "vorstellen" möchtest, gib Deiner Kleinen doch einfach mal Wasser oder HA-Milch vom Löffel. Ole fand das immer klasse.

Alles Gute!
MH