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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gibt es noch Hoffnung?



kathi16
18.12.2006, 18:35
Hallo Zusammen,

ich bin neu hier und ich muss auch mal meiner Seele etwas Luft machen...
Aber zuerst wünsche ich allen "Leidenden" viel Kraft!

Also, ich schreibe meine Geschichte einfach mal auf:
Im September diesen Jahres habe ich einen tollen Mann "neu" kennen gelernt. ´Mit "neu" meine ich, dass es seit Jahren ein entfernter Arbeitskollege in unserem internationalen Konzern war. Also vom Sehen kennen wir uns seit ca. vier Jahren.
Und im September haben wir uns auf einer gemeinsamen Verkaufsreise näher kennen gelernt und die Anziehung war sofort da.
Er sagte, er wusste von der ersten Sekunde, dass ich die Frau für eine feste Beziehung mit ihm bin.
Am Ende dieser Woche, also Donnerstagabend, sind wir uns richtig nahe gekommen und am Freitagnachmittag habe ich ihn direkt bis Samstag besucht.
Wir wohnen ca. 200km auseinander, also führten wir eine Wochenend-Beziehung. Allerdings war ich immer nur bei ihm in seiner Wohnung, da ich noch mit meiner Mutter und Schwester zusammenlebe. Meine Zuhause und meine Freunde hat er nie kennen gelernt.
Unsere WE waren immer sehr, sehr schön. Wir haben immer viel unternommen. Sogar seine Freunde und Eltern habe ich ganz schnell nach einigen Wochen kennen gelernt.
Er sagte mir immer, was für eine tolle Frau ich sei, das meine Blicke ihn so tief berühren und was er alles mit mir unternehmen möchte (Amerika-Reise) etc...
Man muss dazu sagen, dass er bis Juni eine 5,5-jährige Beziehung hinter sich hat. Seine Ex-Freundin war wesentlich jünger als er (8 Jahre). Ich bin 27 und er ist 29 Jahre alt, also ziemlich optimal, mal abgesehen von vielen gleichen Ansichten und einem ähnlichen Job. Seine Ex hat ihn, obwohl er um sie gekämpft hat, mehr oder weniger verlassen, obwohl sie nicht im Streit auseinander gegangen sind. Er sagt, er sei über die Frau hinweg, aber nicht über die damaligen Umstände, wie es passiert ist und was mit ihm trotz seiner Mühen gemacht worden ist?!

Und vor 5 Wochen fingen unsere Probleme an.
An einem Samstag als ich zu ihm fahren wollte, rief er mich im Auto an und bat um 24 Stunden Bedenkzeit. Er hätte "böse" Gedanken in seinem Kopf (Zweifel, Enge), über die er sich klar werden möchte. Wie es mir ging, könnt ihr Euch sicher vorstellen... Ich war so gut wie auf der Autobahn auf dem Weg zu ihm... Ich muss dazu sagen, dass ich einige Tage vorher meine Kündigung nach sechs Jahren von meiner Firma bekommen habe und etwas durcheinander war. Er hat mich in dieser Zeit wunderbar unterstützt, sogar sein Vater hat mir geholfen... Aufgrund seiner Wohnnähe zu Frankfurt, habe ich mich auch auf Jobs in FFM beworben, Dort sind in unserer Branche einfach die bsten Vakanzen. Wie gesagt, 200km von meinem Wohnort enfernt.
Den Sonntag drauf, also einen Tag später rief er mich und wollte noch eine Woche nur für sich, keine Telefonate und kein Treffen, aber eine Trennung wollte er nicht.
Da ich es aber gerne wollte mit ihm persönlich zu sprechen, haben wir uns dann doch auf halbem Wege getroffen und geredet.
Als er mich sah, kippte er sofort in seiner Entscheidung. Er dachte, ich wollte unbedingt einen Job in seiner Nähe annehmen und direkt Nägel mit Köpfen machen, also zusammen ziehen, in einem Jahr heiraten etc..., das habe ich allerdings nie zu ihm gesagt, er hat sich das einfach zusammengereimt. Er hat geweint und gesagt, er wolle mich nicht verlieren und es weiter langsam angehen lassen. Er wäre eben sehr freiheitsliebend. Die nächsten beide Tage habe ich beim ihm verbracht...
Die nächste beiden Wochen waren toll, viele Telefonate, SMS etc... Er sagte mir am nächsten WE, dass er sich richtig in mich verliebt hätte und er sich voll für die Beziehung entschieden hätte. Die weitern beiden WE haben wir uns mehr als zuvor gesehen, also nicht mehr von Freitag-Sonntag (da ich ja auch nicht mehr arbeiten musste), sondern zum Teil eben von Donnerstagabend bis Montagmorgen.
Also ich vor genau zwei Wochen am Montagmorgen nach Hause gefahren bin, kamen anschliessend bei ihm wieder die Zweifel und er dachte, dass er jetzt zum Glück fünf Tage frei hätte!!
So verging die Woche und ich habe gemerkt, dass etwas nicht stimmte, weniger Anrufe, eben so wie bei seiner letzten "Attacke".
Eigentlich wollte er das WE drauf, also letztes Wochenende zum 1. Mal zu mir kommen. Dazu kam es nicht mehr, am Donnerstagmorgen vorher rief er mich an und beendete die Beziehung. Er erzählte, dass diese Zweifel nicht sein dürften und er es besser beendet, bevor es zu spät sei. Er wollte eigentlich am letzten WE zu mir sagen: "Ich liebe Dich", weil es schön war, aber dann konnte er es nicht aussprechen... Aber sagte mir immer, wie wohl er sich mit mir fühlt und wie schön eswäre, wenn ich bei ihm bin?!
Weiter sagte er, dass er die Nähe nicht ertragen kann und das gesamte "Beziehungspaket" samt Anrufen, SMS schreiben müssen, Verantwortung haben etc. nicht abliefern kann und will. Denn er hätte dieses Paket schon mal 5,5 Jahre abgeliefert und einen Arschtritt dafür bekommen, gleichzeitig sagt er aber, dass er über seine Ex hinweg sei, aber eben nicht über das Wie des Endes. Und wenn es die großen Gefühle gewesen wären, wären diese Zweifel sicher nicht gekommen, so sagt er.
Ok, soweit so gut. Ich habe ihn um ein persönliches Treffen gebeten, was er mir verweigert hat. Er sagte, dass es für ihn keinen Sinn machen würde und seine Entscheidung steht. Ich habe ihm gesagt, dass ich möchte, dass er mir dies ins Gesicht sagt. Er wollte das Treffen nicht und auch wenn wir uns treffen, würde er mir dies nicht ins Gesicht sagen wollen. Weiterhin sagt er, würde er mich vermissen, aber diese Gefühle dann eben unterdrücken und dass er so kühl zu mir sei, sei reiner Selbstschutz. Alle meine Sachen hat er mir per Post zugestellt!
Hätte ich diesen Respekt nicht verdient, nach der ganzen Nähe und unserem Austausch.
Am Freitag drauf haben wir nochmal miteinander telefoniert, diesmal ohne Heulerei meinerseits. Ich habe ihm gesagt, dass man Reisende nicht aufhalten kann und das ich zutiefst verletzt bin. Er erklärte nochmal seine Gefühle und begründete seine Entscheidung als ein Mix Gefühlen und reiner Kopfentscheidung. Wobei es mir vorkommt, wie ein Befreiungsschlag. Er sagte, er könne sich nicht ausreichend öffnen und er habe alles so gemeint, wie er in den einzelnen Momenten gesagt hat. Er hat es immer 100% ernst gemeint, sonst hätte er mich nicht seinen Freunden und Eltern vorgestellt.
Ein persönliches Gespräch hat er mir für Januar, also so in vier Wochen angeboten, wenn die Emotionen nicht mehr so stark sind. Warum kann er das nicht eher, wenn er doch angeblich so ebgeklärt ist?
Auch wenn es nur 2,5 Monate waren, so war die Zeit wirklich sehr intensiv, wir haben uns sehr vetrauliche Dinge erzählt und auch zusammen geweint und uns gut kennen gelernt. Im Bett hat es immer auch wunderbar gepasst...
Ich war die letzten Tage wirklich sehr tapfer, ich habe nicht mehr angerufen, keine SMS geschrieben, nichts. Ich wollte ihm die Zeit geben mich zu vermissen. Und es hat mich unendlich viel Kraft gekostet! Dann , letzten Freitag hat er mich angerufen, wollte hören, wie es mir geht und ob meiner neuer Arbeitsvertrag gekommen sei... Zum Ende des Gespräches fragte er mich, ob ich ihm noch etwas sagen möchte. Ich habe gesagt, nicht so übers Handy und vielleicht noch nicht jetzt, da er mir immer noch nicht das persönliche Treffen anbietet. Vielleicht glaubt er, er könne wieder kippen, wenn er mich sieht, so wie beim, letzten Mal??!! Mittlerweile geht es mir relativ gut, kann wieder fast durchschlafen und sehe mein Leben nicht mehr als völlig leer und unbedeutend an.
Ich habe viele Ratgeber gelesen, die alle von weiterem Kontakt abraten, erst wenn man übewr den Berg ist und nicht mehr hofft. Aber derzeit hoffe ich noch... Es war doch alles so wunderbar.
Ok, ich sehe ein, ich hätte mich mehr rar machen müssen, nicht jedes WE zu ihm fahren sollen, vor allem nicht, nach dem ersten Knall vor vier Wochen, aber wir haben beide auf das Gaspedal getreten..
Wieso ruft er mich nach einer Woche schon an? Wieso fragt er, ob ich ihm etwas sagen möchte? Dieser Anruf hat mich wirklich wieer weit zurück geworfen, und ich hoffe... Bei seinem Schlussmach-Anruf konnte er nicht schnell genug wieder auflegen, man könnte es nicht tot diskutieren und es wäre jetzt eben so??!!
Wieso kommen seine Zweifel erst nachdem ich wieder weg bin und wenn ich da bin, fühlt er sich so wohl?
Oh man, das ist ein echter Roman geworden, aber ich musste mir das mal von der Seele schreiben.
Kann ich noch hoffen? Wie kann ich um ihn kämpfen, denn das habe ich ihm in keinster Weise signalisiert?!
Wenn man sich einfach weniger sehen würde?
Ich weiß, vielleicht war ich auch viel zu verkrampft, weil ich wollte, dass es diesmal einfach klappt und alles auf ihn gesetzt habe. Das hat er sicherlich gemerkt und die Notbremse gezogen. Aber es war wirklich eine wunderbare Zeit, das sagt er auch. Ich weiß auch, dass ein Mann eine Frau nie verlassen würde, wenn die Gefühle überwältigend sind. Aber wie er sagt, dass nach seiner Kopfentscheidung alle Gefühle zurückgehen und er sie unterdrückt, ist doch auch nicht der richtige Weg, oder?
Was glaubt ihr, kann ich oder sollte ich tun?
Danke an alle, die bisehr gelesen haben!!!
Für alle Erfahrungen und Ratschläge Eurerseits wäre ich sehr dankbar. Ich weiß, es war etwas Besonderes zwischen uns, was einfach zu schnell weggeschmissen worden ist...

DANKE und viele Grüße,
Kathi

Ypnowoman2
19.12.2006, 13:37
Ich sage, dass von Juni bis September viel zu wenig Zeit vergangen ist, um sich über die Gründe des Scheitern einer jahrelangen Beziehung im klaren zu sein. Und ich sage, sei ganz ehrlich wenn ihr telefoniert, aber konzentriere dich auf dich und mache ihn nicht zum Mittelpunkt deines Lebens. Wenn du das geschafft hast, habt ihr gute Chancen auf eine, zu erst, lockerere Beziehung, die sich aber im Laufe der Zeit entwickeln kann. Du musst dich nicht rar machen um ihn zu bekommen, du solltest ihm nur nicht das Gefühl geben du erwartest was von ihm, sondern geniesst einfach mit ihm zu sein. Es ist nicht einfach, aber es ist machbar - aber es funktioniert nur, wenn du das in deinem Inneren auch so spürst und es ihm auch klar sagst. Meine Erfahrung.

kathi16
19.12.2006, 19:22
Hallo Ypnowoman2,

lieben Dank für Deine Antwort.:lachen:

Ich finde es sehr schön, dass Du als Aussenstehende meine Situatiuon als nicht ganz hoffnungslos siehst.

Ich bin noch nicht so weit, dass ich alle Hoffnung aufgeben kann, die Phase kommt vielleicht noch...
Heute war ein ganz guter Tag für mich. Habe ein langes Gespräch mit einem Freund geführt, der mich und mein Leben sehr gut kennt.
Er sit der Meinung, dass ich mich und meine eigenen Probleme (noch zu Hause wohnen, Kündigung, allgemeine Unzufriedenheit) erst in den Griff bekommen muss. Ich werde mir jetzt bald eine eigene kleine Wohnung nehmen, damit es mir wieder besser geht und ich mein Leben für mich gestalte, was mir wirklich fehlt.
Aus der Vergangenheit trage ich ziemlich viel Verantwortung für Mutter und Schwester und habe mich immer zurückgestellt.

Ich habe mit meinem "Ex" nie darüber gesprochen, weil ich mich eigentlich gut fühlte, aber jetzt wird mir klar, dass ich, obwohl er es langsam angehen lassen wollte, die Wochenenden und unser Sehen aber immer länger wurden (ich musste ja nicht mehr arbeiten..), für diese Tage mit all meinen Problemen mehr oder weniger bei ihm eingezogen bin. Ich hatte keine geregelten Bahnen mehr und bei ihm konnte ich eigenständig leben, was ich zuhause im Alltag nicht tue (banale Dinge wie einkaufen, kochen, Freunde zu sich einladen etc.). Das alles haben wir bei ihm getan und ich habe meine Wünsche und Träume/Defizite sehr stark auf ihn projiziert. Ich denke, er konnte nur die Notbremse ziehen und sich befreien.

Vielleicht ist mein Herz zu sehr mit alten Dingen belastet (Vater hat uns verlassen, Ex-Ex-Freund mit bester Freundin fremdgegangen), die ich noch nicht richtig verarbeitet habe und daher nicht genug Platz für ihn in meinem Herzen war. Wie gesagt, wir haben nie über diese Dinge gesprochen, aber vielleicht habe ich entsprechend gewirkt und habe dann eben geklammert.

Ich versuche bei mir alles zu ordnen, dass es MIR besser geht. Ich bin furchtbar stolz auf mich: ich rufe ihn nicht an, keine SMS, keine Mail, kein Vorbeifahren, keine Beschimpfungen! Ich möchte, auch wenn es für immer sein sollte, in seinen Augen eine Frau mit Klasse und Würde bleiben und nicht zur "Furie" mutieren.

Ich gebe mir und ihm jetzt die Zeit, ich kann so einiges für mich ändern, und vielleicht gibt es dann im nächsten Jahr die Möglichkeit für ein ehrliches, erwachsenes Gespräch, indem ich mich und alles mal erzähle und erkläre. Er sagt zwar, es hätte mit mir nichts mit mir zu tun und die Entscheidung würde stehen. Aber auch mein guter Freund sagt, dass es für meinen Ex-Freund ein Befreiungsschlag gewesen sein muss und er das nicht für immer ausschliessen kann...
Ich weiß es nicht, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Bei den Postsendungen von ihm mit meinen Sachen, lag ein Zettel, indem er schreibt, dass er sich nicht genug öffnen konnte und das ihm alles so leid tut.
Mein guter Freund sagt dazu, auch mein Ex habe nur Halt gesucht und ich konnte es ihm nicht geben...

Ich habe nie gedacht, dass wenn man über die eigene Probleme und die Lebenssituation nicht spricht, trotzdem alles so sichtbar und fühlbar ist, erschreckend!

Ich hoffe, mit dem zukünftigen Gespräch, eine neue Vetrauensbasis schaffen zu können und mal von mir und meinen Wünschen zu erzählen.
Vielleicht kann ich ihn dazu schon in meine eigene Wohnung einladen und ihm damit signalisieren, dass ich mein eigens Leben aufbaue und forme. Wie gesagt, er war nie in meiner Stadt, in meinem Zuhause oder mit bei meinen Freunden. So gerne würde ich ihm mein Leben zeigen.
Denn ich bleibe dabei, im grunde ist die Anziehung sehr stark und die Lebensentwürfe sehr gleich.

Ich hoffe, ich mache alles richtig, fühlt sich zumindest sehr gut an für mich!
Glaubst Du, man ist so durchsichtig und hat dann eine entsprechend Aura? Ich wollte ihm nie etwas vorspielen, ehrlich! Glaubst Du, dies ist ein guter Weg?

Liebe Grüße und Danke fürs Lesen,
Kathi16

Inaktiver User
19.12.2006, 21:10
liebe kathi,

das ist ein sehr guter weg. finde deine basis, lerne alleine glücklich zu sein. vllt. ergibt sich mit der zeit wieder was. vllt. auch nicht. vllt. habt ihr einander eine zeitlang gebraucht. vllt. brauchtest du ihn um jetzt diese schritte zu tun. als brücke. verstehst du, was ich meine? ohne dieses erlebnis hättest du nie die kraft gehabt dein leben zu ändern. also, sei ihm im tiefsten herzen dankbar dafür, dass er dir die kraft gegeben hat.

baue nicht auf ihn, sondern auf dich. wenn es sein soll, dann ergibt sich was, wenn nicht dann nicht. es tut weh, unglaublich, ich weiss das, das kannst du mir glauben, aber am ende des tunnels ist licht

lg bine

Ypnowoman2
19.12.2006, 23:50
Kathi
ich finde, du kannst stolz auf dich sein. Aber nicht weil du ihn nicht kontaktierst, sondern weil du es verstanden hast.
Du bist gut!
:smirksmile: :blumengabe: