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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wenn der ex freund stirbt



Inaktiver User
15.12.2006, 18:48
Mein Ex-Freund ist vergangene Woche gestorben. Morgen ist seine Verabschiedung. Es ist alles sehr verwirrend. Ich bin unendlich traurig und gleichzeitig geht aber mein Leben weiter- im JOb viele Meetings, die ich irgendwie die Woche durchgestande habe, ein sehr verständnisvoller Freund (wir wohnen zusammen), der natürlich verwirrt ist, dass ich so mitgenommen bin.

Ich habe ihn damals verlassen, weil er keine Kinder wollte und nicht heiraten- wir vollkommen verschiedene Lebensstile und Vorstellungen wie wir alt werden möchten. Ich habe sehr rational mich getrennt. Ich dachte ich sei stark und mache alles richtig- und jetzt diese Nachricht und die Gedanken in meinem Kopf spinnen nur so. Es kommt immer in Wellen- gut, dass ihr euch getrennt habt und ich würde alles geben ihn wieder zu sehen. Ich konnte mich nicht einmal verabschieden, so schnell ist sein Tod passiert. Sonntags ins Krankenhaus und Donnerstag tod. Ich wurde erst 3 Tage später infomiert.

Ich wünsche euch allen, die ihr auch mit dem Tod gerade leidet, viel Kraft.

Er war mal die Welt für mich. Er wird mir sehr fehlen. Ich wünschte mir ich hätte ihn auch nach der Trennung öfters gesehen- aus Selbstschutz habe ich es nicht getan. Ich bin aber froh, dass wir wenigstens oft gesprochen haben.

May

Hillie
15.12.2006, 18:56
Hallo liebe mayflower,
es ist immer traurig, wenn ein Mensch stirbt, den man gut gekannt hat und es ist ganz verständlich, dass man sich Gedanken macht, ob man nicht doch noch mal usw.
Du hast dich damals von ihm getrennt und du hattest deine (guten) Gründe. Es war sicherlich auch für dich und deinen jetzigen Freund richtig und gut, dass du keinen weiteren Kontakt mehr hattest.
Schade natürlich schon, dass du ihn nicht nochmals hast sehen können, aber vielleicht hätte das alles nur noch schlimmer gemacht.
Gib ihm den Platz in deinem Leben, der ihm (deiner Meinung nach) gebührt und freue dich, dass du einen so verständnisvollen Freund hast. Die Zeit wird auch hier die Erinnerung verblassen lassen und den Schmerz lindern. Lebe im Jetzt und Heute.
Ich umarme dich
Hillie

Inaktiver User
13.01.2007, 09:15
Liebe Hillie,

ich hatte einfach noch nicht die Zeit Danke zu sagen- Du hast Recht in den von Dir genannten Punkten.

Mir geht es zwischenzeitlich besser. Es sind Wellen der Trauer- er war Flugbegleiter und früher, wenn ich morgens zur Arbeit gefahren bin, habe ich oft in Frankfurt die FLieger gesehen und an ihn gedacht. An manchen morgen schaue ich den Himmel an und sehe ein Flieger und weiss, dass er nicht mehr drin sitzt, dann werde ich sehr traurig. Seine ELtern haben mir sein "Flügel" geschenkt, dass ist eine Anstecknadel die die Airlines den MItarbeitern schenken. Manchmal hole ich Sie heraus und nehme mir ein bisschen Zeit um an ihn zu denken. Er fehlt mit. Zum Schluss waren wir einfach sehr gute Freunde, nichts romantisches.

Seine Eltern sind beide sehr alt und sehr sehr traurig. Sie laden mich ständig ein, sie in den Staaten zu besuchen. ABer alleine kann ich ja nicht hin - da würde mein Freund (verständlicherweise streiken) und ihn mitnehmen? Was sagen die Eltern? Komische Situation.

Es ist das erste mal, dass jemand stirbt, der mir sehr nahe steht. Ich habe oft das Gefühl er ist trotzdem da- steht neben mir oder schaut wie es mir geht. Ich habe heute nicht mehr soviel ANgst vor dem Tod, als vor seinem Tod....

Mein Freund will von all dem nichts mehr hören. Also rede ich nicht mehr darüber- spreche mit guten Freundinnen. Mich nervt es, dass alle erwarten man solle einen solchen Tod schneller abhaken (weil wir ja nicht zusammen sind)- wer sagt denn wie lange man für wen trauern darf? Für die Eltern am längsten, für ein eigenes Kind für immer, für den Partner für Jahre bis man sich neu verliebt, für eine gute Freundin einige Wochen, für den Ex nur eine WOche?

Trauer bleibt trauer. Für mich ist es trotzdem so, als müsste ich mich komplett nochmals von ihm trennen. Dieses mal nicht, weil es meine Wahl war, sondern weil er gegangen ist.

May

Inaktiver User
13.01.2007, 09:37
Liebe @Mayflower

'Das wird nie vergehn - und ich empfinde es mittlerweile
als schön, das Trauer nie vergeht. Sie ändert nur ihr
Angesicht im Laufe der Zeit.

Wenn du tiefe Trauer empfindest, dann hat dein Herz
eine Öffnung. Eine Öffnung für diesen Menschen, der da
immer sein darf.

Bei mir war es nicht der Exfreund. Wir waren beide verheiratet.
Ich bin es ja immernoch. Bei mir war es eine ganz besondere
freundschaftliche tiefe Verbindung. So wertvoll.

Ich für meinen Teil muss zu all dem sagen, wenn du nun so
empfindest - versuch es als Trost zu sehen, dass du so
intensiv empfinden kannst. Jetzt! Dieser Mensch ist dann
nie weg für dich.
Es kommt auch eine Zeit da wirst du es nicht mehr so
nach aussen bereden müssen. Da wirst du es in dir tragen.
In dir tragen und zufrieden sein das du diesen Menschen gekannt
hattest.

LG :blumengabe:

Inaktiver User
20.01.2007, 08:28
Liebe Strelia,

das tut mir sehr leid- den Partner zu verlieren, muss unglaublich schwer sein.

Danke für Deine netten Worte- es ist das erste Mal, dass ich einen Menschen verliere, der mir sehr nah stand und all diese gemischten Gefühle kannte ich bisher noch nicht.

Ich konnte schon immer "intensiv" fühlen (was manchmal auch sehr anstrengend war- verliebt, verletzt etc- immer Drama) aber letztendlich macht das intensvive Fühlen doch unser Leben aus.

Lieben Gruß & schönes Wochenende,
May

Inaktiver User
20.01.2007, 08:41
Liebe Mayflower

Dieser Mensch war nicht mein 'Lebenspartner , er war
ein Mensch ,der immer für mich da war ohne zu wissen
wie wichtig es in diesem Moment war ,da zu sein.

Wir waren beiden verheiratet. Ich bin es ja noch.
Er ist gestorben und hinterlies seine Familie.
Wir, er und ich waren so - es war einfach wunderschön
wenn er da war und ich auch dort war.
Ich kann es nicht besser hier erklären

Schönes WE :blumengabe: