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Inaktiver User
15.12.2006, 13:05
Hallo zusammen!

Gibt es hier jemanden der seine Kinder während des Studiums bekommen hat?

Ich bin 23 studiere Medizin im dritten Semester und wünsche mir sehnlich ein Kind. Der Wunsch wächst mehr und mehr und ich frage mich wann der "richtige" Zeitpunkt ist. Den "richtigen" wird es bei mir zwar voraussichtlich nicht geben, trotzdem möchte ich Kinder und das nicht erst in fünf Jahren. Mein Partner ist 32, hegt den selben Wunsch und wollte eigentlich immer ein "junger" Vater werden. Es ist jedoch nicht so, dass ich mich davon unter Druck gesetzt fühle. Ich selber kann mir eine Familie gut vorstellen, bin davon überzeugt, dass die Umsetzung mit Organisationstalent machbar ist, frage mich aber, ob ich dieser doppelten Herausforderung von Familienleben und Studium gewachsen bin und den Kindern genug Mutter sein kann.
Eine Freundin von mir studiert mit ihrer mittlerweile vierjährigen Tochter ebenfalls Medizin. Sie ist im siebten Semester und ermutigt mich meine Wünsche umzusetzen. Ich zweifle trotzdem immer wieder, obwohl mein Partner hinter mir steht, was bei ihr nicht der Fall ist.

Im allgemeinen habe ich den Eindruck, dass es sozusagen zwei Lager gibt, was das Thema "Studium mit Kind" anbelangt: Die einen sagen man hätte nie wieder so viel Zeit wie während des Studiums, die anderen haben wenig Verständnis für diesen "Spagat zwischen Wickeltisch und Hörsaal".
Was meint Ihr dazu? Gibt es Möglichkeiten diese Vorstellung umzusetzen oder geht man ein Abendteuer ein, dessen Ausgang nicht vorhersehbar ist und dessen Folge zu Lasten der Kinder ginge?

Nun wäre ich euch für Eure Erfahrungswerte und Meinungen dankbar und würde mich sehr freuen vom ein oder anderen zu hören.....

Pheline

Sauvi
15.12.2006, 13:16
Hallo Pheline,
schau mal weiter unten (Seite 3) den Thread "Vereinbarkeit mit Beruf: Baby früh oder spät?".
Da haben einige gepostet, die gerade im Studium oder bei der Promotion sind.
Grundsätzlich ist es sicher so, dass diese Entscheidung nur von euch selber getroffen werden kann. Den richtigen Zeitpunkt gibt es nie.
Im Studium hast du den Vorteil, freier deine zeit einteilen zu können, aber es wird das Studium sicher um 1-2 Semester verlängern. Oft gibt es an Unis mittlerweile gute Betreuungsmöglichkeiten, hast du dich danach schon erkundigt?
Wie sieht es finanziell bei euch aus? Wenn du einen festen Job hast, ist das Elterngeld höher, als es dir als Studentin zusteht. Verdient dein Freund genug? Ist eure Beziehung gesfestigt genug, dass daraus eine Familie weren kann?

Alles liebe für dich und euch eine gute Entscheidung!
Sauvi

irism
15.12.2006, 13:20
Hallo Pheline,

mein Mann und ich haben und das neulich auch überlegt, da wir beide (25) lieber gleich als später Nachwuchs hätten und lieber junge Eltern wären.

Unsere Ausgangslage sieht so aus, dass mein Mann gerade promoviert und ich mein Studium abschließe. Überlegungen galten dem Fall, dass ich auch noch ne Diss anhänge. (Was ich nicht tue, andere Gründe...)

Ein Argument pro Kind während dem Studium ist sicher, dass man sich seine Zeit einteilen kann.
Wichtig für uns wäre gewesen, dass wir uns so die Zeit mit dem Kind teilen könnten und mein Mann mehr von den ersten Monaten miterleben kann, als das bei Berufstätigkeit üblicherweise möglich ist. Wie sieht denn das bei dir aus, was macht dein Freund? Könnte er dich unterstützen? Denn die Belastung Baby und Studium hätte ich alleine nicht tragen wollen, auch wenn es an den meisten Unis gute Bereuungsmöglichkeiten gibt.

Außerdem würde ich die finanzielle Situation genau analysieren. Wie würdet ihr euch finanzieren? Studierst du an einer Uni mit Hochschulgebühren, etc...

Nun, leider kann ich dir nicht mit Erfahrungen helfen aber vielleicht Anregungen geben...
Und entscheiden müsst ihr das sowieso alleine... ich wünsche euch viel Glück dabei

Zada
15.12.2006, 13:30
hi pheline!

vorab: ich bin 31 jahre alt, hab weder ein kind (wir wollen aber nun eins) und ich habe nicht studiert.

allgemein rate ich immer dazu sich erst für ein kind zu entscheiden, wenn man denkt/bzw. sich zutraut dass es man es notfalls auch ohne partner schaffen kann.
ist zwar wenig romantisch, aber ich habe bereits eine scheidung hinter mich gebracht (und die trennung lief bestens!) und daher weiß ich, dass jegliche zukunftsversprechen reine momentaufnahmen gepaart mit hoffnung sind. ich wünsche dir natürlich, dass dein partner und du für immer zusammen bleibt, aber man sollte sich eben auch vor augen führen, wieviele paare sich jedes jahr trennen, wieviele alleinerziehende mütter es gibt.

dazu kenne ich viele elternpaare, bei denen der mann im voraus große reden geschwungen hat, was er alles für sein kind tun will und tun wird - jetzt, wo das kind da ist, hat sich herausgestellt, dass es leider nur gerede war. praktisch bleibt alles an der mutter hängen. viele aus meinem bekanntenkreis sind auch alleinerziehend, das ist nicht wirklich ein zuckerschlecken.

was machst du, wenn dein kind eine körperliche oder geistige behinderung hat? die zukunftpläne einer bekannten wurden durch das down-syndrom von kind nr. 1 sowie dem herzfehler von kind nr. 2 zunichte gemacht.
was machst du, wenn du vielleicht zwillinge bekommst? (kann ja durchaus passieren.)

pheline, die entscheidung, ob du nun schon über ein kind nachdenken solltest, musst du für dich ganz alleine treffen. ich kann dir nur raten in deine überlegungen mit einzubeziehen was wäre, wenn es mit dem partner nicht klappt und du auf dich allein gestellt bist.

ganz ehrlich? studium + kind - das wäre für mich nicht vorstellbar gewesen.

ich wünsche dir, dass du die richtige entscheidung triffst.

liebe grüße
zada

Laborschnecke
15.12.2006, 13:42
ganz ehrlich? studium + kind - das wäre für mich nicht vorstellbar gewesen.

Für mich auch nicht...
Aber bei mir lag es auch daran, dass ich keinen Partner hatte, der das auch (schon?) wollte, und auch keinen, der ein Kind hätte finanzieren können. Ich war noch von meinen Eltern abhängig und die wollte ich auf keinen Fall auch noch mit einem Enkel belasten, ich wollte erst einmal unabhängig sein.

Das ist auch nach wie vor so: Auch wenn mein Freund ein Kind unterhalten kann, so will ich das in der Not auch allein schaffen.

Mein Hinderungsgrund war also das Geld, emotional hätte ich es mir vielleicht vorstellen können. Allerdings bin ich dann nach dem Studium durch eine depressive Phase gegangen, das Kind wäre mit mir als Mutter gestraft gewesen.

Inaktiver User
15.12.2006, 17:07
Danke Euch für Eure vielseitigen Antworten...

Würde auf den ein oder anderen Punkt mal näher eingehen, dann bekommt Ihr noch ein genaueres Bild von unserer Situation und ich habe die Möglichkeit noch ein bischen zu reflektieren...

Bezüglich Betreuungsmöglichkeiten habe ich mich zwar noch nicht näher erkundigt, allerdings weiß ich, dass es mehrere Einrichtungen gibt, bei denen mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Darauf kann man sich ja gegebenenfalls dann im Voraus einstellen. Werd mich mal näher erkundigen.

Finanziell sieht es bei uns ganz gut aus, da ich vor dem Studium schon Berufstätig war und auch jetzt immer nebenbei gejobt habe. Daher habe ich einige Rücklagen. Mein Freund arbeitet Vollzeit, hat ein festes Einkommen, jedoch völlig chaotische Arbeitszeiten (Schichtdienst). Wir hatten uns überlegt, dass ich das erste halbe Jahr beim Baby bleiben würde, da ich wenn möglich voll stillen möchte. Dann würde mein Freund Elternzeit nehmen und natürlich wäre es dann finanziell nicht so rosig wie im Moment, aber machbar wäre es schon. Da sind wir in einer ganz glücklichen Lage muss ich sagen :smile: .

Zur Beziehung würde ich folgendes sagen: Wir passen zusammen wie die Faust auf's Auge, worüber ich absolut glücklich und erfüllt bin! Allerdings heißt das nicht und das ist mir sehr wohl bewusst, dass das immer so bleiben wird. Wir wissen beide, dass unsere Beziehung nicht nur Zuckerschlecken ist, sondern Arbeit bedeutet. Hinzu kommt, dass ja beide fortwährend in einer persönlichen Entwicklung stecken und wer sagt, dass man sich immer parallel entwickelt, bzw. parallele Wege geht!?

Im Moment würde ich ein Kind als Bereicherung empfinden. Meine Bedenken sind eben dahingehend, dass ich ihm eine gute Mutter sein will und mich trotzdem nicht aufgeben möchte. Allerdings bin ich auch nicht so karriereorientiert, dass ich mein Studium in der Regelstudienzeit durchziehen muss. Vielleicht finde ich ja den richtigen Mittelweg..... So hoffe ich zumindest, denn später in der Klinik gilt es sich erst einmal dort zu etablieren und ich glaube nicht, dass das Arbeitsleben locker sein wird. Zumindest nicht bis ich meinen Facharzt habe.

Angenommen ich würde ein behindertes Kind bekommen, wie Zada in den Raum gestellt hat, dann müsste ich mein Leben komplett umstellen um nur für das Kind da zu sein. Die Vorstellung daran ist natürlich furchtbar, aber die Möglichkeit besteht und es stimmt, dass man sich Gedanken darüber machen sollte, wie man mit so einem Fall ungehen würde.


Euch ein schönes Wochenende und vielen Dank für Eure Gedanken zahlreichen Gedanken.

Pheline

Inaktiver User
15.12.2006, 17:21
ganz ehrlich? ich finde 23 zu jung. es liegt noch eine menge vor dir, auch und gerade eine menge arbeit und neuer herausforderungen. KEINE meiner freundinnen und bekannten hat heute, 10, 12 jahr später noch den mann, den sie mit 23 hatte. man bekommt andere horizonte, freunde, ansichten und ansprüche.

warum diese eile?

gerade als ärztin hast du im beruf eine riesenmenge wunderbarer möglichkeiten, mit dem kind auszusteigen. ich habe 4 ärztinnen in der bekanntschaft, die alle perfekte teilzeitmöglichkeiten in kliniken und praxen haben – und kinder. mit anfang 30.


ich halte 23 schlichtweg für zu jung. und die eile für unnötig.


just my 2 p -

feines wochenende


lilly

Blondine
15.12.2006, 18:04
Also ich kenne hier einige Ärztinnen die sich ihren Kinderwunsch erfüllt haben.
Aber, die waren alle über Mitte 30.

Unialltag ist mit Sicherheit mit Baby und Kleinkind zu managen, die richtigen Probleme komme eher mit den Eintritt ins richtige Berufsleben, den Klinikdiensten, der normalen 60 Std-Woche mit Schicht- und Nachtdiensten auf Dich zu.

Gruß, B.

Inaktiver User
15.12.2006, 19:30
Ich studiere mit Kind. Und mache Praktika. Und Nebenjob. Und engagiere mich in der Hochschulpolitik.

Bei mir geht es mit:
--> Partner, der freiberuflich arbeitet, das ist manchmal nervig, oft aber gut, da er sich viel ums Kind kümmert.
--> wichtig auch: familiäres Umfeld (Omas, Opas, mein Bruder - erst 19, aber er liebt seinen Neffen und springt oft ein bei der Betreuung)
--> Freunde, die nach Absprache den Kleinen nehmen

Es ist: Stress. Aber es macht auch Spaß und ich überlege derzeit, ob ein zweites Kind geplant werden sollte.

Inaktiver User
15.12.2006, 19:31
PS: Ich war 21, als der Kleine kam, jetzt bin ich 24.
Zu jung fürs Kind habe ich mich nie gefühlt.
Auch bin ich erst mit Kind *aufgedreht* und mache jetzt soviel, wie nie zuvor, wohl auch aus der Angst heraus, ich könnte was verpassen.

Inaktiver User
15.12.2006, 19:33
PPS: Die meiste Änderung gab es in der Partnerschaft. Hier muss man sehr um seine Liebesbeziehung kämpfen und aufeinander achten.
Bei soviel Organisierei bleibt die Zweisamkeit oft auf der Strecke.

Inaktiver User
15.12.2006, 19:39
Ich kann Dich nur ermuntern.

Wenn man schon weiss mit wem (und das kann man mit 23 definitiv wissen), dann ist das Studium eine gute Zeit, Kinder zu haben (kenne eine Frau, die hat waehrend des Studiums 4 Kinder bekommen und nichts bereut - obwohl ihr Mann auch Student war und sie nur ganz wenig Geld hatten).

Bis Du als Aerztin eine Stelle hast, auf der Du beruhigt Erziehungsurlaub nehmen kannst, bist Du deutlich ueber 30.
Und wenn es einem wichtig ist, Kinder zu haben, sollte man nicht laenger als bis 30 warten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht mehr klappt steigt einfach rapide (mit 35 bei 25%, mit 25 nur bei 5%).

Gruss, Leonie

aussenseiter
15.12.2006, 19:42
Ohne jetzt die vorherigen Beiträge gelesen zu haben, also, ich würde dem Baby vom Studium abraten, nur nichts überstürzen, soll doch noch zwei Jahrzehnte warten :smile:

Inaktiver User
15.12.2006, 19:56
Und wenn es einem wichtig ist, Kinder zu haben, sollte man nicht laenger als bis 30 warten. Die Wahrscheinlichkeit, dass es nicht mehr klappt steigt einfach rapide (mit 35 bei 25%, mit 25 nur bei 5%).



diesen satz halte ich für so interessant wie falsch. und eine quelle zu den zahlen, dass ein viertel der mädels mit 35 keine kinder mehr bekommt, möchte ich gern mal sehen.

Inaktiver User
15.12.2006, 22:13
Der Effekt der Abnahme der Fruchtbarkeit ab 30 wird in der Regel voellig unterschaetzt.

Die Zahlen stehen in Gynokologie-Lehrbuechern.
Die Studien, die dort zitiert werden (z.B. Menken/Larsen 1986) sind zwar oft schon etwas aelter.
Aber die Natur verbessert sich da ja nicht - eher im Gegenteil, da die Spermienqualitaet sich verschlechtert.
(Wobei ich zugeben muss, dass ich nicht weiss, wie in die Zahlen hineingerechnet ist, dass es ja auch oft am Mann liegt.)

Allerhoechstens verbessern sich die Behandlungsmoeglichkeiten, aber ausgleichen koennen die Mediziner das keineswegs.
Bei mir konnten sie jedenfalls nicht helfen.

Und ich bin ja auch ein lebendes Beispiel dafuer, dass es mit zunehmendem Alter nicht mehr klappt. Bis 30 voellig problemlos, danach 10 Jahre intensives Basteln ohne Erfolg.
Wenn ich bis 30 gewartet haette, haette ich kein Kind.

Gruss, Leonie


Nachtrag:
Die Zahlen beziehen sich auf "ein lebendes Kind innerhalb von 5 Jahren" - kombinieren also sowohl die Wahrscheinlichkeit der Empfaengnis wie auch steigende Fehlgeburtsraten.

Columbine
15.12.2006, 23:14
Ganz ausser acht lassen sollte frau das Alter sicherlich nicht. Siehe Empfängnis UND Fehlgeburtsrate. Dass das Thema leider immer ideologisch aufgeladen wird, ist ein anderes Problem (wollte auch mit 23 kein Baby - aber abhalten sollte man wirklich niemanden, vom biologischen Standpunkt aus gesehen ist es ganz klar besser, auch wenn Statistiken halt immer Statisken bleiben und nicht die individuelle Disposition berücksichtigen). Grüsse Columbine :buch lesen:

Und noch meine persönliche Meinung zu deiner Situation. Ich habe zwei Medizinerinnen in meiner Familie (naja, eine ist meine Mutter) und der Horror sind die langen Krankenhausdienste nach dem Studium..... kann mich noch gut erinnern wie stressig das für alle war. Als meine Mutter dann eine eigene Praxis hatte, war es wieder ok.

Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Fertility#Human_fertility


AB HIER ZITAT:

Female Fertility After 30

Women's fertility peaks in their early twenties, and often deteriorates after 30. Of women trying to get pregnant, without using fertility drugs:

* At age 30, 75% will get pregnant within one year, and 91% within four years.
* At age 35, 66% will get pregnant within one year, and 84% within four years.
* At age 40, 44% will get pregnant within one year, and 64% within four years.1

Those figures are for conception, not for the birth of a healthy baby. According to the March of Dimes, "about 9 percent of recognized pregnancies for women aged 20 to 24 ended in miscarriage. The risk rose to about 20 percent at age 35 to 39, and more than 50 percent by age 42."2

Birth defects, especially those involving chromosome number and arrangement, also increase with the age of the mother. According to the March of Dimes, "At age 25, a woman has about a 1-in-1,250 chance of having a baby with Down syndrome; at age 30, a 1-in-1,000 chance; at age 35, a 1-in-400 chance; at age 40, a 1-in-100 chance; and at 45, a 1-in-30 chance."3

Multiplying the conception rate times the miscarriage rate times the birth defect rates should yield a rough likelihood of a healthy birth:

* 30-year-olds: .91 x .85 x .999 = 77%
* 35-year-olds: .84 x .80 x .9975 = 67%
* 40-year-olds: .64 x .55 x .99 = 35%

(Note: These statistics are mathematically projected (interpolated) and not the results of actual study.)

Multiplying the final figure by itself yields rough likelihoods of additional children:

* 30-year-olds: 1 child 77%; 2 children 60%; 3 children 45%
* 35-year-olds: 1 child 67%; 2 children 45%; 3 children 30%
* 40-year-olds: 1 child 35%; 2 children 12%; 3 children 4%

Julla
16.12.2006, 13:58
Pheline, machs einfach. Die Voraussetzungen sind bei Dir ideal.
Mein Kind ist jetzt 8 Monate alt. Im Sommersemester hab ich ein Urlaubssemester gemacht, nach dem Mutterschutz aber wieder 12 Stunden die Woche gearbeitet, seit dem Wintersemester hab ich an der Uni zusätzlich 8 SWS belegt.

Mein Fazit:
- möglichst nicht Job UND Studium UND Kind. Nicht, weil es zeitlich so stressig ist, sondern weil alles zusammenbricht, wenn mal die Betreuung ausfällt. Die Dozenten sind da meistens kooperativ, aber im Job ist es schon schwieriger. Mit dieser 3fachen Belastung hat Du einfach keinen Bock, Dich mit sowas auseinanderzusetzen, da muss alles funktionieren.
- die Betreuungszeiten lieber großzügig berechnen und die Zeit mit Kind zu Hause dann wirklich frei haben, damit Du keine gestresste Mutter sein musst. Das ist mein persönlicher Wohlfühltipp für die ganze Familie, andere mögen damit aber ein Problem haben. Bei uns sind 25 Stunden ideal.
- sich gut beraten lassen. Da habe ich leider einen Fehler gemacht, weil ich dachte, ich würde auch so klarkommen. Bin ich auch, aber jetzt erst merke ich, dass ich mir das Leben hätte leichter machen können

Meine Tipps für Dich:
- erkundige Dich jetzt schon einmal, wie bei Euch die Chancen auf eine Tagesmutter stehen (Jugendamt oder andere Organisationen, ich hab sehr gute Erfahrungen mit dem Sozialdienst katholischer Frauen gemacht)
- lass Dich von denen gut beraten (je nach Verdienst Deines Mannes wird die Betreuung vom Jugendamt gezahlt)
- geh auch zur Elternberatung Deiner Uni. Selbst wenn Du keine direkten Fragen hast, haben die evtl. gute Tipps für Dich. Ich hab z.B. jetzt erst erfahren, dass ich bei Seminaren 3mal statt der sonst erlaubten 2mal im Semester fehlen darf

Für uns war die Tagesmutter die bessere Lösung als die Kita. Beides hat aber seine Vor- und Nachteile. Ich persönlich finde die Kita für ganz Kleine einfach zu rummelig, außerdem kann man sein Kind auch mal zur Tagesmutter geben, wenn es nicht sooo gut drauf ist, fremdelt usw. In der Kita wird dann schnell mal angerufen, dass man das Kind abholen muss. Dafür gibt es bei der Tagesmutter mehr "Ausfall-Faktoren", z.B. kranke Tagesmutter oder kranke Kinder der Tagesmutter. Aber in der Regel kann man das mit den Dozenten irgendwie klären.

Und mein letzter und wichtigster Tipp: Mach keine zu lange Pause (ein Semester ist ganz gut) und TRAU DICH WIEDER IN DIE UNI!
Das kannst Du Dir nämlich jetzt gar nicht vorstellen, wie komisch das Gefühl sein wird, wenn Du zum ersten Mal wieder im Seminar sitzt und weißt, wie groß der Unterschied zwischen Deinem Leben und dem der anderen ist.

Tante_dorothee
16.12.2006, 14:27
ich finde, hier wird ein wenig zu wenig differenziert. studium ist nicht gleich studium, medizin halte ich, gerade in diesem fall, für einen sonderfall.

ich habe zwar nicht medizin studiert, aber freunde von mir.

der stress geht erst nach dem studium richtig los.

jemand schrieb es hier schon, es gibt schichtdienste und ungünstige lange arbeitszeiten. bis man im beruf ist, dauert es. eine promotion ist sicherlich auch wichtig, denn gerade im medizinischen bereich wird doch drauf geachtet, dass frau/herr doktor auch wirklich doktor ist.

pheline, kennst du an deiner uni mütter? mit denen solltest du auf jeden fall reden, die können dir am besten sagen, wie es bei euch an der uni vereinbar ist.

Inaktiver User
16.12.2006, 15:27
der stress geht erst nach dem studium richtig los.

Und eben gerade deshalb sollte man lieber im Studium Kinder bekommen als in dieser Phase. Meine Meinung.

Zoidberga
16.12.2006, 16:03
Wenn ich bei dieser Logik noch kurz daraufhin weisen dürfte, dass die Kinder auch nach dem Studium noch da sind :zwinker:

Ich glaube, man kann sowas nicht allgemeingültig beantworten. Für mich wäre es absolut keine Alternative gewesen, nicht nur, dass der passende Partner gefehlt hat (und ehrlich gesagt bin ich auch nicht so optimistisch wie Leonie, dass man mit 23 tatsächlich sicher sein kann - In meinem Bekanntenkreis ist niemand mehr mit demselben Partner wie mit 23 zusammen), ich war mehrfach im Ausland, habe mit großem Spaß studiert und nicht nur die Pflichtveranstaltungen besucht und natürlich auch noch Geld nebenbei verdient - Mit Kind wäre das alles unmöglich gewesen.

Eine gute Freundin hat gegen Ende ihres Medizinstudiums ein Kind bekommen und natürlich bereut sie es nicht, dieses Kind zu haben, aber sie empfiehlt niemandem, diesen Zeitpunkt zu wählen. Sie hat ihr Studium abgeschlossen, aber Promotion und Facharzt blieben auf der Strecke. Sie hat inzwischen geheiratet (einen anderen Mann als den Vater) und wieder Kinder bekommen und mit mehr Geld, einer größeren Wohnung etc. etc. ist alles sehr viel einfacher als damals beim ersten. Ist ihre persönliche Erfahrung, ebenfalls nicht allgemeingültig.

Was die Fruchtbarkeit angeht würde ich von Panikmache absehen! Ab 35 sinkt sie merkbar, nicht ab 30 und im Übrigen kann man doch kein Kind bekommen, wenn die Umstände nicht passen, nur weil man Angst hat, dass es vielleicht später nicht funktionieren könnte. Mit 23 hat sie noch allermindestens 10 superfruchtbare Jahre vor sich - biologisch also kein Grund zur Eile.

Columbine
16.12.2006, 20:10
Wenn ich bei dieser Logik noch kurz daraufhin weisen dürfte, dass die Kinder auch nach dem Studium noch da sind :zwinker:

Ja, aber mit grösseren Kindern ist ein Nachtdienst nicht mehr so ein Drama.



Was die Fruchtbarkeit angeht würde ich von Panikmache absehen! Ab 35 sinkt sie merkbar, nicht ab 30 und im Übrigen kann man doch kein Kind bekommen, wenn die Umstände nicht passen, nur weil man Angst hat, dass es vielleicht später nicht funktionieren könnte. Mit 23 hat sie noch allermindestens 10 superfruchtbare Jahre vor sich - biologisch also kein Grund zur Eile.

Völlig richtig. Wollte auch keine Panik machen, und ich bin die erste, die einer 41-jährigen Mut macht, wenn sie ein Kind möchte. Ich wollte nur die Annahme, dass das mit dem Alter alles völliger Quatsch ist, nicht so stehen lassen. Leider ist die Biologie dem Feminismus etwas hinterher. Klar ist mit 23 keine Eile angesagt. Auch nicht mit 30, meiner Meinung nach. Dennoch gibt es medizinisch-biologische Gegebenheiten. Wollte diese nur als Info auflisten.

Columbine

Zoidberga
17.12.2006, 17:47
Hallo Columbine,

mit Panikmache meinte ich auch eher Leonies Posting, die ja andeutete, dass man unbedingt unter 30 Mutter werden MUSS, Dein Posting hatte das ja eigentlich schon relativiert.

Und was das mit den Kindern angeht, die nach dem Studium immer noch da sind, naja, da habe ich halt so einen Fall vor Augen. In meinem Bekanntenkreis dachte nämlich auch eine Frau, dass sie im Studium doch am meisten Zeit für Kinder hätte und wollte deswegen eigentlich dann schon loslegen. Da ist dann allerdings nichts draus geworden (also sie haben es gar nicht erst versucht) und jetzt kann man eigentlich nur sagen, zum Glück. Sie hat ihre erste Stelle Hunderte von Kilometern von ihm entfernt, außerdem hat er noch eine zweite Stelle (beides Unilehraufträge) in einer dritten Stadt und sie einen weiteren Vertrag in einer vierten. Als Paar lässt sich die Beziehung noch irgendwie organisieren, aber mit Kindern wäre das unmöglich, zumal sie trotz all der Stellen nicht besonders viel verdienen. Daran dachte ich und es zeigt halt, dass die Organisation nach dem Studium nicht zwangsläufig einfacher wird, nur weil die Kinder keine Windeln mehr brauchen. Ist aber natürlich wieder ein Einzelfall.

Liebe Grüße

Zoidberga

Laborschnecke
18.12.2006, 09:36
Hallo Pheline,
wenn es bei Euch so gut aussieht, dann macht es doch!!! Du scheinst Dir sicher zu sein, was Deine Beziehung angeht und bleibst dabei realistisch und ihr scheint auch einigermaßen abgesichert zu sein.

Zu jung finde ich Dich auch nicht, das ist ja auch für jeden anders. Wenn Du Dich reif fühlst, dann bist Du es auch.

Ich wünsche Euch, dass ihr die richtige Entscheidung trefft!

Laborschnecke

Schussel
18.12.2006, 11:23
Ich habe mein Kind nach dem 1. Staatsexamen (Jura) bekommen, und mußte das 2. Staatsexamen mit einem asthmakranken Kind machen. Hat alles funktionniert, war aber sehr anstrengend. Gut, ich hatte durch den Umstand, daß ich alleinerziehend war sicher auch erschwerte Bedingungen.
Ich denke, machbar ist alles. Und wie eine meine Vorrednerinnen gesagt hat, kommt es sicher auch auf das Studienfach an. Medizin und Jura halte ich jedoch nicht gerade für die Fächer, in denen man "halt mal so vor sich hinstudiert". Was man bei dieser Planung immer bedenken sollte ist, daß das ein Baby das Leben komplett verändert. Wenn man ein Schreikind hat (wie meinen Sohn) , ist wirklich nichts mit nebenbei etwas arbeiten. Ich war froh, wenn ich mittags um 2 geduscht und irgendetwas gegessen hatte. Wenn man ein "pflegeleichtes" Kind hat, ist das Studium der beste Zeitpunkt ein Kind zu bekommen. Leider weiß man es im voraus nicht.:wie?:

Zum Thema Fruchtbarkeit ab 30 kann ich nur lachen: Ich bin mit 34 sofort nach absetzen der Pille schwanger geworden. Meine Schwester mit 38 bei der ersten Verhütungspanne!:freches grinsen:

strahleanni
18.12.2006, 21:43
Hallo Pheline!

Hab den Strang leider noch nicht ganz durch.
Aber lies doch mal hier:http://www.brigitte.de/foren/showthread.html?t=17158
Da wurde über das Thema schonmal diskutiert.

Wie du siehst bin ich auch noch ziemlich jung und mein Freund und ich haben uns bewusst dafür entschieden, dass wir nächstes Jahr mit dem Üben anfangen wollen, so dass ich, wenn alles klappt, nach meiner Ausbildung ein Kind bekomme.
Darüber gibt es sicherlich verschiedene Meinungen und man wird Vorteile und auch genügend Nachteile finden, aber für uns ist es die richtige Entscheidung und wir sind uns durchaus bewusst was wir da tun:smirksmile:

Liina
20.12.2006, 15:24
Hallo,
ich denke es stellt kein Problem dar. Und zu jung finde ich dich auch nicht!
Ich bin 24, mein Freund ist 25 und ich bin in der 7ten Woche schwanger! :freches grinsen:

Wir haben uns das Kind gewünscht. Ich bin Freiberuflerin, und habe gute Rücklagen bilden können, da die letzten 2 Jahre gut gelaufen sind und mein Freund ist noch im Studium, was ich als sehr angenehm empfinde, da er somit auch eine flexiblere Zeiteinteilung hat und sich mit um das Baby kümmern kann.

Ich denke dies ist ein Thema was jeder für sich selber entscheiden muss. :kuss:

liina

strahleanni
28.12.2006, 16:43
Danke Liina!

Finde es schön, dass ihr euch so früh für ein Kind entschieden habt und verfolge deine Schwangerschaft schon ein bissel mit.:kuss:

lov100
02.01.2007, 09:56
Ich würde auch eher davon abraten, jetzt schon ein Kind zu bekommen.

Das Studium ist eine schöne Zeit, die man bewußt für sich selber nutzen sollte. Gerde Medizin ist doch in Phasen sehr stressig und lernintensiv, so daß nicht wirklich Zeit für ein Kind bleibt.

Ich bin der Meinung, daß man sich zudem durch Studium und Beruf erstmal selber was aufbauen sollte, von dem Frau auch leben kann und gewisse Dinge verwirklichen, bevor man ein Kind bekommt.

Ich bin froh, daß ich in Ruhe studien und einige Jahre erfolgreich in meinem Beruf arbeiten konnte und erst jetzt ein Kind bekomme.

Zwar stimmt es, da0 die Fruchbarkeit mit dem Alter abnimmt, ich bin aber ein gutes Bespiel dafür, daß es nicht zwingend so sein muß.

Inaktiver User
05.01.2007, 15:23
Zwar stimmt es, da0 die Fruchbarkeit mit dem Alter abnimmt, ich bin aber ein gutes Bespiel dafür, daß es nicht zwingend so sein muß.

Das hat ja auch nie jemand behauptet. Ist das so schwer mit den Wahrscheinlichkeiten?

Um noch einmal auf meine Zahlen zurückzukommen (etwas vereinfachend):

Bei den meisten Frauen (75%) klappt es mit 25 und mit 35.

Bei 5% der Frauen weder noch.

Bei jeder 5. Frau (20%) klappt es mit 35 nicht mehr, aber mit 25 hat bzw. hätte es geklappt.

Und das finde ich nicht zu vernachlässigen, ich weiß ja im Voraus nicht, zu welcher Gruppe ich gehöre.

Meine Mutter und meine Schwester sind mit Ende 30 noch schwanger geworden, als ihr Mann sie nur schief angeschaut hat. Hätte mir aber nichts genützt - ich gehöre wie gesagt zu den 20%.

Gruß, Leonie

Laborschnecke
05.01.2007, 15:33
Das Studium ist eine schöne Zeit, die man bewußt für sich selber nutzen sollte.

Das habe ich nie so empfunden... Für mich war das Studium ein Weg, der nun mal notwendig war.

Und unter "sich etwas aufbauen" versteht doch jeder etwas anderes. Für den einen ist es das Eigenheim inklusive Polstergarnitur und Einbauküche, für den anderen reicht ein Job, mit dem eine Wohnung und die laufenden Kosten beglichen werden können. Oder die Aussicht darauf.

Versteh mich nicht falsch lov, Du wirst das für Dich schon richtig gemacht haben, und Glück, dass Du noch so fruchtbar bist, hast Du auch gehabt.