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nanammm
31.05.2015, 07:36
Hallo,

auf dem Weg zur Kinderwunschbehandlung wurde bei mir das PCO-Syndrom diagnostiziert. Der Verdacht darauf bestand sozusagen schon "immer", weshalb ich "schon immer" die Pille nehmen musste. Mein Frauenarzt erklärte mir damals, entweder die Pille und der Zyklus bleibt erhalten - oder keine Pille, dann tut sich gar nichts mehr.
In der Kinderwunschklinik wurde der Verdacht bestätigt - die Pille nehme ich seit zwei Jahren nicht mehr, muss aber die Blutung durch andere Hormone immer mal wieder auslösen.
Gibt es hier auch Betroffene? Ich würde mich gerne mit Euch darüber austauschen, wie Ihr es festgestellt habt, wie Ihr damit umgeht und was Ihr evtl. sogar dagegen unternehmt...
Ich habe beispielsweise gelesen, dass Abnehmen helfen würde - aber gerade das Abnehmen besonders schwer fällt, weil die Zellen durch das PCO erst recht Energie einspeichern!?
Ein anderes Problem ist die Haut, schon immer habe ich Akneprobleme, aber seit Absetzen der Pille sehe ich schlimmer aus als in der Pupertät! Wie geht Ihr damit um?
Natürlich ist da auch noch der Kinderwunsch - es hieß zu mir, ich habe extrem viele Eibläschen und könnte die ganze Stadt mit Eizellen versorgen... ja, hörte sich ja zugegebenermaßen toll an, da brauche ich mir also darum keine Sorgen (für ICSI) zu machen... aber jetzt habe ich gelesen, dass das unreife Eizellen sind, die dann verkümmern und sich so quasi ansammeln!?
Sind hier Betroffene, die sich gerne austauschen möchten?

Lieben Gruß von Nana
:blume:

xanidae
31.05.2015, 09:54
Ich bin nicht betroffen, aber meine Cousine und diese nimmt seit Jahren Metformin und hat seit dem einen regelmäßigen Zyklus und auch andere Symptome des PCOs haben sich verbessert, außerdem hat sie in der Zeit erfolgreich eine Gewichtsreduktion durch geführt. Dies war ohne Metformin wohl schwieriger...
Metformin ist eigentlich ein Medikament zur Diabetes-Behandlung und nicht für PCO zugelassen. Dies ist eine Off-Label Behandlung und muss selbst bezahlt werden.
Nicht alle Ärzte unterstützen das und sie ist einmal umgezogen und musste den Arzt wechseln und es war sehr schwierig, einen Arzt zu finden, der diese Form der PCO Behandlung unterstützt.

Minstrel02
31.05.2015, 18:12
Ich habe ebenfalls PCO, aber erst durch den Kinderwunsch davon erfahren. Ich habe recht jung mit der Pille angefangen und vorher hat es keinen erstaunt, dass ich keinen regelmässigen Zyklus habe.

Metformin ist zwar geeignet zur Zyklusregulierung. Man weiss aber seit einiger Zeit, dass es die Wahrscheinlichkeit für eine Schwangerschaft nicht erhöht. Drum verwenden KiWu-Ärzte es eigentlich nicht mehr.

Ich habe eine Schwangerschaft durch Eintitrieren von Clomifen auslösen können. Drei weitere (davon eine FG) entstanden mehr oder weniger "spontan" durch Absetzen der Pille nach einer gewissen Einnahmezeit. Der erste Zyklus nach Absetzen der Pille hat jeweils gute Chancen für einen Eisprung. Bei mir hat es zwar stets > 100 Tage gedauert, aber dann kam der ES tatsächlich.

Gewichtsreduktion kam für mich nicht wirklich in Frage, da ich ohnehin untergewichtig bin (anderer Phänotyp). Mit unreiner Haut habe ich aber auch zu kämpfen.

Mein Frauenarzt sagte mir, dass eine langfristige Zyklusregulierung sinnvoll sei, um das Risiko für das metabolische Syndrom zu senken, das oft als Folge von PCO entstünde. Ich bin aber noch nicht sicher, ob ich die Hormontherapie will, denn bei der letzten Pilleneinnahmezeit ging es mir gar nicht gut (heftige Migräne und Stimmungsschwankungen).

Zur Erklärung der PCO an sich hat mein FA mir Folgendes erzählt:
PCO ist eine Störung im einem Regulierungskreis für den Zyklus. Normalerweise reift im Eileiter ein einzelnes Eibläschen. Dies wird durch ein Hormon (FSH) zur Reifung angeregt.
Während es immer grösser wird, schüttet das Eibläschen immer mehr eines anderen Hormons aus. Dieses unterdrückt dann irgendwann die Bildung von FSH. So weiss der Körper, dass das Ei reif ist und es springt.

Bei PCO bilden sich nun gleichzeitig viele kleine Eibläschen. Diese schütten gemeinsam soviel vom Unterdrücker-Hormon aus, dass die Entstehung von FSH gestoppt wird. Zum Eisprung kommt es aber nicht, weil die Eibläschen ja nicht wirklich reif sind, sondern nur gemeinsam Reife vortäuschen.

Unterbrechen lässt sich das, wenn eines dieser Eibläschen mal einen kleinen Vorsprung vor den anderen Winzlingen erhält. Dann kann sich dieses tatsächlich bis zur Reife weiterbilden.

Das lässt sich auf verschiedene Arten erreichen:
1. Pille
Die Pille unterdrückt die Entstehung der Follikel. Nach Absetzen kann es sein, dass sich nicht so viele gleichzeitig bilden. Drum hat eine PCO-Patientin jeweils im ersten Zyklus nach Absetzen bessere Chancen auf einen Eisprung.

2. Clomifen
Das inhibiert die Rezeptoren für das "Unterdrücker-Hormon". So checkt der Körper nicht, dass schon Eibläschen da sind und produziert weiter FSH. Dadurch können die Bläschen dann wachsen. Man muss allerdings sehr genau mit US kontrollieren wie viele wachsen und die Dosis sorgfältig Eintitrieren. Sonst kann es zu unerwünschten Mehrlingsschwangerschaften kommen.


3. FSH
Das Hormon kann auch direkt gegeben werden.


Bezüglich Gewichtsreduktion habe ich folgendes gelesen:
der unglücksselige Kreislauf ist irgendwie auch mit dem Insulinkreislauf gekoppelt (daher wahrscheinlich auch das erhöhte Risiko für metabolisches Syndrom). Ausser der Gewichtsreduktion soll auch eine kohlenhydratarme Diät (Glyx) helfen.


Konnte ich mich nie zu durchringen…

Bei einigen Frauen verschwindet PCO spontan wieder, anscheinend häufig nach einer Schwangerschaft.

Fernweh11
02.06.2015, 13:20
Hallo Nana,

ich bin ebenfalls betroffen. Bei mir wurde das PCO zufällig von einer sehr fähigen FA entdeckt. Die Pille habe ich eher selten genommen, weil sie für mich mit den Nebenwirkungen nicht gepasst hat. Als ich aufgrund eines Umzuges bei einer neuen FA war und auf meine langen Zyklen, mehr als 5 Monate und dann nur Schmierblutung, hingewiesen habe, kam sie gleich auf PCO. Bis dahin hatte ich eine ganz oke Haut, Gewicht war auch ok.

Im Anschluss war es dann leider so, dass auch mich die Akne erwischt hat (ich benutze spezielles Akenwaschzeug) und auch die "männliche" Behaarung zugenommen hat :krank: Hinsichtlich der Akne hilft wohl der regelmäßige Gang zur Kosmetikerin, wenn man sich das leisten kann.

Wir haben einen einjährigen Sohn, der das Ergebnis einer KiWu Stimmu + GVnP ist. Ich habe vor jeder Stimmu einen Zyklus Pille eingelegt, um die vielen kleinen Bläschen zu vermeiden. PCO ist, laut meinem damaligen KiWu Doc, gut zu behandeln. Daher hat bei uns GVnP gereicht, in Kombi mit der Stimmu.
Im Erfolgszyklus bin ich jeden Tag mit dem Rad zur Arbeit und zurück (Einfach 17km) und meine Ernährung war so lala. Auf etwaige Maßnahmen um Folgekrankheiten zu vermeiden, wurde ich nicht hingewiesen.

Mitte des Monats hab ich einen Termin bei einer neuen FA (wir sind inzwischen zwei mal umgezogen) und werde sehen, ob es zu einer "Spontanheilung" gekommen ist oder nicht. Bei uns steht aktuell der Gedanke an ein zweites im Vordergrund.

Ist bei euch die Icsi fest? Bist du normalgewichtig? Ich bin leider etwas über dem BMI und müsste dringend Abnehmen, kann mich jetzt mit noch nicht durchschlafendem Kind aber noch weniger Motivieren als vor der Schwangerschaft.

LG

PS: Ich hab gleich mit FSH angefangen in der Stimmu, was laut Doc nur ging, weil ich privat versichert bin. Dazu hatte mir eine anderen KiWu Ärztin geraten, die mir eindeutig sympathischer war, als der mich dann behandelnde Arzt, der leider aufgrund Umzugs aber der einzige Vorort war. Der hätte lieber mit Clomi angefangen.

nanammm
03.06.2015, 07:10
Erstmal herzlichen Dank für Eure ausführlichen Antworten, Tipps und Erfahrungen!! :blumengabe:

Das mit dem Metformin hört sich ja interessant an!! Vielen Dank für diesen Tipp, Xanidae, den werde ich bei meinem Arzt ansprechen!!

Bedenken habe ich, weil es "off-label-use" ist und vlt hat das auch einen guten Grund, dass das nicht für PCO zugelassen ist!?!?
Hach, wie schön wäre das, wenn ich leichter (habe echt schon viel versucht, nichts hat geklappt - wobei ich wohl nicht alles auf das PCO schieben kann :cool:) abnehmen könnte oder die Symptome verschwinden...
Von meiner KiWu-Ärztin wurde mir Clavella empfohlen - soll den Zyklus verbessern und die Nebenwirkungen sollen die Haut besser machen. Naja, ich dachte schon, dass es hilft, aber "gut" ist die Haut leider nicht.

Clomifen habe ich auch einen Zyklus lang ausprobiert. Das war beim "normalen FA" und hat leider nichts gebracht. Bei uns ist nicht nur das PCO das Problem... das schlechte SG lässt uns nun auf den Erfolg bei einer ICSI hoffen...
Schön, dass es bei Dir mit Clomi bzw. Absetzen der Pille geklappt hat, Mistrel! Dann scheint bei Euch ja "nur" der unregelmäßige Zyklus das Problem zu sein und GvnP ausreichend?! Warst Du dann dafür beim FA oder in der KiWu?
Das mit der Hormontherapie bedeutet, dass Du weiterhin die Pille nehmen solltest? So wie mein FA damals meinte, damit es "da unten" im Zyklus bleibt? Ich würde die Pille sofort wieder nehmen, wenn dadurch die Symptome (wieder) verschwinden! Nur mit Kinderwunsch momentan natürlich besser nicht :freches grinsen:

Herzlichen Dank auch für die ausführliche Erklärung, Mistrel - es hat tatsächlich endlich mal Sinn in meinem Kopf ergeben! Ich hab das nie wirklich verstanden, warum es nicht gut sein soll, so viele Eibläschen zu haben -gerade jetzt in der KiWu-Behandlung fand ich die Diagnose erst mal super, weil viele Eibläschen = viel Hoffnung...
Jetzt habe ich die Hoffnung auch noch, dass wenn es mit einer Schwangerschaft klappt, dass danach auch das PCO verschwindet :allesok:

Fernweh, als bei Dir PCO entdeckt wurde, hattest Du noch keine Begleiterscheinungen des PCOs? Wieso dann auf einmal? Das würde mich interessieren... natürlich ist bei mir jetzt durch die KiWu-Behandlung sowieso alles anders, aber so schlimm wie gerade war zumindest meine Haut noch nie! Mit dem Abnehmen hatte ich ja schon immer Probleme...
Auch schön zu lesen, dass es bei Dir geklappt hat mit Stimu und GvnP! Und natürlich wünsche ich Dir, dass das PCO tatsächlich weg ist! Dann wäre das mit dem Zweiten noch einfacher, oder!? Am SG scheint es ja bei Euch nicht auch noch zu liegen. Bei uns kommt ja beides zusammen, daher haben wir nur ICSI als Chance auf ein Kind.

xanidae
03.06.2015, 07:50
Wie sind deine Schilddrüsenwerte? Mir wurde ja ein PCO-Syndrom angedichtet, weil der Endokrinologe sich keinen Reim auf meine Werte machen konnte (!). Ich bin jetzt bei einem anderen Arzt, der mit mir eine Umstellung der Medikamente bezüglich meiner Schilddrüsenunterfunktion macht. Er sagt, dass die Standardtherapie bei einer Schilddrüsenunterfunktion für manche nicht richtig ist und genau auf die Werte und auf die Menschen geschaut werden muss.

Schilddrüsenunterfunktion tritt ja häufiger beim PCO-Syndrom auf. Ebenso wie eine Insulinresistenz -> hier kommt da Metformin ins Spiel.

Ich drücke dir die Daumen, dass du eine gute Lösung findest.

Fernweh11
03.06.2015, 10:44
Nana,

ich vermute, dass es bei mir das immer höhere Gewicht ist. Ich hatte damals unreine Haut, aber nichts im Vergleich zu heute. In der Pubertät war ich dafür pickelfrei. Seit meinem Studium nehme ich ca 2 kg pro Jahr zu. Um so schwerer, um so heftiger die PCO Begleiterscheinungen. Wobei das jetzt wirklich nur meine laienhafte Erklärung ist.

Setzte bitte nicht al zu große Hoffnung auf Metformin, ich war zum Beginn des KiWus auch sehr froh, diese Alternative gefunden zu haben. Die Tests ergaben, dass ich keine Insulinresistenz habe und die Ärzte wollten es mir nicht verschreiben. Es hängt also am Arzt, ob die es einfach so verschreiben. Die Nebenwirkungen können wohl auch sehr heftig sein. Wenn du schon in der KiWu bist und man hat es dir noch nicht vorgeschlagen, dann hält man da wohl nicht ganz so viel von oder?

Bei uns liegt es nur an mir, dass SG war (damals) immer super. Wenn das PCO weg ist, sollte es einfacher gehen, ja.

LG

Minstrel02
03.06.2015, 14:25
Schön, dass es bei Dir mit Clomi bzw. Absetzen der Pille geklappt hat, Mistrel! Dann scheint bei Euch ja "nur" der unregelmäßige Zyklus das Problem zu sein und GvnP ausreichend?! Warst Du dann dafür beim FA oder in der KiWu?

Ich war zufällig sowieso bei einem KiWu Arzt, weil der mir als ganz normaler FA empfohlen wurde, als ich neu in die Stadt kam. War dann praktisch, als ich nach 4 Jahren mit dem KiWu um die Ecke kam und es nicht ganz so lief wie erhofft.
Ja, bei uns war es wohl nur das PCO bzw. der fehlende Eisprung, der es schwierig machte.

nanammm
04.06.2015, 19:41
Naja, nach der Schilddrüse habe ich so speziell noch nie sehen lassen. Nur beim Hausarzt und da bekomme ich schon seit Jahren Tabletten verschrieben (Unterfunktion). In der KiWu haben sie die Werte im Blut auch angesehen, scheint gut eingestellt zu sein... Aber vielleicht hast Du Recht, xanidae, dass ich da mal zu einem Facharzt sollte?! Irgendwie verlässt man sich halt auf die "normalen" Ärzte. :pfeifend:

Fernweh, akzeptierst Du das mit dem Zunehmen oder kämpfst Du dagegen an? Fühlst Du Dich ansonsten soweit gut?
Metformin war noch nie Thema, habe erst hier davon gelesen... vielleicht spreche ich das aber mal an und schaue, was die Ärzte dazu sagen :smirksmile:

Historia02
05.06.2015, 10:43
Metformin ist eigentlich ein Medikament zur Diabetes-Behandlung und nicht für PCO zugelassen. Dies ist eine Off-Label Behandlung und muss selbst bezahlt werden.

Ich habe eine Insulinresistenz (kein PCO) und habe daher Metformin genommen, als es mit der 2. Schwangerschaft einfach nicht klappen wollte. Das Metformin ist nicht teuer, 100 Tabletten kosten ungefähr 20 EUR. Bei mir hat es meine Zykluskurven deutlich verbessert (früherer Eisprung und höhere Hochlagen).
Ich bin übrigens noch in einem anderen Forum unterwegs und dort hat Metformin bei einigen mit PCO zu einer erstaunlichen Zyklusverbesserung geführt.

Abgenommen habe ich damit leider nicht einfach so, sondern erst, als ich angefangen habe, Kohlenhydrate zu reduzieren. Metformin ist also leider kein "Wundermittel" zum Abnehmen ... :niedergeschmettert:

nanammm
06.06.2015, 18:24
Danke, Historia, auch für Deine Erfahrungen! Das mit den Kohlenhydraten habe ich ja auch schon öfters gehört - schaffe es nur leider nicht... tja, mir ist schon bewusst, dass man abnehmen kann, wenn man es wirklich will und wenn man auch einiges dafür tut! Auch mit PCO. Da kann Metformin kein Wundermittel sein. Aber wenn es gegen die anderen PCO-Begleiterscheinungen helfen würde, wäre ich schon sehr dankbar. Ich werde es auf jeden Fall bei meinem Arzt ansprechen...
Gibt es etwas beim Essen, worauf Ihr sonst noch so achtet? Wie vertragt Ihr Schokolade, Fettiges oder sonst was? Wirkt sich das bei Euch auf die Haut aus? Meine Haut ist mal mehr, mal weniger schlecht (leider schon seeehr lang nicht mehr "gut") :niedergeschmettert: Oder habt Ihr auch Probleme mit dem Magen/Darm? Weiß bei mir leider nicht, ob das am Essen liegt oder was auch immer...

luisepalfy
04.08.2015, 00:46
Hallo ihr Lieben,

ich würde mich gern zu euch gesellen, auch wenn der Strang ein wenig eingeschlafen zu sein scheint.

Ich bin letzte Woche aufgrund polyzystischer Ovarien mit Verdacht auf PCOS in eine Kinderwunschklinik überwiesen worden. Das Thema stand schon in meiner Jugend bis 25 immer im Raum. Ich hatte nie einen wirklichen Zyklus, nur sehr selten mal eine Blutung, deswegen hab ich die Pille verschrieben bekommen.
Mit 25 hat sich dies dann ( evtl. aufgrund homöopathischer Unterstützung mit Pulsatilla, zumindest hab ich einen Monat vorher begonnen, es zu nehmen) urplötzlich von selbst reguliert. Ich konnte es damals kaum glauben.
2014 bin ich dann zweimal schwanger geworden, habe jedoch beide Kinder im ersten Trimester wieder verloren.
Nach der zweiten FG, die sich in ein paar Tagen jährt, hat sich mein Zyklus nicht wieder reguliert. Sehr unregelmäßig, mal 32, mal 47 Tage, aber immer ziemlich lang. Und nun wieder diese Diagnose :(
Laut CBM und Tempimessen hatte ich zwar Eisprünge, aber ich hatte den Eindruck, meine Gynäkologin glaubt nicht daran, dass ich im letzten Jahr wirklich fruchtbare Tage hatte :unterwerf: Sie hat gesagt, sie könne mir "nun nicht mehr weiterhelfen" und mich in die KiWu überwiesen.
Was mich irritiert, ist, dass ich außer den vielen kleinen unreifen Follikeln in den Eierstöcken, soweit ich weiß, keins der anderen PCOS-Symptome habe. Normalgewicht, keine übermäßig unreine Haut oder starken Haarwuchs, selbst ein Hormonstatus im März war wohl unauffällig.

Wie ist das bei euch? Habt ihr lange und unregelmäßige Zyklen oder gar keine Blutungen? Ich frage mich, ob nicht jede Blutung bedeutet, dass ca. 14 Tage davor auch ein ES stattgefunden hat? Und ist ein Tempianstieg (also eine Hochlage) auch ohne ES möglich? Und ist ein Ei, das irgendwann nach ein paar Monaten mal springt, "schlechter", als eins aus einem Bilderbuchzyklus?

Vielleicht kann mir da jemand von euch weiterhelfen?

Lieben Dank und viele Grüße

Luise

Frischling_
04.08.2015, 10:06
Hallo Luise,

ich antworte mal, obwohl ich keine wirkliche Expertin bin. Nana ist da viel versierter.

Auch bei mir stand/steht die Diagnose PCO im Raum. Auch ich bin wie du normalgewichtig etc.. Genauer verfolgt ist es bei mir jetzt nicht worden, da aus anderen Gründen sowieso kein Weg an der IVF vorbeiführte (befinde mich gerade in der Downregulation).
Was mir ein wenig geholfen hat war Mönchspfeffer. Allerdings konnte ich den nicht allzu lange nehmen, da ich dann die gleichen Beschwerden wie unter sonstigem Hormoneinfluss hatte. Aber wenn es mit Homöopathie schon funktioniert hat, dass sich dein Zyklus verbesserte, so wäre das vielleicht noch einen Versuch wert.

KIWU-Klinik halte ich für eine gute Idee und ich würde mir unabhängig vom sonstigen Vorgehen dort schon einmal einen Termin machen (meist muss man ja sowieso noch etwas darauf warten).
Was meiner Meinung nach dagegen spricht, dass es völlig aussichtslos ist doch noch auf natürlichem Weg bzw. vielleicht mit IUI schwanger zu werden, ist, dass du schon zweimal schwanger warst. Nimm das mal als gutes Zeichen (auch wenn es mit einer FG geendet ist; wie sieht es da mit deinen Gerinnungswerten aus?).

Nachgeschaut werden sollten deine Hormonwerte an verschiedenen Tagen im Zyklus. Ich habe auch einen Insulinresistenztest gemacht. Und natürlich Ultraschall.

Alles Gute!
Frischling

Frischling_
04.08.2015, 10:08
P.S. Frage nach einem Zyklusmonitoring in der KIWU-Klinik.

Minstrel02
04.08.2015, 23:00
Zu einigen Deiner Fragen wirst Du hier Antworten finden:

https://www.nfp-forum.de/hauptseite/faq.html#T16

Hochlage ohne Eisprung ist möglich, aber sehr selten. Periode ohne ES hingegen weniger selten.

Meine Zyklen waren mit PCO zwischen 60 und 180 Tagen lang. In einem Zyklus hatte ich aber auch immer einen ES.

Ich bin ebenfalls normal- bis untergewichtig. Haut je nach Hormonstand ok und keine ausgeprägte Körperbehaarung. Ich denke inzwischen, dass es für PCO unterschiedliche "Phänotypen" gibt, denen vielleicht auch unterschiedliche Fehler im Regelkreis zugrunde liegen.

Zur Qualität des Eis: bei mir definitiv nicht. Wenn ich dann mal einen ES habe, bin ich auch recht fruchtbar.

luisepalfy
08.08.2015, 22:17
Danke für eure ausführlichen und hilfreichen Antworten, ihr Zwei :smile::blume:
Ich hatte vergessen, den Strang zu abonnieren und sie deswegen nicht eher gesehen.

Einen Termin in der KiWu hab ich schon ausgemacht, muss aber noch bis Ende September warten :unterwerf:
Mönchspfeffer nehme ich bereits seit meinem zweiten ungewöhnlich langen Zyklus im März, aber leider ohne bisher anhaltenden Erfolg. Ich werde mich aber nochmal an meine damalige Homöopathin wenden.
Die Blutgerinnung ist nach den Fehlgeburten auch schon untersucht worden, es gab zwar Auffälligkeiten, aber die stehen anscheinend nicht in Verbindung mit den FGs. Ich weiß aber auch, dass die zweite FG durch einen zufälligen Genfehler verursacht wurde.
Dass du sagst, dass normale Eisprünge auch in solch langen Zyklen möglich sind, macht mir schon mal Hoffnung, Minstrel. Auch wenn man EWIG darauf warten muss..., aber so gibt es vielleicht doch noch die Möglichkeit, dass es nochmal, ohne nachzuhelfen, funktioniert. Das macht es mir wenigstens leichter, nun erstmal die Zeit bis zum KiWu-Termin zu überbrücken. Diese ewige Warterei zermürbt mich nach eigentlich lebenslangem :smirksmile: Kinderwunsch und nun zweijähriger Übephase nur noch :unterwerf:
Aber wem erzähle ich das? Ich vermute, das kennt ihr alle haargenau...

Ich danke euch auf jeden Fall sehr :):blume:

Liebe Grüße

Luise

Minstrel02
09.08.2015, 09:58
Ich war nach Absetzen der Pille insgesamt 4 mal schwanger. Einmal wurde der ES durch Eintitrieren mit Clomifen ausgelöst und einmal habe ich für einen begrenzten Zeitraum nochmal die Pille genommen (die unterdrückt die Zystenbildung und im ersten Zyklus nach Absetzen hat man drum bessere Chancen). Insgesamt hatte ich in diesem Zeitraum vielleicht 7 oder 8 Eisprünge.

Für mich war es sehr wichtig, meinen Körper gut kennenzulernen. Inzwischen kann ich einen ES sehr zuverlässig erkennen.

luisepalfy
09.08.2015, 12:14
Wow, dann ist das ja eine tolle Schwangerschaftsrate :ooooh::smile:
Ich hoffe, das bedeutet, dass du bereits Mutter geworden bist?
Vielleicht kannst du mir nochmal helfen, Minstrel, du scheinst dich ja gut auszukennen.

Ich bin gerade etwas verwirrt, denn ich habe heute (ZT28) einen deutlichen Tempianstieg von O,3 gemessen und vorhin um 10 Uhr 30 diesen Zyklus erstmalig zwei fett positive LH-Tests (20 bzw.25miU) durchgeführt!!
Ich konnte es kaum glauben!

Mein CBM zeigte allerdings heute um 6 Uhr 30 nur zwei Balken, obwohl das Stäbchen wie ein typisches drei Balken-Stäbchen, dh. ES, aussieht (rechts deutlicher LH Strich + links schwächere Östrogenlinie). Von ZS war bis gestern nichts zu sehen, heute ist er dagegen spinnbar. Allerdings könnte er auch verändert sein, da ich nach einer Infektion bis gestern Abend Milchsäurebakterienzäpfchen verwendet habe.

Das passt doch alles nicht so richtig zusammen, oder? Tempianstieg und LH-Anstieg gleichzeitig? CBM reagiert aber nicht?

Könnte es sein, dass nur das PCO für positive LH-Tests verantwortlich ist? Meine anderen LH-Tests dieses Zyklusses sahen aber anders aus. Es war immer eine schwächere Linie deutlich, positiv waren sie bisher jedoch nicht.
Und wenn es doch auf einen ES hinweist, spricht das eher dafür, dass der ES schon gestern war oder heute sein wird?

Danke im Voraus und liebe Grüße

Luise

Minstrel02
09.08.2015, 12:22
Ich würde das alles zusammengenommen als ein gutes Signal für einen ES interpretieren und mich heute ranhalten.:cool:

Um sicherzugehen schadet auch morgen/übermorgen keinesfalls :freches grinsen:

Dann weitermessen und beobachten und einfach Erfahrungen sammeln.

Bei mir ist ZS das eindeutigste Signal. Zusammen mit einem signifikanten Anstieg der Libido (sehr praktisch, das).

Ich habe LH-Tests nur in einem Zyklus verwendet und da haben sie gut angezeigt. Gerade eine Veränderung von neg zu pos in einem Zyklus finde ich ein gutes Zeichen. Mit einem CBM habe ich hingegen 0 Erfahrung. Hab immer gedacht, dass das bei den Monsterzyklen nicht so eine gute Methode ist.

Wann habt Ihr denn das letzte Mal geherzelt? Vielleicht liegt das ja schon gut drin.

Daumen sind jedenfalls gedrückt und mach Dich nicht verrückt. Wenn es bei Dir wirklich nur PCO ist und bei Deinem Mann alles ok ist, dann habt Ihr sehr gute Chancen, schwanger zu werden.

(Ich erwarte im Moment unser drittes Kind)

luisepalfy
09.08.2015, 12:41
Oh, herzlichen Glückwunsch :jubel: Das ist ja schön!

Heute und morgen werden wir auf jeden Fall nutzen :freches grinsen: Leider konnte ich Herrn Palfy noch nicht darüber informieren, da er gerade nicht zuhause ist :smirksmile:
Das letzte Mal war vorgestern, gestern leider nicht, aber immerhin besser als nichts. Ui, jetzt bin ich ganz aufgeregt ;)

In "normalen" Zyklen hat der CBM bisher immer gut angezeigt. In den Monsterzyklen nur teilweise. Diesmal habe ich ihn "betrogen" und einfach erst an ZT 11 angefangen zu messen statt an ZT 6 wie normal, aber es kann natürlich sein, dass das nicht funktioniert. Es gibt pro Zyklus nur zwanzig Messstäbchen, dh. regulär müsste man spätestens an ZT 25 den ES haben. Ich wollte ihn austricksen, aber vermutlich ist das einfach nicht möglich.:unterwerf: Man lässt ja nichts unversucht.

Danke fürs Daumendrücken!

Frischling_
09.08.2015, 13:48
Dann (hoffentlich) viel Erfolg, Luise! Und ja, das Warten ist das schlimmste. Aber bis September ist es ja nicht mehr soo lange.

LG Frischling

Minstrel02
20.08.2015, 23:10
Und - Temp noch oben?

luisepalfy
21.08.2015, 08:40
Ja :smile: Aber ein paar Tage muss ich noch abwarten...

Liebe Grüße!:blume:

Minstrel02
02.09.2015, 09:05
Wie sieht es denn inzwischen aus?

Und: es heisst ja auf jeden Fall, dass Du den ES korrekt festgestellt hast und dass Du einen hattest.:blume:

luisepalfy
02.09.2015, 16:29
Danke, dass du an mich denkst. Es ist kaum zu glauben, aber es hat tatsächlich geklappt!
Wahrscheinlich hört es sich furchtbar undankbar an, aber ich habe seitdem beinahe ständig nur Angst, dass ich es wieder verliere und kann mich gar nicht richtig freuen. Ich kann an nichts anderes denken :( Ich hoffe so inständig, dass es diesmal gutgeht, aber ich habe einfach kein gutes Gefühl...

Frischling_
02.09.2015, 21:40
Luise, das ist doch nicht undankbar, sondern mehr als verständlich das du Angst hast. Mach dir selber deshalb bloß keine Vorwürfe, keinen Druck.

Ich drücke dir alle Daumen, Finger, Zehen, dass es gutgeht.

LG Frischling

luisepalfy
02.09.2015, 22:24
Danke!!!:blume:

Minstrel02
03.09.2015, 08:06
Da stimme ich zu. Die Ängste sind ganz normal. Und gehören irgendwie auch zum Muttersein dazu.

Als ich in der Schwangerschaft nach der FG bei der 14-Wochen-Kontrolle war, meinte ich zum Arzt: "Dann habe ich ja jetzt die schlimmste Zeit hinter mir."

"Oh nein." sagte er darauf "Jetzt fängt es erst an. Da kommt die Geburt und der erste Kindergartentag und die erste Nacht weg von zu Hause und die erste Freundin….."

Ich drücke die Daumen :blume:

Eteterfon
03.09.2015, 09:58
"Oh nein." sagte er darauf "Jetzt fängt es erst an. Da kommt die Geburt und der erste Kindergartentag und die erste Nacht weg von zu Hause und die erste Freundin….."
Na, wo er recht hat. :fg engel:

Kleinfeld
23.01.2019, 10:58
Ich warte noch auf die Kliniken in der Ukraine. Kommt aber sicher noch.