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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Künstliche Befruchtung - was kommt auf mich zu?



Moi-meme
25.05.2015, 21:19
Hallo Ihr wunderbaren starken Frauen,

schon lange lese ich immer mal wieder bei euch rein. Anfangs aus dem Gefühl heraus, "das wird mir bestimmt nicht blühen", irgendwann mit einer gewissen Vorahnung… Und nun ist es für uns traurige Gewissheit geworden, dass wir, wenn wir nicht bis zum Sanktnimmerleinstag warten wollen, medizinische Unterstützung brauchen um irgendwann einmal das zu erleben, was für die Menschheit eigentlich das natürlichste der Welt ist… :heul: (irgendwo las ich hier mal von jemandem, dass sie sich gar nicht mehr vorstellen kann, dass man "einfach so" schwanger wird - mir geht es genau so…)

Ich bin 33, mein Mann 35 und wir versuchen nun seit fast drei Jahren ein Kind zu bekommen. Bisher ohne Behandlung, allerdings bei meinem Mann mit einer Varikozelen-OP vor einigen Monaten. Leider hat die OP keinen Erfolg gezeigt, sein Spermiogramm zeigte nach wie vor keine normalen Spermien...

Der erste Schock ist verdaut, nun heißt es Warten bis zum ersten Termin in der Kinderwunschklinik. Mich beschäftigen so viele Gedanken, dass ich mir nun ein Herz fasse und hier einen Thread eröffne, in der Hoffnung, dass Ihr mit mir Eure Erfahrungen teilt. Die Hoffnungsstränge sind ja mittlerweile doch sehr weit gediehen und ich finde die Antworten auf meine Fragen dort wahrscheinlich nur über Jahre verteilt in den Postings, von daher hoffe ich es ist okay hier noch einmal frisch zu starten, vielleicht hilft das auch anderen Neulingen auf diesem Gebiet weiter.

Die medizinischen Abläufe sind für mich erstmal gar nicht so entscheidend, sondern vielmehr interessieren mich Eure Erfahrungen in Hinblick auf folgende Fragen:

- wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?
- was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?
- wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?
- wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)
- wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?

Also eher die Dinge, die die Rahmenbedingungen ausmachen. Denn ich habe weniger Angst vor der Behandlung an sich, sondern vielmehr davor, was das ganze mit mir und uns macht. Ob ich das alles so tapfer schaffe wie ihr und nicht mittendrin schreiend davonlaufe, da bin ich mir wirklich noch nicht sicher.

Auf der einen Seite finde ich es zum :heul: dass ich jetzt auch hier hingehöre … auf der anderen Seite freue ich mich auf den Austausch mit euch.

Danke schon einmal für Eure Antworten und seid lieb gegrüßt :blumengabe:

Moi-meme

sputnik33
25.05.2015, 23:48
Hallo Moi-meme,

erstmal herzlich willkommen hier! Du hast ja viele Fragen und ich will Dir ein paar vor dem Schlafengehen noch beantworten.

1. bei mir wissen es nur 2 gute Freundinnen, wovon die eine auch in Behandlung ist und ein guter Freund, der Frauenarzt ist und mich auch berät.
2. was die Hormone auf die Psyche machen, kann ich nicht sagen, aber die ganze Behandlung mit dem Hoffen und Bangen und vielen Ängsten ist schon sehr belastend. Für mich mehr psychisch als körperlich. Trotzdem, ich hab zugenommen, es zwickt im Bauch mal mehr mal weniger, man ist sehr müde...zum positiven: bei bestimmten Medis hatte ich weniger Kopfschmerzen als sonst. Bei anderen werden sie erst ausgelöst dadurch. Also für mich ist die psychische Belastung wesentlich schlimmer....
3.nach dem Erstgespräch hatte ich einen Zyklus Pause, da am Anfang auch immer Untersuchungen gemacht werden und dann ging es los. Im Vorfeld planen ist total blöd. Es hatte bei mir grossen Einfluss auf die Urlaubsplanung, denn man denkt ja immer, da bin ich in Behandlung oder vielleicht schon schwanger. Ich habe einige Urlaubssachen nicht gemacht in der Hoffnung schon schwanger zu sein und dann war es nicht so. Auch andere Planungen sind schwierig, vor allem wenn es nicht viele wissen....so kleine Dinge, wie Verwandte weiter weg besuchen: könnte ja sein, man muss in der Zeit zum Ultraschall.
3.Arbeit war bei mir auch sehr schwierig, da die Praxis bei mir 1h Fahrtzeit entfernt ist. Dafür hatte ich flexible Möglichkeiten beim Ultraschall.
4. die Behandlung hat sich eigentlich nur positiv auf unsere Beziehung ausgewirkt. Manchmal konnte mein Partner vielleicht meine Reaktionen nicht so ganz verstehen, aber das ist auch normal. So als Mann sich in eine Frau hineinversetzen ist ja auch schwierig. Aber er hat trotz widriger Umstände (Fernbeziehung noch) immer alles mitgemacht und ich bin ihm sehr dankbar dafür. Und ist immer sehr lieb zu mir. Also es hat uns eher gestärkt.

Bei mir hat sich das auch so mit der Zeit entwickelt. Anfangs dachte ich auch noch völlig naiv, dass ich nach ein paar Zyklen schon schnell schwanger werde und am Ende konnte ich mir gar nicht mehr vorstellen, jemals schwanger zu sein.
Also nur Mut, es kein einfacher Weg, aber Du/Ihr schafft das schon!

Herzliche Grüsse, Sputnik

Moi-meme
26.05.2015, 07:02
Liebe Sputnik,

vielen Dank für deine liebe Antwort! Ich habe großen Respekt, dass Ihr das sogar mit einer Fernbeziehung und so weit entfernt von der KiWu-Klinik schafft! Ich habe wirklich Bammel vor der zeitlichen Komponente und hoffe nur, dass die Termine so flexibel sind, dass ich das weitestgehend aus der Arbeitszeit raushalten kann. Ich habe zum Glück Gleitzeit und wie gesagt, die KiWu ist sehr gut erreichbar für mich, aber wenn's mir mal nicht gut geht den ganzen Tag noch am Schreibtisch zu sitzen… puh!

Vor einem "Negativ" habe ich eigentlich gar nicht so viel Angst momentan, da ich mir wie gesagt mittlerweile schon gar nicht mehr vorstellen kann, irgendwann mal positiv zu testen. Ich möchte die Behandlung nur nicht noch weiter rausschieben, damit wir einfach noch genug Luft nach hinten haben, bis die Ovu-Uhr aufhört zu ticken. Aber ich glaube fast nicht daran, dass ich nach der ersten oder zweiten Behandlung schwanger sein werde… Ich weiß noch nicht ob es mir da an Zuversicht fehlt oder vielleicht sogar ganz gut ist, dass ich nicht von einer 100igen Erfolgschance ausgehe…

Ich bin bisher mit dem Thema sehr offen umgegangen, in meinem Umfeld wissen viele Bescheid, da ich auch irgendwie das Bedürfnis habe darüber zu reden. Nur mit meiner Familie kann ich absolut nicht drüber sprechen. Die wissen zwar, dass wir wollen und es nicht klappt (da schreibe ich dann nochmal im Thread "Dumme Sprüche…"), aber mit ihnen über die neueste Diagnose und die anstehende Behandlung zu sprechen, das bringe ich irgendwie nicht fertig.

Naja, erstmal starte ich jetzt in den vorerst noch normalen Alltag.

Liebe Grüße, Moi-meme

Camaine
26.05.2015, 09:42
Liebe Moi-meme,

herzlich willkommen! :blume: Auch wenn der Anlass nicht schön ist...
Ein paar Antworten auf deine Fragen:



- wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?

Wir sind sehr offen damit umgegangen und haben es fast allen gesagt. Ob das eine gute Idee war, kann ich dir nicht sicher beantworten. Einerseits haben wir sehr viel Unterstützung, das kann ein echter Seelenstreichler sein. Besonders jetzt, wo ich auf das Ergebnis warte, finde ich es sehr schön zu wissen, dass ich ganz viele Leute habe, die mir die Daumen drücken, Care-Pakete schicken, alle möglichen Glücksbringer haben usw. Das tut einfach gut. Andererseits muß man natürlich auch allen immer den Stand der Dinge melden, und das ist bei einem Negativ richtig richtig doof. Ich habe drum gebeten, dass niemand anruft und fragt, ich melde mich, wenn ich soweit bin. Das klappt bisher ganz gut.



- was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?
Ordentlich Bauchzwicken habe ich gehabt! Meine Eierstöcke sind gut angesprungen und ich hatte eine leichte Überstimu. Das war allerdings nicht so schlimm wie die psychische Belastung - was zeigt das FolliTV, wie läuft die PU, wie viele EZ lassen sich befruchten... Ich war in der Zeit schon sehr schräg drauf, aber wie viel davon an den Hormonen lag, kann ich dir nicht sagen. Jedenfalls geht es mir jetzt mit meiner Kryo im natürlichen Zyklus (fast ohne Hormone) viel besser.



- wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?
Da wir ja wußten, woran es liegt (grottenschlechtes Spermiogramm) und ich schon beim normalen FA Hormonstatus etc. gemacht hatte, waren bei uns keine großen Untersuchungen mehr nötig. Blutabzapfen für nochmal Hormone, Rötelntiter etc. und ein KontrollSG. Es hätte also schnell losgehen können, aber wir haben allerdings noch schnell die Krankenkasse gewechselt (2 Monate Kündigungsfrist), dann war Weihnachten, dann haben wir knapp ZT 1 verpaßt - letztlich mußten wir fast 4 Monate warten.
Planung - ist einfach doof! Besonders die Urlaubsplanung. Wir hängen auch grade fest... Wochenendplanung usw. kriegt man ganz gut unter, wenn man weiß, wann die Behandlung beginnt kann man ja einigermaßen planen. Spritzen kann man zur Not mitnehmen, um die Punktion herum würde ich mir freihalten.




- wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)
Ich habe es meinen engen Kolleginnen gesagt, die halten mir den Rücken frei. Chef etc. weiß nichts, aber da alles mit meinen Kolleginnen abgesprochen ist und der Laden also läuft fällt ihm das kaum auf. Und wenn sonst jemand mal fragt, dann sag ich "Was gynäkologisches..." - da fragt keiner weiter nach. :zwinker:



- wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?
Bisher positiv. Es hat uns enger zusammengeschweißt. Allerdings ist es wirklich so wie Sputnik gesagt hat, Männer können manche Reaktionen nicht verstehen, zumindest nicht das Ausmaß. Als Frau erlebt man alles so direkt körperlich, ich glaube, das kann ein Mann nur bedingt nachvollziehen. Aber Herr Camaine trägt es mit Fassung. :freches grinsen:



Also eher die Dinge, die die Rahmenbedingungen ausmachen. Denn ich habe weniger Angst vor der Behandlung an sich, sondern vielmehr davor, was das ganze mit mir und uns macht. Ob ich das alles so tapfer schaffe wie ihr und nicht mittendrin schreiend davonlaufe, da bin ich mir wirklich noch nicht sicher.
Die Tage, an denen man schreiend weglaufen möchte kennen wir glaube ich alle. Aber man überlebt auch die, und irgendwann wird es besser. :blumengabe:

Viele Grüße
Camaine

Spatz22
26.05.2015, 10:01
Die engsten Freunde und meine Eltern wussten es.

Die Hormone haben mich reizbar gemacht, ich war viel empfindlicher als sonst, was auch zu gelegentlichen Streitereien mit meinem LG führten. Schmerzen hate ich eigentlich nicht.

Aber das dauernde Gespritze war nervig. Man gewöhnt sich daran, aber trotzdem ist es heftig. Andere haben einfach Sex, ich muss mir Spritzen in den Bauch rammen.

Mit der Arbeit war es teilweise schwer, weil die Termine vormittags lagen, wegen der Blutabnahme, wo es schwer war, freizunehmen. Zweimal die Woche beim Arzt? Wieso geht das nicht nachmittags, durfte ich mir immer wieder anhören... geht halt nicht, hab ich gesagt, sind Blutuntersuchungen... mehr habe ich nicht rausgelassen.

Nach dem ersten Gespräch dauerte es noch 2 Monate, bis wir loslegen konnten.

Mein Partner war mir nicht wirklich eine Hilfe, aber das wird bei jedem Paar anders sein.
Das schlimmste aber war die Kiwupraxis selbst.

Ständig ein anderer Arzt, der kaum einen Blick in das Krankenblatt warf, jedesmal musste man dieselben Fragen beantworten, ich kam mir vor wie eine Nummer.

Beim ersten Versuch wäre fast etwas schiefgegangen: Zum Auslösen des Eisprungs musste ich ein Mittel besorgen, das man mit einer größeren Spritze in den Bauch geben musste. Das hatte ich zuvor noch im Internet (!) gelesen. Ich dachte, die Spritze wäre in der Verpackung. Um eine bestimmte Uhrzeit (23h ca.) musste ich auslösen, machte die Verpackung auf - keine Spritze drin. Mussten dann zur Notapotheke fahren, um noch eine Spritze zu besorgen. In der Kiwu hatte mir niemand Bescheid gesagt, welche Art von Spritze, ich bekam auch keine mit.
Ständig passierten solche Klopse, schließlich habe ich die Klinik gewechselt.

Jedenfalls ist es ein mühsamer Weg, meiner war lang. Aber wenn ich mir das Ergebnis ansehe...:liebe: ich würde es immer wieder durchziehen!

fewa
26.05.2015, 15:22
Hallo Moi-meme,

herzlich Willkommen hier :smile:

Ich hatte auch sehr grosse Angst davor, was die Behandlung mit mir macht und war lange gegen eine KiWu Behandlung. Ich konnte schon die Pille nicht vertragen, wie soll das dann mit einem regelrechten Hormon-Cocktail klappen? Auch hatte ich Angst vor den Erwartungen bzw. Angst vor der Enttäuschung, wenn es dann doch nicht klappt und dann kam auch noch der finanzieller Aspekt dazu (wir müssen alles selbst zahlen). Die letzten 2 Jahre waren voller Verzweiflung und Traurigkeit. Vor ein paar Monaten habe ich dann den Entschluss gefasst, dass ich es jetzt einfach probieren muss. Gleichzeitig habe ich mir aber auch eine Heilpraktikerin gesucht (die psychologisch ausgebildet ist) um mich mit dem KiWu auseinander zu setzen – ich wollte nicht mehr, dass der KiWu so viel Raum einnimmt. Letzteres tut mir nun wirklich gut, da ich (noch) sehr entspannt und nicht mehr so verbissen bin. Momentan habe ich eine Stimu hinter mir und hatte heute den Transfer.

Zu Deinen Fragen:
1. wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?
Ein paar Freunde wissen Bescheid, darunter 2 die selbst den Weg der KiWu gegangen sind. Meine Familie weiss es bisher nicht, was das angeht bin ich sehr unsicher, wie – vor allem – meine Mutter reagieren würde.

2. was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?
Die Hormone haben bisher gar nichts mit mir angestellt. Von der Punktion hat ich am nächsten Tag Schmerzen aber das war erträglich. Der Transfer war nicht weiter schlimm, wie bei der Vorsorgeuntersuchung.

3. wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?
Bei uns ging es relativ schnell, wobei ich einen Wartezyklus eingebaut hatte. Es gab allerdings auch diverse Vorbefunde, weil wir vor ca. 1,5 Jahren in einer KiWu waren, damals wollten wir aber keine Behandlung. Der jetzige Behandlungszyklus war ein absolut super timing – die US-Termine waren meist so, dass ich keinen Stress mit der Arbeit hatte. Die Punktion war am Samstag (also keine Ausreden wegen Krankheit nötig) und heute am Transfertag hatte ich eh Urlaub. Ansonsten ist bei mir die Gefahr auch gross, dass es zeitlich eng wird, hin und wieder bin ich auf Dienstreisen, etc.

4. wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)
Ich habe Gleitzeit und da ich öfter mal zum Arzt (Schilddrüse) muss, wundert sich erst mal keiner, wenn ich mal früher gehe oder später komme.

5. wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?
Im Moment entwickelt es sich sehr gut. Mein Freund war anfangs genauso gegen eine Behandlung wie ich aber als ich mich dann umentschieden habe, war es nicht leicht ihn ebenfalls umzustimmen. Es hat wirklich Nerven gekostet. Jetzt merke ich, dass er absolut dahintersteht und uns die Behandlung auch zusammenschweisst.

>>> Also eher die Dinge, die die Rahmenbedingungen ausmachen. Denn ich habe weniger Angst vor der Behandlung an sich, sondern vielmehr davor, was das ganze mit mir und uns macht. Ob ich das alles so tapfer schaffe wie ihr und nicht mittendrin schreiend davonlaufe, da bin ich mir wirklich noch nicht sicher. <<<

Ich bin mir sicher, Du wirst nicht schreiend weglaufen :smile: Wenn man erst mal in der Behandlung drin steckt, dann macht man einfach weiter und geht step by step da durch. :blume:

Liebe Grüsse fewa

Zoe15
26.05.2015, 18:14
Hallo Moi-meme 🙋

Dann versuche ich auch mal, Dir Deine Fragen zu beantworten, auch wenn ich selbst noch nicht lange "dabei bin".



- wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?
Bei mir wissen es zwei Freundinnen; das hat sich aber auch mehr oder weniger ergeben. Die eine ist auch Gynäkologin und mit der anderen wollten ich eigentlich gemeinsam schwanger werden; bei ihr hat es dann auf Anhieb geklappt. Das war am Anfang für mich sehr schwierig. So langsam klappt es wieder einigermaßen.

Mein Mann möchte es nicht erzählen und ich respektiere das. Meiner Familie würde ich es aber auch nicht erzählen wollen, weil ich nicht möchte, dass sie sich Sorgen machen.


was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?

Bis kurz vor der Punktion habe ich eigentlich*nichts gemerkt; ein leichtes ziehen, aber nicht schlimm und in jedem Fall aushaltbar. Nach der PU hatte ich eine recht heftigen Überstimulation; das hat mich dann eine Woche flach gelegt. Das war nicht schön, das schlimmste fand ich aber, dass die Kiwu mich nicht entsprechend darauf vorbereitet hatte, obwohl denen das offensichtlich klar war und ich dann leicht panisch wurde.

Jetzt vor dem Kyro-TF merke ich bisher auch nichts.

Mir persönlich macht es auch psychisch nicht so viel aus, weil ich das Gefühl habe, etwas zu tun und nun weiß, woran wir sind. Das "probieren" vorher fand ich schlimmer. Wie es nach einem "negativ" wird, weiß ich nicht. Aber wir haben für uns von vornherein eine bestimmte Anzahl von Versuchen festgelegt. Das hilft mir bisher auch.


wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?

Wir haben direkt vier Wochen nach dem ersten Beratungsgespräch angefangen und in der Zeit alle notwendigen Unterlagen besorgt. Allerdings kamen wir auch schon mit Diagnose in die Kiwu, so dass dort keine weiteren Tests gemacht wurden.


wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)

Ich habe Gleitzeit und versuche die Termine alle morgens vor acht oder nach 17 Uhr zu legen. Außerdem habe ich ein gutes Verhältnis zu meinem Chef, dem es genügt, wenn ich sage, dass ich beim Arzt bin oder zwei Tage nicht komme - so habe ich auch die Krankschreibungen von der Kiwu nie einreichen müssen. Einmal hat die Kiwu einen Termin am Nachmittag vorgeschlagen, da habe ich einfach nach einem anderen gefragt und auch schon mal gesagt, wenn ich im Anschluss dringend weg musste. Beides war kein Problem.


wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?

Ich habe nicht das Gefühl, dass es sich auf unsere Beziehung auswirkt, oder zumindest nicht negativ. Da der Grund bei uns das schlechte SG ist und Kinder für meinen Mann der größte Wunsch sind, war es bei uns auch nie ein Thema, dass er das nicht hätte mittragen wollen. Ich glaube auch für die Männer ist es in dem Fall schwierig, weil sie so wenig machen können.

Wir machen uns aber einfach einen Spaß aus dem ganzen spritzen und Pflaster kleben 😄 Meine Hausärtzin, die das Beratungsgespräch gemacht hat, hat gesagt, es wäre wichtig, niemanden die Schuld zu geben - auf die Idee käme ich gar nicht.

Weißt Du denn schon, wann ihr anfangen wollt? Sorry, wenn ich es überlesen haben 😰 Und ich schließe mich Fewa an: wenn man erstmal angefangen hat, kommt einfach eins nach dem anderen!

Moi-meme
26.05.2015, 18:15
Ihr Lieben,

ich bin so dankbar für eure netten Antworten - vielen Dank! Eure Erfahrungen machen mir nun doch etwas Mut, dass das Ganze irgendwie machbar ist … "nebenbei" …

Ich war bisher auch sehr skeptisch und auch wenn mich der KiWu schon sehr beschäftigt, habe ich immer noch daran geglaubt, dass wir den ganzen Quatsch umgehen können. Bis zum letzten Spermiogramm… :knatsch:
Das hat zwar bei mir insofern den Schalter umgelegt, dass ich mich jetzt eher bereit fühle diesen Weg zu gehen (mein Mann wäre auch früher schon bereit gewesen, aber der muss die Behandlung ja auch nicht über sich ergehen lassen). Allerdings, wie ich schon schrieb, nach nunmehr drei Jahren Enttäuschung, Verzweiflung, Trotz, Wut, Trauer, Neid kann ich mir mittlerweile irgendwie überhaupt nicht mehr vorstellen, dass ich jemals schwanger werde. Schwanger werden nur die anderen… :beleidigt:

Ich bin sehr gespannt auf unseren ersten Termin und werde bis dahin sicherlich noch viel intensiver bei euch mitlesen und sicherlich auch hier und da mitschreiben. Ich hab das Bedürfnis darüber zu reden, aber in meinem Freundeskreis sind entweder nur junge Muttis oder Menschen ohne Kinderwunsch, die zwar auch gut trösten können, mit denen ich mich aber darüber nicht wirklich austauschen kann. Von daher tut es gut zu wissen, hier eine Gruppe von "Leidensgenossinnen" zu finden.

:blumengabe: Viele Grüße!

annakathrin
26.05.2015, 18:28
Ich habe es damals nur einer Freundin gesagt, die nur mit mir befreundet war, also nicht eine aus meinem weiteren Freundeskreis. Ich hatte Angst, weil bei mir der Freundeskreis auch ziemlich mit meiner Arbeit verheddert ist. Und ich kenne das von anderen, dass dann viel gelaestert wird. Es sind eben immer ein paar in dem Kreis, die einem nicht gut gesonnen sind.

Ich habe aber nur kuenstliche Befruchtung machen lassen, ohne Hormone. Ich war schon aelter und wollte es nicht forcieren. Ich wollte der Natur etwas auf die Spruenge helfen aber nicht zu sehr. Ehrlich gesagt hatte ich auch Angst vor Merhrlings-Geburten weil das gerade in meinem Freundeskreis sehr haeufig zu sehen war.

Ich glaube, es hat meiner Partnerschaft gut getan. Obwohl wir nicht schwanger wurden hat es mir gefallen, wie sehr mein Partner mitgemacht hat. Wir haben dann beide beschlossen, dass es wohl nicht sein soll. Aber, ich war schon 45 und das war ja schon sehr spaet. Aber, ich hatte noch regelmaessige Eispruenge, da habe ich gedacht, man kann es ja mal versuchen.

Manchmal bin ich traurig, dass wir nicht die ganze Show durchgemacht haben. Aber, ich dachte gerade in meinem Alter, dass ich bereit bin die Natur etwas "anzuschupsen" aber nicht mehr. Aber Du bist ja noch ganz jung, da halte ich mal die Daumen!

nanammm
26.05.2015, 20:12
Hallo Moi-meme und herzlich willkommen :blumengabe:

Es ist erstaunlich, wie sehr ich mich in den bisherigen Beiträgen wiedergefunden habe!
Und noch erstaunlicher finde ich, wie schnell man tatsächlich Schritt für Schritt in das Thema einsteigt, mehr und mehr davon versteht... anfangs dachte ich immer, ich würde das alles nie verstehen - und auch während der Behandlung ergab es sich Schrittchen für Schrittchen für mich. Man hat immer wieder neu auftauchende Fragen und daher fand ich es gut, hier Hilfe zu bekommen. Letztendlich muss man sich doch immer selbst informieren... wobei meine KiWu da schon recht gut informiert, aufklärt und auch bereit ist, Fragen zu beantworten.
Deine Fragen wurden hier ja schon sehr ausführlich beantwortet und ich muss sagen, auch für mich war es sehr interessant zu lesen, wie es den Anderen so ergeht/erging und wie sie damit umgehen. Ich rate Dir auch, erstmal vorsichtig mit dem Thema umzugehen. Langsam rantasten und Schrittchen für Schrittchen, je nachdem wie es Dir (momentan) geht...
Ich bin manchmal ein bisschen zur "übereifrig" und bereue es dann später :smirksmile:
:blume:
Dir alles Gute! Und hoffentlich ein kurzer, erfolggekrönter KiWu-Weg für Dich :blume:

Moi-meme
26.05.2015, 21:06
Ich rate Dir auch, erstmal vorsichtig mit dem Thema umzugehen. Langsam rantasten und Schrittchen für Schrittchen, je nachdem wie es Dir (momentan) geht...
Ich bin manchmal ein bisschen zur "übereifrig" und bereue es dann später :smirksmile:
:blume:


Liebe Nana und alle anderen,

ich fühle mich hier direkt sehr gut aufgenommen und willkommen - vielen Dank! :blumengabe:

Was meinst du denn damit, dass du zu übereifrig bist? Das verstehe ich nicht so ganz.

Den ersten Termin haben wir Mitte Juni, früher ging es leider nicht. Dann werde ich mich sicherlich in einen eurer Hoffnungsstränge einklinken und noch mehr mit euch mitfiebern und euch vermutlich auch mit Fragen löchern…

Ich wünsche euch allen einen schönen Abend und drücke allen ganz fest die Daumen!

Moi-meme

nanammm
26.05.2015, 22:00
Was meinst du denn damit, dass du zu übereifrig bist? Das verstehe ich nicht so ganz.

Zum Beispiel habe ich es Freunden erzählt, was mir in dem Moment echt gut tat und auch, dass sie ehrliches Interesse gezeigt haben... aber später für mich problematischer wurde, damit umzugehen.
Zurück geht dann nicht mehr, wenn sie es erstmal wissen...

madamexx
27.05.2015, 00:20
Hallo Moi-meme,

willkommen in unserer Runde. Es tut mir leid, dass es bei Euch bisher nicht geklappt hat und ich drücke fest die Daumen, dass dieser Weg dafür schnell erfolgreich ist. Ich wollte auch auf Deine Fragen antworten, es war auch wirklich interessant für mich, von anderen Erfahrungen zu lesen und selbst nochmal zu rekapitulieren...


- wer weiß in eurem Umfeld, dass ihr in Behandlung seid?

Bei uns wissen es alle! Wir sind da total offen, auch im beruflichen Umfeld. Ich habe das bisher nicht bereut; ich muss mich nicht verstellen und kann auch ein wenig Rücksicht einfordern. Oder eine Party plötzlich verlassen, weil ich die Spritze vergessen habe. Oder eine Verabredung absagen, weil ich mich nach Ruhe sehne. Das mit dem negativen Ergebnis stimmt aber; es ist irgendwie blöd, wenn man das Gefühl hat, erstmal alle informieren zu müssen. Daher werde ich eventuell das nächste Mal den genauen Termin nicht dazusagen.



- was haben die Hormone mit euch angestellt? Seid Ihr noch ihr selbst? Habt Ihr gar nichts gemerkt oder habt Ihr Schmerzen?

Ich habe auch relativ wenig gespürt. Insgesamt ein bisschen wie während der Regel: es zwickt und zwackt. Nach der Punktion braucht man etwas Ruhe. Dennoch habe ich mich im Nachhinein gefragt, ob ich lieber zwischendurch mal hätte Pausen einschieben sollen. Habe doch das Gefühl, dass es auch eine körperliche, aber vor allem natürlich eine psychische Anstrengung ist. Ich habe auch zugenommen, vermutlich vor allem, weil ich keinen Sport gemacht habe und mich oft mit Süßem "getröstet" habe - man fühlt sich halt wie während der Mens...



- wie lange hat es nach dem Erstgespräch gedauert, bis die Behandlung losging? Konntet Ihr im Vorfeld überhaupt noch etwas planen (Wochenendaktivitäten, Besuche o.ä.)?
Es hätte alles sehr schnell gehen können, aber wir haben einen humangenetischen Test gemacht, der dann alles etwas komplizierter gemacht hat. Außerdem haben wir geheiratet und die KK gewechselt. Vom ersten schlechten Spermiogramm bis zum Behandlungsstart hat es 7 Monate gedauert. Aber nach dem Erstgespräch an der jetztigen Klinik haben wir direkt angefangen. Da hatten wir aber Spermiogramme und Röteltiter und so schon mitgebracht.


- wie kriegt Ihr das ganze zeitlich auf die Reihe, ohne dass bei der Arbeit jemand etwas merkt? (unsere künftige KiWu-Klinik ist zum Glück in Radfahrdistanz von meinem Arbeitsplatz)

Bin freiberuflich, daher ist das kein Problem. Es sind auch relativ wenige Termine, bei denen ich wirklich einen Termin machen muss - oft kann man einfach im Laufe des Tages vorbei kommen zum Blutabnehmen... am Anfang der Behandlung war ich viel unterwegs und hatte oft weite Fahrten; es war mir auch wichtig, das Leben weiterzuleben und nicht alles zu pausieren. Gerade lege ich die Behandlungen eher in ruhige Zeiten, mache Pausen dazwischen.



- wie hat sich die Behandlung bisher auf die Beziehung zu eurem Partner ausgewirkt?

Sie hat uns zusammengeschweißt! Wir haben herausgefunden, dass wir uns immer wieder Zeit nehmen müssen, damit man wirklich mitbekommt, was beim Anderen los ist... wir freuen uns sehr bewusst darüber, dass wir zusammen halten, uns helfen, füreinander da sind und bemühen uns darum, dass gemeinsame Leben zu genießen, auch wenn es oft nicht leicht ist.

Ich wünsche Dir viel Glück für die Behandlung! Mein Rat ist: versuche, Dich etwas auf Geduld einzustellen und nicht darauf, dass es sofort klappt. So, dass Du Dir Zeit nimmst, fit zu bleiben, beruflich an Deinem Leben dranzubleiben, aktiv zu bleiben, Freunde zu treffen... und nicht damit rechnest, im nächsten Monat schwanger zu sein. Denn dann fixiert man sich unheimlich und bleibt in so einem Ausnahmezustand stecken. Falls es schnell klappt, improvisiert man eben und stellt sich um. Aber oft dauert es einfach länger und man braucht einen langen Atem.

Aber Du schaffst das schon, keine Sorge! Und hier im Forum scheint es gerade eine ziemliche Erfolgswelle zu geben.
Viel Glück!
Madame

annakathrin
27.05.2015, 04:11
Nur noch eine kleine Sache, obwohl ich hier leider zu den Nicht-Muetter gehoere: Eine Freundin von mir hat mit 43 kuenstliche Befruchtung machen lassen. Ohne Hormonspritzen. Und hat trotzdem Zwillinge bekommen, was sie dadurch (keine Hormone) eigentlich vermeiden wollte. Weil sie alleinerziehend war und sich zwei nicht zugetraut hat.

Ich wuerde an Deiner Stelle vielleicht auch erst 2-3 Mal kuenstliche Befruchtung (also nicht in vitro sondern nur eben das Sperma in die Gebaermutter bringen) machen lassen. Ohne Hormon Spritzen. Wenn bei Dir alles in Ordnung ist, werden die Spermien das Ei schon finden.

Die Hormone machen es eben wahrscheinlicher, dass Du Zwillinge bekommst. Was ja mit Partner auch ok sein kann. Aber wenn Deine Eierstoecke zu stark reagieren, dann koennen noch mehr als Zwillinge draus werden und das ist dann fuer die Kinder nicht so gut (und fuer Euch auch nicht!).

Also, rede mal mit Deinem Arzt. Die kuenstliche Befruchtung ohne Hormone ist total billig (so etwa 200 Euro und die Krankenkasse wird sich freuen, wenn das Ziel damit schon erreicht wird). Und wenn das nicht klappt, dann koennt ihr es ja nochmal mit Hormonspritzen probieren. Die Hormonspritzen sind eher fuer Frauen, die schon aelter sind als Du.

nanammm
27.05.2015, 06:57
Leider kann ich das so nicht bestätigen. Bei uns zum Beispiel bestand aufgrund der Untersuchungsergebnisse keine Wahl, wenn wir auch einen Erfolg wollten :zwinker:
Beim ersten Aufklärungsgespräch hieß es zu uns, es gibt sozusagen drei Möglichkeiten, drei "Stufen". Bei der ersten wird dem Sperma auf die Sprünge geholfen, indem es direkt in die Gebärmutter gebracht wird und sich dort hoffentlich seinen letzten Weg in die Eizelle sucht. Bei der zweiten wird Sperma und Eizelle in der Petrischale zusammengebracht und befruchtet sich dann hoffentlich. Und bei der dritten wird ein Spermium direkt in die Eizelle gespritzt.
Naja, hört sich alles erstmal verrückt an und wir dachten auch, man kann ja beim einen starten und sich dann "vortasten". Aber da das Spermiogramm so schlecht ausfiel, blieb uns nur die dritte Möglichkeit. Und da dachten wir dann: naja, wenn schon, dann doch gleich richtig und hoffentlich ist das auch am erfolgversprechendsten :freches grinsen:
Zum Glück wurden wir sehr gut beraten, ausführlich aufgeklärt, alles untersucht und kontrolliert - und fühlen uns jetzt in unserer KiWu-Klinik richtig wohl, gut aufgehoben und betreut! Das finde ich enorm wichtig! Was bringt das "Rumdoktern", wie es zB mein Frauenarzt (erstmal mit Clomi) versucht hat... naja, er hat uns dann auch direkt weiterüberwiesen - und das ist ja auch richtig so! Wozu gibt es die speziell ausgebildeten Fachärzte denn sonst :zwinker: Die wissen über die Möglichkeiten Bescheid und wenn sie individuell untersucht haben, beraten sie auch individuell - und behandeln auch individuell. So, dass der Patient sich dabei wohl fühlt!

Ich habe auch vor, mir zwei Embryonen einsetzen zu lassen. Und wenn es dann tatsächlich Zwillinge werden, würde ich mich freuen :smile: Aber die Entscheidung wurde mir überlassen. Zu mehr wurde abgeraten - bei weniger habe ich verneint :cool: Aber das entscheidet ja jeder selbst! Kommt auch auf den eigenen Körper an...

Übrigens (muss ich unbedingt noch los werden, weil ich mich nun doch bisschen auf den Fuß getreten fühle, sorry :beleidigt:) bin ich Anfang 30 :grmpf: Hormone nehmen die Frauen, die sie (leider!) brauchen, um auch eine kleine Chance auf ein Kind zu bekommen...

Lady_in_waiting
27.05.2015, 07:03
Annekathrin, das stimmt so nicht. Zwillinge kommen ja nicht in erster Linie von den Hormonen, sondern daher, dass zwei Eizellen eingesetzt werden und sich beide einnisten. Wer also Zwillinge vermeiden will, darf sich nur eine Eizelle einsetzen lassen. Zumindest gilt das bei Ivf/Icsi. Und ob diese notwendig ist oder eine Insemination reicht, sollte ein Arzt entscheiden!

annakathrin
27.05.2015, 07:30
Nanamm, das ist das letzte, was ich wollte, jemand auf die Fuesse zu treten! Die TE meinte ja nur, dass es nicht an ihr liegt, sondern an ihrem Mann dessen Spermien nicht so flott schwimmen.

Ich habe in meinem Bekanntenkreis ein paar Frauen, die mit Hormonen und kuenstlicher Befruchtung schwanger geworden sind und welche die mit Hormonen und in vitro schwanger geworden ist. Da haben die in vitro Frauen durchweg Zwillinge, und viele der Frauen mit Hormonbehandlung auch. Aber, wie gesagt, eine Freundin ohne alles, nur kuenstlicher Befruchtung hat auch Zwillinge.

Meine Schwester meinte, beim Gyn nannten sie ihr Baby ein "Einling", so sehr haben sich Zwillinge vermehrt.

Ist ja auch nicht schlimm, wenn man das will. Aber ich dachte, die TE will es vielleicht eher etwas langsam angehen lassen. Aber, natuerlich wenn die Spermien in das Ei reingespritzt werden, dann ist das schon die hoechste Stufe und da wollen die Aerzte sicher auch mehrere Eier - also, Hormon Spritze.

nanammm
27.05.2015, 07:36
Nanamm, das ist das letzte, was ich wollte, jemand auf die Fuesse zu treten!
Alles gut :freches grinsen: :blume:
Kommt nur so platt rüber, wollte das lieber gleich mal richtig stellen, dass die KiWu-Welt nicht so "einfach und buntgeblümelt" ist :freches grinsen:

In meiner Familie gibt es übrigens auch "ohne alles" (und zwar wirklich ohne alles, also auf natürlichem Weg!) Zwillinge...

annakathrin
27.05.2015, 07:40
Es kann ja auch sein, dass die Aerzte der TE denken, wenn da mehrere Eier rumlungern, dann finden die langsamen Schwimmer eher zu einem Ei. Ich bin wirklich kein Experte, ich dachte nur, das koennte nach hinten losgehen, wenn es dann zu viele Kinder werden. Das war alles.

Ich habe mich lange damit beschaeftigt aber wie gesagt, ist bei mir leider nicht mehr gegangen :niedergeschmettert:

nanammm
27.05.2015, 07:43
Ja, man sollte ja auch vorsichtig sein und es nicht übertreiben. Aber Diagnose und Behandlungsplan sollte man doch den Fachärzten überlassen (bin schon beim normalen FA vorsichtig).

Das tut mir leid, dass es bei Dir nicht geklappt hat :in den arm nehmen:

Eteterfon
27.05.2015, 10:03
Da haben die in vitro Frauen durchweg Zwillinge, und viele der Frauen mit Hormonbehandlung auch.
Wenn man zwei Embryos wieder einsetzt (was man in der Regel tut, um die Chancen zu erhöhen, dass es überhaupt klappt), sind die Chancen WENN es klappt bei mindestens 20% dass es Zwillis werden. Bei Hormonbehandlung wohl genau so, weil man da mehrere reife Eizellen im Körper hat, also können auch mehrere gleichzeitig befruchtet werden.


Aber, wie gesagt, eine Freundin ohne alles, nur kuenstlicher Befruchtung hat auch Zwillinge.
Mit steigendem Alter hat frau ein steigendes Risiko für Zwillinge. Auch auf natürlichem Wege. Das ist also bei der 43jährigen gar nicht so ungewöhnlich.

Zwillinge sind aber glaube ich für wenige Kinderwunsch-Paare wirklich abschreckend. Wenn man jahrelang versucht und tut und macht und weiß, ein Kind kann leider sowieso nur auf diesem künstlichen Weg entstehen - dann nimmt man gern auch zwei auf einmal. :smile:

Ob bei moi-meme erstmal was anderes in Frage kommt, hängt davon ab, WIE lahm die Spermien sind. Klar kann man erstmal Inseminationen machen. Ob es sinnvoll ist, da wird die Praxis entsprechend beraten. Es klang für mich aber nicht so.

annakathrin
27.05.2015, 18:13
Ich glaube auch, dass Zwillinge eben nur fuer meine alleinerziehende Freundin so erschreckend waren. Aber, sobald die beiden aus dem Baby Alter raus waren, haben sie immer ganz toll zusammen gespielt und das hat es wiederum einfacher fuer sie gemacht.

Ich haette nur Angst vor mehr als Zwillingen. Also, Drillinge, Vierlinge oder so. Aber, das scheint ja ganz gut geregelt zu sein.

Louette
30.05.2015, 22:56
Hallo moi-meme,

ich bin mit dem zweiten ICSI-Kind schwanger, die Behandlung ist also nicht so abschreckend, dass man es nicht ein zweites Mal versucht, auch wenn es bei uns generell recht glatt lief.

Im RL wusste so gut wie niemand Bescheid. Bei der Behandlung fürs erste Kind habe ich nur eine Kollegin informiert, mit der ich sehr vertraut war und mit der ich recht eng zusammen gearbeitet habe. Sie hätte, unter Umständen meine Termine wahrnehmen müssen. Da hat es aber vom Timing gut geklappt.
Bei der 1. ICSI fürs zweite Kind wusste im RL niemand etwas, da bin ich im Job auch nicht ausgefallen. Ich arbeite TZ und hatte an meinen freien Tagen die Punktion und den Transfer. Als der zweite Versuch anstand, war recht früh klar, dass das Timing nicht so gut werden würde. Als klar war, dass ich montags Punktion haben würde und danach ein paar Tage krank geschrieben sein würde, habe ich zwei liebe Kolleginnen eingeweiht. Bei denen wusste ich, dass sie NIE quatschen würden, dass sie mitfiebern und vor allem, dass sie sich Sorgen machen, wenn ich krank bin. Daher habe ich sie eingeweiht.
Immer Bescheid wussten meine "Hibbelforen", wobei sich das mittlerweile auch deutlich ins RL verschoben hat.

Die Hormone habe ich mittelmäßig vertragen. Ich habe sehr schnell gespürt, dass sich etwas tut, es zog, zwickte, zwackte und ich war - je nach Medikament - sehr müde. Auch meine Laune war etwas explosiver als sonst. Aber es ist erträglich. Schmerzen hatte ich bei den Behandlungen fürs zweite Kind, da habe ich beide Male viele Eizellen gebildet, das tat schon weh. Nach der Punktion wars unangenehm, aber da darf man problemlos Schmerzmittel nehmen. Es ist nicht toll, aber aushaltaber.

Wir hatten das Erstgespräch fürs erste Kind im Juli 2010. Mein Mann hat dann im August eine urologische Untersuchung und ein SG machen lassen, in dem zunächst keine Spermien gefunden wurden, gleiches galt für das zweite, was uns ziemlich den Boden unter den Füßen weggerissen hat. Die Kinderwunschpraxis hat dann, da sie die besseren Möglichkeiten hat, im September oder Oktober noch mal zwei SGe machen lassen, da wurden dann einige wenige Spermien gefunden, im November war dann klar, dass wir doch eine ICSI machen können. Da die Praxis über Weihnachten zu hatte und wir die Behandlung auch nicht in den Dezember quetschen wollten, haben wir dann im Januar 2011 gestartet und ich bin schwanger geworden.
Da es bei uns im ersten Versuch direkt geklappt hat, hatten wir da keine Terminprobleme. Urlaub hätten wir aber unabhängig vom Kinderwunsch und der Behandlung geplant und mit Reiserücktrittsversicherung gebucht.
Fürs zweite Kind haben wir schon recht früh ein Erstgespräch in einer neuen Praxis gemacht, die alte war umzugsbedingt zu weit entfernt. Der Termin war, glaube ich, im März 2013. Den nächsten Termin mit dem Entschluss jetzt zu starten, hatte ich im August oder September 2014, mein Mann hat vorher noch mal ein SG machen lassen, damit wir wussten, ob es überhaupt noch funktioniert. Bei dem Beratungstermin wurde mir noch mal Blut abgenommen, gestartet habe ich dann im Oktober 2014, der Zyklus war leider erfolglos.
Die Vorbesprechung fürs die nächste ICSI war im Dezember 2014 und ich habe im Januar 2015 gestartet und es hat dann auch geklappt.
In beiden Fällen war es mit den Terminen relativ einfach, wobei ich versucht habe berufliche Termine passend zu koordinieren, was auch geklappt hat.

Zum zeitlichen: Es ließ sich trotz größerer Entfernung zwischen Kiwu-Praxis und Arbeitsstätte (ich pendle 50km) weitgehend einrichten, dass es keine allzu negativen Folgen hatte. Ich bin ein paar Mal später gekommen, inkl. Kernzeitverletzung, aber das ist bei uns okay, wenn die Arbeit nicht drunter leidet. Wir dürfen bis zu 3 Mal im Monat folgenlos die Kernzeit verletzen. Ich habe bei der Arbeit gesagt, dass ich einen Arzttermin habe, Nachweise wollte keiner haben. Einmal habe ich behauptet, ich hätte mein Kind in den Kiga bringen müssen, wenn ich das mache, kann ich gar nicht pünktlich kommen.
Eine "gute" Entschuldigung neben "etwas gynäkologischem" ist übrigens auch eine Blasenentzündung, die sich hartnäckig hält und Folgeuntersuchungen nach sich zieht.
Übringes, die meisten Hausärzte schreiben einem die AU von der Kiwu-Praxis um, man muss bloß fragen. Im alten Job wäre es egal gewesen, aber in meinem jetzigen habe ich einen Personalverantwortlichen, dem scheinbar langweilig ist. Der googelt ernsthaft die Praxisstempel, daher habe ich mir die AU umschreiben lassen.

Die Behandlung hat sich bei uns nicht negativ auf die Beziehung ausgewirkt. Beim ersten Kind hat sie uns sogar sehr zusammen geschweißt, beim zweiten nicht mehr ganz so, aber da kennt man das ja alles schon. Außerdem habe ich da alle Termine außer der Punktion alleine wahrgenommen.
Mein Mann wollte genauso dringend ein erstes Kind haben wie ich, beim zweiten war sein Wunsch fast noch größer als meiner. Da klar war, dass es nur mit der Kinderwunschbehandlung geht, war der Weg für uns klar. Mein Mann war übrigens wesentlich optimistischer, dass es klappt als ich. Ich bin an alle drei ICSIs mit sehr pessimistischer Grundstimmung ran gegangen, so nach dem Motto, ich mache das jetzt, damit ich es gemacht habe und mir später nicht vorwerfen muss, dass ich es nicht versucht habe. Daher hat mich das Negativ beim ersten Versuch fürs zweite Kind gar nicht sooo getroffen, mein Mann war da deutlich enttäuschter. Allerdings fand ich die Behandlung fürs zweite Kind emotional nicht annähernd so anstrengend wie fürs erste.

Das sind so meine Erfahrungen. Ich denke, du bist hier gut aufgehoben. Lies ein bisschen in den Strängen, wunschkinder.net hat eine super Infoseite - das Forum ist eher nicht so mein Fall - dann kannst du informiert ins Gespräch gehen. Und Fragen stellen ist hier natürlich erlaubt und erwünscht, wir sind alle diesen Weg gegangen.
Ich wünsche euch viel Erfolg!
Und ja, ich konnte mir anfangs auch nicht vorstellen, dass wir diesen Weg mal gehen müssen. Und als wir dann drin steckten, sind wir ihn halt gegangen.

Liebe Grüße
Louette

P.S.: Ich habe mir in allen drei Versuchen zwei EZ einsetzen lassen (mehr befruchtete gab es übrigens nie) und bin beide Male mit einem Einling schwanger geworden. Das Mehrlingsrisiko ist zwar deutlich höher, aber trotzdem werden die meisten Kinderwunschpatientinnen mit "nur" einem Kind schwanger.

Moi-meme
02.06.2015, 07:00
Liebe Louette,

ich habe leider gerade null Zeit zu schreiben, da wir heute in Urlaub fahren für zwei Wochen. Aber ich möchte mich wenigstens noch für deine ausführliche Antwort bedanken. Danke, dass du dir die Zeit genommen hast!

Nach dem Urlaub ist dann auch schon ganz bald der Termin in der KiWu, dann werde ich sicherlich bei euch in den Hoffnungsthread kommen.

Ich war letzte Woche nochmal bei meiner Gyn, weil meine Ergebnisse noch ausstanden. Hormonell soweit alles okay, wobei man das ein oder andere noch optimieren könnte, wäre das Sperma meines Mannes besser… Aber so meinte sie, sei zumindest für das erste Kind wohl ICSI das Mittel der Wahl (wie schön, dass immerhin sie daran glaubt, dass es überhaupt ein zweites Kind geben wird. Ich bange momentan schon, dass die Ärzte überhaupt etwas finden, womit sie ICSI machen können… :heul:)
Ich hab leider noch eine Zyste am Eierstock, auf deren Rückzug man wohl ohnehin erstmal warten muss, bevor man mit der Stimu anfangen kann. Hoffentlich verschwindet das Ding bald, sie hält sich schon seit mindestens zwei Monaten...

Euch allen halte ich die Daumen ganz fest gedrückt und bin sehr gespannt was ich hier in zwei Wochen so lese!

Viele Grüße, Moi-meme

TanteB
11.04.2019, 12:03
gemeldet!

Zuza.
11.04.2019, 15:12
Eine Bitte:

Es ist gut und richtig, die Beiträge zu melden. Es wäre aber sehr hilfreich, wenn das im Thread nicht durch ein zusätzliches Posting unterstrichen würde.

Der Grund hierfür:

Wenn wir diese nervigen Spam-Beiträge löschen, rutscht der entsprechende Thread wieder in die Tiefen des Forums zurück, da er chronologisch einsortiert wird. Wenn ihr per Posting auf diese Beiträge reagiert, geschieht das nicht. Dann sind die Spam-Beiträge zwar gelöscht, die Threads bleiben aber aktuell oben und werden von der nächsten Spam-Registrierung schneller gefunden. Man macht es den Damen oder Herren damit leichter.

Es wäre also hilfreich, wenn ihr über den Meldebutton meldet (die Meldung landet bei den Moderatoren dieses Forums) oder aber eine kurze Notiz in diesem Strang (https://bfriends.brigitte.de/foren/fragen-und-ankuendigungen-zur-community-und-zu-brigitte-de/58077-sammelthread-fuer-werbung-und-ueberlange-links.html)hinterlasst; dort lesen alle Vips mit und können entsprechend schnell reagieren, wenn die eigentlichen Forenmoderatoren gerade nicht da sind.

Ich werde ab sofort solche "gemeldet"-Beiträge auch löschen, damit der Thread wieder runterrutschen kann.

Viele Grüße
Zuza