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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?



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BRIGITTE Community-Team
22.05.2015, 10:16
Liebe Userinnen, liebe User,

wir alle haben unsere Kinder schon mal angebrüllt. Weil es sich in dem Moment unausweichlich anfühlte. Manche Eltern machen es sehr selten, andere öfter. Meistens bereuen wir die Wutanfälle.

Aber wie schlimm ist es eigentlich für die Kinder, wenn wir sie anbrüllen? (http://mom.brigitte.de/mitfuehlen/kinder-anbruellen-1245771/) Das hat sich MOM-Autor Till Raether in der neuen BRIGITTE MOM gefragt (ab 26. Mai am Kiosk) und sich unter Psychologen umgehört. Was er herausfand, hat ihn nachdenklich gemacht. Er versucht nun, seine Gefühle besser zu kontrollieren.

Wie gehen Sie um mit der Brüllerei? Ist es einfach menschlich und gehört nun mal dazu? Oder haben Sie Strategien entwickelt, die Wut zu unterdrücken?

Wir sind gespannt auf Ihre Beiträge!

Freundliche Grüße
Ihr BRIGITTE Community-Team

marylin
22.05.2015, 10:42
"Verdammt, bleib sofort stehen", brülle ich mein Kind an, wenn es auf die Straße laufen will.

"Verdammt, räume endlich deinen Saustall auf", brülle ich das Kind ein paar Jahre später an, wenn nach endlosen Aufforderungen, aus der Müllhalde wieder ein Zimmer mit sichtbaren Fußboden zu machen, sich nix tut.

Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich finde das normal. Ein Kind gehört gut versorgt, lieb gehabt, ein bißchen verwöhnt, bespasst... aber es kann auch mal genervte oder wütende Eltern aushalten, ohne dass es gleich einen Schaden davonträgt.

Wie sollen unsere Kinder denn lernen, mit Wut, Frustration etc. umzugehen, wenn wir uns als Eltern immer zusammenreißen und nie unseren wirklichen Gefühlen freien Lauf lassen? Mein Kind kann wissen, dass ich gerade stinksauer bin, weil es irgendwelchen Mist gemacht hat - ich brülle dann halt mal kurz, danach ist alles wieder gut. Ich finde, dass ist fürs Kind vielleicht sogar angenehmen, als irgendwelche langwierigen Konsequenzen und Strafen (Ausgehverbot, Handyverbot....).

Ich denke, wir sollten endlich mal wieder "normal" werden, wenn es um das Thema Kinder geht.

the_chamber
22.05.2015, 11:22
"Verdammt, bleib sofort stehen", brülle ich mein Kind an, wenn es auf die Straße laufen will.

"Verdammt, räume endlich deinen Saustall auf", brülle ich das Kind ein paar Jahre später an, wenn nach endlosen Aufforderungen, aus der Müllhalde wieder ein Zimmer mit sichtbaren Fußboden zu machen, sich nix tut.

Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich finde das normal. Ein Kind gehört gut versorgt, lieb gehabt, ein bißchen verwöhnt, bespasst... aber es kann auch mal genervte oder wütende Eltern aushalten, ohne dass es gleich einen Schaden davonträgt.

Wie sollen unsere Kinder denn lernen, mit Wut, Frustration etc. umzugehen, wenn wir uns als Eltern immer zusammenreißen und nie unseren wirklichen Gefühlen freien Lauf lassen? Mein Kind kann wissen, dass ich gerade stinksauer bin, weil es irgendwelchen Mist gemacht hat - ich brülle dann halt mal kurz, danach ist alles wieder gut. Ich finde, dass ist fürs Kind vielleicht sogar angenehmen, als irgendwelche langwierigen Konsequenzen und Strafen (Ausgehverbot, Handyverbot....).

Ich denke, wir sollten endlich mal wieder "normal" werden, wenn es um das Thema Kinder geht.
Volle Zustimmung!

Sasapi
22.05.2015, 11:26
"Verdammt, bleib sofort stehen", brülle ich mein Kind an, wenn es auf die Straße laufen will.

"Verdammt, räume endlich deinen Saustall auf", brülle ich das Kind ein paar Jahre später an, wenn nach endlosen Aufforderungen, aus der Müllhalde wieder ein Zimmer mit sichtbaren Fußboden zu machen, sich nix tut.

Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich finde das normal. Ein Kind gehört gut versorgt, lieb gehabt, ein bißchen verwöhnt, bespasst... aber es kann auch mal genervte oder wütende Eltern aushalten, ohne dass es gleich einen Schaden davonträgt.

Wie sollen unsere Kinder denn lernen, mit Wut, Frustration etc. umzugehen, wenn wir uns als Eltern immer zusammenreißen und nie unseren wirklichen Gefühlen freien Lauf lassen? Mein Kind kann wissen, dass ich gerade stinksauer bin, weil es irgendwelchen Mist gemacht hat - ich brülle dann halt mal kurz, danach ist alles wieder gut. Ich finde, dass ist fürs Kind vielleicht sogar angenehmen, als irgendwelche langwierigen Konsequenzen und Strafen (Ausgehverbot, Handyverbot....).

Ich denke, wir sollten endlich mal wieder "normal" werden, wenn es um das Thema Kinder geht.

Ja. Genau SO.

Gerade, was das "normal" werden angeht. Es ist sicher nicht besonders gesund, schon Kleinstkinder als "gleichberechtigte Partner" anzusehen und sie auch so zu behandeln.

xanidae
22.05.2015, 11:32
Wer schreit hat schon verloren.

Es ist mir ein Rätsel warum Eltern schreien oder brüllen müssen - außer im Notfall, wie z. B. bei der Straße. Da brüll ich aber auch nur einmal und bespreche dann Regeln und wenn die nicht funktionieren läuft das Kind eben an der Hand.

Ich möchte nicht angebrüllt werden, also warum sollte ich meine Kinder anbrüllen? Es geht anders.

Und ja, auch ich werde manchmal laut. Aber nicht weil die Kinder etwas falsch gemacht haben, sondern weil es mir nicht gut geht, sei es aus Krankheit oder Überlastung und dann muss ich mir überlegen, was ich falsch mache, dies verändern und nicht an den Kindern auslassen.

marylin
22.05.2015, 11:37
Ich bin eben nicht der Meinung, dass Eltern stets und ständig überlegen müssen, was SIE falsch machen... Und wenn mein Kind bei der 10. Ermahnung, endlich die Wäsche vom Boden aufzusammeln, nicht hört und sich "taub" stellt, dann sorge ich dafür, dass mein Wunsch bei ihm Gehör findet, dann brüll ich eben mal... Und in dem Fall hat mein Kind was falsch gemacht, basta!

Inaktiver User
22.05.2015, 11:37
Es ist mir ein Rätsel warum Eltern schreien oder brüllen müssen - außer im Notfall, wie z. B. bei der Straße. Da brüll ich aber auch nur einmal und bespreche dann Regeln und wenn die nicht funktionieren läuft das Kind eben an der Hand.



Das ist doch auch eine Frage des persönlichen Temperaments.

Um mal das Gegenbeispiel zu bemühen: mir ist jemand der einfach mal schnell hochgeht und sich dann auch wieder beruhigt sympathischer als jemand der sich immer unter Kontrolle hat.

Am schlimmsten finde ich persönlich so eisige Schweiger, die einem ewig alles nachtragen.

Sprachlos
22.05.2015, 11:54
Das ist doch auch eine Frage des persönlichen Temperaments.

Erstens das, außerdem bin ich auch der Meinung, wir können unsere Kinder nicht vor allem bewahren und behüten.

Ich wollte schon, dass sie mich auch als Mensch kennenlernen. Und als solcher bemühe ich mich generell, meine Konflikte sachlich auszutragen. Manchmal gelingt es nicht.

xanidae
22.05.2015, 12:40
Das ist doch auch eine Frage des persönlichen Temperaments.

Richtig.



Um mal das Gegenbeispiel zu bemühen: mir ist jemand der einfach mal schnell hochgeht und sich dann auch wieder beruhigt sympathischer als jemand der sich immer unter Kontrolle hat.

Am schlimmsten finde ich persönlich so eisige Schweiger, die einem ewig alles nachtragen.

Nun zwischen Anbrüllen und Schweigen gibt es eine lange Reihe vieler Möglichkeiten. Ich kenne auch Anbrüller, die Nachtragend sind.

Auch kenne ich Anbrüller, die erst friedlich werden, wenn das Kind weint.


Wenn das für euch so in Ordnung ist, ist das gut so.

Ich möchte nicht angebrüllt werden, also brülle ich nicht.

Inaktiver User
22.05.2015, 12:48
Sich immer unter Kontrolle zu haben, wenn nach x-Ansagen nichts passiert, muss auch nicht sein. Und ich habe auch nicht immer Verständnis für alles und in jeder Situation. Allerdings kann man es später auch klären, oder wenn man komplett daneben gelegen hat, sich entschuldigen. Funktioniert eigentlich ganz gut.

Inaktiver User
22.05.2015, 12:48
Ich möchte nicht angebrüllt werden, also brülle ich nicht.

Hm. Wenn ich brülle, dann hat das einen Grund: und der war meistens, dass ich das was die Kinder getan oder nicht getan haben auch nicht wollte. Das sind ja dann keine Kleinigkeiten gewesen, sondern wirklich schlimmere Sachen.
Und da können die Kinder ruhig spüren, dass andere das dann nicht völlig ungerührt hinnehmen. Beispiel: neue Lederschuhe irgendwo im Garten liegen lassen, nachts Wolkenbruch, Schuhe morgens fast hinüber, und das mit wenig Geld. Soll ich da dann seelenruhig erklären, dass ich das jetzt eigentlich nicht ganz so gut fand - wenn ich es vorher schon erklärt hatte und wahrscheinlich abends nochmal gefragt hatte, ob noch was im Garten ist??? Du Kevin, das findet die Mama aber jetzt gar nicht gut??? Nö, das ist nicht meins. Da gibt es dann schon nochmal ein Gewitter.

Ich werde nie vergessen, wie meine drei mal mit großen Augen vor mir standen, sich gegenseitig in die Rippen stießen und schon fast bewundernd zueinander sagten: Boah, heut schreit sie aber laut. In dem Moment musste ich so lachen dass ich leider nicht mehr schreien konnte.

Also, ich bin da gnädig mit mir selbst, meine haben das schon vertragen.

Inaktiver User
22.05.2015, 12:48
Ich bin ein bebrülltes Kind eines cholerischen Vaters.

Brüllorgien. Nicht aufhörendes, nicht einschätzbares, niedermachendes, vernichtendes Bebrüllen der nicht funktionierenden Tochter. Ab Kleinkind. Bis ich als längst Erwachsene den Kontakt extrem ausdünnte, weil ich es nicht mehr ertrug.

Ja, manchmal "spielte" er auch lieb. Aber ich war stetsundständig auf der Hut vor dem nächsten Anfall. Ich konnte keinerlei Vertrauen entwickeln in die Konstanz oder Zugewandtheit oder auch nur Fairness von Erwachsenen.

Meine Mutter war ihm gegenüber ein ähnlich eingeschüchtertes Kind.

Es ist noch heute so: wird jemand brüllend laut, fühle ich mich wie das ausgelieferte Kind von damals. Ich ducke mich innerlich weg und bin "nicht mehr da".

Mal meckern, auch mal unwirsch werden, oder in Gefahrensituation kurz und knapp und laut Anweisung geben: ja. Ausdrücken, dass man sauer ist, durchaus auch ohne Säuselstimme - ja klar.

Aber Brüllen? Das ist m.e. psychische Gewalt, eine Form der Misshandlung.

phaden
22.05.2015, 13:31
Ich bin ein bebrülltes Kind eines cholerischen Vaters.

Brüllorgien. Nicht aufhörendes, nicht einschätzbares, niedermachendes, vernichtendes Bebrüllen der nicht funktionierenden Tochter. (...)

Aber Brüllen? Das ist m.e. psychische Gewalt, eine Form der Misshandlung.
Kann man da nicht differenzieren?
Es ist wohl ein himmelweiter Unterschied zwischen dem gelegentlichen Anschreien eines Kindes und dem, was Du über Deinen Vater schreibst.

Kinder haben meiner Meinung nach ein Recht auf authentische Eltern. Dieses Dauergesülze mancher Eltern schadet den Kindern mehr, als ein gelegentliches aus der Haut Fahren.

"Aber tatsächlich kann ich mir nicht ausmalen, meine Kinder für immer beschädigt zu haben. Ich hoffe, ich habe einen von diesen Fehlern gemacht, die sich im Laufe der Jahre wiedergutmachen lassen, durch besseres Verhalten, bessere Liebe." (Zitat des Autors)
So etwas finde ich schlimm. Er beschreibt, dass er sich "falsch" fühlt, wenn er gegen seine Empfindungen übergeduldig ist und sich ehrlich fühlt, wenn er seine Kinder mal anschreit.
Die Studien, die "beweisen", dass das Schreien der Eltern gleich psychisch gestörte Kinder, Schulversager und Bindungsunfähige hervorruft, habe nur das Ziel, Eltern in ihrer natürlichen Autorität zu negieren.
Eltern sollen sich verbiegen, sich in einer "Elternrolle" fühlen, künstlich sein und alles Menschliche in sich verdrängen.
Und wenn das Allzumenschliche dann doch hervorbricht, sollen sie ein schlechtes Gewissen haben und alles wieder gut machen durch "bessere Liebe".
Das ist übel, das konterkariert das Elternsein, das Menschsein.
Unehrliche Eltern zu haben, schadet Kindern mehr, als mal eine Schreierei aushalten zu müssen.

schlumpsi
22.05.2015, 15:11
Ich denke, "Anbrüllen" ist eigentlich das letzte Mittel, was man hat. Man sollte also sehr sparsam damit umgehen.

Inaktiver User
22.05.2015, 15:14
Ich denke, "Anbrüllen" ist eigentlich das letzte Mittel, was man hat.

Ich seh das weniger als Mittel um was zu erreichen denn als Ventil.

kaffeesahne
22.05.2015, 15:27
Ich denke, es gibt Brüllen und Brüllen.
Als viel deutlichere, laute "Ansage" kann ich persönlich gut damit umgehen.
Und die meisten Kinder denke ich auch (wobei man da schon auf die Reaktion achten sollte).
Das finde ich auch authentisch.

Nicht in Ordnung und auch Verletzend ist es, wenn Brüllen zur "normalen Kommunikationsform" wird.
Das ist geringschätzend, angreifend, entweder verletzend - oder man nimmt den brüllenden nicht mehr ernst.


Richtig schlimm finde ich, wenn Eltern so ein "niedermachendes Brüllen" praktizieren:
Mit Schimpfwörtern, Beleidigungen, "du machst immer ....."
"...du bist ....." ".... du wirst nie....."
Nein. Das geht gar nicht. Und wird vermutlich Folgen haben.

likema32
22.05.2015, 15:33
"Verdammt, bleib sofort stehen", brülle ich mein Kind an, wenn es auf die Straße laufen will.

"Verdammt, räume endlich deinen Saustall auf", brülle ich das Kind ein paar Jahre später an, wenn nach endlosen Aufforderungen, aus der Müllhalde wieder ein Zimmer mit sichtbaren Fußboden zu machen, sich nix tut.

Nein, ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich finde das normal. Ein Kind gehört gut versorgt, lieb gehabt, ein bißchen verwöhnt, bespasst... aber es kann auch mal genervte oder wütende Eltern aushalten, ohne dass es gleich einen Schaden davonträgt.

Wie sollen unsere Kinder denn lernen, mit Wut, Frustration etc. umzugehen, wenn wir uns als Eltern immer zusammenreißen und nie unseren wirklichen Gefühlen freien Lauf lassen? Mein Kind kann wissen, dass ich gerade stinksauer bin, weil es irgendwelchen Mist gemacht hat - ich brülle dann halt mal kurz, danach ist alles wieder gut. Ich finde, dass ist fürs Kind vielleicht sogar angenehmen, als irgendwelche langwierigen Konsequenzen und Strafen (Ausgehverbot, Handyverbot....).

Ich denke, wir sollten endlich mal wieder "normal" werden, wenn es um das Thema Kinder geht.

Zustimmung! Endlich traut sich mal jemand, das auszusprechen.

laverna
22.05.2015, 15:53
Da muss man definitiv differenzieren. Es ist ein Unterschied, ob man einen cholerischen Vater hat, der einen ständig anbrüllt und niederm acht, oder ob Eltern mal brüllen, wenn eine Notsituation entsteht, oder sie die Nerven verloren haben, es aber eben nicht häufig vorkommt.

Ich finde es auch nicht schlecht, wenn man ab und an angebrüllt wurde, ansonsten trifft einen später eventuell der Schlag, wenn einen der Chef (Kunde etc.) anbrüllt und man damit nicht umgehen kann, es persönlich nimmt und frustriert ist.
Da kommt es aber auch aufs Kind und das Gemüt an.

Asoleado
22.05.2015, 16:09
Sehe ich genauso - ich bin wirklich nicht cholerisch, aber wenn ich meinem Teenager jetzt zum 10. Mal sage, hol doch die Tonne von der Strasse, wenn du heimkommst...werde ich auch mal laut.

Inaktiver User
22.05.2015, 16:26
Ich denke, wir sollten endlich mal wieder "normal" werden, wenn es um das Thema Kinder geht.
Genau!


Kinder haben meiner Meinung nach ein Recht auf authentische Eltern. Dieses Dauergesülze mancher Eltern schadet den Kindern mehr, als ein gelegentliches aus der Haut Fahren.
Richtig!

Wenn man mich nervlich strapaziert, brülle ich. Und sehe auch keinen Grund, es nicht zu tun.
Immer soll man sich ausleben, dem anderen mitteilen, wie es einem geht. Aber wenn es um Kinder geht, soll man zum ewig verständnisvollen und geduldigem Wesen mutieren. Was ich nicht bin.

schlumpsi
22.05.2015, 16:39
Naja, ich glaube, es ist ein Unterschied, ob man mal laut wird, oder ob man zur hysterisch keifenden Furie mutiert.

phaden
22.05.2015, 16:50
Naja, ich glaube, es ist ein Unterschied, ob man mal laut wird, oder ob man zur hysterisch keifenden Furie mutiert.So ist es. Wie bei der Medizin, es kommt auf die Dosis an.
Kinder, die ihren Eltern anmerken, dass sie etwas anderes fühlen, als sie äußern, werden zutiefst verunsichert.
Und Kinder spüren genau, was in ihren Eltern vorgeht.
So wie Eltern auch mal schreien dürfen und ihre eigenen Befindlichkeiten äußern, so dürfen (müssen) sie sich auch reflektieren und anschließend (wenn es angebracht ist) sich entschuldigen.
Nur so lernen Kinder Emotionen kennen und leben.
Schlechte Emotionen (oder schlechte Schwingungen :freches grinsen:) müssen Kinder kennen lernen, um das Leben kennen zu lernen. Wo geht es besser als im geschützten Elternhaus.
Auf das generelle Familienklima kommt es an, nicht auf Ausrutscher oder Eskalationen.
Ein Kind, das sich geborgen fühlt, kann mit Emotionen der Erwachsenen um, es ordnet sie dort ein, wo sie hingehören.
Nicht authentische Eltern sind eine große Verunsicherung für Kinder, sie können dann auch nicht mit plötzlichen Gefühlsausbrüchen der Erwachsenen um. Und die Gefühlsausbrüche kommen, das ist nicht zu verhindern, wenn man eine Rolle lebt und nicht sich selbst.
Es ist auch eine Altersfrage. Ein Baby schreit man nicht an, was soll es bringen. Einen 13 jährigen sehr wohl, er kann reflektieren und einordnen. Sollte man zumindest hoffen.

HPumpernickel
22.05.2015, 17:15
Mit 20 hatte ich zwei Kinder. Mein älteres Kind habe ich viel angeschrien, mein zweites Kind viel weniger. Irgendwie wurde ich weicher, reifer, was auch immer.
Mit Anfang 30 bekam ich dann das dritte Kind, dieses Kind habe ich nie angeschrien. Wenn ich zurück denke, gab es nie eine Situation, in der Schreien notwendig oder angebracht gewesen wäre. Meine Stiefkinder habe ich auch nie angeschrien.

Meine beiden großen Kinder sind jetzt um die 30. Noch heute spüre ich manchmal Stiche in meiner Seele und wünschte mir, dass ich "leiser" gewesen wäre. Wenn es mir nach Jahrzehnten noch weh tut, wie müssen es erst meine Kinder damals empfunden haben? Wir Drei haben darüber, über sonstige elterliche Eskapaden, Scheidung, Umzüge etc. mal ein langes Gespräch gehabt. Ich bat um Entschuldigung und sie konnten diese geben.

Ich weiß jetzt, auch durch die Erfahrung mit meinem jüngsten Kind, dass Kinder "besser hören/spuren/aufräumen", wenn man leise spricht oder mal nix sagt. Und mal ehrlich, sich bis zum Schreien aufzuregen, weil das Kind irgendwelches Spielzeug nicht wegräumt, ist irgendwie lächerlich.

Not-Schreie im Straßenverkehr oder so, halte ich in gewissen Situationen für überlebenswichtig.

Sasapi
22.05.2015, 18:28
Mit 20 hatte ich zwei Kinder. Mein älteres Kind habe ich viel angeschrien, mein zweites Kind viel weniger. Irgendwie wurde ich weicher, reifer, was auch immer.
Mit Anfang 30 bekam ich dann das dritte Kind, dieses Kind habe ich nie angeschrien. Wenn ich zurück denke, gab es nie eine Situation, in der Schreien notwendig oder angebracht gewesen wäre. Meine Stiefkinder habe ich auch nie angeschrien.

Meine beiden großen Kinder sind jetzt um die 30. Noch heute spüre ich manchmal Stiche in meiner Seele und wünschte mir, dass ich "leiser" gewesen wäre. Wenn es mir nach Jahrzehnten noch weh tut, wie müssen es erst meine Kinder damals empfunden haben? Wir Drei haben darüber, über sonstige elterliche Eskapaden, Scheidung, Umzüge etc. mal ein langes Gespräch gehabt. Ich bat um Entschuldigung und sie konnten diese geben.

Ich weiß jetzt, auch durch die Erfahrung mit meinem jüngsten Kind, dass Kinder "besser hören/spuren/aufräumen", wenn man leise spricht oder mal nix sagt. Und mal ehrlich, sich bis zum Schreien aufzuregen, weil das Kind irgendwelches Spielzeug nicht wegräumt, ist irgendwie lächerlich.

Not-Schreie im Straßenverkehr oder so, halte ich in gewissen Situationen für überlebenswichtig.

Ich gehe davon aus, dass Dein "damaliges Geschrei" situationsbedingt war und Du es nicht als Erziehungsmittel eingesetzt hast? Denn- schreien, damit das Kind nun das tut, was es soll, ist tatsächlich meist unsinnig, denn es liegt nicht am "Hören können" sondern am "Horen wollen".

Die Contenance verlieren, weil das Kind mal wieder .....oder mal wieder nicht.....ist aber etwas anderes. Da geht einem der Gaul durch, das ist unbeabsichtigt, und sowas stecken Kinder tatsächlich ohne Schaden weg, wenns kein "Dauerschreien" ist.

In Geschrei auszubrechen, weil das Kind etwas nicht aufräumt, ist lächerlich, sicher. Aber wir sind alle Menschen, machen Fehler, und manchmal ist das der Tropfen, der das Faß zum Überlaufen bringt.

Wobei auch bei mehreren Kinder nicht alle die Menge an "Du-bringst- mich-zum- Schreien"-Potential haben. Ich habe allerdings auch die Erfahrung gemacht, dass man sich mit jedem Kind weniger aufregt. Über was auch immer.

Julifrau
22.05.2015, 18:44
Ich halte Schreien fuer einen Ausdruck von Hilflosigkeit. Was nicht bedeutet, nicht auch einmal lauter zu werden. Das ist wirklich menschlich. Aber zu schreien, weil Dinge mehrfach eingefordert werden muessen, sehe ich im Nachhinein als eine Schwaeche von Erwachsenen. Es gibt andere Arten, Konsequenzen zu zeigen. Ich glaube auch, es wird haeufig dann geschrieen, wenn die Zeit dafuer fehlt, nachzudenken und zu 'erziehen'. Ich bin sicher, Kinder werden von Schreien ueberfordert. Es macht auch Angst.

Selbst bin ich in einem Haushalt gross geworden, wo sich Hilflosigkeit und Ueberforderung in Schreierei zeigte. Ich schrie auch mit meinem Kind. Und wie bei HPumpernickel gibt mir das heute noch Stiche, wenn ich daran denke, wie verstoerend dies manches Mal fuer mein Kind gewesen sein muss und auch wie laecherlich ich mich damit teils machte.

Ich habe es mir mittlerweile verziehen, aber ich wuerde schreien niemals als probates Erziehungsmittel anerkennen. Sich Zeit zu nehmen und von Anbeginn an, liebevolle Konsequenz zeigen - so wuerde ich heute handeln. Doch manches muss eben erst erlebt werden, um es anders zu machen und zu veraendern.

Uebrigens meine ich auch, dass Schreien sehr viel Energie kostet.

Inaktiver User
22.05.2015, 19:13
aber ich wuerde schreien niemals als probates Erziehungsmittel anerkennen.

Das habe ich auch von niemanden so gelesen.


Sich Zeit zu nehmen und von Anbeginn an, liebevolle Konsequenz zeigen - so wuerde ich heute handeln.

Sicher. In einer idealen Welt sind auch die Eltern ideal.

In meiner nicht, müssen es auch nicht sein, und können dennoch ohne Selbstgeisselung weiterleben. Auch wenn sie das eine oder andere Mal tatsächlich nicht gehandelt haben wie im Lehrbuch sondern gezeigt haben dass man auch wenn man Kinder hat kein heiligenmäßiges Wesen ist und an Grenzen kommen kann.

schlumpsi
22.05.2015, 19:36
Der Unterschied ist meiner Meinung nach zwischen der Haltung "jeder macht mal Fehler. Sie sollten nicht passieren, aber es kommt vor und jeder verliert mal die Nerven." Niemand muss lebenslänglich Asche auf sein Haupt streuen, weil im Leben mal was nicht perfekt läuft. Fehlerhaft sein, ist normal, kommt vor, das verkraften Kinder, das verkraften Partnerschaften, das verkraften sogar meist Geschäftsbeziehungen. Aber, und das meinte ich mit "letztes Mittel", normaler Weise kann sich ein Erwachsener durchaus soweit zusammenreißen, dass man nicht bei jeder Kleinigkeit ausrastet, egal, ob dem Partner, dem Kunden oder den eigenen Kindern gegenüber.

Und das ist für mich der Unterschied zu "ist doch vollkommen normal, seine Kinder anzuschreien, damit ist man authentisch." Wenn ich wirklich ausraste, heißt das "Land unter. Absolute Hilflosigkeit. Bis hierher und keinen Schritt weiter." und das sollte die Ausnahme sein, aber nicht die Regel.

Und damit meine ich wirkliches Anbrüllen und nicht im lauten Befehlston eine kurze Anweisung geben, die meint "ich meine das ernst."

Das ist übrigens auf niemanden persönlich bezogen.

Inaktiver User
22.05.2015, 19:44
Ich halte Schreien fuer einen Ausdruck von Hilflosigkeit. Was nicht bedeutet, nicht auch einmal lauter zu werden. Das ist wirklich menschlich. Aber zu schreien, weil Dinge mehrfach eingefordert werden muessen, sehe ich im Nachhinein als eine Schwaeche von Erwachsenen.

Ja und? Ich darf auch mal hilflos sein. Ich darf auch mal schwach sein. Oder etwa nicht?


wie verstoerend dies manches Mal fuer mein Kind gewesen sein muss und auch wie laecherlich ich mich damit teils machte.

Ich habe oft versucht, mich zusammenzunehmen. Kind war unerträglich. Dann ist mir der Kragen so richtig geplatzt. Kind wurde friedlich. Nicht aus Angst oder Verstörung. Sondern weil seine Empfindungen mir gegenüber endlich den Äußerungen ihm gegenüber entsprachen. Also weil ich richtig authentisch war, auch wenn nicht in der von Erziehungsratgebern geforderten Form.


Ich habe es mir mittlerweile verziehen, aber ich wuerde schreien niemals als probates Erziehungsmittel anerkennen.

Ich glaube, das tut niemand.


Sich Zeit zu nehmen und von Anbeginn an, liebevolle Konsequenz zeigen - so wuerde ich heute handeln.

Hört sich toll an. Aber das schaffen ja noch nicht mal Erwachsene untereinander. Sonst gäbe es keine Scheidungen und keine Nachbarschaftsstreits.


Uebrigens meine ich auch, dass Schreien sehr viel Energie kostet.
Sich zusammennehmen und das Schreien unterdrücken ab einem gewissen Punkt noch mehr.

Julifrau
22.05.2015, 22:27
Nun, ich würde niemandem empfehlen sich zu geißeln. Aber sich zu hinterfragen, das finde ich wertvoll und einen angemessenen Liebesdienst an unseren Kindern.

Inaktiver User
22.05.2015, 22:46
Aber sich zu hinterfragen, das finde ich wertvoll und einen angemessenen Liebesdienst an unseren Kindern.

Absolut - und natürlich auch für sich selbst.

Aber ich bin dabei zu dem Schluß gekommen, dass ich auch als Mutter nicht stets wohltemperiert sein muss. Ich hab den Anspruch - aber dass ich dem nicht zu 100% gerecht werde finde ich menschlich.

Julifrau
22.05.2015, 22:49
Aber ich bin dabei zu dem Schluß gekommen, dass ich auch als Mutter nicht stets wohltemperiert sein muss. Ich hab den Anspruch - aber dass ich dem nicht zu 100% gerecht werde finde ich menschlich.

Ja. Ich hatte auch nie von 100 % Perfektion gesprochen.

_muschelkalk
22.05.2015, 22:57
Ich bewundere Eltern, die ruhig bleiben und habe mich fürs Lautwerden auch schon entschuldigt, denn für mich hat nicht der Lauteste Recht.

Wenn ich überfordert bin, dann muss ich für mich eine Lösung suchen. Für mich ist anbrüllen keine Lösung, denn was änderst sich durchs anschreien? Nix. Je nach Alter des Kindes schüchtert es das Kind ein und dies möchte ich nicht erreichen.

Inaktiver User
22.05.2015, 23:17
Ich bewundere Eltern, die ruhig bleiben und habe mich fürs Lautwerden auch schon entschuldigt, denn für mich hat nicht der Lauteste Recht.

Wenn ich überfordert bin, dann muss ich für mich eine Lösung suchen. Für mich ist anbrüllen keine Lösung, denn was änderst sich durchs anschreien? Nix. Je nach Alter des Kindes schüchtert es das Kind ein und dies möchte ich nicht erreichen.

Aber das ist doch offensichtlich "heute" nicht mehr schlimm. Brüllen ist normaaaaal. Man übt sogar mit den Kindern schon für ihr Berufsleben, in dem sie dann wieder angebrüllt werden. Dann ist es geradezu ein Liebesdienst, ihnen das Erschrecken wegzuerziehen - durch wegbrüllen.

Bin ich froh, kein Kind mehr zu sein.

_muschelkalk
22.05.2015, 23:38
....Bin ich froh, kein Kind mehr zu sein.

Geht mir manchmal auch so. Entweder wird unheimlich viel Energie in die Kinder gegeben; sie, als Projekt Kind, müssen dem Druck der Erwartungshaltung standhalten. Oder, back to the roots.....früher gab es mehr Lametta......

Allein der Größenunterschied ist doch schon imposant genug, da muss ich mein Kind nicht auch noch Kleinbrüllen.

Zazu2
23.05.2015, 00:18
Ich bewundere Eltern, die ruhig bleiben und habe mich fürs Lautwerden auch schon entschuldigt, denn für mich hat nicht der Lauteste Recht.

Mich haben Eltern schon als Kind erschreckt, bei denen in Konfliktsituationen nur immer gedämpftes, aggressives Gezischel zu hören war und die Kinder dann mit eingezogenem Schwanz von Dannen zogen.

Gebrüll habe ich von meinen Eltern trotzdem kaum bis gar nicht gehört, aber eben auch nicht dieses aggressive Gezischel.

Mein Sohn hat ab und an(!) von mir schon einen satten Brüller zu hören bekommen, da ich mir als Kind das manchmal von meinen Eltern gewünscht habe - so als Ventil für sie.
Ich schreie seit einigen Jahren gar nicht mehr. War vielleicht eine Zeit lang in Maßen gar nicht mal verkehrt.
War dann aber sehr bald kontraproduktiv.

Julifrau
23.05.2015, 09:12
Aber das ist doch offensichtlich "heute" nicht mehr schlimm. Brüllen ist normaaaaal. Man übt sogar mit den Kindern schon für ihr Berufsleben, in dem sie dann wieder angebrüllt werden. Dann ist es geradezu ein Liebesdienst, ihnen das Erschrecken wegzuerziehen - durch wegbrüllen.

So extrem erlebe und erlebte ich das in meinem Umfeld nicht. Die, die bruellen mussten, bruellten sich einen Frust von der Seele, der mit den Kindern sehr wenig zu tun hatte. Das ging auch mir haeufig so.


Bin ich froh, kein Kind mehr zu sein.

Meine Generation litt sicherlich nicht unter Helikopter-Eltern, aber haeufig unter zu jungen Eltern, die als Kind einen Krieg erlebt hatten, unter Traumata litten und weder ihre Gefuehlswelt noch sich selbst einigermassen kannten. Es war eine Art 'stumme' Generation (auch wenn fleissig geredet wurde).

Diese jungen Menschen, die dann haeufig auch noch ungewollt Eltern wurden, waren in Konsequenz dann hauptsaechlich damit beschaeftigt, eine Existenz zu gruenden. Haeufig quasi noch auf 'Truemmern', zumindest gab es selten finanzielle Unterstuetzung seitens der Eltern, wie die heute moeglich ist.

Fuer die Kinder war damit - auf anderer Ebene zwar - dennoch sicherlich ebenso wenig wirkliche Zeit und wohlwollende Aufmerksamkeit gegeben, wie dies heute der Fall ist. Denn auch die vermeintliche hohe Aufmerksamkeit der sogenannten Helikopter-Eltern, die bemueht sind, ihrem Kind die besten Chancen zu geben, in der Leistungsgesellschaft ihren Platz zu finden, ist keine wirklich 'naehrende' Aufmerksamkeit, die aus einem vollen Herzen heraus entsteht - sondern aus Aengsten. Und diese Aengste werden noch dazu uebertragen.

Heute aber haben wir allerdings den Vorteil, bewusster zu sein, mehr zu wissen ueber Zusammenhaenge zwischen Ursache und Wirkung. Und uns zu reflektieren - wenn wir denn wollen. Wenn es Prioritaet bekommt, findet sich auch die Zeit dazu.

Es scheint dennoch jede Generation ihre eigenen Herausforderungen gestellt zu bekommen.

Sasapi
23.05.2015, 09:39
Ich weiß nicht, Julifrau....ich bin zwar in etwa mit Eltern aufgewachsen, wie Du sie beschreibst....aber irgendwo finde ich, wir hatten es leichter als die heutige Kindergeneration. Wir wurden nicht "großgezogen", uns ließ man wachsen:smile:

Meine Eltern legten Wert auf gute Schulnoten, kontrollierten die Hausaufgaben - wenn auch ab etwa Klasse 7 nur noch darauf, ob sie überhaupt (vollständig) gemacht wurden, gingen zu allen Elternsprechtagen und Elternabenden und "überwachten" den Prozeß der Berufswahl und Ausbildungsplatzssuche....wer sich wünschte, ein Instrument zu lernen, gut, der durfte das nach Möglichkeit, wer sich für andere Dinge interessierte, da wurde nach Möglichkeiten gesucht, diesem Hobby nachzugehen....wer irgendwie "in der Entwicklung nachhinkte", wurde dem Arzt vorgestellt und bekam die notwendigen Therapien, obs nun Logopädie oder orthopädische Einlagen waren....wenn wir absolute ungerechte Behandlung durch die Lehrer beklagten, dann gingen sie in die Schule und sprachen mit dem Rektor, wenn sie der Meinung waren, es könnte an der Sache tatsächlich etwas dran sein...

Aber sie erwarteten nicht, dass sich die Welt lediglich um ihr Prinzesschen/ihren Prinzen zu drehen habe, und wenn das Kind in der Schule irgendwie auffällig ist, sozial oder leistungsmäßig (negativ, meine ich...), dann drehten sie den Spieß nicht um und erwarteten von der Schule, dass man bitte die Eigenheiten des Kindes stärker berücksichtigen solle und den Unterricht gefälligst so fesselnd zu gestalten habe, dass es dem Kind Spaß macht- dann hat es gute Noten und stört auch nicht den Unterricht.

So erlebe ich es heute oft- und im Gegensatz dazu ganz viele Eltern, die sich gar nicht interessieren. Will sagen- auf beiden Seiten verstärken sich die "Pole".

Meine Eltern erwarteten von mir regelmäßiges Schreiben von Bewerbungen, besorgten das nötige Material und brachten die Briefe zur Post, fuhren mich zu Eignungstests und Vorstellungsgesprächen, wenn man diese Orte nicht mit den Öffis erreichen können- aber warteten im Auto.

Mein Arbeitgeber muß mittlerweile Infoveranstaltungen für die Eltern abhalten, stellt während der Eignungstests einen Aufenthaltsraum für "Begleiteltern" samt Verpflegung mit Kaffee, Kaltgetränken und Keksen bereit inkl. eines "Ansprechpartners für Fragen", weil die Eltern ihren sich bewerbenden Nachwuchs bis zum Sitzplatz begleiten (gut, das ist jetzt übertrieben). Wobei die Bewerber deutlich älter sind- 10.Klässler sind ganz selten mal dabei.

Im Gegensatz dazu kenne ich Jugendliche, deren Eltern sich überhaupt nicht kümmern, wie es denn nun nach der Schule weitergehen soll, nicht das eigene Kind fragen, was es denn weiter vor hat.....

Irgendwie gibts mehr Extreme in beide Richtungen. Und während das eine Extrem quasi "im Klammergriff" sitzt, muß sich das andere Extrem allein durchschlagen.

Das war zu meiner Kinder- und Jugendzeit nicht so, zumindest nicht so extrem. Oder es ist mir nicht aufgefallen.

ambiva
23.05.2015, 10:03
es kommt drauf an, WIE man brüllt. zwischen einem kurzen lautwerden und einem unkontrollierten wut-rauslassen liegen ja große unterschiede.

insgesamt finde ich rumbrüllen armselig und hilflos, und wenn es mir passiert ist, habe ich mich bei meinem kind entschuldigt.
bei erwachsenen entschuldige ich mich ja auch.

gochrissi
23.05.2015, 10:16
Wie so oft... Eine Frage der Dosierung. Mal ist o.k., man ist ja manchmal schlecht drauf, und das ist dann auch o.k. Dann aber hinterher mit den kindern drüber sprechen, die verstehen das bestimmt. Ständiges Brüllen geht gar nicht, wenn man ständig schlecht drauf ist, muss man was bei sich selbst ändern. Und eine Familie, wo die Kinder das Brüllen von den Eltern abkucken, ist ein Horror.

marylin
26.05.2015, 08:24
@Sasapi: Super Beitrag! Du hast den Nagel auf den Kopf getroffen :blume:

Inaktiver User
26.05.2015, 09:26
Kommt es nicht auch darauf an, WAS man brüllt? Es gibt doch einen Unterschied zwischen "Du nichtsnutziges Ding hast wieder alles falsch gemacht" und "Diese Unordnung hier macht mich wahnsinnig". Oder rede ich mir hier was schön...? Leider schreie ich auch öfter mal und fühle mich damit zwar nicht gut und versuche es oft zu unterdrûcken, aber es gehört eben auch ein Stûck weit zu mir, dass ich auch mal aus der Haut fahre (mache ich auch, wenn ich alleine Auto fahre und mich definitiv niemand hören und sehen kann). Ich finde, Kinder bringen soviel Chaos ins Leben und viele Eltern haben so viele Belastungen an so vielen Fronten - wie soll man da immer ruhig bleiben, wenn man eben nicht der phlegmatische Typ ist (und ich bin schon eher ruhig)? Ich halte es aber dennoch für wichtig, auf die Wortwahl zu achten und - wenn es einen schon übermannt - nicht das Kind niederzubrüllen, sondern eben eher die eigene Wut auszudrücken und sich eben auch zu entschuldigen. Meine Kinder zeigen sich jedenfalls meist recht unbeeindruckt von meiner Schreierei, ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es ihnen schadet (eher mein leider viel häufigerer Nörgel-Modus in normalem Tonfall "mach dies nicht, mach das, trödel nicht so, denk an blabla" und so weiter. Auch hier arbeite ich an mir, ich hoffe die kleinen merken's...)

Saetien
26.05.2015, 12:26
Ich bin eben nicht der Meinung, dass Eltern stets und ständig überlegen müssen, was SIE falsch machen... Und wenn mein Kind bei der 10. Ermahnung, endlich die Wäsche vom Boden aufzusammeln, nicht hört und sich "taub" stellt, dann sorge ich dafür, dass mein Wunsch bei ihm Gehör findet, dann brüll ich eben mal... Und in dem Fall hat mein Kind was falsch gemacht, basta!


Ein Freund von mir vertritt die Ansicht
(ich selbst weiß noch nicht so wirklich was ich darüber denke)
dass man sich damit dem Kind gegenüber durchsetzt aufgrund seiner körperlichen Überlegenheit (das Brüllen funktioniert ja auch nur deshalb) und dass man damit dem Kind beibringt, dies sei ein zulässiger Weg zur Durchsetzung der eigenen Interessen.
Ganz davon abgesehen, dass das Kind dann nicht aus Einsicht, sondern aus Angst vor dem Gebrülle handelt => dem Kind Angst machen = schlecht.


Mir kommt das übertrieben vor, aber ich habe nicht wirklich Gegenargumente.
Habt Ihr welche?

Inaktiver User
26.05.2015, 12:35
Ja.

Wirkungslosigkeit. :freches grinsen:

Als Mittel irgendwas durchzusetzen und die Kinder irgendwie einzunorden ist das komplett nutzlos, bei meinen jedenfalls. Für mich ist das eher ein Ventil und eine Ausdruck dessen, dass ich von etwas durchaus not amused bin.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 12:58
Mir kommt das übertrieben vor, aber ich habe nicht wirklich Gegenargumente.
Habt Ihr welche?

Dein Bekannter diskutiert also von klein auf mit seinen Kindern alles durch, bis sie EINSEHEN, dass er Recht hat?
Kann ich mir nicht vorstellen bzw. ist doch gar nicht möglich.

Ich brülle auch manchmal und ganz ehrlich kann ich das auch nur bedingt kontrollieren.
Ich bin ein aufbrausender Typ im Gegensatz zum Papa der Kinder, der eher ein ruhiges Gemüt hat.

So bin ich ... und wenn ich anders sein müsste, müsste ich mich wahrscheinlich erst einer Verhaltenstherapie unterziehen.

Ich finde es viel wichtiger, wie man DANACH damit umgeht, ob man dann wieder auf die Kinder zugeht, es ihnen vielleicht nochmal in Ruhe erklärt oder sich auch mal entschuldigt, wenn man an die Decke gegangen ist und vielleicht eher sonstiger Stress daran Schuld war.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:01
als probates Erziehungsmittel

Als das sehe ich das auch nicht.
Sondern als Ausdruck eines Gefühls.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:03
Aber Brüllen? Das ist m.e. psychische Gewalt, eine Form der Misshandlung.

Da hast du natürlich Recht :blumengabe:
Ich denke, dazu ist das Wort Brüllen als Diskussionsgrundlage zu schwammig.

Von dem, was du beschreibst, spreche ich nicht.

Saetien
26.05.2015, 13:05
Dein Bekannter diskutiert also von klein auf mit seinen Kindern alles durch, bis sie EINSEHEN, dass er Recht hat?
Kann ich mir nicht vorstellen bzw. ist doch gar nicht möglich.


Der Bekannte hat noch keine Kinder, aber ja, so in etwa stellt er sich das glaube ich vor.
Alles andere wäre ja Ausnutzen der Tatsache, dass man sich als Erwachsener besser durchsetzen kann und damit im weitesten Sinne Gewalt.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:09
Der Bekannte hat noch keine Kinder, aber ja, so in etwa stellt er sich das glaube ich vor.

Oh ein Theoretiker :freches grinsen: :pfeifend:


Alles andere wäre ja Ausnutzen der Tatsache, dass man sich als Erwachsener besser durchsetzen kann und damit im weitesten Sinne Gewalt.

Selbstverständlich gibt es ein Kraftgefälle zwischen Kindern und Erwachsenen.
Und das ist etwas ganz Natürliches, das sich mit den Jahren immer mehr aufhebt.

Warum man das als Gewalt beschreibt, finde ich schon sehr seltsam.
Ich glaube im Gegenteil, dass man den Kindern schadet, wenn man sie wie Erwachsene behandelt und ihnen keine Grenzen setzt.

Saetien
26.05.2015, 13:11
Ich möchte mich hier gerade nicht über den Bekannten lustig machen.







Selbstverständlich gibt es ein Kraftgefälle zwischen Kindern und Erwachsenen.
Und das ist etwas ganz Natürliches, das sich mit den Jahren immer mehr aufhebt.

Die Frage ist, MUSS das so sein?
Empfindet irgendwer ein Kraftgefälle nicht als Gewalt?
Ist das Nutzen eines solchen etwas anderes als die andere Person brechen?



Warum man das als Gewalt beschreibt, finde ich schon sehr seltsam.
Ich glaube im Gegenteil, dass man den Kindern schadet, wenn man sie wie Erwachsene behandelt und ihnen keine Grenzen setzt.


Beim letzten Satz stimme ich Dir zu, das ist die andere Seite.

Dilemma ohne Ausweg?

Inaktiver User
26.05.2015, 13:14
Die Frage ist, MUSS das so sein?
Empfindet irgendwer ein Kraftgefälle nicht als Gewalt?
Ist das Nutzen eines solchen etwas anderes als die andere Person brechen?



Nein, seh ich nicht so. Ganz im Gegenteil brauchen Kinder die Gewissheit, dass die Eltern "stärker" sind. Nur dann kann ich mich ja geborgen fühlen, wenn ich weiß, da passt einer auf mich auf und der kann das auch.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:16
Nein, seh ich nicht so. Ganz im Gegenteil brauchen Kinder die Gewissheit, dass die Eltern "stärker" sind. Nur dann kann ich mich ja geborgen fühlen, wenn ich weiß, da passt einer auf mich auf und der kann das auch.

Hätte ich nicht besser beantworten können :blumengabe:

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:17
Ich möchte mich hier gerade nicht über den Bekannten lustig machen.

Entschuldige, so war es nicht gemeint.
Aber ich finde es grundsätzlich schwierig, über ein solches Thema Theorien zu vertreten, ohne Lebenserfahrung zu haben.

Das kann ich umso besser sagen, seit ich MIT Kindern auf meine Ansichten VOR den Kindern zurückblicke.

Saetien
26.05.2015, 13:17
Fühlt man dann nicht eher "Oh, da ist jemand stärker als ich, der kann mir alles mögliche antun und ich bin vollständig von seinem Wohlwollen abhängig"?

Das ist nämlich die andere Seite von "da ist jemand stärker".

Inaktiver User
26.05.2015, 13:19
Fühlt man dann nicht eher "Oh, da ist jemand stärker als ich, der kann mir alles mögliche antun und ich bin vollständig von seinem Wohlwollen abhängig"?



Wieso sollte man? Ich glaube nicht, dass Kinder von sich aus so denken würden - außer sie hätten es schon so erfahren und ihr Vertrauen verloren.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:19
Fühlt man dann nicht eher "Oh, da ist jemand stärker als ich, der kann mir alles mögliche antun und ich bin vollständig von seinem Wohlwollen abhängig"?

Wahrscheinlich dann, wenn jemand diese Stärke missbraucht.
Und vielleicht sind die Grenzen fließend.

Aber grundsätzlich denke ich auch, dass Kinder von dieser Stärke profitieren.

Saetien
26.05.2015, 13:19
FriendofAlwin, ich verstehe schon was Du meinst.


Tendenziell bin ich überhaupt kein Fan davon, Kinder wie kleine Erwachsene zu behandeln.

So gar nicht.


Auf der rein intellektuellen Schiene empfinde ich allerdings alles andere als schwerste Misshandlung, eben weil man dem Kind seine Machtlosigkeit vor Augen führt - welches Mittel wäre besser dazu geeignet, ein Kind zu brechen?

Saetien
26.05.2015, 13:22
Wieso sollte man? Ich glaube nicht, dass Kinder von sich aus so denken würden - außer sie hätten es schon so erfahren und ihr Vertrauen verloren.

Sie erfahren es doch jedes Mal so, wenn die elterliche Macht gegen den Willen des Kindes ausgespielt wird!

Aus Elternsicht ist es sinnvoll, darauf zu bestehen, dass das Kind morgens zur Schule geht, aus Kindersicht will es lieber spielen - die Eltern tun ihm also die ungeliebte Schule an.
Oder die Wollmütze im Winter.

Das Beispiel lässt sich beliebig ersetzen.

Und ich als Elter lege dann fest, WAS ein Kind nun als "antun" und was als "Erziehung" zu empfinden hat?
Dabei kann man sich doch ganz furchtbar vertun?


Woher weiß ich denn, ob das Kind die ungeliebte Wollmütze nicht als genauso schlimm oder schlimmer empfindet als ohne Abendessen ins Bett?
oder 3 Tage Einsperren?


Wer setzt denn die Grenze zwischen Erziehung und Misshandlung?

Saetien
26.05.2015, 13:26
Mal ein Beispiel:


In meiner Generation (also, als wir Kinder waren) ganz üblich:

"Die armen Kinder in Afrika wären froh, wenn sie es hätten!"


Das dann, wenn ein Kind irgendetwas nicht essen wollte, ungeliebte Kleidung nicht tragen, geschenkte Spielsachen nicht mochte etc.

Aus meiner HEUTIGEN Sicht glasklar Misshandlung.
Über die Gewissensschiene.

Nur würde das wahrscheinlich kaum ein Elternteil aus der Generation so sehen, ich hätte das auch als Kind nicht so benennen können.


Und das kann doch prinzipiell mit JEDEM Erziehungsmittel (außer Überzeugung) passieren, dass es sich dann in 20 Jahren als Misshandlung herausstellt?

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:26
Auf der rein intellektuellen Schiene empfinde ich allerdings alles andere als schwerste Misshandlung, eben weil man dem Kind seine Machtlosigkeit vor Augen führt - welches Mittel wäre besser dazu geeignet, ein Kind zu brechen?

Kinder bewegen sich aber nicht auf der intelektuellen Schiene.
Und sie empfinden das auch nicht als "Machtlosigkeit vor Augen" führen.

Im Grunde muss man sich doch nur an seine eigene Kindheit erinnern, als man vielleicht wegen irgendeiner Kleinigkeit mal wieder völlig hohlgedreht ist und Muttern einem dann zum Abregen ins Zimmer geschickt hat.
In dem Moment empfand man es als ganz furchtbar gemein und ungerecht - und doch war es genau das Richtige, um sich wieder abzuregen.

Ich habe das nie als Machtmissbrauch oder überhaupt gegen mich gerichtet.
Ich verstehe nicht, wie man auf sowas kommt.

Wo du Recht hast: Die Grenzen sind fließend ... aber damit muss man einfach leben.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:30
In meiner Generation (also, als wir Kinder waren) ganz üblich:

"Die armen Kinder in Afrika wären froh, wenn sie es hätten!"

Ich sage stattdessen: Wenn du das nicht essen magst, bist du offenbar nicht mehr hungrig.

Ist das besser?


Aus meiner HEUTIGEN Sicht glasklar Misshandlung.
Über die Gewissensschiene.

Findest du das nicht reichlich übertrieben?
Ich sage auch schon mal, dass andere Kinder froh wären, wenn sie das hätten, was mein Kind hat.

Das ist keine Misshandlung sondern schlichtweg die Wirklichkeit.

Und es kann manchmal schwer zu ertragen sein, wenn die Kinder nicht zu schätzen wissen, was sie alles haben.


AUnd das kann doch prinzipiell mit JEDEM Erziehungsmittel (außer Überzeugung) passieren, dass es sich dann in 20 Jahren als Misshandlung herausstellt?

Schreibe doch mal ein Beispiel, wie dein misshandlungsfreier Erziehungsstil aussehen würde?

Saetien
26.05.2015, 13:34
Kinder bewegen sich aber nicht auf der intelektuellen Schiene.
Und sie empfinden das auch nicht als "Machtlosigkeit vor Augen" führen.


Ich habe als Grundschulkind in Krachs häufiger mal meine Eltern angeschrien: Wenn ich groß wäre, sie würden schon sehen!
Dann könnten sie das nicht mehr mit mir machen, dann würden sie all das büßen!


Klassische Kinderaufregerei, ob das normal war kann ich nicht beurteilen, offensichtlich fühlte ich mich damals machtlos (ja sogar so verbalisiert), im NACHHINEIN war das noch einigermaßen gesund.

Irgendwann hörte das auf.
Ich habe mich nicht mehr getraut.
Weil ich aufgrund der "arme Kinder in Afrika"-Schiene überzeugt war, ich verdiene es nicht besser.

DAS war dann richtige Machtlosigkeit bei gleichzeitig gefühlter Macht.

Tendenziell war das erste besser.

Aber gibt es was ohne eins davon?


Im Grunde muss man sich doch nur an seine eigene Kindheit erinnern, als man vielleicht wegen irgendeiner Kleinigkeit mal wieder völlig hohlgedreht ist und Muttern einem dann zum Abregen ins Zimmer geschickt hat.
In dem Moment empfand man es als ganz furchtbar gemein und ungerecht - und doch war es genau das Richtige, um sich wieder abzuregen.


Aber man empfand es als furchtbar gemein und ungerecht und die eigene Mutter konnte einfach furchtbar gemeine und ungerechte Sachen mit einem machen!
Was soll das anderes sein als Gewalt?

Inaktiver User
26.05.2015, 13:37
Aber Brüllen? Das ist m.e. psychische Gewalt, eine Form der Misshandlung.

Zwischen derart psychischer Gewalt und dem lauten brüllen, wenn ich das Kind zum 100sten Mal vergeblich aufgefordert habe, etwas zu tun, liegen mE Welten.
Ein lautes Wort bringt ein Kind nicht um. Ich sehe da auch gar keinen Grund, den Fehler bei mir zu suchen, wenn ich keine Lust verspüre, und das durchaus auch nicht für eine sinnvolle Erziehungsmassnahme halte, eine klare Bitte/Anweisung ans Kind stundenlang ergebnislos zu diskutieren. Das Kind testet seine Grenze, was richtig und gut und normal ist, es muss aber auch die Grenzen klar erkennen können.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:38
Aber man empfand es als furchtbar gemein und ungerecht und die eigene Mutter konnte einfach furchtbar gemeine und ungerechte Sachen mit einem machen!
Was soll das anderes sein als Gewalt?

Ich glaube, wenn mein kleiner Sohn gerade mit einem Auto des Großen spielt und der dann kommt und sein Auto zurückfordert, empfindet das mein Kleiner auch als ganz furchtbar und gemein.

Ist das deshalb Gewalt?

Saetien
26.05.2015, 13:39
Ich sage stattdessen: Wenn du das nicht essen magst, bist du offenbar nicht mehr hungrig.

Ist das besser?

Ich weiß nicht.
Ganz ehrlich ich würde mir nicht zutrauen das einzuschätzen.
Entschuldige bitte.




Findest du das nicht reichlich übertrieben?
Ich sage auch schon mal, dass andere Kinder froh wären, wenn sie das hätten, was mein Kind hat.

Das ist keine Misshandlung sondern schlichtweg die Wirklichkeit.

Und es kann manchmal schwer zu ertragen sein, wenn die Kinder nicht zu schätzen wissen, was sie alles haben.

Wenn Du diese Technik selbst nutzt, dann ist nachvollziehbar, dass Du meine Reaktion übertrieben findest.
Als Kind fand ich das auch nicht übertrieben sondern völlig gerechtfertigt.
Aber es hat mich zu einer Erwachsenen gemacht, die unglaublich dafür ackern muss, sich selbst irgendwelche Wünsche und Bedürfnisse zu gestatten und sich nicht bereitwillig und freiwillig allen anderen als Fußmatte anzubieten.
Respektvoll behandelt werden wollen?
Ach, die armen Kinder in Afrika wären froh, wenn sie genug zu essen hätten und würden nicht auch noch so egoistische Biester sein und Respekt verlangen.
Nein, die armen Kinder in Afrika wären auch ohne Respekt glücklich! *aufmichselbsteintret*.

Da geht es auch nicht drum, dass dieser Satz EINMAL gefallen wäre, es geht um das ganze Erziehungsschema dahinter.

Wo ist die Grenze zwischen "ich reiße Dich am Arm weil ich zu spät gesehen habe dass Du sonst vors Auto läufst" und "ich schädige Dich, vielleicht lebenslang"?





Schreibe doch mal ein Beispiel, wie dein misshandlungsfreier Erziehungsstil aussehen würde?


Im Idealfall das Kind immer überzeugen können und es als gleichberechtigten Partner ansehen - nur für REALISTISCH halte ich persönlich das nicht.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 13:50
Wenn Du diese Technik selbst nutzt, dann ist nachvollziehbar, dass Du meine Reaktion übertrieben findest.

Ich nutze das nicht als Technik (in dem Sinne, dass ich es planvoll einsetze, um mein Kind zu manipulieren. Überhaupt erziehe ich eigentlich ausschließlich aus dem Bauch), ich sage es, wenn ich das so empfinde.


Als Kind fand ich das auch nicht übertrieben sondern völlig gerechtfertigt.
Aber es hat mich zu einer Erwachsenen gemacht, die unglaublich dafür ackern muss, sich selbst irgendwelche Wünsche und Bedürfnisse zu gestatten und sich nicht bereitwillig und freiwillig allen anderen als Fußmatte anzubieten.
Respektvoll behandelt werden wollen?
Ach, die armen Kinder in Afrika wären froh, wenn sie genug zu essen hätten und würden nicht auch noch so egoistische Biester sein und Respekt verlangen.
Nein, die armen Kinder in Afrika wären auch ohne Respekt glücklich! *aufmichselbsteintret*.

Das klingt wirklich "ungesund" und vielleicht wurde das bei dir in der Tat ganz gezielt und sehr intensiv eingesetzt.
Auch dann, wenn es gar keinen Grund gab.


Da geht es auch nicht drum, dass dieser Satz EINMAL gefallen wäre, es geht um das ganze Erziehungsschema dahinter.

Genau so.


Wo ist die Grenze zwischen "ich reiße Dich am Arm weil ich zu spät gesehen habe dass Du sonst vors Auto läufst" und "ich schädige Dich, vielleicht lebenslang"?

Ich hoffe, man findet diese Grenze in der eigenen Persönlichkeit, die die Erziehungsentscheidungen prägt.


Im Idealfall das Kind immer überzeugen können und es als gleichberechtigten Partner ansehen - nur für REALISTISCH halte ich persönlich das nicht.

Was ist in dem Fall gleichberechtigt?

Saetien
26.05.2015, 13:55
Das klingt wirklich "ungesund" und vielleicht wurde das bei dir in der Tat ganz gezielt und sehr intensiv eingesetzt.
Auch dann, wenn es gar keinen Grund gab.

Das ist das Schlimme.
Ich bin mir SICHER, dass meine Mutter das auch aus dem Bauch heraus gemacht hat und nicht um mich bewusst kleinzuhalten.
Sie hatte nur die absurde Erwartung, dass mein Gefühlsleben wie das eines Erwachsenen funktioniert, und wenn es das nicht tat, wurde mir klargemacht, was ich alles habe und nicht verdiene.

Nur, sie WUSSTE ja nicht dass sie was falsch macht.
Kann das nicht jedem Elternteil passieren?





Ich hoffe, man findet diese Grenze in der eigenen Persönlichkeit, die die Erziehungsentscheidungen prägt.

Klingt halt sehr nach Glückssache.


Was ist in dem Fall gleichberechtigt?
Dass man nicht davon ausgeht, dass man als Erwachsener recht hat.
Dass man sich die Argumente des Kindes (warum es jetzt z.B. nicht Zähne putzen möchte) in Ruhe anhört und dann gemeinsam einen Konsens findet.

Also, ich denke, in etwa so stellt mein Bekannter sich das vor, ich glaube tatsächlich, die Möglichkeit, dass kein Konsens gefunden wird, hat er gar nicht auf dem Schirm.

xanidae
26.05.2015, 14:04
Zwischen derart psychischer Gewalt und dem lauten brüllen, wenn ich das Kind zum 100sten Mal vergeblich aufgefordert habe, etwas zu tun, liegen mE Welten.
.

Wer 100mal sein Kind zu irgendwas auffordert und dann sich nur noch mit Anbrüllen zu helfen weiß, läuft insgesamt was falsch.
Es geht hier auch um Anbrüllen, wenn das Kind was - im Sinne des Erwachsenen - falsch gemacht hat und nicht um eine klare und lautere Ansage.


Nein, seh ich nicht so. Ganz im Gegenteil brauchen Kinder die Gewissheit, dass die Eltern "stärker" sind. Nur dann kann ich mich ja geborgen fühlen, wenn ich weiß, da passt einer auf mich auf und der kann das auch.

Genau.


Fühlt man dann nicht eher "Oh, da ist jemand stärker als ich, der kann mir alles mögliche antun und ich bin vollständig von seinem Wohlwollen abhängig"?
.

Das Kind ist von Anfang an abhängig und sein Überleben ist davon abhängig, dass da ein liebevoller Mensch ist, der sich um das Wohlbefinden des Kindes kümmert.
Kinder sind vom Wohlwollen des Erwachsenen abhängig. Doch sie erfahren dies nur als "Abhängigkeit" wenn der Erwachsene dies auch so praktiziert. Z. B. dass es nur Zuwendung gibt, wenn das Kind brav* ist.


*brav: ein Wort, dass bei jedem Menschen etwas anderes bedeutet



Ich nutze das nicht als Technik (in dem Sinne, dass ich es planvoll einsetze, um mein Kind zu manipulieren. Überhaupt erziehe ich eigentlich ausschließlich aus dem Bauch), ich sage es, wenn ich das so empfinde.


Weil du mit deinem Kind in einer Beziehung bist, sprichst du über deine Gefühle.

Leider ist emotionale Erpressung eine häufig gewählte Umgangsform und deshalb hören manche aus einem Satz über Gefühle "Wenn du nicht machst was man dir sagt, hab ich dich nicht lieb" o.ä. Es ist noch gar nicht so lange her, dass in Erziehungsratgebern Liebesentzug als probates Erziehungsmittel propagiert wurde.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 14:08
Nur, sie WUSSTE ja nicht dass sie was falsch macht.
Kann das nicht jedem Elternteil passieren?

Klar und tut es auch sicher ständig.
Und bestimmt auch manchmal mir.

Aber was kann man dagegen tun?
Auch Eltern sind nur Menschen mit Fehlern ... mehr oder minder großen.

Die meisten bewegen sich aber wohl in einem Rahmen, die die Kinder nicht schädigen.


Dass man nicht davon ausgeht, dass man als Erwachsener recht hat.
Dass man sich die Argumente des Kindes (warum es jetzt z.B. nicht Zähne putzen möchte) in Ruhe anhört und dann gemeinsam einen Konsens findet.

Und wie könnte der in deinem Beispiel aussehen?

Bei uns gibt es da auch keine Diskussion und der Kleine bekommt auch mal die Zähne trotz Gegenwehr geputzt.
Wenn er alt genug wäre, ihm zu erklären, dass er entweder Zähne putzt oder keine Süigkeiten mehr essen darf, dann wäre das vielleicht eine Alternative, die an seine Einsicht appelliert.

Dafür ist er aber nunmal zu klein.

Gerade dieses gleichberechtige Ausdiskutieren macht die Kinder doch zu kleinen Erwachsenen ...

FriendOfAlwin
26.05.2015, 14:10
Leider ist emotionale Erpressung eine häufig gewählte Umgangsform und deshalb hören manche aus einem Satz über Gefühle "Wenn du nicht machst was man dir sagt, hab ich dich nicht lieb" o.ä. Es ist noch gar nicht so lange her, dass in Erziehungsratgebern Liebesentzug als probates Erziehungsmittel propagiert wurde.

Ja ... deshalb verlasse ich mich auch nicht auf Erziehungsmoden.

xanidae
26.05.2015, 14:11
Dass man nicht davon ausgeht, dass man als Erwachsener recht hat.
Dass man sich die Argumente des Kindes (warum es jetzt z.B. nicht Zähne putzen möchte) in Ruhe anhört und dann gemeinsam einen Konsens findet.



Ein gutes Beispiel. Bei Gesundheitsfragen gibt es mE keinen Konsens und dazu gehört Zähne putzen. Bei der Ordnung im Kinderzimmer sieht das mE anders aus.


Kinder lernen viel am Vorbild. Anbrüllen wie Zähne putzen. Jeder kann für sich entscheiden, welches Vorbild er sein will.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 14:16
Kinder lernen viel am Vorbild. Anbrüllen wie Zähne putzen. Jeder kann für sich entscheiden, welches Vorbild er sein will.

Ich putze jeden morgen und abend meine Zähne.
Würden meine Kinder trotzdem nicht nachmachen, sondern ich muss ihnen die Zähne putzen oder sie dazu auffordern, es selbst zu tun.

Zum Thema Brüllen: Wenn du so kontrolliert/sanftmütig bist, dass du nicht mal laut wirst ... herzlichen Glückwunsch.
Ich bin anders.
Dass ich deshalb ein schlechtes Vorbild sein soll, finde ich eine recht vermessene Behauptung.

Saetien
26.05.2015, 14:18
Ich DENKE mein Bekannter würde sagen, dann liegt es in der Verantwortung des Kindes, wenn es Jahre später schlechte Zähne hat.

Wahrscheinlich hat es die dann tatsächlich, aber immerhin wurde keine Gewalt angewandt.


So ähnlich bin ich auch aufgewachsen, allerdings erst ab 10 oder 11 oder so.


Finde ich wie gesagt selbst nicht gut, ich bin da ganz bei euch - aber alles andere wäre doch Gewalt und Gewalt ist böse?


Mein Vater hat mich z.B. als Kleinkind zum Zähneputzen gezwungen, heißt konkret, er hat sie mir geputzt, ob ich mich gewehrt habe oder nicht.


Ich traue mich im Freundeskreis kaum, das zu erzählen, weil dann meine Freunde denken würden, ich habe gewalttätige Eltern, "so welche, die Kinder schlagen".

Nur, da war ich zwei.........was wäre denn die Alternative?
Allerdings, dem Entsetzen meiner Freunde entnehme ich, dass es ja anscheinend alle anderen Eltern anders hinbekommen?

Inaktiver User
26.05.2015, 14:20
ich bin mit dem kompletten gegenteil groß geworden.
meine mutter hat eher 3 wochen geschwiegen und nicht mit mir geredet ,wenn ich etwas gemacht hatte ,was ihr nicht passte. wie das auf kinder wirkt , möchte ich hier gar nicht thematisieren.

allerdings war das ein grund "italienische verhältnisse" in meine eigene erziehung einzuführen
das wurde allerdings klar begrenzt auf höchstens 5 minuten und danach war aber alles wieder gut....
und das machen wir auch heute noch so...wenn jemand von uns richtig wütend ist ,darf er auch richtig laut werden und seine wut auch herauslassen.
meist endet das ganze wirklich mit einem lachen.
als mein sohn klein war ,habe ich das richtig mit ihm geübt.und tatsächlich kann man das als muster lernen.
heute streiten wir uns höchstens mal 10 minuten und grinsen uns danach nur an...da ist nichts was übrig bleibt an gram oder ärger und ich halte das für gesünder als alles in sich hineinzufressen .
wir streiten auch selten .

Saetien
26.05.2015, 14:22
Emotionale Erpressung war wohl in meiner Generation wirklich Mode.

Religionsunterricht, wir sollten eine Szene nachspielen, in der Buddha (damals noch als reicher Erbe) seinen sterbenden Vater bekommt, der Vater hat gerade von seinem Umtrieben (Glücksspiel, Prostitution) in der Stadt erfahren.

Eine Freundin von mir sollte die Reaktion des Vaters spielen.

Sie hat es, aus meiner Sicht, überzeugend gemacht.

Zitat:

"Du weißt, dass ich sehr enttäuscht von Dir bin." (zu dem Buddhaschauspieler).


War glaubwürdig, die meisten von uns wuchsen mit "ich bin enttäuscht von Dir" auf, und keine meiner Freundinnen, die so aufwuchsen, hat groß pubertiert:
Hätten wir uns niemals getraut, die Mütter wären ja enttäuscht gewesen.


Typisches Gespräch in dem Alter:
"Und, war Deine Mutter sehr sauer?"
"Schlimmer. Sie war enttäuscht."

Offensichtlich wusste da eine ganze Generation von Müttern nicht, was sie ihren Kindern antut, wer sagt denn dass man es selbst besser könnte?

Inaktiver User
26.05.2015, 14:27
Typisches Gespräch in dem Alter:
"Und, war Deine Mutter sehr sauer?"
"Schlimmer. Sie war enttäuscht."

Offensichtlich wusste da eine ganze Generation von Müttern nicht, was sie ihren Kindern antut, wer sagt denn dass man es selbst besser könnte?

exakt ,das hinterlässt wirklich etwas ,da es einen dauernden anspruch an das kind ,dem dieses nicht gerecht wird ,stellt.
finde ich viel,viel schlimmer als mal kurz einen wutanfall ertragen zu müssen.der geht nämlich vorbei ,das andere schwebt im raum...

xanidae
26.05.2015, 14:29
Vielleicht muss man tatsächlich mal "Anbrüllen" definieren. Ich verstehe weder darunter "mal laut zu werden" oder "Gefühle zu zeigen".
Sondern sofortiges Anbrüllen wenn dem Kind ein Missgeschick passiert, eine schlechte Note nach Hause bringt oder sonst irgendetwas tut, was den Eltern nicht gefällt. Meist über eine Entfernung von 2 Metern und mit herabwürdigenden Sätzen oder Schuldzuweisungen.

Ich finde nicht, dass das Kind in seiner Person für meine Gefühle als Erwachsener verantwortlich ist. Wenn ich wütend auf mein Kind bin, weil es ein Glas umwirft, dann wäre das für mich ein Signal mir zu überlegen, was mit mir nicht stimmt. Das finden hier viele falsch. Für mich ist das der Weg. Denn Missgeschicke passieren und man kann sie aufwischen, dafür muss niemand angebrüllt werden.


Ich fluche oft vor mich hin, wenn etwas nicht funktioniert. Meine Kollegin fühlt sich dann immer angesprochen, obwohl ich weder sie angesprochen habe, noch das Fluchenswerte mit ihr zu tun hat. Finde ich seltsam.

@Vorbild
Wenn die Kinder älter werden, merkt man recht schnell, wo sie sich nach Vorbild der Eltern verhalten. Das ist nicht immer positiv.

Aen
26.05.2015, 14:30
Schreibe doch mal ein Beispiel, wie dein misshandlungsfreier Erziehungsstil aussehen würde?


Im Idealfall das Kind immer überzeugen können und es als gleichberechtigten Partner ansehen - nur für REALISTISCH halte ich persönlich das nicht.


Genau. Und deshalb ist unredlich, so zu tun, als müssten die, die hier für ein „reales Erziehungsgeschehen“ die Rübe hinhalten, den Nachweis erbringen, dass Deinem Verdacht von grundsätzlicher Erziehungsgewalt beim Erziehungshandeln argumentativ "irgendwie" zu entgehen wäre. Ist es natürlich nicht. Ich kann Dich und mich bei jeder dargestellten Erziehungshandlung da hinein argumentieren, wo die autonome Selbstbestimmung des Kindes in irgendeiner Hinsicht „verletzt“ wird. Weil elterliche Erziehung per def. schlicht das ist: Sozialisation und Einschränkung von Selbstbestimmung. Die im Eltern-Kind-Verhältnis (bzw. jeder Art von Vormundschaftsverhältnis) in dem Maß zu rechtfertigen ist, wie eine entwicklungsbedingte Schieflage (Bedürfnisaufschubtoleranz, Affektregulierungkompetenz ... usw.) anzunehmen ist. Und da nicht mehr ohne weiteres zu rechtfertigen ist, wo dieser Abstand altersbedingt wegschmilzt bzw. - in unserem Kulturkreis mit "18" - als gänzlich aufgehoben gilt.


Du baust hier einen Sparring auf, in dem Du Erziehungshandeln genau nur so lange in seiner grundsätzlichen Anlage und für alle denkmöglichen Fälle schlank in Gewaltmissbrauchszusammenhänge - bzw. nichtmissbräuchliches Erziehungshandeln ad absurdum - führen kannst, wie man Dir durchgehen lässt, dass Du selbst Dich der Darstellung von konkret! nichtmissbräuchlichem Erziehungshandeln verweigerst.

Und selbst da, wo Du Erziehung an und für sich rundheraus ablehnen würdest, müsstest Du widerspruchsfrei darlegen können, wie Du Dich im Kontakt mit Kindern 'nichterziehend' so verhältst, dass ihr autonomes Selbst(konzept) davon weder berührt noch verletzt wird.


Gruß,
Aen

FriendOfAlwin
26.05.2015, 14:32
Mein Vater hat mich z.B. als Kleinkind zum Zähneputzen gezwungen, heißt konkret, er hat sie mir geputzt, ob ich mich gewehrt habe oder nicht.

Also Gewalt wenden wir nicht an, aber wir werden schon mal körperlich, wenn das Kind partout nicht will.
Genauso verhält es sich mit der Einnahme von Medikamenten.

Willst du dem Kind dann auch mal erklären, dass es Folgeschäden erlitten hat, weil du keinen Konsens erzielen konntest?



Offensichtlich wusste da eine ganze Generation von Müttern nicht, was sie ihren Kindern antut, wer sagt denn dass man es selbst besser könnte?

Und was glaubst du, wie mit diesen Müttern umgegangen wurde?
Sehr viele davon haben wahrscheinlich nicht nur psychische sondern auch körperliche Gewalt erfahren.

Die Menschheit entwickelt sich eben nur langsam weiter.
Das trifft auch auf den "Erziehungsstil" bzw. den Umgang mit Kindern zu.

Saetien
26.05.2015, 14:34
Aen, ich schrieb mehrfach, dass das geschriebene nicht mal meine persönliche Ansicht ist.

Ansonsten, ich wiederhole mich:

Persönliche Differenzen mit mir kläre bitte per PN.

Inaktiver User
26.05.2015, 14:35
das stimmt xanidae....
natürlich gibt es kinder ,die ständig einschüchternd angebrüllt werden ,so dass es wirklich bedrohlich für diese kinder ist...das ist natürlich wirklich gewalt...
aber wenn einem mal der kragen platzt ,dann sollte man das leben können...man kann auch mit dem kind anschliessend darüber reden, dass man das auch nicht toll findet ,wenn man so wütend wird ,dass es aber situationen gibt , mit denen man manchmal nicht mehr klarkommt und dann muss man einfach mal lauter werden ,das würde helfen...

Sisa04
26.05.2015, 14:36
Ich DENKE mein Bekannter würde sagen, dann liegt es in der Verantwortung des Kindes, wenn es Jahre später schlechte Zähne hat.

Wahrscheinlich hat es die dann tatsächlich, aber immerhin wurde keine Gewalt angewandt.

Ja und bekommt dann faule Zähne gezogen, Kariesbehandlungen und wird wegen seiner braunen Stumpen ausgelacht... das wäre die "Gewalt", die ich meinem Kind auf jeden Fall ersparen wollte, deshalb gab es über solche Dinge keine Diskussion.
Ebensowenig wie über die Tatsache, dass im Winter nicht im Balett-Tutu und barfuss auf die Strasse gegangen wird.

Ein Kind bleibt zunächst einmal Kind und nicht gleichberechtigter Partner, was überhaupt nichts damit zu tun hat, dass man es nicht respektiert und anhört. Aber manche Dinge sind einfach in der Entscheidungs"gewalt" der Eltern, die so viel Weitblick haben sollten, dass zwei min Geschrei beim Zähneputzen durchaus den Aufwand lohnt, wenn man die Spätfolgen kennt.

Den Begriff "Gewalt" würde ich auch nicht so pauschaliert verwenden.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 14:36
Wenn ich wütend auf mein Kind bin, weil es ein Glas umwirft, dann wäre das für mich ein Signal mir zu überlegen, was mit mir nicht stimmt. Das finden hier viele falsch. Für mich ist das der Weg. Denn Missgeschicke passieren und man kann sie aufwischen, dafür muss niemand angebrüllt werden.

Mein vierjähriger Sohn zappelt am Tisch ständig herum.
Das tun wahrscheinlich viele/die meisten.

Dabei fällt er dann auch schon mal vom Stuhl/etwas fällt um oder herunter usw.

Ich muss sagen, dass ich es leid bin, ihn zu bitten, still zu sitzen, sich auf das zu konzentrieren, was er tut usw.
Da werde ich schon mal pampig oder sage "Das kommt davon" anstatt ihn zu trösten.

Brüllen tue ich allerdings nicht.

Saetien
26.05.2015, 14:37
Willst du dem Kind dann auch mal erklären, dass es Folgeschäden erlitten hat, weil du keinen Konsens erzielen konntest?



Ist mit mir so gemacht worden.
Ich habe erst Jahre nach meinem Auszug (da war ich schon länger volljährig) begriffen, wie unzulässig das war.
Zu dem Zeitpunkt habe ich es geglaubt und mich noch schuldig gefühlt, dass ich damals so dumm und nicht selbst vernünftig war, und ich fühlte mich auch an den Folgeschäden selbst schuld.


Und was glaubst du, wie mit diesen Müttern umgegangen wurde?
Sehr viele davon haben wahrscheinlich nicht nur psychische sondern auch körperliche Gewalt erfahren.


Das "nicht nur....sondern auch....." impliziert, dass körperliche Gewalt auf jeden Fall schlimmer wäre.

Damit habe ich persönlich ein Problem, bei Kindern kommt, wenn das so als gesellschaftliche Einstellung vertreten wird, nämlich ganz schnell an:

"Stell Dich nicht so an. Das arme Kind nebenan wird geprügelt, das wäre froh, wenn es nur psychische Gewalt abbekäme".

_muschelkalk
26.05.2015, 14:39
Mich haben Eltern schon als Kind erschreckt, bei denen in Konfliktsituationen nur immer gedämpftes, aggressives Gezischel zu hören war und die Kinder dann mit eingezogenem Schwanz von Dannen zogen.

Gebrüll habe ich von meinen Eltern trotzdem kaum bis gar nicht gehört, aber eben auch nicht dieses aggressive Gezischel.

Mein Sohn hat ab und an(!) von mir schon einen satten Brüller zu hören bekommen, da ich mir als Kind das manchmal von meinen Eltern gewünscht habe - so als Ventil für sie.
Ich schreie seit einigen Jahren gar nicht mehr. War vielleicht eine Zeit lang in Maßen gar nicht mal verkehrt.
War dann aber sehr bald kontraproduktiv.

Gehört für mich auch zum Anschreien. Ich empfinde Anschreien als aggressiv, den Ton minimieren ändert nichts an der Intention. Meine Meinung

Saetien
26.05.2015, 14:41
Ein Kind bleibt zunächst einmal Kind und nicht gleichberechtigter Partner, was überhaupt nichts damit zu tun hat, dass man es nicht respektiert und anhört. Aber manche Dinge sind einfach in der Entscheidungs"gewalt" der Eltern, die so viel Weitblick haben sollten, dass zwei min Geschrei beim Zähneputzen durchaus den Aufwand lohnt, wenn man die Spätfolgen kennt.

Den Begriff "Gewalt" würde ich auch nicht so pauschaliert verwenden.


Grundsätzlich gebe ich Dir Recht.
Allerdings, wie bettet man das in ein Konzept ein?
Oder in ein Ideal?
Das funktioniert ja so nur, wenn man es für erwiesen hält, dass Erwachsene weitsichtiger sind als Kinder.

Da kenne ich durchaus Menschen, die genau das nicht denken.

Man KANN das nämlich auch so aufdrehen, dass das ja nur behauptet würde, damit die "herrschenden" Erwachsenen die Kinder besser kontrollieren können und sich nicht die Arbeit machen müssen, sich mit ihnen als gleichberechtigten Individuen auseinanderzusetzen.
Ein "Du bist weniger weitsichtig als ich" auf der gleichen Ebene wie "vor dem Fernseher parken".

Was macht man mit Leuten die so denken?
Und ja, die gibt es!

FriendOfAlwin
26.05.2015, 14:42
Das "nicht nur....sondern auch....." impliziert, dass körperliche Gewalt auf jeden Fall schlimmer wäre.

Ok, diese Gewichtung wollte ich nicht vornehmen.

Saetien
26.05.2015, 14:45
:blumengabe:

Sisa04
26.05.2015, 14:57
Grundsätzlich gebe ich Dir Recht.
Allerdings, wie bettet man das in ein Konzept ein?
Oder in ein Ideal?
Das funktioniert ja so nur, wenn man es für erwiesen hält, dass Erwachsene weitsichtiger sind als Kinder.

Da kenne ich durchaus Menschen, die genau das nicht denken.

Man KANN das nämlich auch so aufdrehen, dass das ja nur behauptet würde, damit die "herrschenden" Erwachsenen die Kinder besser kontrollieren können und sich nicht die Arbeit machen müssen, sich mit ihnen als gleichberechtigten Individuen auseinanderzusetzen.
Ein "Du bist weniger weitsichtig als ich" auf der gleichen Ebene wie "vor dem Fernseher parken".

Was macht man mit Leuten die so denken?
Und ja, die gibt es!

Was willst du mit denen machen ? jeder wird wohl den Erziehungsstil praktizieren, den er für richtig hält.
Die Kinder meiner Cousine sind in meinen Augen absolut verzogene, unerträgliche kleine Biester... sie nennt das "freie Willensentfaltung"....
Kann sie bei sich zu Hause machen... bei mir gibts dann auch mal den hier schon angeführten "Brüller".
Im Zweifelsfall dürfte sie nicht mehr kommen.

Letztendlich können irgendwann nur die Kinder hinterfragen, ob es "gut" war, wie du es ja auch tust.. und sich dann wiederum entscheiden, es bei ihren Kindern evtl. anders zu machen.

FriendOfAlwin
26.05.2015, 14:59
Letztendlich können irgendwann nur die Kinder hinterfragen, ob es "gut" war, wie du es ja auch tust.. und sich dann wiederum entscheiden, es bei ihren Kindern evtl. anders zu machen.

Und ich glaube, dabei sollte man die Umstände, die Lebensgeschichte der Eltern usw. auch berücksichtigen.

Saetien
26.05.2015, 15:03
Ich glaube man verwechselt da auch manchmal Sachen.

Es gibt ja jetzt irgendwo verankert ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Das ist noch relativ neu.

In meiner Welt hieß das:

Einmalige Ohrfeige/Schlag auf den Hintern, das bekommt jemand mit, SOFORT steht das Jugendamt vor der Tür und Kindesentzug ist eine reale Gefahr.


So extrem ist es aber wahrscheinlich in der Realität nicht, oder doch?

Sisa04
26.05.2015, 15:04
Und ich glaube, dabei sollte man die Umstände, die Lebensgeschichte der Eltern usw. auch berücksichtigen.

Auf jeden Fall!
Meine Eltern waren zweigeteilt: die Mutter brüllte und langte auch mal hin, mein Vater brüllte nicht, schwieg und strafte damit genauso schmerzhaft. Ich bin knapp 50, für damalige Verhältnisse war das wahrscheinlich nicht so außergewöhnlich.
Und doch gab es zeitgleich Kinder, die antiautoritär erzogen wurden.
Insofern ist die Thematik ja nicht neu, nur anders :buch lesen:

Ich selbst brülle auch gelegentlich und halte es da mit dem Gewitterprinzip, es reinigt die Luft und dann wirds wieder schön :Sonne:

_muschelkalk
26.05.2015, 15:05
Vielleicht muss man tatsächlich mal "Anbrüllen" definieren. Ich verstehe weder darunter "mal laut zu werden" oder "Gefühle zu zeigen".
Sondern sofortiges Anbrüllen wenn dem Kind ein Missgeschick passiert, eine schlechte Note nach Hause bringt oder sonst irgendetwas tut, was den Eltern nicht gefällt. Meist über eine Entfernung von 2 Metern und mit herabwürdigenden Sätzen oder Schuldzuweisungen.

Ich finde nicht, dass das Kind in seiner Person für meine Gefühle als Erwachsener verantwortlich ist. Wenn ich wütend auf mein Kind bin, weil es ein Glas umwirft, dann wäre das für mich ein Signal mir zu überlegen, was mit mir nicht stimmt. Das finden hier viele falsch. Für mich ist das der Weg. Denn Missgeschicke passieren und man kann sie aufwischen, dafür muss niemand angebrüllt werden.


Ich fluche oft vor mich hin, wenn etwas nicht funktioniert. Meine Kollegin fühlt sich dann immer angesprochen, obwohl ich weder sie angesprochen habe, noch das Fluchenswerte mit ihr zu tun hat. Finde ich seltsam.

@Vorbild
Wenn die Kinder älter werden, merkt man recht schnell, wo sie sich nach Vorbild der Eltern verhalten. Das ist nicht immer positiv.

Seh ich auch so.

Was ich immer schon mal schreiben wollte: Ich habe mir bei Dir schon oft Anregungen geholt. Deine Art der Erziehung finde ich klasse!
Gerade, was Konsequenzen betrifft warst Du mir oft eine Hilfe :blume:

Sisa04
26.05.2015, 15:08
Ich glaube man verwechselt da auch manchmal Sachen.

Es gibt ja jetzt irgendwo verankert ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Das ist noch relativ neu.

In meiner Welt hieß das:

Einmalige Ohrfeige/Schlag auf den Hintern, das bekommt jemand mit, SOFORT steht das Jugendamt vor der Tür und Kindesentzug ist eine reale Gefahr.


So extrem ist es aber wahrscheinlich in der Realität nicht, oder doch?

Ich selbst kenne das Einschreiten der Justiz nur bei Fällen von wiederholter häuslicher Gewalt/Kindesmißhandlung etc-

Stelle dir einfach selbst die Frage:
würdest du das JA einschalten, wenn du siehst, dass ein Kind in der Fußgängerzone einen Klaps kriegt?

Ich kann das für mich selbst nicht eindeutig beantworten :niedergeschmettert:

Saetien
26.05.2015, 15:20
Meine Ansicht dazu wäre ein eigenes Thema wert aber rechtlich?

Angenommen Du schaltest das Jugendamt ein, und der Klaps würde zugegeben, was würde geschehen?

"Recht auf gewaltfreie Erziehung" heißt für mich, ab dem Punkt stehen die Eltern unter allerstrengster Überwachung, vielleicht wird sogar entzogen.

Ja auch wegen eines Klaps, denn gewaltfrei heißt gewaltfrei und nicht gewaltarm.

Nun erzählte mir aber eine befreundete Juristin, es gäbe auch noch das Konzept von Familie als geschützter Raum.

Das stünde dem ja entgegen.

Ja was denn nun?

Sisa04
26.05.2015, 15:33
dazu fehlt mir leider völlig der rechtliche Hintergrund. Schläge sind ja auch nicht das Thema des Stranges, von daher... mal wieder weg vom OT und auf das Thema mit GEBRÜLL :smirksmile:

xanidae
26.05.2015, 15:33
Mein vierjähriger Sohn zappelt am Tisch ständig herum.
Das tun wahrscheinlich viele/die meisten.

Dabei fällt er dann auch schon mal vom Stuhl/etwas fällt um oder herunter usw.

Ich muss sagen, dass ich es leid bin, ihn zu bitten, still zu sitzen, sich auf das zu konzentrieren, was er tut usw.
Da werde ich schon mal pampig oder sage "Das kommt davon" anstatt ihn zu trösten.

Brüllen tue ich allerdings nicht.

Würde ich anders machen. Trost bekommen meine Kinder immer, ob sie sich die Schmerzen trotz meiner Warnung zugezogen haben oder nicht.

Ich halte körperliche Unruhe und Unkonzentriertheit für normal in dem Alter. Ein Kind mit 4 Jahren kann sich gerade mal 5 Minuten konzentrieren. 10jährige Kinder 20 Minuten.

Da ich nichts davon halte, in dem Alter endlose Ermahnungen zu äußern, wäre mir daran gelegen genau zu schauen wie ich den Konflikt zwischen Elternwunsch hier "stillsitzen" und Kindbedürfnis hier "motorisch ausdrücken" lösen könnte. Allerdings habe ich auch das Glück, dass mir meistens was einfällt, das ohne Ermahnung, Strafen und Schreien zur Lösung führt. Manchmal frage ich auch meine Kinder. Die haben auch gute Ideen.




Ich glaube man verwechselt da auch manchmal Sachen.

Es gibt ja jetzt irgendwo verankert ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Das ist noch relativ neu.

In meiner Welt hieß das:

Einmalige Ohrfeige/Schlag auf den Hintern, das bekommt jemand mit, SOFORT steht das Jugendamt vor der Tür und Kindesentzug ist eine reale Gefahr.


So extrem ist es aber wahrscheinlich in der Realität nicht, oder doch?

Das Gesetz auf gewaltfreie Erziehung gibt es erst seit dem Jahr 2000.

D. h. bis zum Jahr 2000 konnte man ohne Folgen Kinder schlagen. Misshandlungen wurden sehr viel später als das definiert, was sie waren.


Seh ich auch so.

Was ich immer schon mal schreiben wollte: Ich habe mir bei Dir schon oft Anregungen geholt. Deine Art der Erziehung finde ich klasse!
Gerade, was Konsequenzen betrifft warst Du mir oft eine Hilfe :blume:

:peinlich: Vielen Dank und gern geschehen.

xanidae
26.05.2015, 15:41
Meine Ansicht dazu wäre ein eigenes Thema wert aber rechtlich?

Angenommen Du schaltest das Jugendamt ein, und der Klaps würde zugegeben, was würde geschehen?

"Recht auf gewaltfreie Erziehung" heißt für mich, ab dem Punkt stehen die Eltern unter allerstrengster Überwachung, vielleicht wird sogar entzogen.

Ja auch wegen eines Klaps, denn gewaltfrei heißt gewaltfrei und nicht gewaltarm.

Nun erzählte mir aber eine befreundete Juristin, es gäbe auch noch das Konzept von Familie als geschützter Raum.

Das stünde dem ja entgegen.

Ja was denn nun?

Dein Interesse in Ehren, bitte bleibe beim Thema des Stranges.

Es bleibt dir überlassen ob du dazu einen anderen Strang eröffnen willst oder dir das Buch "Frankfurter Kommentar SGB VIII (http://www.nomos-shop.de/_assets/downloads/9783832975616_lese01.pdf)" zu Gemüte führen willst, dort wird die gesamte Gesetzeslage zu diesem Thema eruiert.

Saetien
26.05.2015, 15:43
Danke Xanidae, ich habe das gerade nachgelesen, Du hast ja Recht.....ich hatte im Kopf, dass Körperstrafen an Kindern schon in meiner Kindheit verboten waren.

Inaktiver User
27.05.2015, 04:54
Vielleicht muss man tatsächlich mal "Anbrüllen" definieren. Ich verstehe weder darunter "mal laut zu werden" oder "Gefühle zu zeigen".
Sondern sofortiges Anbrüllen wenn dem Kind ein Missgeschick passiert, eine schlechte Note nach Hause bringt oder sonst irgendetwas tut, was den Eltern nicht gefällt. Meist über eine Entfernung von 2 Metern und mit herabwürdigenden Sätzen oder Schuldzuweisungen.

Ich finde nicht, dass das Kind in seiner Person für meine Gefühle als Erwachsener verantwortlich ist. Wenn ich wütend auf mein Kind bin, weil es ein Glas umwirft, dann wäre das für mich ein Signal mir zu überlegen, was mit mir nicht stimmt. Das finden hier viele falsch. Für mich ist das der Weg. Denn Missgeschicke passieren und man kann sie aufwischen, dafür muss niemand angebrüllt werden.


Ich fluche oft vor mich hin, wenn etwas nicht funktioniert. Meine Kollegin fühlt sich dann immer angesprochen, obwohl ich weder sie angesprochen habe, noch das Fluchenswerte mit ihr zu tun hat. Finde ich seltsam.

@Vorbild
Wenn die Kinder älter werden, merkt man recht schnell, wo sie sich nach Vorbild der Eltern verhalten. Das ist nicht immer positiv.

@Xanidae, ich denke, man muss auch altersmässig einen Unterschied machen. Niemals hätte ich meine Tochter angeschrien, egal in welchem Alter, wenn sie mit dem Stuhl am Tisch zappelt, wenn ein Glas herunterfällt oder sie mit dem Stuhl umfällt. Natürlich habe ich sie auch getröstet, wenn ein Missgeschick passierte. Wenn ich aber eine 10-12-14-jährige zum 150.ten Mal rufen musste, dies oder das zu tun, dann habe ich auch schon mal laut ihren Namen gebrüllt, damit sie endlich aus ihrer Kemenate vorkommt und erledigt, was zu erledigen ist. So schlecht war meine Erziehung wohl nicht, denn meine Tochter (49) hat mir gerade neulich noch gesagt, dass sie mit uns als Eltern recht zufrieden war.

xanidae
27.05.2015, 06:20
Ich glaube Delenn, dass deine beschriebene Form von "Brüllen" nicht schadet, wenn der Rest stimmt. Im Artikel, der den Konflikt ziemlich gut beschreibt, geht es um eine andere Altersgruppe und um eine andere Form des Anbrüllens. Ich finde mich durch aus wieder im Artikel, obwohl ich selten brülle.

Inaktiver User
27.05.2015, 06:46
Ich glaube Delenn, dass deine beschriebene Form von "Brüllen" nicht schadet, wenn der Rest stimmt. Im Artikel, der den Konflikt ziemlich gut beschreibt, geht es um eine andere Altersgruppe und um eine andere Form des Anbrüllens. Ich finde mich durch aus wieder im Artikel, obwohl ich selten brülle.

Ich lese mir den Artikel gleich noch einmal durch, bin bisher noch nicht dazu gekommen.

Marion07
27.05.2015, 07:04
Ich finde anbrüllen ist einfach der Falsche Weg. Weiß das so etwas sehr weh tun kann. Deswegen bin ich gegen anbrüllen.

Meine Mutter hatte mich als Kind auch öfters angebrüllt. Und das Re*sul*tat was sich daraus ergab , war das ich weinte und weggelaufen bin. Mir die Ohren zugehalten habe. Ich, wie ich dann älter geworden bin , sobald sie Brüllte überhaupt nicht mehr reagierte . Noch heute mag ich es nicht wenn jemand laut ist oder brüllt , egal aus welchen Gründen. Dann halte ich mir die Ohren zu, weil ich dann auch ganz schnell sonst nervös werde.

Zudem gibt es verschiedene Entwicklungsphasen. Was Bringt es mir meine Tochter anzubrüllen, wenn sie durch ihre Entwicklung eben einfach noch nicht so weit ist überhaupt darauf zu reagieren? Nichts.
Und das Kind wird durch eher Unsicher und nervös? Dann muss ich mir überlegen das meine Erziehung komplett versagt hat?

chryseis
27.05.2015, 11:37
Ich DENKE mein Bekannter würde sagen, dann liegt es in der Verantwortung des Kindes, wenn es Jahre später schlechte Zähne hat.

Wahrscheinlich hat es die dann tatsächlich, aber immerhin wurde keine Gewalt angewandt.

Mag ja sein, aber er hat dann versäumt, seinem Kind die nötige Zahnpflege beizubringen. Unterlassung.


Ja und bekommt dann faule Zähne gezogen, Kariesbehandlungen und wird wegen seiner braunen Stumpen ausgelacht... das wäre die "Gewalt", die ich meinem Kind auf jeden Fall ersparen wollte, deshalb gab es über solche Dinge keine Diskussion.
Ebensowenig wie über die Tatsache, dass im Winter nicht im Balett-Tutu und barfuss auf die Strasse gegangen wird.

Abgesehen davon kann es durchaus sein, dass z.B. ein Erzieher oder Lehrer auf die mangelhafte Zahnhygiene aufmerksam wird. Dann gibt es ein Gespräch mit den Eltern. "Kann ich doch nichts dafür, wenn Thorben-Hendrik seine Zähne nicht putzt" - auf so eine Aussage gibt es dann wahrscheinlich schon eine Mitteilung ans JA und einen Besuch dieser Mitarbeiter und womöglich erst recht eine Erziehungsbegleitung. Fällt ein Vater auch mit anderen "gewaltfreien" Erziehungsmaßnahmen auf, ist das Kind schneller weg, als er denkt.


Ein Kind bleibt zunächst einmal Kind und nicht gleichberechtigter Partner, was überhaupt nichts damit zu tun hat, dass man es nicht respektiert und anhört. Aber manche Dinge sind einfach in der Entscheidungs"gewalt" der Eltern, die so viel Weitblick haben sollten, dass zwei min Geschrei beim Zähneputzen durchaus den Aufwand lohnt, wenn man die Spätfolgen kennt.

Den Begriff "Gewalt" würde ich auch nicht so pauschaliert verwenden.

Dann zwingt mich der Staat auch zum Steuer zahlen, nur weil ich arbeiten gehe.....

Anbrüllen in einer Notsituation reinigt die Atmosphäre von schlechten Gefühlen - wie ein Gewitter. Das geht alles vorbei und danach ist es friedlich.

Fürs Anbrüllen habe ich mich bei meinem Kind nie entschuldigt. Mein Kind sich auch nie bei mir. Der andere hat immer gemerkt, wenn das Fass übergelaufen ist. Aber nach dem Brüllen konnten wir uns immer gut über passende Lösungen unterhalten und haben uns vorgenommen, nicht mehr zu brüllen, sondern gleich zu reden.
Hat nur nicht immer geklappt.

Libentia
27.05.2015, 11:44
Liebe Userinnen, liebe User,

wir alle haben unsere Kinder schon mal angebrüllt. Weil es sich in dem Moment unausweichlich anfühlte. Manche Eltern machen es sehr selten, andere öfter. Meistens bereuen wir die Wutanfälle.



Ich finde dieses Eingangsposting seltsam. Wieso sollte man ein Kind anbrüllen? Und noch dazu das eigene? Und wer unter unkontrollierten Wutanfällen leidet, sollte mal in sich gehen, und die Ursache dafür auflösen. Vielleicht mit Hilfe eines Therapeuten?

marylin
27.05.2015, 12:34
Ich finde dieses Eingangsposting seltsam. Wieso sollte man ein Kind anbrüllen? Und noch dazu das eigene? Und wer unter unkontrollierten Wutanfällen leidet, sollte mal in sich gehen, und die Ursache dafür auflösen. Vielleicht mit Hilfe eines Therapeuten?

Nein, für ganz normales Verhalten braucht niemand einen Therapeuten. Und ab und zu mal laut werden ist für mich normal.
Manchmal brüllt man auch vor Schreck - wenn das Kind z. B. sich dem heißen Herd nähert, auf die Straße rennen will etc.

Die meisten Kinder, die ich kenne, testen ihre Grenzen aus. Mama sagt: Mach das bitte nicht. Das sagt sie geduldig 5 Mal. Man merkt ganz genau, wie das Kind testet, wie weit es gehen kann. Und beim 6. Mal wird der Ton eben schärfer - und Oh Wunder - das Kind hört endlich auf die Mutter.
Klar sollte man seinem Kind in Ruhe beibringen, was es darf und was nicht. Aber es nervt alle anderen auch, wenn sich Eltern nicht durchsetzen können und nur endlos auf ein Kind einsäuseln. Mitunter ist keine unterhaltung unter den Erwachsenen möglich, weil das Kind es nicht gewohnt ist, mal 5 Minuten nicht im Mittelpunkt zu stehen. Und dann wird genervt und gequengelt... Ein ganz klares "Ruhe jetzt!" schont die Nerven aller - und manche Sachen diskutiere ich mit einem Kind nicht aus. Das wird so gemacht, weil ICH es sage/will. So einfach ist das.

Marion07
27.05.2015, 12:44
Ich finde dieses Eingangsposting seltsam. Wieso sollte man ein Kind anbrüllen? Und noch dazu das eigene? Und wer unter unkontrollierten Wutanfällen leidet, sollte mal in sich gehen, und die Ursache dafür auflösen. Vielleicht mit Hilfe eines Therapeuten?
Danke anderes hätte ich es auch nicht schreiben können. :allesok:

Inaktiver User
27.05.2015, 14:45
Nein, für ganz normales Verhalten braucht niemand einen Therapeuten. Und ab und zu mal laut werden ist für mich normal.
Manchmal brüllt man auch vor Schreck - wenn das Kind z. B. sich dem heißen Herd nähert, auf die Straße rennen will etc.

Die meisten Kinder, die ich kenne, testen ihre Grenzen aus. Mama sagt: Mach das bitte nicht. Das sagt sie geduldig 5 Mal. Man merkt ganz genau, wie das Kind testet, wie weit es gehen kann. Und beim 6. Mal wird der Ton eben schärfer - und Oh Wunder - das Kind hört endlich auf die Mutter.
Klar sollte man seinem Kind in Ruhe beibringen, was es darf und was nikcht. Aber es nervt alle anderen auch, wenn sich Eltern nicht durchsetzen können und nur endlos auf ein Kind einsäuseln. Mitunter ist keine unterhaltung unter den Erwachsenen möglich, weil das Kind es nicht gewohnt ist, mal 5 Minuten nicht im Mittelpunkt zu stehen. Und dann wird genervt und gequengelt... Ein ganz klares "Ruhe jetzt!" schont die Nerven aller - und manche Sachen diskutiere ich mit einem Kind nicht aus. Das wird so gemacht, weil ICH es sage/will. So einfach ist das.
danke marylin, so habe ich es vor fast 50 Jahren gehalten, uns so denke ich heute noch. Die Ergebnisse dieser Endlosdebatten kann man Tag für Tag in den Supermärkten etc, erleben.
Strikte Verbote -auch schon mal in schärferem Ton- gehören ebenso zur Erziehung für ein vernünftiges Miteinander, wie Diskussionen und Erklärungen je nach Alter und Verständnis.

Inaktiver User
27.05.2015, 14:58
Und ab und zu mal laut werden ist für mich normal.


:blumengabe:

Ich bin nicht der Dalai Lama.

Und wenn ich barfuss auf einen Legostein trete dann werd ich nicht säuseln, dass der doch bitte schön da nicht hingehört hätte.

Mir sind allezeit kontrollierte Menschen viel suspekter.

xanidae
27.05.2015, 15:24
:blumengabe:

Ich bin nicht der Dalai Lama.

Und wenn ich barfuss auf einen Legostein trete dann werd ich nicht säuseln, dass der doch bitte schön da nicht hingehört hätte.

Mir sind allezeit kontrollierte Menschen viel suspekter.

Es scheint für dich keinen Zwischenweg zu geben... Zwischen Lama und Brüllen gibt es viele Facetten.

Wenn ich auf einen Legostein trete, dann tut es erst mal höllisch weh und dementsprechend schimpfe ich auch. Aber ich brülle nicht mein Kind an, dass den Legostein hat liegen lassen. Dieses wird dann bestimmend aufgefordert die Sachen weg zu räumen, damit das nicht wieder vorkommt.

Inaktiver User
27.05.2015, 19:43
Ich finde es kommt extrem darauf an, was gebrüllt wird.

"Du vermaledeites nichtsnütziges Kind, kapierste denn gar nichts, warum habe ich dich nur geboren"

ist was völlig anderes als

"Verdammte Hacke, ICH habe keinen verfluchte Lust das Zeug dreimal zu waschen.
Es reicht, nicht noch mal."

Brüllen ist nicht gleich Brüllen, auch wenn es in der selben Lautstärke passiert. Ersteres ist niedermachend. Das zweite Beispiel, da geht es um eine konkrete Sache, die auch verstanden werden kann, weil es nachvollziehbar ist und man nicht als "komplette Person falsch" dargestellt wird.

Inaktiver User
27.05.2015, 19:46
Mir sind allezeit kontrollierte Menschen viel suspekter.

Geht mir ähnlich.

Inaktiver User
27.05.2015, 20:37
mich anschliesse!

Libentia
27.05.2015, 20:55
Zitat von hilfskonstruktion Beitrag anzeigen
Mir sind allezeit kontrollierte Menschen viel suspekter.

Wer wegen Kleinigkeiten im alltäglichen häuslichen Ablauf (herumliegende Legosteine, unaufgeräumte Zimmer, nicht zügig erledigte schulische oder häusliche Aufgaben etc.) schon so in Wut gerät, daß er sich "kontrollieren" müßte, um nicht jemanden anzubrüllen,und noch dazu ein Kind, und noch dazu das eigene Kind (das er ja vorgibt, zu lieben, - also in den überwiegenden Fällen wenigstens), der hat einfach eine viel zu niedrige Wutschwelle. Daran sollte man dann arbeiten, daß man ganz generell nicht mehr so schnell in die Luft geht.

Benehmen diejenigen, die in solchen Fällen das Anbrüllen verteidigen, sich dem Partner, Freunden, Nachbarn, Kollegen gegenüber auch so, wenn die nicht ganz im eigenen Sinne funktionieren? Ich frage mich, warum ein solches Verhalten genau Kindern, den eigenen Kindern gegenüber verteidigt wird?

Inaktiver User
27.05.2015, 21:06
Es ging wohlgemerkt um einen Legostein auf den man dann aus Versehen drauftritt. Was sauweh tut.

Und ja, wenn jemand aus Dusseligkeit so was verursacht, der muss auch damit leben dass ich ihm nicht lächelnd mitteile, dass das jetzt aber doch schmerzhaft war. Mich macht das tatsächlich wütend, und das zeig ich auch.

Für mich gehört das zur völlig normalen Bandbreite menschlicher Kommunikation - du machst was Blödes, andere sind nicht begeistert davon. Und gut is. Da seh ich meine Kinder nicht anders als alle anderen Mitmenschen.

Libentia
27.05.2015, 21:08
Mitunter ist keine unterhaltung unter den Erwachsenen möglich, weil das Kind es nicht gewohnt ist, mal 5 Minuten nicht im Mittelpunkt zu stehen. Und dann wird genervt und gequengelt... Ein ganz klares "Ruhe jetzt!" schont die Nerven aller -

Ja, manche trimmen ihre Kinder wie Hunde. "Sitz, Platz, Ruhe jetzt. Ab ins Körbchen/Zimmer." Eigentlich wurden doch die Hunde dazu erfunden, damit man das mit Kindern nicht mehr machen muß. (die armen Hunde!)

Ich fände es als Besucher sehr unschön, sowas mitzubekommen, was für eine beklemmende Atmosphäre entsteht denn da. Bekommt der Besuch auch so eine Abfuhr, wenn er was zwischenreinsagt oder fragt, was gerade nicht so vom aktuellen Thema ist, das gerade besprochen wird?

Libentia
27.05.2015, 21:13
Für mich gehört das zur völlig normalen Bandbreite menschlicher Kommunikation - du machst was Blödes, andere sind nicht begeistert davon. Und gut is. Da seh ich meine Kinder nicht anders als alle anderen Mitmenschen.

Man sollte sein Kind so behandeln, wie man mit seinem besten Freund umgeht. Wer würde schon seinen besten Freund anbrüllen (und es geht hier im Thema um Anbrüllen, und was hier verteidigt wird ist also das Anbrüllen), weil er seine Jacke, Tasche, sonstwas im Weg herumliegen läßt und solche Sachen.

Ich glaube, was auch wichtig ist, sich klarzumachen, daß ein Kind, jedes Kind, auch das eigene, ein zwar noch kleiner, aber ganz eigenständiger Mensch ist. Mit einem eigenen Kopf, eigenen Gedanken, eigenen Gefühlen. Es ist kein Hund, dem man Platz und Sitz und Ruhe jetzt "anweisen" sollte, und sich darüber freuen, wenn es funktioniert (es ist nämlich im Gegenteil ganz schrecklich, wenn das wirklich gut funktioniert!). Auch ein Hund muß übrigens überhaupt nicht angebrüllt werden, nur mal erwähnt! Es ist auch kein Roboter. Es, das Kind, hat auch eigene Ideen, Wünsche, Vorstellungen. Und vor allem seine eigene Würde. Auch die ganz Kleinen schon. Es sind keine Puppen mit Mama-Papa-Sprechblasenfunktion.

Inaktiver User
27.05.2015, 21:18
Man sollte sein Kind so behandeln, wie man mit seinem besten Freund umgeht. Wer würde schon seinen besten Freund anbrüllen (und es geht hier im Thema um Anbrüllen, und was hier verteidigt wird ist also das Anbrüllen), weil er seine Jacke, Tasche, sonstwas im Weg herumliegen läßt und solche Sachen.

Ich schreib es gern noch ein drittes Mal: es tut sauweh wenn man da drauftritt.

Und dann mach ich das bei einem Freund genauso, wenn ihm wurscht ist dass er jemand damit einen Schaden zufügt, aus Gleichgültigkeit und Nachlässigkeit.

Wenn ich einem mein Auto leihe und der fährt besoffen eine Dulle rein werd ich auch nicht sagen, och, macht ja nix, konntest du ja nix für.

Libentia
27.05.2015, 21:25
Mag ja sein, aber er hat dann versäumt, seinem Kind die nötige Zahnpflege beizubringen. Unterlassung.


Man kann jemandem etwas beibringen, ganz ohne ihn anzubrüllen. Klappt sogar bei Hunden. Und das geht auch bei Kindern.

Inaktiver User
27.05.2015, 21:26
Nur dass hier niemand gesagt hat er brüllt seine Kinder an um ihnen was beizubringen. :unterwerf:

Für mich ist das eine reine Gefühlsäußerung - spontaner Natur.

Libentia
27.05.2015, 21:29
Nur dass hier niemand gesagt hat er brüllt seine Kinder an um ihnen was beizubringen. :unterwerf:



Doch, bzgl. Aufgaben erledigen, Aufräumen etc. Legosteine nicht herumliegenlassen z.B.

Libentia
27.05.2015, 21:32
Wenn ich einem mein Auto leihe und der fährt besoffen eine Dulle rein werd ich auch nicht sagen, och, macht ja nix, konntest du ja nix für.

Du brüllst denjenigen dann an. Weil: Es gibt für Dich nur "macht mir nix aus" oder Anbrüllen. Habe ich Dich doch jetzt richtig verstanden. ?

Falls das so ist, ich verrate Dir ein offenes GEheimnis: Es gibt da noch sehr viel mehr Möglichkeiten. Insbesondere kann man Konflikte lösen, indem man gleichzeitig aber jeder Seite ihre Würde läßt. Also ganz ohne Anbrüllen (und Schlimmeres hoffentlich sowieso niemals). :in den arm nehmen:

Macht das denn wirklich niemandem von denjenigen, die ein Anbrüllen ihrer Kinder verteidigen, etwas aus, daß ihr eigenes Kind dabei an Würde, an Selbstachtung, an Sicherheit, an Respekt verliert? Und daß sie selbst es waren, die ihren eigenen Kindern an Würde, Selbstachtung, an Sicherheit und an Respekt genommen haben?

Inaktiver User
27.05.2015, 21:53
Insbesondere kann man Konflikte lösen, indem man gleichzeitig aber jeder Seite ihre Würde läßt.

Es geht auch nicht um einen Konflikt. :unterwerf:



Macht das denn wirklich niemandem von denjenigen, die ein Anbrüllen ihrer Kinder verteidigen, etwas aus, daß ihr eigenes Kind dabei an Würde, an Selbstachtung, an Sicherheit, an Respekt verliert? Und daß sie selbst es waren, die ihren eigenen Kindern an Würde, Selbstachtung, an Sicherheit und an Respekt genommen haben?

Ich finde, du hängst das etwas zu hoch.

Das Zauberwort war: spontan. Und: Gefühle.

Was du beschreibst ist für mich ein eher verkopftes Idealszenario. Nach dem Motto: du, das müssen wir jetzt aber ausdiskutieren.

Libentia
27.05.2015, 22:10
Es geht auch nicht um einen Konflikt. :unterwerf:

Ist das kein Konflikt, wenn jemand ein geliehenes Auto zerbeult? (DAs war Dein Beispiel) Oder eben ein Kind seine Legos nicht wegräumt, und die Mutter drauftritt (und das schmerzhaft ist. Ist es ja auch nicht immer). Dein anderes Beispiel.



Ich finde, du hängst das etwas zu hoch.

Ich wiederum glaube, den meisten ist das nur nicht klar, daß das geschieht.


Das Zauberwort war: spontan. Und: Gefühle.

Spontan ist da nicht das passende Wort finde ich. Eher affektiv.

Und ich würde Gefühle und Emotionalitäten, wie Wut, hier unterscheiden, der Verständlichkeit halber.


Was du beschreibst ist für mich ein eher verkopftes Idealszenario. Nach dem Motto: du, das müssen wir jetzt aber ausdiskutieren.

Das ist eben gerade nicht verkopft. Sondern gefüllt mit Zuneigung zu, Respekt vor und für das Kind und Wohlwollen ihm gegenüber. DAs Kind ist schwächer und - völlig abhängig. Zwei gravierende Gründe, es nicht anzubrüllen. Wenn man ihm gutwill. Und Eltern wollen doch eigentlich gut für ihr Kind. Eigentlich. Und doch brüllen manche ganz sorglos auf sie ein.
Respekt haben und respektvoll sein, ist nicht gleichzusetzen mit: "du, das müssen wir jetzt aber ausdiskutieren" oder "herumsäuseln", wie glaube ich hier auch schon irgendwo stand.

Aus dem Brigitte-Link:eine Therapeutin, die ich vor einiger Zeit mal zum Thema Wut interviewt habe, nannte das Anschreien von Kindern als Beispiel dafür, wie konstruktiv ein Wutausbruch manchmal sein kann, weil er die Dinge zurück auf null setzt und einen neuen Anfang ermöglicht: "Kinder sind manchmal in Verhaltensschleifen gefangen, die ihnen selbst nicht gefallen, und indem man seine Wut zeigt, zeigt man ihnen die Grenze, die sie brauchen, um damit aufzuhören." Es beruhigte mich. Ein bisschen.

Soso, ein Wutausbruch und Anschreien als konstruktive Kommunikation. Gesteht sie das auch einem Kind zu, so einen "konstruktiven, auf Null setzenden Wutausbruch mit Anschreien"?

Für mich ist diese Therapeutin selber in einer "Verhaltensschleife" gefangen. Einer von vorvorgestern nämlich.

Libentia
27.05.2015, 22:28
Mal konkret an einem Beispiel. Läßt beispielsweise ein, sagen wir mal, fünfjähriges Kind, seine Legosteine immerzu in der Gegend herumliegen, wo gelaufen wird, - also Mutters Füße zu Schaden kommen können, - dann ist es Aufgabe der Eltern, das zu benennen, UND eine Abhilfe zu schaffen, die das Kind aber auch bewältigen kann.

Ein Brüller: "Nie mehr! Läßt Du! Deine Legos! Herumliegen! AuuuuAAAHHH!" wird nicht dazu führen, daß das Kind ab sofort allabendlich (oder gar stündlich) kontrollieren wird, daß nur ja keine Legos herumliegen, auf die Muttern treten könnte und sich daran wehtun. Und wenn es dazu führen würde: Ein Fall für den Psychologen. Denn ein fünfjähriges Kind, daß so beständig mit Wohl und Wehe der eigenen Mutter beschäftigt ist, für welche es Sorge tragen muß, da läuft was schief. Es ist nämlich das Kind, für dessen Wohl und Wehe die Mutter Sorge tragen muß, nicht umgekehrt.
Räumt es aus einem anderen Grund ab sofort täglich/stündlich die Legos weg, und zwar, um das Anbrüllen zu vermeiden, ist es ganz einfach konditioniert worden. Wie ein geprügelter Hund, oder eine Ratte mit Elektroschocks im Labor. Naja, wer das möchte. Ich halte das nicht für ein ideales Lernziel.

Wie man es z.b. anders machen könnte: Man erklärt dem Kind, worin das Problem liegt (die mütterlichen Füße, die reintreten können und sich wehtun). Dann macht man Vorschläge zur Abhilfe und läßt auch das Kind mitüberlegen. Herauskommen könnte dabei beispielsweise, daß jeden Abend soundsoviel Uhr der "Laufweg" der Mutter von Spielzeug befreit wird. Selbstverständlich sollte das zusammen geschehen, und die Mutter muß allabendlich zu dieser Aktion aufrufen (was nicht heißt: "anmahnen"). Ein fröhliches: "Zeit für die Straßenreinigung" oder irgendsowas, tut's ebenso, und hinterläßt einen angenehmen Eindruck. DAs Kind wird es gerne tun, weil es sogar Spaß bringt (gemeinsam mit der Mama, man kann dabei ja mit irgendwas als Müllwagen herumbrausen etc.), und bald wird es selber am Abend zur "Straßenreinigung" rufen, und irgendwann wird es das auch alleine tun (können. Zu zweit macht's natürlich mehr Spaß, also immer mal wieder trotzdem mitmachen).

Das Kind lernt dabei einiges. Es lernt: Es gibt manchmal Probleme. Es gibt aber auch Lösungen. Diese Lösungen müssen niemanden niedermachen. Und sie können sogar Spaß bringen.

Habt einfach mehr Spaß mit Euren Gören. Die sind doch noch ganz frisch hier auf Erden, woher sollen sie das denn alles wissen, was Euch stört und schmerzt und im Weg ist und all das. Und wie gesagt, kein Kind sollte ständig damit beschäftigt sein, nur ja der Mutter /dem Vater usw. keine Last zu sein, und immer aufpassen müssen, ihnen bloß nichts anzutun (schmerzende Füße etc.). Das ist ungesund für deren zarte Psyche.

Marion07
27.05.2015, 22:31
:blumengabe:

Ich bin nicht der Dalai Lama.

Und wenn ich barfuss auf einen Legostein trete dann werd ich nicht säuseln, dass der doch bitte schön da nicht hingehört hätte.

Mir sind allezeit kontrollierte Menschen viel suspekter.

Selbstdisziplin ist erlernbar. Viele Manager gehen in solche Kurse . Da sie ja auch nicht immer nur mit Menschen zu tun haben die ihnen wohlgesinnt sind oder mit Schlimmen Situationen konfrontiert werden, da können sie auch nicht die Beherrschung verlieren?

Und deine Kinder tun mir leid. Wegen einem Legostein brülle ich keinen Menschen, besonders keine Kinder an.
Hast du sonst keine Argumente ?

Wenn du Pech hast übernehmen deine Kinder deine Verhaltensstruktur, oder sie werden mit wenig Selbstvertrauen durch Leben gehen. Was du höchstwahrscheinlich auch nicht hast? Weil Menschen die in die Vollen gehen haben meist kein Selbstvertrauen und schützen sich mit diesem Verhalten , einfache Psychologie.

Libentia
27.05.2015, 22:49
Selbstdisziplin ist erlernbar. Viele Manager gehen in solche Kurse . Da sie ja auch nicht immer nur mit Menschen zu tun haben die ihnen wohlgesinnt sind oder mit Schlimmen Situationen konfrontiert werden, da können sie auch nicht die Beherrschung verlieren?


Selbstdisziplin ist für manche ein Bäh-Wort. Nach dem Motto: "Man muß sich auch mal gehenlassen dürfen, und Losbrüllen". Natürlich die Kinder nicht. Die sollen spuren. Also sich in Selbstdisziplin üben. Aber ob sie das lernen, wenn die Eltern genau das Gegenteil vormachen?

Zazu2
27.05.2015, 22:53
Ja, manche trimmen ihre Kinder wie Hunde. "Sitz, Platz, Ruhe jetzt. Ab ins Körbchen/Zimmer."

Ja, das sind dann genau die, die nicht(!) ganz spontan einen Brüller loslassen, wenn sie sich weh tun, weil ihnen jemand gerade (unbewusst) ein schmerzhaftes Ei gelegt hat.

Solche getrimmten Kinder würden es nämlich niemals wagen, so unbeschwert zu spielen, dass jemand in einen ins Holzbrett gebastelten Nagel treten könnte oder eben - eher harmlos - in den Legostein.

So was nennt man Leben und - ganz wichtig - Leben lassen:

Die Kinder (manchmal angebrüllt), die Eltern (manchmal auch angebrüllt).

Marion07
27.05.2015, 22:58
Man sollte sein Kind so behandeln, wie man mit seinem besten Freund umgeht. Wer würde schon seinen besten Freund anbrüllen (und es geht hier im Thema um Anbrüllen, und was hier verteidigt wird ist also das Anbrüllen), weil er seine Jacke, Tasche, sonstwas im Weg herumliegen läßt und solche Sachen.

Ich glaube, was auch wichtig ist, sich klarzumachen, daß ein Kind, jedes Kind, auch das eigene, ein zwar noch kleiner, aber ganz eigenständiger Mensch ist. Mit einem eigenen Kopf, eigenen Gedanken, eigenen Gefühlen. Es ist kein Hund, dem man Platz und Sitz und Ruhe jetzt "anweisen" sollte, und sich darüber freuen, wenn es funktioniert (es ist nämlich im Gegenteil ganz schrecklich, wenn das wirklich gut funktioniert!). Auch ein Hund muß übrigens überhaupt nicht angebrüllt werden, nur mal erwähnt! Es ist auch kein Roboter. Es, das Kind, hat auch eigene Ideen, Wünsche, Vorstellungen. Und vor allem seine eigene Würde. Auch die ganz Kleinen schon. Es sind keine Puppen mit Mama-Papa-Sprechblasenfunktion.

Mein Kind ist das Wichtigste in meinem Leben. Ich möchte dass es Ihm gut geht, ihm vieles positive mitgeben . Damit es aufrecht durch sein Leben gehen wird. Aber das geht mit viel Geduld und Verständnis. Nicht mit Brüllen

Deswegen würde ich es auch nie alleine bei meiner Mutter lassen, weil diese Frau auch nur Brüllen kann, als Argument. Ich habe zwei Therapien wegen ihr machen müssen. Nein Danke Meine Tochter versaut sie nicht auch noch. Ich habe selbst Erlebt was Brüllen anrichten kann. Das ich heute noch Nervös werde wenn jemand Laut wird.Selbst wenn es gar nicht um mich geht, bekomme ich Magenschmerzen.

Zazu2
27.05.2015, 23:00
Selbstdisziplin ist erlernbar. Viele Manager gehen in solche Kurse .

Ganz ehrlich?

Mir ist jemand, der ab und zu die Contenance verliert lieber als ein aalglattes A******ch.

Libentia
27.05.2015, 23:07
Ja, das sind dann genau die, die nicht(!) ganz spontan einen Brüller loslassen, wenn sie sich weh tun, weil ihnen jemand gerade (unbewusst) ein schmerzhaftes Ei gelegt hat.



Naja, andere glauben, es gäbe nur Brüllen/Anbrüllen oder Säuseln/machtmirnixaus. Du meinst jetzt offenbar, es gibt nur entweder Brüllen/Anbrüllen oder "Trimmen". (Wo ist der Unterschied für Dich zwischen Brüllen/Anbrüllen und "Trimmen" ?)

Ich bin der Meinung, es gibt noch mehr neben dem Erwähnten oben, also mehr außer Brüllen/Anbrüllen/Säuseln/machtmirnixaus/Trimmen, und zwar besseres soziales Miteinander. Die meisten schreien wohl auf, wenn sie sich wehtun. Aber deshalb jemanden Anbrüllen, der das unbewußt (wie Du ja oben sagtest) verursacht hat?

Marion07
27.05.2015, 23:07
"Man muß sich auch mal gehenlassen dürfen, und Losbrüllen".
Ja wenn mein Mann das mal braucht geht er ins Fußballstadion oder zum Rock Konzert. Dann hat er sich nach 2 Stunden ausgepowert. Und kommt ausgeglichen wieder nach Hause .
Es gibt immer eine Lösung? Viele gehen dann auch Boxen als ausgleich.

Libentia
27.05.2015, 23:11
Ganz ehrlich?

Mir ist jemand, der ab und zu die Contenance verliert lieber als ein aalglattes A******ch.

Da hast Du Recht, einfach weil man den besser einschätzen kann (das könnte aber das einzige günstigere Kriterium sein, je nach Ausprägung der beiden Charaktere. Es geht hier um Anbrüllen. Von Schwächeren. Nicht um deutliche Worte, deutliches Ausdrücken von Verärgerung usw.). Aber um die geht es ja sowieso nicht. Es klingt jetzt nämlich wieder, als gäbe es nur zu wählen zwischen völlig unbeherrscht, sich einfach gehenlassen und herumbrüllen, und auf der anderen Seite dem Pokerface (oder sogar aalglatten A***, wie Du sagst).

Marion07
27.05.2015, 23:11
Ganz ehrlich?

Mir ist jemand, der ab und zu die Contenance verliert lieber als ein aalglattes A******ch.

Du wärst die erste beim Anwalt . Würde dich dein Chef dich vor der Besatzung zur Schnecke machen ,weil du einen Fehler gemacht hättest??? Oder

Zazu2
27.05.2015, 23:23
Du wärst die erste beim Anwalt .

Du wirst lachen, ich war noch nie bei einem Anwalt und hatte noch nie gezwungenermaßen mit einem zu tun.


Würde dich dein Chef dich vor der Besatzung zur Schnecke machen ,weil du einen Fehler gemacht hättest??? Oder

Jetzt wirst du noch lauter lachen:

Mir hat schon mal ein Chef eine Kundenreklamation in Papierform ins Gesicht geschmissen.

Es stellte sich dann heraus, dass der Herr Chef den Fehler gemacht hat.
Der Herr Chef ist meiner Erinnerung nach niemals jemals laut geworden.

Nur so ganz unter Kontrolle hatte er sich offensichtlich trotzdem nicht. :knicks:

Zazu2
27.05.2015, 23:23
Zum vor Besatzung:
Ja, das war vor voller Besatzung.

Libentia
27.05.2015, 23:29
Jetzt wirst du noch lauter lachen:

Mir hat schon mal ein Chef eine Kundenreklamation in Papierform ins Gesicht geschmissen.

Es stellte sich dann heraus, dass der Herr Chef den Fehler gemacht hat.
Der Herr Chef ist meiner Erinnerung nach niemals jemals laut geworden.

Nur so ganz unter Kontrolle hatte er sich offensichtlich trotzdem nicht. :knicks:

Wenn er sonst nie laut wird, war das ein Einzelfall. Bei dem man sich noch besondere Anspannung denken kann. Reklamation kam z.B. von einem besonders wichtigen Kunden etc., Firma steht nicht gut da, ist gerade ganz besonders auf zufriedene Kunden aus usw. Gut war das jedoch nicht, und entschuldigen sollte er sich aber (hat er ja vielleicht). Käme das ständig und wegen 'Kleinigkeiten' vor (Radiergummi liegt nicht gerade auf dem Tisch/Zimmer ist nicht aufgeräumt), und das noch dazu ganz selbstgerecht, könntest Du das noch akzeptieren? Und andere auffordern, darüber zu lachen?

Zazu2
27.05.2015, 23:39
als gäbe es nur zu wählen zwischen völlig unbeherrscht, sich einfach gehenlassen und herumbrüllen, und auf der anderen Seite dem Pokerface (oder sogar aalglatten A***, wie Du sagst).

Ja natürlich ist völlig unbeherrscht nicht in Ordnung.


Ja wenn mein Mann das mal braucht geht er ins Fußballstadion oder zum Rock Konzert. Dann hat er sich nach 2 Stunden ausgepowert.

Womöglich auch nicht so angenehm für die anderen Anwesenden.

Libentia
27.05.2015, 23:47
Ja natürlich ist völlig unbeherrscht nicht in Ordnung.




Aus dem Brigitte-Link:

Das ältere reagiert auf meine Wut mit Scham und Wut: Scham, weil das Kind mich so wütend gemacht hat, und Wut auf sich selbst, weil es die Stimmung verdorben oder mir das Leben schwer gemacht hat.

Das zu sehen, bricht mir das Herz. Das kleinere Kind spricht es ganz einfach aus: "Papa, bitte nicht mit der lauten Stimme. Du weißt, dass ich dann immer so erschrecke. Das macht mir Angst."Und dann weint das Kind.

Nicht alle reagieren so krass.(Und erst recht nicht alle können trotz brüllendem Vater so offen und immer noch vertrauensvoll über ihre Gefühle mit ihm reden!) Aber getroffen ist jedes Kind, wenn seine Eltern es anbrüllen.

Zazu2
27.05.2015, 23:50
und entschuldigen sollte er sich aber (hat er ja vielleicht).

Nein, er hat sich nicht in Worten entschuldigt, aber es gab eine pekuniäre Extrawürdigung (Prämie) für besondere Leistung in der Sache als sie durch mich ausgebügelt war.

Ganz wichtig finde ich, sich mit Worten entschuldigen zu können, wenn über das Ziel hinaus geschossen wird und dann wirklich zu versuchen, nicht mehr genau das zu machen, wegen was sich entschuldigt wurde.

Zazu2
27.05.2015, 23:53
Aber getroffen ist jedes Kind, wenn seine Eltern es anbrüllen.

Ja, in dem von dir geschilderten Fall, geht es schon zu Herzen.

Jetzt muss ich aber :schlaf gut:

Libentia
27.05.2015, 23:55
Nein, er hat sich nicht in Worten entschuldigt, aber es gab eine pekuniäre Extrawürdigung (Prämie) für besondere Leistung in der Sache, als sie durch mich ausgebügelt war.

Hihi, immerhin.


Ganz wichtig finde ich, sich mit Worten entschuldigen zu können, wenn über das Ziel hinaus geschossen wird und dann wirklich zu versuchen, nicht mehr genau das zu machen, wegen was sich entschuldigt wurde.

Ganz richtig, finde ich.

Libentia
28.05.2015, 00:02
Ja, in dem von dir geschilderten Fall, geht es schon zu Herzen.



Das ist aus dem Brigitte Link aus dem Eingangsbeitrag. Ich habe ihn ehrlich gesagt noch nicht zu Ende lesen können.
Der letzte Schrei: Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich? - BRIGITTE MOM (http://mom.brigitte.de/mitfuehlen/kinder-anbruellen-1245771/)

FriendOfAlwin
28.05.2015, 07:41
Um die geht es hier doch ... Die Ausnahmefälle und nicht um Brüllen als Erziehungsstil :unterwerf:

Marion07
28.05.2015, 07:43
Womöglich auch nicht so angenehm für die anderen Anwesenden.

Es geht hier um das rauslassen. Wenn man zwei Stunden lauthals auf dem Konzert mitsingt. Danach ist man ausgepowert und Glücklich. Ähnlich ist es beim Fußball. Man Sing Freut sich über Tore , ärgert sich über Fouls . Aber danach ist man meist ausgepowert. Die Liste könnte man so weiter führen.
Ich erinnere mich wie meine Freundin sagte , das ihr Sohn 5 Jahre alt ein Aggressionsproblem hätte. Und die Therapeutin hatte Ihr geraten nach ein paar Gesprächen er solle zum Boxen und Aikido gehen. Er macht es nun beides seit Zwei Jahren und hat sich sehr zum Positiven Verändert. Der Junge war einfach Schlichtweg mit seinen Trieben unterfordert.

Libentia
28.05.2015, 08:19
Um die geht es hier doch ... Die Ausnahmefälle und nicht um Brüllen als Erziehungsstil :unterwerf:

Meinst Du jetzt den Brigitte-Text, FriendOfAlwin?

vonZazu:

Ja, in dem von dir geschilderten Fall, geht es schon zu Herzen.

Und nicht immer reagiert ein Kind so herzerührig auf Angebrülltwerden. MAnche werden bockig und widerspenstig. (eigentlich die stabilere Reaktion,würde ich sagen). Die rühren dann niemanden, die nerven nochmal mehr, - und werden noch mehr angebrüllt. (das ist natürlich verallgemeinert. Es mag auch das Anbrüllen verteidigende Eltern geben, die bei einem auf Anbrüllen bockig reagierenden Kind dann ein Einsehen haben. - Das schreibe ich mal dazu, bevor noch Beschwerden wegen der Verallgemeinerung kommen).

FriendOfAlwin
28.05.2015, 11:56
Meinst Du jetzt den Brigitte-Text, FriendOfAlwin?

Ich habe mich auf die Diskussion hier bezogen - jetzt aber auch mal den Text gelesen.

ich frage mich schon die ganze Zeit, ob das was ich tue, als "Brüllen" bezeichnet werden kann/muss oder ob es eher ein "Lautwerden" bzw. Schreien ist.

Ich finde die Definition bzw. die Grenze immer schwieriger.

Das Beispiel des Vaters mit seinem Zeitdruck (wegen Schulbeginn, Telefonkonferenz usw.) kann ich total gut nachvollziehen.
Und ich finde, er ist ein Beispiel für einen Vater, der sein Bestes gibt.
Er hat erkannt, dass er nicht perfekt ist ... nicht immer so, wie er als Vater gerne wäre.
Er arbeitet an sich ... und er wird (in seinen Augen) auch besser.

Ich glaube, das lässt sich auf viele andere Bereiche im Umgang mit Kindern übertragen und die Kinder haben Glück, so einen reflektierten und bemühten Vater zu haben.

lou79
28.05.2015, 19:15
Ich finde, es ist schon wichtig, authentisch zu sein. Aus einem Speed macht man kein Valium. Auch wenn man sich zwingt. Ich kann auch mal laut werden. Das verletzt mein Kind nicht. Wenn ich eine persönliche Sprache benutze und das Kind nicht zum Sündenbock mache. Kinder sind, wie sie sind. Und ich hab jedes Recht auch mal (laut) genervt zu sein. Allerdings sage ich meinen Jungs nicht: "Ihr seid zum kotzen, ihr seid Schuld dass es mir heut schlecht geht, dass mir der Faden reisst" Sondern eher in der Richtung "heut hab ich nicht den Nerv damit zu dealen. Ich will das nicht. Ich brauch jetzt meine Ruhe". Was natürlich keine Garant dafür ist, dass ich sie bekomme...:zwinker:

Aber, für mich ist der Gradmesser: Wie geht es meinem Kind und mir damit?! Wenn es Kindern schlecht geht, machen sie das durch ihr Verhalten deutlich. Und wenn ich mich damit schlecht fühle ist es Zeit, etwas zu ändern. An mir. Denn andere kann ich nicht ändern. Und schließlich erzieht nichts mehr als Vorbilder.

Libentia
28.05.2015, 22:25
Ich finde, es ist schon wichtig, authentisch zu sein.

Klar doch. Und gibt's auch gleiches Recht für alle, und auch das Kind darf ganz authentisch faul sein (also kein Zimmer aufräumen), für elterliche Wünsche, oder auch Anordnungen, oder Mahnungen taub sein, etc., weil ihm ganz authentisch nicht der Sinn danach steht? :zwinker:Oder vieleicht will es ja auch ganz authentisch selber 'rumbrüllen.
Warum sollten Eltern ein Recht auf Authentizität haben, egal wie diese auch aussieht? Ob ihnen gerade nach Brüllen oder sonstwas ist?

Man kann sich auch mal zusammenreißen, dem sozialen Miteinander zuliebe. Niemandem fällt ein Zacken aus der Krone, mal dreimal tief durchzuatmen, wenn er bei sich einen Wutanfall kommen sieht, und vor allem, wenndas regelmäßig der Fall ist. Und es sollte doch drin sein, noch weitere 10 Sekunden aufzuwenden, um nach einer besseren Lösung als Brüllen zu suchen. Die Kinder werden die brüllende Authentizität vermutlich nicht vermissen. (Man muß ja das Brüllen nicht mit eisigem Schweigen ersetzen. - Dies nur, falls nun wieder das Argument kommt. Es gibt nicht nur diese zwei Möglichkeiten von Verhalten).

Dieses "authentisch sein ist wichtig" als Eltern kann schnell zur bloßen Ausrede werden, sich angeblich gehenlassen zu dürfen, ja, sogar "müssen". Um eben ja authentisch zu sein.

Inaktiver User
28.05.2015, 22:30
Man kann sich auch mal zusammenreißen, dem sozialen Miteinander zuliebe.

Ich denke, viele die das hier so schreiben müssen sich dazu nicht zusammenreissen, weil sie sowieso gar nicht zu spontanen Gefühlsäußerungen neigen. Da redet es sich leicht.

Ich kenn jedenfalls jede Menge Leute, die so und so nix aus der Ruhe bringt oder bei denen alles immer erst durch einen rationalen Filter läuft.

Nur muss man das weder als Tugend oder Qualität begreifen.

Libentia
28.05.2015, 22:35
Ich denke, viele die das hier so schreiben müssen sich dazu nicht zusammenreissen,

Geht's hier speziell um eine oder mehrere am Strang teilnehmende Personen? Also mir nicht.

Inaktiver User
28.05.2015, 22:41
Geht's hier speziell um eine oder mehrere am Strang teilnehmende Personen? Also mir nicht.

Nein, das war eher grundsätzlich gemeint. Ich kenn ja niemand persönlich, vermute das aber.

Weil ich das eben mit meinem persönlichen Empfinden gar nicht zusammenbringe, ich aber andererseits tatsächlich Leute kenne, die jede intensivere emotionale Regung peinlich oder überflüssig finden und meinen, man sollte sich doch einfach zusammenreissen.

Libentia
28.05.2015, 23:16
Weil ich das eben mit meinem persönlichen Empfinden gar nicht zusammenbringe, ich aber andererseits tatsächlich Leute kenne, die jede intensivere emotionale Regung peinlich oder überflüssig finden und meinen, man sollte sich doch einfach zusammenreissen.

Das hört sich für mich auch nach einem Ablenkungsmanöver an, genau wie die angeblich auch dann so wichtige Authentizität, selbst wenn diese aus Rumbrüllerei besteht. Denn darum geht es nicht. Das Thema ist, sollte man ungeniert die lieben Kleinen anbrüllen, oder finden die das vielleicht nicht so toll? Und vielleicht noch erweitert: Sollte man auf die Befindlichkeit des Kindes Rücksicht nehmen, und das Brüllen vermeiden, oder kann einem das egal sein, wie die das finden, und man poltert eben ungeniert drauflos? Und nochmal erweitert: Ist es wirklich nur authentisch, wenn man brüllt, (sofern man einen Impuls dazu verspürt)? Oder ist jemand, wenn er schon so leicht reizbar ist, dann aber wenigstens dreimal durchatmet, um sich unter Kontrolle zu bekommen und zu befähigen, eine bessere Lösung und ohne Gebrüll zu finden, nicht ebenfalls ganz authentisch?

lou79
28.05.2015, 23:26
Klar doch. Und gibt's auch gleiches Recht für alle, und auch das Kind darf ganz authentisch faul sein (also kein Zimmer aufräumen), für elterliche Wünsche, oder auch Anordnungen, oder Mahnungen taub sein, etc., weil ihm ganz authentisch nicht der Sinn danach steht? :zwinker:Oder vieleicht will es ja auch ganz authentisch selber 'rumbrüllen.
Warum sollten Eltern ein Recht auf Authentizität haben, egal wie diese auch aussieht? Ob ihnen gerade nach Brüllen oder sonstwas ist?

Man kann sich auch mal zusammenreißen, dem sozialen Miteinander zuliebe. Niemandem fällt ein Zacken aus der Krone, mal dreimal tief durchzuatmen, wenn er bei sich einen Wutanfall kommen sieht, und vor allem, wenndas regelmäßig der Fall ist. Und es sollte doch drin sein, noch weitere 10 Sekunden aufzuwenden, um nach einer besseren Lösung als Brüllen zu suchen. Die Kinder werden die brüllende Authentizität vermutlich nicht vermissen. (Man muß ja das Brüllen nicht mit eisigem Schweigen ersetzen. - Dies nur, falls nun wieder das Argument kommt. Es gibt nicht nur diese zwei Möglichkeiten von Verhalten).

Dieses "authentisch sein ist wichtig" als Eltern kann schnell zur bloßen Ausrede werden, sich angeblich gehenlassen zu dürfen, ja, sogar "müssen". Um eben ja authentisch zu sein.

Sehe ich ganz genau so. Wer ständig brüllt hat ein Problem. Und dann geht es dem Kind (und auch dem Erwachsenen) nicht gut. Nur reicht es bei vielen nicht aus, sich einfach mal nur zusammen zu reißen. Leider. Und dann sollte Mama oder Papa ( und nicht selten beider für sich und ihre Beziehung) Hilfe suchen. Aber wer es schafft, fährt damit besser, einfach mal dem Mund zu halten und sich aus der Situation heraus zu nehmen. Kinder (gerade kleine) können nicht zwischen ihrem Verhalten und ihrer Person unterscheiden. Der Anschiss, der regelmäßig kommt und auch noch das Kind beschuldigt indem sein Verhalten (und somit es selbst) gemaßregelt, beschuldigt oder beschämt wird, trägt nicht dazu bei, ein gesundes Selbstwertgefühl aufzubauen. Ums mal vorsichtig auszudrücken...

Was ich mit authentisch meine ist, dass es nun mal Situationen gibt in welchen man nicht 100% die Kontrolle hat. Wir machen alle (!) Fehler. Und dann leidet mein Kind nicht darunter wenn ich auch mal (!) laut werde ohne es verantwortlich zu machen.

Ich glaube nicht dass sich jemand sonderlich gut fühlt wenn er sich "gehen lässt". Daher schrieb ich ja: wenn es Kind und Elternteil dabei nicht gut geht, sollte er/sie was ändern.

Zu Deinem ersten Absatz: Wenn ein zweijähriger brüllt weil ihm was nicht schnell genug geht ist das alterstypisch. Das kann nervig sein. Je nach Haltubg. Das muss aber ein Erwachsener meines Erachtens auch mal aushalten können. Wenn er es persönlich nimmt, sollte er sich mit einem anderen Erwachsenen drüber unterhalten. Und nicht das Kind dafür schuldig machen. Setzt allerdings Wissen Voraus. Was kann ich meinem Kind tatsächlich abverlangen und was sind unrealistische Erwartungen. Brüllt ein achtjähriger unkontrolliert ist das eher ein Alarmsignal und die Eltern sollten sich fragen was in der Beziehung nicht rund läuft.

Und wenn ich aus der Küche ins Kinderzimmer brülle: "Essen fertig! Komm jetzt endlich" und der 5 jährige reagiert nicht gleich, weil er tatsächlich in sein Spiel vertieft ist und es nur normal ist, seiner Leidenschaft nachzugehen und nicht rausgerissen werden will, dann brauch ich mich nicht zu wundern warum er nicht kommt... )Mir ist's auch manchmal egal ob's Essen gibt oder nicht wenn ich gerade meiner Leidenschaft nach gehe... ;) ) Oder kommen will... Wer will schon mit einer fauchenden Furie "gemütlich" am Tisch sitzen. Ich hätte da keinen Appetit. Dann ist es mein Job, zuzusehen, dass ich ihn erreiche, per Augenkontakt und evtl. Berührung und freundlicher (!) Aufforderung. Ist auch weniger anstrengend für Mama. Oder wer auch sonst immer der Koch ist.

Zazu2
28.05.2015, 23:32
Das hört sich für mich auch nach einem Ablenkungsmanöver an, genau wie die angeblich auch dann so wichtige Authentizität, selbst wenn diese aus Rumbrüllerei besteht.

Das Thema interessiert mich insofern als ich z.B. eine (liebe) Mutter hatte, die niemals auch nur einmal ihre Stimme erhoben hat.

Ich hätte mir es für sie(!) auch damals als Kind schon gewünscht, dass sie mich mal so richtig verbal in den Senkel stellt, wenn ich Mist gebaut habe, selbst wenn der Mist nicht beabsichtigt war.

War so mein Gefühl - auch schon als Kind.
Wir hatten allerdings schon immer ein komplett anderes Temperament. Ich finde Emotionenzeigen (im Rahmen natürlich :unterwerf:) nichts Schlechtes.

Inaktiver User
28.05.2015, 23:37
Ich glaube nicht dass sich jemand sonderlich gut fühlt wenn er sich "gehen lässt".

Ich weiß jetzt wirklich nicht wie du das meinst - doch, mir geht es sehr gut damit, sonst würde ich das ja nicht machen. Ich finde es geradezu befreiend!

Viele Menschen haben heute ein echtes Problem, weil sie das nicht mehr können.

lou79
28.05.2015, 23:40
Ich weiß jetzt wirklich nicht wie du das meinst - doch, mir geht es sehr gut damit, sonst würde ich das ja nicht machen. Ich finde es geradezu befreiend!

Viele Menschen haben heute ein echtes Problem, weil sie das nicht mehr können.

Dir geht es gut wenn Du Dein Kind regelmäßig anbrüllst obwohl Du spürst dass es dem Kind nicht gut damit geht? Das war jedenfalls von mir damit gemeint.

lou79
28.05.2015, 23:41
Ich hatte mich auf Libentias "Gehen lassen" bezogen. Was das Anschreien der Kinder betraf.

lou79
28.05.2015, 23:46
Das hört sich für mich auch nach einem Ablenkungsmanöver an, genau wie die angeblich auch dann so wichtige Authentizität, selbst wenn diese aus Rumbrüllerei besteht

Ich glaube nicht, dass solche Menschen dann noch authentisch sind. Wer dauerhaft aggressiv ist hat in den meisten Fällen ein sehr geringes Selbstwertgefühl und spürt sich selbst gar nicht mehr. Um authentisch zu ein muss ich mich aber selbst spüren können und kennen.

Libentia
28.05.2015, 23:54
Wir machen alle (!) Fehler.

Sicher, Fehler können passieren. Aber sie sollten eigentlich nur einmal passieren. Schon gar nicht mehrfach.
Zazu sagte es so:



Ganz wichtig finde ich, sich mit Worten entschuldigen zu können, wenn über das Ziel hinaus geschossen wird und dann wirklich zu versuchen, nicht mehr genau das zu machen, wegen was sich entschuldigt wurde.

Fehler können passieren. Wer ihn immer wieder macht, hat ihn aber entweder gar nicht eingesehen. Oder er kann eben nicht anders - was heißt, im Falle von unkontrollierbarem Grobwerden/andere anbrüllen müssen: Hilfe suchen. Finde ich.




Zu Deinem ersten Absatz: Wenn ein zweijähriger brüllt weil ihm was nicht schnell genug geht ist das alterstypisch. (...) Brüllt ein achtjähriger unkontrolliert ist das eher ein Alarmsignal und die Eltern sollten sich fragen was in der Beziehung nicht rund läuft.


Und wenn ich aus der Küche ins Kinderzimmer brülle: "Essen fertig! Komm jetzt endlich"

Bei den Zweijährigen alterstypisch, bei den Achtjährigen ein Alarmzeichen, - und was ist das, wenn Erwachsene brüllen?


Wer will schon mit einer fauchenden Furie "gemütlich" am Tisch sitzen. Ich hätte da keinen Appetit. Dann ist es mein Job, zuzusehen, dass ich ihn erreiche, per Augenkontakt und evtl. Berührung und freundlicher (!) Aufforderung. Ist auch weniger anstrengend für Mama. Oder wer auch sonst immer der Koch ist.

Und auch fröhlich, die Aufforderung. Ist doch was Schönes, wenn es Essen gibt. Ich finde sowieso, einige sind viel zu mürrisch, wenn sie sich mit ihren Kindern befassen. Als "müßten" sie das tun, haßten es aber irgendwie. Oder ist es ihnen eine Last, die sie nun halt bewältigen müssen, und dem Kind unbewußt nun die Schuld dafür auferlegen (durch Brüllen und so)?

Irgendwie ist das Brüllen von heute ja das Schlagen von gestern. "Gestern" hieß es ja auch ständig, das Schlagen schade nicht, und man müsse die Kinder ja schließlich erziehen.

lou79
28.05.2015, 23:58
Das Thema interessiert mich insofern als ich z.B. eine (liebe) Mutter hatte, die niemals auch nur einmal ihre Stimme erhoben hat.

Ich hätte mir es für sie(!) auch damals als Kind schon gewünscht, dass sie mich mal so richtig verbal in den Senkel stellt, wenn ich Mist gebaut habe, selbst wenn der Mist nicht beabsichtigt war.

War so mein Gefühl - auch schon als Kind.
Wir hatten allerdings schon immer ein komplett anderes Temperament. Ich finde Emotionenzeigen (im Rahmen natürlich :unterwerf:) nichts Schlechtes.

Vielleicht war es ihr nicht erlaubt, Emotionen frei zu zeigen? Nur so eine Idee. Keine Ahnung. Aber ist ja tatsächlich auch Temperamentssache.
Aber genau das meine ich mit authentisch sein: Emotionen als nichts negatives zu erleben. Sich kennen zu lernen, spüren zu dürfen als Kind schon. Dass sie sein dürfen damit man langsam lernt, mit Ihnen umzugehen und nicht gegen andere einsetzen zu müssen.Und das dauert nun mal eine ganze Kindheit. Deshalb gruselt es mich wenn von kleinen Kindern schon erwartet oder verlangt wird kein "Theater zu machen" und sich "richtig zu benehmen". Man lernt nur, dass diese Emotion "falsch" und somit man selbst "nicht richtig" ist. Nur weil es die Eltern nicht aushalten. Oder ihnen manchmal das Image viel wichtiger ist. Was sollen nur die anderen denken... Und dann wundert man sich, wenn aus so ganz ruhigen, verschlossenen Menschen plötzlich der Vulkan ausbricht... ok, sorry, wird jetzt etwas ausschweifend :smile: OT

Libentia
29.05.2015, 00:00
Ich glaube nicht, dass solche Menschen dann noch authentisch sind. Wer dauerhaft aggressiv ist hat in den meisten Fällen ein sehr geringes Selbstwertgefühl und spürt sich selbst gar nicht mehr. Um authentisch zu ein muss ich mich aber selbst spüren können und kennen.

Naja, ich, und ich glaube wir alle, reden hier nicht von Soziopathen. Oder? Sondern von mindestens mal durchschnittlich normal sozial fähigen und agierenden Leuten, die aber zumindest bei ihren Kindern sich nicht irgendwie zügeln (was das Brüllen angeht).

lou79
29.05.2015, 00:03
Sicher, Fehler können passieren. Aber sie sollten eigentlich nur einmal passieren. Schon gar nicht mehrfach.
Zazu sagte es so:


Fehler können passieren. Wer ihn immer wieder macht, hat ihn aber entweder gar nicht eingesehen. Oder er kann eben nicht anders - was heißt, im Falle von unkontrollierbarem Grobwerden/andere anbrüllen müssen: Hilfe suchen. Finde ich.






Bei den Zweijährigen alterstypisch, bei den Achtjährigen ein Alarmzeichen, - und was ist das, wenn Erwachsene brüllen?



Und auch fröhlich, die Aufforderung. Ist doch was Schönes, wenn es Essen gibt. Ich finde sowieso, einige sind viel zu mürrisch, wenn sie sich mit ihren Kindern befassen. Als "müßten" sie das tun, haßten es aber irgendwie. Oder ist es ihnen eine Last, die sie nun halt bewältigen müssen, und dem Kind unbewußt nun die Schuld dafür auferlegen (durch Brüllen und so)?

Irgendwie ist das Brüllen von heute ja das Schlagen von gestern. "Gestern" hieß es ja auch ständig, das Schlagen schade nicht, und man müsse die Kinder ja schließlich erziehen.


Ja, kann ich alles genau so unterschreiben. Wenn ich merke, ich kann es nicht kontrollieren: Hilfe suchen. Für sich und die Kinder. Wenn es mir nicht gut geht, geht es meinen Kindern ganz unweigerlich auch nicht gut.

Entschuldigen. Hier ist das ebenso. Wenn ich einen Fehler mache, Sage ich: Es tut mir sehr leid. Punkt. Ohne Aber. Eben weil ich Verantwortung für mein Verhalten übernehme und sie nicht dem Kind in die Schuhe schiebe. Manche haben das aber nie gelernt, sich zu entschuldigen. Oder Verantwortung zu tragen. Für ihr Verhalten. In der Theorie erscheint das klar. Ist aber für viel sehr schwierig. Wenn sie nicht das nötige Vorbild hatten... Nichts erzieht so sehr wie Vorbilder

Libentia
29.05.2015, 00:04
Vielleicht war es ihr nicht erlaubt, Emotionen frei zu zeigen? Nur so eine Idee. Keine Ahnung. Aber ist ja tatsächlich auch Temperamentssache.
Aber genau das meine ich mit authentisch sein: Emotionen als nichts negatives zu erleben. Sich kennen zu lernen, spüren zu dürfen als Kind schon. Dass sie sein dürfen damit man langsam lernt, mit Ihnen umzugehen und nicht gegen andere einsetzen zu müssen.Und das dauert nun mal eine ganze Kindheit. Deshalb gruselt es mich wenn von kleinen Kindern schon erwartet oder verlangt wird kein "Theater zu machen" und sich "richtig zu benehmen". Man lernt nur, dass diese Emotion "falsch" und somit man selbst "nicht richtig" ist. Nur weil es die Eltern nicht aushalten. Oder ihnen manchmal das Image viel wichtiger ist. Was sollen nur die anderen denken... Und dann wundert man sich, wenn aus so ganz ruhigen, verschlossenen Menschen plötzlich der Vulkan ausbricht... ok, sorry, wird jetzt etwas ausschweifend :smile: OT

Ja, vielleicht etwas zu weit weg vom Thema, aber da ist viel Wahres dran.

Zazu2:

Ich finde Emotionenzeigen (im Rahmen natürlich ) nichts Schlechtes.

Warum sollte man sie nicht zeigen, wenn einem danach ist? Mit dem Ergebnis muß man allerdings umgehen können, das fällt nicht immer so positiv aus, wenn man sich (aggressiv-) emotional gehenläßt Erwachsenen gegenüber (sie z.B. anbrüllt). Mein Verwundern geht aber sowieso eher in die Richtung, warum HAT jemand überhaupt Wut und Zorn gegen das eigene Kind, NUR weil es nicht auf Zuruf das Zimmer kehrt, aufräumt etc.? Und auch auf den fünften Zuruf nicht. Was daran löst WUT aus? Mir ist das völlig unbegreiflich.

lou79
29.05.2015, 00:04
Naja, ich, und ich glaube wir alle, reden hier nicht von Soziopathen. Oder? Sondern von mindestens mal durchschnittlich normal sozial fähigen und agierenden Leuten, die aber zumindest bei ihren Kindern sich nicht irgendwie zügeln (was das Brüllen angeht).


Nein, ich rede nicht von Soziopathen.

lou79
29.05.2015, 00:10
Ja, vielleicht etwas zu weit weg vom Thema, aber da ist viel Wahres dran.

Zazu2:


Warum sollte man sie nicht zeigen, wenn einem danach ist? Mein Verwundern geht eher in die Richtung, warum HAT jemand überhaupt Wut und Zorn gegen das eigene Kind, NUR weil es nicht auf Zuruf das Zimmer kehrt, aufräumt etc.? Und auch auf den fünften Zuruf nicht. Was daran löst WUT aus? Mir ist das völlig unbegreiflich.

Das meinte ich damit. das Kind ist doch in den meisten Fällen nur der Auslöser.Nicht die Ursache. Ist ja auch einfach, sich über ein kleines, hilfloses Wesen zu stellen und seine Macht zu missbrauchen. Und hier muss ich gleich dazu schreiben: Das passiert jedoch in den allermeisten Fällen nicht willentlich und bewusst weil man seinem Kind schaden will. ich glaube wirklich, dass jeder sein Kind liebt und es so gut macht wie er eben kann. Aber wenn man selbst in der Vergangenheit so einiges erlebt hat, schaltet sich das Hirn bei gewissen Triggern aus und ein altes Abwehrmuster tritt in Kraft. Wie ferngesteuert. Den allermeisten tut es ja auch leid. Daher schrieb ich: Keinem Elternteil geht es hinterher am Allerwertesten vorbei, man leidet ja selbst wenn man sein Kind anbrüllt und spürt, wenn es ihm nicht damit gut geht.

Saetien
29.05.2015, 00:14
Wieso gehen hier eigentlich soviele immer davon aus, dass es JEDEM Kind damit nicht gut geht?

Mein Vater brüllte.
Regelmäßig.
Ich zurück.

Was habe ich das genossen!

Libentia
29.05.2015, 00:14
Das meinte ich damit. das Kind ist doch in den meisten Fällen nur der Auslöser.Nicht die Ursache.

Ich glaube, da bist Du jetzt an den Kern gestoßen.

Libentia
29.05.2015, 00:15
Wieso gehen hier eigentlich soviele immer davon aus, dass es JEDEM Kind damit nicht gut geht?

Mein Vater brüllte.
Regelmäßig.
Ich zurück.

Was habe ich das genossen!

Saetien, dazu sage ich mal wohlwollend: Ausnahmen bestätigen die Regel. :lachen:

lou79
29.05.2015, 00:16
War nett,mit Euch zu plaudern. Muss leider ins Bett. Schlafentzug ist ja auch nichtgut fürs Gemüt :smirksmile:

Wollte nur noch mal sagen: Dauerndes (und Kinder erleben es 4 Mal so intensiv wie Erwachsene) Brüllen, Schreien, Kritisieren, Maßregeln, Belehren etc. sind tatsächlich wie Schläge und schaden beiden Seiten. Kindern wie Eltern. Es gibt nur Verlierer. Und es ist erwiesen dass das Gehirn "on hold" ist und nicht lernt wenn es solchem Stress ausgesetzt ist. Bringen tut es somit also noch nicht mal etwas. Außer dass das Kind lernt, Angst zu haben und dementsprechend "funktioniert". Und das will ich für meine Kinder nicht.

Gute Nacht Ihr Lieben!:blume:

Zazu2
29.05.2015, 00:25
Oh doch, auch ein Kind kann Auslöser von Zorn sein.

Warum denn nicht? Auch ein Kind ist ein Mensch mit Schwächen.


Mein Verwundern geht aber sowieso eher in die Richtung, warum HAT jemand überhaupt Wut und Zorn gegen das eigene Kind, NUR weil es nicht auf Zuruf das Zimmer kehrt, aufräumt etc.? Und auch auf den fünften Zuruf nicht. Was daran löst WUT aus? Mir ist das völlig unbegreiflich.

Mich hat es z.B. fuchsig gemacht, wenn mir nach meinem - überwiegend - Home-Office-Job, der (wenn ich Glück hatte) am frühen Nachmittag zu Ende war, vom Sohn ab und an die Hölle heiß gemacht wurde, weil es ihm gestunken hat, dass die Schulfreunde noch nichts ausmachen durften wegen Hausaufgaben, Musikschule etc.

Ich hasse es, wenn jemand seine schlechte Laune an mir aus lässt, auch beim eigenen Kind - beispielsweise.

Nach dem Donnerwetter deswegen, lagen wir dann einträchtig gemeinsam auf dem Sofa und hingen ab ;-) .

Gute Nacht...

marylin
29.05.2015, 09:04
Wenn ich meinen Kind gegenüber mal laut geworden bin, hatte ich weder Hass noch Wut dem Kind gegenüber - ich hatte einfach nur die Faxen dicke... Eine strenge und lautere Ansage zeigte ihm, dass die Sache, um die es geht, jetzt eben zu erledigen/zu unterslassen ist. Ohne ewige Diskussion.

Gelegentliches Lautwerden mit Schlagen zu vergleichen finde ich schon krass....

Inaktiver User
29.05.2015, 09:10
Genau so. Ich denke, wir haben da alle völlig unterschiedliche Szenarien vor Augen...
Ich seh mich auch keineswegs als jemand, der ein Aggressionsproblem hat oder unter ständigen Wutanfällen leidet! :peinlich:

Aber das eben auch darum, weil ich wenn dann situativ eben auch mal Dampf ablasse und dann ist auch wieder gut. Mit einer dauerhaften oder wiederkehrenden Wut hat das nichts zu tun.

Inaktiver User
29.05.2015, 09:11
Wenn ich meinen Kind gegenüber mal laut geworden bin, hatte ich weder Hass noch Wut dem Kind gegenüber - ich hatte einfach nur die Faxen dicke... Eine strenge und lautere Ansage zeigte ihm, dass die Sache, um die es geht, jetzt eben zu erledigen/zu unterslassen ist. Ohne ewige Diskussion.

Gelegentliches Lautwerden mit Schlagen zu vergleichen finde ich schon krass....

@marylin, ich kann dir wieder nur zustimmen. :allesok:
Und ich habe mich auch keineswegs bei meinem Kind dafür entschuldigt, dass ich es gefühlte 100 mal auffordern musste, etwas zu tun oder zu lassen.

lou79
29.05.2015, 09:35
Wenn ich meinen Kind gegenüber mal laut geworden bin, hatte ich weder Hass noch Wut dem Kind gegenüber -

Gelegentliches Lautwerden mit Schlagen zu vergleichen finde ich schon krass....

Wer behauptet denn sowas?

Auch mal ne laute Ansage machen und mal Dampf ab lassen d.h. für mich authentisch sein. Und das verletzt auch kein Kind. Solange ich es dafür nicht verantwortlich machen. Und auch nicht mit Floskeln, wie: nie machst du was ich sage… Immer musst du… Damit mache ich mein Kind nur dumm.

Dauerhaft milde grinsende Muttis die ganz besonders pädagogisch sein wollen und eine Rolle spielen, innerlich aber gerne mal Dampf ab lassen würden, irritierender dagegen ein Kind nur. Wenn ich mal Dampf ab lassen, dann lernt mein Kind das ist o. k. ist solche Emotionen zu haben. Und das ist mir wichtig.

Wie bereits gesagt, der Gradmesser ist für mich da: wie geht es meinem Kind und mir damit?!

Zum Thema Entschuldigung: Wenn ich merke das ich meinem Kind wehgetan habe dann sage ich ihm das es mir leid tut. Wenn ich dauerhaft herum rennen und mich ständig entschuldigen würde dann würde das implizieren dass ich auch um Vergebung bitte. Und darum geht es ja gar nicht. Ich mache einen Fehler, das ist menschlich, das tut mir leid und das lasse ich mein Kind spüren.

Inaktiver User
29.05.2015, 09:41
Es ist bestimmt über zwanzig Jahre her als ich in einem Supermarkt einen Vater beobachtet habe, der seinen Sohn im Kindergartenalter anbrüllte: du Arschloch, ich hab es so satt mir dir, gib endlich Ruhe oder hau ab zu deiner Mutter.

Das hab ich nicht vergessen, das fand ich grauenhaft. Und sowas geht gar nicht.

Mit einem lautstärkeren "zum Donnerwetter, räumt jetzt endlich die Legos hier weg" nach der xten Bitte hab ich aber nachwievor kein Problem.

lou79
29.05.2015, 09:43
Oh doch, auch ein Kind kann Auslöser von Zorn sein..

Na klar! Und dann gibt's einen Konflikt. Und Konflikte sind gut. Wie soll man sich selbst und den anderen sonst kennen lernen?! ;)

lou79
29.05.2015, 09:46
Es ist bestimmt über zwanzig Jahre her als ich in einem Supermarkt einen Vater beobachtet habe, der seinen Sohn im Kindergartenalter anbrüllte: du Arschloch, ich hab es so satt mir dir, gib endlich Ruhe oder hau ab zu deiner Mutter.

Das hab ich nicht vergessen, das fand ich grauenhaft. Und sowas geht gar nicht.

Mit einem lautstärkeren "zum Donnerwetter, räumt jetzt endlich die Legos hier weg" nach der xten Bitte hab ich aber nachwievor kein Problem.

Ganz genau so. Das darf mich nerven Wenn's im Kinderzimmer aussieht wie Sau, oder ich auf die Legosteine trete bis mir die Tränen kommen. Und das hängt auch von meiner Tagesform ab wie ich reagiere. Ich bin nicht jeden Tag gleich gut drauf.

Rowellan
29.05.2015, 19:59
Ich schreib mal aus der Kinder-Perspektive hier... ich bin fast 50 jetzt, meine Eltern waren 30 und 35, als ich geboren wurde; also eine Generation, die im Krieg groß wurde. Und in unserer Familie gab es ein ganz klares Machtgefälle: Ganz oben stand mein Vater, dann kam meine Mutter und nach ganz, ganz großem Abstand kam dann irgendwann auch mal das Kind, ich.

Nach dieser Maxime wurde dann auch erzogen: Sehr autoritär, meine persönlichen Wünsche spielten nur eine sehr, sehr untergeordnete Rolle. Und wenn ich irgendwas "angestellt" hatte, dann hab ich mir erst das Gebrüll und einen hintendrauf von meiner Mutter gefangen, gefolgt von der Drohung "warte nur, bis Vater heute nach Hause kommt". Und dann gab es noch mal Gebrüll, gefolgt oft von einer Runde Hintern versohlen...

Wenn ich zurückschaue, war ich ein eher braves Kind. Gut in der Schule und keinesfalls der Typ, der absichtlich Grenzen austestet. Dazu hatte ich viel zu viel Angst. Meist kamen meine "Verfehlungen" daher, daß ich eher ein lebhaftes Kind war, kein braves Mädchen, sondern mehr der Typ, der auf Bäume klettert, mit Jungs spielt und dabei schon mal die Hosen zerreißt.

Später, als Teenie, habe ich nur mäßig pubertiert, jedenfalls im Vergleich zu Altersgenossen... ich war ja schon entsprechend konditioniert. Ab und zu hab ich mal mit meiner Mutter gestritten, mit meinem Vater nie: Nach wie vor Angst. Das hat sich auch bis ins Erwachsenenalter nicht gelegt - ich kann heute nicht sagen, daß ich meinen Vater geliebt hätte, dazu hatte ich zu viel diffuse Angst vor ihm. Ich konnte auch nicht wirklich trauern, als er starb... dazu hatte ich viel zu sehr ein Gefühl der Erleichterung.

Noch heute kann ich Gebrüll - insbesondere Männergebrüll - nicht ertragen (das bereitet mir regelrecht physische Schmerzen) und meine Konfliktfähigkeit geht gegen Null. Von meinem Selbstbewusstsein gegenüber "Erwachsenen" in Machtpositionen mal gar nicht zu sprechen. Selbstbe-was?

Von daher: Ja, Gebrüll schadet.

chryseis
29.05.2015, 20:13
Nach dieser Maxime wurde dann auch erzogen: Sehr autoritär, meine persönlichen Wünsche spielten nur eine sehr, sehr untergeordnete Rolle.

Das ist der entscheidende Unterschied zu heute: Zwischen antiautoritär und sehr autoritär gibt es eine gewaltige Bandbreite.
Eltern heute erziehen wesentlich mehr am Kind orientiert als früher. Allerdings gibt es immer wieder verschiedene Vorgaben, wie Elter Kind richtig erzieht, so dass sie sich verunsichert fühlen. Was nun? Kind immer den eigenen Willen lassen oder Kind im Notfall auch anbrüllen? Wo bleibt das Bauchgefühl der Eltern? Das gibt ihnen eigentlich (wenn sie darauf hören) den für sie richtigen Weg vor.

Wenn ein Kind nur mit Strafen, psychischer Gewalt, Gebrüll und Schläge groß wird, dann stimmt etwas in der Erziehung nicht und wir müssen dankbar sein, wenn dieses Kind später ganz normal arbeitet, wohnt und eine Familie hat.
Einen gelegentlichen Brüller, bei dem das Kind merkt, dass es wirklich die Grenze der Eltern überschritten hat, schadet nicht, sondern zeigt schnell und effektiv auf: So nicht.
Stundenlanges Zulabern der Kinder und ständiges Ausdiskutieren, was Karl-Otto nun anziehen möchte, überfordert kleine Kinder und nervt und bringt weder Einsicht noch Rücksicht.

lou79
29.05.2015, 20:50
Rowellan :in den arm nehmen::in den arm nehmen::in den arm nehmen::blumengabe:

Rowellan
30.05.2015, 09:53
Danke, lou :smile:

su_root
30.05.2015, 14:27
Hallo*,

mir ist aufgefallen, das ich am Wochenende brülle.
Ich denke, das liegt daran, die beiden Kinder (Schule und Kita) in der Woche ihren Rhythmus haben. Ich arbeite.
Am Wochenende habe ich den Druck der Bespassung der Kinder, (was schwierig ist, da der Altersunterschied 7 Jahre ausmacht) und ich den Haushalt und was sonst noch erledigt werden muss, ansteht.
Wenn meine Tochter dann noch mit ihrem ständigen Rumhüpfen anfängt, mein Sohn schreit, weil er nicht genug Aufmerksamkeit bekommt, ich am kochen bin...
Dann reichts mir.
Dann brülle ich.
Gefällt mir nicht.
Fällt mir auch keine Lösung zu ein. Außer: Au-pair (geht nicht), Fernseher an (will ich nicht).

Grüße

Inaktiver User
30.05.2015, 15:38
Fällt mir auch keine Lösung zu ein. Außer: Au-pair (geht nicht), Fernseher an (will ich nicht).

Grüße

Dann brüll halt weiter deine Kinder an, damit es Dir nach Deinem Willen "gut geht" (> Fernseher z.B. als Not- und Überbrückungslösung).

wirdschonnichtsoschlimmsein *tätschel*

chryseis
30.05.2015, 18:10
Am Wochenende habe ich den Druck der Bespassung der Kinder, (was schwierig ist, da der Altersunterschied 7 Jahre ausmacht) und ich den Haushalt und was sonst noch erledigt werden muss, ansteht.
Wenn meine Tochter dann noch mit ihrem ständigen Rumhüpfen anfängt, mein Sohn schreit, weil er nicht genug Aufmerksamkeit bekommt, ich am Kochen bin...

Erstens: Wo ist der Vater der Kinder?
Zweitens: Wieso bist du für die Bespaßung der Kinder zuständig?
Drittens: Wieso bindest du die Kinder nicht in die Haushaltsführung ein?
Viertens: Wieso setzt du dich so sehr unter Druck?

Deine Kinder wollen essen, also helfen sie auch mit: Tischdecken, Müll 'rausbringen, Kochen, Tisch abräumen, Spülen/Spülmaschine einräumen.
Deine Kinder wollen draußen spielen? Gerne, aber nachdem sie z.B. die Spielsachen in ihrem Zimmer in die zuständigen Kisten gepackt haben. Steht dabei und sieh zu, wie sie das machen.
Sei einfach konsequent, dann brüllst du gleich viel weniger.

su_root
30.05.2015, 22:31
Dann brüll halt weiter deine Kinder an, damit es Dir nach Deinem Willen "gut geht" (> Fernseher z.B. als Not- und Überbrückungslösung).

wirdschonnichtsoschlimmsein *tätschel*

Nee, geht es nicht. Ich möchte ja ein gutes Vorbild sein.
Das bin ich so in dem Falle nicht.

su_root
30.05.2015, 22:41
Erstens: Wo ist der Vater der Kinder?
Zweitens: Wieso bist du für die Bespaßung der Kinder zuständig?
Drittens: Wieso bindest du die Kinder nicht in die Haushaltsführung ein?
Viertens: Wieso setzt du dich so sehr unter Druck?

Deine Kinder wollen essen, also helfen sie auch mit: Tischdecken, Müll 'rausbringen, Kochen, Tisch abräumen, Spülen/Spülmaschine einräumen.
Deine Kinder wollen draußen spielen? Gerne, aber nachdem sie z.B. die Spielsachen in ihrem Zimmer in die zuständigen Kisten gepackt haben. Steht dabei und sieh zu, wie sie das machen.
Sei einfach konsequent, dann brüllst du gleich viel weniger.

Zu 1.: Ich bin Alleinerziehend.

Zu2 .: Ich arbeite in Vollzeit. Da bleibt in der Woche wenig Bus gar keine Zeit für gem. Unternehmungen. Außer meine Kinder zum Sport fahren.
Die Kinder in der Klasse Unternehmen immer viel mit den Eltern.
Das möchte nicht, dass meine Kinder weniger als andere Kinder aus der Klasse/ Kita haben/erleben.
Abgesehen davon, streiten sie sich, wenn wir nur daheim sind.

Zu 3.: der Kleine ist erst 3.
Bei meiner Tochter bin ich schon froh, wenn die ihr Zimmer halbwegs im Angriff hat.

Zu 4.: siehe Punkt 2 ;)

Die Große will ja nicht mehr so spielen. Die will in den Kletterwald oder ins Kino. Das ist ja nichts für den Kleinen.
Der will in den Sandkasten oder auf den Spielplatz.

Gruß root

chryseis
30.05.2015, 23:13
Zu 1.: Ich bin Alleinerziehend.

Sehen deine Kinder ihren Vater nicht?
Der entlastet dich nämlich, wenn sie das Wochenende bei ihm sind.


Das möchte nicht, dass meine Kinder weniger als andere Kinder aus der Klasse/ Kita haben/erleben.

Warum setzt du dich so unter Druck?

Du hast einen Vollzeitjob und sorgst für zwei Kinder. Nimm Tempo aus deinen Aktivitäten. Das tut dir nicht gut und den Kindern erst recht nicht.


Abgesehen davon, streiten sie sich, wenn wir nur daheim sind.

Das ist problematisch. Erkläre deinen Kindern, dass sie sich nicht streiten sollen, und gib ihnen unterschiedliche Aufgaben. Und am Wochenende unternehmt ihr grundsätzlich Sachen zu dritt.


Zu 3.: der Kleine ist erst 3.
Bei meiner Tochter bin ich schon froh, wenn die ihr Zimmer halbwegs im Angriff hat.

Auch der Kleine kann mithelfen. Dann trägt er eben die Untersetzer zum Tisch und die Löffel. Es reicht nicht, wenn deine Große halbwegs dabei ist. Es schadet ihr nicht, wenn sie dich im Haushalt entlastet, weil sie z.B. die Spülmaschine ausräumt.


Zu 4.: siehe Punkt 2 ;)Die Große will ja nicht mehr so spielen. Die will in den Kletterwald oder ins Kino. Das ist ja nichts für den Kleinen.
Der will in den Sandkasten oder auf den Spielplatz.

Kletterwald geht, solange ihr zusammen seid. Dann macht die Große eben die schwierigeren Sachen, während du mit dem Kleinen die einfachen Wege abläufst.
Bitte, su root, mach dir das Leben etwas einfacher. Wenn deine Tochter zwei Jahre "zurücksteckt", kann sie später die Aktivitäten umso mehr genießen. Du hast nicht mehr so viele Jahre mit ihr.
Binde deine Kinder mehr in den Haushalt ein. Das tut euch allen gut.
Beschränke deine Unternehmungen. Andere Leute sind in meinem Alter schon fünfzehn Mal auf den Malediven gewesen, ich noch nicht. Na und? Macht es sie zu besseren Menschen? Nein.
Aber wenn du hektisch das Wochenende verplanst und einen Haufen Geld dafür ausgibst, damit deine Kinder bespaßt sind und du dich nicht eine Minute erholt hast, läuft etwas gewaltig schief. Kein Wunder, dass du schnell genervt bist und brüllst. Aber damit hilfst du keinem und bereitest euch dreien eine angestrengte Kindheit.
Wieso nicht drei Gänge langsamer? Ins Schwimmbad, faulenzen, Sohn am Beckenrand parken und Tochter beim Schwimmen zusehen. Radfahren und ein Picknick machen. Spazierengehen und Blumen pflücken oder Fotos machen. Eis kaufen und Schaufenster bummeln.... Es gibt so viele Aktivitäten, die dir Erholung bieten.

kenzia
31.05.2015, 08:15
Kinder anbrüllen: Wie schlimm ist das eigentlich?

Lass Dich doch mal anbrüllen- WIE fühlt sich das an?

Brüllen, Schreien- sind Mittel um "gewalt- ig zu wirken.
Wir befinden uns dann im Tierreich, wo der, der am lautesten brüllt, die größte Gewalt besitzt- ganz einfach!

Witzigerweise brüllen wir bei Kindern- das würde uns aber einem Erwachsenen gegenüber wenig einfallen.......DANN wirken wir ja unbeherrscht und unkontrolliert. Nein- so IST man ja nicht!!

Hier schreiben jetzt die Mütter, wie wenig sie das Brüllen schlimm finden........spaßig, denn es geht nicht darum, ob der Brüller das schlimm findet sondern wie es der empfindet, der angebrüllt wird!


Ich denke, wir sollten endlich mal wieder "normal" werden, wenn es um das Thema Kinder geht.
Solange zu so einem Thema so ein Satz kommt sind wir in meinen Augen immer noch weit entfernt von einem gesunden Umgang mit Kindern zu reden.

Wer nie angebrüllt wurde- wer nie die Kraft von Lautstärke, Tonfall und die Brutalität darin empfunden hat, wer die Angst, die das auslöst nie erlebt hat-- der kann vielleicht gut herreden, aber der hat keine Ahnung, wie schlimm das ist.

Und ja.....das kommt sicherlich überall vor- die Kinder tragen nicht zwangsläufig einen Schaden davon- wenn ansonsten alles gut läuft, kann man darüber "beinahe hinwegsehen":smirksmile:- nur ist das alles kein Grund um es als normal oder akzeptabel zu bezeichnen.

Nachweislich gibt es so gut wie keinen Lerneffekt aus der Brüllerei.....statt den anderen zu erreichen sorgt man dafür, dass Angst und Unsicherheit entsteht.......man verliert in so einem Moment den Bezug zum Gegenüber. Kein großer Gewinn, der doch so gerne mit "ich bin immerhin authentisch", erzielt wird.:smirksmile:
Man will gehört werden und genau das geschieht nicht!


Und ja- auch ich schreie mal meine Kinder an, bin mir dann vollkommen klar wie hilflos oder überfordert ich mich in dem Moment fühle.
Ich kann mich damit nicht ausschließen aber ich glaube eben auch, dass das kein guter Weg ist den zwei Menschen verbindet, erst recht nicht, weil Kinder von uns abhängig sind.

Ansonsten an die Brüller.......auf gehts.......das nächste Mal brüll.....den Arbeitskollegen an, den Schaffner, die Verkäuferin an.........auf auf ...trau dich...sei authentisch:freches grinsen::freches grinsen:

kenzia

Inaktiver User
31.05.2015, 08:42
Brüllen, Schreien- sind Mittel um "gewalt- ig zu wirken.
Wir befinden uns dann im Tierreich, wo der, der am lautesten brüllt, die größte Gewalt besitzt- ganz einfach!
Interessanterweise wird das Beispiel Tierreich hier nur fürs Negative hergenommen. Tiere erziehen ihre Kinder durchaus mit brüllen und auch körperlicher Gewalt. Vielleicht einfach mal genauer hinschauen.



Witzigerweise brüllen wir bei Kindern- das würde uns aber einem Erwachsenen gegenüber wenig einfallen.......DANN wirken wir ja unbeherrscht und unkontrolliert. Nein- so IST man ja nicht!!
So ist man doch, wenn es nötig wird. Ich habe unseren Bauträger auch angeschrieen als Argumente nicht mehr zogen. Und siehe da, auf einmal gings.


Hier schreiben jetzt die Mütter, wie wenig sie das Brüllen schlimm finden........spaßig, denn es geht nicht darum, ob der Brüller das schlimm findet sondern wie es der empfindet, der angebrüllt wird!

M. E. haben wir uns vom ursprünglichen Thema meilenweit entfernt. Es geht doch nicht darum, dass man sich mit seinen Kindern nur noch brüllend unterhält, sondern dass man einfach einmal laut wird, wenn Argumente und leise Töne die Ohren der Kinder nicht mehr erreichen.



Solange zu so einem Thema so ein Satz kommt sind wir in meinen Augen immer noch weit entfernt von einem gesunden Umgang mit Kindern zu reden.
Wie sähe der für dich aus?


Wer nie angebrüllt wurde- wer nie die Kraft von Lautstärke, Tonfall und die Brutalität darin empfunden hat, wer die Angst, die das auslöst nie erlebt hat-- der kann vielleicht gut herreden, aber der hat keine Ahnung, wie schlimm das ist.
Sorry, aber die Aussage finde ich ich persönlich stark übertrieben.



Und ja.....das kommt sicherlich überall vor- die Kinder tragen nicht zwangsläufig einen Schaden davon- wenn ansonsten alles gut läuft, kann man darüber "beinahe hinwegsehen":smirksmile:- nur ist das alles kein Grund um es als normal oder akzeptabel zu bezeichnen.

Nachweislich gibt es so gut wie keinen Lerneffekt aus der Brüllerei.....statt den anderen zu erreichen sorgt man dafür, dass Angst und Unsicherheit entsteht.......man verliert in so einem Moment den Bezug zum Gegenüber. Kein großer Gewinn, der doch so gerne mit "ich bin immerhin authentisch", erzielt wird.:smirksmile:
Man will gehört werden und genau das geschieht nicht!
Dem kann ich nur energisch widersprechen. Meine Tochter hat mich gehört, wenn ich laut wurde. Und, sie wusste genau, jetzt ist es mit Mutters Geduld am Ende.

Immer wohlgemerkt - ich sprechen hier von grösseren Kindern mit denen man durchaus auch diskutieren kann und die in der Lage sind, Argumenten zu folgen -wenn sie denn wollen-.




Ansonsten an die Brüller.......auf gehts.......das nächste Mal brüll.....den Arbeitskollegen an, den Schaffner, die Verkäuferin an.........auf auf ...trau dich...sei authentisch:freches grinsen::freches grinsen:

kenzia

@Kenzia, das hinkt nun wirklich sehr. Den Schaffner muss ich nicht 100 mal auffordern: Gib mir bitte eine Fahrkarte, wäre es so, hätte ich keine Scheu, meine Bitte auch lauter vorzutragen.

kenzia
31.05.2015, 09:17
Hallo Delenn,

Tiere erziehen anders- sie haben auch keine anderen Optionen.
komisch, dass wir uns in diesem Punkt so gerne mit den Tieren verbünden wollen- ansonsten sind wir doch so viel weiter!

Das man sich dennoch leichter tut ein Kind anzubrüllen als einen Erwachsenen- darüber sind wir uns aber doch wohl einig!


ilenweit entfernt. Es geht doch nicht darum, dass man sich mit seinen Kindern nur noch brüllend unterhält, sondern dass man einfach einmal laut wird, wenn Argumente und leise Töne die Ohren der Kinder nicht mehr erreichen.
Würde man sich nur noch brüllend mit Kindern unterhalten hätte es gar nicht mehr den Effekt, den ein "ab und zu" hat.
Und ich weiß selber, dass einem der Kragen platzen kann- sag ja- Hilflosigkeit spielt eine große Rolle, dennoch glaube ich dass Brüllen eben NICHT gut ist.

Wie sähe der für dich aus?
Nun- ich bin keine Heilige und habe dazu auch noch nicht DIE Lösung gefunden.
Zu erkennen, dass ICH mich hilflos fühle und deshalb brülle ermöglicht mir aber auch den Schritt zurück zu treten und manches schon vorher abzusehen. Ich bin ja nicht allem ausgeliefert:smirksmile:
Es ist ein Weg....für mich.

Sorry, aber die Aussage finde ich ich persönlich stark übertrieben.
Das sei Dir unbenommen- wir haben sehr wahrscheinlich eine andere Lebensgeschichte:smirksmile:

Dem kann ich nur energisch widersprechen. Meine Tochter hat mich gehört, wenn ich laut wurde. Und, sie wusste genau, jetzt ist es mit Mutters Geduld am Ende.
Ich meine mit "hören" nicht die akustischen Signale!
Deine Tochter hat in dem Moment eine Menge mehr gehört- ja, auch Deine Ungeduld und ganz sicher noch vieles mehr.....und nicht der Verstand hat sie anders reagieren lassen sondern die Gewalt, die darin liegt. Denn darum geht es doch-- unmissverständlich EINDRUCK zu hinterlassen um endlich ein Ziel zu erreichen!

Während wir sonst versuchen das Kind "mitzunehmen"- bedeutet ein Anbrüllen eindeutig Hierarchie "ich sage- du tust" und was glaubst Du warum ein Kind dann "gehorcht"??
Weil es einsichtig ist und Dich versteht?
Oder weil es Angst hat und sich der Hierarchie fügt??
Und seien wir ehrlich- in so einem Moment ist das einem dann auch ziemlich egal, Hauptsache es hört auf!
Aber mit Abstand kann man dann ruhig erkennen wie wir mit Gewalt gehandelt haben und sich das niemals gut anfühlen kann.


Immer wohlgemerkt - ich sprechen hier von grösseren Kindern mit denen man durchaus auch diskutieren kann und die in der Lage sind, Argumenten zu folgen -wenn sie denn wollen-.
Was sind "größere" Kinder?
Gibt es tatsächlich Eltern, die sich sagen "so nun bist Du 6 und kannst verstehen, was ich meine....ab jetzt brüll ich!??.....ganz sicher nicht sondern es geht um ein Verhalten, was man in sich trägt und anwendet, wenn der Faden in einem reißt!
Im übrigen - gerade WENN Kinder verstehen können kann man auch anders an Situationen heran gehen.
DAs Problem ist, dass die Menschen nach ihren Mustern leben und oft ein ganz anderes Vorverhalten stattfinden muss (wenn das Kind klein ist) um dann auch anders zu reagieren, wenn es dann älter wird.

Brüllen ist und bleibt Gewalt.
Wie man diese Gewalt dann für sich definiert muss jeder selber wissen.

lg kenzia

Inaktiver User
31.05.2015, 09:26
Wieso nicht drei Gänge langsamer? Ins Schwimmbad, faulenzen, Sohn am Beckenrand parken und Tochter beim Schwimmen zusehen. Radfahren und ein Picknick machen. Spazierengehen und Blumen pflücken oder Fotos machen. Eis kaufen und Schaufenster bummeln.... Es gibt so viele Aktivitäten, die dir Erholung bieten.

Ich finde Chrysis Argumente alle gut. Druck raus nehmen, auch die kleinen Aufgaben verteilen und auch die Große kann mal alleine in ihrem Zimmer spielen oder zu einer Freundin gehen. Ansonsten Am WE Aktivitäten zu dritt machen und entspannen.

Brüllen ist keine Lösung. Konsequent sein schon, klare Ansage ist manchmal nötig, manchmal muss klipp und klar gesagt haben, "Du machst das jetzt so, weil ich deine mutter bin!" Diskutieren ist nur möglich wenn das Kind auch verstehen will, wenn es nicht bockig ist.

Anschrein ist Gewalt. Es muss auch anders gehen.

Lonamisa
31.05.2015, 09:37
also wenn ich in den letzten Jahren tatsächlich gebrüllt habe .... dann waren es ausschlißelich und immer aus den selben 3 Anlässen

1. Schule

2. Kinderchaos

3. total versüfftes Kinderbadezimmer


Naja, und irgendwo scheints nicht die Krone der Problemlösung zu sein ... aber es schafft zumindest ein Problembewusstsein .. also nicht, dass sich das Verhalten sofort ändern würde ... aber die Tendenz dazu, die kommt schon auf!



Kleine Kinder hab ich auch nicht angebrüllt ...


aber jetzt sind sie doch langsam alle mal in einem Alter wo, man ihnen weder neu beibringen muss, wie man aufräumt ... und wo klar sein muss, wie das läuft in der Schule und mit dem Schulkram ... und wo sie eigentlich nicht mehr überfordert sein dürften mit ihrem WC, den Zahnbürsten, Handtüchern.. was auch immer.


Ich meine, ich hab das wirklich nun alles ein Jahrzehnt liebevoll und pädagogisch wertvoll und freundlichst erklärt und mit Aufräumespielchen und Anleitung und Struktur ...



und jetzt brülle ich ab und an, wenn die zu Dritt überall Chaos verursachen .. das ganze Haus nur noch Kinderzone ist und es beginnt an der Haustüre in der Graderobe und steigert sich im Wohnzimmer ...



Nö, hier gehts nicht um das einzelnen Legosteinchen von einem 4jährigen, in das man latscht .. ja das tut sauweh ... aber da kann ich mich beherrschen ..


Hier gehts um LegoTechnikkästen mit tausenden von Steinchen und Legohaufen, die es dann wochenlang unmöglich machen das Bubenzimmer mal zu saugen oder da durchzuwischen ... bis der Radlader ferngesteuert läuft und der Kranwagen fertig ist ...

Lego nervt ...


Kinder anbrüllen ... nur, wenn mir die Nerven durchgehen ... wenn ich stundelanges Aufräumen und Putzen auf mich zu kommen sehe, nur weil die Kinder sich voll ausgelebt haben ...
Wäscheberge sich türmen und gebügelt werden wollen .. weil die sogar ungetragenes einfach in die Wäsche pfeffern ...

wenn ich richten soll, was die vorher wochenlang haben schleifen lassen und dann unter Zeitdruck aber erledigt werden muss.


Ich hab die Nase so gestrichen voll ...
Ich krieche nie wieder unter Kinderbetten und hole da vor, was sich da mit all den Wollmäusen tummelt ... ich habe es satt Kinderschreibtische aufzuräumen, Federmäppchen zu bestücken ... ich reagiere gereizt auf einzelne Kindersocken, die sich überall verdreckt anfinden...
auf Kinder, die 20 Handtücher im Schwimmbad auf den Boden pfeffern, alles überschwemmen und alle Schwimmtiere, Taucherbrillen und die Flossen im Becken lassen!


Ich bin weder Ordnungs- noch Reinlichkeitsfanatiker ... ich kann auch mal was liegen lassen .. auch mal länger ...


Aber ich flippe jetzt aus, wenn das Wc nach gebrauch nicht sauber verlassen wird ...


Denn ich hab ihnen jahrelang was anderes beigebracht und vorgelebt!



Irgendwo nimmts Formen an ... da hilft Gebrüll .. das beschleunigt dann alle!



Keine Ahnung, wieso Kinderspielzeug aus Tausenden von Teilen bestehen muss ...
keine Ahnung, wieso Schulanfänger Berge von Schulzeugs brauchen ... es ist aber so...


und irgendwo habe ich gerade fertig, mit ich erkläre nett und geduldig, wieso man Puzzles nicht mischen darf und das Schachspiel nur noch Müll ist, wenn da der schwarze Spinger fehlt ...


ich hatte das jahrelang drauf... und jetzt aber nicht mehr.


Scheinbar brauchen sie ab und an auch mal die lauteren Ansagen, damit sie es zur Kenntnis nehmen ... irgendwann!


Was mich diese Woche auf die Palme gebracht hat ... verschluderte Cd einer Hörspielbox aus der Bücherei ....
bereits mit den Kindern im Kindregartenalter war ich regelmäßig da und hab ihnen erklärt, wie man mit geliehenen Sachen umzugehen hat ... hab ihnen ein System mit einem Korb nur für die Büchereisachen eingeführt, in dem sich die immer sammeln ..

war alles für die Katz ...
egal wie oft ich bereits erklärt habe, wie CDs verkratzen ... und dass man Strafe bezahlt und Schwund ersetzen muß, vom eigenen Geld ...


alles egal... meine Kinder zeigen immer auf die anderen beiden.. die sollen sich kümmern!
ich mache ihnen aber Beine und nehme sie immer alle in die Pflicht!

Was aber nix ändert .. die Cd haben sie auch zu Dritt und nach Zimmeraufräumen und Schränkestöberaktion nicht gefunden ... die ist immer noch verschollen.




Am schlimmsten schwappt das Chaos, wenn Freunde da sind
.. da interssiert es auch keinen ... scheinbar sind andere Eltern auch keinen Schritt weiter!

Ja, es gibt eine Steigerung zum Chaos von 3 Kindern ... das von 6 bis 8 Kindern ... und dann gibst noch meinen Mann.

Inaktiver User
31.05.2015, 10:03
Klare Ansage JA!!! Dabei muss man nicht laut schrein. Als Frau klar und deutlich, mit etwas tieferer Stimme und bestimmter Körperhaltung dem Kind sagen, was du möchtest.

Das ist völlig ok und das ewige Verhätscheln und Bespaßen auf Dauer ist auch nicht ok.
Eltern sollen Kinder stark machen und auf das Leben draußen gut vorbereiten, das bedeutet auch mal einstecken, selbst was erledigen, und auch mal hinten anstellen. Kinder sollten auch das lernen, damit sie später leichter haben und nicht bereits bei Kleinigkeiten umfallen und überfordert sind.

Ich sehe das heute im Job bei KollegInnen Anfang 20 die wollen da schon angekommen sein, länger arbeiten, wenn es mal nötig ist ...wie jetzt? Hintereinander mal konzentriert arbeiten, können auch nur wenige.

Es fängt in Kindertagen an, wie jemand später das Leben meistert, ober taff ist oder egoistisch oder einfach umgänglich und hilfsbereit.

Kinder brauchen Liebe, klare Linien und Abläufe und Regeln. Kinder wollen Regeln und Eltern die diese konsequent einfordern.

Inaktiver User
31.05.2015, 10:59
Ja, es gibt eine Steigerung zum Chaos von 3 Kindern ... das von 6 bis 8 Kindern ... und dann gibst noch meinen Mann.

@Lonamisa, deinen Beitrag finde ich klasse. Voll aus dem Leben gegriffen. :blume:

Nur in einem bin ich etwas anderer Meinung: 6-8 Kinder machen nach meinem Erleben in der Kinderzeit nicht mehr Arbeit. Meine Tante hatte 8 Kinder. Du glaubst nicht, wie der Haushalt durchorganisiert war. Die Grösseren haben die Kleineren praktisch erzogen. Wir älteren Kinder (war damals so 10-12) haben z.B. die Kartoffel fürs Mittagessen geschält. Jeden Tag einen grossen Eimer voll. :ooooh: Die Kinderzimmer wurden von gross und klein aufgeräumt, die Betten gemacht. Nachmittags war es ein Spass für alle, mit dem elektrischen Bohner über die Fussböden zu gehen. Es sah -bis aufs Spielzimmer für alle-immer top aus. Niemand hat da gemosert oder sich gar taub gestellt.
Es hat aber auch niemand gross gefragt, ob ein lauteres Wort das zarte Seelchen grob verletzen könnte.
Kinder testen in jedem Alter ihre Grenzen neu, wieweit sie gehen dürfen, mit wem sie was machen können, da schadet hin und wieder auch ein Gewitter nicht. Für mich als Einzelkind war der Besuch dort immer toll.

Lonamisa
31.05.2015, 11:11
meine Kinder sind altersmäßig eng zusammen .... die sind keine 3 Jahre auseinander .... und deren freunde sind auch alle im selben Alter ... so zwischen 8 und 10 Jahren ....


Da ist das anders als bei der Tante, die 8 Kinder eigene in verschiedenen Alterstufen einspannen konnten .. wo die viel voneinander lernen konnten


meine lernen eher noch miteinander ... die leiten sich leider noch nicht untereinander an ...

die machen alles noch gemeinsam... dummerweise teilen sie sich auch irhe Zimmer und grenzen sich nichtmal da ab.. die hätten alle 3 eigene Zimmer und ziehen ständig aber zueienander.


Andere haben es ja sehr mit eigenem Besitz .. und übernehmen dann wenigstens dafür mal Verantwortung ... aber, das ist nicht so, wenn sie teilen und alles gemeinsam tun.



Ich hab schlicht hier keine wirklich Ältere, die dann klare Ansagen für die jüngeren Buben machen könnte ...

Die spielt mit ... ich hab hier 3 Kinder die bei Dauerrregen hier viel mit Loops gebastelt haben und die Gummirnge jetzt überall... wo ich die heute schon gefunden habe!!!


Mein Mann baut gerade ein Gartenhaus ... auch mit allen 3 Kindern .. heute ist Richtfest .. aber der Garten sieht aus, als wäre da eine Bombe eingeschlagen. Es türmt sich überall.

TipTop sieht es hier jedenfalls nicht aus .... Nein, könnte ich nicht sagen!


Fleißig sind sie ja alle ... und das aber dummerweise ständig und überall.

Faulheit udn Untätig und einen Mangel an Projekten kann ich nicht beklagen ...


Ja, ich hab auch regelmäßig Kinder in der Küche, die kochen und backen .... nur, wo 8jähige hinterher wischen und sauber machen, sieht es eben auch aus, als ob 8jährige gewischt und saubergemacht haben.


Einen Eimer Kartoffeln .. den bekäme ich auch jeden Mittag geschält, so ich das anfordern würde ...

meine Tochter ist jetzt in der 5. Kalsse, die kann mit Hilfe eines Kochbuches auch wesentlich Anspruchsvolleres alleine kochen ... Spaghetti mit 2 Soßen, sind kein Thema... die brät uns sehr wohl die Fleischpflanzerl und macht 2 Sorten Gemüse dazu ...


aber, die Küche muss hinterh trotzdem ich machen ...
das Kind kommt nicht wirklich an alle Schränke... die hängen noch zu hoch.
Das zerkratzt mir das Zeranfeld beim putzen mit Scheuermilch ...

Es ist eben nicht wie 1950, wo alles Gußeiesen war und nicht kaputtgehen konnte.

Putzen im Haushalt .. heute eine Wissenschaft!

Inaktiver User
31.05.2015, 11:16
Hallo Delenn,

Tiere erziehen anders- sie haben auch keine anderen Optionen.
komisch, dass wir uns in diesem Punkt so gerne mit den Tieren verbünden wollen- ansonsten sind wir doch so viel weiter!


Wieso denkst du, der Mensch ist weiter als das Tier. Das Tier kennt keine Hinterlist, keine Falschheit, keine Berechnung im Gegensatz zum Menschen.
Wir Menschen könnten, was Solidarität, Sozialverhalten, Erziehung der Jungen betrifft,*) durchaus von den Tieren lernen. Dass wir vielleicht unser Gehirn mehr nutzen könnnen. heisst doch nicht, dass wir zu besseren Ergebnissen kommen, als die Tiere, die durch ihre Natur gesteuert werden.

*) damit niemand auf falsche Gedanken kommt: womit ich jetzt nicht für die Prügelstrafe plädiere.

Inaktiver User
31.05.2015, 11:24
@Lonamisa, ich denke, früher wurde auch ganz anders erzogen. Da hat sich niemand Gedanken gemacht, dass ein lautes Wort die Seele schädigen könnte. Die Eltern hatten die Autorität, die Kinder den Gehorsam. Aus allen 8 ist übrigens was geworden, alle haben studiert. Vielleicht sollte man sich heute auch wieder mehr auf die elterliche Autorität und weniger auf antiautoräre -oder den Ansatz dazu- Erziehung berufen.
Das Leben war mE für Eltern und Kinder einfacher. Die Kinder bekamen klare Ansagen, nach denen sie sich zu richten hatten, die Eltern wussten, dass ihre Ansagen nicht auf taube Ohren stiessen.
Früher war weiss Gott nicht alles gut, aber beileibe auch nicht alles schlecht. Ein Mittelweg könnte für beide -Eltern und Kinder- ein guter Weg sein.

Lonamisa
31.05.2015, 11:39
Ich bin sicher, das früher schon deswegen alles einfacher war, weil man weniger hatte und weniger brauchte.

ich kann von mir auch aus sagen, dass ich die Kontrolle über den ganzen Schulkram, den jetzt ein 6jähriger auf der durchschnittlichen Liste hat, auch nie behalten hätte ...

Also mir ist schon klar, was man da an Disziplin aufbringen muss, um alleine das organisiert zu bekommen ...


aber, ich brülle jetzt wirklich, wenn die Zirkelspitzen wieder weg sind ... weil man ja kein Schräubchen angezogen lassen kann.

Zirkel hatte ich in meiner Schulzeit genau einen ... und der war einfachst ....
ich bin auch 7 Jahre mit dem selben Füller in die Schule gegangen .-- und als der dann hinüber war, gabs Stress zu Hause ...


Heute ist alles anders ...


Fragt mich nicht, nach welchen Werten ich erziehe ... die stammen alle ganz bestimmt nicht von meiner Mutter und aus meiner Kindheit!

Die gabs vermutlich Gratis im 1-Euro-Laden mit dem 10erPack Bleistiften!

Inaktiver User
31.05.2015, 12:15
Die gabs vermutlich Gratis im 1-Euro-Laden mit dem 10erPack Bleistiften!

Da kannst du doch nicht klagen, war doch ein gutes Angebot. Oder sind bei dir die Bleistifte nicht immer verschwunden, wenn man einen braucht? :lachen::smirksmile: Kann ich mir bei 3en nicht vorstellen, bei mir wars schon bei einer so. :freches grinsen:

Inaktiver User
31.05.2015, 12:22
aber, ich brülle jetzt wirklich, wenn die zirkelspitzen wieder weg sind ... weil man ja kein Schräubchen angezogen lassen kann.

Zirkel hatte ich in meiner Schulzeit genau einen ... und der war einfachst .... ich bin auch 7 jahre mit dem selben Füller in die Schule gegangen . und als der dann hinüber war, gabs Stress zu Hause ...


Das sind genau die Dinge wo ich auch austicke.

Ich hab das meinen Kindern nämlich genau nicht vorgelebt, dass man auf nix aufpassen muss und wenn was kaputt ist schmeisst man's weg und kauft es neu.

Da brauch ich auch nix erklären, weil ich das über Jahre immer wieder vermittelt habe und selbst eben so auch nicht bin. Und trotzdem gehen sie mit meinem sauer verdienten Geld so achtlos um.

kenzia
31.05.2015, 12:22
Wir Menschen könnten, was Solidarität, Sozialverhalten, Erziehung der Jungen betrifft,*) durchaus von den Tieren lernen.

Na da bin ich aber total bei Dir!!
So asozial wie sich Menschen ihren Kindern zT gegenüber verhalten-- das würde es im Tierreich niemals geben!

lg kenzia

Inaktiver User
31.05.2015, 12:37
Na da bin ich aber total bei Dir!!
So asozial wie sich Menschen ihren Kindern zT gegenüber verhalten-- das würde es im Tierreich niemals geben!

lg kenzia

@Kenzia, schön, dass wir beim Thema Tiere einer Meinung sind, was die Menschen angeht, sie verhalten sich leider nicht nur den Kindern gegenüber oft genug übel.
Ich denke auch immer wieder: Heutzutage besucht jeder mit seinem Hund eine Hundeschule. Eltern wird man, und schon muss man möglichst perfekt sein. Geht eigentlich gar nicht, und was dabei raus kommt, sieht man jeden Tag auf den Strassen. Vielleicht wäre es keine üble Idee, mit Beginn der Schwangerschaft eine Elternschule zu besuchen. Wobei auch wieder zu berücksichtigen ist, dass jedes Kind anders reagiert. Sehe ich an unseren beiden Enkeln. Gegensätzlicher könnte man sie sich bei gleicher, wirklich langmütiger Erziehung, nicht vorstellen. Kann/muss man jetzt sagen: Erziehung ist Glückssache :wie?:
Lies 3 Bücher zum Thema, und du hast 3 Ansichten, die sich auch alle recht plausibel anhören.
Ich glaube, über dieses Thema werden unsere Urenkel noch genau so "unwissend" diskutieren wie wir jetzt.

Lonamisa
31.05.2015, 13:00
Da kannst du doch nicht klagen, war doch ein gutes Angebot. Oder sind bei dir die Bleistifte nicht immer verschwunden, wenn man einen braucht? :lachen::smirksmile: Kann ich mir bei 3en nicht vorstellen, bei mir wars schon bei einer so. :freches grinsen:

Bleistifte ... sind immer im Esszimmer unter der Bank zu finden ... da treten dei sich fest, weil die keiner aufhebt, außer mir.


ja, ganz genau.. ich ticke aus, wenn man achtlos mit dem ganzen Kinderkram umgegangen wird ... nein, ich lebe das ganz bestimmt auch nicht vor ...


trifft aber wohl die ganze Generation, die da nach wächst ...
die ist es gewohnt, das immer aus den Vollen geschöpft wird und alles da ist und bereit gestellt wird ... damit Kind was lernen kann.


beginnt irgendwo im Kindergarten und setzt sich in der Grundschule fort ...


und vermutlich ists in den ganzen skandinavischen, australischen Kindereinrichtungen noch eine Spur heftiger... noch ausgeprägter.


ich hab gerade eien Doku im Tv gesehen, da wurde erwartet, dass das Kind der 1. Klasse jeden Tag ein Bilderbuch liest und beurteilt .... also, über 300 verschiwdene Kinderbücher als Standard der Eingangsklasse... und die Eltern hatten das zu fördern und die Doku zu überwachsen ... Maßstab ????


In Kita und Grundschule ... da haben meine Kinder bestimmt auch mitbekommen, dass erziehen bedeutet, dass jemand mit einer Engeldgeduld alles 5 bis 10 mal ansagt ...
und man nicht reagieren muss und im Zweifel einfach auf ein anderes Kind deutet und sagt, der wars ... der muss aufräumen.

Julifrau
31.05.2015, 13:11
Es scheint, als bräuchte es heute, wo die Zeit doch für jeden knapper scheint, viel mehr Zeit, Kinder zu erziehen. Um eben nicht brüllen zu müssen.

Lonamisa
31.05.2015, 13:29
Wieso denkst du, der Mensch ist weiter als das Tier. Das Tier kennt keine Hinterlist, keine Falschheit, keine Berechnung im Gegensatz zum Menschen.
Wir Menschen könnten, was Solidarität, Sozialverhalten, Erziehung der Jungen betrifft,*) durchaus von den Tieren lernen. Dass wir vielleicht unser Gehirn mehr nutzen könnnen. heisst doch nicht, dass wir zu besseren Ergebnissen kommen, als die Tiere, die durch ihre Natur gesteuert werden.

*) damit niemand auf falsche Gedanken kommt: womit ich jetzt nicht für die Prügelstrafe plädiere.

und wann kommt der Gedanke auf
dass tiere ihren Nachwuchs erst gar nicht annehmen, wenn der krank und behindert auf die Welt kommt...

Tiere ziehen nicht alle Jungen auf, die selektieren selbst nach eigenen Kriterien!

Tiere lassen Nachwuchs auch gezielt eingehen, so er sich als schwächer erweist ...
die säugen das 3. Junge nicht mehr, weil das von selbst nicht an die Zitze kommt und kucken zu, wie das verhungert.

Väter, fressen den eigenen Nachwuchs, halten den für leichte Beute ...
Mütter fressen ihn dirket nach der Geburt ... in Stressituationen ...
und verlässt ihn, wenn ein neuer Partner zur Paarung bereit ist.


und die Natur steuert Tiere auch völlig ohen Mitleid ...
hat kein Problem mit Arglist und Falschheit .. legt die im Jagdverhalten sogar als Instinkt an


Die Katze spielt mit der Maus ... der Maulwurf lähmt die Regenwürmer und hebt sie wochenlang auf für den Verzehr...
kein Raubtier, das nicht auf die Idee kommt, der Nachwuchs könnte nicht erstmal am halbtoten, angedädschten Wild üben ...
kein Huhn am Hühnerhof, das nicht auch auf dem schon mehrfach gerupften Federvieh mitrumhackt, wenn das auch nur den Kopf hebt ... bis es eben tot ist


im Tierreicht ist auch nicht alles edel... da ist vieles nur grausam.


wenn wir von den Tieren lernen wollten ...
dann gäbst keine Frühchenstation und keine Behinderteneinrichtungen, da gäbs kein Miteinander mit Scwhachen, Kranken und Behinderten ...
da gäbst Tote und Ausgrenzung und Besitz hätten auch nur die Stärksten!

Libentia
31.05.2015, 13:48
und verlässt ihn, wenn ein neuer Partner zur Paarung bereit ist.


Alles andere stimmte(so mehr oder minder), aber das habe ich noch nie gehört. Kannst Du das belegen, oder hast Du Dich vlt. vertan?

Sorry für offtopic, interessierte mich halt.

Zazu2
31.05.2015, 13:48
Zirkel hatte ich in meiner Schulzeit genau einen ... und der war einfachst ....
ich bin auch 7 Jahre mit dem selben Füller in die Schule gegangen .-- und als der dann hinüber war, gabs Stress zu Hause ...



Das stimmt Zirkel und Geodreieck hatte ich auch jeweils über die ganze Schulzeit hinweg und länger genau ein Exemplar.

Mein Sohn hat bestimmt 10 Geodreiecke und 2 Zirkel geschrottet. Ich glaube allerdings, die Sachen heute werden schon so hergestellt, dass sie viel schneller kaputt gehen.

Das führt natürlich für die Eltern auch zu Zusatzstress, laufend nachkaufen zu müssen, vor allem bei mehreren Kindern.

Lonamisa
31.05.2015, 14:04
Alles andere stimmte(so mehr oder minder), aber das habe ich noch nie gehört. Kannst Du das belegen, oder hast Du Dich vlt. vertan?

Sorry für offtopic, interessierte mich halt.
also ich weiß, das Löwen z.b den Nachwuchs des Vorgängers nicht tolerieren ... schon gar nicht wenn der männlich ist ... die machen den auch schon als Baby platt ...
und Löwinnen verlassen irhe Jungen eben auch, wenn da ein neuer stärkere Löwe da ist, der sich paaren möchte.

Ich bin sicher, da hab ich mich nicht vertan .. das kommt vor.




Jedenfalls, wäre ich ein Schwein ... ich hätte meinen Jüngsten bereits längst den Kopf abgebissen und den aufgefressen ... und gestört hätte das weder den Vater ... noch dessen Geschwister ...

sein wir mal lieber froh, wie sozial wir Menschen dann doch wieder sind...
und kommt auch der Gedanke, wieviele Mühe es der Nachbarin macht ihre Kinder großzuziehen ... die fressen wir also auch nicht einfach und ganz ohne Skrupel.

bei der tierieschen Solidarität und Rücksichtnahme ... da wär ich echt vorsichtig ... soweit ists damit oft nicht her.

Libentia
31.05.2015, 14:21
also ich weiß, das Löwen z.b den Nachwuchs des Vorgängers nicht tolerieren ... schon gar nicht wenn der männlich ist ... die machen den auch schon als Baby platt ...
und Löwinnen verlassen irhe Jungen eben auch, wenn da ein neuer stärkere Löwe da ist, der sich paaren möchte.

Ich bin sicher, da hab ich mich nicht vertan .. das kommt vor.


Wenn Du keine Nachweise hast, bestreite ich es. Ich glaube, Du täuschst Dich. Daß männliche Tiere (Löwen, wie Du sagst) den Nachwuchs anderer Männchen nicht unbedingt tolerieren, ja. Aber daß die Mütter ihre Jungen dann freiwillig verlassen, nö.
sorry für offtopic, will das auch nicht tiefer besprechen hier, kannman ja ein eigenes Thema aufmachen. Hat mich nur interessiert, ob sowas belegt ist.
nur ma so:
Löwenmutter (https://www.youtube.com/watch?v=sZrk41vkpwc)

Was ich übrigens ohnehin seltsam fände, "nur" weil es im Tierreich Kindstötungen gibt (warum und weshalb sei jetzt mal dahingestellt), das, - oder auch irgendein anderes Verhalten im Tierreich -, als Argument zu nehmen, daß man seine Kinder ruhig anbrüllen könnte. Das wäre so argumentiert nach dem Motto: "Verglichen mit anderen noch schlimmeren "Möglichkeiten" des Verhaltens, ist Anschreien ja gut."

Und da bräuchte man auch gar nicht ins Tierreich ausweichen. Da könnte man allerhand menschliche üble VErhaltensweisen hernehmen, um eigene, damit verglichen nicht ganz so schlechte, zu beschönigen und irgendwie scheinbar aufzuwerten.

Lonamisa
31.05.2015, 15:23
Wenn Du keine Nachweise hast, bestreite ich es. Ich glaube, Du täuschst Dich. Daß männliche Tiere (Löwen, wie Du sagst) den Nachwuchs anderer Männchen nicht unbedingt tolerieren, ja. Aber daß die Mütter ihre Jungen dann freiwillig verlassen, nö.
sorry für offtopic, will das auch nicht tiefer besprechen hier, kannman ja ein eigenes Thema aufmachen. Hat mich nur interessiert, ob sowas belegt ist.
nur ma so:
Löwenmutter (https://www.youtube.com/watch?v=sZrk41vkpwc)

Was ich übrigens ohnehin seltsam fände, "nur" weil es im Tierreich Kindstötungen gibt (warum und weshalb sei jetzt mal dahingestellt), das, - oder auch irgendein anderes Verhalten im Tierreich -, als Argument zu nehmen, daß man seine Kinder ruhig anbrüllen könnte. Das wäre so argumentiert nach dem Motto: "Verglichen mit anderen noch schlimmeren "Möglichkeiten" des Verhaltens, ist Anschreien ja gut."

Und da bräuchte man auch gar nicht ins Tierreich ausweichen. Da könnte man allerhand menschliche üble VErhaltensweisen hernehmen, um eigene, damit verglichen nicht ganz so schlechte, zu beschönigen und irgendwie scheinbar aufzuwerten.

Und auch wenn die jetzt diesen film googeln konntest, beudeutet das doch nicht, dass du nicht andere Dokus mit anderem verhalten auchfinden könntest ???

ich habs jedenfalls chon im Tv gesehen ... und man hat es mir da auch erklärt ... Tierfilmer zeigen eben auch dies!
Un dich hab es zur Kenntnis genommen ... ohne wenn und aber.


belegen kann ich es deswegen nicht ... ich weiß aber auch Dinge, die in der Bibel steht, ohne das Zitat genau angeben zu können und genau zu wissen, wo ich es suchen müsste ...




Mir ist jedenfalls anderes Verhalten sehr wohl auch bekannt ... und ich bin sicher, auch du findest Deinen Beleg auch dazu, so du das Intersse aufbringst, dich damit zu befassen.




Mutterinstinkte... du wirst eben auch zig Filme und Beispiele finden, wo Mütter fremden Nachwuchs annehmen und säugen und mitversorgen ... und Tanten sich um kümmern, andere Tiere als die Mutter in deren Rolle schlüpfen ...

was alles aber ganz bestimmt keine Selbstverständlichkeit ist, und weswegen trotzdem tausende anderer Jungtiere versterben, weil ihnen das nicht passiert und ihre Mutter sie nicht annimt ... man sie verstößt, sie verloren gegangen sind, sie keinen mehr haben, falsch riechen, hinken ... oder eben vom falschen Partner sind ... was auch immer.




und ansonsten denke ich, du hast schlicht die Argumentationskette der tierbevorzuger hier nicht verstanden .. die gingend avon aus,d as Tiere irhen Nachwuchs natürliche richtig und besser behandelten als der mensch ..

ich würde sagen, bevor wir uns auf diese Diskussion einlassen, müssen wir die dr emsnchenrechte führen .. wonach jeder Mensch eben ein recht auf leben .. auf gewaltfreie erziehung u.ä zugestanden wird ... tiere tund as nicht... für tiere gilt das auch nicht ...

das wars dann mit der vergleichsbasis ... das was wir als menschlich definieren ... und eben auch mit Menschlichen eigenschaften belegen ... es gilt im Tierreich nicht


die vermenschlichung von tieren und deren Instinktives handeln im Rahmen irher Möglihckeiten ... es hilft uns nur weiter, wenn wir uns derart beschränken und uns die selben Ziele zu setzen würden, wie ein Tier!


tun wir aber nicht .. wir setzen ganz andere ziele udn richten an uns bzw. eben auch völlig andere Erwartungen!


Die Vortsellung Tarzan erwüchse unter den wilden Gorillas zum edlen menschen mit besonders hehrem Charakter und Umweltschutzgedanken, zum mitfühlenden und sich gerecht und bescheiden verhaltendem, liebendem Manne .. ist reine Romantik!

xanidae
31.05.2015, 16:00
Ich bin überrascht, dass wegen Zirkelspitzen und Geodreiecken gebrüllt wird. Was macht ihr, wenn was Schlimmes passiert?

Dass man brüllt, weil man die Nerven verliert -ok, das passiert wird sind alle nur Menschen.

Bei dem Beispiel mit den Legosteinen: hier würde vermutlich keiner losbrüllen, wenn das Kind daneben schlafend im Bett liegt - oder? Wenn es bessere Gründe für das Zusammenreißen gibt, dann wählt man sie - oder nicht?

Ich finde es gibt immer bessere Gründe zum Zusammenreißen als zum Rumbrüllen und man kann als Erwachsener sein Verhalten verändern, wenn man will. Wenn ich täglich Rumbrüllen muss, damit der Laden läuft, warum ändere ich denn nicht was an den Bedingungen?

Aber ich bin wohl auch verwöhnt, ich habe weder fehlende Zirkelspitzen, noch kaputte Geodreiecke im Haus, noch andere beschriebene Dinge.

chryseis
31.05.2015, 16:34
Was noch gefragt wurde:
Vor Jahren habe ich mal meinen Chef vor allen Kollegen angebrüllt. Meine Eheprobleme waren derart präsent und nervenzerrend, dass das Anliegen des Chefs mich zum Explodieren brachte.
Und ja, ich habe auch schon Fremde angebrüllt oder Kollegen - irgendwann ist Schluss mit Lustig. aber meistens sehr spät, und nach zahlreichen Warnhinweisen.

Wenn Erwachsene nicht brüllen dürfen, dürfen Kinder das auch nicht. Oder?

Lonamisa
31.05.2015, 16:39
Ich bin überrascht, dass wegen Zirkelspitzen und Geodreiecken gebrüllt wird. Was macht ihr, wenn was Schlimmes passiert?

Dass man brüllt, weil man die Nerven verliert -ok, das passiert wird sind alle nur Menschen.

Bei dem Beispiel mit den Legosteinen: hier würde vermutlich keiner losbrüllen, wenn das Kind daneben schlafend im Bett liegt - oder? Wenn es bessere Gründe für das Zusammenreißen gibt, dann wählt man sie - oder nicht?

Ich finde es gibt immer bessere Gründe zum Zusammenreißen als zum Rumbrüllen und man kann als Erwachsener sein Verhalten verändern, wenn man will. Wenn ich täglich Rumbrüllen muss, damit der Laden läuft, warum ändere ich denn nicht was an den Bedingungen?

Aber ich bin wohl auch verwöhnt, ich habe weder fehlende Zirkelspitzen, noch kaputte Geodreiecke im Haus, noch andere beschriebene Dinge.


Na, wenn du das alles nicht hast ... udn auch sonst keine Notfälle ... dann gibts eben auch keinen Grund.

ich hab 400 Quadratmeter Haus, wo ich in jedem Raum auf sowas wie gequollene Gummibärchen und Kinderunordnung und die ausgelaufenen Ameisenfarm meines Jüngsten treffen kann ... ich hab geplatzet Schwimmtiere im Keller und vom Rasenmäher gechäckselte Socken im Garten ... iich weiß also schon, warum ich brülle.


und wenn ihr das alle mal erleben wollt und euch gar nicht vorstellen könnt, wieso man die Nerven auch mal blank liegen
und das ganz ohne echte Katastrophe und wenn wirklich was passiert


dann empfehle ich eine Woche Ferien Disneyland Paris mit gleichzeit zu bekämpfender Kopflausplage noch aus Schulzeiten mit 3 Kindern...


Hinterher bringt ihr die Phantasie auf, dass man sehr wohl losbrüllt moch bevor man Alternativen abwägt!


Aber: das ist immerhin vermeidbar ... das kann man sich aussuchen und einfach sein lassen1


Das Geodreieck un den Zirkel kauft man dem Kind dann, wenn es die Schule so wünscht .... und um deren Wünsche kommt man nicht herum.. da kauft man dann genau , was er auf der Liste steht und eingesetzt zu werden hat!
Das kann man zwar auch boykottieren ... aber sinnvoll ist es nicht

wenn die Schule sagt, wir zeichnen und berechnen jetzt Kreise und zeichen exakte rechte Winkel, machen Hausaufgaben zu Symmetrieeigenschaften ... dann ist das eben fürs Kind angesagt und man ermöglicht das auch .. oder es hat Konsequenzen!

den ganzen schulstress... den bekommt man frei Haus ... irgendwann auch jeder, nur nicht gleich in den ersten Jahren ...

Schule ist Pflicht ... Mathe ist Pflicht ... und da beißt die Maus auch keinen Faden ab!

kenzia
31.05.2015, 16:43
Wenn Erwachsene nicht brüllen dürfen, dürfen Kinder das auch nicht. Oder?

1. war das nie die Fragestellung
2. darf ich einem Erwachsenen Kontrolle und Weitblick unterstellen während das einem Kind mal nicht gelingen kann/muss.

Und was war nach dem Anbrüllen vom Chef?
Fand er es gut?
Wie hast Du reagiert?

Das man auch Erwachsene anbrüllen KANN ist doch unbestritten!
Und frag mal die, die ihre Kinder anbrüllen, ob die in derselben Häufigkeit auch andere Erwachsene anbrüllen.
Und zu sagen "die Kinder geben mir Grund"- halte ich dann nur bedingt für stimmend, denn wer häufig brüllt wird schon generell die Nerven blank liegen haben......da reizt ALLES und nicht nur die Kinder:smirksmile:

kenzia

Lonamisa
31.05.2015, 17:19
ach naja... ich lass mich z.b anbrüllen ... da bin ich nervenstark, das lässt mich kalt ....
Cholerische Männer ... das kommt halt vor ...

und die werden eben auch bevorzugt Chef ... vermutlich weil sie so sind.


Also, wenn sie nur schreien, steh ich drüber und denk mir meinen Teil ...
die regen sich alle auch wieder ab ... und hinterher tut es ihnen dann auch leid!



Ich werde stinksauer, wenn sie mit blutigen Sachen werfen!

Flatsch hängt der Tupfer an der Wand ... auch schon erlebt.


Als Kind hat mich mein Stiefvater mal mit einer toten Ente beworfen ...
Ja, der war wohl nervlich auch am Ende .. und da war ich noch nichtmal in der Pubertät.


Nein, ich konnte nix dafür... der Hund und er selbst waren eindeutig schuld... ich hab ihn also stehen lassen, allein mit seinem Scheiß ...
und habs sofort meiner Mutter gesagt, und die war auch sofort stinksauer und die konnte aber mit ihm umgehen... da war er zwar auch so drauf... aber hinterher immer so klein mit Hut.


Jedenfalls hatte ich einen cholerischen Stiefvater ... und ich hab den sehr geliebt.
Nö,d er hat sich nicht aufs Brüllen beschränkt .. der war im Zorn viel kreativer!



Und ich vermisse ihn bis heute, weil er sehr früh gestorben ist .... dem sein Herz hat den Streß auch nicht mitgemacht!


Keiner meiner Chefs hat jemals so gewütet wie er ... konnten die nicht.

Inaktiver User
31.05.2015, 17:40
sein wir mal lieber froh, wie sozial wir Menschen dann doch wieder sind...


Nur noch einmal kurz OT: Das Tier hat für seine Handlung gute Gründe, der soziale Mensch braucht nicht einmal die, um grausam zu handeln. Dieser Tage in der Presse: Mutter warf gesunden Säugling aus dem 2. Stock. Wie oft lesen wir, daß Leichen gesunder Babys gefunden werden, getötet von ihrer Mutter aus niederen Beweggründen. Tiere sind nicht grausam, sie handeln um zu überleben.

Inaktiver User
31.05.2015, 17:59
Aber ich bin wohl auch verwöhnt, ich habe weder fehlende Zirkelspitzen, noch kaputte Geodreiecke im Haus, noch andere beschriebene Dinge.

Darauf hab ich gewartet. Es liegt doch immer an der Mutter, gell. :allesok:

Wenn mir jetzt noch jemand sagen kann, was ich so furchtbar falsch gemacht habe dass ich das sehr wohl kenne? Und zwar weder weil ich selbst so bin und das also vorlebe und obwohl ich das auch verbal immer vermittelt habe.

kenzia
31.05.2015, 18:00
Keiner meiner Chefs hat jemals so gewütet wie er ... konnten die nicht.
Für mich hört sich das - leider- fast wie ein Lob an......:knatsch:

Das, was Du erlebt hast ist doch dann das, was Du heute auch so machst...oder etwa nicht?
Oder was ist bei Dir besser?

Wenn doch hinterher alle "kleinlaut" sind- dann kann es doch nicht richtig gewesen sein.
Und so ein Verhalten hinterher macht das Vorherige nicht ungültig oder ungeschehen. Das Erste bleibt haften.....wie man doch auch bei Dir sieht.

Ich kann ja diese Nervigkeit bei Dir verstehen aber es bleibt immer die Frage, wo das enden soll.....die Kinder werden eher noch anstrengender - die Probleme wandeln sich nur- und dann?? in der Pubertät nur noch Brüllen?

Brüllen ist leider so dermaßen Hierarchie- so dermaßen: du unten- ich oben........will man tatsächlich so ein Gefühl bei seinen Kindern haben?
Ich jedenfalls nicht.....

lg kenzia

xanidae
31.05.2015, 18:08
Darauf hab ich gewartet. Es liegt doch immer an der Mutter, gell. :allesok:



Da ziehst du dir einen Schuh an, den ich gar nicht hingestellt habe. Interessant.

Libentia
31.05.2015, 18:10
Und auch wenn die jetzt diesen film googeln konntest, beudeutet das doch nicht, dass du nicht andere Dokus mit anderem verhalten auchfinden könntest ???

ich habs jedenfalls chon im Tv gesehen ... und man hat es mir da auch erklärt ... Tierfilmer zeigen eben auch dies!
Un dich hab es zur Kenntnis genommen ... ohne wenn und aber.


Naja, Du hattest erst auch gesagt, Löwenmännchen fressen ihre eigenen Jungen und hast Dich dann verbessert, sie fressen mitunter die Jungen von anderen Männchen, wenn sie dann deren Weibchen erobert haben. - Also ich bestreite das weiterhin, daß die Mütter ihre Jungen freiwillig verlassen. Sie lassen es - manchmal vlt. zumindest - geschehen, daß die Männchen diese töten. Das ist ein Unterschied. Und gebärden sich vielleicht nicht immer wie die Löwenmutter in dem von mir verlinkten Video.

Und auch wenn die jetzt diesen film googeln konntest, beudeutet das doch nicht, dass du nicht andere Dokus mit anderem verhalten auchfinden könntest ???
Tja, und wenn das so wäre, und mit vielen Fragezeichen :zwinker:, dann google doch Du, und verlinke das. Du behauptest das doch. Oder findest Du etwa nichts dazu????????????????????????????????????
(Isch bin auf der Taste hängengeblieben, sorry :lachen:)

Und überhaupt, siehe mein vorheriges Post, - damit, oder auch mit irgendwas anderem aus dem Tierreich, kann man sowieso kein Fehlverhalten von Menscheneltern besser machen, oder auch nur erscheinen lassen, von rechtfertigen sowieso keine Rede. Und alles andere zu den Löwen gegebenenfalls in einem eigenen Strang. Sorry für oT.

Inaktiver User
31.05.2015, 18:14
Da ziehst du dir einen Schuh an, den ich gar nicht hingestellt habe. Interessant.

Na ja, das klang schon so: ich kenn das gar nicht, bei uns klappt das alles wun-der-bar. Und ansonsten würden wir das ausdiskutieren. :unterwerf:

Im übrigen könnte ich mir auch keine Paarbeziehung vorstellen, wo man nicht auch mal schreien kann.

Und meinen Kollegen hab ich durchaus auch schon angeschrien - das war einfach eine Grenzziehung weil er ewig und drei Tage nicht wusste wann gut war. Jetzt weiß er's.

Zu meinem täglichen Konfliktlösungsrepertoire zählt es nicht - aber in Ausnahmefällen müssen Beziehungen jeder Art das auch aushalten, finde ich. Das Vertrauen habe ich.

Inaktiver User
31.05.2015, 18:16
Brüllen ist leider so dermaßen Hierarchie- so dermaßen: du unten- ich oben........will man tatsächlich so ein Gefühl bei seinen Kindern haben?


Also wenn ich brülle dann weil ich dieses Gefühl genau nicht habe! :peinlich:

Lyanna
31.05.2015, 18:17
Am allerschlimmsten fand ich die Rumbrüllerei, wenn sie überhaupt nicht wieder aufhörte.
Inzwischen wurden sämtliche "Schandtaten" von irgendwelchen Menschen oder auch Angehörigen lautstark angeprangert.

ich für mein Teil habe als Kind sehr unter der Brüllerei gelitten und zuhause überhaupt nichts mehr erzählt, weill ...es folgte anklagende Brüllerei.

Ich habe mir ganz fest vorgenommen, meine Kinder, wenn ich denn mal welche hätte (ich habe 3) niemals anzubrüllen.
Hat leider nicht geklapppt, und es tut mir richtig leid:peinlich:
Ich konnte mich entschuldigen ...aber geschehen ist geschehen.

Nun sind meine Kinder selber Mütter ... sie brüllen auch gelegentlich und finden es schrecklich.

Dass meine Mutter so rumbrüllte, sehe ich in der absoluten Hilflosigkeit, den Erlebnissen während des Krieges und in der Nachkriegszeit. ...halt an der Vorgeschichte.
Meine Mutter war auch nicht die Einzige, viele Mütter brüllten, Väter nicht so sehr...

Die Eltern durften sich selbst keine Gefühle zugestehen, sonst hätten sie vielleicht nicht überlebt?
Und Kinder hatten keine Gefühle ...davon wurde noch bis in die 80iger ausgegangen, bevor der Gefühls-Boom begann.
(Dass es nicht so war, hat sich ja im Laufe der Jahre herausgestellt)
Kinder waren dazu da, die Anordnungen der Älteren zu befolgen ...schliesslich hatten die ja Erfahrungen genug.
Es sollte ja letztendlich alles so"klappen" wie angedacht, das Einziuge, was klappt, waren die Türen ...:freches grinsen:

Wie dem auch sei, ich könnte endlos darüber schreiben, was dann auch einige Handlungen, die völlig unmöglich waren (aus heutiger Sicht) relativieren.

Libentia
31.05.2015, 18:23
Wenn Erwachsene nicht brüllen dürfen, dürfen Kinder das auch nicht. Oder?

Und umgekehrt. Wenn Erwachsene das dürfen, dürfen es dann auch die Kinder? Das wäre dann doch eine ganz tolle authentisch sich anschreiende Famile?

Inaktiver User
31.05.2015, 18:26
Und umgekehrt. Wenn Erwachsene das dürfen, dürfen es dann auch die Kinder? Das wäre dann doch eine ganz tolle authentisch sich anschreiende Famile?

Natürlich.

Wie gesagt, mir ist nichts suspekter als Familien wo alle stets beherrscht und in wohlgesetzten Worten miteinander sprechen. Ich hab solche Nachbarn - was kälteres und distanzierteres als das kann ich mir nicht denken. Total kontrolliert alles.

Libentia
31.05.2015, 18:30
Also wenn ich brülle dann weil ich dieses Gefühl genau nicht habe! :peinlich:

Klar kann man brüllen. Man muß nur auf der richtigen Seite sein. :lachen:

Inaktiver User
31.05.2015, 18:31
Klar kann man brüllen. Man muß nur auf der richtigen Seite sein. :lachen:

Brüllen hat für mich nichts mit oben und unten zu tun. Gar nichts.

Libentia
31.05.2015, 18:36
Natürlich.

Wie gesagt, mir ist nichts suspekter als Familien wo alle stets beherrscht und in wohlgesetzten Worten miteinander sprechen. Ich hab solche Nachbarn - was kälteres und distanzierteres als das kann ich mir nicht denken. Total kontrolliert alles.

Das kann hier keiner ändern, wenn Du nur Leute kennst, die aggressiv (Alternativworte: geladen, genervt, gestreßt, Faxen dicke habend usw. usf.) sind, und entweder das ungeniert rausschreien oder es halt irgendwie unterdrücken. Ich kann Dir aber versichern, es gibt sie, diese anderen, die Kram wie unaufgeräumte Zimmer, ein Problem mit Socken im Rasenmäher etc., ganz natürlicherweise völlig ohne GEschrei angehen, sofern sie es haben, und da gar keinen Zorn und auch kein Brüllen unterdrücken müssen. Weil das Dinge sind, die eben im Leben passieren, die man halt regeln muß, die üblichen alltäglichen Herausforderungen halt, und das macht sie halt nicht aggressiv. Und die vielleicht alle anschreien würden, aber bestimmt nicht genau den, den sie lieben, und der noch dazu schwächer ist als sie selbst. (Und, wie hier mal jemand ein Beispiel gab: Das Problem auch nicht absichtlich hervorgerufen hat. Und ich denke, das unterstellt hier niemand seinen Kindern, daß sie etwas absichtlich tun oder unterlassen, um die Eltern zu schädigen).

Wenn's jemandem doch passiert, das Anbrüllen seiner Kinder - schlimm genug. Es noch zu verteidigen, das verstehe ich nicht.

Inaktiver User
31.05.2015, 18:41
es gibt sie, diese anderen, die Kram wie unaufgeräumte Zimmer, ein Problem mit Socken im Rasenmäher etc., ganz natürlicherweise völlig ohne GEschrei angehen, sofern sie es haben, und da gar keinen Zorn und auch kein Brüllen unterdrücken müssen.

Ja, die gibt es. Die kann ich doch aber auch verkopft und langweilig und temperamentslos finden? Als bekennender Brüller muss ich mir doch auch wunder was für negative Labels aufpappen lassen.

Klar kenn ich das auch, Leute die nie was aus der Ruhe bringt - ich weiß von mir, wenn ich mich mal nicht mehr aufrege bin ich tot. Und ich wollte tatsächlich gar nicht anders sein.

Libentia
31.05.2015, 18:47
Brüllen hat für mich nichts mit oben und unten zu tun. Gar nichts.

Wenn man sich damit nicht durchsetzen will, das Geschrei keinen Addressaten hat, und keine Wirkung haben soll - warum gehen diejenigen, die (angeblich nur so für sich) schreien wollen dann nicht an einen Ort fernab von Leuten, und schreien dort? Das stört dann niemanden, und sie haben trotzdem brüllen können.

chryseis
31.05.2015, 18:47
Und was war nach dem Anbrüllen vom Chef?
Fand er es gut?
Wie hast Du reagiert?

Mein damaliger Chef fand das gar nicht gut, vor allem nicht coram publico. Das hat mich in diesem Moment nicht die Bohne interessiert, ich habe einfach meinem Ärger Luft gemacht. Mein damaliger Chef hat mich gemobbt und war wenig begeistert, als ich mich gewehrt habe. Bei einer anderen Gelegenheit habe ich ihn sogar zu Recht mundtot gekriegt.
Aber das war ein Einzelfall. So sollte Brüllen auch grundsätzlich sein.


Ich kann Dir aber versichern, es gibt sie, diese anderen, die Kram wie unaufgeräumte Zimmer, ein Problem mit Socken im Rasenmäher etc., ganz natürlicherweise völlig ohne GEschrei angehen, sofern sie es haben, und da gar keinen Zorn und auch kein Brüllen unterdrücken müssen.

Solche Eltern sind meistens zu zweit und allein aus diesem Grund gelassener, weil sie jemanden an der Seite haben, der ihnen einen Teil der "Erziehungslast" abnimmt. Zudem ergeben sich kritische Situationen, wenn alles zusammenkommt: Zeitdruck, unerledigte Aufgaben, Ablenkung, Gefühl von Unzuverlässigkeit, Minderwertigkeitsgefühl und Ineffektivität.
Einfaches Beispiel: Quasselnde Kinder sind am Frühstückstisch ein wunderbarer Start in den Tag, wenn Eltern selbst ausgeschlafen und fröhlich sind. Haben Eltern Zahnschmerzen, schlechte geschlafen und graut ihnen vor einem wichtigen Gespräch, nerven quasselnden Kinder.

xanidae
31.05.2015, 18:49
Na ja, das klang schon so: ich kenn das gar nicht, bei uns klappt das alles wun-der-bar. Und ansonsten würden wir das ausdiskutieren. :unterwerf:

Im übrigen könnte ich mir auch keine Paarbeziehung vorstellen, wo man nicht auch mal schreien kann.


Ich habe einfach festgestellt, dass diese genannten "Probleme", wie z. B. Zirkelspitzen, hier nicht vorhanden sind. Es war eine einfache Feststellung im Sinne von "Glück gehabt" keine Bewertung. Das hast du heraus gelesen. Vielleicht weil du selbst beobachtete Dinge bewertest?

So wie hier:




Wie gesagt, mir ist nichts suspekter als Familien wo alle stets beherrscht und in wohlgesetzten Worten miteinander sprechen. Ich hab solche Nachbarn - was kälteres und distanzierteres als das kann ich mir nicht denken. Total kontrolliert alles.

Ich hatte dich schon mal in diesem Strang gefragt - gibt es für dich nur "Brüllen" oder das oben beschriebene? Keine Nuancen dazwischen?


Es gibt Nuancen zwischen Brüllen und Kontrollieren und Ausdiskutieren. Man kann Kinder ohne Brüllen und ohne Diskussion erziehen, ohne dabei distanziert oder emotionslos zu sein.

Wie erzieht man Hunde? Brüllt man die auch regelmäßig an?

Libentia
31.05.2015, 18:54
Ja, die gibt es. Die kann ich doch aber auch verkopft und langweilig und temperamentslos finden? Als bekennender Brüller muss ich mir doch auch wunder was für negative Labels aufpappen lassen.

Ah ja, und weil ein "Brüller" eher negativ beurteilt wird, oder wenn das dann geschieht, deshalb erfindet man für die, die Probleme sinnvoll und sachlich und mit dem Kopf (und dem Herzen, nicht zu vergessen!) lösen, auch irgendwas Negatives. In dem Fall: Langweiler ohne jedes Temperament.

Ich kann Dir versichern, es ist möglich, völlig sprühend vor Leben und Lebenslust zu sein, ganz ohne jemanden anbrüllen zu wollen wegen Alltagskram, der nahezu täglich anstehen kann. Vielleicht ist das sogar der Schlüssel.

Ich kann nur wieder sagen: Habt mehr Spaß mit Euren Gören. Tragt z.B. die vom Rasenmäher gehäckselte Socke zu Grabe, sprecht eine Grabrede, daß sie dem Rasenmäher zum Opfer fiel. Aber auf lustige Art! Wetten, das vergessen die Kinder nicht? Es werden fortan keine Socken mehr auf dem Rasen liegenbleiben, und wenn, dann nur, um wieder so eine lustige Sache zu erleben. :blume:


Klar kenn ich das auch, Leute die nie was aus der Ruhe bringt - ich weiß von mir, wenn ich mich mal nicht mehr aufrege bin ich tot. Und ich wollte tatsächlich gar nicht anders sein.

Das ist mal ein Statement. :freches grinsen: Ehrlich und authentisch. Muß man aber trotzdem nicht ganz grell finden. :smile:

Inaktiver User
31.05.2015, 18:57
Wenn man sich damit nicht durchsetzen will, das Geschrei keinen Addressaten hat, und keine Wirkung haben soll - warum gehen diejenigen, die (angeblich nur so für sich) schreien wollen dann nicht an einen Ort fernab von Leuten, und schreien dort? Das stört dann niemanden, und sie haben trotzdem brüllen können.

Das Zauberwort ist: spontan.

Alles was du schreibst ist eben zu 100% rational vorgefiltert und komplett durchanalysiert. Sicher machst du nie niemals irgendwas unvernünftiges???

Inaktiver User
31.05.2015, 19:01
Ich habe einfach festgestellt, dass diese genannten "Probleme", wie z. B. Zirkelspitzen, hier nicht vorhanden sind. Es war eine einfache Feststellung im Sinne von "Glück gehabt" keine Bewertung.

Ach komm, das soll jetzt auf einmal der reine Zufall sein? :engel:


Ich hatte dich schon mal in diesem Strang gefragt - gibt es für dich nur "Brüllen" oder das oben beschriebene? Keine Nuancen dazwischen?


Na diese Zwischenstufe scheint mir eher denen zu fehlen, die nie laut werden. Da ist jeder Schrei nah an der Kindesmisshandlung.

Für mich gibt es das sehr wohl: ein ab und zu Brüllen. Weder als Erziehungsmaßnahme noch als Ventil für Dauerwut sondern einfach so als eine von vielen menschlichen Reaktionsmöglichkeiten.

Libentia
31.05.2015, 19:06
Das Zauberwort ist: spontan.

Alles was du schreibst ist eben zu 100% rational vorgefiltert und komplett durchanalysiert. Sicher machst du nie niemals irgendwas unvernünftiges???

Und was nicht unüberlegt und ungesteuert und völlig jeder Eigenkontrolle entzogen abläuft, ist - ja, was denn? Kein Spaß mehr? Langweilig? Nur Unvernünftiges zählt? Mal vom Dach hopsen, ein Feuer in der Scheune oder einen Kopfsprung vom Felsen vielleicht? Wahlweise mal das Kindlein anbrüllen? Halte ich alles nicht für erstrebenswert.

Spontan ist übrigens ganz was anderes. Spontan ist in völlig freier Entscheidung handeln. Und eben nicht, weil man "genervt, gestreßt usw." ist, und dann von herumliegenden Socken etc. "getriggert" wird zum Dampf ablassen. Das ist ja schon fast fremdgesteuert, wenn man nicht anders kann. Manche wollen und können das allerdings wenigstens kontrollieren, was ich persönlich dann begrüße.

Spontan sein heißt, z.B., jetzt entscheiden, morgen in Urlaub zu fahren. Oder jetzt entscheiden, daß die Hausaufgaben auch nachher noch gemacht werden können, weil jetzt die Sonne scheint, und das nach einem Besuch im Eiscafe ruft. solche Sachen.

Brombeerkatze1
31.05.2015, 19:22
Ich wundere mich hier wirklich...

Libentia, gibt es das bei euch wirklich gar nicht? Mal wütend aufeinander sein? Und das obwohl man sich sehr liebt und viel Spaß miteinander hat?

Ich glaube auch es ist eine Frage des Temperaments - von Elternund Kindern!

Und ich finde hilfskonstruktion hat etwas ganz Wichtiges gesagt: es ist auch eine Frage des Vertrauens: man kann auch mal sehr wütend aufeinander sein - und trotzdem haben alle das Vertrauen dass sie geliebt sind...

Ich "brülle" eher nicht, aber - ich gebe es zu - ich schnauze meinen Sohn schonmal an (ich finde es schöner wenn es nicht passiert... aber es passiert) - er ist aber bei weitem kein eingeschüchtertes Kind welches dann ängstlich kuscht... es kommt sogar vor dass mein (fast 5-Jähriger) auf die (geschnauzte) Aufforderung "räum jetzt endlich diesen Mist hier weg" zurück schnauzt "das kannste vergessen, Mama!":peinlich::freches grinsen:

Was mich wirklich mal interessieren würde - wie geht ihr (mit ihr meine ich diejenigen bei denen brüllen/lauter werden/anschnauzenen gar nicht vorkommt) mit Gefühlen wie Frust/Wut/Aggression um? Dürfen die vorkommen? Haben die Raum? Und wie werden die ausgelebt?

Libentia
31.05.2015, 19:46
Libentia, gibt es das bei euch wirklich gar nicht? Mal wütend aufeinander sein?

Ich kann mich nicht erinnern. Wegen was auch? Wegen herumliegender Socken? Weil das Kind nicht auf Zuruf pariert wie ein "wohlerzogener" Hund? Ich erwarte das halt gar nicht, wollte es nicht einmal. Also macht es mich auch nicht wütend, wenn es nicht geschieht. Wobei ich sowieso keine Befehle erteile.




Ich glaube auch es ist eine Frage des Temperaments - von Elternund Kindern!

Kommt jetzt darauf an, was mit Temperament gemeint ist. Jemand, der Kinder nicht anbrüllt, muß nicht gleichzeitig eine Trantüte und Langweiler sein.


Und ich finde hilfskonstruktion hat etwas ganz Wichtiges gesagt: es ist auch eine Frage des Vertrauens: man kann auch mal sehr wütend aufeinander sein - und trotzdem haben alle das Vertrauen dass sie geliebt sind...

Na, immerhin. Ist nicht in allen Brüll-Familien der Fall, fürchte ich.




Was mich wirklich mal interessieren würde - wie geht ihr (mit ihr meine ich diejenigen bei denen brüllen/lauter werden/anschnauzenen gar nicht vorkommt) mit Gefühlen wie Frust/Wut/Aggression um? Dürfen die vorkommen? Haben die Raum? Und wie werden die ausgelebt?

Aggression gegen geliebte Menschen kenne ich nicht. Frust kann vorkommen, wenn Du damit meinst, daß man etwas selber anders gelöst hätte. Aber man muß eben akzeptieren, daß nicht alle Menschen alles genau gleich tun. Jeder hat seinen Weg, der Weg des anderen kann ja an sich auch der Bessere sein, und man erkennt das nur (noch?) nicht, - ist ja auch möglich.

P.S.: Das heißt nicht, daß mir das immer leicht fällt, andere Wege zu akzeptieren, und auch nicht, daß ich nicht manchmal doch etwas länger, als es wahrscheinlich so sinnvoll ist, versuche, von meinem Weg zu überzeugen. Ich rede hier von den üblichen normalen Alltags- und sonstigen Herausforderungen im Leben, die man so oder eben auch ganz anders bewältigen kann.

gelöscht weil offtopic, darum geht es ja nicht im Thema. Es geht um "normalen Alltagskram, der manche zum Brüllen aufregt".


P.P.S.: gelöscht, weil offtopic, um sowas geht es ja nicht im Thema

Libentia
31.05.2015, 19:55
Ich "brülle" eher nicht, aber - ich gebe es zu - ich schnauze meinen Sohn schonmal an (ich finde es schöner wenn es nicht passiert... aber es passiert) - er ist aber bei weitem kein eingeschüchtertes Kind welches dann ängstlich kuscht... es kommt sogar vor dass mein (fast 5-Jähriger) auf die (geschnauzte) Aufforderung "räum jetzt endlich diesen Mist hier weg" zurück schnauzt "das kannste vergessen, Mama!":peinlich::freches grinsen:



Ich wollte übrigens nicht so angesprochen werden, wie Du es hier schilderst. Du? Also ich meine das, was Du schilderst, was Du da sagst.

Zazu2
31.05.2015, 20:13
Ich bin überrascht, dass wegen Zirkelspitzen und Geodreiecken gebrüllt wird. Was macht ihr, wenn was Schlimmes passiert?


Halt, nachdem ich die einzige war, die was über Geodreiecke schrieb:

Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass Geodreiecke und Zirkel heutzutage scheinbar eine wesentlich (vom Hersteller gewollte) kürzere Lebensdauer haben und das, insbesondere bei mehreren Kindern, wegen laufendem Nachkaufenmüssens stressen kann.

Ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen, dass ich kein einziges mal wegen so was die Stimme erhoben habe , habe mich lediglich über den heutzutage hergestellten Schrott geärgert.

Trotzdem möchte ich betonen, dass mir Leute, die eher südländisches Temperament besitzen, wesentlich mehr liegen als Leute, deren Gefühlsleben eine kaum vorhandene Amplitude aufweist.

Brombeerkatze1
31.05.2015, 20:20
Libentia, dein "na, immerhin..." finde ich sehr daneben.
Bilde dir bitte nicht ein dass du es "richtiger" und "besser" machst als alle anderen...

Und das du Aggressionen ggü geliebten Menschen gar nicht kennen willst klingt für mich eher ungesund.
Das habe ich zB mit meinen Geschwistern gelernt - dass man sich gegenseitig zeitweise zum Mond schiessen könnte und sich dennoch heiß und innig liebt.

Und ich kann es auch ehrlich gesagt kaum glauben - dein Mann zB. - auf den warst du noch nie wirklich wütend? Weil du ihn liebst???
Ist für mich unvorstellbar - und ich liebe meinen Mann seit über 20 Jahren - sehr! :smirksmile:

Brombeerkatze1
31.05.2015, 20:25
Und nein - ich finde nicht dass ein "vernünftiges Wort" immer angemessen ist - es geht nämlich nicht nur um Vernunft...
Ich rede damit nicht der "Brüllerei" das Wort, bei uns geht es sehr liebevoll zu - aber es ist auch kein Weltuntergang wenn jemand (und damit meine ich Mutter, Vater und Kind!) mal sauer wird.. werden deine Kinder, Libentia, auch nie wütend? Sind die auch jederzeit vernünftig und vernünftigen Argumenten zugänglich?

xanidae
31.05.2015, 20:30
Was mich wirklich mal interessieren würde - wie geht ihr (mit ihr meine ich diejenigen bei denen brüllen/lauter werden/anschnauzenen gar nicht vorkommt) mit Gefühlen wie Frust/Wut/Aggression um? Dürfen die vorkommen? Haben die Raum? Und wie werden die ausgelebt?

ich fluche und raufe meine Haare, ausserdem ist Humor ein gutes Ventil und ich kann bei Bedarf Holz hacken.

Brombeerkatze1
31.05.2015, 20:37
ich fluche und raufe meine Haare, ausserdem ist Humor ein gutes Ventil und ich kann bei Bedarf Holz hacken.

:freches grinsen:
Okkkeee - aber selbstverständlich fluchst du nie über denjenigen der die Wut ausgelöst hat?

xanidae
31.05.2015, 21:14
:freches grinsen:
Okkkeee - aber selbstverständlich fluchst du nie über denjenigen der die Wut ausgelöst hat?

Genau. Denn ich glaube, dass Sprache viel Macht hat und fluche nicht über die Kinder oder den Mann sondern über die Sache.

Auch finde ich es seltsam in der Familie schlechte Umgangsformen zu pflegen. Gerade da sollte man doch achtsam miteinander umgehen. Oder?

Lonamisa
31.05.2015, 21:29
Ich habe einfach festgestellt, dass diese genannten "Probleme", wie z. B. Zirkelspitzen, hier nicht vorhanden sind. Es war eine einfache Feststellung im Sinne von "Glück gehabt" keine Bewertung. Das hast du heraus gelesen. Vielleicht weil du selbst beobachtete Dinge bewertest?

So wie hier:



Ich hatte dich schon mal in diesem Strang gefragt - gibt es für dich nur "Brüllen" oder das oben beschriebene? Keine Nuancen dazwischen?


Es gibt Nuancen zwischen Brüllen und Kontrollieren und Ausdiskutieren. Man kann Kinder ohne Brüllen und ohne Diskussion erziehen, ohne dabei distanziert oder emotionslos zu sein.

Wie erzieht man Hunde? Brüllt man die auch regelmäßig an?



Oh ich, weiß wie man Hunde erzieht ...das klappt über Gesten ... mit Handzeichen, Körperhaltung, gemeinsamen tun ... über üben....


und einer gewissen Hierarchie, die selbstverständlich besteht und wichtig ist!
Man schreit eigentlich nicht ... aber eine Hundepfeife ist hilfreich ...
Kommandos auch .... aber es genügt ein Fingerzeig.


Mein Stiefvater hat seit seines Lebens mit Hunden gearbeitet ...
der hatte immer Hunde ... und hat viele ausgebildet .. auch für andere.

In meiner Kindheit gab es also immer min. einen Hund ...
und eben auch immer Hunde, die etwas lernten.
Tiere, die dem Menschen nicht nur treur Gefährt sein sollten, sondern auch Nutzen und Hilfe und das auch waren.



Und eigentlich waren alle Hunde in unsere Familie gut erzogen und .... eben genau das, was man sich wünscht, normal eben.



Alle, bis auf einen ...


Der war anders ... das war ein echter Psychopath ... der Hannibal Lecter unter den Hunden!


Der war irgendwie ganz anders ... komplett anders .. der konnte sehr wohl lernen, nahm aber nichts an..
wurde z.b auch nie komplett stubenrein.



Jahre meiner Kindheit habe ich zugekuckt, wie mein Stiefvater mit diesem Hund sein Waterloo erlebte ... wie er an dem scheiterte ... immer wieder scheiterte.


80 Prozent aller Brüllerei.. allen Geschimpfes in meiner Kindheit führen sich auf diesen Hund zurück.


Der war eine Bestie ... getarnt als Familienhündchen.
Das mit uns auf dme Sofa saß, mit den Kindern kuschelte ... klein, lustig, nett, schwarz


Alles nur Tarnung...


Der wollte keine Familie, kein Zuhause, kein Rudel, kein gar nix


Der wollte nur töten.


Und das tat das auch immer wieder.



Der entkam dem Zwinger .. er lief die Mauer 4 Meter hoch ... der buddelte sich unter den einbetonierten Zäunen durch, entkam Leinen, schlürfte druch Mauslöcher, sprengte Metallrahmen und Gitter ... er entkam beim Füttern..
durch den Lüftungsspalt ... am Autofenster ... dem Tierarzt ..er wegte uns in Sicherheit, hoppla da bin ich und doch weg.


Wir haben den bundesweit gesucht!!!


Am Ostseestrand.. im Rheinland ... an der Saale .... der war überall, nur nicht da, wo er sein sollte ....einmal sprang er aus dem Skilift.


Und immer war dann auf und davon ...
mit Leine

Sogar mit Teletakt ...
Keiner kann sagen, wir hätten nicht alles versucht... sogar Stromstöße ...
die nahm er nichtmal nass und am Weiher zur Kenntnis!
War ihm alles wurscht. Der Elektroschock haute ihn um... er stand auf und rannte weiter.
Da war also nix, mit ich bemühe mich um einen schmerzfreien Radius.


Ich war dabei, als er in die Hühnerfarm einbrach und 40 Enten den Kopf abriss...
und wir konnten nicht rein und helfen, denn die hatten 2 Schäferhunde ... der mordete da drinnen munter vor sich hin und warf die kopflosen Tiere über den Zaun... und die Schäferhunde verteigten ihr Anwesen und das Tor.


Er ging Stiere an ... kniehoher Hund und zwingt dicke Bullen in die Flucht ... hing an deren Eier und versuchte die großen Tiere zu kastrieren .. dort lebensgefährlich zu verletzen...
die kamen ins Rennen, die durchbrachen die Weide ... die waren unterwegs.
Staubwolke.


Er riss ein Mutterschaf, das hatte vorher noch eine Fehlgeburt ... das stresste er erst eine Runde.


Er war im Kunstbau ... weil Bauhund.. wegen Hundeprüfung.
Ja, er lag vor und bellte!
Aber nicht lange... dann brach er durch und dann wollten sie nur noch den Dachs retten.
Den hatte er schon blutig gebissen, trotz Trennriegeln ... und das panische Tier kam aus der Röhre und ging vor lauter Angst den nächsten Baum hoch, fiel runter und brach sich die Wirbelsäule .... da hat er ihn erwischt und totgebissen
Und das war kein neuer, unerfahrenenr Dachs ... der kannte das wohl ...
Tierquälerei ... ich geh nie wieder zu einem Kunstbau - mein ganzes Leben nicht ... und Kinder nehme ich nicht mit hin. Nie!!!!


Totgebissen hat er auch 2 große Füchse, die aber im eigenen Bau ..da mussten wir ihn hinterher ausbuddeln, denn die verstopften die Röhren und er kam nicht wieder raus.

und was er nicht sonst noch alles gebissen hat ...

Wildschweine.. Hirsche

Am exotischten war ein Kamel...
da war er noch ein Welpe und wir im Park wo Kinder reiten dürfen ... mein Stiefvater klemmte ihm unterm Arm ... und er machte schnapp und hatte das Kamel bei der Lippe.



Einmal war er über eine Woche mit Leine weg ...
wir alle in Sorge er hängt wo und suchten tagelang .. als er wieder auftauchte, war die Leine fort und er zerbiss im Ort einen Riesenschnautzer.
Das arme Tier wurde vom Tierarzt stundenlang operiert und zusammengnäht und lag mit Halskrause bei sich auf dem Sofa ... da brach er bei den Leuten durchs Fenster ein und biß ihn nochmal - meine Mutter hatte die Türe geöffnet, weil ich aus der Schule kam.


Da kam dann zum ersten Mal die Polizei ....
die Beamten standen aber voll auf ihn und haben ihn gestreichelt und hatten ihn auf dem Schoß.
Die dachten, das wäre ein Problem unter Rüden ... das Tier war kein Kampfhund, der war geprüft, zertfiziert, hatte super Zeugnisse und Papiere... dem passierte also nix.

Ja, der war in der Hundesschule... wir alle, 2 Jahre Hundekurs ... immer Mittwochs ... der hat auch alle Prüfungen bestanden, wie nix ... das war aber nicht das Leben!


Die Haftpflichtversicherungen wollte ihn nicht mehr.


Und geschenkt wollte ihn von unseren Bekannten auch keiner haben .. irgendwer hat ihn dann doch genommen ... per Inserat ... nach 3 Tagen brachte er ihn wieder ... er wurde gebissen, kam mit dickem weißen verband und wollte es nicht weiter mit ihm versuchen.


Uns hat er ja nie gebissen ... ich kann mich nicht erninnern, dass ich auch nur angeknurrt worden wäre ... ich hab mit ihm gespielt und gekuschelt ... ich liebte den Hund!


Einmal hat mein Stiefvater völlig entnervt ein tiefes Loch gebuddelt .. ein Grab, wie für ein Pony .... er erschießt ihn, wenn er wiederkommt, jetzt wäre es genug ...
aber, er ist noch tagelang nicht wiedergekommen... und mit 2 kleinen weinenden Mädchen an der Backe.. also er hat ihn nicht erschossen


wir haben noch ein weiteres Jahr durchgehalten ...


8o Prozent meiner kindlichen Anpfiffe.. na, wegen diesem Hund ... und die meiste Brüllerei, die meiste Heulerei .. na, warum wohl ...

und ich dachte, der wäre Familienmitglied ... der brauchte aber keine Familie.

Brüllerei... na, wegen der Autobahn.. weil alle immer wieder panisch dachten, als nächstes rennt er da drüber und es gibt eine Massenkarambolage und tote Menschen ... alles, weil der Hund nicht gefolgt hat!



Hilflosigkeit ist, wenn ein Mann im Wald seinem Hund in der Ferne mit einem toten Hasen winkt ... in der Hoffnung, der kommt zurück und verbeißt sich drin, so dass man ihn dran wegtragen kann.



Seit diesem Hund weiß ich, dass es egal ist, was man sich wünscht ... und man evtl keinen Einfluß auf das hat, was man bekommt.


Der war schon fix und fertig .. der war nicht zu erziehen... der war so geworfen!
Und da war auch nix zu wollen... gar nix



Wir waren alle soweit, dass wir uns nur noch Sorgen ums Auto machten, wenn der Hund in den den fahrenden Autoreifen biß ...

wir hatten einen, dem mussten wir regelmässig den Griesbrei mit dem Löffel füttern und dabei, die Löcher in der Schnauze zuhalten, die er sich bei irgendeinem Kampf geholt hat ... und trotzdem fraß er und ging der nächsten Beißerei am selben Tag auch nicht aus dem Weg.



Entgültig abgegeben haben wir ihn, als wir 2 kleine sanfte Welpen bekamen und einer verunglückte ... während er dem anderen das Durchgehen beibrachte.
Die kleine brave Hündin .. die begruben wir dann im Ponyloch!!!!


Da war dann Schluß... und noch einen Durchgeher hätten wir nicht verkraftet.



Er kam also nach Polen ... in ein Wildscheingehege ... der neue Besitzer lebte mit Dutzenden von Saurotten im Wald... dort wo es keine Mitmenschen und Dörfer weit und breit gab!
Er machte also eine weite Reise ....

Übrigens auch eines seiner Geschwister .... das flog in einer Kiste auf eine Farm in Afrika!



In Polen lebte er dann noch 2 Jahre ... die Sauen haben ihn letztendlich aufgerieben ... zuerst verlor er die Ohren ... dann ein Auge ... irgendwann kam er nicht mehr heim.
Wieviele Wildschweine er vorher noch angefallen hat, ich möchte es gar nicht wissen.



Mein Stiefvater hat dann den sanften Rüden erzogen... den hatten wir fast 16 Jahre.. der hat ihn überlebt .. der wäre vor Trauer beinahe eingegangen ... Hunde... man erzieht sie mit Hingabe.


Aber, ich kann durchaus beitragen... man erzieht sie auch nicht... man kann ein seine Grenzen stoßen.



Wir hatten einen, der war anders!

Und den konnte man anbrüllen ... und in allen Nuancen.. hatte keinen Einfluß .. und das war auch nicht dümmer, als alles andere!

Mit allen anderen Hunden kommunizierten wir eben.
Auch mit Signalen der Hundepfeife ...
mit Worten ... die kannten verbale Befehle Down, Stopp, Sitz, Platz, Such .. was auch immer ...
Und die ließen alle los, wenn man "Aus" brüllte. Lernten das zuverlässig.


Ihn konnte man evtl mit einer "Hasenklage" locken ... er kam evt kucken, wenn man quikte wie ein verletzter Hase. Notfallversuch ... nicht zu oft anzuwenden, damits im Notfall evtl funzt.



Bei allen anderen Hunden hat mein Stiefvater eigendlich oft nur gedeutet ... und das wars.

Er konnte eigentlich alle Tiere einfach dahin bewegen, wohin wer sie haben wollte ... und die sind bei ihm geblieben und um ihm gekreist, von sich aus.

Bzw die gingen dahin, wo er es erwarte .. auch solche mit denen er nicht arbeitete.... die keine Hunde waren .. also auch Herdentiere, Wildtiere, Fluchttiere.

Völlig ohne Wort ... und das klappte z.B auch wenn er nur lief... irgendwo stand ... mit Blicken.


Alle Tiere bewegten sich um ihn rum... und ganz ohne Worte.

Sprache ist wohl für Tiere auch Streß .. hab ich als Kind nie verstanden .. ist aber wohl so.

Brombeerkatze1
31.05.2015, 21:33
"Schlechte Umgangsformen" sind eine Unterstellung.
In meiner Familie (sowohl der eigenen als auch der Ursprungsfamilie) gehen wir sehr liebevoll miteinander um - es kann nur auch mal Zoff geben. Ich halte es da eher mit Reinhard Mey " in einer Familie die nicht nur aus Mumien besteht sind Konflikte unvermeidlich..."

xanidae
31.05.2015, 21:40
"Schlechte Umgangsformen" sind eine Unterstellung.
In meiner Familie (sowohl der eigenen als auch der Ursprungsfamilie) gehen wir sehr liebevoll miteinander um - es kann nur auch mal Zoff geben. Ich halte es da eher mit Reinhard Mey " in einer Familie die nicht nur aus Mumien besteht sind Konflikte unvermeidlich..."

Brüllen und Anschnauzen sind gute Umgangsformen?

Interessant finde ich, dass du aufgrund meines Beitrags dieses Reinhard Mey Zitat bringst. Konflikte müssen nicht mit Anbrüllen geführt werden.

Ich möchte bestimmte Dinge in meiner Familie nicht und dazu gehört u.a. Brüllen. Wenn andere das für sich und ihre Familie anders entscheiden ist das ok so.

Libentia
31.05.2015, 21:44
Libentia, dein "na, immerhin..." finde ich sehr daneben.
Bilde dir bitte nicht ein dass du es "richtiger" und "besser" machst als alle anderen...

Vielleicht (und leider) nicht besser als alle anderen. Aber besser als Rumbrüller finde ich es allemal. WEnn es schon um besser und schlechter geht. Ja, ich finde, Rumbrüllen, andere Anbrüllen, in der eigenen Familie, noch dazu die Kinder, eine schlechte Verhaltensweise, die auch nicht nötig ist.
Ich könnte mir das überhaupt nur in Ausnahmesituationen vorstellen. Sicher nicht bei alltäglichen Situationen.


Und das du Aggressionen ggü geliebten Menschen gar nicht kennen willst klingt für mich eher ungesund.
Das habe ich zB mit meinen Geschwistern gelernt - dass man sich gegenseitig zeitweise zum Mond schiessen könnte und sich dennoch heiß und innig liebt.

JAgut, dann ist das halt bei Dir so. Ich kenne das halt nicht, so ein Gefühl, wenn jemand "nervt", daß ich ihn deshalb auf den Mond schießen wollen würde.


Und ich kann es auch ehrlich gesagt kaum glauben - dein Mann zB. - auf den warst du noch nie wirklich wütend? Weil du ihn liebst???

Ich glaube nicht, weil ich ihn liebe. Sondern weil es sich nicht ergibt, auf ihn wütend zu sein. Wir haben aber auch mal die ein oder andere Meinungsverschiedenheit, weil wir ja zwei verschiedene Personen sind, wenn auch mit vielen Überschneidungen in der Lebenseinstellung etc., wie halt meist bei Paaren.
Aber es geht ja auch nicht um Gebrüll oder nicht unter Erwachsenen.



Ist für mich unvorstellbar - und ich liebe meinen Mann seit über 20 Jahren - sehr! :smirksmile:

Bei Erwachsenen gehe ich ja davon aus, daß sie gleichberechtigt sind, das ist was ganz anderes als mit Kindern schreien. Ein Erwachsener, dem das Geschrei vom Partner, sofern vorhanden, nicht paßt, kann gehen. Ein Kind kann nicht gehen, je jünger, desto weniger kann es das überhaupt auch nur in Erwägung ziehen. Es muß ganz zwangsläufig nehmen, was es bekommen hat an Eltern.

Zazu2
31.05.2015, 21:48
@lonamisa, dein Beitrag #246 ist ganz toll, authentisch und packend geschrieben :blume:

Ich wünsche dir und deiner family alles Gute.