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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ausnutzen in Freundschaften



Inaktiver User
10.12.2006, 19:36
Hallo.

In einem anderen Thread hier wurde geschrieben, dass man seine eigenen Verhaltensmuster überdenken muss, wenn man immer wieder die gleichen (schlechten) Erfahrungen macht.
Bei mir ist es so, dass ich immer nach einiger Zeit in Freundschaften bemerke, dass ich viel mehr gebe als ich zurück bekomme.
Aktuelles Beispiel (bisschen kompliziert) das mich enttäuscht, wütend und traurig macht:
ich ziehe in einer Woche um, alles was ich besitze befindet sich zur Zeit in der Garage eines Kollegen, der am anderen Ende der Stadt wohnt. Ich wohne für 2 Wochen bei einer Freundin (zahle anteilsmässig Miete).
Das Haus hat eine Tiefgarage, die einige freie Stellflächen hat, die man nach Absprache mit dem Hausmeister für Gäste benutzen kann.
Ich habe also meine Freundin gefragt, ob ich meinen dann vollbepackten Wagen am Donnerstagabend schon herholen könnte, da ich sonst am Freitag morgen per Taxi mit meiner Reisetasche usw zu der Garage meines Kollegen müsste, um mein Auto zu holen, und für den letzten Tag hier zum Hotel zu bringen.
Das will sie nicht!!! Wegen ihres Freunds, der nächstes Wochenende herkommt und dann ja den Stellplatz braucht, und sie hat Angst, dass der Hausmeister sagt, für 3 Nächte hintereinander kriegt sie ihn nicht.
Es bestünde ja noch die Möglichkeit, dass sie selbst eine Nacht mal ihren Wagen vor der Tür ließe, um mir einen Gefallen zu tun oder mir zu helfen, dann könnte ich sogar ihre Garage nutzen, und sie müsste nicht den HM wegen drei Nächten anbetteln. Ach, unnötig zu erwähnen, dass im umgekehrten Falle nicht mal eine Bitte nötig wäre, ich hätte selbst schon drangedacht und das angeboten.

Den Korb habe ich dann auch noch kassiert, nachdem ich ihr Auto mit schweren Umzugskisten beladen hatte, sie zieht nämlich selbst bald um, und muss jetzt schon jedes Wochenende für ihren Freund Sachen mitbringen.

:heul: :grmpf: Fühl mich ziemlich verhampelt.
Vielleicht sehe ich das auch falsch?
Das war ein Beispiel von vielen... Verlassen konnte ich mich bisher nur auf meine Familie.

Elbenstern
10.12.2006, 20:08
Kommt mir bekannt vor:

Ich hab auch jahrelang investiert, geholfen ohne mit der Wimper zu zucken, Arbeitslosen Jobs besorgt, Kinder betreut - als ich Hilfe braucht war kaum noch jemand da.
Ich habe daher aufgehört, mir für andere fortwährend den A... aufzureissen. Ich suche keine Jobs mehr, muss anderen keine hilfreichen Tipps mehr geben... es sei denn, da kommt auch was zurück.

Viele Leute finden das mehr als lustig, wenn sie andere ausnutzen oder besser: benutzen können für ihre Vorteile.!

Inaktiver User
11.12.2006, 15:14
Ich suche keine Jobs mehr, muss anderen keine hilfreichen Tipps mehr geben... es sei denn, da kommt auch was zurück.

Viele Leute finden das mehr als lustig, wenn sie andere ausnutzen oder besser: benutzen können für ihre Vorteile.!
Aber wie merkt man das denn vorher?
Ich versuche doch nur eine Freundin zu sein, auf die man sich verlassen kann, aber ich habe bisher noch keinen gefunden auf den ich mich verlassen kann.
Familie ok. Aber sonst?
Und ich vergesse auch immer viel zu schnell. Da bin ich mal sauer und ne Woche später tapse ich schon wieder in die gleiche Falle.

Inaktiver User
11.12.2006, 16:09
:heul: :grmpf: Fühl mich ziemlich verhampelt.
Vielleicht sehe ich das auch falsch?

Also, dieses Beispiel finde ich echt übertrieben ... Wenn ich jemand um einen Gefallen bitte, und er sagt "nein", ist das sein gutes Recht.
Ich würde mich in dem von Dir beschriebenen Fall nicht im mindesten ärgern.

Inaktiver User
11.12.2006, 16:16
Hm, ich finde es nicht im geringsten übertrieben.
Aber vielleicht bin ich ja auch zu gut für diese Welt ;)

Marseille1
11.12.2006, 17:08
Könntest Du das Auto nicht schon ins Hotel bringen ?
Manchmal geht das gegen einen Aufpreis der Parkgebühr.
Frag doch mal nach.
Lass Dir aber bitte die letzten paar Tage von solchen Sachen nicht vermiesen - Du wirst sie so schnell sicher nicht wieder sehen, das lohnt sich nicht, deswegen eine Grundsatzdebatte zu starten.
Schönen Abend !
LG
Marseille

Polarstern
11.12.2006, 18:28
Hi-
ich finde es auch nicht übertrieben. Ich lasse häufiger mal Kollegen für eine Weile bei mir wohnen und bin noch nie auf die Idee gekommen, für zwei Wochen anteilig Miete dafür zu verlangen.
Geschweige denn, daß ich auch mein Auto mal für eine Nacht auf der Strasse parken würde, wenn jemand mit einem vollen Auto einen sicheren Stellplatz braucht.
Allerdings sahen das meine Freunde bisher alle genauso, daher hat es Streß in der Richtung noch nie gegeben.

Ich finde Deine Freundin ein wenig kleingeistig, aber das ist eben Einstellungssache. Ich würde Ihr dann im Gegenzug auch nicht mehr helfen und versuchen, mich nicht zu doll zu ärgern.

LG
Polarstern

Karla48
11.12.2006, 18:31
Mal abgesehen von der Tiefgaragen-Arie (das hätte sie ruhig anders regeln können, hier fehlt wohl Einfühlungsvermögen):
Wenn Dir das nicht nur mit dieser Frau so geht, sondern auch öfter, dann ist Dein Gefühl für "ich nehme gern"-Leute vielleicht nicht so ausgeprägt.

Man merkt eigentlich schon zu Beginn einer Bekanntschaft, wie jemand gestrickt ist. Kommen Hilfe-Angebote (zu was auch immer) von alleine und von Anfang an? Und - werden sie auch eingehalten?

Auch an Geschichten aus ihrem Leben, die die andere erzählt, kann man etwas ablesen: Wie geht sie denn mit anderen um? Für was engagiert sie sich? Oder kreiselt sie immer nur um sich selbst?

Ich habe mich auch öfter mal verschätzt. Wurde aber auch schon angenehm überrascht von Menschen, die zur Stelle waren, mit denen ich gar nicht gerechnet habe. Auch das also eine Fehleinschätzung.

Es braucht mehr als gemeinsame Interessen für eine Freundschaft. Es braucht eine Wellenlänge. Die zeigt sich nicht unbedingt bei gemeinsamen Discobesuchen, aber das Thema "Ich ziehe um, wer kann helfen" ist eine schöne Sache, um hier mal Klarheit zu bekommen, wer was geben möchte.

Heutzutage mache ich z.B. einen Bogen um Frauen, die (ungefragt) von Anfang an über sich referieren. "Diesundjenes" kann sie nur in grün ertragen, "Schuhe" trägt sie nuuuuur von Firma Fallnichum, "sonntags" würde sie niiiiie dasundjenes tun... Mein Gott, wen interessiert das? So eine Frau (Künstlerin) hatte sich gerade an mich drangehängt und ich habe ganzganz schnell gesehen: Das wird nichts. Sie brauchte Claqueure (begeistert klatschende Zuschauer. Auch eine Form des "Nehmens").
Früher hätte ich mich von dem einen oder anderen interessanten Aspekt der Frau blenden lassen. Heute schaue ich mehr darauf, wie stark jemand ich-bezogen ist. Wenn mir das zu stark ist - Wiedersehen.

"Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde" - wer hat das nochmal gesagt? Schöner Spruch.

Suche den "Fehler" nicht bei Dir. Es ist da draußen kalt und der Egoismus ist der normale Fall. Man staunt halt immer wieder darüber, wenn man anders gestrickt ist.

Hey, komm gut rüber in die neue Wohnung! Alles Gute!
Gruß Karla :smile:

Inaktiver User
11.12.2006, 19:42
Hallo nochmals, danke für Eure netten Antworten.

@Marseille: ich fühl mich so schon schlecht, wenn ich daran denke, dass der Wagen einen Tag im Hotel steht (nahe Rue de la Republique, westlich der Canebière, wenn Du verstehst, was ich meine :smirksmile:), aber ich denke, dass dürfte wohl ok gehen. Normalerweise haben die ja auch Kameras überall...

@Karla: es hätte mir schon viel eher zu Denken geben sollen, dass die Person mich immer nur als "Kollegin" bezeichnet hat, ich sie aber als Freundin, wenn man mit Dritten (zB am Telefon) über die jeweils andere gesprochen hat. Eine "Kollegin" hätte sie sicher nicht mitten in der Nacht vom Flughafen abgeholt, weil sie zu geizig ist, ihr Auto da übers Wochenende zu parken, oder sie abgeholt und über Nacht bleiben lassen, als sie sich ausgesperrt hatte... Naja, jetzt auch egal, ich werde vermutlich über eine andere Kollegin, die ebenfalls hier im Hause wohnt an den Stellplatz kommen, vielleicht gibt ihr das ja ein bisschen zu denken. Aber vermutlich eher nicht.

Ich muss nur endlich lernen, die für mich "richtigen" Leute zu finden, und das ist nicht so leicht. In Deutschland habe ich kaum Freunde, da ich wegen meines Berufs nur wenige Wochen im Jahr da bin und hier in Frankreich habe ich Bekanntschaften nur im Büro geschlossen. Einige werden hoffentlich die Entfernung überstehen, wenn ich jetzt bald im Norden bin.

Es ist nicht so leicht, weil ich gerne gebe und nicht immer sofort das Nehmen erwarte. Aber wenn man es dann mal wirklich nötig braucht, ist es umso enttäuschender, wenn niemand da ist.

Wünsch Euch allen einen schönen Abend!
:smile:
LG Marseille

Hillie
11.12.2006, 19:55
Hallo,
uns ist auch schon oft so gegangen. Inzwischen wissen wir, dass wir einfach zu viel in eine Freundschaft investieren, uns voll einbringen und dann enttäuscht sind, wenn die Freundschaft plötzlich zu Ende ist, bzw. nichts zurückkommt. Inzwischen schrauben wir unsere Erwartungen einfach zurück. Wir bieten nicht immer unsere Hilfe an (das war früher immer der Fall), sondern warten (vielleicht fühlten sich die anderen auch von uns eingeengt?!?). Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen blöde oder egoistisch, aber irgendwann kommt man zu solchen Einstellungen, leider!
Hillie

ausgebrannt
11.12.2006, 22:59
Man merkt eigentlich schon zu Beginn einer Bekanntschaft, wie jemand gestrickt ist.

- Kommen Hilfe-Angebote (zu was auch immer) von alleine und von Anfang an? Und - werden sie auch eingehalten?

- an Geschichten aus ihrem Leben, die die andere erzählt, kann man etwas ablesen: Wie geht sie denn mit anderen um? Für was engagiert sie sich? Oder kreiselt sie immer nur um sich selbst?

- Frauen, die (ungefragt) von Anfang an über sich referieren.


Eine super Checkliste - danke!

Laluge
12.12.2006, 21:21
@Karla48: stimme dir in den meisten Punkten schon zu, gerade deine Check-Liste ist stimmig. Wahrscheinlich hast du (zu) viele schlechte Erfahrungen mit Bekannten/vermeintlichen Freunden erlebt.
Eine Anmerkung allerdings stört mich: du schreibst in etwa 'bieten neue Bekannte von Anfang an und von sich aus Hilfe an, und halten sich an diese Zusage..?'

Wenn ich eine neue Bekanntschaft aufbaue, also jemanden kennenlerne und mich öfters gerne mit ihr (der Einfachheit bleiben ich bei Freundin) verabrede, treffe, viel spreche und lache, dann ist das schon mal positiv. Ich erwarte gerade nicht, daß sofort Hilfe gleich welcher Art signalisiert wird. Ebenso wenig wie ich sofort Unterstützung anbieten würde. Es sollte sich erstmal eine Basis entwickeln, in welchen Bereichen denkt man ähnlich, welche Klüfte sind sichtbar und wie massiv sind sie?

Wenn man sich eine Weile kennt, dann kann man um kleine Hilfeleistungen bitten und diese anbieten.

Inaktiver User
13.12.2006, 13:31
...es gibt solche und solche Menschen - jeder denkt und empfindet über Geben und Nehmen in einer Freundschaft anders.
Ich verlasse mich grundsätzlich nicht darauf, dass andere genauso viel zu geben bereit sind wie ich selber. Ich versuche auch nicht, eine "Waage" zum Vergleich zu überlegen, wer wann wieviel gegeben hat.
Ich freue mich, wenn meine Freunde für mich da sind, wie ich für sie - aber ich erwarte / fordere es nicht von ihnen. Wenn es der Fall ist, dann ist es schön und ich freue mich. Und wenn nicht, dann ist es auch okay, ich kann damit umgehen. "Man muss die Menschen nehmen, wie sie sind. Es gibt keine anderen." :-)

ausgebrannt
20.12.2006, 16:08
Ein Gedanken zum Originalbeitrag ... oft werden in einer Beziehung (welcher Art auch immer) "Aufrechnungen" sehr unterschiedlich aufgestellt. Die Gastgeberin sieht sehr deutlich ihre eigene Nachteile und die Vorteile der Gast. Die Gast sieht sehr deutlich, was sie fuer die Gastgeberin schon gemacht hat und was das ihr "gekostet" hat. Das Problem entsteht vielleicht daraus, dass man hier (soweit meine Beobachtungen von deutschen sozialen Systeme halbwegs stimmen) dazu tendiert, den Schwerpunkt auf seine eigene Nachteile und die Vorteile des Anderen zu setzen, und sowohl die Nachteile des Anderen als auch die eigene Vorteile zu unterschaetzen.

(Dies meine ich NICHT als Kritik an Marseillaise!)

Noch etwas Kopflaestiges ... in den 8. und 9. "Buecher" des Nikomachischen Ethiks beschreibt Aristoteles seine Ueberlegungen zu Freundschaft (http://www.textlog.de/33413.html).




...es gibt solche und solche Menschen - jeder denkt und empfindet über Geben und Nehmen in einer Freundschaft anders.

Stimmt! Wichtig fuer Aufbau einer Freundschaft ist, dass die jeweiligen Einstellungen zusammen passen.



Ich versuche auch nicht, eine "Waage" zum Vergleich zu überlegen, wer wann wieviel gegeben hat.

Leider macht der Bauch doch seine eigene Aufrechnung. Ich meine, man faengt erst an, bewusst eine Aufrechnung zu machen, wenn man schon spuert, dass Sachen nicht ausgeglichen sind.

Von der Natur und von der Erziehung her bin ich sehr aufgeschlossen, biete von mir aus Hilfe, Unterstuetzung usw. an. ABER ich komme aus einer Kultur, in der die Mehrheit versuchen, Sachen ausgeglichen zu halten. Wenn jmd Unterstutzung bekommt, achtet er bzw. sie i.d.R. sehr darauf, wie er/sie den Anderen auch unterstuetzen kann. Vielleicht nicht sofort, nicht direkt, kein quid-pro-quo. Aber man versucht, zumindest soviel "in den Fass" "reinzugiessen", als man daraus genommen hat.

Hier funktioniert dieser Ansatz nur in sehr, sehr seltenen Ausnahmsfaellen. Die meisten Deutsche haben ein gaaaanz anderes "Aufrechnungssystem" - und ja, sie haben eins, das erst ins Licht ruetscht, wenn man sich traut, eine Bitte bzw. Forderung abzulehnen. Oder wenn man nach geben geben geben um Unterstuetzung bittet.

Schon wenn man jmdm etwas kleines schenkt, sieht man meistens, wie Leute mit geben-nehmen umgehen: oft wird das Geschenkte heruntergemacht. Beispiel: an einem sehr warmen Sommerabend hatte ich eine Packung Stieleis gekauft. Auf dem Heimweg (war zur Fuss) sah ich eine Frau mit zwei Kindern auch an einem Ampel stehen. Die Kinder hatten sich ueber die Hitze beschwert. Spontan habe ich die Packung Eis aus der Einkaufstasche genommen, aufgemacht, und die Mutter gefragt, ob ich den Kinder Eis am Stiel bieten darf. Sie hat ja gesagt, die Kinder waren glucklich, die Mutter hat auch ein Stuck bekommen. Daraufhin hat sie gesagt, bis ich zu Hause waere, waere der Eis sowieso geschmolzen. Sie hat mich praktisch belehrt, es waere unsinnig gewesen, Eis an einem heissen Tag gekauft zu haben. So was habe ich schon sehr, sehr oft erleben muessen. Hier wird Geschenke und Gefallen sehr gern klein gemacht, vielleicht damit der "Beguenstigte" nicht das Gefuehl hat, jmdm in irgendeiner Weise etw. schuldig zu sein.




Ich freue mich, wenn meine Freunde für mich da sind, wie ich für sie - aber ich erwarte / fordere es nicht von ihnen.


Das klingt sehr positiv. Ich glaube, in diesem Strang ging es um unausgeglichene Beziehungen.

SchneeAmMond
20.12.2006, 23:31
Ich erwarte gerade nicht, daß sofort Hilfe gleich welcher Art signalisiert wird.(....)Wenn man sich eine Weile kennt, dann kann man um kleine Hilfeleistungen bitten und diese anbieten.

ich würde das auch nicht erwarten. ich gehe eher davon aus, dass die leute selber zurecht kommen (wahrscheinlich, weil ich auch vieles alleine mache). aber wenn mich wer um hilfe bittet, dann bin ich gern dazu bereit. möchte mich ja auch nicht mit permanenten hilfsangeboten aufdrängen (sonst denken die anderen noch, ich hielte sie für zu unfähig, um selber was auf die reihe zu kriegen ;-))





Schon wenn man jmdm etwas kleines schenkt, sieht man meistens, wie Leute mit geben-nehmen umgehen: oft wird das Geschenkte heruntergemacht. Beispiel: an einem sehr warmen Sommerabend hatte ich eine Packung Stieleis gekauft. Auf dem Heimweg (war zur Fuss) sah ich eine Frau mit zwei Kindern auch an einem Ampel stehen. Die Kinder hatten sich ueber die Hitze beschwert. Spontan habe ich die Packung Eis aus der Einkaufstasche genommen, aufgemacht, und die Mutter gefragt, ob ich den Kinder Eis am Stiel bieten darf. Sie hat ja gesagt, die Kinder waren glucklich, die Mutter hat auch ein Stuck bekommen. Daraufhin hat sie gesagt, bis ich zu Hause waere, waere der Eis sowieso geschmolzen. Sie hat mich praktisch belehrt, es waere unsinnig gewesen, Eis an einem heissen Tag gekauft zu haben. So was habe ich schon sehr, sehr oft erleben muessen. Hier wird Geschenke und Gefallen sehr gern klein gemacht, vielleicht damit der "Beguenstigte" nicht das Gefuehl hat, jmdm in irgendeiner Weise etw. schuldig zu sein.


das ist ja unglaublich! also bei mir daheim (gut, ich bin auch nicht aus D, aber egal, kann mir so ein verhalten wie von dir beschrieben grundsätzlich nicht vorstellen) wäre es eher so, dass die beschenkten aus dem danken gar nicht mehr herauskämen, und der schenker selbst dann sein geschenk "herabwürdigen" würde: "ach, bis nachhause wär mir das eis eh nur geschmolzen", damit die beschenkten endlich mit ihren freundlichen dankeshymnen aufhörten und um den kindern nach dem obligatorischen "jetzt sag aber brav danke zu der lieben dame" knickse und verbeugungen zu ersparen ;-)

Inaktiver User
21.12.2006, 07:47
Hallo.

Nur kurz, um abzuschließen. Eine Bekannte, die im gleichen Haus wohnt, hat für mich um den Platz gebeten. Das hat dann auch alles reibungslos geklappt.
Morgens Rest ins Auto gestopft und ab ins Hotel.
Schade, dass diese Aktion so viel Nerven gekostet und Stress verursacht hat, hätte alles so leicht sein können.