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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blastozysten - welche Vor- und Nachteile



nanammm
03.03.2015, 10:09
Hallo,

jaaa, ich bin mitten in der Stimu und jaaa, ich habe viele Fragen! :freches grinsen:
Eine Frage (von tausend, ehrlich!) ist:
:wie?: Blastozysten ja oder nein? :wie?:

Nächste Woche ist PU und dann ja wenige Tage später TF - darf man selbst entscheiden, als welchem Tag oder entscheidet das die KiWu? Wenn man es selbst entscheiden soll, wofür sollte man sich bloß entscheiden??
Was sind die Vor- und Nachteile von Blastozysten?
Gibt es was, was man auf jeden Fall beachten sollte?

Ich danke Euch schon mal für Erfahrungen und Tipps und Informatives :blume:
Nana

Inaktiver User
03.03.2015, 13:49
Ich bin Blastofan, meine Kleine Blasto ist inzwischen 14 Monate alt.

Blastozystenkultur heißt, man lässt die Embryos 5 Tage in der Petrischale weil sich so nochmal die Spreu vom weizen trennt.
Denn nur 20 bis maximal 30 Prozent der Embryonen erreichen nach der 5-Tage-Kultur das Reifestadium der Blastozyste. Die übrigen 70 bis 80 Prozent der Embryonen weisen eine verzögerte Entwicklung auf, was normalerweise nicht zu einer Schwangerschaft führt.
Es gibt in unterschiedlichen Kliniken eine unterschiedlich strenge Auslegung des Embryonenschutzges.
Viele Kliniken wenden inzwischen den sogenannten "deutschen Mittelweg" an.
Das Embryonenschutzgesetz verbietet ja eine Vorratshaltung an Embryonen (deswegen der ganze Zirkus mit den Vorkernen einfrieren)

Dem „deutschen Mittelweg“ zu Folge dürfen so viele Eizellen in die Embryokultur überführt werden, dass mit der Bildung von entwicklungsfähigen, d.h. zur Schwangerschaft befähigten Embryonen (maximal drei) gerechnet werden kann.

Man damit, dass sich 1/3 der Embryonen zu Blastos weiterentwickeln
Bei meinem letzten Versuch hatte ich 8 befruchtete Eizellen. Die gingen alle in die Blastokultur und 2 blieben übrig, die bekam ich zurück.

Dieses Vorgehen macht allerdings erst ab 6 befruchten Eizellen Sinn.


Ich würde Blastos jederzeit Kryos vorziehen

Im Prinzip wägt man zwei gefahren gegeneinander ab.

Bei Kryos bestehen die gefahr, dass Embryonen, die es im Frischversuch geschafft hätten das auftauen nicht überleben, ca. 30% überleben das auftauen nicht.

Bei Blastos besteht die Gefahr, dass es Embryos in der Gebärmutter schaffen, draußen nicht schaffen.
Allerdings ist das nicht erwisen, sondern nur eine Vermutung mancher Ärzte

Die Gebärmutter an Tag 2 oder 3 ist ja auch nicht die natürliche Umgebung, sondern die Eileiter.


Allerdings nützt einem ein Blastotransfer, wenn man nur wenige Embryonen hat auch nichts, sondern er ist nur nützlich, um die mit dem besseren Potential auszuwählen. also es macht erst ab 5-6 Embryonen Sinn.

Ja, es kann natürlich sein, dass bei wenigen Eizellen alle stehenbleiben bis Tag 5 und es keinen Transfer gibt. Aber eigentlich ist mein Ziel ja nicht der Transfer, sondern eine Schwangerschaft.

Außerdem finde ich es fürs Konto und die Nerven angenehmer statt mehrere kryotransferen, einen Blastotrasnfer zu machen

Mailine
03.03.2015, 14:06
Nana, ich hatte mich bewusst gegen Blastos entschieden.

Bei wenigen Eilein wäre das einem russischen Roulette gleich gekommen.

In meiner Klinik durfte ich selbst entscheiden, sogar ob Transfer an Tag 2 oder 3.
ich hatte mich intuitiv entschieden "lieber so früh wie möglich zurück ins warme Nest".

Hätte ich viele Eizellen gehabt, wer weiss......

Viel Glück :blume:

madamexx
03.03.2015, 14:09
Liebe Wolken_schaf,

ein bisschen off topic: weißt Du, ob bei eingefrorenen Blastozysten auch ca. 30% das auftauen nicht überleben? Oder ist die Rate da besser?

Liebe Nana, wenn wir die Wahl hätten, hätten wir es glaube ich auch so gemacht: ab ca. 6+ EZ ab in die Blastokultur. Wenn es weniger sind, relativ schnell zurück in die Gebärmutter...

LG, Madame

Inaktiver User
03.03.2015, 14:25
Liebe Wolken_schaf,

ein bisschen off topic: weißt Du, ob bei eingefrorenen Blastozysten auch ca. 30% das auftauen nicht überleben? Oder ist die Rate da besser?

da Blastos vitrifiziert werden, was ein moderneres Verfahren ist, ist die Rate normalerweise besser

Camaine
03.03.2015, 14:54
Das Thema kommt für mich genau zur richtigen Zeit! :smile:

Gestern hatte ich PU und weiß nun, dass wir 6 befruchtete EZ haben. Am Donnerstag soll ich wieder anrufen und erfahre dann, wie die Kleinen sich so entwickelt haben und was die Klinik als TF-Tag vorschlagen würde, je nach Anzahl gleich am Donnerstag oder sich erst Samstag (Tag 5).
Puh, endlich mal wieder Stoff fürs Gedankenkarussell.

Eigentlich wollten wir Blastos und haben auch das Embryoscope gebucht, da wir einen SingleTF machen und ich hoffe, so die schönste EZ zu finden... Außerdem hat mein Kopfkino irgendwann mal den Film hervorgebracht, in dem ein Labormitarbeiter gestolpert ist und die Petrischale flöten ging. :gegen die wand: Im Embryoscope können sie sich in Ruhe vor sich hinteilen.

Jetzt frage ich mich, ab wie vielen EZ am Donnerstag es wohl sinnvoll ist, auf Blastos zu setzen oder doch den früheren TF Termin zu nehmen?

Inaktiver User
03.03.2015, 14:58
Camping da du nur eine zurückwillst, würde ich auf Blastos gehen wenn mindestens noch zwei da sind

Mailine
03.03.2015, 14:59
Was ist denn Embryoscope? Ist das was Neues?

Camaine, alles Gute!

:blume:

Camaine
03.03.2015, 17:41
Camping

:freches grinsen::freches grinsen::freches grinsen: worterkennung ist super!

Danke für deine Rat!


Was ist denn Embryoscope? Ist das was Neues?

Camaine, alles Gute!

:blume:

Embryoscope ist ein Brutschrank mit Videoüberwachung. Embryo-Big-Brother, sozusagen. Die Eizellen können darin ungestört vor sich hin teilen, alle 20 Minuten wird ein Foto gemacht, so dass man die Entwicklung fortlaufend dokumentiert hat. So kann man evtl. Die Qualität besser beurteilen und sie sind ungestört. Besser werden sie davon natürlich nicht, aber man kann hoffentlich das schönste, bestgeteilteste und zeitgerechteste rauspicken.

nanammm
03.03.2015, 21:01
Wow, so viele Informationen! Danke, dass Ihr Euch die Mühe gemacht habt!!
Ich bin gespannt, wie es wird, wenn es soweit ist - ich mache mir halt jetzt schon viele Gedanken :smirksmile:
Vielleicht rät die KiWu ja auch entsprechend!?

Louette
10.03.2015, 21:56
In meiner ersten Kiwu-Praxis wurde 2011 noch kein Blastozystentransfer angeboten. Da ich eh nur zwei befruchtete EZ hatte, war es uns egal. Ich bekam sie bei PU+3 zurück, eine blieb und wird im Oktober 4. (Mittlerweile bietet die Kiwu-Praxis übrigens auch Blastos und Embryoscope an.) Umzugsbedingt haben wir die Kiwu-Praxis gewechselt, in der neuen Kiwu-Praxis ist ein Blastozystentransfer Standard. Bei der ersten ICSI wollte ich eigentlich Kryos haben, aber von den 11 EZ waren nur 3 reif, 2 ließen sich befruchten. TF fand daher bei PU+3 statt, ich bin nicht schwanger geworden. Die 2. ICSI verlief zumindest von den EZ her besser, von 12 EZ waren 8 reif, aber das SG war so grottenschlecht, dass wieder nur 2 EZ übrig blieben, TF war wieder bei PU+3, da ich keinen Single-Embryonen-TF wollte. Ich bin schwanger geworden. Wir hätten es dieses Mal mit Blastos versucht, aber es hat nicht sollen sein. Was jetzt besser ist, kann ich nicht sagen. Ich bin bei 3 Transferen 2 Mal schwanger geworden, ich war knapp 32 und knapp 36. Wir sind ausschließlich wegen des grottenschlechten SGs auf ICSI angewiesen. Von mir also kein Votum für Blastos, aber ich denke, man kann es gut versuchen. Ich würde mich beraten lassen und auch auf das Labor hören, was die vorschlagen. Wenn du sehr viele befruchtete EZ hast, würde ich vermutlich zu Blastos trotzdem tendieren, vielleicht erspart man sich damit weitere Transfere, von den Kosten her ist es in meiner Kiwu-Praxis ähnlich wie wenn man kryokonserviert. Alles Gute!

sputnik33
12.05.2015, 21:57
Also ich hab ja immer nur wenig Eizellen und beim ersten Mal waren 3 befruchtet und 2 haben es bis zu einer Morula geschafft und wurden an Tag 5 transferiert. Das war die Empfehlung der KiWu. Leider war ich nicht schwanger.
Beim letzten Mal hatten sich nur 2 von 3 Eizellen befruchten lassen und ich hatte wegen des Termins keine andere Wahl und musste auch wieder Blastos nehmen, da meine KiWu nur an Tag 3 und 5 transferiert und an Tag 3 war Sonntag, wo die nicht arbeiten. Von den 2 war eine eine Morula und die andere eine Blastozyste....was rauskam weiss ich noch nicht.

Wolkenschaf3
12.05.2015, 22:02
Falscher strang

Spatz22
12.05.2015, 22:19
Ich hab eine total verrückte Theorie: ich glaube an Blastotypen!
Drei "normale" Transfere und ein 3er Kryoversuch klappten bei mir nicht, der erste Blastotransfer war der Erfolg.
Vielleicht können sich "Kleinzeller" bei mir nicht durchsetzen, nur Mehrzeller. Ob das irgendwas mit dem Milieu zu tun hat? Oder sonstigen Beeinträchtigungen in meinem Bauch, mit denen Kleinzeller noch nicht fertig werden, keine Ahnung. Meine Blasto ist jedenfalls vor kurzem 2 Jahre alt geworden.

Camaine
13.05.2015, 08:33
Ich hab ja irgendwie das Gefühl, egal ob Blasto oder nicht, was sich festbeißen will, das beißt sich fest...

Ich glaube nicht so recht, dass etwas, was sich in der Schale nicht weiterentwickelt im Bauch eine Chance hätte. Insofern scheint mir der größte Vorteil von Blastos zu sein, dass man sich unnötige Transfere (und die damit verbundenen Warteschleifen!) erspart. Natürlich kann auch nach Tag 5 noch alles Mögliche schief gehen, aber wenigstens hat man schon mal die "Fehlstarts" ausgesiebt.

nanammm
13.05.2015, 12:42
Ja, das "Aussieben" steht dem Anderen gegenüber: im Bauch, in der natürlichen Umgebung hat es vlt die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln... wo es in der Schale schon "aufgegeben" hätte!?
Ich bin da auch seeeehr hin und her gerissen. Ich kam ja leider gar nicht bis zu der Entscheidung. Aber vielleicht ja beim nächsten Versuch.
Hm... Könnte man nicht das eine Eichen an Tag 3, das andere an Tag 5 einsetzen. Das eine rot, das andere blau markiert - damit man hinterher noch weiß, welches welches war?!! :freches grinsen::blume: