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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : wie Freundin helfen??



Elisa2005
08.12.2006, 23:14
Hallo,
hier sind doch so viele die gute Ratschläge haben. Vielleicht habt ihr einen Tipp für mich?
Ich habe mir schon den Mund "fusselig" geredet, dass sie mal an sich denken soll, was ihr gut tut und nicht ständig Rücksicht nehmen soll auf ihren Mann. Ich hatte gehofft, dass sie es schafft, sich von ihm zu trennen um mal Kraft für sich zu tanken. Leider nein.
Sie hat kaum noch Kontakte zu ihrem sozialen Umfeld bis auf mich und eine andere Freundin, der Kontakt zu anderen Freunden, der Familie ist wegen ihm zerbrochen. Er macht alle Kontakte kaputt, sabotiert Einladungen und es darf auch niemand zu Besuch kommen. Auf seinen Wunsch sind sie aus der mietfreien Whg. bei den Schwiegereltern in eine Mietwhg. gezogen. Er ist aufgrund seiner Faulheit arbeitslos geworden, bekommt eine kleine Rente (die Höhe kennt sie nicht, auch nicht die Finanzen, die verw. die Schwiegermutter).
Er arbeitet nicht, sie darf ihre Teilzeitstelle mit Steuerklasse V besteuern. Eine Änderung der Steuerklasse lässt er nicht zu. Die Rückvergütung der Est-Erklärung fliesst ihm (bzw. der Schwiegermutter) zu. Finanziell kann sie sich daher weder eine Kinobesuch, noch sonst irgendwelche Aktivitäten leisten. Selbst Fahrten mit dem Auto werden auf das notwendigste eingeschränkt.
Ich möchte sie nicht irgendwann in der Notaufnahme besuchen, weil sie total gestresst einen Autounfall hat oder sich zu Tode gehungert hat oder der Mann sie vielleicht krankenhausreif geschlagen hat.
Ich habe ihr auch schon vorgeschlagen, sich an Selbsthilfegruppen, Foren im Internet, Frauenhaus, Psychologen u.ä. zu wenden, aber sie scheint extrem abhängig von ihm zu sein. Wie kommt sie von der Droge "Ehemann" los?

Woodstock62
09.12.2006, 23:50
ich glaube das kannst du nicht: ihr helfen. sie scheint ihm extrem hörig zu sein. anders ist das nicht zu erklären. ich glaube, dass du für sie da bist, egal was passiert, ist für deine freundin ein wichtiger rückhalt. laß sie es wissen, dass sie sich immer auf dich verlassen kann. mehr kannst du nicht tun.

alles liebe
woodstock

Karla48
10.12.2006, 09:44
O je - das ist eine schlimme Abhängigkeit, was Du da schilderst.
Aber ich glaube auch nicht, dass Du da viel tun kannst. Du hast ja schon vieles versucht.

Sie ist nicht fähig, die von Dir angeratenen Hilfsangebote anzunehmen. Irgendetwas hält sie davon ab. Vielleicht schafft sie es, mal die Telefonseelsorge zu kontakten, da braucht es keinen Termin und man ist anonym. Das kann sie ja auch tun, wenn sie Dich besucht, da kann er nicht mithören.

Oder - noch ne Idee: Du rufst die mal an und fragst, was Du noch tun könntest. Da sitzen wenigstens Profis - das sind wir hier ja nicht.

Es klingt schlimm, aber: Wenn der Leidensdruck zu groß wird, und erst dann, handeln die Menschen. Und der Punkt ist offenbar bei ihr noch nicht erreicht.

Ich wünsche Dir eine gute Hand und
Gott schütze Deine Freundin

Gruß Karla :smile:

agnetha
10.12.2006, 19:34
Hallo Elisa,
ich glaube Deine Freundin kann das nur ganz alleine schaffen und sie muss es richtig wollen. Vielleicht muss es ihr noch schlechter gehen, damit sie es schafft oder sie schafft es nie. Sorry, aber es gibt da keine "tollen" Ratschläge. Du hast es schon richtig formuliert,in dem Du vom Ehemann von einer Droge gesprochen hast. Hast Du schon mal versucht einem Süchtigen von der Droge abzubringen? Das ist fast unmöglich. Man kann aber Wege aufzeigen, wie sich derjenige selbst aus der Situation befreien kann, es gibt professionelle Anlaufstellen für solche Fälle und auch dort kann nur geholfen werden, wenn der Betroffene die innere Bereitschaft dazu hat.Du hast ja wie ich gelesen habe schon Anlaufstellen genannt und hast Dich m.E. richtig verhalten. Vor allem sehe ich hier auch einen Handlungsbedarf in rechtlich finanziellen Angelegenheiten. Dir sind sicherlich Fälle bekannt, wo von ihren Ehemännern verprügelte Frauen von der Polizei nachts in Frauenhäuser oder sonstwo untergebracht wurden. Diese Frauen dann aber Tage später zu ihren Ehemännern zurückgegangen sind und nach evtl. kurzeitiger Besserung der Situation nach einer Zeit alles wieder von vorn anfing. Auch wenn bei Deiner Freundin soetwas nicht vorliegen mag so ist psychische Gewalt nun mal auch Gewalt. Wenn Deine Freundin ihren Ehemann wirklich verlassen will und ernsthaft Hilfe möchte, dann kannst Du sie stützen, indem Du sie z.B. zu den versch. Anlaufstellen begleitest, aber sie muss es selbst beginnen. Das wird ist das Schwerste sein. Ich wünsche Deiner Freundin viel Kraft und Glück dabei!

Alles Gute auch Dir!
LG Agnetha

Elisa2005
12.05.2007, 14:47
Hallo,

die Situation bei meiner Freundin hat sich nicht wesentlich verändert. Er ist zwar ausgezogen aus der Wohnung in eine andere Wohnung. Sie verbringt aber dafür ihr ganzes Wochenende mit ihm. Geht mit ihm in Möbelgeschäfte, ins Kino, zum Essen etc. Sie ist ständig telefonisch für ihn verfügbar. Mich gibt es fast nicht mehr in ihrem Leben. Ich komme nicht mehr richtig an sie ran.

Neulich wollte ich sie besuchen, habe mich telf. angemeldet, aber dann hat sie mich wieder wegschickt.

Ich finde es einfach schade, aber wir ihr in euren Antworten schon geschrieben habt, ist der Leidensdruck noch nicht hoch genug.

Ich leide schon richtig mit und überlege ob ich mich einfach nicht mehr melden soll, kann ihr doch nicht helfen und sehe auch nicht, dass sie bereit ist sich zu ändern und dass meine vielen Anrufe irgendwas bewirken, merke nur, dass ich das nicht mehr ertragen kann, wie ein Mensch sich selber zerstört. Sie bräuchte nur ihre Koffer zu packen zu mir oder zu der anderen Freundin oder zu ihrer Familie zu ziehen, damit erst einmal räumlicher Abstand zu ihrem Mann da wäre. Aber das will sie wohl selber nicht. Bin ratlos.:wie?: