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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kinderwunsch: Befruchtung ... natürlich ... künstlich



nanammm
28.02.2015, 12:27
Hallo!

Aus gegebenem Anlass möchte ich die Möglichkeit nutzen, ein Thema zu eröffnen, um nach Euren bzw. den allgemeinen Meinungen zu fragen...

Es gab Diskussionen zwischen Kinderwunsch-Frauen, die sich mit ihrem eher "problematischen" Kinderwunsch (vor allem nach langer Zeit des unerfüllten Kinderwunsches) herumschlagen müssen oder Frauen, die für eben diese Verständnis haben - und Frauen, denen dieses Thema nicht so sonderlich zuzusetzen scheint.
Puh, ich weiß nicht, wie ich es klar formulieren kann.
Warum ich schreibe - dazu erstmal zu meiner persönlichen Situation. Mir geht es mit diesem Thema (unerfüllter) Kinderwunsch nicht sonderlich gut. Aber zumindest stehe ICH noch am Anfang einer Kinderwunschbehandlung! Es gibt andere, die dieses Thema schon Jahre lang beschäftigt! Jedenfalls habe ich seit ca zwei Jahren einen unerfüllten Kinderwunsch, habe viele Beratungen und Untersuchungen (und andere auch demütigende Dinge) über mich ergehen lassen ... (..."müssen".... denn in unserem Fall klappt mit "Spaß haben" leider überhaupt nichts).
Es ist nicht leicht mit diesem Thema umzugehen, was mir aber in dieser Zeit sehr hilft, ist der Austausch mit Frauen, denen es ähnlich geht. Ob sie am Anfang stehen oder schon lange dabei sind, ob sie sich für eine Behandlung (welcher Art auch immer) entschieden haben oder nicht - der Austausch ist das, was gut tut und Kraft gibt und Mut macht, Hoffnung gibt, aufbaut oder von Sorgen und Ängsten befreit, die Seele und das Herz erleichtert....
Dieses Forum hier ist für jeden lesbar, man kehrt also auch sein Innerstes nach Außen in aller Öffentlichkeit. Aber genau das ist aus meiner Sicht in einer solchen Situation von großem Vorteil - ich bin anonym und kann aber auch bei Anderen still mitlesen... was mir lange Zeit schon sehr geholfen hat!!

Jetzt aber zu meiner Frage ... Es gab eine Vermutung bei einer Diskussion, die mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. In etwa - die Frauen, die einen "normalen" Kinderwunsch haben (also ohne dieses "KiWu-Behandlungsgedöhns") oder gar "einfach so" schwanger geworden sind, könnten sich durch unsere Themen "belastet" fühlen - vielleicht stecken unsere Ängste und Sorgen an, unsere Themen frustrieren die unbedarften Hibblerinnen oder Schwangeren oder Mamis??

Wie denkt Ihr über den Kinderwunsch, bzw. wenn dieser unerfüllt bleibt über mögliche Alternativen?
Beschäftigen Euch diese KiWu(-Behandlungs-)Themen, stören sie Euch, wundern sie Euch, interessieren sie Euch, lest Ihr sie gerne zur Unterhaltung einfach so....?

Puh, ich hab viele solcher Fragen, die sich mir seit dieser Aussage stellen und nun wage ich mich einfach in die Öffentlichkeit damit. Ich kann es nicht klarer Formulieren - bin selbst vorbelastet. Aber Eure Meinung dazu würde mich schon sehr interessieren!
Ich hoffe, dass ein Austausch (im Sinne von AUSTAUSCH -also mit ehrlich gemeintem Interesse :blumengabe:) stattfinden kann und sich jetzt keiner kritisiert, angegriffen, bloß gestellt, angeprangert oder was auch immer fühlt -sondern ich bin wirklich ehrlich an Euren Meinungen interessiert. :blume:

Warum, kann ich Euch auch sagen: das Bri-Team stellt mich indirekt immer mehr vor eine Entscheidung: bleiben oder gehen. Sind unsere Themen hier unerwünscht / geduldet / gewollt?
Also für mich, fühle ich mich mit meinem KiWu und den dazugehörigen Problemen verstanden, ernst genommen und kann mich hier dazu austauschen?
Oder müssen doch andere Wege als hier im öffentlichen Forum genutzt werden?

Nana

Doro8
28.02.2015, 12:44
Also das verstehe ich jetzt nicht so ganz. Wer sollte sich gestört fühlen? Es wird doch keiner gezwungen, mit zu lesen.
Das Kinderwunschthema im Sinne von wie es "technisch" geht, interessiert mich weniger, da nicht meine Baustelle, die Gefühle rund um das Thema, welche von Betroffenen beschrieben werden, interessieren mich schon, weil es für mich ein ganz neuer Blickwinkel ist und ich im RL da dann eventuell etwas einfühlsamer reagieren kann. Die Gefühle rund um unerfüllten Kinderwunsch teilt einem sonst ja keiner in dieser Tiefe mit, wie es hier geschieht.
War das jetzt eine Antwort auf deine Fragen? Oder worum geht es dir konkret?

Sonnenschnuppe
28.02.2015, 12:58
Ich hatte insofern eine Kiwu Geschichte, als ich in einem Jahr drei FG hatte. Auf die erste war ich absolut nicht vorbereitet, hatte niemals damit gerechnet. Danach habe ich viel hier gelesen, wir hatten einen netten Strang für Frauen mit FG, wir sind inzwischen weggezogen, da alle inzwischen Kinder haben und die Themen nicht mehr zum Titel passten und wir uns enger austauschen wollten.
Auch bei den Hoffnungsfrauen habe ich viel gelesen,aber nicht geschrieben, da ich ja immerhin schnell schwanger werde und das unsensibel fand. Trotzdem habe ich viel gelernt und Verständnis entwickelt.
Ich bin der festen Überzeugung, dass es jedem gut tut, zu wissen, dass nicht jeder sofort schwanger wird und nicht jede Schwangerschaft gut ausgeht.
Dem einen hilft das wissen, nicht allein zu sein, der anderen tut ein bißchen Demut und Dankbarkeit ob der eigenen glücklichen Situation nicht schlecht.

Wer sich von diesen Themen belästigt fühlt... Nun ja, so ist das Leben. Ich kenne auch im Rl Menschen, die ihren Kiwu nicht so einfach verwirklichen können, die FG hatten, die Kinder verloren haben. Macht mir das Angst? Manchmal, aber so ist es eben. Deswegen will ich trotzdem nicht blind durch die Welt gehen oder mich nur mit glücklichen Menschen umgeben!

xanidae
28.02.2015, 15:13
Sind unsere Themen hier unerwünscht / geduldet / gewollt?
Also für mich, fühle ich mich mit meinem KiWu und den dazugehörigen Problemen verstanden, ernst genommen und kann mich hier dazu austauschen?
Oder müssen doch andere Wege als hier im öffentlichen Forum genutzt werden?

Nana

Natürlich sind eure Themen hier gewollt und gewünscht.

Dass die Erfüllung des Kinderwunsches länger dauern kann und medizinische Hilfe benötigt halte ich durchaus für im Bereich des Normalen. Denn dies verläuft ja nicht bei jedem gleich sondern zeigt sich in so vielen verschiedene Variationen. Es gibt unterschiedliche Gründe, Behandlungen, Ergebnisse. Diese Vielfältigkeit soll auch hier ihren Platz haben.

Dennoch ist es kein Thema, welches mich dauerhaft beschäftigt oder wo ich unbedingt nachlesen muss. Ich tue es manchmal im Zuge der Moderation, auch um mögliche verletzende Beiträge zu versachlichen oder zu löschen.

Ansonsten schließe ich mich Doro8 an.

Mailine
28.02.2015, 15:18
Wie denkt Ihr über den Kinderwunsch, bzw. wenn dieser unerfüllt bleibt über mögliche Alternativen?
Beschäftigen Euch diese KiWu(-Behandlungs-)Themen, stören sie Euch, wundern sie Euch, interessieren sie Euch, lest Ihr sie gerne zur Unterhaltung einfach so....?



Liebe Nana, Du Mutige :blume:, diese Fragen zu stellen!

Auf Deine Frage möchte ich Dir gern aus meiner damaligen Sicht (es geht um einen Zeitraum von 2009-2011) berichten, als ich anfing im Hoffnungsstrang zu lesen. Als ich zu "hibbeln" (gibt es ein anderes, besseres Wort dafür?) anfing und noch bevor ich mit hibbeln anfing, las ich in den diversen Hibbelsträngen. Eines Tages stolperte ich über den Hoffnungsstrang und las mich fest. Das geschah, und jetzt spreche ich nur für mich, mit einer Mischung aus Faszination und Bewunderung für die Frauen, wie tough sie mit dem Thema umgingen, und einer vagen, großen Hoffnung, selbst "drum herum zu kommen". Wie soll ich sagen...ich hatte ein unbestimmtes Gefühl, "was wäre wenn mir das mal blühen würde" und gleichzeitig "das wird bestimmt so sein, weil xy Gründe dafür sprechen". Das waren ängstliche diffuse Gedanken und ich hoffte immer, dass ich keine Kiwu-Behandlung brauchen würde. Gleichzeitig sprachen mich die Gefühle und Gedanken der betroffenen Frauen stark an, weil sie meinen ähnelten (zB werde ich jemals schwanger werden und wenn, wann usw). Obwohl ich selbst erstmal normal hibbelte, konnte ich mich in vielen Gedanken wiederfinden. Das fand ich spannend und das half mir in den Jahren, vor allem 2010 und 2011 bevor ich dann selbst dort mein Unwesen trieb. Für mich stand also ganz klar im Vordergrund, dass ich mich als stille Mitleserin wiederfand und verstanden fühlte. Das gab mir einfach Trost, der mir gut tat. Und ich fragte mich oft, wo die Frauen ihren Mut und ihre Kraft hernahmen.
Was es dann schlussendlich bedeutete, das Auf und Ab, die Hoffnung, der Sturz nach einem negativ, und all der ganze Kiwu-Zirkus, das konnte ich ja nicht ahnen, welche Ausmaße das annehmen konnte.
Denn plötzlich irgendwann 2011 schrieb ich selbst aktiv dort mit, denn auf einmal war ich eine von ihnen ....
So, und da erst begriff ich, was es wirklich bedeutete, sich auf einen langen Kiwu-Weg zu machen.

Weiter denke ich, es ist Fakt, wer öffentlich schreibt, muss davon ausgehen, dass etliche Wildfremde lesen, was man geschrieben hat. Wie soll ich sagen, ich wog für mich meistens ab, was mir mehr gab: Das Rauslassen und Innerstes nach Außen kehren (was mir unbegreiflich gut tat, manchmal auch meine Wut rauszulassen) war mir wichtiger als das Gefühl "von Hunderten gelesen werden zu können". Oder besser, Letzteres nahm ich dann zähneknirschend in Kauf. Das Problem ist halt, man wähnt sich unter sich, dabei vergisst man aber schnell, das "Hinz und Kunz", will sagen: Jeder, mitlesen können. Oder man verdrängt es. So geht es im Prinzip aber allen Strängen.... wie oft lese ich in verschiedenen Strängen "ich hüpf nur mal kurz rein" oder ich mach es ja selbst so. Das ist also ein ganz normales Forumphänomen. :zwinker:
Was ich wohl sagen muss, inzwischen schreibe ich mit angezogener Handbremse, so offen ich früher war, so verschlossen bin ich heute. Und das bei wirklich nicht so Seelenstriptease-Themen wie zB zur Zweite Kind-Frage im entsprechenden Strang. ich bin da wirklich etwas zwiegespalten und halte mich mit Detailangaben oft zurück. Sagen wir so, die Kiwuzeit kann einen schon gaga machen auf lange Sicht. :freches grinsen:


Warum sollte sich jemand belästigt fühlen? Belästigt ist vielleicht ein nicht ganz zutreffender Begriff...ich würde es so versuchen zu sehen: Manchen Menschen gefällt es nicht, schlechte Nachrichten zu hören oder zu lesen. Auch wenn sie genau wissen, dass es sie gibt und dass anderen Leuten Schlechtes passiert. Je besser man dies für sich ausblenden kann, umso mehr kann man glauben, dass in der eigenen Welt alles gut ist und nix Schlimmes passiert. Wenn dann da ein "Problem-Strang" ist (und das ist glaub ich das Manko des guten Hoffnungsstrangs), dann fällt er umso mehr auf, da er einzig im Sinne von allein ist. Ergo: Es wäre "besser" für die Forumsumwelt, wenn es noch mehr weitere Stränge zum Thema Kinderwunsch gäbe wie im Hoffnungsstrang grad erörtert wird. Wenn also ein Problemstrang so einzigartig und prominent ist, fällt er umso mehr ins Auge und kann einem mehr das Gefühl des Störenfrieds geben.
Damit möchte ich niemanden angreifen, ich meine es rein spekulativ. Und Schlechtes will eben nicht jeder lesen. Oder manche die sehen können und wollen, dass es anderen auch ungleich schwerer geht, lesen dann doch mit oder weil sie Freunde verstehen wollen, die selbst eine Behandlung machen. Keine Ahnung, wie es wirklich ist und bei jedem sind die Gründe mitzulesen sicher anders gelagert.
Ich vergleich es mal mit dem Tod oder krankheitsforum. Da war ich mal vor Jahren kurz drin, weil ich nicht direkt betroffen war, aber jemanden kannte und so stöberte ich in den Themen. So kann es ja sein, dass verschiedene Leute im Hoffnungsstrang stöbern, weil sie nach Informationen suchen oder eben nach Verständnis.

Entchen
28.02.2015, 15:32
Ich bin auf den hoffnungsstrang gestoßen durch die liebe leandra28, die ich ein wenig "gestalkt" habe.

Den strang habe ich schon immer als etwas ganz besonderes empfunden - weniger wegen der thematik, sondern mehr wegen der ganz besonders guten diskussionskultur, dem immer respektvollen tonfall und dem fundierten wissen. Ich gebe zu, ihn aus neugierde gelesen zu haben. Wobei sich meine neugierde nicht auf die jeweiligen hoffnungsfrauen als "zirkustiere" bezieht, sondern auf die wissenschaftliche seite. Auf die vielen möglichkeiten, die die medizin bietet.

Und bei jeder positiven schwangerschaftsmeldung habe ich mich so gefreut für jede einzelne. Ihr habt mir gezeigt, dass schwangerwerden nichts ist, was selbstverständlich ist. Im gegenteil, eine schwangerschaft ist immer ein geschenk.

Für mich war der hoffnungsstrang zu keiner zeit eine belastung, sondern ein beispiel für gute diskussionskultur, dankbarkeit und achtsamkeit.

Lady_in_waiting
28.02.2015, 16:31
Ich denke, wenn man sich dafür entschuldigen muss, dass sein Unglück andere Menschen in ihrem Glück stört, läuft gewaltig was falsch.

Zum Thema andere Leute sind dankbarer für ihre Schwangerschaften, weil wir hier sind, mmh, wenn es so formuliert wird wie von Entchen kann ich das schon gut verkraften. Liegt vielleicht auch daran, dass Entchen einer der einfühlsamsten und emotional kompetentesten Userinnen hier ist und selbst in der Lage ist, Schicksalsschläge mit unheimlicher Kraft und Würde zu meistern. :liebe: Aber der generelle Gedanke, das andere ihr Glück aufgrund meines Unglücks, meines Traumas noch mehr genießen können (ganz zu schweigen vom Trauma derer, die noch gar nicht erfolgreich waren), das stößt mir doch irgendwie übel auf.

Ich finde Schwangerschaften von Bri-Userinnen insofern grundsätzlich schön, da hier ein Klientel zusammenkommt, dass sich ja bereits vor der Schwangerschaft viele Gedanken um ihre zukünftigen Kinder macht und sich sehr auf diese freut. Insofern bekommen "die Richtigen" die Kinder und das kann ich schon wertschätzen. Aber andererseits fühle ich mich durch den Gedanken, jemanden einen leichten, wohligen Schauer einzutreiben, der dann sein spontanes Glück dann umso mehr genießen kann, ungut. Dazu habe ich einfach zuviel gelitten. Das ist ein bisschen so, als würde man als Elefantenmensch an der Nase durch die Herrschaftsräume von Downton Abbey gezogen werden. :freches grinsen: Das soll jetzt aber keine Spaltung zwischen Kinderwunschfrauen und dem Rest herbeireden, sondern ein dickes, fettes JA pro Abtrennung beider Foren ausdrücken.

fairyprincess85
28.02.2015, 17:20
Ich möchte mich allen Vorschreiberinnen anschließen.
Ich frage mich wer in einem Kinderwunsch-Forum schreiben soll wenn nicht die Frauen die einen so starken Kinderwunsch haben, so dass sie einen so harten und steinigen Weg auf sich nehmen.

Mich hat es nie gestört und auch nicht ängstlich gemacht ab und zu über diese Themen zu "stolpern".
Es hat mir zwar bewusst gemacht das schwanger werden keine Selbstverständlichkeit ist, aber das finde ich auch gut. Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin einfach froh über das wissen, denn wie hier schon erwähnt wird im privaten Bereich doch eher wenig darüber geschrieben und ich kann nun ganz anders mit einigen Dingen umgehen und auf "betroffene Personen" ganz anders zu gehen.

Auch ich habe ab und zu hier mit ein paar Frauen mit gefiebert und mich gefreut wenn es endlich geklappt hat. Ich habe auch einen gehörigen Respekt vor der stärke der Hoffnungsfrauen.

Ich hoffe ich habe mit meinen Zeilen nun das zum Ausdruck gebracht was ich wollte und bin keinem auf die Füße getreten :blumengabe:

Morsezeichen
28.02.2015, 18:02
Ich schließe mich meinen Vorrednerinnen an. Auch wenn es ein sehr sensibles Thema ist, so ist das Thema Kinderwunsch mit all seinen Facetten doch Teil unserer Gesellschaft und sollte -so finde ich- dort bewusst Platz erhalten, damit eine erhöhte Sensibilität für betroffene Frauen und auch Männer entstehen kann.

Ich lese immer wieder still mit, weil eine meiner liebsten Freundinnen seit einiger Zeit mit dem Thema "(hoffentlich NOCH) unerfüllter Kinderwunsch" inklusive aller psychischen, emotionalen und medizinischen Folgen konfrontiert ist. Das stille Mitlesen hat mir geholfen, eine andere Sensibilität zu entwickeln, manchmal vielleicht weniger zu reden und mehr/anders da zu sein und meiner Freundin so insgesamt hoffentlich besser zur Seite stehen zu können.
In diesem Sinne finde ich es als "stille Nutzniesserin" bewundernswert, beeindruckend, berührend und für mich als Aussenstehende sehr hilfreich, dass ein so emotionales Thema in einem öffentlich einzusehendem Forum diskutiert wird -vielen Dank, dass Ihr bereit seid, Eure Gedanken und Gefühle so zugänglich zu machen.

Ich möchte mich übrigens der Aussage anschließen, dass sich der Diskussionston im Strang doch deutlich zu manch anderen Threads abhebt -ein sehr angenehmes Phänomen :blume:

Liebe Grüße

Sonnenschnuppe
28.02.2015, 18:08
Wenn ihr Hoffnungsfrauen Euch unter Euch wohler fühlt, ist das für mich der einzige Grund für eine Abspaltung.

Für mich gehört Ihr dazu und sollt lieber bleiben.
Ich bin bei der aktuellen Besetzung nicht auf dem Laufenden, habe aber früher bei einigen kräftig Daumen gedrückt und mich über Schwangerschaft ganz besonders gefreut.
Das Bild mit dem wohligen Schauer- vielleicht gibt es Leute, die des wohligen Schauer wegen den Threat lesen, die können das auch nach einer Trennung noch. Ich glaube eher, dass unter Euren stillen Lesern die dominieren, die selbst betroffen sind und die, die echt Anteil nehmen. Nicht um sich im eigenen Glück zu sonnen, wer sowas braucht, ist eh arm dran.
Trotzdem, ich selbst habe im Rl früher nicht über die FG gesprochen, weil ich nicht die sein wollte, die beäugt und bemitleidet wird. Drum verstehe ich, dass oft auch echte Anteilnahme unerwünscht ist.

Sonnenschnuppe
28.02.2015, 18:39
Nanamm, ich habe jetzt überhaupt erstmal im Ausgangsstrang gelesen, um was es eigentlich geht.
Vor dem Hintergrund finde ich Deine Fragestellungen allerdings unglücklich.
Wenn ihr von den Schwangeren und Müttern Unterstützung in Eurem Abspaltungswunsch möchtet, dann aber doch nicht, weil es hier dann gemütlicher wird. So sehr ich verstehe, dass Euch jeder neue Monatsstrang pickt, so wenig stört mich jeder Kiwu Strang.
Da hier viele Mitschreiber über die Babyzeit hinaus bleiben, fände ich auch eine Trennung bei gleichzeitiger Ausweitung von Babyzeit in Kinderjahre sinnvoll, gebe aber auch zu bedenken, dass es eben auch Hibbelstraenge gibt, die ich in meiner Kiwuzeit befremdlich fand, wenn sich da nämlich Mädels seitenweise über den besten Geburtsmonat austauschen oder den richtigen Zeitpunkt... So nach dem Motto, wenn ich mich entschieden habe, bin ich morgen schwanger.
Trotzdem spricht aus meiner Sicht nichts gegen die Trennung, wenn sie so sehr gewünscht ist.

nanammm
01.03.2015, 09:24
Hallo :blume:
Erstmal möchte ich Euch für die vielen ehrlichen und offenen Antworten danken! Ihr habt Euch die Mühe gemacht und Eure Meinung oder Erfahrungen offen erzählt - dafür möchte ich euch danken :blumengabe:
Für mich ist es gut zu wissen, wie Ihr über all die Fragen denkt. Mit so viel Ehrlichkeit und Offenheit hatte ich gar nicht gerechnet und ich bin daher gerade positiv überrascht. Also, ganz herzlichen Dank!!
Bei ein paar Aussagen war ich richtig berührt. Es trifft vieles so sehr genau auf den Punkt - genau wie ich es erlebt habe oder erlebe...
Es ist ja schon so, dass das Thema Kinderwunsch nicht immer nur "Betroffene" interessiert. Manche sind interessiert daran, weil sie sich um Freunde Gedanken machen. Oder selbst "knapp drum rum" kamen... ja, wie auch immer. Ich glaube ja auch, dass das Forum von Vorteil vor allem für diejenigen ist, die still mitlesen, sich informieren wollen oder einfach ehrlichen Anteil nehmen... (habe ich ja selbst ganz lange gemacht). Daher hat mich das "Andere könnten sich belastet (oder wie auch immer) fühlen" echt beschäftigt.
Natürlich wollen die KiWu-lerinnen einen eigenen Bereich - aber in einer privaten Gruppe würde das den stillen Mitlesern nichts bringen und die Neuen würden erstmal auch nicht einfach so dazu finden. Und ja, vielleicht traut man sich im RL an das Thema nicht ran, aber das ist hier (anonym zu schreiben oder still mitzulesen) einfacher und man lernt auch, damit umzugehen - was einen ja auch im RL wieder weiterbringen kann... (ging mir so!! :zwinker:)
Diese Diskussion wird ja aber schon an anderer Stelle geführt, darum geht es hier ja nicht (ich selbst muss mich hier zurückhalten :freches grinsen:). Mir ging es wirklich um die allgemeine Sicht - wie wird das Thema Kinderwunsch (von außen oder weil selbst betroffen) gesehen ... und damit umgegangen... und Eure Antworten habe ich sehr interessiert gelesen!
Denn ich muss tatsächlich sagen, das Thema beschäftigt mich momentan wirklich stark ...
Das, was ich anfangs geschrieben hatte, hat mich so ins Grübeln gebracht - die Diskussion ob eigener Bereich oder andere Wege finden... ja, ich wollte Eure Sicht der Dinge oder Erfahrungen wissen, um mir selbst klarer zu werden. Und ich bin mir sicher, dass es ein Thema ist, das nicht vergessen werden darf - aber auch nicht "erschrecken" soll....

Eteterfon
01.03.2015, 12:07
gebe aber auch zu bedenken, dass es eben auch Hibbelstraenge gibt, die ich in meiner Kiwuzeit befremdlich fand
Es gibt hier einiges, das ich befremdlich finde. :freches grinsen: Und auch Sachen, die mich kopfschütteln lassen. Das ist doch völlig normal in einem Onlineforum. Man muss es ja nicht lesen.

Der Hoffnungsstrang (oder auch speziellere Themen rund um IFV usw., die es ja vereinzelt immer mal gab) haben mich nie gestört. Im Gegenteil. Interessiert haben sie mich und das nicht aus Sensationslust heraus. Auch schon, als ich noch glaubte, ich werde sicher einfach wuppsdidupss schwanger werden. Ich bin ja schon wesentlich länger hier im Forum am Lesen als ich begonnen hatte, das Schwangerwerden zu "üben". Dass der Hoffnungsstrang dann zwei Jahre lang mein Hauptstrang hier werden würde, hat sich im Prinzip "natürlich" ergeben, einfach weil er ja immer präsent ist und weil ich streckenweise schon mitgelesen hatte.

Ich sehe jedenfalls nicht, wieso die Hoffnungs-Themen hier stören sollten. :blume:

fairyprincess85
01.03.2015, 18:28
Nur um es zu verstehen...
Fühlt ihr Hoffnungs-Frauen euch von den anderen Strängen gestört oder euch eingeschränkt in euren Themen?
Ich hab jetzt mal bei euch reingelinsz um es zu vertsehen.
Ihr möchtet eigentlich lieber einen abgetrennten Bereich haben in dem nicht ständig neue (auf natürlche Weise entstandene) Schwangerschaftsmeldungen kommen?
Einen Bereich in dem es nur um Themen geht die sich um (entschuldigt ich kenne die richtigen Begriffe dafür nicht) unterstützte Schwangerschaften drehen?

Verzeiht das ich es jetzt so auffasse, aber dann ist es eher so das ihr euch gestört fühlt? (Was euch sicher keiner übel nimmt :blumengabe:)

Ich fände es schade wenn das so wäre, denn wie in meinem ersten Post gesagt finde ich das hier im Kinderwunsch-Forum euer Platz ist.

Ich denke es wäre vielleicht eher eine Überlegung wert ob man das Thema Kinderwunsch nicht vielleicht vom Thema Schwangerschaft und Kinderjahre trennen sollte.

nanammm
01.03.2015, 18:45
Ich denke es wäre vielleicht eher eine Überlegung wert ob man das Thema Kinderwunsch nicht vielleicht vom Thema Schwangerschaft und Kinderjahre trennen sollte.
Genau darum geht es uns in der genannten Diskussion (http://bfriends.brigitte.de/foren/fragen-und-ankuendigungen-zur-community-und-zu-brigitte-de/458916-trennung-der-foren-kinderwunsch-und-babyjahre.html)- um die es hier aber eigentlich nicht auch noch gehen sollte. Hier wollte ich Eure Meinung hören, um mir ein Bild machen zu können. Mich hat es schwer beschäftigt, dass die Themen/Probleme der "Hoffnungsfrauen" die Anderen (...) stören, verängstigen, erschrecken oder was-auch-immer könnten... Ich höre aber stark heraus, dass dem (der Mehrheit nach zumindest, was Einzelne dann doch wieder denken, weiß man ja nicht) so wohl eher nicht ist und Ihr eher Verständnis, Mitgefühl und ehrlich gemeintes Interesse an den "Hoffnungsfrauen" zeigt. Und ich danke Euch wirklich sehr dafür! Es ist ein so wertschätzender Umgang hier - ob man den überhaupt woanders so finden würde :wie?:

fritzi72
01.03.2015, 22:42
: Aber der generelle Gedanke, das andere ihr Glück aufgrund meines Unglücks, meines Traumas noch mehr genießen können (ganz zu schweigen vom Trauma derer, die noch gar nicht erfolgreich waren), das stößt mir doch irgendwie übel auf.

Ich finde Schwangerschaften von Bri-Userinnen insofern grundsätzlich schön, da hier ein Klientel zusammenkommt, dass sich ja bereits vor der Schwangerschaft viele Gedanken um ihre zukünftigen Kinder macht und sich sehr auf diese freut. Insofern bekommen "die Richtigen" die Kinder und das kann ich schon wertschätzen. Aber andererseits fühle ich mich durch den Gedanken, jemanden einen leichten, wohligen Schauer einzutreiben, der dann sein spontanes Glück dann umso mehr genießen kann, ungut. Dazu habe ich einfach zuviel gelitten. Das ist ein bisschen so, als würde man als Elefantenmensch an der Nase durch die Herrschaftsräume von Downton Abbey gezogen werden. :freches grinsen: Das soll jetzt aber keine Spaltung zwischen Kinderwunschfrauen und dem Rest herbeireden, sondern ein dickes, fettes JA pro Abtrennung beider Foren ausdrücken.

Hatte schon im Strang über die Schaffung eines Forums "Kinderwunsch" geschrieben, dass ich finde, dass die "Hoffnungsfrauen" hier durchaus willkommen sind und möchte auch hier nochmal betonen, dass ich die entsprechenden Stränge bereichernd finde, ich aber der Meinung bin, dass der Wunsch der "Hoffnungsfrauen" vorgehen sollte.

Liebe Liw, aufgrund Deines Beitrags möchte ich da noch etwas erläutern:
Ich lese in den besagten Strängen nicht fortlaufend, aber immer mal wieder mit. Ich tue dies NICHT , damit mir ein wohliger Schauer über den Rücken läuft und ich mein Glück besser geniessen kann. Bei mir ist es ein generelles Interesse an Mitmenschen und deren Schicksal, hängen bleibe ich meist, weil ich sehe, wie tapfer die Betroffenen mit ihrem Los umgehe und ich einfach Anteil nehme, mit hoffe, dass sich nun endlich die ersehnte Schwangerschaft einstellen möge. Dann finde ich die Art des Austauschs in den Strängen an sich lesenswert:blumengabe: Zusätzlich finde ich es interessant, etwas über ein Thema, das im RL wenig offen erörtert wird, zu erfahren und vielleicht hilft es mir auch, gegenüber jemand, der im RL in derselben Situation steckt, sensibler zu reagieren.

Auch andere Schicksalsschläge (zB Krankheit und Tod von Kindern) sind Thema im Forum und ich unterstelle einfach, dass weder Du noch andere Userinnen dort lesen und Anteil nehmen, sich aber dann ihr gesundes Kind ansehen und sich mit dem besagten wohligen Schauer zurücklehnen?
Ich gehe davon aus, dass den Betroffenen die Anteilnahme gut tut und oft findet sich jemand, der aus eigener Erfahrung etwas hilfreiches schreiben kann. Das ist doch neben dem Austausch der Zweck, sich in einem öffentlichen Forum zu exponieren.

Das gilt für jede Form von Schicksalsschlag, sei es die letztgenannten oder unerfüllter Kinderwunsch.

Auch ich hoffe, hiermit niemand auf die Füsse getreten zu sein, wollte nur verdeutlichen, dass das Mitlesen nichts mit Sensationslust oder ähnlichem zu tun hat:blume:

fairyprincess85
01.03.2015, 22:53
Genau darum geht es uns in der genannten Diskussion (http://bfriends.brigitte.de/foren/fragen-und-ankuendigungen-zur-community-und-zu-brigitte-de/458916-trennung-der-foren-kinderwunsch-und-babyjahre.html)- um die es hier aber eigentlich nicht auch noch gehen sollte.

Oh entschuldige, dieser Strang ist irgendwie an mir vorbei gegangen.
Vielen Dank für den Link.
Ich werde dort die Tage mal ein wenig quer lesen und mich dort auch mal äußern.

Peppis
02.03.2015, 08:09
Auch andere Schicksalsschläge (zB Krankheit und Tod von Kindern) sind Thema im Forum und ich unterstelle einfach, dass weder Du noch andere Userinnen dort lesen und Anteil nehmen, sich aber dann ihr gesundes Kind ansehen und sich mit dem besagten wohligen Schauer zurücklehnen?
Ich gehe davon aus, dass den Betroffenen die Anteilnahme gut tut und oft findet sich jemand, der aus eigener Erfahrung etwas hilfreiches schreiben kann. Das ist doch neben dem Austausch der Zweck, sich in einem öffentlichen Forum zu exponieren.

Das gilt für jede Form von Schicksalsschlag, sei es die letztgenannten oder unerfüllter Kinderwunsch.

Ich finde, das ist ein Aspekt, der wichtig ist. Als langjährige Userin dieses Forums lese ich inzwischen moderativ in allen Strängen mit.

Hinter den gesamten verschiedenen Überschriften, freudiger und auch problematischer Art verbergen sich so viele Einzelschicksale und damit auch jede Menge persönliches Unglück in Form von Fehlgeburten, Krankheiten, Trennungen und anderen Schicksalsschlägen. Mir selbst ist das durch meine ganz persönliche Geschichte auch nicht fremd :blume:

Ich habe das Forum immer als sehr guten Ort des Austausches empfunden in dem die verschiedensten Geschichten nebeneinander Platz finden. Nie hatte ich das Gefühl, jemand könnte sich am persönlichen Unglück des anderen aufbauen. Fremdartig finde ich für mich diesen Gedanken.

Ich denke, gerade euch Hoffnungsfrauen gehören viele Daumen des Forums. Wenn ich auszugsweise bei euch mitlese, meist um zu schauen, ob auch keiner die sensible Unterhaltung stört, habe ich mich ganz oft sehr gefreut, wenn es Positives gab, oft die Daumen gedrückt und oft gedacht: Das darf doch nicht schon wieder sein......

So ist das.....

Ich finde es sehr gut, dass du/ihr hier diesen Weg geht, individuelle Stränge zu Themen eröffnet werden, die da draußen ganz viele Frauen betreffen.

Richtig ist es auch, dass die Diskussion zur Umstrukturierung insgesamt im anderen Strang gebündelt werden soll. Der Link wurde hier gesetzt. Nur das macht es übersichtlich und stellt sicher, dass die Meinungen auch abgerufen werden können. In verschiedenen Strängen werden sie möglicherweise nicht erfasst und überlesen.

Mamsell.Mimmi
02.03.2015, 10:17
Ich respektive wir gehören zu den Leuten, die "einfach so" und "unkompliziert" schwanger werden (und uns quasi den Wunschgeburtstermin "aussuchen" können). Und das obwohl es eine Vorerkrankung gab, die das garnicht selbstverständlich sein lässt.

Und stehen damit im weiteren Verwandten- und Bekanntenkreis alleine da. Sprich wir bekommen mehr schwierige Kinderwunschzeiten mit als einfache Schwangerschaftsmeldungen.

Ich für mich gehe mit der Thematik offen um, da es da für mich nichts Peinliches oder zu Verheimlichendes gibt. Und hoffe so, den Betroffenen irgendwie etwas Unterstützung sein zu können. Ich informiere mich zumindest rudimentär über die Behandlungsmöglichkeiten.
Und ich hibbel und freue mich unglaublich über jeden Erfolg und bin mit betroffen wenn es nicht geklappt hat.

Für mich gehört das einfach mit zum Leben dazu und ich finde nicht, dass das in irgendeine Ecke geschoben werden sollte oder muss. Im Gegenteil! Gerade dafür muss bewusst Platz und Anteilnahme sein.

Glueck2014
02.03.2015, 11:28
Nana, Du fragst jetzt aber nicht wirklich ob "unser" Hoffnungstrang die anderen hier stört? :ooooh:

stell Dir das jetzt mal im RL vor: Sorry, das ich nicht schwanger werde und von meiner ICSI spreche, ich hoffe es trübt das Glück Deiner unkomplizierten Schwangerschaft nicht! :erleichtert:

a.) Du bist hier in einem Online-Forum
b.) freiwillig
c.) Hat Dich einer der Monats- und Hibbelstränge gefragt ob sie DICH stören? :smirksmile:

Ich habe selbst immer da rein gelinst, bin ich ja selbst schuld. Es liegt ja in meinen Händen, was ich mir reinziehe und was nicht, wenn ich gerade mal wieder in der ICSI Schleife hing.

(editiert)

Lady_in_waiting
02.03.2015, 12:20
Fritzie, ich will noch mal klarstellen, dass es mir nicht darum ging, Userinnen Voyeurismus vorzuwerfen. Oder irgendwelche schlechten Absichten. Mir ist schon bewusst, das die meisten hier einfühlsam und empathisch auf unsere Situation reagieren. Ich habe beim querlesen der bri in fremden Strängen auch hin und wieder mal eine Träne verdrückt, wenn z.B. jemand von einer Fehlgeburt im Monatsstrang geschrieben hat. Aber ich bin eben trotzdem der Meinung, dass solche Fälle wie wir dann bei den meisten dazu führen, dass sie sich etwas besser in ihrer Haut fühlen. Das ist gar nicht böse gemeint, aber eben Natur der Sache.

In meinem offline Freundeskreis ist es mittlerweile fast so, dass ich auch gegenüber sehr guten Freundinnen bereue, überhaupt von der Kinderwunsch-Odyssee berichtet zu haben, da z.B. von zwei Freundinnen IMMER und STÄNDIG die Bemerkung kommt, wie schnell sie doch im Gegensatz zu mir schwanger wurden und wie dankbar sie dafür sind. Und auch in den gemischten Strängen, wo Hoffnungsladys und nicht-Hoffnungsladys schreiben (das Wort Normalreproduzierende wurde mir ja an anderer Stelle verboten), kommt so etwas manchmal ein bisschen durch. Schlucken muss ich z.B., wenn heißt, man könne ja nicht davon ausgehen, dass es bei weiteren Kindern auch so schnell klappt, etc. Und natürlich klappt es dann schnell. Was auch super ist. Aber der einfühlsam gemeinte Hinweis auf die eigene Lage bewirkt dann trotzdem, das man sich fühlt wie ein Freak.

Es gibt halt einfach doofe Situationen, an denen niemand schuld ist. Und die man trotzdem nicht auflösen kann und aushalten muss. Insofern bitte ich meine Aussage, das unser Leid anderen sicher ihr Glück noch mehr genießen lässt, auszuhalten (und natürlich bin ich noch dankbarer für mein gesundes Kindchen, wenn ich von kranken Kindern lese!! Wem würde das nicht so gehen?! Ätzend und zynisch für die betroffene Mutter, aber doch wohl menschlich...).

Sonnenschnuppe
02.03.2015, 14:45
Meine liebe Liw, ich habe 3 Bekannte, deren Kinder tot zur Welt kamen, bzw Tage nach der Geburt starben, eine Bekannte, deren Tochter aufgrund Nabelschnurvorfalls einseitig Gelähmt ist, eine Freundin, deren Tochter im Kleinkindalter verstarb. Darüberhinaus habe ich beruflich zahlreiche Tragödien begleitet. Ich war in jedem einzelnen Fall dankbar, dass es nicht meine Kinder sind. Das ist finde ich normal.
Ich hätte aber keinen dieser Fälle gebraucht, um mein Glück genießen zu können. Im Gegenteil, wenn ich glücklich bin, dann möchte ich am liebsten, dass alle um mich herum das auch sind. Gleichwohl verschließe ich mich nicht vor dem Leid anderer und bin davon berührt.

Ich verstehe Deine Gedanken, fühle mich davon nicht verletzt, möchte aber auch darum werben, die Enttäuschtheit nicht so sehr überhand nehmen zu lassen, dass jedes noch so gut gemeinte oder unbedachte Wort hier oder im Rl auf die Goldwaage gelegt und unendlich groß gemacht wird. Das hilft am Ende niemand weiter.

Lady_in_waiting
02.03.2015, 16:33
Ich verstehe Deine Gedanken, fühle mich davon nicht verletzt, möchte aber auch darum werben, die Enttäuschtheit nicht so sehr überhand nehmen zu lassen, dass jedes noch so gut gemeinte oder unbedachte Wort hier oder im Rl auf die Goldwaage gelegt und unendlich groß gemacht wird. Das hilft am Ende niemand weiter.
Dieser Rat ist immer schnell erteilt. Aber wenn es so einfach wäre, könnten die psychiatrischen Ambulanzen dicht machen. Ich empfinde es zum Beispiel auch nicht immer als nachvollziehbar, an welchen Bemerkungen und Formulierungen schwule oder farbige Freunde Anstoß erregen. Aber ich stecke eben auch nicht in deren Haut.

Paranoid wird es eben nur, da stimme ich Dir zu, wenn der Person, welche eine gut gemeinte oder unbedachte Bemerkung gemacht hat, böser Wille unterstellt wird. Aber das habe ich ja explizit NICHT getan und habe ja mehrfach gesagt, dass die Bemerkung, unsere Existenz hier würde die Freude über Schwangerschaften verstärken, nicht böse gemeint und sogar nachvollziehbar ist. Aber m.E. trotzdem für eine Trennung der Foren spricht.

Vielleicht ist es einfach auch diese Puderzucker Mentalität, die mich gerade in der Diskussion so stört. Alles muss immer glatt gebügelt werden und alle müssen sich lieb haben. Es hieß ja auch seitens einer (lieben) nicht-Hoffnungsfrau, reproduktionsmedizinische Maßnahmen gehören zum Leben dazu, also könne man auch drüber reden. Nein, für mich gehört das eben nicht einfach so dazu. Und ist nicht normaler Teil meines Lebens sondern einer, der nur mit allergrößter psychischen und körperlichen Anstrengung bewältigt werden kann. Wir sind dankbar für alle Unterstützung die wir von Euch kriegen, aber nein, nicht jeder kann immer über alles mitreden und am Ende des Tages spielen hier zwei verschiedene Teams. Die sich respektieren und freundschaftlich verbunden sein können, aber eben nicht komplett alles aus der Perspektive der jeweils anderen nachvollziehen können. So, ich hoffe, da war jetzt nix ungewollt zynisches oder herablassendes dabei und ich bin niemandem (mal wieder) ungewollt auf die Füße gelatscht.

nanammm
02.03.2015, 21:32
Ich finde es sehr gut, dass du/ihr hier diesen Weg geht, individuelle Stränge zu Themen eröffnet werden, die da draußen ganz viele Frauen betreffen.

Richtig ist es auch, dass die Diskussion zur Umstrukturierung insgesamt im anderen Strang gebündelt werden soll. Der Link wurde hier gesetzt. Nur das macht es übersichtlich und stellt sicher, dass die Meinungen auch abgerufen werden können. In verschiedenen Strängen werden sie möglicherweise nicht erfasst und überlesen.
:blumengabe:

Es ist ein schweres Thema. Belastend, ja. Ich kann mich nur wiederholen und mich bedanken, dass Ihr so offen und ehrlich Eure Meinungen und Erfahrungen weiter gebt.
Ich wollte nicht "falsch" rüber kommen, ich finde nicht, dass wir Hoffnungsfrauen uns für unsere Themen entschuldigen oder damit verkriechen müssten -nein, im Gegenteil!
Ich habe das Thema ja damit eröffnet, dass mir eine Aussage im Bauch lag - dass die Themen "abschrecken" oder "verängstigen" oder wie auch immer.... und ich wollte Eure Meinung hören, dafür bin ich nun auch dankbar. Also nicht falsch verstehen, Glück :smirksmile: Irgendwie bin ich stolz zu Euch zu gehören, wir sind toll :liebe: Und egal, ob Hoffnungsfrau oder nicht - wir haben einen echt tollen und gewinnbringenden Austausch. Nur darum geht es!
Danke :blume:

Peppis
02.03.2015, 21:55
:blumengabe:

Es ist ein schweres Thema. Belastend, ja. Ich kann mich nur wiederholen und mich bedanken, dass Ihr so offen und ehrlich Eure Meinungen und Erfahrungen weiter gebt.
Ich wollte nicht "falsch" rüber kommen, ich finde nicht, dass wir Hoffnungsfrauen uns für unsere Themen entschuldigen oder damit verkriechen müssten -nein, im Gegenteil!
Ich habe das Thema ja damit eröffnet, dass mir eine Aussage im Bauch lag - dass die Themen "abschrecken" oder "verängstigen" oder wie auch immer.... und ich wollte Eure Meinung hören, dafür bin ich nun auch dankbar. Also nicht falsch verstehen, Glück :smirksmile: Irgendwie bin ich stolz zu Euch zu gehören, wir sind toll :liebe: Und egal, ob Hoffnungsfrau oder nicht - wir haben einen echt tollen und gewinnbringenden Austausch. Nur darum geht es!
Danke :blume:

Liebe Nanammm,

ich denke, gerade das ihr hier -bisher arglos- im "allgemeinen Forum" angesiedelt seit, dürfen Rückschlüsse darauf zulassen, dass genau diese Themen die gleiche Wichtigkeit haben, wie alle anderen eben auch. Für mich ganz persönlich ganz sicher.

Daneben denke ich, dass ihr mit euren Meinungen sehr ernst genommen werdet. :blumengabe:

nanammm
03.03.2015, 10:20
Danke, liebe Peppis, das ist sehr lieb! Allerdings sehe ich das mit der Wichtigkeit anders :knatsch: Für mich ist es leider so, dass hier zwei Themen "zusammengequetscht" sind, und hätten beide die gleiche Wichtigkeit, würde es für jedes Thema einen eigenen Bereich (also gleichwertig) geben... Aber meine Meinung ist ja bekannt :cool: ICH glaube auch nicht, dass wir -besser gesagt- unsere Themen "stören". Es ist wohl eher andersrum, dass wir uns "gestört" fühlen. Beiträge über "ich treibe zum dritten Mal ab, will aber irgendwann mal ein Kind" haben mich maßlos "gestört". :unterwerf: Es sind zwei Bereiche, die so sehr zusammen passen und gehören und ja in die gleiche Richtung gehen - und doch soooo sehr unterschiedlich sind, sich reiben - und ja, richtig doll weh tun können (scheinbar nur auf der einen Seite - was für die Anderen ja somit erstmal überhaupt kein Problem darstellen dürfte....) Uns als KiWu-lerinnen piekst sowas wie "ich will ein 7. Kind, aber es klappt einfach nicht, weil ich so viel Alkohol trinke?" oder "ich hab gerade meine Weltreise abgesagt, weil ich gestern Sex hatte und übermorgen ja schwanger sein werde".... ich habe nun erfahren, wie Andere über uns denken, wie offenen Herzens wir aufgenommen werden und wie empathisch mitgefühlt und -gefiebert wird - das zu wissen tut gut, danke :blume: und Respekt vor allem für die nicht Betroffenen, die soooo viel Einfühlungsvermögen und Verständnis zeigen!!! :blumengabe: Ich bin positiv überrascht und freue mich sehr über so viel Zuspruch! :smile:

xanidae
03.03.2015, 11:26
Beiträge über "ich treibe zum dritten Mal ab, will aber irgendwann mal ein Kind" haben mich maßlos "gestört". !

Das ist verständlich und dieser Beitrag hätte auch nicht in dieses Forum gehört (sondern in "Gehören Kinder..."). Leider ist das nicht sofort ersichtlich und wir Moderatoren sind auch nicht rund um die Uhr online, so dass wir hier auch darauf angewiesen sind, dass solche Beiträge schnell über die Meldefunktion (Dreieck mit Ausrufungszeichen) gemeldet werden oder per PN an einen Vip der Online ist. Dann kann man das in das passende Forum schieben.

nanammm
03.03.2015, 11:55
Ojaaa, gerade in solchen Fällen ist es doch gut, dass es die MODs gibt!!!! :blumengabe:

Ich war zwar stille Mitleserin in besagtem Strang, aber ich konnte mich einfach irgendwann nicht mehr bremsen und musste mich deutlich für eine "Überarbeitung der Strangstrukturen" aussprechen :lachen:
Und ich war unglaublich froh, dass bei diesem Strang schnell reagiert wurde! Das war zu krass :unterwerf:

Danke für den Hinweis mit der Meldefunktion - auf das kam ich damals noch gar nicht :cool: