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Inaktiver User
26.08.2004, 11:56
VERSETZT


Das Telefon klingelt.

Eigentlich ist es überflüssig, den Anruf entgegenzunehmen.
Der große Don mit der großen Klappe und der starken Schulter, die er mir netterweise zum Ausheulen angeboten hat, wird unsere Verabredung absagen.

Obwohl ich das weiß, gehe ich ans Telefon. Ich will ihm das schlechte Gewissen ersparen, mich unangekündigt im Regen stehen lassen zu müssen.
Er hat einen Geschäftstermin, dessen Dringlichkeit sich ganz spontan und unvorsehbar ergeben hat.
Ich könne ja mitkommen, sagt er. Dann könnten wir während der Fahrt quatschen.

Vielleicht stimmt das sogar - mit dem Geschäftstermin. Doch die Art und Weise, wie er das Wort "quatschen" betont, macht mir unmissverständlich klar, dass es nicht nur die Zeit ist, die ihm fehlt.
Es ist seine Unanständigkeit, die ihn dazu treibt, anständig zu sein. Er ist mir gerade ein wirklicher Freund, indem er seinem Instinkt folgt, einem bestimmten Instinkt nicht gehorchen zu wollen. Er weiß es nur nicht, es ist ihm nicht bewusst.
Mir schon.

Wir sollten uns vertagen, sage ich.
Gut, meint er - und will wissen, wann er mich in den nächsten Tagen am besten erreichen kann.
Spar dir die Mühe und erspar sie auch mir, denke ich.
Probier's einfach mal, sage ich und lege auf.
Das Ding ist geschluckt und gegessen.

Meine Enttäuschung hält sich in Grenzen. In erster Linie bin ich erleichtert. Es wäre nicht gut gewesen, ihn zu sehen. Nicht unter den gegebenen Umständen, nicht in meinem Zustand.
Die Idee war gut, der Zeitpunkt falsch. Ich bin froh, dass ich mein übernächtigtes Gesicht nicht im Eiltempo notdürftig restaurieren muss. Ich bin eine einzige Spurenlandschaft, das personifizierte Leid. Fleischgewordener Kummer.
Meine Augen verraten schlaflose Nächte, Weinen und Wein. Sie spiegeln mein gebrochenes Herz. In diesem Zustand bin ich schwach und manipulierbar. Ich brauche eine starke Schulter, an der ich meine Tränen ersticken kann. Ein in der Ferne vertraut riechendes Hemd, das ich mit meinen Tränen durchnässen kann. Einen Menschen, der tröstet. Der sich meiner Verletzlichkeit annimmt und mich einfach hält. Festhält.
Ganz fest.

Ich falle. Ungebremst.
Wenn man meinen Grad an Verzweiflung erreicht hat, wird das ganze Leben unberechenbar. Aus diesem Grund bin ich dankbar, dass aus unserer Verabredung nichts wird. Zu schutzbedürftig und verzweifelt bin ich, um mich - im Zweifelsfall - nicht auf dumme Geschichten einzulassen.
Ich weiß noch zu genau, wie sich tröstende Nähe anfühlt, die man hinter geschlossenen Lidern genießt. Mein Mund kennt noch den Weg zu erwartenden Lippen und mein Schoß ist ein lebender Friedhof, auf dem nachtschattige Gewächse seltsame und zornige Blüten unstillbarer Sehnsucht treiben.
Meine Hände könnten suchen und finden. Meine Zunge könnte sich verselbständigen. Die Worte würden mir rasch ausgehen und sich in drängende Bewegung wandeln.

Vielleicht hätten wir nur geredet.
Ein Teil von mir möchte das so gern glauben, dass er überzeugt davon ist. Doch ein anderer Teil weiß es besser. Der Teil in mir, der Nähe und Wärme des Menschen, den ich vielleicht verloren habe, so unsäglich vermisst. Ich habe den heißen Atem eines Raubtieres, mein Leib bebt in welttraurigem Verlangen, doch mein Herz ist gefangen im eisigen Verbund heiliger Liebe, die ich allein IHM verwahre.
Ich bin wie eine angelehnte Klotür, die das Türschild höhnisch als *besetzt* ausweist.

Mein unerhörtes Begehren verführt mich dazu, mich beschmutzen zu lassen. Unkeusche, unkontrollierbare Wollust könnte mich zu weiteren Verzweiflungstaten animieren.
Ich könnte das Versprechen meiner Seele mithilfe meines Körpers brechen und mich einem anderen hingeben, um all das zu bestrafen, was meinem Liebesflehen und Rufen nach IHM nicht gehorcht.
Wer verzweifelt genug ist, sich von der Klippe zu stürzen, der treibt es auch mit australischen Buschkängurus.

Manchmal ist es gut, versetzt zu werden.
Ganz bestimmt.

Inaktiver User
26.08.2004, 13:50
Sag mal Gummidrops, haste das aus irgendeinem Liebeswälzer kopiert????

neko
26.08.2004, 13:59
bei nachtschattigen Gewächsen hör ich eher Georg Trakl trapsen
Aber was solls, Noerchen, hast Du etwa noch nie betrunken Tagebuch geschrieben? :Lachen:

Gummidrops, das erinnert mich irgendwie an eine Geschichte letztes Jahr. Kann es sein, dass Du ein bisschen auf Selbstzerstörungsprogramm bist /community/foren/images/graemlins/frown.gif ?
Grüsse,
Neko

Inaktiver User
26.08.2004, 17:30
Unbedingt, Neko.

Ich bin der Motor (hinter) einer gewaltigen Zerstörungsmaschinerie. Ich bin Gottes manische Phase. Ich meine nichts so, wie ich es sage - und meine es doch GENAU so. Ich bin Hydes Magenkoller und Jekylls chronisches Verdauungsproblem.
Ich bin verrückt wie ein dreibeiniges Karnickel an Ostersonntag. Ich weiß absolut nicht, was ich tue - was absolut nichts macht, solange ich nicht weiß, was ich eigentlich will.

Mein Sohn meint gerade, ich sei der Kasper. Quatsch!
Ich BIN die Glocke am Band um Kaspers Hals.
Es verletzt mich, wenn du meinem Liebeskoller mit verächtlichem Sarkasmus begegnest. Ich bin nicht stolz darauf, in einem Dilemma festzustecken.

Aber ich bin NICHT betrunken.
Diese Form von selbstgerechter Flucht leiste ich mir erst nach 7 - wenn alle psychiatrischen Praxen geschlossen haben. DAS ist wahrlich ein Akt geplanter Selbstzerstörung. Jojodat.

****** , ich brauche echt Hilfe, sonst zerstöre ich am Ende noch eines von Gottes Wundern.
Irgendwie sterbe ich in letzter Zeit ziemlich oft.
Bekenntnisse eines Taugenichts. Zu klassisch, zu abgeschmackt, um von allgemeinem Interesse zu sein.
*Zssszzz*

neko
26.08.2004, 18:30
Ist kein verächtlicher Sarkasmus, und ich will Dich auch nicht verletzen!

Das machst Du ausserdem auch schon selber, was :Knatsch: ?

Inaktiver User
26.08.2004, 18:39
Ja. Wie's aussieht, nähere ich mich dabei der Perfektion.

Ich bin der Sklave meiner Unentschlossenheit - ich sabotiere, boykottiere mich selbst.

Wenn mein Hirn zum Aufstehen pfeift, bleibt mein Hintern sitzen, aber meine Gedanken folgen. Ich halte meinen eigenen Kopf im Schoß. Ich schlafe seit Wochen nicht. Es wird wohl auf einen Kampf um Leben und Tod hinauslaufen. Ich habe mir meinen Segen zum Fluch und meinen Fluch zum Segen gemacht. Ich identifiziere mich mit meinem Leid. Mein Leben zerfällt in seine Atome und ich klebe als brennendes Gewebe dran fest. Ich kann mich nicht lösen, weil ich es nicht will - und will es nicht, weil ich es nicht kann.
Die Vernunft sagt: Lass die Liebe los. Die Liebe schreit: Lass nicht mich, lass die Vernunft!
Ich liebe jemanden so, wie Romeo Julia liebte. Umfassend. Bedingungslos. Diese Liebe steht unter ähnlich schlechtem Stern. Man trennte uns. Nun komme ich um in meinen eigenen Flammen, doch wie wollte ich neu werden denn über die Asche?!

Ich weiß nichts mehr. Ich kenne nichts mehr. Nur noch das Begehren, die Sehnsucht. Und muss ich mit dem Wunder sterben - Wie sollte es anders sein, wenn es ein Wunder war? Töricht ist's, den Vater zu bitten, mich dieses Kelches zu entheben. Ich trinke den Essig ja doch. Und trotzdem kann ich die Ausweglosigkeit nicht still erdulden. Also träume ich rastlos von Wundern. Mein Körper schläft nicht, meine Seele gibt keine Ruh. Nahrung ist mir zuwider. Am liebsten ließe ich das Atmen. Doch täte ich das, wäre ich des Wunders nicht wert. Und das Wunder meiner nicht. Also bete ich für ein neues.

Hast Recht, ist ein erbärmlicher Trip.

Lanya65
26.08.2004, 18:43
Also, ich verstehe jedes Wort von dem, was Gummidrops da schreibt. Nicht nur das, ich fühle mich ähnlich. Und abgesehen von ein paar Nachtschattengewächsen ist das Ganze auch recht nüchtern formuliert. Nur ein bisschen anspruchsvoller als in manchen "und dann hat er gemeint - und dann hab ich ne sms geschickt"-Postings, die es hier schon mal gibt. Kann ja nix schaden, oder?

Trotzdem, Gummidrops: Was einen einigermaßen am Leben hält, ist etwas Distanz zum eigenen Gefühlschaos. Schaff ich auch nicht immer. Das heißt auch nicht, die Gefühle zu leugnen. Aber zu wissen, dass es besser wird und vorbeigeht.

Lanya

Inaktiver User
26.08.2004, 21:32
Oh ja, Gummidrops. Wie sehr ich dich verstehe.

Ich fühle jedes Wort mit dir.

Und ich brenne wie dein Bild. Und ich spüre die Schmerzen, fühle sie aber nicht mehr.

Wann hört dieser unsterbliche Tod endlich auf?

Inaktiver User
27.08.2004, 13:47
Hallo Gummidrops!

Wer so wortgewaltig daher kommt wie Du, trägt natürlich ein p h a n t a s t i s c h e s Potenzial in sich. Sowas kann gerne auch nach hinten los gehen und in Verzweiflung münden.
Vielleicht kannst Du Dein Humorpotenzial ein bißchen fördern, das durch Deinen Text lugt. Humor hilft enorm die Wirkung der Verzweiflung zu mildern.


Gruß
Leda

Inaktiver User
31.08.2004, 23:38
Hallo,
aus dem Gummidrops ist ein wortgewaltiger Rachen-Drachen geworden.

Ein Psychologe würde sagen: 18 Monate braucht man, um sich von einem Menschen zu lösen
Im August oder September sich von jemanden zu trennen ist schwierig, weil man dann den höchsten Sexualhormonspiegel hat.

Link-Tip( weiter unten auf der Seite die Calcinatio des Königs, siehe links unten unter Alchimie-Bilder http://www.judweggis.ch/prisma/main/Aufbau/Alchemie-hot-Text-f0.htm

Wenn du einen inneren Gegenbrand legen willst, entfach das Feuer deiner Mitochondrien und lauf mal 5 km.

Oh mann, ich versteh dich!
Gruss
Paloma9

Celia
01.09.2004, 00:52
These:
Die bedingungslos umfassende Liebe ist ungesund.

Folge:
Wer bedingungslos und allumfassend liebt ist/wird krank.

Lösung A:
krank/kränker werden.

Lösung B:
gesund werden wollen.

(Denn die gesunde Liebe ist im Kern doch egoistisch.)

Sittsam
01.09.2004, 08:29
Geht es hier "nur" um Liebeskummer?

So gewaltige Worte und Bilder, dass man beim Lesen an den Weltuntergang denkt und das geht "nur" um einen Mann?

Ist das so Gummidrops?

Für das Objekt deiner bedingungslosen, umfassenden Liebe ist das doch sicher nicht einfach, oder? Die meisten Menschen brauchen ihre Freiheit, auch wenn sie lieben.

Sittsam

Inaktiver User
01.09.2004, 12:13
Gummidrops war schon immer wortgewaltig. Ein feuerspeiender Drache, der ziellos in kalter Luft wandelt und in dessen Körperöffnungen sich kleine Vögel verirren, verfangen und unleidende Tode sterben.
Wenn ich wenigstens behaupten könnte, mir eine nette kleine Geisteskrankheit eingefangen zu haben. Ein Toter unter Lebenden zu sein. Oder ein Lebender unter Toten. Nichts von alledem bin ich. Nichts bin ich. Ein Zombie zwischen den Welten. Ein Grautier.

Es ist vollbracht.
Ich bin Jacks innensehendes Auge. Sein geheimer Plan der Selbstüberlistung.
Jacks Blick zur Seite. Keine Flamme fürchtete ich, keine lies ich aus.

Nullinie.
Ich bin Jacks Tanz mit dem Tod. Sein selbstbeigebrachter Schock. Wenn dich niemand hart genug schlägt, musst du selbst es tun. Nullpunkt. Schau, wie tief du diesmal fällst. Mit laufendem Notprogramm setzt der Selbstheilungsprozess ein. Wenn du alles losgelassen hast, weißt du, was dir gehört. Du weißt, was du behalten willst. Ich war Jacks Marschbefehl. Sein züngelnder Restverstand. Der gemeuchelte Trieb.
Ich bin weiter gegangen als jemals zuvor. Ich wählte den Wahnsinn, forderte ihn auf zum Tanze. In seinen Armen war ich tot. Gab mich ihm hin. Er beachtete nicht den Knoten in meiner Zunge, nicht das gelbe Licht meiner Augen. Er tanzte mit mir. Wange an Wange, Herz an Herz. Eine Nacht lang. Einen Morgen.

Dann lies er mich los. Wie ein Spielzeug, an dem man das Interesse verliert. Es gab nichts zu sehen, nichts Neues mehr zu fühlen. Ich war seiner nicht würdig. Lachend brannte ich in den Flammen. Dann still.
Vor lauter Schmerz fühlte ich keinen Schmerz mehr.
Du musst loslassen. In dieser Grenzerfahrung spürst du dich pur. Erst, wenn du nicht mehr zurückkannst, dir alle Wege zugebaut hast, kannst du das größte Hindernis überwinden. Dich selbst.
Ich war Jacks heimtückischer Selbsttest. Jacks Experiment. Der Mörder seiner Resteitelkeit. Nur, wer dem Tod begegnet ist, wird leben.
Ich verbrannte in Jacks Hochofen, in dem sich sein neues Ich schmiedete. Ich erneuerte mich. Ich gebar mich neu.

Jede Magenreinigung führt über das Fressen von Dreck. Danach stehst du auf - als Überlebender deines eigenen Todes. Ich spuckte auf mein Grab. War mein eigener Patient. Ich versteckte mich im heiseren Röcheln des Widerstands.
Jacks gewandeltes Selbstverständnis.
Ich war tot. Ich bin wiederauferstanden.

Jetzt bin ich neu. Ein Fremder ohne Haus. Nackt. Ich habe kein einziges Haar mehr am Körper. Meine Lungen atmen Wasser. Das Herz schlägt kräftig. Die Farbe meines Blutes hat Wandlungscharakter.
Ich bin Jacks brillanter Dominoeffekt. Ein Haus nach dem anderen. Und das letzte Puzzlestück bist immer du selbst.

Meinen Unterdrücker schickte ich fort. Meinen toten Geliebten verschlang ich. Er kreist nun in meinem Blut, doch meinem Denken ist er fern. Der Wolf hat gelernt.
Es kommt der Tag im Leben eines jeden Wolfes, an dem er lernen muss, sein eignes Herz zu speisen.
Ich sehe ihn wandern. Sein Fell verdichtet sich. Über seiner Hüfte bildet sich neues Fleisch. Ich sehe ihn ziehen über die verbrannten Hügel, die vor Tagen noch seinen Wald trugen. Es liegt keine Schönheit in diesem Bild. Überleben hat nichts Erhabenes.
Gott ist tot, sprach Nietzsche. Ich habe ihn getötet, meinte er. Sein Bild von Ihm war grau - und es gibt keine traurigere Farbe. Grau ist die Farbe des Selbstbetrugs, der Zerrissenheit, der Uneinigkeit. Grau ist wie eine Luftblase auf ihrem endlosen Weg an die Oberfläche.
Ich habe das weiße Nichts überlebt. Die anklagende Stille der Wände.
Warum wollen wir Gott ähnlich sein? Warum wollen wir ihm gleich sein?
Das eine ist so töricht wie das andere. Ich frage mich, was jetzt zu tun ist. Ob es überhaupt noch etwas gibt nach dem Feuer. Wenn der Rauch sich verzogen hat und dein Blick nur noch auf versengte Schwärze trifft, was tust du dann? Aus dir selbst muss nun die neue Wirklichkeit erblühen. Aus einer einzigen Knospe des Selbst erwächst die neue Welt. Jetzt, da der Schmerz mich gelassen, bin ich einsam. Einsam mit und bei mir selbst, einsam in dem Wissen, dass es niemals eine Welt ohne Schmerz und Leid und Verzweiflung geben wird. Denn das eine kann ohne das andere nicht sein.
Fern fühle ich mich allem, dem ich unsichtbar bin. Und meinem Herzen bedeutet nichts, was meine Augen fassen. Erlösung ist keine Gnade, Sterben kein barmherziger Akt.

Jacks Experiment dauert an.

Inaktiver User
01.09.2004, 12:27
Leider hat Jack so gar keinen Humor - tut mir leid für Dich!

Gruß
Leda

Inaktiver User
01.09.2004, 12:58
Celia,

du hast Recht.

Es ist nur so: Wir haben keine Wahl. DENN wir habe eine. Wer die Wahl trifft, sich der Wahl zu verwehren, stirbt. Was empfinden wir demjenigen gegenüber, der aus Liebe sterben zu müssen GLAUBT?

Liebe verlangt Parität. Liebe VERLANGT. Zu nehmen. Doch wer nicht bereit ist, alles zu geben, der wird auch nicht alles empfangen.
Doch wer tot ist, dem ist alles nichts.

Also:
Verlass, was dich nicht mehr nährt. Verlass, was in dir stirbt und dich in den Tod reißt.
Im Sterben bist du nicht passiv. Nichts Lebendiges stirbt ohne Seufzer, ohne Schrei. Was tonlos verklingt, war tot, bevor es starb.

Gummidrops ist ein Tölpel. Gummidrops hat noch zu viel Leben in sich, das es zu verschwenden lohnt. Zu viel Zeit, um die Muse ringend zu küssen, bis zur Attemlosigkeit. Zu viel Zeit, die Dornen tief eindringen zu lassen.

Ich liebe den Schmerz nicht und der Schmerz liebt mich nicht. Er speit mich aus, wenn er mit mir fertig ist. Mein goldnes Herz im Sonderangebot. 2.99 - Lidl.
Das kümmert mich nicht, sage ich.
Dann kümmerst du mich auch nicht, sagen andere.

Sie sind meiner nicht wert. Und ich ihrer nicht.
Ich lasse sie, sie lassen mich. Brennen. Verkokeln in meinen Flammen. Verderben in meinem selbstgewählten Ruin.

Sie alle haben Recht. Ihre Einwände sind berechtigt, ihre Furcht ist echt, ihr Mitgefühl rührt mich. Sie erarbeiten funktionale Lösungen, die das Leid erträglicher machen, indem sie es überdecken, übertünchen mit frischem Anstrich.
Sie sind Idioten. Das meine ich liebevoll, im vollen Bewusstsein, dass ich wohlmeinende Hilfe und Ratschläge ausschlage.
Ich schicke meine Peiniger fort. Ich schicke meine Helfer fort. Ich schickte mich selbst fort.

Wandere, Drops, wenn du's nicht lassen kannst. Wenn du dich selbst aufgeben musst, weil du es willst - bitteschön.

Einen Dreck haben sie versucht. Ihr Abendessen ist ihnen zu wichtig, um sie länger als drei Sekunden von ihrer Suppenschüssel aufblicken zu lassen.
Dann schmeißt eure Bücher ins Feuer und nennt die Großen groß. Dann nascht von der Welt Literatur mit euren Zungen und träumt vom Schmecken, während eure Mägen kraftlos werden - und mit ihnen eure Herzen.

Ähh, ja.
Ich sehe, ich bin unverbesserlich. Und darf mich nicht beschweren. Tue es aber trotzdem. Und strecke allen die Zunge raus, die mich deshalb verachten, bemitleiden oder lieben.
Mein Haus, mein Auto, mein Testament.
Mein Freifahrtsschein für die nächste Runde Todeskarussell.
Kann man Gummidrops nur viel Spass und irrsinnige Fahrt wünschen. Winkewinke.

Inaktiver User
01.09.2004, 13:05
Sittsam,

Es geht nur um einen Mann. Pardon, um einen Fast-Mann, wenn man's genau nimmt. Aber das ist eine andere Geschichte.

Soll ich dir was verraten? Es ist völlig unerheblich für die Liebe, wem oder wessen sie sich verschreibt.
Liebe tötet, Liebe erweckt. Liebe zerstört und Liebe heilt. Kein einziges Verbrechen auf dieser Welt geschieht unter Nichtbeteiligung der Liebe.
Liebe ist alles.

Inaktiver User
01.09.2004, 13:12
Leda:

Du kennst Jack nicht:

Jacks Humor ist die Terroristenversion eines Mainzelmännchens, das auf der verschwitzten Halbglatze - unter der lustigen Zipfelmütze - eines Drachentöters lebt und dort auf seinen Frischlufteinsatz wartet.

Jack IST der Witz.

Inaktiver User
01.09.2004, 13:23
Ich denke eher dass Ganze hier ist ein Witz. Und wer ist überhaupt Jack????? :Freches Grinsen:

Celia
01.09.2004, 15:15
@Gummidrops ...

würde mich so gerne mit Dir austauschen, verstehe Dich aber nicht /community/foren/images/graemlins/frown.gif

Das muss sehr ermüdend sein für Dich, wenn niemand Deine Sprache spricht. Ich werde es heute Abend noch mal in Ruhe lesen, was Du geschrieben hast und es versuchen, fürchte aber, schlichtweg einfach nichts zu raffen.

Fühl mich total dumm. Ist eigenartig. Noch eigenartiger ist, dass ich das Gefühl habe, wenn ich mich Dir zuwende, Du mich automatisch verachten wirst. Bekloppt?

Finde den Faden nicht ... es macht Angst, was Du schreibst, und gleichzeitig ist es schillernd, interessant. Doch ersteres überwiegt, deshalb der Wunsch nach Diskurs. Natürlich auch Wunsch nach Diskurs, um von Dir zu lernen.

Deshalb "nur" ein lieber Gruß von mir einstweilen.

Sittsam
01.09.2004, 15:51
"züngelnder Restverstand"

viel mehr habe ich manchmal auch nicht zu bieten. :Freches Grinsen:

Den Ausdruck finde ich wirklich toll. Im ernst. Ich stell mir dabei so ein schlaff am Boden liegendes Gehirn vor, schon ein bißchen unförmig, ein bißchen matschig und ab und zu zuckt es noch.

ist ja auch egal :Freches Grinsen:, wen interessiert es schon.... /community/foren/images/graemlins/confused.gif

Inaktiver User
01.09.2004, 16:49
Wie - Mädelz-ihr kennt JACK NICHT???

Und WAGT nach dem SINN zu fragen????

JACK ist.....

.....oder ißt nicht

wie auch immer...fragt nie...nach dem last injected terminator.

Sittsam
01.09.2004, 19:27
mach ich nicht *zitter* versprochen!!! :Knatsch:

Inaktiver User
01.09.2004, 20:24
Das erinnert mich irgendwie an einen Wahnsinnigen, der mit blutunterlaufenen und unruhigen Augen in seiner eigenen Welt gefangen herumläuft und den Ausgang nicht findet.

Gummidrops, wie wäre es mit einer allumfassenden Therapie? Aber nützt das was? Ich wage zu behaupten: nein.

Man das ist ja gruuuuuuselich.
Wach mal auf und schau nach draußen in die Welt. Die Welt ist schön und bunt und voller neuer Eindrücke.

Inaktiver User
01.09.2004, 20:28
Die Welt kann auch schön, ruhig und klar sein.
Und es gibt Plätze der Leichtigkeit.

Inaktiver User
01.09.2004, 21:04
Hallo Gummidrops,

du musst grade einen Plutotransit haben, auf Venus, Sonne, Mars oder sonst was.
Bist du zufällig Schütze???
Plutotransite sind gemein, dauern lange, konfrontieren uns mit den ekelerregendsten Emotionen der Unterwelt wie Hass, Furcht, Eifersucht, haben den Sinn der totalen Transformation und kommen zum Glück nur einmal im Leben für einen Planeten im Horoskop vor. Pluto zu entfliehen ist unmöglich, der Lebensabschnitt fordert ständige Auseinandersetzung mit einem selbst und erscheint später im Rückblick eher als *interessant*.
Der Weg dennoch ist schwierig.

Gruss
Paloma9

Celia
02.09.2004, 00:56
Was ich ja

ganz gruuuuuuselich

finde sind Leute, die sich offensichtlich am Leid anderer billig, hohl, vermessen und selbstverliebt ergötzen.

Neben gruselig überdies eine gaaaaanz pfiffige Alternative zur Psychotherapie ...

Inaktiver User
02.09.2004, 10:35
@Celia



Was ich ja

ganz gruuuuuuselich

finde sind Leute, die sich offensichtlich am Leid anderer billig, hohl, vermessen und selbstverliebt ergötzen.



1. Wen meinst Du?




Neben gruselig überdies eine gaaaaanz pfiffige Alternative zur Psychotherapie ...



2. Plädierst Du denn eher dafür, ein Drama (falls es überhaupt ein real existierendes gibt) zu verstärken und zu stabilisieren?
In welcher Hoffnung? Dass es dann vielleicht bald gar nix mehr braucht?
Das find ich gruselig.

Gruß
Leda

Celia
02.09.2004, 11:41
(Leda)
1. Wen meinst Du?



Jeden, der sich angesprochen fühlt.



(Leda)
Plädierst Du denn eher dafür, ein Drama (falls es überhaupt ein real existierendes gibt) zu verstärken und zu stabilisieren?



Was für ein Blödsinn. Ich "plädiere" lediglich für das, was ich da oben schrieb.

Und bitte nicht die Worte im Mund umdrehen:
ICH käme (im Gegensatz zu anderen) eben NICHT auf den Gedanken, jemandem eine Psychotherapie zu empfehlen. Oder nicht zu empfehlen, oder zu "stabilisieren" oder zu Kartoffeln oder Möhren oder sonstwas ... peinlich. Hab da nur zitiert, nehme das Wort gar nicht selbst in den Mund, wer bin ich denn? (Wer seid Ihr ...) Ich empfehle auch niemandem, sich den Blinddarm rausnehmen zu lassen, nur weils rechts unten piekt.

Nee, wat blöde ... bitte keinen Zickenterror, wäre schade. Das ist Gummidrops Thema - wen das überfordert, soll halt gehen. Wer sie nicht mag, soll auch gehen. Wer es braucht, Häme auszuteilen, kanns ja machen, soll sich dann aber nicht wundern, wenn zurückgeschossen wird - nur muss so ein Mist dann nicht auch noch ausdiskutiert werden.

Absolution für Scheinheiligkeit gibt's nicht.

yvie2002
02.09.2004, 13:16
Vielleicht könnte uns Gummidrops (was für ein bunter,fruchtig frischer Nick ,der so gar nicht zum Logo und Text passt) einfach mal in klar verständlichen Sätzen mitteilen worum es denn nun wirklich geht

Ich halte mich keineswegs für schlicht gestrickt,aber ich verstehe den Sinn dieser dusteren Worte nicht
Wenn jemand einen Beitrag in ein Forum stellt,so beabsichtigt er doch,dass Reaktionen darauf erfolgen.

Mich erinnert der Beitrag in etwa an Hape Kerkelings Vortrag vor Volkshochschulpublikum :

Der Wolf ...das Lamm.....Hurz !!!!!

Die einen äusserten sich ganz ernsthaft zum Text,andere reagierten mit totalem Unverständnis und wieder andere lachten sich kaputt.

Also was will uns der Dichter Gummidrops sagen ???

yvie

Inaktiver User
02.09.2004, 13:30
Moh, hier ist ja immer noch Weltuntergangsstimmung hier. /community/foren/images/graemlins/frown.gif

Inaktiver User
02.09.2004, 15:35
Und was will uns Yvie2002 mit ihrem Posting sagen?
Für die eigene Beschränktheit trägt mit Sicherheit ein anderer die Verantwortung...

Hurz.

Inaktiver User
02.09.2004, 15:44
Aber

ich will ja nicht nur stänkern.

Ich lese aus Gummidrops' (finde das Avatar übrigens passend zum Nick, weil's eben nicht passt) astrein formulierten Beiträgen eine Menge Gefühlschaos.

Wut, Verletztheit, Traurigkeit, Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit, ANGST und HUMOR.

Da ich leider nichts darauf zu erwidern weiß, halt ich lieber den Mund und lese einfach weiter mit.
:Smirksmile:

Celia
02.09.2004, 15:56
Bim ... wie Bimstein?

Nette Frisur auf jeden Fall!!!

:Smirksmile:

Inaktiver User
02.09.2004, 16:06
nee, Celia, das wäre ja der "Bims-stein" :Freches Grinsen:
nähere Auskunft zur Herkunft meiner Haare gebe ich nicht, oder nur per ausdrücklichen Wunsch über eine private Nachricht. :Cool:

das war wohl jetzt auch "off-topic"...

Celia
02.09.2004, 16:15
nee, Celia, das wäre ja der "Bims-stein"



Hach Mist ...

Auf jeden Fall hast Du aber sehr schöne Augen

/community/foren/images/graemlins/kiss.gif

Und nun sind wir brav und offtoppn nich mehr. PIEP, ich bin ruhig!

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GUMMI, WIE GEHT DIR DAS HEUTE???
SAG WAS!

Inaktiver User
11.09.2004, 13:42
Leben.

Der finale Schock kam unerwartet, plötzlich. Muss(te) er ja auch.
Ich war Asche. Jetzt bin ich der neue alte Mensch. Ich habe aufgeräumt. Die Welt neu geordnet. Fenster geputzt, Weben entfernt. Neben mir schläft niemand mehr. Die Realität ist Realität. Ich kann sie nun akzeptieren. Mehr noch: Ich schätze sie. Ich schätze mich. Ich schätze die Welt. Die Welt hat gelernt, ich habe gelernt.

Ende August bat ich meinen langjährigen Lebensgefährten, von dem ich in Kopf und im Herzen längst getrennt lebte (klassischer und (deshalb) chronischer Mars-Venus-Konflikt), für einige Tage zu seinen Eltern zu ziehen. Die häusliche Situation war unerträglich geworden und drohte in einem Desaster zu enden. Wir sprachen laut miteinander, in verschiedenen Sprachen. Nahmen uns nicht mehr wahr. Lösten Angstgefühle und Hass in uns aus. Gefühle essenzieller, existenzieller Ohnmacht.
Nichts ging mehr. Nichts.

Wir waren beide tödlich verwundet. Der nächste Hieb hätte für mindestens einen von uns den POINT OF NO RETURN bedeutet. Im negativsten Sinne.

Nach meinem letzten Eintrag hier erfüllte ich eine Absprache, die ich mit ihm getroffen hatte. Ich verließ unsere gemeinsame Wohnung für 5 Stunden, um ihm Gelegenheit zu geben, diese Wohnung während meiner Abwesenheit nach Belieben zu nutzen.
Als ich abends zurückkehrte, war die Wohnung fast leergeräumt. Blitzauszug, Marke: Spontan, aber entschlossen. Schnell und gründlich. Keine Fragen, keine Skrupel, keine Kompromisse. Eigentumsverhältnisse ungeklärt und subjektiv festgelegt. Die Schrankwand war weg. Die Matraze neben mir. Mein PC.

Der PC einer Schriftstellerin. Inklusive einer Festplatte, in der mein Herz schlug.
Alle Disketten, CDs, Daten: weg. Meinem Zugriff entzogen. Mein Leben in Geschichten in der Hand eines uneinschätzbaren Schicksals. Als Druckmittel sollte dieser Raub funktionieren. Ich war außer mir. Gott sei Dank, dass ich diesen Zustand gewohnt war und deshalb handlungsfähig bleiben konnte.
Also traf ich eine Entscheidung. Ich löste mich von JACK, meinem inneren Wach- und Schweinehund. Ich ergriff die Gelegenheit und nahm meine letzte Chance wahr. Verspätet traf ich die Entscheidung, leben zu wollen. Und flog. Ein Schmetterling aus Asche. Ich holte mir die Kontrolle über mein Leben zurück.

Verstand besiegt Herz. Kurzfristig. Löscht die letzten Flammen, die wieder brennen wollten. Kontrolliertes Feuer. Ist eine Illusion, aber funktioniert. Habe ich von Jack gelernt.

Am nächsten Morgen ging ich zum Anwalt und schuf mir ein Auffangnetz, von dem ich wusste, dass ich es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht brauchen würde. Ich wuchs über mich selbst hinaus, organisierte, telefonierte, machte mich bereit zum letzten Gefecht. Einer Friedensmission. Nachdem ich mich nach allen Seiten abgesichert hatte, machte ich einen Termin bei einer fähigen Sozialarbeiterin. Sie sollte meinen LG und mich empfangen, im Gespräch vermitteln, das Ganze im Rahmen halten.
Wir trafen uns. Es war unnötig, einen Rahmen festzulegen oder festlegen zu lassen. Die radikale Umzugsaktion hatte uns beide zu einer Entscheidung gezwungen. Zum handeln.

Kein Groll mehr. Keine Zugeständnisse mehr. Stattdessen beidseitige Eingeständnisse.
Die Bombe war geplatzt. Und hatte alles zerstört, was schwach und in seiner Schwäche destruktiv war. Auch die Mauer zwischen uns. Wir sahen uns an und nahmen uns gegenseitig wahr. Wir redeten und hörten zu. Wir wurden uns einander wieder bewusst. Sahen unsere Verletzungen - die eigenen und die des anderen. Und nahmen sie an.

Meinen PC hatte ich wenige Stunden später wieder. Mein Leben hatte ich wieder. Mich selbst. JACKILL und Hyde fusionierten. Ich nahm Verantwortung an. In Demut. In Stärke.
Meine Wohnung ist nun kein Schlachtfeld mehr. Sie ist aufgeräumt und klar strukturiert.
Bunt. Ich habe mir orangefarbene Vorhänge gekauft. Ich passe mein Umfeld meiner geläuterten Ich-Version an. Die Lämmer schweigen - und ich lausche dem Frieden.

Mein LG ist ein Freund geworden. Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben das Schlechteste aus uns herausgeholt - viele Jahre. Das ist nun vorbei. Wir können Verantwortung annehmen und vergeben, vorwurfsfrei, ohne verstellten Blick.
Wir sind zwei neue alte Menschen, die eine persönliche Hölle überlebt haben. Das Leben fordert uns - und indem wir diese Herausforderung annehmen, fördet es uns nun auch wieder.
Ich bin stolz auf mich, denn ich habe mich mir selbst als verlässlich erwiesen. Meine Vorhänge sind bunt - und strafen all die Leute Lügen, die grinsend und händereibend meinen Niedergang im Feuer voraussagten - als todsicheres Schicksal.
Ich bin frei jetzt, schwebend über ihnen. Der Schwan, der Phönix, der Schmetterling.
Schwächlich noch, weil gerade erst geboren. Doch voller Mut, die Angst überwinden zu können. Mein Leben wird sich ändern. Ich werde viele kleine Brötchen backen müssen. Dies ist erst der Anfang eines langen Weges. Doch der Weg ist gut.

Entweder sie bringt sich nach der Räumkommandoaktion um - oder sie verschwindet ein paar Jahre in der Geschlossenen, haben meine Widersacher gesagt.
Die Chancen standen gar nicht so schlecht. Mein LG sagte vor einigen Tagen zu mir:
Du hast die 0,0004-Prozent-Chance genutzt. Ein Wunder.

Ja, MEIN Wunder. Ich bin Jacks unkaputtbare Zähigkeit.
Ich bin gesegnet mit nie versiegender Hoffnung für eine ganze Welt.

Inaktiver User
11.09.2004, 14:48
Hallo Gummidrops - Phönix!

Herzlich Willkommen auf der Erde!
Möge sie Dir Halt geben!

Magst Du Kürbisse - anschauen?
Ich finde die Hokkaidos haben die schönste Farbe - strahlendhelldunkleorange. :Lachen:

Erhol Dich gut vom Sterben-Werden und alles Gute für Dich!

Gruß
Leda

Sittsam
12.09.2004, 09:48
Alles Gute auch von mir. :Freches Grinsen:

Was andere Leute sagen kann dir doch am Popo vorbei gehen.

Ich stell mir nur gerade vor wie es wäre, wenn alle hier ihre Geschichten und so einer blumigen Art und Weise ausdrücken würden. Jedenfalls wäre ich dann aufgeschmissen. Da könnte ich nicht mithalten.

LG
Sittsam

KHelga
12.09.2004, 13:13
Hallo Sittsam,

... ich auch nicht ... :Peinlich:

Aber @Gummidrops ist hier eine Ausnahmeerscheinung - im Schreibstil.

Wünsche Dir, Gummidrops, auch einen guten START ins neue Leben.

FG von Helga

Inaktiver User
12.09.2004, 14:00
Danke für all die guten Wünsche!

Zum Ab-Sch(l)uss - und als dropsige Danksagung - :
Eine kleine dichterische Ent(gl)eisung von der *Ausnahme*! ;-)

Mondmorgen

Dein fahles Licht ergießt in blauem Grau sich,
dein Kuss ist immerkalt.
Mir ist, als trügest du keinen Namen,
keinen, den ich dir fand.
Der Ruf ist verklungen,
das Licht gebrochen
und alle Heiterkeit entwichen,
der Zeiten Gunst
entschlichen und erschlossen,
aus hohem Grase gramvoll schlummernd
zu Raureif erstarrt:
In des Steines Adern schläft dein süßer Atem.

Warm sind meine Lippen noch,
doch so trocken,
der Zungen feuchter Hitze entbehrlich.
Und meine Sehnsucht
liegt gewandelt
wie eine kalte Klinge.
Vom alten Blute stumpf
liegt sie verstummt nun da.
Und keine Hand mehr,
die im Feuerschein sie leuchten ließe.

Der Götter Atem verglüht im Scheite
und nichts entzündet sich im neuen Augenglanz,
in der Feuchte warmer Tränen
oder am Rest verdunstender Bitterkeit.

Ich gehe und blicke dich nicht,
mein Schritt fällt nicht zurück
und mein Kopf dreht sich nicht nach dem Winde.
Heimgesucht von Vergessen
und dem Wunsch danach
lege ich weiße Schleier.
Erkalte, Geliebter,
wo ich einst für dich entbrannte.

Oh, so wogt es noch,
so wagt es doch noch,
dem trauten Duft zu folgen
und ihn tief zu atmen,
mein Herz neu zu entzünden.
Das Begehren zu begehren in mir toben zu lassen
im Takt des närrischen Sturms.
So drängt es mich zu bleiben,
den Kopf zärtlich zu legen
an den Puls der Städte,
die wir gründeten,
geschmiegt in Wang und Selbst
an die Säulen deiner Tempel,
kniend zu ihren Toren.

Doch der Wind ist kalt und schneidend,
tanzt im schnellen Kreise mit Blättern
und losem Geäst.
Vor deinen Toren und Fenstern ruft er,
es schreit und erbettelt die Welt Einlass
in deine Gemächer.
Sieh, sie opfert dir ihr Herz,
im Schlafe zu deinen Füßen zu liegen,
an deinen Rücken sich zu schmiegen,
unbemerkt und unerhört
in deine Wärme zu tauchen
- deine leichte -,
um dort von deinen Flammen,
deinem Feuer zu träumen.

Lass mir die Nächte, Geliebter!
Und wenn ich verspräche, dir nichts zu stehen,
ich täte es ja doch.
So spinnt jede Mondnacht ein tristes Geflecht,
atmet kalte Wolken mit mir
und kehrt den Trümmern einstweilen
Rücken, Entrückung
und jede Deutung eines Lächelns.

Wenn ich dich in Gedanken finde,
in Träumen,
so ist mir, als fiele mein Blick auf Stein,
schwebend über stummem Gebein
des gefallenen Gottes,
der reglos schaukelt
in den lauten Armen der Welt.

So lässt du nichts aus,
nichts ein,
mein Geliebter,
wohl sterbend unter meiner zitternden Hand.

Celia
13.09.2004, 15:48
Mondmorgen (...)



Liebe Drops,

wunderbar ... als hättest Du das aus meiner Seele geschrieben. Also nicht wunderbar, sondern schrecklich. Schrecklich wunderbar. Na Du verstehst schon.

Da wir zeitgleich dasselbe erlebt haben, wünsche ich mir von Herzen ein Gedicht in ca 4 Monaten, wenn es uns (Theorien zufolge) deutlich besser gehen wird.



Mit liebem Gruß
Celia

_Beate_
13.09.2004, 16:21
Oute mich mal als stille Mitleserin ... die diese Art zu schreiben sehr anziehend findet ... so sprachgewaltig und verstörend, daß man manchmal so getroffen ist, daß man nur abwehren kann ... und dann doch wieder weiterliest ...zumindest geht es mir so ... :Smirksmile:

Alles Liebe für Dich, Gummidrops!

Inaktiver User
17.09.2004, 18:25
Müde heute. Fragen und Zweifel. Bedeckte Gleichgültigkeit. Bedürfnis nach Liebe und Wärme. Sehnsucht nach dir. Nach deinem Körper, seiner Wärme, seinem Duft. Will in dich kriechen, ganz tief. Alles vergessen. In dir ausruhen. Gott, ich vermisse dich so.
B.! Mein Geliebter, mein Freund, mein Nest, mein Zuhause!

Die Tage werden kürzer. Der Sommer ist vorbei. Träume mich heut zurück an den Anfang, an die Höhepunkte. Sehe dich - zwischen den Farnen, in all dem Grün.
Du trugst meinen Armee-Parka und sahst bezaubernd darin aus. Der feine Schnitt deines Gesichts, diese gewagte Kinnlinie! Ich liebte es, dich im Profil anzuschauen. Deine stolze Seitenansicht: Trotzig, entschlossen, beinahe verbissen. Und doch so unendlich verletzlich dabei.

Wir standen zusammen unter dem Schutz der Bäume und ich weinte.
Ich dachte, ich würde über meine Vergangenheit weinen. Heute weiß ich: Ich weinte über die Zukunft, die meine Vergangenheit, meine Gegenwart so unmöglich erscheinen ließ. Weinte über unsere Liebe, die zu wundervoll, zu großartig geraten war, um jemals leicht sein zu können.
Ich lag in deinem Arm und benetzte meinen eigenen Mantel mit Tränen. Es war ein kühler Tag und du frorst.
Ich tauchte in deine Wärme, deinen Duft, dein pulsierendes Leben. Kostete Leben aus deinem Bauchnabel, den Segen der bis dahin unentdeckten Heiligtümer. Ich wollte dich ganz. Ich wollte dein Innerstes. Dein tiefstes Begehren, dein dunkelstes Geheimnis, deinen längsten Seufzer - und das Licht aller Tage dahinter.

Süß schmecktest du. Wie Zuckerwatte an einem sonnigen Herbsttag. Nach feuchtem Heu und Apfelkuchen, dessen Kruste man ganz fein mit Puderzucker bestäubt - hauchzart.

Deine Augen danach: Eismoos. Wie der Ozean an einem stürmischen Tag, der sich gegen Abend klärt.
Und abermals liefen wir zwischen den Welten. Ich lächelte unter Tränen. Griff nach deiner Hand, fand deine Lippen. Schweigend liefen wir den grünen Weg zurück. Unsere geheime "grüne Meile". Meine Augen im Gras, meine Augen klimpernd an Zäunen. Augen zweier Streuner. Zweier Boten. Zweier Liebenden. Ertrunken in deinem Meer. Glücklich. So glücklich an deiner Hand, an deiner Seite.

Am Ende der kleinen Meile blieben wir stehen. Sahen uns an. Küssten uns. "Du schmeckst salzig", sagtest du.
Ich lächelte nur. Das Lächeln einer jungen Frau, die älter ist als tausend Ozeane. Und in diesem Leben ungefähr fünfzehn Jahre zu alt für den Jungen im Parka.

"Es wäre perfekt, wenn du wenigstens zwanzig wärst."
"Höchstens", sagte ich und schüttelte dann lächelnd den Kopf, Abendsonne in den goldenen Haaren.
"Es IST perfekt, so bittersüß wie es ist. Das ist ja das Schlimme."
"Komm her", batest du.
So hielten wir uns eine Weile.

Dieser Moment liegt Monate zurück. Hand in Hand liefen wir zurück in eine Welt, in der es keinen Platz für uns gab. Nur Verstecke. Unsichere Orte, Situationen voller Tücken.
Und doch fanden wir Momente, in denen wir lebten und liebten wie andere es binnen vieler Jahre nicht tun. Wir hatten das Paradies - und wir wussten es. Wir wussten es beide.

Später: Deine Augen strahlend. Klar. Bergseen.
"Ich liebe dich so", flüstertest du. "Aufrichtigst. Abgöttisch. Mit jeder Faser."

Nie zuvor hat mir jemand etwas derart Göttliches gesagt.

Celia
18.09.2004, 13:44
/community/foren/images/graemlins/frown.gif

Mann! Meine Verneigung. Wahnsinn.

Inaktiver User
20.09.2004, 13:04
Nikolas Sparks....... sag ich nur

Celia
20.09.2004, 13:10
no, I won't feed stupid little tr_c_e__ö_en ...

:Smirksmile:

Inaktiver User
29.09.2004, 12:23
Der Mensch lässt viel und vieles,
doch lässt er ungern los.
Das liebende Herz gleicht dem Gemüt eines Kindes, das sich von seinem Verdauungsergebnis nicht trennen mag. Was uns warm verlässt, das halten wir, denn der Mensch kann es sich nicht leisten, leichtfertig und ungeprüft zu vergeben, was unter Umständen sein Überleben bedeuten kann. Ohne Überprüfung und Einsicht in die Notwendigkeit des LASSENS ist jedes Vergeben eine törichte Tat.
Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Und nicht allein vom Wort.
Wort - (engl.) worth = Das Wort ist nichts, hat Bedeutung, doch keinen Wert für den, der es nicht versteht und/oder nicht umsetzen kann. Allein die Tat ist WERT - und das (Laib) Brot nährt erst im Leibe.

Jede Wandlung bedeutet Verlust. Und jeder Verlust bedeutet Schmerz. Jeder Schmerz ist eine Herausforderung zur Bewältigung und Heilung. Und in jeder Aussicht auf Heilung liegt Trost. Doch wie kalt und bitter ist die Aussage: Ich weiß genau, mein Leiden macht Sinn - führt es mich doch über den Schmerz und dessen Bewältigung in ein neues Bewusstsein, führt mich meiner Bestimmung zu?
Was ist das für eine Bestimmung?

Ich kenne sie nicht, ich ahne sie nur.
Seinen Leib musste ich nicht ahnen. Seine Wärme empfing mich. Ich fühlte und ich roch und ich schmeckte und ich liebte. Getragen von dieser Liebe war jeder Gedanke leicht. Jede Tat war es.
Soll nun der Mensch das Begehren überwinden? Worin liegen Heil und Bestimmung? Im Ertragen oder im Überwinden von Leid?

Jede Liebe birgt Leid. Jede Liebe trägt den Schmerz des Verlustes. Ich liebe so viel und viele, doch gehört mir keine einzige Liebe. Auch die Liebe zum Schöpfer, zum Kosmos, zum Ewigen nicht.
Bin ICH denn ewig?
Gott offenbart sich in seiner Schöpfung, in Sinn und Sinnlichkeit. Im Kuss des Weibes und des Mannes, im liebenden Herz, in liebkosender Hand. In jedem und allem, was wir lieben.

Ich liebe. Ich liebe Bäume und Straßen, Felder und Spatzen, Grashalme und die traurige Frau von nebenan. Doch ist der Thron zu meiner Rechten unbesetzt, mein König gegangen. Wie soll ich nun regieren über mein Volk?
Einmal mehr heißt es: Größe zeigen, keine Blöße geben. Den Schmerz vom Besetzer zum Begleiter machen - und später zu etwas, das man LASSEN kann.
Der Schmerz starrt mich nicht mehr an. Ich fühle seine Gegenwart, seine Blicke; streckenweise sogar seine kurzfristige Abwesenheit.

Wir können nicht zu sehr lieben. Liebe überkommt uns. Wahre Liebe lässt alles zu und nichts aus. Nach ihren Flammen verzehren wir uns, denn ist ihr Feuer größer und heiliger als jede Furcht. Nur die Liebe kann der Furcht Einhalt gebieten. Liebe regiert die Welt.

Ich will ihn wiederhaben, will ihn zurück - meinen Herzenskönig. Wie töricht ist dieses Begehren! Denn während wir schlafen, dreht und wandelt sich die Welt, wandeln wir uns, wandelt sich alles und jeder. Wir leben nicht rückwärts. Es gibt kein Zurück, es gibt bestenfalls ein Weiter. Keine Wiederholungen, nur Erneuerungen.
Ich habe einen Blutschwur geleistet. Ich erneuerte ihn. Der Dichter in mir sitzt am Flussufer und bastelt Papierschiffchen.

Totes beleben zu wollen, wäre so, als würde man sich vom ausgeschiedenen Brot ernähren wollen. Wer nicht lassen kann und festhält an dem, das ihm nicht mehr gehört, der segelt auf den Schiffchen in den Untergang. Wir können nicht aufheben, was wir wirklich verloren haben.
Doch stelle ich mir Tag für Tag, Nacht für Nacht diese eine Frage:
HABE ich verloren? Ist das Herz noch warm, schlägt es noch? Kann ich erretten? Oder knie ich zu Füßen eines Toten? Soll ich mich abwenden oder meine Lippen auf die seinen pressen, ihm meinen Atem zum Leben geben?

Ich stehe reglos, denn ich kenne die Richtung nicht. Soll ich mein in törichtem Begehren gefangenes Herz entscheiden lassen? Warten oder wachen? Laufen oder weichen? Kämpfen?
Das Schwert habe ich zurück in die Hand genommen. Nun sitze und stehe ich hier und warte auf Laut, erbitte ein Zeichen. Ein Zittern nur, ein Funke, ein Echo eines Herzschlags - und ich werde kämpfen. Unermüdlich. Auf Leben und Tod. Ein Seufzen nur - und ich führe Armeen an:
Dann fürchte ich weder Tod noch Teufel. Und lasse ihn nicht, denn er segnete mich.

Inaktiver User
01.10.2004, 23:32
meine liebe,
das klingt vielleicht weniger poetisch als deine Zeilen, aber KRIEG DEINEN HINTERN HOCH UND LASS LOS, würge deine Sehnsucht ab und kümmere um dich selbst. Festhalten musst du dich selbst. Die Wünsche, die du äußerst, sind die Wünsche einen kleinen Kindes. Es gibt keinen anderen Weg da raus. Ich weiß, wovon ich rede, und ich weiß auch, dass es einen weg raus gibt. sterben kannst du noch später, aber bis dahin sollst du noch ein bißchen selben, was heisst ein bißchen, VIIIIEEEL

Inaktiver User
02.10.2004, 00:24
Werteste ;-),

wie sieht DEIN Weg denn aus?

Mein A*sch schwimmt ganz weit oben und blä/h/(s)t warme Luft: Das nenn ich Antrieb!
Es ist idiotisch (weil lebensfeindlich), sich in sich selbst zu verkeilen, die Augen zu schließen und zu meinen, dadurch würden die Dinge einfacher. Man muss die Sehnsucht aushalten können, ihr Ausdruck verleihen, weiterlieben.
Kinder sind, was ihre Bedürfnisse angeht, unbeirrbar. Gnadenlos fordernd. Anstrengend. Deshalb mag ich Kinder so.

ICH LEBE VIEL. GAAANZ VIIIEEEL. Leben ist mein Motto, nicht überleben. Ich bin stark genug, das Chaos zu ertragen. Ich lasse es zu. Ich tanze im Regen. Mutig. Durchnässt bis auf die Haut. Lache Tränen dabei.
Ich weiß, wo mein Handtuch ist.
Ich weiß, wie man einen Pangalaktischen Donnergurgler mixt.

No risk, no fun.

Ich schreie es in die Welt: Auch dieser Kummer wird mich nicht töten. Er wird mich noch lebendiger machen. Lieben und leben bedeuten Herausforderung, immer wieder.
Ich verrate dir was: Wenn ich mich nicht gerade sülzend ergieße, tanze ich auf Tischen und knote meine Socken um Lampenschirme - wie eine große Pippi Langstrumpf.
Solltest du auch tun! Man stärkt damit die eigene Belastbarkeit, wagt sich an immer neue Grenzen - und erwächst in ein Leben vor dem Tod.

Bin ich manisch? Sicher, gern.
The desease is the cure.

So: Towanda!

_Beate_
02.10.2004, 06:43
Mein A*sch schwimmt ganz weit oben und blä/h/(s)t warme Luft: Das nenn ich Antrieb!

Danke für den ersten Lacher am frühen Morgen, Gummidrops! ...

Ansonsten denke ich auch: Das oft angeführte "Loslassen" ist nicht immer das Maß der Dinge ... zumindest nicht, bevor man durch den ganzen Schmerz gegangen ist ...

Inaktiver User
02.10.2004, 11:28
Ansonsten denke ich auch: Das oft angeführte "Loslassen" ist nicht immer das Maß der Dinge ... zumindest nicht, bevor man durch den ganzen Schmerz gegangen ist ...



....joo. Schon gar nicht, wenn man Schmerz, Intensität und Blähungen zum Antrieb hat und regelrecht braucht, um sich selbst zu erleben....und z.B. um gut schreiben zu können.

Ich für mein Teil bin froh, dass ich inzwischen weiß, dass es mir nicht wirklich gut tut, mich in etwas reinzusteigern und durch jeden Schmerz zu gehen. - Deshalb lauf ich auch auch nicht mehr vor jedes Auto, um zu spüren, dass es weh tut, da lass ich inzwischen gerne schon vorher los :Freches Grinsen:

_Beate_
02.10.2004, 13:02
@ Leda

Erstaunlich, daß Du "durch den Schmerz durchgehen" mit "reinsteigern" verbindest ... ich setze es mit "verarbeiten" gleich ... und da kann Schreiben schon einiges für tun ...

Inaktiver User
02.10.2004, 13:26
Man kann erst wirklich loslassen, wenn man durch den ganzen Schmerz gegangen ist.
Wer bei den ersten Darmwinden das Klo stürmt, verschwendet seine Zeit.

Wenn's Loslassen nicht wehtut, ist es überflüssig.
Wer den Himmel will, darf die Hölle nicht verschmähen.
Auch im Himmel brennen Feuer und fließen trübe Wasser.

Auf der Erde, morgens vor dem Spiegel:
Meine Augen. Klar und grün. Unverschleiert und noch viel lebendiger als vor ein paar Monaten.
Gestärkt fühle ich mich. Dieses Augenpaar zeugt von und strotzt vor Kraft. Ich bin ein Grenzgänger. Was ich tue, das tue ich richtig. Ich hasse bequeme Halbherzigkeiten! I did it my way - in fact: there is no other way!

Ich bin nicht untergangen. Ich habe verdammt viel Wasser geschluckt und das Lied der Fische gesungen.
Where is my mind? It's in the fish.
Es führt kein Weg am Walbauch vorbei. Aber es führt einer raus.

Wer kann sich schon anschauen und zu sich sagen:
Ich bereue nichts. Kein Gefühl, keinen Ausdruck, kein Wort, keinen Schrei: Nichts.

Letztlich ist es so:
Ich bin weiter gegangen als alle Beteiligten. Und Unbeteiligten. Ich ritt in die Nacht - allein. Auf der Brücke zwischen den Welten ist nichts - und niemand. Nur man selbst - und das Pferd. Es ist dunkel dort. Finster. Neblig und voller Geister. Dein Herz sieht, während deine Augen versagen. Kein Licht. Kein Gott. Nur du selbst.

Das reicht auch. Der Kampf des Reiters mit dem Reiter ist schonungslos. Ein Kampf auf Leben und Tod. Atmen verwundet und der Tod scheint Erlösung zu sein. Wer reitet, rastet nicht. Keine Sekunde.

Die Brücke ist lang. Es dauert Ewigkeiten, sie zu überqueren. Dein Innerstes wölbt sich nach außen. Einfach so. Du hängst am Bauch des Pferdes, hältst dich fest an seinen warmen Eiern, während Staub und Kies einen Weg in jede deiner Körperöffnungen finden.
Das tut weh. Das IST gnadenlos. Aber es macht dich zu dem, der du bist. Dreck reinigt. Und heilt.

Ich will keine Wunden überdecken. Ich will, dass sie heilen. Der Weg dahin ist gelb, schmutzig und entzündlich. Es tut weh, verdammt weh. Es reißt dich in tausend Millionen kleine Stücke. Mehrmals.
Aber es fügt dich neu zusammen zu einem Menschen, den du leben kannst.

Ich bin durch den Schmerz gegangen. Über die Brücke. Allein. Aber ich habe mich nicht losgelassen. Ich hielt mich an mir fest und überlebte. Um zu leben.
Aus der Dunkelheit brechen nun Farben. Meine Farben.

Ich bin den Weg zuende gegangen. Andere sind weit vorher und hinter mir zurückgeblieben.
Wenn sie in den Spiegel blicken, sehen sie graue Schatten. Und wenn sie schlafen gehen, dann denken sie: THERE MUST BE MORE TO LIFE ...

Jojo. Life sucks. Life is one of the hardest. Aber man muss es zulassen. Der Weg zum Acker eines Gummidrops ist steinig. Aber er lohnt.

Das sehe ich in meinen Augen.


(I come up to meet you up there somewhere,
When I rush to greet you my soul is bared.
Gave more for you, dropped my crutches
And crawled on the floor for you.

Went looking behind every door for you,
And because of the things that I saw for you
I spiritually grew.

When I come up, when I rush...
I rush for you.

- RUSH, DEPECHE MODE)

Inaktiver User
02.10.2004, 21:20
@Beate - mit
>>..., dass es mir nicht wirklich gut tut, mich in etwas reinzusteigern und durch jeden Schmerz zu gehen.>>
meinte ich nicht
reinzusteigern = durch den Schmerz gehen

sondern

reinzusteigern = mir selbst noch mehr Schmerzen zu machen.... (....und durch jeden Schmerz zu gehen)


@Gummidrops


Wer kann sich schon anschauen und zu sich sagen:
Ich bereue nichts. Kein Gefühl, keinen Ausdruck, kein Wort, keinen Schrei: Nichts.



Ich.
Meine Augen sind inzwischen auch klar.
Irgendwann kommt dann der Zeitpunkt, in dem man die Brücken nicht mehr so ernst nimmt und dann geht's leichter.

Ich weiß aber gar nicht, ob ich Dir wünschen soll / darf, dass Du da auch bald bist, weil ich den Eindruck habe, das willst Du gar nicht.

Trotzalledem - noch ein wunderbares Wochenende!

Gruß
Leda

Inaktiver User
02.10.2004, 22:28
@Gummidrops

Nu, Grautier, komm wieder runter auf den Boden der Tatsachen. Worte sind auch nur Worte, auch wenn sie gewaltig daherkommen...

LG Nugat

Inaktiver User
02.10.2004, 22:34
....wobei gewaltig nicht gewaltig im Inhalt ist.

Ich sehe da Mücken, die zu King Kongs aufgeblasen werden. Mindestens.
Nichts für Ungut und alles Gute

Inaktiver User
03.10.2004, 12:30
Faktisch und nüchtern betrachtet:

Ich bin ein Mensch, der das Fliegen liebt. Die wirklich aufregenden Dinge im Leben sind kleine Dinge. Dinge, die uns zur Besinnung bringen, unseren Blick öffnen und uns daran erinnern, dass wir Flügel haben. Wenn ich durch die Straßen und Städte laufe, fühle ich mich seltsam transparent. Durchlässig. Ist ein angenehmes Gefühl: Man steht mit den Menschen und Dingen im Austausch, auf eine sehr plastische und emotionale Art und Weise.
Wohin ich mich auch wende und bewege, höre ich Laub knistern und knirschen. Ich beobachte, in welchem Winkel die gefallenen Kastanien von meinem Schuh abspringen und verfolge ihren Weg zum nächsten Pflasterstein, ins nächste Gebüsch.
Menschen, die mir begegnen, lese ich. Manche lese ich auf. Jede Begegnung ist voller Möglichkeiten, voller Bilder, voller Geschichten.
So funktioniert mein Wahrnehmungsapparat. Jedenfalls grundsätzlich. Natürlich besteht manchmal die Notwendigkeit, das dichterische Auge zu schließen. Ich habe gelernt, mich abzu-dichten, mich zu konzentrieren. Ich bin ein anpassungsfähiger Mensch, der allerdings genau prüft, wann und in welchem Maße Anpassung und Pflichterfüllung Not tun. Die Pferde gehen nicht einfach mit mir durch - es sei denn, sie haben meine ausdrückliche Erlaubnis. Ist eine Art Berufskrankheit.

Je offener ein Mensch anderen und sich selbst gegenüber ist, desto ungefestigter wirkt er - und das sogar im doppelten Wortsinn. Persönliche Freiheit innerhalb frei und sorgsam gewählter (und allgemein verträglicher) Grenzen zu leben, ist nicht einfach.
Man muss ein Gespür dafür entwickeln, in welchen Situationen man sich treiben und gehen lassen kann - und in welchen Situationen nicht. Ich bin kein Gesellschaftsunhold, kein Systemtorpedo, kein Allroundfreak. Ich liebe dichterische Höhenflüge in den poetischen Olymp, genauso liebe ich aber meine präzise Analytik, meine tatsächliche Bodenhaftung und Bodenständigkeit, wenn diese Form von Stabilität gefragt oder sogar unumgänglich ist.

Will damit betonen:
Der entsetzliche Weltschmerz und die allumfassende Liebespein sind Varianten - und zwar extreme. Gewiss überquere ich viele Brücken so selbstverständlich, dass ich gar nicht unbedingt merke, wieder einmal die Ufer gewechselt zu haben. Ich reite nicht immer das schwarze Wildpferd und genauso wenig überquere ich ausschließlich tausend Kilometer lange Wackelbrücken in ewigem Nachtnebel. Vor der letzten Brücke allerdings befand ich mich an einem Wendepunkt meines Lebens:
Ich löste mich aus einer unfruchtbaren und destruktiven, wirklich lebensfeindlichen Langzeitbeziehung. Ich bin 33, Mutter eines Sohnes, wirtschaftlicher Wackelkandidat. Mein Leben und mein Alltag beköstigen mich jeden Tag mit neuen - sehr praktischen - Herausforderungen. Der Lebensunterhalt zweier Personen will von heute auf morgen aus eigener Kraft sichergestellt werden. Das bedeutet eine wahnsinnige Umstellung für einen Künstlertypen, der mit seiner Feder nur in unregelmäßigen Intervallen Kohle verdient hat. Aber ich mache mich gut. Es hat keine Woche gebraucht und ich hatte einen Job. Unterrichte wieder. Face-to-face. Wollte ich nie mehr wieder machen - aber nun ist es so. Eine vorläufige Notwendigkeit. Die (fertigen) Romane müssen warten.
Ich trage die volle Verantwortung und finde das toll. Brauch(t)e das. Leicht ist es trotzdem nicht; insbesondere dann nicht, wenn man 15 Jahre in einem Abhängigkeitsverhältnis gelebt hat. In einem Kerker, der einschränkend, aber auch sicher war. Relativ betrachtet jedenfalls.

Vor der überfälligen Trennung habe ich eine brisant-verbotene und extrem stürmische Liebe zu einem Teenager gelebt, der kaum älter war als mein eigener Sohn. Ich habe Tabus gebrochen - auch solche, von denen ich dachte, sie wären heutzutage keine mehr.
Mein Weltbild ist durch viele zusammenhängliche Ereignisse ins Wanken und Schwanken geraten. Ich habe lernen müssen, wie klein und empfindlich der Bereich persönlicher Freiheit wirklich ist. Wie undefiniert und gefährlich beliebig der Rand des Systems ist, wie schnell man durchs Raster fällt als unkonventionelle und freidenkende Lebefrau: Gestern noch geschätzt, bewundert und gefragt - am nächsten Morgen unhinterfragt angeprangert, verschmäht, verteufelt. Ich habe mir die Freiheit genommen, anders zu sein und anders zu leben und bin dafür zuerst bewundert und dann gejagt worden.
Unentschlossene Neider hatten plötzlich eine Partei, eine Lobby. Ich habe nicht bis 3 zählen können, da war die Meute schon mit Gabeln und Fackeln unterwegs. Plötzlich war ich das Monster, das erklärte Feindbild. Die machen wir platt, hieß es. DIE richten wir - und zwar nach geltendem Recht, nach UNSEREN Maßstäben. Wenn wir mit ihr fertig sind, wird sie gebrochen am Boden liegen. Von allen verlassen, einsam, geächtet, gebrandmarkt.

Nun, sie haben einen guten Job gemacht. Nichts ausgelassen, um mich zu richten. In meiner Vergangenheit gekramt, Lügengeschichten verbreitet, böse Gerüchte gestreut. Unglaublich, wie aktiv und kreativ sie plötzlich wurden, als es darum ging, mich zu zerstören.
Aber: SIE HABEN ES NICHT GESCHAFFT!

Ich bin nicht gekrochen und habe um Gnade gewinselt. Ich habe niemanden verraten, auch nicht mich selbst. Ich bin in viele ihrer ausgelegten Fallen getappt, doch mir gelang es immer wieder, mich daraus zu befreien. Ich bin hinterfragt und getestet worden. Von vielen und aus verschiedensten Gründen. Meine Familie stellte sich gegen mich. Ich hatte niemanden, an dem ich mich festhalten konnte - nur mich selbst. Sie haben alles durcheinander gebracht.
Wenn man ganz allein ist mit seinen Wert- und Moralvorstellungen, dann ist man gezwungen, sich mit diesen Vorstellungen auseinanderzusetzen. Man prüft sich selbst auf Herz und Nieren - und ist dabei verstärkt der öffentlichen Meinung ausgesetzt. Ich bin niemand, der sich auf altem und bewährtem Wissen ausruht. Es gibt nur wenige Dinge, die ich sicher weiß und die ich für unbedingt wahr und beständig halte. In einigen Momenten war ich froh, zumindest meinen Namen zu kennen. Es ist hart, man selbst zu bleiben, wenn einem im Kollektiv unterstellt wird, man ticke nicht richtig. Unbeschreiblich hart. Ich hätte einbrechen können - und ich war viele Male kurz davor. Hätte winselnd um Gnade bitten können, mir die Krone des reuigen Sünders selbst aufs Haupt setzen sollen.
ICH HABE ES NICHT GETAN.

Ich bin die Brücke entlang geritten. Eine Brücke, von der ich nicht wusste, ob sie jemals enden würde. Ich habe mich meinen Verfolgern nicht ausgeliefert, mich nicht verraten.
Habe in all den Wirren an mich geglaubt, an andere geglaubt und meinen grundsätzlichen Glauben nicht verloren. Ich habe nicht zugelassen, hart und verbittert zu werden, sondern mich mit aller Macht an meinem Glauben festgehalten, nach der Brückenüberquerung stärker und reifer und gefestigter zu sein als je zuvor.
Aber nicht härter im negativen Sinne. Nicht verschlossener, sondern weicher. Lebendiger. Schätzender. Liebender.

Eigentlich hatte ich keine Chance - und habe sie genutzt.
Totgesagte leben länger. Ätschibätschi.

Und: Worte machen Dinge groß. Manchmal tun sie auch genau das Gegenteil. Poesie und poetischer Wert liegen in den banalsten Dingen, sehr häufig sogar genau dort. Gefährlich wird es nur, wenn man Menschen und Dinge mit Wert belegt, die es gar nicht wert sind. Aber den Wert eines Menschen oder einer Sache erkennen wir erst NACH der Überprüfung. Ich fliege gerne und ich sehe die Schönheit und das Wunder in Papiertüten. Diese Sichtweise auf die Welt ist ein Fluch und ein Segen. Mal das eine, mal das andere. Manchmal beides gleichzeitig. Faszinierend und erschreckend.
Entscheidend ist die Richtung, die wir dem Leben in uns geben; ist das, was wir aus unseren Talenten und Gaben (und Pseudoflüchen) machen.
Reichtum ist relativ ... ;-)

Sunyi
11.10.2004, 17:44
towanda2004?

Inaktiver User
11.10.2004, 18:24
towanda2004? /community/foren/images/graemlins/neue_smileys_32.gif

Inaktiver User
21.10.2004, 00:19
Tyler hat`s getan! Tyler ist der Größte! Yeah!

Tyler ist sich für nichts zu schade. Hat das Babe so richtig schön ... gesuckt. Yeah!

Ich hasse Tyler. Ich hasse Jack. Ich hasse es, zwischen den verwesenden Farnen meinen Mund aufzumachen. Let it in to let it out. Brave girl, suck harder, suck your insides inside out.

Down on my knees. Tiefer kann man nicht sinken. Yeah.
Kontrollierte Obsession. Freiwillige Erniedrigung. What for?

Küsse. Nach über drei Monaten dieser Mund. Dieser Mund. Gott segne ihn.

Ich tat es schon.

Celia
21.10.2004, 11:52
SO WHAT!

Musste sein, war unausweichlich. Verarbeite das jetzt. Vielleicht kommt ein bisschen etwas in Dir hoch, das Dir sagt, dass babe auch sehr banal ist auf seine Weise ....

Ich drück Dich feste feste
*schmatz*
Celia

Inaktiver User
15.08.2005, 21:19
Celi,

wo biste denn bloß? :schild genau:

Inaktiver User
16.08.2005, 11:53
Wow!!!!!
Habe immer gedacht, gut formulieren zu können ...
Meine uneingeschränkte Annerkennung!!!!
Ja, irgendein Ventil braucht man, auch wenn es sich in derartigen Wortexplosionen äußert. Es las sich zwar alles, als wenn das Messer noch drei Mal zusätzlich in der Wunde herumgedreht wurde, aber wenn´s hilft ....

Ich hoffe, Dir geht es gut!
FerminaDaza

Inaktiver User
20.08.2005, 00:13
Little fifteen
You help her forget
The world outside
You're not part of it yet
And if you could drive
You could drive her away
To a happier place
To a happier day
That exists in your mind
And in your smile
She could escape there
Just for a while
Little fifteen

Little fifteen
Why take the smooth with the rough?
When things run smooth
It's already more than enough
She knows your mind
Is not yet in league
With the rest of the world
And its little intrigues
Do you understand?
Do you know what she means?
As time goes by
And when you've seen what she's seen
you will
Little fifteen

Little fifteen
Why does she have to defend
Her feelings inside?
Why pretend
She's not had a life
A life of near misses?
Now all that she wants
Is three little wishes
She wants to see with your eyes
She wants to smile with your smile
She wants a nice surprise
Every once in a while
She wants to see with your eyes
She wants to smile with your smile
She wants a nice surprise
Every once in a while
Little fifteen

(to little BigB - with so much love!
I'll never forget!
Bye.)

Inaktiver User
20.08.2005, 00:47
Du warst mir grüner
Als die Bäume
Unter denen wir lagen
Es jemals vor dir waren.

Es regnete.
Es regnete Tage lang.
Doch sah ich
Keine Wolken.
Schmeckte die Erde nicht.
Stattdessen Himmel,
uns blaugeboren.

Mein Haar an diesem Sommertag.
Meine nackten Schultern.
Dein süßer Atem.
In meinem Haar.
Erinnert in Tränen,
In Wolken,
Wo die Sonne uns doch schien.

Wärmer,
Freier,
Heller
Als jemals zuvor.

Und doch
Gehen die Uhren
Vorwärts.

Inaktiver User
23.08.2005, 11:27
Du warst mir grüner
Als die Bäume
Unter denen wir lagen
Es jemals vor dir waren.

Es regnete.
Es regnete Tage lang.
Doch sah ich
Keine Wolken.
Schmeckte die Erde nicht.
Stattdessen Himmel,
uns blaugeboren.

Mein Haar an diesem Sommertag.
Meine nackten Schultern.
Dein süßer Atem.
In meinem Haar.
Erinnert in Tränen,
In Wolken,
Wo die Sonne uns doch schien.

Wärmer,
Freier,
Heller
Als jemals zuvor.

Und doch
Gehen die Uhren
Vorwärts.




Liebes Gummidrops,

mal wieder über ein Topic von Dir gestolpert ...

... und ... wie immer festgestellt ...

- Gnadenlose Authentizität

- Atem(be)raubende Schreibe

- Die senkrechten KamiKazeFlüge dienen lediglich immer wieder zu neuem SchwungHolen für neue HöchstFlüge ... und das ist gut so!

Alles Liebe für Dich!

Artemisia

Inaktiver User
12.01.2006, 19:00
Der Weg zum Acker eines Gummidrops ist steinig. Aber er lohnt.




Hehe.

Golddrops
11.01.2007, 00:16
.

Inaktiver User
11.01.2007, 00:50
Liebe Gummidrops, ich habe auch gerade einmal wieder ein paar Tränen vergossen, weil ich an meinen so schmerzhaft attraktiven Liebhaber denken musste, in den ich mich so sehr vernarrt hatte, an den ich seid diesem Sommer jeden Tag denken muss ... und für den ich nur ein 1x-Sexerlebnis war, eine zu erlegende Beute, eine Erfahrung mehr ... was auch immer.
Auch wenn es jetzt noch so sehr weh tut, Du musst Dich damit abfinden, dass Dein Schwarm nicht dasselbe für Dich empfindet wie Du für ihn. Behalte die schönen Momente, die ihr zusammen hat, als schöne Erinnerungen und lasse die schlechten (schlaflose Nächte, Besäufnisse, sich versetzt und ausgenutzt fühlen, ...) verblassen. Richte Deinen Blick auf die Zukunft, versuche Deinen Hintern vom Bett / vom Sofa hochzubekommen und Dinge zu tun, die Dir gut tun. Schau Dich im Internet nach neuen Partnern oder Freunden um ... auch wenn Du nicht gleich Deinen Traumprinzen findest, wird es Dich ablenken.
Ich habe gerade im Netz Kontakt mit einem total süssen Mann - wie ich verheiratet - und gleich geht's mir besser!
Ein anderer Kontakt hat sein Date mit mir gestern nachmittag platzen lassen und mich erst darüber informiert als ICH ihn nachmittags anrief... mit einem panischen "ich kann jetzt nicht am Telefon sprechen; ich melde mich wieder!!" OK OK - KEIN Problem! Da bin ich den Nachmittag am Strand joggen gewesen, es war super Wetter und ich habe den Tag genossen.
Es hat auch keinen Zweck, von Deinem Typen Trost zu erhoffen. Ich mache mein Glück nicht mehr von einem Typen abhängig; das Wichtigste in meinem Leben sind meine Kinder, meine Familie, meine Freunde.
Morgen gehe ich mit einer Freundin von mir schoppen .. ich freu mich drauf!
Und wenn der Typ Dich dann doch wieder anruft (-er ist verheiratet, oder?-) und Du es nicht lassen kannst, ihn zu sehen, dann seh ihn doch. Aber suche Dir parallel dazu noch einen oder mehrere andere Partner... Zeig ihm, dass er nicht der Einzige ist. Denn der hat es nicht verdient, dass Du Dein Herz an ihn verschenkst und wegen ihm weinst!

Golddrops
21.01.2007, 22:24
Little Fifteen.

Du bist über die Zeit zu einem wichtigen Bestandteil meines Lebens geworden.
Deine Klugheit möchte ich niemals missen.
Nicht deine Ehrlichkeit.

Du bist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben -
und ich bin froh, dass wir es geschafft haben,
unsere Liebe zu etwas so Großartigem gemacht zu haben.