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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Unfallversicherung



Babsch
05.12.2006, 20:53
Folgender Vorfall: Person stolpert am Ausgang eines Geschäftes. Es ist keine Stufe sondern nur eine Erhöhung von ca. 5 cm. Es gibt keinen Hinweis. Die Person hat die Erhöhung nicht gesehen und hat sich den Fuss gebrochen. Es ist eine schwere Verletzung und man weiss noch nicht ob alles wieder gut verheilt. Wer haftet??? Was muss der Geschädigte unternehmen ?? Eine Unfallversicherung besteht leider nicht.

Igel224
06.12.2006, 18:43
Das Folgende könnte evtl. passen.

Gaststätte, Stolperschwelle, Haftung, Verkehrssicherungspflicht, Mitverschulden


Stolperschwelle in Gaststätte Ein Gaststätteninhaber haftet für den einem Gast entstandenen Schaden, den dieser durch den Sturz über eine Schwelle (Niveauunterschied 2,2 bis 2,3 Zentimeter) zwischen der Terrasse und dem Gaststätteninnenraum erleidet. Der Gastwirt verstößt gegen seine Verkehrssicherungspflicht, wenn er eine derartige Stolperschwelle nicht durch entsprechende Hinweise und Kennzeichnungen absichert. Da jedoch ein Gast beim Durchschreiten einer Tür grundsätzlich mit Unebenheiten rechnen muss, ist ihm in einem solchen Fall ein Mitverschulden von einem Drittel anzulasten.
Stand:01.12.2000 Gericht / Az.:Urteil des OLG Hamm vom 16.12.1999 6 U 158/99 NJW 2000, 3144
Vielleicht hilft euch das weiter? Viel Glück

Igel224
06.12.2006, 18:50
Was muss der Geschädigte unternehmen ?? Er sollte den Geschäfstinhaber schnellstens telefonisch und anschließlich schriftlich von dem Sturz unterrichten. Und dann die bereits entstandenen Kosten auflisten und zusätzlich Schmerzensgeld einfordern. Daneben daraufhinweisen, dass die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist und weitere Geltendmachung von Kosten vorbehalten wird.

Inaktiver User
06.12.2006, 21:24
Hallo.

Bitte unbedingt nochmal die Unfallstelle aufsuchen und mit einem Meterstab und Fotoapparat den Höhenunterschied dokumentieren.

Ich habe vor einiger Zeit bei uns vor Ort einen Fall verfolgt, bei dem vor einem örtlichen Bankinstitut eine Reihe Kopfsteinpflaster-Steine bis zu 6cm eingesunken waren. Aufgrund dieser Stelle waren sowohl am Tag als auch bei Nacht Personen gestürtz, die den Bankomaten bzw. die Schalterräume betreten wollten.

In zwei Fällen mit erheblichen Schäden (1x Schlüsselbeinbruch, 1x Oberschenkelhalsbruch). Mehrere Unfallgeschädigte haben den Schadenort fotografiert und sich dann an das Kreditinstitut gewendet und die Unfälle gemeldet.
Von dort wurde der Schaden an die dafür zuständige Versicherung (einem großen Regionalversicherer) weitergemeldet. Gleichzeitig wurde die Unfallursache im Zugangsbereich beseititgt.

Die Versicherung wandte sich dann an die Geschädigten und lehnte eine Regulierung ab, da die Versenkung angeblich weniger als 2,5cm betragen hätte... Die Verunglückten hätten selbst einfach besser aufpassen müssen.

Mit den Fotos konfrontiert wurde daraufhin verwiesen, daß aufgrund des fehlenden Maßstabes (Meterstab etc.) auch mit Fotos nicht belegt werden kann, daß die Versenkung tief genug gewesen sei, um der Bank eine Haftung zuzuschreiben. Mit dieser Ansicht kam die Versicherung vor Gericht durch...

Die Geschädigten blieben damit nicht nur auf ihrem Schaden sondern auch noch auf den Kosten für den Rechtsstreit sitzen (soweit nicht eine Rechtsschutzversicherung vorliegend war).

Soweit mein Tipp.

Schöne Grüße

justii